Tagesgespräch

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Das Tagesgespräch beobachtet die Welt aus einem wirtschaftspolitischen, kulturpolitischen oder gesellschaftspolitischen Blickwinkel. Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages diskutiert und vertieft.

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)


    • Jan 20, 2023 LATEST EPISODE
    • weekdays NEW EPISODES
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    Jens Spahn: «Mir fehlt die Macht»

    Play Episode Listen Later Jan 20, 2023 26:44


    Jens Spahn war deutscher Gesundheitsminister. Vor einem Jahr kam der Karriereknick mit dem Abstieg in die Opposition. Im «Tagesgespräch» spricht der CDU-Politiker über Macht und Machtverlust, seine Fehler in der Corona-Pandemie und über die Fehler bei den Krawallen in der Berliner Silvesternacht. Jens Spahn war bis vor einem Jahr deutscher Gesundheitsminister. In der letzten Regierung unter Angela Merkel trug er die Hauptverantwortung im Kampf gegen Corona und war wegen den restriktiven Massnahmen in der Pandemie immer wieder in der Kritik. Mit dem Regierungswechsel landete der 42-Jährige vor einem Jahr in der Opposition, seit dann ringt die CDU um ihre neue Rolle und ihre Positionen. Jens Spahn ist heute stellvertretender Fraktionsvorsitzender in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und für die Themen Wirtschaft und Energie zuständig. Zudem hat er kürzlich ein Buch über seine Corona-Politik geschrieben. Er beschreibt darin seine Erfahrungen als Spitzenpolitiker während einer Krise. David Karasek hat Jens Spahn am WEF in Davos zum Gespräch getroffen.

    Regine Schneeberger: Erste Direktorin der JVA Thorberg

    Play Episode Listen Later Jan 19, 2023 27:18


    Seit rund 100 Tagen ist Regine Schneeberger die neue und erste Direktorin der Justizvollzugsanstalt Thorberg. Den jahrelangen Problemen will sie mit einem Vollzug nach Mass und mehr Mitarbeiterinnen im geschlossenen Männervollzug begegnen. Auch die Bedingungen für die Verwahrten will sie verbessern. Die Justizvollzugsanstalt Thorberg hat eine bewegten Vergangenheit. Seit 1848 ist das ehemalige Kloster ein Gefängnis. Früher des Kantons Bern, heute für 11 Kantone. Häufige Wechsel in der Direktion und Proteste der Insassen sorgten in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen. Seit rund 100 Tagen ist nun Regine Schneeberger Georgescu Direktorin des Thorbergs, die erste Frau in diesem Amt. Sie ist verantwortlich für die 173 Plätze für den geschlossenen Männerstrafvollzug; mit Hochsicherheitsabteilung oder 10 Männern, die in Verwahrung sind. Im Thorberg versammeln sich 44 Nationen aus Europa, mehr als die Hälfte davon aus der Balkanregion, aus Afrika oder Asien. Der Ausländeranteil beträgt fast neunzig Prozent. Vier von fünf Insassen müssen die Schweiz nach der Haft verlassen. Regine Schneeberger muss auch diesen Menschen eine Perspektive geben, resozialisieren, um Rückfälle zu verhindern. Sie setzt auf deinen sogenannten «Strafvollzug nach Mass». Was heisst das? Können Forderungen nach Verbesserungen erfüllt werden? Was bringen ihre Bemühungen, für die Arbeit mit den Häftlingen vermehrt Frauen anzustellen? Regine Schneeberger ist im «Tagesgespräch» zu Gast bei Karoline Arn.

    Niccolò Castelli: «Kino ist Erholung von der Welt»

    Play Episode Listen Later Jan 18, 2023 26:47


    Die Solothurner Filmtage finden unter neuer künstlerischer Leitung statt: Der Tessiner Filmemacher Niccolò Castelli zeigt den Wandel des Schweizer Films. Durch viele Secondas und Secondos ist dieser internationaler geworden: Die Schweiz ist keine Insel mehr, aus welcher die Welt betrachtet wird. Kinos kämpfen ums Überleben, gleichzeitig winken der Schweizer Filmbranche Gelder der Streaming-Plattformen wie Netflix: der Schweizer Film erlebt einen grossen Wandel. Dagegen wirken die Solothurner Filmtage, die am Dienstag eröffnet werden, schon fast altbacken: Das Festival findet nur vor Ort statt, wer die Filme sehen will, muss nach Solothurn pilgern und kann sie nicht zu Hause online anschauen. Für den künstlerischen Leiter Niccolò Castelli zählt die Stimmung im Kinosaal, der Austausch zwischen Publikum und Filmschaffenden und die politischen Diskussionen. Die Auswahl der Filme zeigt aber auch, wie der Schweizer Film sich verändert. Er ist internationaler geworden, thematisiert Krieg, die Klimaveränderungen oder die Demokratiebewegung in Belarus. Die Filme blicken nicht mehr aus der Insel Schweiz in die Welt. Die Regisseurinnen und Regisseuren, viele davon Secondos, haben einen internationalen Fokus. Wird diese Tendenz mit den Geldern von Netflix und Co. zunehmen? Kehren die Zuschauerinnen und Zuschauer nach der Pandemie wieder nach Solothurn und ins Kino zurück? Und welchen Einfluss hat der Grenzkanton Tessin, Castellis Herkunft, auf seine Arbeit in Solothurn? Niccolò Castelli ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.

    Claus Noppeney: Berner Professor und Klimaaktivist

    Play Episode Listen Later Jan 17, 2023 27:21


    Claus Noppeney engagiert sich bei der Klimabewegung «Renovate Switzerland». Wie kommt ein HSG-Ökonom und Hochschulprofessor dazu, Autobahnen zu blockieren? Wie weit darf Klimaaktivismus gehen? Und was bringt er wirklich? Mit Verkehrsblockaden von Autobrücken oder Autobahnen und anderen Aktionen machen Klimaaktivistinnen und Aktivisten Schlagzeilen. Am Wochenende fand einerseits ein Protestmarsch am WEF in Davos statt. Gleichzeitig demonstrierten Tausende im deutschen Lützerath in Nordreinwestfalen gegen den Kohleabbau. Dabei gab es auch Verletzte. Claus Noppeney studierte Wirtschaftswissenschaften an der HSG und ist seit fast 15 Jahren Wirtschaftsprofessor an der Berner Fachhochschule. In seiner Freizeit ist er Aktivist bei der Klimabewegung «Renovate Switzerland». Mit ihren Strassenblockaden und Protestaktionen möchte die Gruppe die Politik unter Druck setzen. Bei ihrer letzten grossen Aktion, im Kanton Waadt in Crissier, blockierten sie eine Stunde lang eine Autobahnausfahrt. Auch Claus Noppeney kniete auf der Autobahn.

    Personalmangel: SKOS will Sozialhilfebeziehende weiterbilden

    Play Episode Listen Later Jan 16, 2023 27:06


    In der Gastronomie, den Spitälern, auf dem Bau: Der Schweiz fehlen die Fachkräfte. Gleichzeitig suchen zehntausende Bezügerinnen und Bezüger von Sozialhilfe eine Stelle. Die Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) möchte dieses Potenzial besser nutzen – mit einer Weiterbildungsoffensive. In Restaurants werden Gäste von der Kellnerin oft auf Englisch begrüsst, weil deutschsprachiges Personal fehlt. Wer dringend einen Sanitär braucht, muss oft tagelang warten. Spitäler suchen seit Jahren qualifizierte Pflegefachkräfte: Der Fachkräftemangel ist ein grosses Problem für viele Schweizer Unternehmen. Weil sie nicht die richtigen Angestellten finden, müssen Firmen ihre Öffnungszeiten oder ihre Produktion einschränken. Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) möchte deshalb ein grosses Reservoir an Arbeitskräften anzapfen, das bisher zu wenig genutzt wird: die rund 180'000 Bezügerinnen und Bezüger von Sozialhilfe im Erwachsenenalter. Viele von ihnen sind allerdings nicht entsprechend ausgebildet. Aus diesem Grund fordert die SKOS, dass Gemeinden mehr in Weiterbildung der Sozialhilfebezügerinnen investieren. Laut SKOS-Präsident Christoph Eymann ist es eine Win-Win-Situation, wenn Sozialhilfebeziehende den Sprung zurück in den Arbeitsmarkt schaffen – positiv für Betroffene und Unternehmen. Der Kanton Luzern investiert bereits in die Weiterbildung von Sozialhilfebeziehenden: Personen, die von der Sozialhilfe abhängig sind, können einen Bildungsgutschein beziehen, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, erklärt Patricia Buser, Leiterin Weiterbildung des Kantons Luzern, ihr System.

    Jürg Rötheli: «Wir leisten wichtige gesellschaftliche Arbeit»

    Play Episode Listen Later Jan 13, 2023 27:42


    Im vergangenen Jahr sind 100'000 Asyl- und Schutzsuchende in die Schweiz gekommen. Die Behörden mussten dringend neue Unterkünfte suchen. Rund 70 dieser Asylunterkünfte betreut die Firma ORS – die immer wieder in der Kritik steht. Nun nimmt Jürg Rötheli, CEO von ORS, im «Tagesgespräch» Stellung. Das Schweizer Asylsystem ist am Anschlag: Rund 25'000 Asylsuchende im regulären Verfahren und 75'000 Schutzsuchende aus der Ukraine sind im letzten Jahr in die Schweiz gekommen. So gross war die Herausforderung für die Behörden seit Jahren nicht mehr – und auch für die Firma ORS. Sie ist der grösste private Player im Schweizer Asylwesen und betreut in der Schweiz rund 70 Asylunterkünfte, im Auftrag des Bundes, der Kantone und Gemeinden. Die Firma ORS steht immer wieder in der Kritik – Flüchtlingsorganisationen werfen ihr aggressives Verhalten und Schikanen gegenüber Asylbewerbern vor. Seit sechs Jahren leitet Jürg Rötheli die Firma. Der 59-jährige Jurist betont, seine Firma arbeite professionell und erledige eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, die Betreuung von Asylsuchenden, gut. Im «Tagesgespräch» erklärt der ORS-Chef, wie es die Firma schafft, das nötige Personal für all die neuen Asylunterkünfte zu finden, wie er auf Fehler von Angestellten reagiert und wie er auf die kommenden Monate blickt, in denen ein weiterer Anstieg der Asylgesuche erwartet wird.

    Erhard Bauer: "In Kabul können Frauen wieder für NGO arbeiten"

    Play Episode Listen Later Jan 12, 2023 26:03


    Die Taliban haben Frauen verboten, für Hilfsorganisationen zu arbeiten. Das Kinderhilfswerk Terre des hommes und andere Hilfswerke haben in Gesprächen erreicht, dass Frauen im Gesundheitsbereich wieder tätig sein dürfen. Erhard Bauer ist Delegationsleiter von Terre des hommes, Tdh in Kabul. Die Taliban haben die Macht in Afghanistan übernommen, noch bevor alle amerikanischen Truppen abgezogen waren. Im August 2021 traten sie moderat vor den Medien auf und verkündeten, sie würden die Rechte der Frauen achten. Unterdessen sind Frauen von Universitäten ausgeschlossen oder dürfen seit Ende Dezember nicht mehr für Hilfsorganisationen arbeiten. Das Kinderhilfswerk Terre des Hommes beschäftigt in Afghanistan 167 Frauen, einige davon seit mehr als zwanzig Jahren. Die Frauen spielen eine zentrale Rolle, Hebammen betreuen 48 000 Neugeborene im ganzen Land. Nur Frauen bekommen Zugang zu Frauen und Kindern. Und die Not ist gross, in Afghanistan sind von 40 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern 28 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ganz besonders jetzt im Winter. Schritt für Schritt versuchen die Hilfswerke nun, das Verbot rückgängig zu machen. Es gibt bereits einige Erfolge. Erhard Bauer arbeitet mit Unterbrüchen 14 Jahren in Afghanistan, er ist der Delegationseiter von Terre des hommes. Wie kann humanitäre Hilfe unter diesen Voraussetzungen noch geleistet werden? Was bringen Sanktionen, wie beispielsweise Deutschland sie ergriffen hat, keine Hilfsgelder mehr an Afghanistan zu bezahlen? Karoline Arn hat Erhard Bauer in Kabul erreicht.

    Ali Fathollah-Nejad: «Es gibt keine Alternative zur Revolution»

    Play Episode Listen Later Jan 11, 2023 26:36


    Seit mehr als drei Monaten demonstrieren Menschen im Iran gegen das Regime in Teheran. Der Sicherheitsapparat reagiert mit Härte. Sind die Proteste zu klein, um das Regime ins Wanken zu bringen? Ali Fathollah-Nejad, deutsch-iranischer Politologe, ist zu Gast im «Tagegespräch». Seit mehr als drei Monaten demonstrieren Menschen im Iran gegen die islamische Führung. Der Sicherheitsapparat reagiert mit Härte: Die iranische Justiz hat die Behörden angewiesen, Verstösse gegen die Kopftuch-Pflicht strikt zu bestrafen. Das Regime geht entschieden gegen die Proteste vor. Hunderte Teilnehmer wurden bereits getötet und Tausende weitere festgenommen. Seit Beginn der Proteste hat die iranische Justiz 18 Hinrichtungen verkündet. Inzwischen haben einige der bekanntesten iranischen Regimekritiker im Exil ein neues Oppositionsbündnis gegründet. Ihr Ziel: die Abschaffung der Islamischen Republik. Wo steht aktuell dieser Prozess, ist das Regime am Wanken und was passiert grad derzeit im Iran? Der deutsch-iranische Politologe Ali Fathollah-Nejad ist zu Gast bei David Karasek.

    Lukas Bärfuss: «Wir vererben Geld und hinterlassen Müll»

    Play Episode Listen Later Jan 10, 2023 27:01


    Seit Anfang Jahr kennt die Schweiz ein neues Erbrecht: Der Pflichtanteil beim Erben wird kleiner. Das Problem beim Erben sei aber viel umfassender, sagt Lukas Bärfuss. Der Autor, Dramatiker und Publizist hat sich grundlegend mit dem Thema Erben und seinem persönlichen Erbe auseinandergesetzt. Eine Geschichte über das Erben haben wohl fast alle zu erzählen. Manche gelangen so zu ihrem Reichtum, Familien zerstreiten sich deswegen, und ab und zu wird ein Erbe auch ausgeschlagen. Beispielsweise, wenn es Schulden sind. So ist es Lukas Bärfuss ergangen, dem Dramatiker, Romancier und Publizist. Die Schulden des Vaters hat er nicht geerbt, nur eine Kiste mit Dokumenten hat er behalten. Diese Kiste war der Grund, sich mit seinem eigenen Erbe zu befassen, dabei auch das geltende Recht zu hinterfragen. Die neuste Änderung im Schweizer Erbrecht, dass der Pflichtanteil für Familienangehörige seit diesem Jahr in der Schweiz kleiner ist, reicht Bärfuss bei weitem nicht. Denn: Was ist Familie? Hat er seine Gabe, Geschichten zu erzählen, von seinen Vorfahren geerbt? Was passiert mit dem Erbe, das heute keine Erben kennt? Den Bergen von Müll beispielsweise? Lukas Bärfuss verknüpft seine persönliche Geschichte mit philosophischen, politischen und gesellschaftlichen Fragen, die sich rund ums Erben stellen. Im «Tagesgespräch» ist Bärfuss zu Gast bei Karoline Arn.

    Wolf Grabendorff: Sturm auf den Kongress in Brasilien

    Play Episode Listen Later Jan 9, 2023 26:42


    Anhängerinnen und Anhänger von Ex-Präsident Jair Bolsonaro haben das Regierungsviertel in der Hauptstadt Brasília gestürmt und kurzzeitig unter ihre Kontrolle gebracht. Die Suche nach den Verantwortlichen wird das politische Klima weiter anheizen, sagt Lateinamerika-Experte Wolf Grabendorff. Der gestrige 8. Januar wird als denkwürdiger Tag in die brasilianische Geschichte eingehen. Radikale Anhängerinnen und Anhänger von Ex-Präsident Jair Bolsonaro verwüsten in der Hauptstadt Brasilia Regierungssitz, Kongress und Verfassungsgericht. Im Inneren der Gebäude liessen sie ihrem Hass auf die neue Linksregierung von Präsident Lula da Silva freien Lauf. Sie warfen Fensterscheiben ein, beschädigten Kunstwerke und schmierten Parolen an die Wände. Die Situation war erst nach mehreren Stunden unter Kontrolle. Die Sicherheitskräfte machten laut Beobachterinnen und Beobachter bei den Ausschreitungen keine gute Figur: Militär und Polizei liessen anfänglich die Angreifer gewähren oder unterstützten sie sogar. Auf welcher Seite stehen die Sicherheitskräfte? Das werde in den nächsten Tagen die entscheidende Frage sein. Sagt Lateinamerika-Experte Wolf Grabendorff. Er ist zu Gast bei David Karasek.

    Aymo Brunetti: Aussichten für die Wirtschaft 2023

    Play Episode Listen Later Jan 6, 2023 26:55


    Zinsen, Energiekrise, Rezession: Was erwartet uns dieses Jahr? Aymo Brunetti leitete bis 2012 die Direktion für Wirtschaftspolitik im Staatssekretariat für Wirtschaft. Seither unterrichtet er als Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Bern. Er ist zu Gast im «Tagesgespräch». Die Teuerung in der Schweiz geht langsam zurück. Das zeigen die neusten Inflationszahlen vom Dezember, die das Bundesamt für Statistik publiziert hat. Im Dezember betrug die Jahresteuerung noch 2,8 Prozent - gegenüber 3,0 Prozent im Vormonat. Die Inflation in der Schweiz hat sich also leicht abgeschwächt, im gesamten Jahr 2022 erreichte die Teuerungsrate allerdings einen Wert wie seit den 1990er Jahren nicht mehr. Wie hoch steigt die Inflation in diesem Jahr? Und: wie sehen im Allgemeinen die Aussichten für das Wirtschaftsjahr 2023 aus? Aymo Brunetti ist Professor am Departement Volkswirtschaftslehre der Universität Bern. Bis 2012 leitete er die Direktion für Wirtschaftspolitik im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Er sagt, die Wirtschaftsprognose für dieses Jahr sei nicht gut für die Schweiz, aber immerhin besser als in vergleichbaren Ländern. Aymo Brunetti ist zu Gast bei David Karasek.

    Judith Wipfler: Papst Benedikt XVI und sein Vermächtnis

    Play Episode Listen Later Jan 5, 2023 27:01


    Die Totenmesse für den zurückgetretenen Papst Benedikt XVI hält Papst Franziskus. Diese «Zeit der zwei Päpste» ist einmalig in der neueren Kirchengeschichte und hat viele Spuren hinterlassen. Wie geht es weiter im Vatikan? SRF-Religionsexpertin Judith Wipfler schaut zurück und nach vorne. Der verstorbene Papst Benedikt XVI erhält in den Nachrufen die unterschiedlichsten Beschreibungen: Vom «Mozart der Theologie» bis zum «Kältefaktor in der katholischen Kirche» ist die Rede. Er war zeitlebens ein vielbeachteter Theologe und eine prägende Figur in der katholischen Kirche. Auch, nachdem er als Papst zurückgetreten war. Er verfasste weiter Schriften, bezog Stellung. Er gab Interviews, liess sich fotografieren und legte dabei die weisse Soutane des Papstes nicht ab. Und er verfolgte dabei unbeirrt seine konservative Mission, die Tradition zu bewahren. Benedikt blieb also bildlich wie inhaltlich ein Papst neben dem amtierenden Papst Franziskus. Welche Auswirkungen hatte diese Zeit der zwei Päpste? Besonders, da der amtierende Papst Franziskus einen ganz anderen Weg verfolgt? Was hat Papst Benedikt XVI hinterlassen? Wie geht es im Vatikan weiter? Und wie hat Papst Franziskus in seiner Totenmesse am Donnerstagmorgen Abschied von seinem Vorgänger genommen? Judith Wipfler, Religionsexpertin von SRF, hat die Totenmesse verfolgt. Im «Tagesgespräch» ist sie zu Gast bei Karoline Arn.

    Haenni: «Im Frauenfussball droht die Schweiz zurückzufallen»

    Play Episode Listen Later Jan 4, 2023 27:13


    Tatjana Haenni, die Direktorin Frauenfussball beim Schweizerischen Fussballverband, tritt ab und wechselt in die USA. Die Schweiz könnte international den Anschluss verlieren, mahnt Haenni, wenn nicht stärker in den Frauenfussball investiert werde. Tatjana Haenni galt jahrelang als eine der wichtigsten Frauen im Schweizer Fussball. Die Bielerin hat den Frauenfussball als Funktionärin geprägt: Zuerst bei der Uefa, dann bei der Fifa und in den vergangenen drei Jahren beim Schweizerischen Fussballverband hat sie zum Boom des Frauensports beigetragen. Nun wechselt die 56-Jährige in den USA und nimmt dort eine neue Stelle an: als sportliche Direktorin der Frauenfussballliga. Dies ist ein Karrieresprung. In den USA ist der Stellenwert des Frauenfussballs viel höher als in der Schweiz und es gibt eine Profiliga. Im vergangenen Jahr hat die Schweizer Frauenfussballnationalmannschaft an der EM in England teilgenommen, ist aber in der Vorrunde ausgeschieden. Im internationalen Vergleich stagniert die Mannschaft. Sie brauche bessere Rahmenbedingungen, zeigt sich Haenni überzeugt.

    Florin Rutschmann: Blauflügelige Ödlandschrecke – Tier des Jahres

    Play Episode Listen Later Jan 3, 2023 26:35


    Die Blauflügelige Ödlandschrecke ist das Tier des Jahres. Die wärmeliebende Heuschrecke mag karge Flächen mit wenig Vegetation. 2023 wirbt sie für den Schutz vergänglicher Naturparadiese. Florin Rutschmann von Pro Natura hofft mit der Wahl auch auf mehr politische Aufmerksamkeit für Biodiversität. Die Blauflügelige Ödlandschrecke ist das Tier des Jahres 2023. Was bringt die Nomination dem Tier? Wie kommt ein kleines, seltenes Insekt zu diesen Ehren? Was bringt es der Naturschutzorganisation Pro Natura? «Unter den Insekten gilt die Blauflügelige Ödlandschrecke als Zeigerart. Das heisst, wo sie lebt, ist die Biodiversität hoch und es gibt noch viele andere Arten», sagt Heuschreckenspezialist Florin Rutschmann von Pro Natura. Seit 33 Jahren kürt die Naturschutzorganisation die Spezies des Jahres. Die Blauflügelige Ödlandschrecke besiedelt lückige Trockenwiesen, Kiesbänke mit spärlicher Vegetation in Auen oder leicht verwilderte Bahn- und Gewerbeareale. Solche Lebensräume findet sie in der Schweiz vor allem im Wallis und Tessin, aber auch zerstreut in der Nordschweiz, teilweise mitten in der Stadt. Die Wahl der Blauflügelige Ödlandschrecke soll auch auf die politische Agenda von Pro Natura aufmerksam machen: die Biodiversitätsinitiative. «Mehr Fläche und mehr finanzielle Mittel für den Naturschutz – das kommt auch der Blauflügelige Ödlandschrecke entgegen», sagt Rutschmann.

    Best of Tagesgespräch 2023

    Play Episode Listen Later Dec 30, 2022 26:49


    25 Minuten dauert ein Tagesgespräch; spannend ist oft, was geschieht, wenn das Mikrofon ausgeschaltet ist. Karoline Arn und David Karasek plaudern aus dem Nähkästchen. Wenn der IKRK-Präsident Peter Maurer plötzlich Gefühle zeigt, der Musiker Stefan Eicher etwas aus seiner Kindheit verrät oder Bundesrätin Simonetta Sommaruga über Energiesparen sinniert, dann ist das das Tagesgespräch. Neben dem Gesagten und Erzählten ereignen sich aber Dinge vor oder nach der Aufnahme. So hat ein Gast alle Unterlagen im Zug vergessen. Andere verraten mehr von sich als sie wollen, da die Sendung meist live ist oder spielen ausgefallene Instrumente, wie die Schildkröten-Ukulele. Was den beiden Gesprächsleitern David Karasek und Karoline Arn am stärksten in Erinnerung bleiben wird vom 2023, erzählen sie in ihrem persönlichen Rückblick.

    Susanne Hardmeier: Föderalismus - Hindernis oder Chance?

    Play Episode Listen Later Dec 29, 2022 26:57


    Was sollen die Kinder in der Schule lernen? Wer darf unterrichten? Solche Fragen beschäftigen uns nicht nur heute. Vor 125 Jahren gründeten die Kantone die Konferenz der Erziehungsdirektoren EDK, um sich auszutauschen. Susanne Hardmeier schaut als Generalsekretärin zurück und nach vorne. Hat Ihre Gemeinde genügend Lehrpersonen? Haben Sie ein oder zwei Jahre den Kindergarten besucht? Was halten Sie von Frühfranzösisch? Fragen rund um Schule und Bildung begleiten unseren Alltag. Oft wird politisch hart darum gekämpft: Beispielsweise um den Schulbeginn oder um «Harmos», die Harmonisierung der obligatorischen Schulzeit. Es ist wohl kein Zufall, dass sich die Kantone als erstes in Bildungsfragen zusammengeschlossen haben. Die Schweizer Konferenz der Erziehungsdirektorinnen und Erziehungsdirektoren EDK ist vor 125 Jahren gegründet worden und die älteste der kantonalen Konferenzen. Susanne Hardmeier ist Generalsekretärin der EDK und hat sich mit der Vergangenheit der EDK beschäftigt, die auch in die Zukunft weist. Ist der Föderalismus ein Hindernis oder eine Chance? Was kann die EDK zur Lösung der drängenden Probleme wie dem Lehrkräftemangel beitragen? Welche Herausforderungen sind in den letzten 100 Jahren geblieben? Welche neu hinzugekommen? Eine Ausstellung im Haus der Kantone in Bern zeigt die Meilensteine der Schweizer Bildungspolitik auf. Karoline Arn hat Susanne Hardmeier auf einem Rundgang begleitet.

    Marco Sieber: der neue Schweizer Astronaut

    Play Episode Listen Later Dec 28, 2022 26:23


    Der Arzt Marco Sieber fliegt bald als Astronaut zur Internationale Raumstation ISS oder zum Mond. Dafür musste er im Auswahlverfahren viel leisten. Der 33jährige Berner ist Gast im «Tagesgespräch» bei David Karasek. Die Europäische Weltraumorganisation ESA startet nächsten Frühling den neuen Lehrgang für Astronauten. Von 22500 Bewerberinnen und Bewerbern hat es der Schweizer Arzt Marco Sieber aus dem Kanton Bern geschafft. Die ESA hat ihn zusammen mit 16 weiteren Kandidatinnen und Kandidaten für den nächsten Lehrgang als Astronaut ausgewählt. Es ist in der Tat ein besonderes Ereignis, denn seit 15 Jahren hat die ESA keine neuen Astronautinnen und Astronauten rekrutiert. Auch im Schweizer Kontext ist Siebers Wahl besonders. Nach dem Waadtländer Claude Nicollier ist er erst der zweite Schweizer, der ins All fliegt. Der 33jährige Urologe, Fallschirmspringer und baldige neue Schweizer Astronaut Marco Sieber ist zu Gast im «Tagesgespräch».

    Regina Bucher: Erfolgsgeschichte des Tessiner Hesse Museums

    Play Episode Listen Later Dec 27, 2022 25:09


    Knapp 25 Jahre lang war Regina Bucher Leiterin des Hesse Museums in Montagnola, nahe Lugano. Ende Jahr tritt sie ab. Die Sonderpädagogin hat es geschafft, kulturelle Schranken zu überwinden und die Tessinerinnen für den deutschsprachigen Autor zu begeistern. Das Hesse Museum ist ein Touristenmagnet. 80 Prozent der Besucherinnen und Besucher kommen von ausserhalb, vor allem aus der Deutschschweiz. Die Tessinerinnen und Tessiner hatten zu Beginn Berührungsängste mit dem Museum über den meistgelesenen deutschsprachigen Autor. Vor allem durch die Einbindung der Schulen gelang es Regula Bucher, kulturelle Schranken zu überwinden und die Tessinerinnen und Tessiner für Hermann Hesse zu begeistern. 

    Daniel Kosch: «Kirchenaustritte können Warnrufe sein»

    Play Episode Listen Later Dec 23, 2022 27:10


    Er kennt nicht nur die Finanzen der römisch-katholischen Kirchen der Schweiz: Daniel Kosch verfolgte als Generalsekretär der RKZ 21 Jahre lang die Kirchenpolitik dreier Päpste, beteiligte sich am Synodalen Weg, um Reformen zu ermöglichen, und erlebte einen Höchststand an Kirchenaustritten. Nach 21 Jahren geht Daniel Kosch als Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz in Pension - er war sozusagen deren Finanzchef. In seiner Amtszeit hat er drei Päpste erlebt und damit Stillstand, aber auch Aufbruch, vor allem unter Papst Franziskus. Die Erwartungen an Reformen in der Katholischen Kirche sind gross. Hoffnungen legt Daniel Kosch in den Synodalen Weg, der Deutschland initiiert hat. Schnell wird aber weder der Zölibat wegfallen noch werden Frauen Priesterinnen werden. Wie könnte dies aber je möglich werden? Begleitet hat ihn während seiner ganzen Amtszeit auch die Aufarbeitung der sexueller Gewalt in der Katholischen Kirche und die immer grössere Zahl an Kirchenaustritten. Bieten die Katholischen Kirchen der Schweiz mit ihrer jetzigen Organisation einen besseren Schutz vor Missbrauch? Und weshalb ist Daniel Kosch trotz vieler Widersprüchen überzeugt von der katholischen Kirche? Im letzten «Tagesgespräch» vor Weihnachten ist Daniel Kosch zu Gast bei Karoline Arn.

    Ingo Potrykus: Der Goldene Reis, Durchbruch und Enttäuschung

    Play Episode Listen Later Dec 22, 2022 26:33


    Im Jahr 2000 gelang dem ETH-Pflanzenforscher Ingo Potrykus ein wissenschaftlicher Durchbruch: Er veränderte Reis genetisch, um dem Vitamin-A-Mangel entgegenzuwirken. Diesen Herbst wurde auf den Philippinen die erste Ernte eingefahren. Eine Erfolgsgeschichte ist es dennoch nicht. Der heute 89-jährige emeritierte Professor für Pflanzenforschung der ETH Zürich musste im Krieg sein Essen zusammenstehlen, um zu überleben. Mit seiner Forschung wollte er deshalb gegen den Hunger ankämpfen. Er schaffte einen wissenschaftlichen Durchbruch, den kaum jemand für möglich gehalten hätte: Reis genetisch so zu verändern, dass er dem Vitamin-A-Mangel entgegenwirken sollte. «Vitamin-A-Mangel ist der stille Hunger. Man spürt ihn erst, wenn es zu spät ist», sagt er. Sein Ziel: Millionen von Kindern vor dem Erblinden und dem Tod zu bewahren. Diesen Herbst ist auf den Philippinen die erste Ernte des sogenannten Goldenen Reises eingefahren worden. Doch die Widerstände dagegen sind ungebrochen gross. Ingo Potrykus schaut mit gemischten Gefühlen auf sein Lebenswerk zurück und auf die politischen Diskussionen rundum. Was ihn bis heute motiviert, sein Werk weiterzuführen, mit welchen Widerständen er nicht gerechnet hat, und warum er nicht weiss, ob er im Rückblick diesen riesigen Effort noch einmal machen würde – das erzählt er im Tagesgespräch bei Karoline Arn.

    Livia Leu - eine der mächtigsten Frauen im Aussendepartement

    Play Episode Listen Later Dec 21, 2022 26:23


    Bei ihrem Amtsantritt war die Beziehung der Schweiz zur EU eine der grössten Baustellen in der schweizerischen Aussenpolitik. Heute scheint die ganze Welt aus den Fugen. Staatssekretärin Livia Leu zur Gewalt im Iran, die Arbeit der Schweiz im UNO-Sicherheitsrat und Fortschritte im EU-Dossier. Chefunterhändlerin Livia Leu führt für die Schweiz die Sondierungsgespräche mit der Europäischen Union. Es gehe aktuell vor allem darum, zu definieren, wo Differenzen bestehen, sagt Leu, «ohne bereits Konzessionen zu machen.» Ziel sei eine «gemeinsame Landungszone» zu definieren. Beispielsweise einen «Paketansatz»: Dass drei neue bilaterale Abkommen zusammen verhandelt werden, losgelöst von institutionellen Fragen. Zur herausfordernden Arbeit der Schweiz im UNO-Sicherheitsrat, wo die Schweiz für die nächsten zwei Jahre Einsitz nehmen wird, meint Leu «Wir sind gut vorbereitet.» Das Aussendepartement werde auch den zusätzlichen Workload, parallel zum EU-Dossier, stemmen können. Bevor die 61jährige Staatssekretärin und Chefunterhändlerin in Brüssel wurde, war Leu unter anderem vier Jahre lang Schweizer Botschafterin in Teheran. Den Schweizer Kurs gegenüber dem Iran verteidigt sie und sagt: «Durch unseren Dialog mit den iranischen Behörden und der iranischen Justiz konnten auch Exekutionen verhindert werden.»

    Franz Perrez: «Mehr Fortschritte bei Biodiversität als bei Klima»

    Play Episode Listen Later Dec 20, 2022 26:47


    Vor einem Monat ging die Klimakonferenz in Scharm El-Scheich zu Ende. Diese Woche endet die Biodiversitätskonferenz in Montreal. An beiden Konferenzen wurden Lösungen für wichtige Umweltprobleme gesucht. Für die Schweiz verhandelte bei beiden Konferenzen Franz Perrez. Das Rebhuhn ist in der Schweiz 2019 ausgestorben. Laut Weltbiodiversitätsrat droht dieses Schicksal auch rund einer Million weiteren Tier- oder Pflanzenarten. Schon heute fehlen Insekten für die Bestäubung von Pflanzen und damit zur Produktion von Lebensmitteln. Um die Artenvielfalt zu retten, fordert die Biodiversitätskonferenz in Montreal mehr Schutzgebiete. Die Zauberformel dazu lautet: 30x30. Bis 2030 sollen 30 Prozent der Landfläche und 30 Prozent der Meere für Biodiversität gesichert werden. Ein stolzes Ziel. Die Schweiz beispielsweise ist weit davon entfernt. Für sie vor Ort verhandelt hat Franz Perrez. Perrez ist Schweizer Botschafter für Umwelt, leitet die Abteilung Internationales des Bundesamtes für Umwelt Bafu. Seit zwölf Jahren verhandelt er für die Schweiz an internationalen Konferenzen; diesen November an der Klimakonferenz, nun an der Biodiversitätskonferenz.

    Kathrin Lehmann – Das war die WM in Katar

    Play Episode Listen Later Dec 19, 2022 25:34


    Argentinien und Messi haben sich mit einem 4:2 im Elfmeterschiessen gegen Frankreich zum Weltmeister gekürt. Die ehemalige Schweizer Nationaltorhüterin und SRF-Fussballexpertin Kathrin Lehmann, spricht von einem verdienten Weltmeister und einem top organisierten Turnier. Trotz berechtigter Kritik. Die grossen Gewinner dieses Wochenendes sind Lionel Messi und seine Kollegen der argentinischen Nationalmannschaft. Sonntag fand das vielleicht spannendste Finale der WM-Geschichte statt – und Messi steuerte zwei Tore zum 3:3 und anschliessenden 4:2 Penalty Sieg Argentiniens über Frankreich bei. Was bleibt sonst von dieser Fussball-Weltmeisterschaft? Eine WM zwischen Kritik an Katar und Begeisterung für den Fussball. Eine WM mit einer durchzogenen Leistung der Schweizer Fussballnationalmannschaft und eine WM, welche zum ersten Mal im Winter stattfand. Kathrin Lehmann zählt zu den erfolgreichsten Profisportlerinnen Europas. Sie hat zwei Champions-League-Titel gewonnen: einen im Fussball, den anderen im Eishockey. Die ehemalige Schweizer Nationaltorhüterin hat für Radio SRF die Spiele in Katar kommentiert. Zudem ist sie Doktorandin am Lehrstuhl für Sportpädagogik an der Universität München.

    Christoph Schuck: Das Verschwinden von Skigebieten

    Play Episode Listen Later Dec 16, 2022 25:35


    Über 40 Prozent der Skigebiete in der Schweiz sind verschwunden. An einigen Orten zeugen noch Masten oder alte Bergstationen vom einstigen Skiboom. Der Klimawandel spielt dabei aber nicht zwangsläufig die Hauptrolle, weiss der Dortmunder Politikwissenschaftler Christoph Schuck. Sogar im Flachland liegt derzeit etwas Schnee. Und vielerorts kann man demnächst wieder die weissen Hügel runterbrettern. Können Sie sich noch an Ihre ersten Schwünge erinnern? An die erste Fahrt mit dem Bügellift, dem Tellerlilift, Händschefrässer oder Idiotenbagger, wie die Skilifte genannt wurden? Steht dieser Lift noch? Die Chance, dass er verschwunden ist, ist gross. Über 40 Prozent der Skigebiete in der Schweiz sind verschwunden. Der Schneemangel aufgrund der Klimaerwärmung ist nur einer von vielen Gründen, oft nicht einmal der wichtigste. Viele Skigebiete haben von falschen Renditen geträumt, ein Verdrängungskampf der Gebiete drängte zu stetiger Modernisierung und Investitionen – da konnten nicht mehr alle mithalten. Der Skiboom der 70er und 80er-Jahre flachte ab, heute ist es oft billiger, in die Ferien zu fliegen als Skiurlaub zu machen. Damit ist ein wichtiger Wirtschaftszweig verschwunden, aber auch eine Skikultur, die das Dorfleben vielerorts geprägt hat. Christoph Schuck ist Professor für Politikwissenschaft an der Technischen Universität Dortmund und hat das Verschwinden von Skigebieten in der Schweiz untersucht. Am Freitag wird im Alpinen Museum Bern die Ausstellung Après-Lift eröffnet. Karoline Arn hat in dieser Kulisse mit Christoph Schuck das Tagesgespräch geführt.

    Bruno Lezzi: «Schweizer Armee: unerfahren und wenig ideenreich»

    Play Episode Listen Later Dec 15, 2022 26:23


    Bruno Lezzi arbeitete beim Nachrichtendienst der Schweizer Armee, war der langjährige Militärexperte der NZZ und diente als Oberst im Generalstab. Nun hat er ein Buch zur internationalen und Schweizer Sicherheitspolitik geschrieben. Bruno Lezzi ist Gast im «Tagesgespräch». Der Militärhistoriker Bruno Lezzi hat sich während eines halben Jahrhunderts zwischen Armee, Journalismus und Politik bewegt. Nun zieht er ein Fazit über die Schweizer Sicherheitspolitik – und dies zum Teil sehr pointiert. Er beklagt, dass es im Schweizer Parlament immer weniger Militärkompetenz gibt und dass in der Armee viele Personen nicht wegen der Fachkompetenz, sondern aus regionalen oder parteipolitischen Gründen befördert werden. Das Verteidigungsdepartement sei eine militärisch weitgehend unerfahrene, wenig ideenreiche Crew. Bruno Lezzi ist zu Gast im «Tagesgespräch».

    Axel van Trotsenburg: «Die Weltbank braucht mehr Geld»

    Play Episode Listen Later Dec 14, 2022 25:45


    Corona-Pandemie, Ukrainekrieg, Klimaerwärmung: Diese Krisen treiben immer mehr Menschen in die Armut. Gab die Weltbank in den letzten Jahrzehnten durchschnittlich 42 Milliarden Dollar aus, sind es unterdessen jährlich 66. Es brauche mehr, sagt Axel van Trotsenburg, der operative Leiter der Weltbank. Jahrzehntelang konnte die Weltbank die Armut erfolgreich bekämpfen. Doch seit der Corona-Pandemie, dem Ukrainekrieg und den immer deutlicheren Folgen der Klimaerwärmung hat sich das Blatt gewendet. Alleine durch die Folgen der Corona-Pandemie sind 100 Millionen Menschen von extremer Armut betroffen. Hat die Weltbank früher durchschnittlich 42 Milliarden Dollar investiert, waren es in den letzten zwei Jahre 66 Milliarden. Nicht nur die Suche nach Geld ist eine grosse Herausforderung für die Weltbank, sondern auch die strategische Anpassung: Es können nicht mehr einzelne Länder unterstützt werden, es braucht globale Lösungen. Diese Woche startet bei der Weltbank eine Diskussion um ein neues Strategiepapier. Axel van Trotsenburg ist verantwortlich für die Programme der Weltbank. Welche Hilfe bietet die Weltbank der Ukraine? Welche Priorität hat die Bekämpfung der Klimaveränderung und welche Rolle übernimmt die Schweiz? Diese Fragen beantwortet Axel van Trotsenburg aus Washington im «Tagesgespräch» bei Karoline Arn.

    Kathrin Bertschy, Markus Ritter: Neustart in der Agrarpolitik?

    Play Episode Listen Later Dec 13, 2022 24:31


    Nach der Pestizid-, der Trinkwasser- und der Massentierhaltungsinitiative kommt nun der neue Bericht des Bundesrates zur Zukunft der Agrarpolitik ins Parlament. Wie viel Nachhaltigkeit es braucht, diskutieren die grünliberale Nationalrätin Kathrin Bertschy und Bauernverbandspräsident Markus Ritter. «Stopp!» sagte vor zwei Jahren das Parlament und sistierte die Debatte zur Ausrichtung der Agrarpolitik, die AP22+. Dies mit Blick auf drei Initiativen zur Landwirtschaftspolitik. In der Zwischenzeit hat die Bevölkerung die Trinkwasser-, Pestizid- und Massentierhaltungsinitiativen abgelehnt. Die Initiativen, die weniger Pestizide in der Landwirtschaft forderten, erhielten knapp 40 Prozent Zustimmung. Als Reaktion hat das Parlament nun in einem ersten Schritt festgelegt, dass in einem sogenannten Absenkpfad die Reduktion von Pestiziden festgelegt werden soll. Zudem hat der Bundesrat einen neuen Bericht zur Zukunft der Agrarpolitik verfasst. Ab 2030 sollen nicht nur die Bäuerinnen und Bauern, sondern auch die Konsumentinnen oder Detailhändler in die Pflicht genommen werden, um Lebensmittel zu produzieren, die das Klima, die Umwelt und die Tiere schonen. Am Dienstag diskutiert der Ständerat, wohin die Reise der Schweizer Landwirtschaft gehen soll. Ebenso wird der Marschhalt bei der AP22+ aufgehoben. Was haben die Initiativen politisch bewirkt? Wie schnell und stark sollen Pestizide in der Landwirtschaft verringert werden? Soll die Bevölkerung künftig weniger Fleisch essen, um die Umwelt und das Klima zu schonen? Diese Fragen diskutieren die grünliberale Nationalrätin Kathrin Bertschy und der Mitte-Nationalrat Markus Ritter jetzt im Tagesgespräch bei Karoline Arn.

    Paul Rechsteiner: «Kampf für soziale Gerechtigkeit geht weiter»

    Play Episode Listen Later Dec 12, 2022 25:42


    Seit 36 Jahren sitzt Paul Rechsteiner im nationalen Parlament und setzt sich für faire Löhne und sichere Renten ein. Nun tritt der 70-jährige Ständerat und langjährige Präsident des Gewerkschaftsbundes ab. Im «Tagesgespräch» blickt der St. Galler SP-Politiker auf seine lange Karriere zurück. Es ist eine aussergewöhnliche Laufbahn, jene von Paul Rechsteiner: Er wurde in den 50er-Jahren als Arbeiterkind in St. Gallen geboren, wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf, wurde geprägt von der 68er-Bewegung und schaffte dann erst den Sprung in den Nationalrat, später sogar in den Ständerat – eine besondere Leistung für einen Linken in einem konservativen, katholisch geprägten Kanton. Im Parlament engagierte sich der Anwalt von Anfang an für die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für jene von Minderheiten und generell für die Menschenrechte. Daneben machte er Karriere als Gewerkschafter: So leitete er 20 Jahre lang als Präsident den Schweizerischen Gewerkschaftsbund. Doch nun ist Schluss: Ende Woche tritt der amtsälteste Parlamentarier aus dem Ständerat zurück. Welche Bilanz zieht der Mann mit dem unverkennbaren Schnauz nach 36 Jahren nationaler Politik? Was hat er politisch erreicht, was nicht? Und worauf freut sich der 70-Jährige am meisten, wenn er wieder mehr Zeit für sich hat? Er ist jetzt Gast von Rafael von Matt im «Tagesgespräch».

    Aline Trede, Christian Imark: Wende in der Energiepolitik?

    Play Episode Listen Later Dec 9, 2022 26:50


    Das Umwelt- und Energiedepartement UVEK ist in der Hand der SVP. Während die SVP auf eine andere Energiepolitik hofft, fürchten sich die Grünen vor einem Rückschritt in der Klimapolitik. Aline Trede, Fraktionspräsidentin der Grünen und SVP-Nationalrat Christian Imark sind zu Gast im Tagesgespräch. Albert Rösti von der SVP übernimmt das Umwelt- Verkehrs, Energie- und Kommunikationsdepartement. Die Reaktionen lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: «Der Ölbaron schnappt sich das UVEK» titeln die Grünen, «den linksgrünen Blindflug stoppen», schreibt die SVP. Die SVP wünscht sich eine andere Umwelt- und Energiepolitik, die Grünen fürchten sich vor Rückschritten in der Klimapolitik und in der Energiewende. Politisch stehen wichtige Geschäfte an: Zum Beispiel das sogenannte Klimaschutzgesetz, der indirekte Gegenvorschlag zur Gletscherinitiative, welches die SVP mit einem Referendum bekämpft. Oder das CO2-Gesetz, das in einer Neuauflage vorliegt. Im Tagesgespräch treffen sich Aline Trede, Nationalrätin und Fraktionspräsidentin der Grünen, und SVP-Nationalrat Christian Imark, Vizepräsident der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie UREK. Wo liegen ihre Differenzen, wo die Gemeinsamkeiten für eine Klima- und Energiepolitik? Welche Erwartungen haben sie an die neue Führung im UVEK und wie begründet sind ihre Hoffnungen und Ängste? Antworten geben Aline Trede und Christian Imark im Tagesgespräch bei Karoline Arn.

    Christian Fuchs: Razzia gegen «Reichsbürger»

    Play Episode Listen Later Dec 8, 2022 24:29


    Einer der grössten Anti-Terror Einsätze in der Geschichte Deutschlands: Spezialkräfte haben Razzien bei «Reichsbürgern» durchgeführt, die das politische System in Deutschland stürzen wollten. Christian Fuchs, Extremismus-Experte bei der «Zeit» ist zu Gast im «Tagesgespräch» bei David Karasek.

    Marco Chiesa und Mattea Meyer zur Bundesratswahl

    Play Episode Listen Later Dec 7, 2022 24:38


    Wahltag im Bundeshaus. Die Vereinigte Bundesversammlung hat die frei gewordenen Sitze im Bundesrat neu besetzt. Im Rennen um die Nachfolge von Ueli Maurer setzte sich mit Albert Rösti der Favorit rasch durch. Elisabeth Baume-Schneider setzte sich als Überraschungssiegerin beim SP-Sitz durch. Die Ausmarchung um den freien SP-Bundesratssitz wurde zum Krimi: Mit Elisabeth Baume-Schneider gab es eine Überraschungssiegerin. Die 58-jährige jurassische Ständerätin und frühere Staatsrätin tritt die Nachfolge von Simonetta Sommaruga an. Was ist zu erwarten von den Neuen, welche Hoffnungen setzen SVP-Parteipräsident Marco Chiesa und SP-Präsidentin Mattea Meyerin in Ihre Vertreterin oder ihren Vertreter? Welches Departement würden sie sich für wünschen?

    Simone Fatzer – Ein Jahr Ampelkoalition. Die Bilanz

    Play Episode Listen Later Dec 6, 2022 25:59


    Vor einem Jahr wurde Olaf Scholz als Bundeskanzler vereidigt. Daraufhin nahm die Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP ihre Arbeit auf. Doch der Angriff Russlands auf die Ukraine hat alles verändert: Die Regierung wird von den Folgen des Krieges und der Energiekrise vor sich hergetrieben. Würde in Deutschland heute gewählt, die sogenannte Ampelkoalition würde ihre Mehrheit verlieren. Gemäss Umfragen sind zwei Drittel der Bevölkerung mit der Regierungsarbeit unzufrieden. Von 270 Projekten, die sich die Ampel vorgenommen hatte, konnte sie erst sieben Prozent umsetzen. Die deutsche Regierung aus SPD, Grünen und FDP hatte vor knapp einem Jahr ihre Arbeit aufgenommen, Olaf Scholz seinen Amtseid als Kanzler geleistet. Der russische Angriff auf die Ukraine Ende Februar hat alles verändert. Seitdem ist die Regierung getrieben von der Energiekrise und deren Folgen. Nach anfänglichem Enthusiasmus knirschte es mehrfach zwischen den drei Parteien der Ampel und ihren Politstars Annalena Baerbock, Robert Habeck, Christian Lindner und Olaf Scholz.

    Wolfgang Richter: «Kein Frieden in Sicht»

    Play Episode Listen Later Dec 5, 2022 26:24


    Mit dem Winter tritt der Krieg in der Ukraine in eine neue Phase ein. Militärexperte Wolfgang Richter kennt die militärische Lage und Kriegsziele Russlands und der Ukraine. Er sagt: «Seinen Höhepunkt hat der Ukrainekrieg noch nicht erreicht.» Inzwischen droht der Konflikt zum langen Abnützungskrieg zu werden, mit vielen Opfern und grossen Schäden. Wie ist die militärische Lage einzuschätzen, welche Kriegsziele verfolgen Russland und die Ukraine? Muss Putin verlieren oder darf er nicht gewinnen? Der Militärexperte Wolfgang Richter, Oberst a. D. der deutschen Bundeswehr und Sicherheitsexperte bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin ist zurzeit in der Schweiz auf Einladung der Schweizerischen Gesellschaft für Aussenpolitik. Wolfgang Richter sagt: «Auf russischer Seite gibt es noch viele nationale, materielle und personelle Reserven. Die Ukraine ist immer abhängiger von westlichen Hilfen. An den Westen stellt sich also die Frage: Ist man in der Lage und bereit auf Kriegsproduktion umzustellen.»

    Elisabeth Baume-Schneider: die Aussenseiterin holt auf

    Play Episode Listen Later Dec 2, 2022 27:12


    Im Rennen um die Nachfolge von Bundesrätin Simonetta Sommaruga ist Elisabeth Baume-Schneider die Aussenseiterin. In den ersten Hearings hat die Ständerätin aus dem Jura aber aufgeholt. Elisatbeth Baume-Schneider ist zu Gast im «Tagesgespräch». Wer folgt im Bundesrat auf Simonetta Sommaruga? Der Entscheid fällt am 7. Dezember. Als Kronfavoritin galt von Anfang an die Basler Ständerätin Eva Herzog. Die Kandidatur von Elisabeth Baume-Schneider kam eher überraschend. Dennoch schaffte es die Kandidatin aus der Westschweiz auf das Bundesratsticket der SP. Seit den ersten Hearings Anfang Woche scheint Baume-Schneider aufzuholen. Von Vorteil für die 59-jährige Jurassierin könnte sein, dass sie auf einem Bauernhof aufgewachsen ist. Ihr Profil, das weiter links ist als jenes von Konkurrentin Eva Herzog, könnte allerdings zum Stolperstein werden. Für den Kanton Jura hätte die Wahl Baume-Schneiders eine grosse Bedeutung. Der Kanton hatte noch nie eine Vertretung im Bundesrat.