Neue Musik entdecken, täglich mit SRF 3: Die «Sounds!»-Crew mit Andi Rohrer, Matthias Erb und Luca Bruno präsentiert das volle Programm in Sachen Indie, Alternative und Underground – von Indie-Rock, Pop über Electro, Hip Hop, Dubstep, Chillwave bis zu Folk, Punk und Singer/Songwriter. Im Radio Monta…
Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Kleine Planänderung: die Sendung zum neuen Sounds! Album der Woche (Phoebe Bridgers!) gibt's erst morgen Abend. Dafür gibt's heute das Neuheiten-Potpourri zur Abkühlung - mit vielen neuen potenziellen Lieblingssongs, direkt aus der Sounds!-Küche.

Die Ferien sind vorbei, die Hitzewelle ebbt ab und die Retro-Sonnenanbeter*innen von Jungle liefern den Soundtrack für die letzten Sommerabende. Der beste New Music Friday seit Langem! Auch dank der ersten Herbstgefühle mit Phoebe Bridgers' «Lost Weekend» und der Albumankündigung von Binary Sunset.

Die Kalifornier Ceremony verarbeiten einen superbreiten Horizont von Hardcore über Brit-Pop bis New Wave zu treibendem Post-Punk mit dunklem Unterton. The Mountain Goats finden mit «Days» zurück zu ihrer ganz eigenen Form und Weezer, Dinosaur Jr. und Eels machen allesamt neue Alben bereit.

Sie hören gerne The Jesus and Mary Chain, Ride oder Yo La Tengo und machen dreamy Shoegaze: Slow Fiction passen bestens zur aktuellen Dream-Pop-Welle, die sich fest an den 90er-Jahren orientiert. Nicht brandneu, aber ihr Debütalbum «dollhouse» hat einige schwelgerische Hits zu bieten.

Sie gehören auf jede Hot-List: Die blutjungen London-Scenesters Man/Woman/Chainsaw. Die Musikschüler:innen mit über 200 Gigs auf dem Buckel mischen auf dem Debütalbum 3 Esslöffel Black Country, New Road, 2 Tassen The Last Dinner Party und eine Prise Black Midi. Im Sounds! Interview verraten Man/Woman/Chainsaw heute, wie sie mit dem Bandnamen hadern oder wie sie während der Anfangszeit in ihren Biografien blufften, damit sie alt genug wirkten, um in Clubs spielen zu dürfen. Und wie immer verlosen wir Tonträger: Gewinnt täglich Vinyl oder CDs vom aktuellen Sounds! Album der Woche - nur live im Radio!

Die Musikindustrie traut sich wieder aus den abgedunkelten, klimatisierten Büros raus. Der New Music Friday bietet einige Souvenirs aus dem Sommerloch: Ravyn Lenaes Album nach dem TikTok-Hit, Neues von Brandon Flowers (The Killers) und eine Albumankündigung von The Avalanches.

Kai Campos, die Hälfte des Kernteams der UK-Post-Dubsteb-Darlings, hat für den legendären Londoner Club «fabric» ein neues Mixalbum vorgelegt. «Ohne viel nachdenken, perfekt für lange Clubnächte» lautete sein Memo in etwa - und er trifft voll ins Schwarze. Ein simpler Genuss im besten Sinne.

Lara Gut-Behrami tritt zurück, Vini Reilly ist wieder da: What a day! 16 Jahre (und drei Schlaganfälle) nach dem letzten Album seines Ambient-/Dream-Pop-Projekts The Durutti Column erscheint «Renascent». Dafür gibt's sogar eine neue Katalognummer des längst stillgelegten Factory Records-Labels.

Zu den ersten Releases von Arca gehörte eine Reihe von experimentellen Mixtapes: «&&&&&», «@@@@@» oder «±±±±±». Der neuste Wurf der Venezolanerin hätte eigentlich ein Zuwachs zur Mixtapesammlung werden sollen. Dann wuchs «XXXXX» aber zum Album an. Die futuristischen Sound-Experimente blieben.

«Du, lass mal...» Wir wissen natürlich nicht, wie genau Kultlabel Sub Pop der kalifornischen Songwriterin nach drei Alben beibrachte, dass aus der vierten Zusammenarbeit nichts wird. Aber wir stellen es uns ungefähr so vor. Genau darum ist «Past the Veil» ein unfreiwilliger Neuanfang geworden. Auch wenn Sub Pop «nur» ein Indie-Label ist, bringt ein Plattenvertrag gewisse Vorteile mit sich. Das Studio, in dem Lay ihr neues Album aufgenommen hat, konnte sie dank eines Deals mit Produzent Rob Shelton – dem das Studio gehört – nur dann nutzen, wenn andere Acts absagten oder gerade kein Slot belegt war. Das Ergebnis kann sich trotz des fehlenden Sicherheitsnetzes mehr als hören lassen: dreamy Folk-Pop, der zwischendurch sogar Richtung Jazz abdriftet. Perfekt zum Durchschnaufen, wenn man irgendwo gerade ein Stückchen Schatten gefunden hat.

Nach Olivia Rodrigo und Charli XCX lierfert mit Ariana Grande die nächste Pop-Queen: Auch wenn man sie suchen muss hat «Petals» ein paar schöne Ecken und Kanten. Kleinere Namen geben heute direkteren Genuss für die Sounds!-Ohren: Mallory Hawk, Catherine Moan oder The Durutti Column. Press Play.

Winter in Down Under: Angenehme 15°C werden in diesen Tagen in Sydney gemessen. Mit viel Vorstellungskraft weht der winterliche Meereswind beim Anhören des neusten Albums von Body Type bis zu uns. Das Quartett feiert zehnjähriges Bestehen und beschenkt uns dafür mit «Tally».

Beziehung kaputt, Kasse knapp und dann wurde sie auch noch von einem KI-Projekt kopiert: Jilian Medford hatte grad 'bitz gnueg' von allem. Ihr 5. Album «Shiverstruck» ist ein Rückzug und Aufbruch, wobei die stärksten Momente den guten alten sad girl pop, den Ian Sweet mitgeprägt hat, zelebrieren.

Der Dancefloor ist tot, sie macht jetzt Rockmusik, war die Ankündigung der britischen Überfliegerin Charli xcx nach dem Megaerfolg von «BRAT». Rock findet man auf «Music, Fashion, Film» zwar nur stellenweise, dafür aber einen notizbuchartigen Einblick in den Sinn des Lebens von Charli xcx. «Music, Fashion, Film» wirkt nach der durchdesignten und starbesetzten BRAT-Era spontan, halbfertig, aus einer Laune heraus und genau darin liegt der Charme dieser Platte. Charli xcx läutet den Rock-Summer ein, der dem güftgrünen Vorgäger in keiner Weise nachsteht.

Vor 25 Jahren releasten sie ihr Debütalbum und wurden damit zum Inbegriff des Indie-Rock der 00er-Jahre. Am Freitag erschien das siebte Album der New Yorker Band The Strokes. Wer über den extensiven Autotune-Gebrauch hinwegsehen kann, wird sich über «Reality Awaits» sehr freuen können. Die Debatte um den Autotune-Effekt auf Julian Casablancas' Gesang dominiert die Kommentarspalten seit der ersten Single von «Reality Awaits». Dabei gehören Verzerrungen und Effekte auf der Stimme seit jeher zum Erfolgsrezept der New Yorker Band. Casablancas' Soundspielereien seien ihm also gegönnt - zumal die Band instrumental zur Topform aufläuft. Ausserdem passt der Autotune-Effekt, popularisiert von Hip-Hop-Acts mitte 2000er, auch insofern zu diesem neuen Strokes-Album, als dass darauf gleich mehrere Figuren aus Musik und Popkultur ihr Fett wegbekommen - fast so, als würden The Strokes einen Rap-Beef austragen. «Reality Awaits» von The Strokes ist Sounds!-Album der Woche. Wir verlosen täglich Vinyl – nur live im Radio.

Nebst den heutigen Heavy-Hitter-Releases von den Strokes und Charli XCX, die wir nächste Woche natürlich ausführlich behören und -sprechen werden, stehen rechtzeitig zum Wochenende auch ein paar hübsche Singles in der Pipeline – u. a. anderem von Frau Lehmann aus Leipzig oder K-Pop-Superstar JENNIE.

Sydney Bennett war erst 15 Jahre alt, als sie Teil des Odd Future-Kollektivs wurde. Später entstand daraus die Band The Internet zusammen mit u. a. Steve Lacy (Album der Woche). Unterdessen hat sich Syd eine Solo-Karriere aufgebaut und erzählt auf «Beard» vom Erwachsenwerden.

Das Musikbusiness kennt keine Sommerpause - Sounds! auch nicht. Uns hört ihr am Kieselstrand, bei der Eselwanderung oder in der kasachischen Wüste. Oder wenn Podcasthören zu lange geht: Die Sounds! Top 5 Playlist hält up to date. Neu mit Militarie Gun, The Klittens, Noname u. v. m. - Link unten!

Die 26-jährige Britin gehört zu jener Generation junger Producer:innen, die noch gar nicht auf der Welt waren, als in den 90er-Jahren Jungle- und DnB-Beats ein erstes Mal durch die Clubs in London wummerten. Macht aber gar nichts. Musik gut – nur die Gäste (Sampha, Jorja Smith) sind verschenkt.

Die Tunes? Irgendwo zwischen Frank Ocean, Prince und Blood Orange. Die Gästeliste? Mit SZA und Erykah Badu prominent besetzt. Eigentlich ist das dritte Album des Kaliforniers das perfekte Sommeralbum. Wenn da bloss nicht diese stellenweise ziemlich cringe Lyrics wären. Aber hey: Nobody's perfect! Genau darum ernennen wir das neue Steve-Lacy-Soloalbum trotzdem zum besten Album der Woche – und verschenken Vinyl und CDs. Nur live in der Radiosendung auf SRF 3.

Sie kommen aus England, Schottland und Deutschland, haben in Chören gesungen oder bei den Münchner Philharmonikern als Tontechniker gearbeitet – und freuen sich über Vergleiche mit alt-J, den Foals oder Everything Everything. Ebbb sind das neue Hype-Indie-Trio aus London. Nach einer wilden, experimentellen Frühphase rund um die «Windmill»-Szene in Brixton (black midi, Black Country, New Road, Squid, Shame u.v.m.) kommt die Band auf ihrem Debütalbum geordneter, aber nicht weniger spielfreudig daher. Zum Songwriting-Ethos von Ebbb gehören «Plot Twists» – unerwartete Wendungen –, wie uns Lev Ceylan im exklusiven Gespräch verrät. Ein Prinzip, das auch den ersten Langspieler an jeder Ecke prägt. «Shallow Hits» ist das wichtigste Album einer Sounds!-Woche, die wegen Festival- und Fussball-Übertragungen unregelmässiger ausfällt wie gewohnt. Wenn unsere Sendung stattfindet, gibt's jedes Mal Vinyl zu gewinnen.

Kommt der Releasekalender im Hochsommer oft enttäuschend ausgedünnt daher, schöpft er heute aus dem Vollen. Die grossen Namen stehen im Titel – hört mit uns aber auch in die Highlights der neuen Alben von Panda Bear, Four Tet oder Suki Waterhouse rein.

Punkt Mitternacht bekommt die Welt das 25. Studioalbum der Rolling Stones zu hören. Im Sounds! dürfen wir schon heute reinhören. Zuerst aber übernehmt ihr den Sender – mit einer Stunde eurer All-Time-Stones-Favorites.

Die Instrumente sind noch nicht mal abbezahlt, schon schlägt das Hype-Barometer aus. Little Grandad aus London machte sich im UK schon einen Namen als gute Live-Band. Nun erscheinen die ersten Aufnahmen und das Barometer zittert weiter. Ihr neuster Song schafft's heute in die Sounds! Top 5 Playlist.

Dem Clubsterben und Festival-Erosion trotzend entsteht hoch oben in den Zentralschweizer Bergen ein neues Festival: Jardin Bizarre. Das Gelände ist so fernab der Zivilisation, dass es nur per Wanderung erreichbar ist. Festival extrem. Wir checken's aus.

Das Londoner Indie-Trio bündelt die Essenz des britischen Post-Punk-Untergrunds der letzten fünf Jahre: ein bisschen Wolf Alice, Dry Cleaning und Black Country, New Road – alles verpackt in elegante, teils zarte Songs. Dieses Debütalbum ist ein Hinhörer! «Role Model Hermit» ist unser neustes Album der Woche. Jeden Abend bis und mit Freitag gibt's Vinyl und CDs zu gewinnen – nur live am Radio.

Entweder traut sich niemand zu releasen, wenn Mother Madonna es tut, oder alle warten auf die Einladung zu Taylor Swifts Hochzeit, denn die Ausbeute am heutigen New Music Friday ist recht dünn. Was sich trotzdem lohnt, am Wochenende auszuchecken, ist in der heutigen Sounds!-Playlist.

Sie leisten als Staatsanwältin oder in Gewerkschaften gemeinnützige Arbeit - und nachts wird draufgehauen: Downtown Boys gehören zu den ergreifendsten und engagiertesten Punkbands unserer Zeit. Die musikalische und sprachliche Vielfalt ist auf «Public Luxury» nur gewachsen.

Zwischen Badi und Fächern keine Zeit zum Musik entdecken? Kein Problem! Jeden Mittwoch gibt's den musikalischen Quick Fix: die Sounds! Top 5 Playlist. Heute mit den schönsten Weiss-Schöpfen der Indie-Szene - Phoebe Bridgers und J Mascis.

Lisa-Kaindé und Naomie Diaz leben heute in verschiedenen Städten. Für neue Songs mussten sie örtlich und spirituell zusammenfinden, eine ungewohnte Situation für die ein Leben lang eng verbundenen Zwillinge. Erstmals komplett DIY tönen Ibeyi stilistisch breiter und inhaltlich gemitteter.

Der Alt-J-Sänger hat sein Soloprojekt nach einer früheren E-Mail-Adresse benannt. Allgemein folgt er Impulsen: Die Geburt seiner Tochter und die Musik aus dem eigenen Elternhaus haben Newman für dieses Debüt inspiriert, und ein USA-Abstecher hat das persönliche und soulige Americana-Kapitel geformt.

Es klingt schon fast wie ein Troll-Move, mitten in der Hitzewelle in ein Album namens «More Songs About the Sun» reinzuhören. Doch der Titel von Martin Jenkins' neuster Platte ist nicht zufällig gewählt: Die shoegazigen Tracks klingen wirklich so, als hätte jemand zu lange in die Sonne gestarrt.

Draussen Hitzewelle, drinnen rauchende Köpfe – und hoffentlich genug Sauerstoff im Studio? Denn: Die komplette Sounds!-Crew versammelt sich und kürt die besten Songs der letzten 12 Wochen. Und siehe da: Zumindest bei Olivia Rodrigo, Kurt Vile, Kevin Morby und Julia Jacklin herrscht Einigkeit. Die heutige Playlist setzt sich aus den 10 individuellen Lieblingssongs der jeweiligen Sounds!-Hosts zusammen. Was bei uns während den letzten Wochen besonders viel Anklang gefunden hat, seht ihr hier: +++ LUCA BRUNO +++ 1) Olivia Rodrigo «drop dead» 2) Widowspeak «The Hook» 3) Julia Jacklin «Get Away From Me (I Think I'll Love You Soon)» +++ ANDI ROHRER +++ 1) The Strokes «Going Shopping» 2) Olivia Rodrigo «drop dead» 3) Julia Jacklin «Get Away From Me (I Think I'll Love You Soon)» +++ LEA INDERBITZIN +++ 1) Westside Cowboy «Kick Stones (The Boys)» 2) Julia Jacklin «Get Away From Me (I Think I'll Love You Soon)» 3) feeble little horse «Rewind»

Der Blur-Gitarrist Graham Coxon hat «Castle Park» eigentlich schon seit 2011 im Zuge der Aufnahmen zu «A+E» im Kasten. Wieso das Album trotzdem erst 15 Jahre später veröffentlicht wird, ist wohl eine Frage des Timings.

...aber der heutige New Music Friday kommt quantitativ schon eher dünn daher. An der Qualität schrauben aber immerhin die Britpop-Legenden Graham Coxon und Johnny Marr, die Rap-Ausnahmeerscheinung Tierra Whack und die Kraut-Electronica von Pye Corner Audio. Press Play

Bongeziwe Mabandla zeigt, wie man back to the roots und back to the future zugleich ist. Sein neuestes Album «Ndingubani» beginnt mit einer Rückkehr in seine Heimat Tsolo in der südafrikanischen Provinz Ostkap und katapultiert ihn in die musikalische Zukunft. Eine Dualität, die wunderbar aufgeht.

Was, wenn es in der Musikszene an Vorbildern fehlt? «Fuck it, wir machens selber!» sagen die Manic Pixxies aus Zürich. Das Debüt «I know my headphones really well» glänzt mit Riot Grrrl-Punk, Psych-Rock, Frische und Kompromisslosigkeit. Ein enorm wichtiges - voilà - Upgrade für die Schweizer Musik.

Auf ihrem dritten Album fährt Olivia Rodrigo die Pop-Punk-Anleihen ihres letzten Albums zurück. Dafür erinnern ihre Songs nun an The Smashing Pumpkins, LCD Soundsystem oder The Cure. Und das gleich doppelt: Robert Smith schaut auf «what's wrong with me» sogar persönlich vorbei. The Kids are Alright! Und weil wir es in der Sounds!-Redaktion lieben, wenn Klänge, die man sonst nur im Sounds! hört, plötzlich auch bei den ganz grossen Popstars auftauchen, küren wir «you seem pretty sad for a girl so in love» zum wichtigsten Album der Woche. Heute vergleichen wir Referenzen und nehmen Anspielungen unter die Lupe, dazu gibt's die ganze Woche durch Vinyl und CDs zu gewinnen – jeden Abend ab 20 Uhr, exklusiv im Radio.

Österreich (Sofie Royer), Südafrika (Bongeziwe Mabandla), Kanada (Finn Wolfhard), Deutschland (DJ Koze) oder doch USA (Olivia Rodrigo)? Die Sounds!-Importbox hat alles auf Lager - absolut zollfrei. Wir hören uns durch die musikalischen Highlights des New Music Friday.

Vor genau einem Jahr stand die Zukunft der Luzerner Indie-Festivalinstitution noch auf wackligen Beinen. Die Jubiläumsausgabe musste per Crowdfunding gerettet werden. 12 Monate später sieht alles wieder viel besser aus – und das Team hat ein hervorragendes Programm für die 21. Ausgabe gebucht. Zusammen mit Benedikt Geisseler und Sam Aebi vom B-Sides Festival (Donnerstag, 18. bis Samstag, 20. Juni) hören wir uns heute durch die Highlights des Line-ups, das nächste Woche auf dem Sonnenberg über Kriens bei Luzern gastiert (Nation of Language! PVA! Luzai! Kumo 99!), und klären, mit welchen Challenges der gegenwärtigen Bookingkultur ein kleines Festival zu kämpfen hat. Oh, und natürlich wollen wir wissen, ob die Entscheidung, am Donnerstagabend auch den Nati-Match der Fussball-WM zu zeigen, intern für Diskussionen gesorgt hat.

Eigentlich regnet es in Barcelona um diese Jahreszeit ja nur selten – und doch fiel der Start des Megafestivals ins Wasser. Zwar wurden Ponchos verteilt, trotzdem fielen zahlreiche Gigs aus. Doch dem Musikgenuss tat das keinen Abbruch. Was nehmen wir vom Startschuss in den Festivalsommer mit? Im Gegensatz zum grossen Pop-Feuerwerk der letztjährigen Ausgabe mit Carpenter, Roan und XCX waren die Pop-Girls am Primavera Sound dieses Jahr eher rar gesät – bis auf eine Ausnahme: Ohne Vorankündigung und ohne auf dem Line-up zu stehen, tauchte Olivia Rodrigo am Samstag auf und gab in einem Surprise-Gig einen Vorgeschmack aufs kommende Album. Inklusive Kurzauftritt von und Weltpremiere mit Robert Smith... ...der natürlich bereits am Tag zuvor im Einsatz war. Das 2,5-Stunden-Marathonset von The Cure gehörte zu den strahlenden Höhepunkten der diesjährigen Ausgabe – zusammen mit überzeugenden Gigs von The xx, Big Thief, Baxter Dury und vielen mehr. Nur bei Kneecap wollte der Funken nicht so ganz überspringen. Und ob die zahlreichen Influencerinnen und Influencer, die von Haarprodukte- und Jeansmarken-Sponsoren ans Festival eingeflogen wurden, nun ebenfalls zum festen Inventar gehören? Auch das muss natürlich diskutiert werden.

Ja, Vince Staples' siebtes Album darf man durchaus als Rap-Rock-Album bezeichnen. Aber nicht so, wie ihr jetzt vielleicht meint. Mit Rage Against the Machine oder *schauder* Limp Bizkit haben die groovigen und tighten Full-Band-Instrumentals seiner politischen neuen Platte wenig gemeinsam.