«100 Sekunden Wissen» ist eine kleine, hochdosierte Ration Wissen für den Tag und die Tage danach. Am Anfang steht ein Stichwort, eine Redewendung, ein Begriff; am Ende steht ein Erkenntnisgewinn – pointiert und witzig formuliert, in einer Minute und 40 Sekunden.
Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Frau in Hose und Männerhemd, Mann im Rock - heute tragen hierzulande viele die Kleider, auf die sie Lust haben. Das mit männlich oder weiblich wird nicht mehr so hoch gewichtet. An der Kleidung gibt's aber bis heute einen ganz grundlegenden Unterschied: der macht immer noch absolut klar, für wessen Kleiderschrank das Stück gedacht ist – die Knopfleiste.

Die Magnolienbäume blühen, die Korkusse und Schneeglöckchen sind da, der Frühling kommt. Und dieser Frühlingsanfang ist für über 300 Millionen Menschen auf der Welt das wichtigste Fest im Jahr, sie feiern "Nouruz", das persisch-kurdische Neujahrsfest. Vor allem in Iran, den kurdischen Gebieten der Türkei, im Nordirak, Afghanistan und Syrien. Aber auch in Zentralasien und teilweise auf dem Balkan.

Auch, wenn dieses Jahr bereits im Februar Frühlingsgefühle aufgekommen sind: offiziell ist heute (20. März) Frühlingsbeginn. Das heisst: es blühen auch wieder die Tulpen: die Tulpe ist quasi die Nationalblume der Niederlande. Ausflüge in Tulpenparks oder romantische Grachten-Fahrten in einem Boot voller Tulpen. So gar nicht romantisch war allerdings ein Phänomen in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts: die Tulpenmanie.

In fünf Minuten ist es sieben, und während die einen noch vor sich hindösen oder frühstücken, ist einer längst bei der Arbeit: der Bauer. Erstaunlich: Das Geschäft des Bauers ist zwar die Landwirtschaft, doch das Wort kommt ganz woanders her.

Es ist etwa 1933. Im Radiostudio Basel wird die Nadel auf eine Schallplatte gesetzt. Es rauscht und klingt. Haushalte, die damals ein Radiogerät zuhause hatten, erfreuten sich über das Schallplattenkonzert. Wer sich weniger freute: die Schallplattenindustrie.

Auch wenn Sie den Namen dieser chemischen Reaktion noch nie gehört haben, Sie haben sie gewiss schon tausendmal geschmeckt: die Maillard-Reaktion. Sie ist wahrscheinlich der leckerste chemische Prozess, der beim Kochen, Backen und Braten in unserem Essen stattfindet.

Man sieht sie vor allem in langen, dunklen Winternächten: die gelben oder orangen Warn- und Leuchtwesten, mit denen Menschen sich sichtbar machen, wenn sie draussen arbeiten. Aber auch manche Velofahrer und Fussgängerinnen sind damit unterwegs.

Paris, Ende der 1950er Jahre: Ein junger Mann schlendert lässig durch eine Gasse – mit Sonnenbrille auf der Nase und Zigarette im Mundwinkel – gefolgt von einem alten Citroën Deux Chevaux – diese Schwarzweiss-Szene stammt aus dem neuen Film «Nouvelle Vague», der heute im Kino startet. Er ist eine Hommage an die gleichnamige Bewegung im französischen Film der 1950er / 60er Jahre – Doch was steckt hinter der Bewegung «Nouvelle Vague»?

Bald stehen sie wieder vor der Tür, die Oscars. Letztes Jahr schlitterte der Film «The Substance» mit Demi Moore in der Hauptrolle nur knapp an den begehrten goldenen Männchen vorbei. Der Film gilt als Vertreter des Body-Horror Genres, das sich im Moment wieder zunehmender Beliebtheit erfreut.

Weithin sichtbar ist er auf der israelischen Fahne: Der Davidstern. 1948 wurde das Symbol des jüdischen Volks auch zum Symbol des neugegründeten Staats Israel – so hat der Davidstern auch den Weg auf die israelische Nationalflagge. „Magen David“ heißt er auf hebräisch, was „Schild Davids“ bedeutet – niemand weiß, ob der biblische König David den Stern vor rund 3000 Jahren tatsächlich auf seinem Schild getragen hat. Was aber ist die Geschichte hinter diesem religiösen und politischen Symbol?

Manchmal taucht im Archiv ein Begriff auf, der klingt, als würde er aus einem aktuellen TrueCrime-Fall stammen. Der Mutterstecher ist so ein Begriff.

Ein weiblicher Hamlet oder Shakespeares Liebende im Sommernachtstraum, die von Schauspielern und Schauspielerinnen um die 60 gespielt werden? Alles möglich heute. Doch das war nicht immer so. Bis weit ins 19. Jahrhundert wurden Schauspieler und Schauspielerinnen im Rollenfach angestellt und besetzt.

Es gibt Aufgaben im Leben, die scheinbar nie zum Ziel führen: Unkraut jäten; endloses Abarbeiten von E-Mails; Bürokratie; Hausarbeit, die immer wieder aufs Neue anfällt. Solch mühsame, endlose Arbeiten, die scheinbar kein höheres Ziel verfolgen und immer wiederkehren, nennt man auch Sisyphusarbeit.

Bewusstlosigkeit, tiefer Puls, flache Atmung - Symptome, die oft nach einer Opioid-Überdosis auftreten, beispielsweise bei Heroin. In den USA sterben daran jedes Jahr zehntausende Menschen. Ein Gegenmittel ist Naloxon, oft verabreicht als Nasenspray. Im Ernstfall kann damit Leben gerettet werden.

Dass die Kirchen immer mehr Mitglieder verlieren, ist bekannt. Auf Social Media aber erlebt der christliche Glaube gerade einen regelrechten Boom. Sogenannte Christfluencer, die traditionelle christliche Werte vermarkten, gewinnen junge Menschen mit einem besonderen Versprechen: Dem Jesus Glow.

Sie tragen sprechende Namen wie Geister Rikscha, Hotel Psycho oder Fahrt zur Hölle: Geisterbahnen. Diese Jahrmarkt-Attraktionen laden uns seit fast einem Jahrhundert ein zur Fahrt durch ein Grusel-Reich aus Pappmache, Kunstblut und Plastik.

Es gibt Wortschöpfungen aus der Literatur, die Eingang in den Sprachgebrauch finden. Dazu gehört «Doppeldenk», ein Begriff aus dem Roman «1984» von George Orwell. Was damit gemeint ist, hören Sie von Irene Grüter.

Heute kommt ein Buch unter den Hammer, das vielleicht Millionen bringen wird, - es ist die älteste gedruckte Fassung eines Werks von Maimonides: einem andalusisch-jüdischen Gelehrten aus dem 12. Jahrhundert. Sein Werk ist also ein Long-Seller im wahrsten Wortsinn. Es ist im Deutschen unter dem Titel «Führer der Verwirrten» oder «Führer der Unschlüssigen» bekannt. - Aber, was steht drin? Worum ging es Maimonides, als er vor über 900 Jahren dieses Buch schrieb? Und warum erlebte es so viele Auflagen und Übersetzungen?

Kann eine Revolution still sein? Eigentlich nicht. Und trotzdem gibt es diesen Begriff. Für das Verständnis der Geschichte Kanadas ist er sogar zentral, wie Christian Walther in 100 Sekunden Wissen erklärt.

Der Heilige Gral: Wer sich mit dem Mittelalter beschäftigt ist ihm bestimmt schon begegnet - auch denjenigen, die sich mit Produkten der Populärkultur befassen, die das Hochmittelalter zum Gegenstand haben. Raphael Zehnder versucht Licht in das Mysterium um den Heiligen Gral zu bringen.

"Hans was Heiri", "gehupft wie gesprungen", so sagen wir, wenn wir meinen, das ist austauschbar. Oft werden auch die Begriffe "Spirituals" und "Gospel" so genutzt - als Synonym.

Manche Wörter klingen, als gehörten sie ins Museum oder stammten sie aus der verganenen Zeit. Plutokratie ist so eines. Dabei beschreibt es etwas, das uns heute sehr vertraut vorkommt.

Streit im weltberühmten British Museum in London - dort gibt's Diskussionen um die Beschriftung antiker Funde aus Palästina? oder Israel oder gar Kana'an? – Was ist historisch korrekt. Um welches Land genau geht es überhaupt?

Heute ist Aschermittwoch, der Beginn der Fasten- oder Passionszeit. - Dazu wird heute in Rom, im Petersdom ‘ ein neues Kunstwerk enthüllt: Es ist ein Kreuzweg, und gestaltet hat ihn der Schweizer Künstler Manuel Dürr aus Biel. Fotos von seinem Kreuzweg, respektive seiner 14 Einzelgemälde ' sind offiziell wohl erst ab Freitag zu sehen. Wir von SRF-Kultur halten ein Auge drauf. - Was wir aber jetzt schon wissen, ist, wie ein traditioneller Kreuzweg aussieht und welche Funktion er hat.

Wie der Italowestern, so ist auch der Giallo ein Exportschlager des italienischen Kinos der 60er und 70er Jahre. In einer Mischung aus Horror, Mystery und Erotik servierten diese Filme einen verstörenden Augenschmaus, der Mord als Kunst betrachtete.

Was braucht es eigentlich, damit man sich wohlfühlt in einem Raum? Wie muss er gestaltet sein, dass wir ihn optimal für unsere Bedürfnisse nutzen können? Genau mit dieser Frage beschäftigt sich das Spatial Design. Was der Begriff genau meint, erklärt uns Linus Graber.

Er ist ein riesiges, zerstörerisches Monster, das aus dem Ozean auftaucht und Städte verwüstet: Godzilla, der König der Monster. Geboren aus Japans atomarem Trauma, wurde er zum Ursprung eines ganzen Filmgenres und einer Metapher für die Ängste und Schuld einer Nation. Sven Ahnert über das Monster, das nicht nur die Leinwand eroberte, sondern auch zur japanischen Ikone wurde.

Wer böhmakelt spricht mit einer Art slawishem Akzent. Was es mit dem Böhmakeln genau auf sich hat, weiss Tim Felchlin

Schaut man in diesen Tagen nach der Abenddämmerung an den Himmel, springt ein sehr heller Stern ins Auge. Nur IST der gar kein Stern, sondern der König der Planeten. Aktuell ist Jupiter hervorragend zu sehen und der Erde so nah wie selten, und überstrahlt in der „kleinen“ Entfernung von 645 Millionen Kilometer die anderen Himmelskörper.

Squatting - das ist Englisch und bedeutet wortwörtlich "hocken", wird aber im übertragenen Sinn für eine Hausbesetzung verwendet. Was aber, wenn kein Haus besetzt wird, sondern eine Website? Cybersquatting, heisst das dann.

Heute geht es um ein Lied, das man immer wieder mal auf oder neben der Piste hören kann. ein Lied, dass so populär wurde, dass es ins Guinnes Buch der Rekorde fand. Und: es ist ein grausamer Ohrwurm.

Letzten Oktober hat ein spektakulärer Einbruch im Pariser Louvre für Schlagzeilen gesorgt. Die Diebe haben Kronjuwelen erbeutet, im Wert von 88 Millionen Euro. Doch ein ganz besonderes Stück mussten sie auf der Flucht zurücklassen: die Krone der Kaiserin Eugénie. Die Einbrecher haben versucht, die Krone durch ein Loch zu ziehen, dabei wurde sie zerquetscht und beschädigt. Doch der Louvre hat nun mitgeteilt: Die Krone kann vollständig wiederhergestellt werden. Aber wer war diese Kaiserin Eugénie eigentlich und was ist das für eine Krone?

Ist Ihnen auf einer Ihrer Schallplatten schonmal das Logo mit den Buchstaben «SQ» begegnet? «SQ» steht für Stereophonic Quadrophonic. Aber was ist Quadrophonie?

Vielleicht haben Sie das Wort mal von Ihren Enkeln gehört. "Talahon“ war 2024 als Jugendwort nominiert. Oder Sie scrollen ab und zu durch die Sozialen Medien und haben den Begriff dort aufgeschnappt? Talahon klingt nach Jargon, nach Jugend-Code. Aber was steckt dahinter?

Sie leuchten durch die Nacht, in Neonfarben und geschwungenen Schriftzügen: Wenn man an Leuchtreklame denkt, fallen einem schnell die 50er Jahre in Amerika ein. Kaum ein US-Spielfilm j ener Zeit verzichtet auf die magischen Leuchtzeichen aus. Hier zeigen sie einen Diner an, dort die Route 66. Sie sind ein geradezu ikonisches Symbol des alten Amerika. Die Geschichte der Leuchtreklame aber ist älter.

Im tiefen Süden Italiens gibt es eine südfranzösische Sprachinsel, auf einem Berg hoch über dem Meer. Eine Ortschaft, - Guardia Piemontese - deren spannende und grausame Geschichte selbst in Italien weitgehend unbekannt ist. Thomas Migge über die sogenannten Waldenser in Kalabrien.

Es gibt den privaten Raum und – zumindest für arbeitstätige – den Arbeitsplatz. Hätten wir aber nur das, dann wäre das wenig. Daneben gibt es den sogenannten «Dritten Ort». Den Begriff hat der US-amerikanische Soziologe Ray Oldenburg geprägt. Dieser dritte Ort sei für die Lebensqualität der Menschen entscheidend! Und – er begegnet uns mehr und mehr auch in der Kultur. Was sind so dritte Orte?

Nett sind sie nicht, aber es gibt viele von ihnen: Abwertende Bezeichnungen für bestimmte Gruppen von Menschen. In Basel spricht man zum Beispiel despektierlich von den "Schwoben" von ennet dem Rhein. Diese Art abwertende Fremdbezeichnung heisst im Fachjargon "Ethnophaulismus".

"...einen "Friedensrat" will er gründen, der US-Präsident, am WEF sprach er von seinem "Friedensplan" und behauptet, schon viele Male "Frieden" gestiftet zu haben. Die Frage ist, wie viel Frieden in DIESER "Pax Americana" steckt. Von einer "Pax Americana" war schon früher mal die Rede, als es um die Nachkriegsordnung nach dem Zweiten Weltkrieg ging, als die USA als hegemoniale Macht die Welt prägten: Pax Americana ist ein Begriff in Anlehnung an die "Pax Romana", - aber ' wie friedlich sah der "römische Frieden" denn tatsächlich aus?

Es gibt die Schweizer Schokolade, den Schweizer Käse – und es gibt Schweizer Uhren. Etwas weniger weltberühmt ist die sogenannte Schweizer KANTE. Stefan Gubser mit einem mass-geschreinerten 100-Sekunden Wissen über den etwas anderen hundertprozentig helvetischen Hingucker.

Die US-Ambitionen auf Grönland beherrschen seit Wochen die Schlagzeilen. Manche Kommentatoren mutmassen, dass US-Präsident Donald Trump Grönland nicht nur wegen seiner Bodenschätze haben will. Sondern eventuell auch deshalb, weil es auf Weltkarten so gross wirkt – in etwa so gross wie Afrika. Tatsächlich ist Grönland deutlich kleiner: Es passt flächenmässig rund 14 mal in Afrika hinein. Das liegt an der sogenannten Mercator-Projektion.

Er beherrschte es wie kaum ein anderer Autor vor ihm, bei Leserinnen und Lesern Gänsehaut zu erzeugen - der deutsche Schrifsteller E.T.A. Hoffmann. Morgen (Samstag, 24.1.) vor genau 250 Jahren ist dieser Dichter der Romantik zur Welt gekommen, am 24. Januar 1776. Mit Werken wie "Der Sandmann" oder "Die Elixiere des Teufels" hat er Literaturgeschichte geschrieben - und er hat ein eigenes Genre massgeblich mitgeprägt - dasjenige der Schauerliteratur.