Schadet ziviler Ungehorsam der Demokratie? Revolutioniert ein neu entdeckter Antikörper die HIV-Therapie? Werden Femizide milder bestraft als andere Tötungsdelikte? Mit dem Deutschen Studienpreis zeichnen wir jedes Jahr herausragende Promovierte und ihre Arbeiten aus, in denen sie Fragen wie diesen nachgehen. Im Gespräch mit Host Isabelle Rogge sprechen junge Forscher:innen über ihre Arbeit, berichten, was sie antreibt – und wie ihr Wissen die Gesellschaft besser macht. Dieser Podcast ist ihre Bühne.

Was passiert, wenn sich die USA aus internationalen Organisationen zurückziehen? Und wie stabil ist die multilaterale Ordnung, wenn einer ihrer wichtigsten Unterstützer plötzlich nicht mehr mitmachen will? Darüber spricht der Politikwissenschaftler Tim Heinkelmann-Wild in dieser Folge mit Liz Remter. Tim Heinkelmann-Wild hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Fachgebiet Politikwissenschaft promoviert und forscht zum Rückzug der USA aus multilateralen Institutionen. In seiner Dissertation hat er untersucht, wann und warum die USA seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs internationale Organisationen und Abkommen verlassen haben. Dabei zeigt er: Der Rückzug unter Donald Trump ist nicht völlig neu und auch nicht immer so chaotisch, wie er auf den ersten Blick wirkt. In der Folge erklärt Tim, welche Folgen Trump 2.0 für internationale Organisationen wie die WHO, die WTO oder die Vereinten Nationen haben kann, warum viele Institutionen widerstandsfähiger sind als oft angenommen und welche Rolle Europa dabei spielt. Außerdem hat er Musik mitgebracht, die politische Aufbruchsstimmung und Italien-Romantik verbindet.

Wie wurden Drogen zum politischen Feindbild und was zeigt die Geschichte des „War on Drugs“ über den Umgang mit den Substanzen? Darüber spricht die Historikerin Helena Barop in dieser Folge mit Liz Remter. In ihrer Forschung untersucht Barop die Geschichte der US-Drogenpolitik und des „War on Drugs“. Sie erzählt, warum unser heutiges Verständnis von Drogen historisch gewachsen ist, wie bestimmte Substanzen zunächst als Medikamente genutzt und später verboten wurden und erklärt, weshalb Angst, Moral und Kontrolle dabei eine zentrale Rolle spielen. Außerdem geht es um die Nachwirkungen des „War on Drugs" und die Fragen, die er für die heutige Drogenpolitik aufwirft. Natürlich spielt auch Musik eine Rolle: von Hippie-Musicals über Joni Mitchell bis zu italienischen Feierabend-Songs.

Was bedeutet es, ein Lebenszeichen zu senden und welche Rolle spielen Medien dabei, wenn Menschen in Not auf sich aufmerksam machen? Darüber spricht der Medienwissenschaftler Martin Siegler in dieser Folge mit Liz Remter. Für sein Promotionsprojekt an der Bauhaus-Universität Weimar hat er untersucht, unter welchen Bedingungen Lebenszeichen überhaupt gesendet und wahrgenommen werden können – von Morsecode und Flaschenpost bis hin zu digitalen Statusmeldungen – und wie diese Zeichen mit Medien in Verbindung stehen. Anhand historischer und aktueller Beispiele zeigt er, wie sehr diese Zeichen von technischen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen abhängen. In der Folge erklärt Siegler, warum Lebenszeichen nicht automatisch zur Rettung führen, sondern auch Fragen von Ungleichheit, Kontrolle und Verantwortung aufwerfen. Außerdem erzählt er, wie ihn ein Bergwerksunglück in Chile zu diesem Thema gebracht hat – und welche Rolle Musik in seiner Arbeit spielt.

Was passiert im Körper, wenn Fehler im Erbgut schwere Krankheiten auslösen? Und wie nah ist die Forschung heute an Therapien, die genau dort ansetzen, direkt in der DNA? Darüber spricht der Molekularbiologe Felix Lansing in dieser Folge mit Liz Remter. Felix forscht an neuen Methoden der Genomeditierung. In seiner Promotion an der TU Dresden hat er ein Werkzeug entwickelt, das genetische Fehler nicht nur ausschneiden, sondern gezielt korrigieren soll. Eine zentrale Rolle spielen dabei sogenannte Rekombinasen: Enzyme, die größere Abschnitte der DNA präzise verändern können. In der Folge erklärt Felix, welche Chancen diese Ansätze für Menschen mit erblich bedingten Erkrankungen bieten, wo die aktuellen Grenzen liegen und welche ethischen Fragen mit solchen Eingriffen verbunden sind. Außerdem hat er Musik mitgebracht, die ihn seit seiner Jugend begleitet und auch in seiner Forschung eine Rolle spielt, darunter das Stück „Time“ von Hans Zimmer und warum es für ihn eng mit der Gründung seines Start-ups verknüpft ist.

Welche langfristigen Auswirkungen haben politische und wirtschaftliche Umbrüche auf die Gesundheit und wen betreffen sie besonders? Darüber spricht die Sozialwissenschaftlerin und Demografin Lara Bister in dieser Folge mit Liz Remter. Lara forscht derzeit am WZB in Berlin und beschäftigt sich mit den sozialen und gesundheitlichen Folgen gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Im Rahmen ihrer Dissertation hat sie untersucht, welche langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen die Zeit nach der Wiedervereinigung auf die sogenannten Wendekinder aus Ostdeutschland hatte. Ihre Ergebnisse zeigen, wie eng individuelle Lebensverläufe, familiäre Prägungen und gesellschaftlicher Wandel miteinander verwoben sind und welche Erkenntnisse sich daraus auch für aktuelle Entwicklungen ableiten lassen.

Wie können winzig kleine Roboter Medikamente genau dorthin bringen, wo sie im Körper gebraucht werden? Und welches Potenzial steckt in dieser Technologie für eine personalisierte Medizin der Zukunft? Darüber spricht Physikerin Anna Bakenecker in dieser Folge mit Liz Remter. Die Wissenschaftlerin forscht an der Technischen Universität Darmstadt an Nano- und Mikrorobotern, die mithilfe von Magnetfeldern durch den Körper gesteuert werden können. Im Gespräch erklärt sie, wie diese kaum sichtbaren Partikel funktionieren, welche Möglichkeiten sich durch ihre Forschung für die Zukunft ergeben könnten und warum interdisziplinäre Zusammenarbeit hierbei so entscheidend ist.

Nicht selten haben junge Geflüchtete Schreckliches erlebt und kommen schwer traumatisiert in Deutschland an. Dabei können belastende Erfahrungen vorkommen und während der Flucht durch unterstützende Lebensbedingungen im Aufnahmeland abgemildert werden – oder durch weitere Belastungen verstärkt werden. Wie junge Geflüchtete psychologisch unterstützt werden können und was das für ihre Integration bedeutet, darüber spricht Isabelle Rogge in dieser Folge von Listen to Wissen mit dem Psychologen Dr. Usama EL-Awad.

Wie macht man sichtbar, dass bestimmte Bindegewebszellen das Tumorwachstum hemmen, während andere es fördern? Und wie entwickelt man ein System, um diese Zellen zu unterscheiden? Darüber spricht Isabelle Rogge in dieser Folge von Listen to Wissen mit Dr. Lena Cords. Die Wissenschaftlerin hat ein Klassifizierungssystem für krebsassoziierte Fibroblasten (KAF) entwickelt – also jene veränderten Bindegewebszellen im Tumorgewebe, die das Wachstum von Krebszellen beeinflussen können.

Warum verliert eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei ihren Schrecken? Weshalb fühlen sich Menschen an Wahlkampfständen, auf Vorträgen und bei Stammtischen der AfD wohl? Und welche graduellen Unterschiede zeigen sich beim Erfolg der AfD in Ost- und Westdeutschland? Darüber spricht Isabelle Rogge in dieser Folge von Listen to Wissen mit dem Sozialarbeiter und Politikwissenschaftler Prof. Dr. Florian Spissinger.

Was passiert, wenn man sich einem Land neugierig nähert – jenseits von Schlagzeilen und Vorurteilen? Die Islamwissenschaftlerin und Juniorprofessorin Dr. Nora Derbal spricht mit Isabelle Rogge über ihre Forschung zur Wohltätigkeit in Saudi-Arabien. Außerdem sprechen sie über die Vereinbarkeit von Mutterschaft und Wissenschaft und über die Universität als Raum für komplexe Debatten ohne Schubladendenken.

HIV ist bis heute unheilbar. Doch neue Antikörper könnten die Behandlung revolutionieren. Der Mediziner Prof. Dr. Dr. Philipp Schommers erzählt im Gespräch mit Isabelle Rogge, warum Antikörpertherapien eine langfristige Alternative zu bisherigen Medikamenten sein können. Zudem erklärt er, warum die politischen Entwicklungen in den USA die Fortschritte in der HIV-Bekämpfung gefährden.

In unserer alternden Gesellschaft sind Kinder und Jugendliche eine politische Minderheit. Der Soziologe Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani erklärt im Gespräch mit Isabelle Rogge, warum diese Bevölkerungsgruppe strukturell benachteiligt ist und weshalb Eltern die Interessen ihrer Kinder nicht ausreichend vertreten können. Zudem sprechen die beiden über die Bedingungen des Bildungsaufstiegs von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte.

Sowohl autokratische als auch demokratische Regierungen nutzen nichtstaatliche Akteur:innen, zur Spionage und Verschleierung eigener Verantwortlichkeiten. Die Politikwissenschaftlerin Dr. Kerstin Zettl-Schabath untersucht, welche Rolle nichtstaatliche Akteur:innen in Cyberkonflikten spielen. Im Gespräch mit Isabelle Rogge erklärt sie, in welcher Form autokratische Regierungen wie China und Russland Hacker zur Destabilisierung von Demokratien einsetzen.

Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Astrid Séville erforscht, was hinter der Sprache von Politiker:innen steckt. Im Gespräch mit Isabelle Rogge erklärt sie, wie sich liberale Demokrat:innen heutzutage erzählen und warum es in Zeiten der sozialen Medien auch in der Kommunikation herausfordernder wird, dem Rechtspopulismus der AfD etwas entgegenzusetzen.

Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist in stetigem Wandel. Der Sozialwissenschaftler Dr. Marcel Sebastian erforscht, welche gesellschaftlichen Auswirkungen dieser mit sich bringt. Wieso wir Hunde streicheln, aber Schweine schlachten und warum das aufgrund des Klimawandels anders werden könnte, erklärt er im Gespräch mit Isabelle Rogge.

Ziviler Ungehorsam bietet Bürger:innen eine Möglichkeit, ihren Widerspruch und Unmut gegenüber bestimmten Gesetzen, Politik oder Regierungshandeln auszudrücken. Im Gespräch mit Isabelle Rogge erklärt die Juristin Dr. Samira Akbarian, inwiefern ziviler Ungehorsam zu einer dynamischen Demokratie beiträgt und warum sie ihn als eine Form der Verfassungsinterpretation versteht.

Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, dass wir uns in Zukunft auf neue Bedrohungen durch Viren vorbereiten müssen. Der Biophysiker Dr. Christian Sigl hat in seiner Promotion einen radikal neuen Ansatz zur Neutralisierung von Viren entwickelt und daraus sogar ein Start-Up gegründet. Im Gespräch mit Isabelle Rogge verrät er, wie er eher zufällig auf die Idee kam, ein antivirales Therapeutikum zu entwickeln, das großes Anwendungspotential hat.

In Deutschland wird durchschnittlich alle drei Tage eine Frau von ihrem aktuellen oder ehemaligen Partner umgebracht. Die Sozialwissenschaftlerin Dr. Julia Habermann forscht seit Jahren zu Gewalt gegen Frauen. Im Gespräch mit Isabelle Rogge verrät sie, wie sie als Soziologin in der Kriminologie gelandet ist und welche Schwachstelle sie in unserem Justizsystem entdeckt hat.

Der neue Podcast der Körber-Stiftung holt in sechs Folgen promovierte Alumni des Deutschen Studienpreises vor das Mikro. Ab dem 03. April erscheint jeden zweiten Mittwoch eine neue Folge.