Das Tagesgespräch beobachtet die Welt aus einem wirtschaftspolitischen, kulturpolitischen oder gesellschaftspolitischen Blickwinkel. Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages diskutiert und vertieft.
Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Tech-Bosse häufen gigantische Vermögen an, Millionen befürchten einen Verlust der Stelle wegen KI, die Ungleichheit bewegt. Überdreht der Kapitalismus? Um die Gegenwart zu verstehen, müssen wir auch die Geschichte kennen, sagt Sven Beckert, Professor für Geschichte in Harvard, bei Simone Hulliger Beckert hat sich die Entwicklung des Kapitalismus in den letzten 1000 Jahren angeschaut. Er betont, dass diese Form des Wirtschaftens nicht immer da war und sich auch immer wieder gewandelt hat. Die aktuelle Form des Kapitalismus, den Neoliberalismus, sieht er in der Krise. Es gebe Widerstand von links und rechts. Wir befänden uns in einem Moment des Umbruchs. Was kommt danach? Der Historiker Sven Beckert lehrt an der Universität Harvard in den USA, sein aktuelles Buch heisst: «Kapitalismus, Geschichte einer Weltrevolution».

Fussball-Schiedsrichter ist in der Schweiz neu ein Beruf. Seit dieser Saison arbeiten 8 Spitzenschiedsrichter als Vollprofis. Einer davon ist Fedayi San. Was verändert sich als Profi? Steigen die Erwartungen? Und warum tut er sich den Job eigentlich an? Fedayi San ist zu Gast bei Simone Hulliger. Keiner hat in der Schweiz auf höchstem Niveau so viele Spiele gepfiffen wie Fedayi San. Dass Schiedsrichter nun als Hauptberuf ausgeübt werden kann, freut ihn sehr. Es bedeute, dass man mehr Zeit habe für Training und Regeneration, für die Vor- und Nachbereitung der Spiele. Auch einem Vollprofi können allerdings Fehler passieren, sagt San, man könne sie nun aber besser aufarbeiten. Im «Tagesgespräch» erzählt er von den gestiegenen Anforderungen an die Schiedsrichter, von schwierigen Momenten auf dem Platz und von der Faszination seines Berufs.

Die Ernährungsinitiative verlangt, dass die Schweiz den Selbstversorgungsgrad von heute rund 45 Prozent auf 70 Prozent steigert. Gelingen soll dies, indem mehr pflanzliche und weniger tierische Lebensmittel produziert werden. Am 27. September wird über die Initiative abgestimmt. Lanciert hat die Ernährungsinitiative Franziska Herren, die im Jahr 2021 bereits die Trinkwasserinitiative vors Volk brachte. Ihr Ziel ist es, die Schweizer Landwirtschaft umzukrempeln: Ackerflächen, auf denen heute Tierfutter angebaut wird, sollen genutzt werden, um pflanzliche Nahrung für die Bevölkerung zu produzieren. So soll der Selbstversorgungsgrad der Schweiz erhöht werden. Zudem sollen die Böden, die Biodiversität und das Trinkwasser besser geschützt werden. Um die Ziele zu erreichen, hätte der Bund bei einem Ja 10 Jahre Zeit. Die Gegnerinnen und Gegner halten diese Ziele für unrealistisch und warnen, dass die Bevölkerung den Konsum von Fleisch und tierischen Lebensmitteln reduzieren müsste, um die Werte zu erreichen. Initiantin Franziska Herren und Grünen-Nationalrätin Christine Badertscher aus dem Gegenkomitee diskutieren in der Abstimmungskontroverse bei Livia Middendorp.

Wegen der Trockenheit haben auch die Wasserkraftwerke von Alpiq weniger Strom produziert. Wie weiter mit dem Ausbau der Wasserkraft? Warum investiert Alpiq – wenn es um Alternativen geht – nach wie vor allem im Ausland, und wie hat sie's mit der Kernkraft? Fragen an Alpiq-Chefin, Antje Kanngiesser. Alpiq steht für Wasserkraft. Der Konzern betreibt vor allem im Wallis grosse Kraftwerke wie Grande Dixence und Nant de Drance. Doch die Trockenheit schmälert die Produktion und das Schmelzwasser der Gletscher fliesst oft ungenutzt ab. Ist das ein Grund, um die Umweltbestimmungen zu lockern? Und, was heisst das für die 16 Ausbau-Projekte, auf die sich Umweltverbände, Betreiber und Behörden vor fünf Jahren geeinigt haben, die aber nicht wie gewünscht voranzukommen scheinen? Wenn's um Alternativen geht, wie Sonne und Wind, dann scheint Alpiq nach wie vor vor allem im Ausland zu investieren. Ist dem Schweizer Konzern die kurzfristige Rendite wichtiger als die Versorgungssicherheit im eigenen Land? Auch neue Kernkraftwerke als Alternative werden in der Schweiz wieder intensiv diskutiert. Alpiq hat sich – anders als der grosse Mitbewerber Axpo – bisher kaum in die Debatte eingeschaltet. Warum? Und, wie lange lassen sich die jetzigen Kernkraftwerke, von denen Alpiq zwei betreibt, noch weiterbetreiben? Antje Kanngiesser, die Chefin von Alpiq stellt sich den Fragen von Klaus Ammann. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.

Strassen weggerissen, Brücken zerstört, ganze Ortschaften von der Aussenwelt abgeschnitten: Nach der verheerenden Sturzflut in Nepal ist der Zugang zu den Betroffenen das grösste Problem. Jürg Merz von Helvetas berichtet direkt aus dem Katastrophengebiet. Jürg Merz hat 20 Jahre lang in Nepal gelebt und ist Koordinator für Asien bei der Hilfsorganisation Helvetas. Seit heute Morgen ist er im Katastrophengebiet in Nepal. Die Katastrophe trifft eine der ärmsten Regionen Asiens schwer. Wichtige Wirtschaftszweige wie Wasserkraftproduktion und Tourismus sind massiv beeinträchtigt. Frühwarnsysteme haben versagt, die Dimension der Katastrophe übersteigt alle bisherigen Annahmen. Jürg Merz ist zu Gast bei David Karasek.

Am 6. September finden womöglich die wichtigsten Landtagswahlen Deutschlands statt. In Sachsen-Anhalt liegt die AfD in den Umfragen mit grossem Vorsprung vor der CDU und könnte erstmals an die Macht kommen. Warum ist die AfD ausgerechnet dort so stark? Und was bedeutet ein Wahlsieg für Deutschland? Simone Fatzer ist SRF Deutschland-Korrespondentin. Die Wahl in Sachsen-Anhalt rückt näher, die AfD führt die Umfragen an. Der Sieg der Partei, die vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als rechtsextremistisch eingestuft wird, gilt als sicher. Nur die Höhe ist unklar. Wird die AfD ihr erstes Bundesland regieren können? Simone Fatzer ist zu Gast bei David Karasek.

Hätte der Wanderweg im Val Bondasca geschlossen werden müssen? Das Urteil im Fall Bondo wird Anfangs September erwartet. Was bedeutet dieser Prozess für die Schweizer Wanderwege? Deren Geschäftsleiter, Michael Roschi, ist zu Gast bei Simone Hulliger. Der Bergsturz von Gondo hat Michael Roschi beschäftigt. Man habe Lehren daraus gezogen, etwas im «Leitfaden Gefahrenprävention», den die Schweizer Wanderwege den Gemeinden zur Verfügung stellen. Dennoch hofft Roschi, dass nun nicht voreilig Wanderwege breiflächig aus Angst vor Haftung geschlossen werden. Es gelte, die Eigenverantwortung der Wandernden hochzuhalten. Michael Roschi ist seit 2015 Geschäftsleiter von Wanderwege Schweiz. Im Tagesgespräch erzählt er, wie die Wege in Stand gehalten werden und warum sich auch Saudi-Arabien für die Organisation der Schweizer Wanderwege interessiert.

Osteuropa-Experte Marcel Hirsiger rechnet mit einer weiteren Eskalation Russlands im Ukraine-Krieg. Nach den Wahlen am 20. September könnte Putin eine grössere Mobilmachung anordnen. Die russische Kriegsführung dürfte noch brutaler werden. Russlands Kriegsführung in der Ukraine wird brutaler und Kremlchef Wladimir Putin dürfte weiter eskalieren. Davon geht Osteuropa-Experte Marcel Hirsiger von der Fachhochschule Nordwestschweiz aus. Im «Tagesgespräch» ordnet er die aktuelle Lage ein: Wie stark setzen die ukrainischen Angriffe auf Raffinerien und andere Ziele Russland unter Druck? Wie verwundbar ist die russische Wirtschaft? Und wie gross ist die Gefahr einer neuen Offensive? Auch für die Ukraine wird die Lage schwieriger. Abwehrraketen werden knapp, während Russland seine Luftangriffe intensiviert. Kann Europa die Lücken bei der militärischen Unterstützung schliessen? Und was bedeutet der Krieg für die kommenden Wintermonate? Marcel Hirsiger ist zu Gast bei David Karasek.

Die Neutralitätsinitiative will die «immerwährende und bewaffnete» Neutralität der Schweiz in der Bundesverfassung stärker verankern. So dürfte die Schweiz keinem Militärbündnis beitreten und sie soll sich grundsätzlich nicht an wirtschaftlichen Sanktionen gegen kriegführende Staaten beteiligen. Vom Verbot ausgenommen wären einzig von der UNO beschlossene Sanktionen. Die Initianten argumentieren, dass nur eine strikte und verlässliche Neutralität die Schweiz vor ausländischen Konflikten schützt und ihre Glaubwürdigkeit als neutrale Vermittlerin stärkt. Gegnerinnen und Gegner warnen hingegen vor einer Isolation der Schweiz in einer sich verschlechternden globalen Sicherheitslage. Ein starres Sanktionsverbot schränke den aussenpolitischen Handlungsspielraum ein. Zudem erschwere die Initiative eine sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit der NATO oder europäischen Partnern deutlich. Über Vor- und Nachteile der Initiative diskutieren SVP-Nationalrat Franz Grüter und SP-Ständerätin Franziska Roth.

Das Fedpol ermittelt gegen die Mafia und wurde selbst zum Opfer: Ein Fedpol-Polizist verkaufte der Drogenmafia mutmasslich Informationen. Welche Schlüsse zieht die Fedpol-Chefin? Schöpft sie ihre Möglichkeiten im Kampf gegen organisierte Kriminalität und Terrorverdächtige auch wirklich aus? Ein «Maulwurf» in den eigenen Reihen ist für ein Polizeikorps das schlimmstmögliche Szenario. Genau das trat im Frühling beim Bundesamt für Polizei Fedpol ein. Wie konnte das Sicherheitsleck entstehen? Was unternimmt das Fedpol, damit die Behörde nicht mehr infiltriert werden kann? Fedpol-Direktorin Eva Wildi-Cortès nimmt Stellung. Wildi-Cortès und ihre Vorgängerin warnen seit Jahren eindringlich vor der organisierten Kriminalität und einer zunehmenden Gewaltbereitschaft. Die Fedpol-Direktorin ruft nach zusätzlichen Kompetenzen und schärferen Gesetzen. Doch nutzt das Fedpol seine bestehenden Möglichkeiten konsequent genug? Kritische Fragen an Eva Wildi-Cortès. Thema in der Sendung sind auch neue Kriminalitätsformen: Verbrecherbanden, aber auch Terrorgruppierungen und ausländische Geheimdienste rekrutieren für ihre Taten immer häufiger Amateure. Sie werden über Social Media angeworben und schreiten mit wenig Vorbereitung und wenig Wissen über die Hintermänner zur Tat. Wie ist diesem Phänomen beizukommen? Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.

Millionen NSDAP-Akten sind seit einem halben Jahr frei zugänglich. Wer war in Hitlers Partei und was verraten die Akten? Historiker Raphael Gross zieht Bilanz: «Manchmal ist die Enttäuschung gross, wenn sich eine vermutete NS-Vergangenheit nicht bestätigen lässt.» Millionen Datensätze zu ehemaligen NSDAP-Mitgliedern sind seit einem halben Jahr mit wenigen Klicks abrufbar über das US-Nationalarchiv. Was früher aufwendige Archivarbeit war, geht heute bequem von zu Hause aus. Das sorgt für grosses Interesse, wirft aber auch Fragen auf. Historiker Raphael Gross ordnet diese neue Transparenz ein. Der Zürcher ist Präsident des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Wie erfolgreich ist das Tool? Was ist der Erkenntnisgewinn? Und wie steht dieser Recherche-Boom im Zusammenhang mit aktuellen politischen Entwicklungen? Raphael Gross ist zu Gast bei David Karasek.

Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul (CDU) war zu politischen Gesprächen in der Schweiz. Im Tagesgespräch spricht er über die neuen Drohungen aus Moskau und die Stärke der AfD. Ausserdem: Wadephul begrüsst den Schweizer Beitrag zu Europas Verteidigung gegen Russland. Europa rüstet auf: Was erwartet der deutsche Aussenminister Johann Wadephul von der Schweiz? Wie hilft Berlin bei der Patriot-Beschaffung? Ausserdem: die Sprengstoff-Drohne von Leipzig und die Gefahr aus der Luft, die Stärke der AfD und warum Johann Wadephul ausgerechnet auf Instagram so erfolgreich ist. Der deutsche Aussenminister ist zu Gast bei David Karasek.

Die Trockenheit und Dürre der letzten Wochen beuteten für tausende Fische den Tod. Wie ist die Lage aktuell? Was bringen Umsiedelungen von Fischen? Und kann sich der Bestand wieder erholen? David Bittner, Geschäftsführer vom Schweizerischen Fischereiverband, ist zu Gast bei Simone Hulliger. Die Bilder von tausenden toten Fischen sind ein trauriges Symbolbild des Sommers 2026. Die Kombination aus zu warmen Gewässern und ausgetrockneten Flüssen führte zu einer Lage, wie sie David Bittner noch nie erlebt hat. Die Situation sei katastrophal. Der Hitzesommer trifft die Fische in einer eh schon schwierigen Lage. Ihr Bestand ist in den letzten Jahren gesunken, 75% der Fischarten sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Was sind die Ursachen und was kann dagegen unternommen werden? David Bittner ist seit fünf Jahren Geschäftsführer des Schweizerischen Fischereiverbandes.

Die Pharmafirmen versuchen mit Deals mit den USA, die Zölle möglichst gering zu halten. Doch René Buholzer, Geschäftsführer von Interpharma, fürchtet weitere US-Massnahmen, vor allem für den Fall, dass politische Anliegen wie die neue Krankenversicherungsverordnung zustande kämen. Gemäss einer Untersuchung von Interpharma, dem Verband der forschenden Pharmaunternehmen in der Schweiz, hat die neue US-Politik zur Senkung der Medikamentenpreise in der Schweiz bereits Auswirkungen. Rund ein Drittel der innovativen Medikamente werde nicht mehr zur Vergütung durch Schweizer Krankenkassen eingereicht. Deswegen wehrt sich der Verband gegen weiteren Preisdruck auf die Medikamente. Spielen die Schweizer Preise bei der Berechnung des Most-Favored-Nation-Regimes der USA wirklich die zentrale Rolle? Wie soll die Arbeitsgruppe des Bundes den Lifesciences-Standort Schweiz stärken? Sind geheime Deals von Pharmakonzernen mit den USA dabei hilfreich? René Buholzer ist Geschäftsführer von Interpharma und zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.

Das Schweizer Team sorgte an der Leichtathletik-EM für Furore. Auch in anderen Sportarten holten Schweizerinnen und Schweizer in den letzten Wochen EM- und WM-Medaillen. Ist der Schweizer Sport erfolgreich wie nie? Roger Schnegg, Chef von Swiss Olympic, ist zu Gast bei Simone Hulliger. 14 Jahre war Roger Schnegg der oberste Sportfunktionär der Schweiz. In seiner Amtszeit haben sich die Gelder, die Swiss Olympic an die Verbände auszahlen konnte, verdoppelt. Bedeutet mehr Geld auch mehr Erfolg? Ende August gibt Schnegg sein Amt ab. Im «Tagesgespräch» schaut er zurück auf Highlights und Herausforderungen, etwa die aufgedeckten Missstände im Turnverband oder den «Fall Fischer», und er schaut voraus: Was hält er davon, dass seine Nachfolgerin keine beruflichen Erfahrungen aus der Sportwelt mitbringt?

Die Wirtschaftskommission des Ständerats hat diese Woche Teile des Paketes abgelehnt, das die Sozialpartner zum Schutz der Löhne im Vertragspaket mit der EU ausgehandelt haben. Gewerkschaftspräsident Adrian Wüthrich sagt, wie lange die Gewerkschaften noch bereit sind, die Verträge mitzutragen. Er steht seit elf Jahren an der Spitze des zweitgrössten Dachverbandes der Schweizer Gewerkschaften Travail.Suisse mit 130'000 Mitgliedern und ist in dieser Funktion bei sämtlichen Lohnschutzverhandlungen zum Vertragspaket mit der EU dabei gewesen. Was die Wirtschaftskommission des Ständerats nun beschlossen hat, kann Adrian Wüthrich «nicht nachvollziehen». Steigen die Gewerkschaften jetzt aus dem Kompromiss zum Lohnschutz aus? Oder müssten sie nicht auf ihre Maximalforderungen verzichten, um den Kompromiss zu retten? Zur Sprache in der «Samstagsrundschau» kommen auch der Lohnherbst und die diesbezüglichen Forderungen von Travail.Suisse, die «Familienzeit-Initiative», bei der die Unterschriftensammlung harzt, und die schwierige Finanzlage der AHV. Gewerkschaftspräsident Adrian Wüthrich stellt sich den Fragen von Philipp Burkhardt. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.

Trockenheit in der Schweiz: Wasser wird zur kostbaren Ressource. GLP-Präsident Jürg Grossen fordert neue Speicher, wo Gletscher verschwinden, eine landesweite Erfassung des Wasserverbrauchs und eine nationale Kältestrategie. Was steckt hinter diesen Plänen? Der Hitzesommer 2026 beschäftigt die Menschen in der Schweiz. Was sind die Forderungen und Konsequenzen der Grünliberalen Partei? Welche kurzfristigen Massnahmen sind notwendig, um auf die aktuelle Situation zu reagieren? Ausserdem: Grün und wirtschaftsliberal, lange schien diese Kombination das Erfolgsrezept der GLP zu sein. Doch seit den Wahlen 2023 scheint die Partei Schwung eingebüsst zu haben, Sitze gingen verloren. Ist das nur die politische Grosswetterlage, oder wird der Spagat zwischen Ökologie und Wirtschaft zunehmend zum Problem? Der Präsident der GLP Schweiz, Jürg Grossen, ist zu Gast bei David Karasek.

Der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer LCH wollte wissen: Wie stehen die Lehr- und Fachpersonen zur integrativen Schule? Das Resultat ist brisant: Die Lehrerschaft ist gespalten, nur die Hälfte steht dem Modell positiv gegenüber. Die Präsidentin des LCH ist zu Gast bei Simone Hulliger. Dagmar Rösler war bewusst, dass sie mit dieser Umfrage ein heisses Eisen anfasst. Die Gespaltenheit der Lehrerschaft habe sie überrascht, dennoch sei sie froh zu wissen, wo Lehrpersonen stehen. Denn die Umfrage zeigt auch: Umstritten ist nicht in erster Linie das pädagogische Konzept, sondern deren Umsetzung. Dort, wo genügend Ressourcen zur Unterstützung bereitstehen, sei auch die Zufriedenheit höher, so Rösler. Was macht der LCH nun mit diesen Resultaten? Hat die integrative Schule eine Zukunft? Dagmar Rösler ist seit 2019 Präsidentin des Dachverbands der Lehrerinnen und Lehrer und arbeitet als Fachlehrperson ist der Primarschule Bellach.

Es herrscht eine doppelte Dürre: Zur geringen Bodenfeuchtigkeit sinken auch die Abflussmengen in Flüssen. Hinzu kommen höhere Temperaturen. Wie sich diese Erwärmung auch auf Meeresströmungen auswirken kann, soll der neue Weltklimabericht zeigen. ETH-Klimatologe Erich Fischer ist einer der Autoren. Mit den schwindenden Gletscher sinken die Pegelstände der Flüsse, mit den höheren Temperaturen trocknen die Böden stärker aus als früher. Deshalb ist die aktuelle Trockenheit nur bedingt vergleichbar mit den historisch Dürren. Der Klimatologe der ETH Zürich forscht zu Extremereignissen und berechnet auch sogenannte Worst-Case-Szenarien – damit sich Gesellschaft, Politik und Wirtschaft für die Zukunft wappnen können. Wie kann die Umsetzung dieser Szenarien in Schutzmassnahmen funktionieren? Fischer ist einer der Hauptautoren des Weltklimaberichts. Der nächste wird sich auch mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Meeresströmungen beschäftigen. Welche Szenarien sind denkbar, wenn sich die Strömung des Golfstroms verändert? Und wie liesse sich die zunehmende Klimaerwärmung noch aufhalten? Erich Fischer ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.

Das Schweizerkreuz steht für Qualität und Swiss Made. Doch neue Regeln sorgen für Streit in der Wirtschaft. Seit Frühling gelten gelockerte Vorgaben für die Verwendung des Schweizerkreuzes. Gewerbeverbandsdirektor Urs Furrer kritisiert die Änderungen: Er warnt vor einer Verwässerung von Swiss Made. Der Schweizerische Gewerbeverband präsentiert heute eine repräsentative Umfrage zum Umgang mit dem Schweizerkreuz auf Produkten: Schweizer KMU betrachten Swissness und die Herkunftsbezeichnung Schweiz als wichtige Wettbewerbsfaktoren und lehnen eine Verwässerung des Schweizerkreuzes ab. Bislang mussten bei Industrieprodukten mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen, damit das Schweizerkreuz auf Produkten angebracht werden darf. Neu gilt: Wenn Produkte in der Schweiz entworfen oder entwickelt werden, darf das Schweizerkreuz unter gewissen Bedingungen verwendet werden. Urs Furrer, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv, ist zu Gast bei David Karasek.

Als Präsident des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbands kennt Ernst Wandfluh die Sorgen der Älplerinnen und Älpler im aktuellen Hitzesommer. Was wäre zu tun? Und was können die Bauern selbst gegen den Klimawandel unternehmen? Ernst Wandfluh ist zu Gast bei Simone Hulliger. Die Trockenheit setzt den Bäuerinnen und Bauern auf den Alpen und im Flachland stark zu. Wandfluh fordert Massnahmen zur Unterstützung der Bauernschaft, denn die Landwirtschaft befinde sich in einer Notsituation. Fühlt er sich von seiner Partei, der SVP genügend unterstützt? Wo ist er nicht einig mit dem Umweltminister Albert Rösti? Und wo sind die Bäuerinnen und Bauern bereit, Massnahmen gegen den Klimawandel zu unterstützen? Wandfluh ist Nationalrat der SVP Kanton Bern und Präsident des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbands.

Zum Abschluss der Sommerreihe blickt Marco Solari auf sein bewegtes Leben zurück. Er spricht über seine schwere Corona-Erkrankung, persönliche Krisen und die Erkenntnisse, die ihn bis heute begleiten. Marco Solari war Touristiker, Kulturmanager, Migros-Manager, Mitverleger und Veranstalter. Im Tagesgespräch mit Iwan Santoro zieht der heute 81-Jährige Bilanz. Er erzählt von den verschiedenen Stationen seiner beruflichen Laufbahn, davon, wie schnell öffentliche Anerkennung verschwinden kann, und von seiner schweren Corona-Erkrankung, die er nur knapp überlebt hat. Dabei spricht Solari auch über eine Erkenntnis, die ihn bis heute begleitet: Im Leben müsse jeder Mensch seinen Weg letztlich alleine gehen.

Die Beziehungen zwischen dem Tessin und Italien sorgen immer wieder für politische Diskussionen. Für Marco Solari ist klar: Ohne die Grenzgängerinnen und Grenzgänger würde das Tessin heute nicht funktionieren. Für den langjährigen Präsidenten des Locarno Film Festivals und früheren Tourismusdirektor sind enge Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien unverzichtbar. Am Beispiel der Katastrophe von Crans Montana zeigt Solari auf, wie unterschiedlich die Mentalitäten nördlich und südlich der Alpen sind. Man gehe in Italien oft anders mit Krisen, Katastrophen und gesellschaftlichen Herausforderungen um als in der Deutschschweiz. Auch die Medien funktionierten anders. Im Rahmen der Jubiläumsreihe «25 Jahre Tagesgespräch» ist Marco Solari Wochengast bei Iwan Santoro.

Marco Solari setzte sich einst für die Wahl von Ignazio Cassis in den Bundesrat ein. Im Tagesgespräch plädiert er für einen ständigen Sitz der italienischen Schweiz in der Landesregierung. Für Marco Solari gibt es in Europa nur eine eigentliche Grenze: die Nord-Süd-Grenze. Auf beiden Seiten herrschten unterschiedliche Sprachen, Kulturen, Mentalitäten und Lebensweisen. Diese Grenze verlaufe mitten durch die Schweiz. Kein anderer Kanton sei so stark vom Rest des Landes getrennt wie das Tessin. Deshalb plädiert Solari für eine Erweiterung des Bundesrats auf neun Sitze. So könne die Vertretung der italienischen Schweiz dauerhaft gesichert werden. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» spricht Solari mit Iwan Santoro über seinen langjährigen Einsatz für das Tessin und dessen Stellung innerhalb der Schweiz.

In der Deutschschweiz nennt man ihn oft «Mister Ticino». Im Tagesgespräch erzählt Marco Solari, wie er den Tourismus im Tessin modernisierte und das Image des Südkantons veränderte, ohne dessen mediterranen Charakter zu verlieren. Das Image des Tessins lag Marco Solari stets besonders am Herzen. Das Klischee vom Boccalino, von Mandolinen und Zoccoli sei ihm schon früh ein Dorn im Auge gewesen. Als Solari Anfang der 1970er-Jahre im Alter von 27 Jahren Tessiner Tourismusdirektor wurde, war für ihn klar: Das Tessin braucht ein moderneres Gesicht. Auch das paternalistische Verhalten der Deutschschweiz gegenüber dem lange isolierten Südkanton störte ihn. Im Tagesgespräch mit Iwan Santoro erzählt Solari, wie er den Tourismus neu positionierte und das Tessin moderner machte, ohne die Sehnsucht nach Süden und mediterranem Flair zu verlieren.

In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» steht das Tessin im Fokus. Zu Gast ist Marco Solari. Der langjährige Präsident des Locarno Film Festivals spricht über seine Zeit an der Spitze des Festivals und erklärt, weshalb er dem Anlass heute weitgehend fernbleibt. Marco Solari war vieles in seiner langen Karriere: Tessiner Tourismusdirektor und später Präsident von Ticino Turismo, Delegierter der 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft, Mitglied der Generaldirektion der Migros und stellvertretender Konzernchef von Ringier. All diese Erfahrungen habe er in seine Aufgabe als Präsident des Locarno Film Festivals einbringen können, sagt Solari. Im Tagesgespräch mit Iwan Santoro blickt er auf die Höhepunkte seiner 23-jährigen Präsidentschaft zurück. Er erzählt, weshalb die Piazza Grande das Herz des Festivals bleibt und warum es richtig war, das Präsidium abzugeben, auch wenn ihm dieser Schritt nicht leichtfiel.

In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» reisen wir mit EU-Korrespondent Charles Liebherr durch das Europa-Quartier in Brüssel. Heute sind wir im EU-Rat. Hier ringen 27 Staaten um Kompromisse. Warum die Fassade aus alten Fensterrahmen aus ganz Europa besteht und was sie über die EU erzählt. Der EU-Rat ist das Machtzentrum der Europäischen Union. Hier treffen sich die Staats- und Regierungschefs sowie die Ministerinnen und Minister der 27 Mitgliedstaaten, um über Europas wichtigste Entscheidungen zu beraten. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» führt EU-Korrespondent Charles Liebherr durch das Ratsgebäude in Brüssel, vorbei am berühmten roten Teppich und dem riesigen Medienzentrum. Er erklärt, wie die EU mit Kompromissen arbeitet, weshalb die Ratspräsidentschaft so wichtig ist und wie sich selbst die Schweiz in diesem Gebäude einbringt. Zudem zeigt er, weshalb die Fassade aus alten Fensterrahmen aus ganz Europa mehr ist als ein architektonisches Detail: Sie steht sinnbildlich für die Vielfalt und den Zusammenhalt der Europäischen Union. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» kommen Persönlichkeiten zu Wort, die das «Tagesgespräch» über viele Jahre geprägt haben. Charles Liebherr ist zu Gast bei David Karasek.

In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» reisen wir mit EU-Korrespondent Charles Liebherr durch das Europa-Quartier in Brüssel. Heute: Die Schweizer Botschaft. Ein Gespräch über schwierige Verhandlungen und darüber, weshalb die Zusammenarbeit mit Europa heute vielfältiger ist als je zuvor. Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union prägen die Schweizer Politik seit Jahrzehnten und sie bleiben komplex. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» blickt EU-Korrespondent Charles Liebherr zurück auf das Scheitern des Rahmenabkommens, erklärt die unterschiedlichen Verhandlungskulturen der Schweiz und der EU und zeigt, weshalb die Gespräche dennoch nie ganz abgerissen sind. Ausserdem spricht er über die besondere Rolle der Schweizer Botschaft in Brüssel, die Bedeutung informeller Kontakte im Europaquartier und darüber, wie sich Europas geopolitische Lage verändert hat. Warum gibt es heute mehr Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der EU als nur die Mitgliedschaft? Und was bedeutet das für die Schweiz? In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» kommen Persönlichkeiten zu Wort, die das «Tagesgespräch» über viele Jahre geprägt haben. Charles Liebherr ist zu Gast bei David Karasek.

In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» reisen wir mit EU-Korrespondent Charles Liebherr durch das Europa-Quartier in Brüssel. Heute: Das EU-Parlament. Wie funktioniert Europas Machtzentrum? Charles Liebherr erklärt, weshalb das Parlament unterschätzt wird und was hinter den Kulissen passiert. Die Grünen in Frankreich ticken anders als die Grünen in Schweden. Genau das prägt die Arbeit im Europäischen Parlament. Wie gelingt es mehr als 700 Abgeordneten aus 27 Ländern trotzdem, Mehrheiten zu finden? In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» führt EU-Korrespondent Charles Liebherr durch das Parlament in Brüssel und erklärt, warum Europas Volksvertretung anders funktioniert als viele nationale Parlamente. Zudem spricht er über den umstrittenen «Wanderzirkus» zwischen Brüssel und Strassburg, den Einfluss von Lobbyisten und darüber, weshalb das EU-Parlament wohl das einzige der Welt mit eigenem Bahnhof ist. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» kommen Persönlichkeiten zu Wort, die das «Tagesgespräch» über viele Jahre geprägt haben. Charles Liebherr ist zu Gast bei David Karasek.

In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» reisen wir mit EU-Korrespondent Charles Liebherr durch das Europa-Quartier in Brüssel. Im Jubelpark zwitschern tausende Papageien aus Afrika. Kaum ein Ort erzählt so viel über Migration, Geschichte und Europa wie diese grüne Oase. Im Brüsseler Jubelpark leben Tausende frei fliegende Papageien. Für SRF-EU-Korrespondent Charles Liebherr stehen sie sinnbildlich für eine offene, internationale Stadt. Dieser Park ist zugleich die grüne Visitenkarte des Europaviertels und Spiegel der belgischen Geschichte. Hier werden auch die Widersprüche Europas sichtbar, von Migration und Zusammenleben bis zur kolonialen Vergangenheit Belgiens. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» kommen Persönlichkeiten zu Wort, die das «Tagesgespräch» über viele Jahre geprägt haben. Charles Liebherr ist zu Gast bei David Karasek.

In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» reisen wir mit EU-Korrespondent Charles Liebherr durch das Europa-Quartier in Brüssel. Heute sind wir auf den Spuren von Robert Schuman, einem der Gründerväter der Europäischen Union. In unserer Sommerserie nimmt uns SRF-EU-Korrespondent Charles Liebherr mit auf einen besonderen Rundgang durch Brüssel, das politische Zentrum der Europäischen Union. Der Weg führt von der Statue des Gründervaters der EU, Robert Schuman, über den frisch renovierten Schuman-Kreisel bis hin zum symbolträchtigen Schuman-Stein. Liebherr erklärt, warum die europäische Friedensidee von 1950 auch koloniale Interessen widerspiegelte, wie die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg die Erwartungen an die EU grundlegend verändert haben und warum die mächtige EU-Kommission heute mehr denn je für den Schutz der Demokratie werben muss. In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» kommen Persönlichkeiten zu Wort, die das «Tagesgespräch» über viele Jahre geprägt haben. Charles Liebherr ist zu Gast bei David Karasek.

Während 25 Jahren waren Expeditionen auf die höchsten Berge oder an den Nord- und Südpol immer wieder Thema im «Tagesgespräch». Will Evelyne Binsack immer noch den Abenteuergeist wecken? Ist Albin Schelbert noch in der Wildnis unterwegs? Und was gibt es für Frank Senn noch zu dokumentieren? Mit dem Alter werde es immer schwieriger, fit genug zu bleiben, um extreme Klettertouren zu unternehmen. So erkundete Albin Schelbert zusammen mit seiner Frau Alaska oder Kanada auf wilden Flüssen, abgeschnitten von jeder Zivilisation. Mit dem Hundeschlitten ist Schelbert nicht nur Rennen gefahren, sondern auch auf 4000 Meter hohe Berge gestiegen. Evelyne Binsack ist Bergführerin, hält Referate und bietet Coachings an. Auf ihren Expeditionen an den Nord- und Südpol und auf den Everest hat Binsack gefunden, was sie suchte: Sie weiss, wer sie auch unter schwierigsten Bedingungen ist. Frank Senn hat 30 Jahre Berg-Dokumentarfilme gedreht. Das Interesse habe sich nun hin zu den Geschichten und Persönlichkeiten hinter den Expeditionen entwickelt. Eine extreme Expedition werde er nicht mehr begleiten. Evelyne Binsack, Albin Schelbert und Frank Senn sind zu Gast bei Karoline Arn.

Die Natur bedeutet der Alpinistin Evelyne Binsack und dem Albin Schelbert viel, ebenso dem Berg-Dokumentarfilmer Frank Senn. Doch in der unberührten Natur hinterlassen Expeditionen Spuren. Seit dem Schuss eines Begleiters auf einen Eisbären macht Evelyne Binksack keine extremen Expeditionen mehr. Es ist das Erlebnis der Natur, welches viele Alpinistinnen und Alpinisten in die Berge zieht. Albin Schelbert habe 1960 noch von der «Gunst der frühen Geburt» profitiert und Berge angetroffen, wie es sie heute nicht mehr gebe, so Binsack. Der Mount Everest leidet unter den Massen, welche für viel Geld auf seinen Gipfel wollen. Aber auch das Wrak des Pilatus Porters von Schelberts Expedition wurde nie geborgen. Frank Senn titelte seine letzte Dokumentarfilmreihe «Wahnsinn am Everest», dieser Name sei erst während der Dreharbeiten entstanden. «Du würdest den Berg nicht mehr erkennen», sagt Senn zu Evelyne Binsack, welche 2001 als erste Schweizerin auf dem höchsten Berg der Welt stand. Für Binsack ist heute der Preis, welcher die Natur für ihre Abenteuer bezahlen musste, zu hoch. Sie hat beschlossen, keine extreme Expedition mehr zu unternehmen. Evelyne Binsack, Albin Schelbert und Frank Senn sind in der Sommerserie 25 Jahre Tagesgespräch zu Gast bei Karoline Arn.

Wer den Mount Everest oder den Dhaulagiri besteigt, begibt sich in Gefahr, kehrt im schlimmsten Fall nicht zurück. Der Tod ist überall präsent. Wie gehen Evelyne Binsack und Albin Schelbert damit um, und wie thematisiert Frank Senn den Tod in seinen Bergdokumentationen? In den 25 Jahren Tagesgespräch waren immer wieder Personen zu Gast, die extreme Touren gemacht, Berge erklommen und Abenteuer unternommen haben. Evelyne Binsack, als sie als erste Schweizerin auf dem Mount Everest war, Albin Schelbert, der erste Mensch auf dem Dhaulagiri, und Frank Senn, der die Expeditionen als Dokumentarfilmer begleitete. Auch Ueli Steck war zu Gast im Tagesgespräch, kurz bevor er zu seiner letzten Expedition aufbrach. Wie geht man mit der Todesgefahr um? Was löste der Tod von Ueli Steck aus? Evelyne Binsack, Albin Schelbert und Frank Senn sind zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.

Manchmal brauche es Sturheit, sagt Albin Schelbert. Willenskraft ist für Evelyne Binsack zentral. Frank Senn muss auf sein Team zählen können. Was braucht es, um erfolgreich Extremes zu leisten? Er habe immer Glück gehabt, auf allen seinen Touren, sagt Albin Schelbert. Denn seine Kollegen seien in den Bergen immer durch Unglücke wie Steinschläge oder Lawinen verletzt worden oder gestorben, nicht durch fehlendes Können oder falsches Verhalten. Für Evelyne Binsack ist die Vorbereitung zentral für eine geglückte Expedition. Einzelkämpfer seien in einem Drehteam am Berg nicht vorstellbar, sagt Frank Senn. Alle müssten sich in jeder Situation auf den anderen verlassen können. Auf die Frage, was sich verändere, wenn solche Extremleistungen gelingen, werden Binsack und Schelbert nachdenklich. Es sind sehr persönliche Erlebnisse. Sie faszinieren wie die Berge an sich, sagt der Filmer Frank Senn. Binsack, Schelbert und Senn sind diese Woche die Gäste in der Sommerserie 25 Jahre Tagesgespräch bei Karoline Arn.

In 25 Jahren Tagesgespräch waren Expeditionen und Alpinismus wiederholt Thema. Für die Sommerserie treffen sich Evelyne Binsack, die die «drei Pole» der Welt aus eigener Kraft erreichte, Albin Schelbert, der Erstbesteiger des Dhaulagiri 1960, und Frank Senn, Bergdokumentarfilmer seit 30 Jahren. Max Eiselin stellte 1960 eine Truppe zusammen, die den 8000er im Himalaya, den Dhaulagiri, besteigen sollte. Es war der erste Berg, an dem sich Alpinisten versuchten, da man ihn zuerst für den höchsten der Welt hielt. Es sollte der letzte Gipfel sein, den jemand erreichte. Wie kam Albin Schelbert zu dieser Expedition? Warum nahmen sie einen Pilatus Porter mit? Und warum war Schelbert der erste Mensch auf dem Dhaulagiri? Evelyne Binsack reiste als Helikopterpilotin mit anderen Plänen zum Mount Everest, als ihn zu erklimmen. Warum war sie dennoch die erste Schweizerin auf dem Gipfel? Seit 30 Jahren verfolgt Frank Senn das Geschehen rund um die höchsten Gipfel und steilsten Wände als Dokumentarfilmer. Woher kommt diese Faszination? In der Sommerserie 25 Jahre Tagesgespräch treffen sich die ehemaligen Gäste zu einer gemeinsamen Runde. Binsack, Schelbert und Senn sind die Gäste in der Sommerserie 25 Jahre Tagesgespräch bei Karoline Arn.

Reisen sind Grundlage vieler Bücher des Genfer Schriftstellers Daniel der Roulet. Er hat mehrmals die Schweiz durchwandert, ist zu allen 56 französischen Kernreaktoren und zu Dutzenden Grenzseen gereist. Im Tagesgespräch erzählt er, was er unterwegs über die Schweiz und über Grenzen gelernt hat. Zudem geht es im letzten von drei Gesprächen zum 25-Jahr-Jubiläum des Tagesgesprächs ums Älterwerden, ums Vorbereiten des eigenen Nachlasses und um die Wut, die für den 82-jährigen Schriftsteller nach wie vor eine wichtige Antriebsfeder ist. Daniel de Roulet ist zu Gast bei Roman Fillinger.

Schweizer Söldner, die in der französischen Revolution ihr Leben lassen, jurassische Anarchistinnen, die nach Südamerika auswandern oder eine Familiensaga rund um die Atomtechnologie. Daniel de Roulets Romane haben oft einen historischen Hintergrund. Im Zentrum stehen dabei die wenig Privilegierten. Im zweiten von drei Gesprächen zum 25-Jahr-Jubiläum des Tagesgesprächs geht es um de Roulets Faszination für die Technik hinter der Atomkraft, um seinen Blick auf die Schweiz und darum, wieso Westschweizer Schriftstellerinnen und Schriftsteller weniger politisch sind als ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Deutschschweiz. Daniel de Roulet ist zu Gast bei Roman Fillinger.

Der heute 82-jährige Westschweizer Schriftsteller hat erst mit über fünfzig Jahren angefangen zu schreiben und seither beinahe vierzig Bücher veröffentlicht. Viele davon haben politische Themen. Literatur ist für ihn kein Selbstzweck, sondern soll sich gesellschaftlich engagieren. Im ersten von drei Gesprächen zum 25-Jahr-Jubiläum des Tagesgesprächs geht es um die Rolle der Literatur in der Gesellschaft, um die Parallelen von Rennen und Schreiben sowie um den Brandanschlag, den Daniel de Roulet 1975 auf das Chalet des «Bild»-Verlegers Axel Springer in Rougemont verübt hat. Daniel de Roulet ist zu Gast bei Roman Fillinger.

In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» spricht alt Bundesrat Pascal Couchepin über Politik als Familiensache, über die Rivalität zwischen Freisinnigen und der CVP, der heutigen Mitte-Partei, im Wallis, und er zeigt sich überzeugt, dass die Schweiz dem Rahmenabkommen mit der EU zustimmen wird. Die Familie Couchepin hat die Stadt Martigny geprägt – nicht zuletzt sie hat dafür gesorgt, dass sie seit 1848, der Gründung des Schweizer Bundesstaats, in freisinniger Hand ist. Pascal Couchepin war einst Stadtpräsident von Martigny, heute ist seine Tochter Anne-Laure Stadtpräsidentin. Von einer Familiendynastie will er dennoch nicht sprechen. Die Rivalität mit der CVP, der heutigen Mitte-Partei, aber auch das Verhältnis des frankophonen Unterwallis mit dem deutschsprachigen Oberwallis prägen Couchepin bis heute. Dass die SVP in der Deutschschweiz ihre Macht mit den Jahren ausbauen konnte, ist für ihn eine Herausforderung. Nach dem Nein an der Urne zur SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» prophezeit der Alt-Bundesrat, dass auch die Neutralitätsinitiative der SVP an der Urne chancenlos bleiben wird, und er geht davon aus, dass die Schweiz, gegen den Willen der SVP, dem EU-Rahmenabkommen zustimmen wird. Couchepin sagt: «Die Bürgerinnen und Bürger werden der Fortsetzung des bilateralen Wegs zustimmen, weil sie sehen, dass das Rahmenabkommen wirtschaftlich von Vorteil ist.» Um den Volkswillen möglichst unverfälscht abzubilden, plädiert er dafür, bei der Abstimmung über das EU-Rahmenabkommen auf das Ständemehr zu verzichten. Pascal Couchepin ist zu Gast bei Philippe Reichen.

In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» haben wir alt Bundesrat Pascal Couchepin bei sich in Martigny besucht. Der 84-Jährige verfolgt das politische Leben noch immer aktiv und interessiert sich nun auch dafür, wie die 13. AHV-Rente finanziert wird. Als Bundesrat hatte Pascal Couchepin vor der Einführung einer 13. AHV-Rente gewarnt. Die Altersvorsorge sei ein Schieflage, eine 13. Rente würde dies noch verschlimmern, betonte er 2003 als Innenminister. Nach dem Ja zur 13. AHV-Rente wird in diesem Jahr die zusätzliche Rente erstmals ausbezahlt. Pascal Couchepin sagt, er akzeptiere den demokratischen Entscheid, aber jetzt müsse man auch über eine Erhöhung des Rentenalters diskutieren. Als Innenminister hatte er einst vorgeschlagen, das Rentenalter schrittweise auf 67 Jahre zu erhöhen, wofür der Walliser vor allem von der politischen Linken harsch kritisiert wurde. Sein Vorschlag sei nie eine Provokation gewesen, stellt er heute klar. Vielmehr sei eine Erhöhung des Rentenalters heute wohl eine realpolitische Notwendigkeit. Pascal Couchepin ist zu Gast bei Philippe Reichen

Das Universum bleibt ein Rätsel. Auch für die Weltraumphysikerin Kathrin Altwegg. Je mehr man weiss, umso mehr neue Fragen stellen sich. Was war vor dem Urknall? Und hat das Universum ein Ende? Altwegg ist zu Gast bei Simone Hulliger in der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch». Heute kommt die Forschung dem Urknall schon sehr nahe. Doch noch immer bleiben Fragen offen. Gemäss Einstein war der Urknall ein Tag ohne gestern. Was vorher war, beschäftigt auch Altwegg. Ob am Anfang ein Schöpfer stand, bleibt für sie eine Frage der Perspektive: „Die Naturwissenschaft fragt nach dem Wie, die Theologie nach dem Warum“. Das «Wie» sei einfacher, schmunzelt sie. Kathrin Altwegg ist emeritiere Professorin der Uni Bern.