Das SWR2 Kulturmagazin für den etwas längeren Morgen. Jeden Sonntag von neun bis zwölf bietet die SWR2 Matinee: drei Stunden Wort und Musik zu einem Thema - überraschend, vielseitig, facettenreich.

Die Journalistin Tarja Prüss erzählt von lichten Nächten, vom Geist der Sauna und von gemeinsamem Schweigen – Finnland als Herzensland jenseits aller Klischees. Interview: Georg Brandl.

Finnland stellt den Menschen in den Mittelpunkt: Vertrauen, Transparenz, Sisu. Helena Schneider zeigt, wie der Nordic Working Mind auch unsere deutsche Arbeitswelt verändern kann. Interview: Georg Brandl.

Finnland ist Weltspitze im Dirigieren: Von Salonen bis Saraste – alle sind sie Schüler von Jorma Panula. Hildburg Heider ergründet das Geheimnis seiner Dirigierschule.

Stoische Trinker, stille Helden, einsame Herzen: Christian Berndt zeigt, wie Aki Kaurismäki Finnland neu erfindet – und dabei zum Solitär der Filmgeschichte wird.

In unserem Rätsel suchen wir den Titel eines Kriminalromans. Wie lautet der gesuchte Titel?

Radeln durch Wälder, baden im Fluss, Teer-Eis kosten und der "Scheiß-Stadt" begegnen: Petra Martin entdeckt Oulu, die etwas andere europäische Kulturhauptstadt.

Die Mumins sehen aus wie Nilpferde – und sind doch mehr: In München hat eine Ausstellung gezeigt, wie Tove Janssons Figuren von Freiheit, queerem Leben und Vielfalt erzählen. Sandra Limoncini berichtet.

Finnlandtraum, aber kein Finnlandbudget: Doris Anselm testet, wie viel Original-Finnland in einem brandenburgischen "Land der 100 Seen" steckt – inklusive Sauna, Mücken und Identitätsfragen.

Aus einer Laune heraus beschloss Stefan Moster Finnisch zu lernen. Inzwischen arbeitet er seit Jahren als Übersetzer dieser eigenwilligen Sprache. Interview: Georg Brandl.

Wenn Frauchen und Herrchen verreisen, soll Bello nicht leben wie ein Hund. Deshalb gibt es Hunde-Hotels. Silke Arning hat so ein tierisches Hotel in der Nähe von Stuttgart besucht.

Unaufdringlicher Luxus: Hannah Radgen begleitet die leitende Hausdame eines Grandhotels in Baden-Baden und lässt sich zeigen, was perfekten Zimmerservice und Housekeeping ausmacht.

Immer mehr junge Erwachsene in Deutschland leben im "Hotel Mama", sagt die Statistik. Marie Gediehn denkt darüber nach, warum dieses familiäre Hotel-Modell gerade so beliebt ist.

Viele Filme spielen in Hotels, denn dort lauern hinter jeder Türe andere Geschichten. Ein Streifzug mit Hartwig Tegeler durch einige der berühmtesten Hotels der Filmgeschichte.

In unserem Rätsel suchen wir den Titel eines Romans. Wie lautet der gesuchte Titel?

Von einfachen Gasthöfen an Handelswegen über das erste Grand Hotel bis zur Bettenburg am Ballermann. Tourismushistoriker Hasso Spode erzählt von Geschichte und Gegenwart der Hotels. Interview: Monika Kursawe.

Wer in Tokio günstig übernachten will, schläft in Kapselhotels. Wie es dort zugeht und wie man dort auf engstem Raum Privatheit und Gemeinschaft verbindet hat Julia Shimura erlebt.

Hotels können auch Inspirationsquelle sein. Deshalb logieren dort oft Schriftsteller. Von Marcel Proust bis Thomas Mann. Der Germanist und Autor Rainer Moritz folgt ihren Spuren. Interview: Monika Kursawe.

Carsten Rath lebt im Luxus – beruflich. Als Hotelkritiker sucht und besucht er weltweit ikonische Hotels. Im Matinee-Gespräch erzählt er, warum Sterne nicht alles sind. Interview: Monika Kursawe.

Elegant geschwungen verbindet die Passerelle des Deux Rives das Elsass und Baden. Ein Symbol für das zusammenwachsende Europa? Johannes Stier fragt nach.

Auf den Dolder steigen, Schwarzwaldblick genießen, im Weinkeller Riesling probieren und ein geheimes Rezept kennenlernen: Louise Schöneshöfer erkundet Riquewihr.

Im Restaurant L'Agneau gibt es Froschschenkel, Schnecken und große Portionen: Martin Gramlich erlebt mit drei Skatfreunden, warum die Elsässer Appetit und Tradition großschreiben.

Zwischen Fachwerkarchitektur, Kathedrale und Europaviertel: Straßburg versteht sich als Hüterin des europäischen Projekts. Lukas Fleischmann spürt den Europa-Vibe der Stadt auf.

Jean-Marie Woehrling erklärt, wie die Geschichte des 20. Jahrhunderts die deutsche Sprache und Kultur im Elsass verdrängt hat – und weshalb er um die Doppelkultur bangt. Interview: Stefanie Junker.

Vom Klappern bis zu tonnenschweren Nestern: Jessica Hans reist durch das Elsass, trifft Pflegerin Mélanie Paulus und erzählt, wie der fast verschwundene Storch zurückkam.

Noch rund 500.000 Menschen sprechen Elsässisch, doch kaum Kinder lernen es. Dialektologin Carole Werner erzählt, wo der Dialekt herkommt und was ihn retten könnte. Interview: Stefanie Junker.

Die Vogesen sind mythenaufgeladen: Schon immer Grenzregion, gibt es alte Schmugglerpfade und Burgen. Matthias Schopp erzählt, was es über die Landschaft hinaus zu entdecken gibt. Interview: Stefanie Junker.

In unserem Rätsel suchen wir den Titel eines Romans. Wie lautet der gesuchte Titel?

Im öffentlichen Onsen im Westen Tokios beginnt alles mit dem Waschen: Kakeiu, kleines Tenugui Tuch, strenge Regeln für reines Wasser. Autor*in Taro Kawagohe erzählt, wie Baden in Japan mehr ist als Körperpflege – ein buddhistisch geprägtes Ritual, ein sozialer Treffpunkt und ein Ort, an dem Fremde einander den Rücken schrubben und Freunde werden.

Vom WG-Bad mit Bierflaschen über die geschrubbte Beuys-Wanne bis zur „Wanne“ voller Polizisten in Berlin-Kreuzberg: Doris Anselm zeichnet eine deutsche Badewannen-Chronik – komisch, politisch und sehr privat.

Vom römischen Dampfbad bis zum Ostsee-Schwimmbad: Bernd Brunner zeigt im Gespräch mit Jörg Biesler, wie Baden Körperkult, Heilsversprechen und stilles Glück im Wasser vereint. Warum wir uns seit der Antike ins Becken, in Flüsse und Meere wagen, zwischen Angst vor den Fluten und Sehnsucht nach Erfrischung – und wieso das Schwimmbad heute als gezähmtes Meer zur Utopie wird.

Im Wellarium in Steinheim steht Schwimmmeisterin Katrin Schulze täglich zwischen Wellenbecken, Technikproblemen und Rettungseinsätzen. Im Gespräch mit Jörg Biesler erzählt sie, wie hart Kommunen um jedes Freibad kämpfen, warum jedes zweite Becken sanierungsbedürftig ist und wieso immer mehr Kinder nicht schwimmen können.

Ein unscheinbarer Urlaubstag an der Ostsee, ein Reichspräsident in Badehose und ein Schnappschuss, der nie für die Öffentlichkeit bestimmt war – und doch zum ersten großen Medienskandal der Weimarer Republik wird. Julia Haungs zeigt, wie dieses Bild zur Projektionsfläche von Spott, Propaganda und Angst vor der jungen Demokratie wurde.

Von verhüllten Körpern in langen Kleidern mit Bleisäumen bis hin zum Skandal-Bikini: Bademode spielt immer auch mit Moralvorstellungen und spiegelt gesellschaftliche Strömungen wieder. Vor allem der Bikini emanzipierte die Frau wie kaum ein anderes Kleidungsstück, macht sie aber auch zum Sexsymbol. Im BikiniARTmuseum wird klar, wie viel Mut, Provokation und Freiheit in einem kleinen gelben, gepunkteten Zweiteiler stecken. Darüber unterhält sich Jörg Biesler mit dem Gründer des Museums: Alexander Ruscheinsky.

Vom ersten deutschen Seebad zur Kulisse für Staatsoberhäupter: Heiligendamm hatte viele Leben. Autorin Marie Zimmer erzählt, wie aus der „weißen Stadt am Meer“ ein mondäner Kurort, ein DDR-Sanatorium und schließlich wieder ein Luxus-Hotspot wurde.

Wellnessversprechen gibt es überall – echte Ruhe fast nirgends. Im traditionsreichen Friedrichsbad in Baden-Baden folgt Autor Daniel Stender einem 17-stufigen Nackt-Bade-Ritual. Zwischen römischer Badekultur, heißem Thermalwasser und eiskalten Becken erlebt er, wie radikal langsam ein Bad sein kann – und wie sich Entspannung wirklich anfühlt.

Wir suchen heute den Titel eines Romans eines deutschsprachigen Autors. Wie lautet der gesuchte Titel?

Ein Tresen, ein Zapfhahn – und viel Politik. Die Kneipe war schon vor 150 Jahren ein Ort, an dem getrunken und debattiert wurde, sagt Historikerin Mareen Heying. SPD-Kanzler Friedrich Ebert war Wirt – er holte die Arbeiter dort ab, wo sie gern waren.

Im Kalten Krieg war West-Berlin ein Sehnsuchtsort – für alle, die endlos in Kneipen sitzen wollten. Denn eine Polizeistunde gab es hier – anders als in West-Deutschland – nicht. Ein Glücksfall für Wirte und Tourismus. Tomas Fitzel über den „Kneipentrampelpfad“.

Stammgäste, derber Humor und zu viel Alkohol: Das geht durch das Kneipensterben verloren. „Es gibt dafür kein Publikum mehr“, sagt Autor Frank Goosen – in seinem Roman „Lovely Rita“ schildert er die letzten Tage einer Eckkneipe im Ruhrgebiet. Ein nostalgischer Ort? Ja, sagt Goosen: „Früher hat man an diesem Ort Leute kennengelernt.“

Leicht angetrunken Pfeile auf eine Scheibe werfen – ist das Sport? Oder lediglich der spleenige Zeitvertreib der Stammgäste? NZZ-Sportjournalist Stefan Osterhaus weiß: Kneipensportarten wie Dart oder Kicker haben sich professionalisiert, finden heute längst nicht nur in Kneipen statt, Dart-Meisterschaften werden im Fernsehen übertragen und man kann damit sogar Geld verdienen. Aber wer will, kann weiterhin als Amateur in der Kneipe spielen.

Stammtischparolen? Gibt es nicht mehr in der Kneipe – sondern im Netz. Dabei ist der Stammtisch besser als sein Ruf. Und wichtig für die Demokratie, findet der Autor Hasnain Kazim. Denn im echten Leben, am echten Stammtisch kann man besser widersprechen, streiten – und sich wieder versöhnen.

Kommt ein Mann in eine Bar – so fangen viele Filme an, denn im Kino sind Kneipen, Bars und Pubs ein eigener Kosmos – für erste Dates, Theken-Therapie und Schlägereien. Hartwig Tegeler über eine klassisches Film-Setting.

Wir suchen heute den Titel einer Novelle. Wie lautet der gesuchte Titel?

Ins „Weinloch“? Oder ins „Betreute Trinken“? Die Kneipenlandschaft in der Unteren Straße in Heidelberg ist legendär – und bei den Anwohnern umstritten. Was dabei oft vergessen wird – auch tagsüber gibt es hier Kneipenleben, keinen Exzess, eher gemütlichen Alltag – Philipp Behrens berichtet.

Im Mainzer Café „Krumm und Schepp“ landen schrumpelige Kartoffeln, braune Bananen und übrig gebliebene Backwaren nicht im Müll, sondern auf den Tellern der Gäste – solidarisch, kreativ und für jeden Geldbeutel. Mareike Gries besucht das Foodsharing-Café, in dem Fairteiler-Regale, Bildungsarbeit und frisches Bananenbrot zeigen, wie wir Lebensmittelverschwendung ganz praktisch verringern können.

Superhelden retten pausenlos die Welt: gegen Aliens, gegen finstere Götter, gegen allmächtige KIs. Bildgewitter, Endlosschleife, Weltuntergang als Routine. Hartwig Tegeler folgt den Avengers, der Justice League und „Mission Impossible“ – und fragt, was diese Erlösungsfantasien über unsere Angst vor der unübersichtlichen modernen Welt verraten.

„Hey jo, Digga. Six Seven!“ – und viele Erwachsene steigen aus. In ihrer pointierten Glosse nimmt Sandra Limoncini die Angst vorm Sprachverfall auseinander. Sie zeigt, warum Jugendsprache nicht das Ende der deutschen Sprache, sondern ein Zeichen seiner Lebendigkeit ist, weshalb sich Generationen schon immer missverstehen – und wieso genau das wichtig ist für Identität, Kultur und ein entspanntes Miteinander.

Eine ältere Dame im Gras, ein rollender Kinderwagen auf der Straße, ein Mann mit Suizidgedanken am Gleis, eine Freundin, die nur „da“ ist, ein Pfleger mit 500 Reanimationen: Stefan Schlegel hat erfahren, wie Rettung klingen kann – laut, leise, professionell, zufällig. Und wie mutig es ist, Hilfe zu geben und anzunehmen.

Wir suchen heute einen ganz speziellen Titel einer Kinderbuchreihe eines englischen Autors in der deutschsprachigen Auflage. Wie lautet der gesuchte Titel?

Brücken, Eisberge, Unwetter: Die Gefahr auf See hat viele Gesichter. Christine Fleischer verfolgt die Geschichte des Notsignals SOS – vom Technikstreit zwischen Funkpionieren über den Untergang der Titanic bis zu spektakulären Rettungen im Pazifik. Wie drei Buchstaben zur globalen Chiffre für Hoffnung wurden.

Wenn der Piepser geht, hat Bergretter Peter Anzenberger zwei Minuten Zeit. Er erzählt, wie Rettung in den Bergen wirklich läuft – zwischen plötzlichem Wettersturz, Selbstüberschätzung, riskanten Hubschraubereinsätzen und der Frage, wann man umdrehen muss. Ein Gespräch über Verantwortung, Ehrenamt und die Dankbarkeit der Geretteten.