Das Tagesgespräch beobachtet die Welt aus einem wirtschaftspolitischen, kulturpolitischen oder gesellschaftspolitischen Blickwinkel. Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages diskutiert und vertieft.
Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Was muss passieren, damit die Schweiz auch in Zukunft genügend Strom hat? Die Axpo hat dazu eine umfassende Studie verfasst und präsentiert zwei Szenarien. Wie stellt sich die Axpo den Strommix der Zukunft vor? Axpo-Chef Christoph Brand ist zu Gast bei Simone Hulliger. Zwei Szenarien eignen sich gemäss Axpo für eine sichere und effiziente Energieversorgung: Eines setzt auf den Ausbau von erneuerbarer Energie plus den Bau von Gaskraftwerken, das andere auf den Ausbau von erneuerbarer Energie plus den Bau von zwei neuen Kernkraftwerken. Die Axpo als aktuell grösste Produzentin von Atomstrom zieht das Szenario ohne neue AKWs vor. Die finanziellen Risiken der Kernkraft seien zu hoch, das erschwere die politische Realisierbarkeit. Christoph Brand erzählt, wo die Vor- und Nachteile der verschiedenen Energieproduktionen liegen, nimmt Stellung zur Kritik an seiner Studie und plädiert für Pragmatismus und Kompromissfähigkeit in der Energiedebatte.

Im Herbst ist Donald Trump zwei Jahre US-Präsident. Das hat vieles in den USA verändert. Vom Strassenbild mit grossen Trump-Bannern bis zum Familientisch, bei welchem entweder politisiert wird, oder Politik tunlichst umschifft. Welche Beobachtungen macht SRF US-Korrespondentin Barbabara Colpi? Die USA-Korrespondentin von SRF, Barbara Colpi, lebte bereits als Austauschschülerin in den USA. Die Freundschaft zu ihrer Gastfamilie ist geblieben. Heute dreht sich das Tischgespräch um Politik und Donald Trump. Das war früher anders. Barbara Colpi lebt in Washington und bereist das ganze Land. Wie hat sich die Gesellschaft in den letzten Jahren verändert? In den Städten, auf dem Land? Wie wird die aktuelle Politik unter Donald Trump verfolgt und bewertet? Die Schweizer Medien beschäftigen sich intensiv mit der Politik des US-Präsidenten. Ticker vermelden die neusten Ereignisse. In den USA prangen zwar grosse Banner von Donald Trump in Städten wie Washington, die Präsenz in Alltagsgesprächen dagegen ist deutlich geringer. «In der Schweiz ist Donald Trump fast präsenter als in den USA», so Colpi. Wie der Krieg gegen den Iran oder die Eier- und Benzinpreise sich auf die Gesellschaft auswirken, erzählt Barbara Colpi im Tagesgespräch bei Karoline Arn.

Der neue Bildungsbericht zeigt: Nicht alle bildungspolitischen Ziele werden erreicht. So sinkt etwa der Anteil aller 25-jährigen mit einem Sekundarstufe II-Abschluss. Woran liegt das? Der Bildungsforscher Stefan Wolter ist zu Gast bei Simone Hulliger. Wolter hat als Direktor der Schweizer Koordinationsstelle für Bildungsforschung den Bericht verfasst. Dieser erscheint alle vier Jahre. Das ermögliche, langfristige Entwicklungen zu sehen. So sei es ein Trend, dass die Schülerinnen und Schüler seit 2015 in den PISA-Studien immer schlechter abschneiden. Ein Negativtrend, der auch im Ausland zu beobachten sei, für den es aber noch keine klare Erklärung gibt. Im «Tagesgespräch» spricht Wolter auch zu den Erkenntnissen über die integrative Schule und die Herausforderungen an die Bildung in Zeiten von KI.

Der grösste Uhren-Konzern der Schweiz, die Swatch-Gruppe, hat einen Gewinneinbruch erlitten. Warum gibt sich der Chef trotzdem optimistisch? Was steckt hinter der Kritik an der Nationalbank? Und, wie reagiert er als Industrieller auf die aktuellen Kriege? Kritische Fragen an Swatch-Chef, Nick Hayek. Der Reingewinn der Swatch-Gruppe ist im letzten Jahr um fast 90 Prozent zurück gegangen, nach einem bereits schlechten Jahr 2024. Wie schon vor einem Jahr gibt sich der Chef der Swatch-Gruppe, Nick Hayek trotzdem optimistisch fürs laufende Jahr. Woher schöpft er seine Zuversicht? Alles andere als zufrieden ist Nick Hayek gleichzeitig mit der Schweizerischen Nationalbank. Diese unternehme viel zu wenig gegen den starken Franken, der die Exportindustrie stark belaste, meint er. Macht es sich der Swatch-Chef nicht ein bisschen zu einfach? Wie erklärt er sich, dass andere Industriebetriebe die Situation aktuell eher gelassen nehmen? Trotz sinkenden Margen und schlechter Auslastung der Produktionsstätten, will die Swatch-Gruppe keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen. Wie lange noch? Und, was sagt der Chef zur Kritik von Beobachterinnen und Beobachtern, dass die Swatch-Gruppe ihr Potential nicht ausschöpfe und er sein Unternehmen wie ein Monarch führe? Welche Zukunft hat die Schweizer Uhrenindustrie und wo? Nick Hayek hat in den letzten Monaten nicht gespart mit Kritik am Verhalten der Schweizer Position gegenüber der US-Zollpolitik. Aber wären Gegenzölle auf Gold zum Beispiel tatsächlich zielführend im Verhältnis zu den USA? Wie hat's der scharfe Kritiker eines Rahmenabkommens angesichts der unsichereren Weltlage heute mit der EU? Und, wie blickt er auf den Krieg im Nahen Osten, wo Schweizer Uhren insbesondere in den reichen Golfstaaten bisher zahlreiche Kunden gefunden haben? Nick Hayek, der Chef der Swatch-Gruppe, nimmt Stellung in der Samstagsrundschau bei Klaus Ammann. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.

Über 18 Jahre sass Eric Nussbaumer für die Baselbieter SP im Nationalrat. Nun tritt er vorzeitig zurück. Nach seinem letzten Auftritt im Parlament ist er zu Gast bei Simone Hulliger. Energie- und Europapolitik waren die beiden Schwerpunkt-Themen von Eric Nussbaumer. Als «EU-Turbo» wurde er bezeichnet, nicht immer passte sein Kurs der Partei. Nach der Katastrophe von Fukushima profilierte sich Nussbaumer als Energiepolitiker und war einer der prägenden Figuren hinter der Energiestrategie 2050. Nun will der Bundesrat den Bau neuer AKWs wieder zulassen. Bricht sein politisches Vermächtnis zusammen? Nussbaumer spricht über Erfolge und Niederlagen, über die Bedeutung seines Glaubens in der Politik und über ein bedeutendes Telefonat mit Beat Jans.

Der Iran-Krieg lenkt den Blick auf die Ukraine: Ihre Erfahrung in der Abwehr iranischer Drohnen macht sie weltweit gefragt. Wie lässt sich dieses Know-how nutzen und welche Chancen entstehen daraus für das Land selbst? SRF-Korrespondent David Nauer berichtet aus der Ostukraine aktuell vor Ort. Die Ukraine stemmt sich weiterhin entschlossen gegen die russische Invasion. Gleichzeitig sorgt ein neuer Krieg für internationale Unruhe: Die USA und Israel greifen den Iran an. Trotz der Distanz sind die Konflikte enger verknüpft, als es scheint, sagt SRF-Korrespondent David Nauer. Ausserdem berichtet er direkt von der Front über die aktuelle Lage – und darüber, wie Schulen und Kulturangebote zunehmend in den Untergrund verlagert werden. Er ist zu Gast bei David Karasek.

Kreditkarten werden in der Schweiz im Gegensatz zu anderen Ländern weniger als Abzahlungskredit benutzt. Die Betrugsfälle nehmen zu, das US-Unternehmen Mastercard beteiligt sich auch bei der Bekämpfung von organisierter Kriminalität, sagt Daniela Massaro, Chefin von Mastercard Schweiz. In den Chefetagen des Finanzsektors sind Frauen immer noch untervertreten. Daniela Massaro setzt auf Frauenförderung und ist überzeugt, dass gemischte Teams am effizientesten und innovativsten arbeiten. In diesem Sinne führt Daniela Massaro Mastercard Schweiz, auch wenn Donald Trump auf US-Unternehmen Druck macht, solche Ziele zu streichen. Die zunehmenden Betrugsfälle machen Massaro Sorgen, sie sind eine grosse Herausforderung für das Unternehmen. Alle 8 Minuten gelingt in der Schweiz allgemein ein Cyberbetrug. Ihre Daten stellt Mastercard zur Verfügung, um international gegen organisierte Kriminalität vorzugehen. Daniela Massaro ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.

Aus Sicherheitsgründen schloss die Schweiz letzte Woche ihre Botschaft in Iran. Nun ist Botschafter Olivier Bangerter zurück in Bern und zu Gast bei Simone Hulliger. Jeden Tag erschütterten 150 bis 200 Explosionen Teheran. Das Leben und Arbeiten wurde für ihn und sein Team immer schwieriger, erzählt Bangerter. Die Schweiz muss als Schutzmacht der USA einen Gesprächskanal zwischen den USA und Iran sicherstellen und ist auch für die konsularischen Dienste der US-Bürgerinnen und Bürger zuständig. Wurden diese Dienste seit Kriegsausbruch genutzt? Was kann Bangerter von der Schweiz aus leisten? Und wie hinterlässt man eine Botschaft im Kriegsgebiet?

Die neue Schweizer Jugendstudie zeigt: Viele Jugendliche sorgen sich um Zukunft und Krisen. Unterstützung suchen sie zunehmend digital – bereits jeder Zehnte wendet sich bei Problemen an eine KI. Was sagt das über den Zustand der jungen Generation? Pro-Juventute-Direktorin Nicole Platel ordnet ein. Schulstress, Mobbing und die Kriege dieser Welt. Es sind Themen, die junge Menschen in der Schweiz beschäftigen. Die repräsentative Jugend-Studie der Pro Juventute, die heute erscheint, hat den Jugendlichen (14-25 Jahre) den Puls genommen und sie zu ihrem psychischen Befinden befragt. Die grosse Mehrheit fühlt sich wohl. Aber viele Junge Menschen, vor allem Mädchen, sind gestresst, müde und erschöpft. Die Pro Juventute Jugendstudie wurde gemeinsam mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich entwickelt. Die Direktorin von Pro Juventute, Nicole Platel ist zu Gast bei David Karasek.

Die Stimmbevölkerung hat sich für die Individualbesteuerung ausgesprochen. Doch die Mitte lässt offen, ob sie an ihrer Volksinitiative festhält, die Eheleute weiterhin gemeinsam besteuern will. Fraktionspräsidentin Yvonne Bürgin nimmt Stellung zur Kritik, ihre Partei sei eine schlechte Verliererin. Das Steuer-Duell zwischen der FDP und der Mitte haben am Wochenende die Freisinnigen für sich entschieden. Mit 54% Ja-Stimmen haben die Stimmberechtigten das Bundesgesetz über die Individualbesteuerung angenommen, mit dem ein langjähriges Anliegen der FDP umgesetzt wird. Der Entscheid bringt die Mitte in eine ungemütliche Lage. Ihre Volksinitiative «Ja zu fairen Bundessteuern auch für Ehepaare» verlangt, dass die sogenannte «Heiratsstrafe» beseitigt wird. Eheleute sollen aber weiterhin gemeinsam veranlagt werden, was der Individualbesteuerung widerspricht. In der «Samstagsrundschau» erklärt die Präsidentin der Mitte-Fraktion, die Zürcher Nationalrätin Yvonne Bürgin, weshalb ihre Partei das Volksbegehren nicht sofort zurückzieht und sich damit dem Vorwurf aussetzt, das Ergebnis der Volksabstimmung nicht akzeptieren zu wollen. Zweites Thema in der Sendung ist der Entscheid des Ständerats, den Neubau von Kernkraftwerken in der Schweiz wieder ermöglichen zu wollen. Er ist dank zahlreicher Stimmen der Mitte-Partei zustande gekommen. Torpediert die Partei damit den Ausbau der erneuerbaren Energien, den die damalige Mitte-Bundesrätin Doris Leuthard nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima vor 15 Jahren eingeleitet hat? Mitte-Fraktionspräsidentin Yvonne Bürgin stellt sich den Fragen von Philipp Burkhardt. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.

Die US-Regierung reagiert auf den wegen des Iran-Kriegs stark gestiegenen Ölpreis: Länder dürfen vorübergehend russisches Öl kaufen, das bereits auf Tankern unterwegs ist. Was sind die Folgen? Einschätzungen von Energieexperte Christof Rühl von der Columbia University in New York. Der Angriff der USA und Israels auf den Iran sorgt für Turbulenzen auf den Energiemärkten. Öl- und Gaspreise steigen stark, seit Kriegsbeginn hat sich Rohöl deutlich verteuert. Wie geht es weiter? Wie gross ist das Risiko für die Weltwirtschaft – und was bedeutet das für den Benzinpreis in der Schweiz? Christof Rühl ist deutscher Ökonom, Energie-Experte an der Columbia University in New York, und er war bis 2014 Chefökonom des Ölkonzerns BP. Rühl ist zu Gast bei David Karasek.

Rund zwei Monate nach Crans-Montana erschüttert der Postauto-Brand von Kerzers die Schweiz. Der Psychiatrie-Chefarzt Thomas Ihde erklärt, warum uns solche Taten so tief treffen und was wir dagegen tun können. Am Dienstagabend brannte in Kerzers im Kanton Freiburg ein Postauto. Sechs Personen sind dabei gestorben. Der Brand wurde absichtlich ausgelöst. Der Täter war laut der Polizei «psychisch instabil» und von seiner Familie als vermisst gemeldet. Was löst dieses Unglück in der Bevölkerung aus, nur zwei Monate nach der Brandtragödie von Crans-Montana? Thomas Ihde, Chefarzt der Psychiatrie an den Spitälern Frutigen, Meiringen, Interlaken ist zu Gast bei David Karasek.

6 Jahre lang war Patrik Wülser SRF-Korrespondent in Grossbritannien. In dieser Zeit hat er mehrere Premiers kommen und gehen sehen, hat den Tod der Queen oder den Brexit journalistisch begleitet. Nun zieht er weiter und schaut vorher im Tagesgespräch nochmals zurück. Als Patrik Wülser vor 6 Jahren in London angekommen ist, war das Land bewegt von der Pandemie und dem Brexit. Seither ist viel passiert. Wülser war es stets wichtig, die grossen Themen im Kleinen zu erzählen. Nahe bei den Menschen, vor Ort. Im Tagesgespräch erzählt er, wie sich das Land verändert hat, warum es gewohnt ist, mit Erschütterungen umzugehen und warum die Königsfamilie mehr ist als Stoff für die Klatschpresse. Als Korrespondent sei man immer Abruf, sagt Wülser. Es habe sich angefühlt, als hätte er das Königreich stets in der Hosentasche mit dabei. Patrick Wülser ist Gast bei Simone Hulliger.

Antisemitismus in der Schweiz bleibt auch 2025 auf hohem Niveau. In der realen Welt haben die Fälle leicht abgenommen, online hingegen stark zugenommen. Warum ist das so? Zsolt Balkanyi, Präsident der Stiftung gegen Antisemitismus und Rassismus ist zu Gast bei Simone Hulliger. Antisemitismus ist in der Schweiz nach dem Anschlag der Hamas auf Israel und dem Krieg in Gaza stark angestiegen. Auch im 2025 sind die Fälle auf hohem Niveau, haben aber in der realen Welt leicht abgenommen. Im Internet hingegen sind sie angestiegen. Wie passt das zusammen? Was sind Auslöser von antisemitischen Vorfällen und wo ist die Grenzen zwischen Israelkritik und Antisemitismus? Zsolt Balkanyi-Guery, Präsident der Stiftung gegen Antisemitismus und Rassismus, ist zu Gast im Tagesgespräch. Seine Stiftung hat mit dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund den Antisemitismus-Bericht verfasst.

Gerade in den aktuellen Krisenzeiten seien die Ergebnisse der Abstimmungen vom Sonntag ein klares Vertrauensvotum und ein Bekenntnis zum politischen System in der Schweiz und unseren Institutionen. Das sagt Politologin Cloé Jans von GfS Bern. Erfolg für Bundesrat und Parlament: Die Individualbesteuerung erhält überraschend viel Zustimmung. Die SRG- und die Klimafonds-Initiative werden deutlich verworfen. Auch die Bargeld-Initiative fällt durch, während der Gegenvorschlag angenommen wird. Politikwissenschaftlerin Cloé Jans analysiert die Resultate des Abstimmungssonntags. Sie ist Mitglied der Geschäftsleitung beim Forschungsbüro GFS Bern und zu Gast bei David Karasek.

Die aktuellen Kriege verursachen grosse Verwerfungen im Flugverkehr. Was heisst das für die Swiss nach einem mässigen 2025? Hat sie die Anziehungskraft der USA überschätzt? Wie will sie das Personal wieder gewinnen? Und, was sind ihre Klima-Ziele wert? Kritische Fragen an Swiss-Chef, Jens Fehlinger. Den Flugbetrieb ans wichtige Drehkreuz Dubai und ins israelische Tel Aviv muss die Schweizer Fluggesellschaft vorläufig aussetzen. Der neue Krieg im Nahen Osten erschwert aber auch den Flugverkehr nach Asien, weil nur noch schmale Korridore in der Luft zur Verfügung stehen. Bisher hat die Swiss erst einen Flug durchgeführt, um feststeckende Schweizer Passagiere zurückzuholen. Warum nicht mehr? Wie wird sich die aktuelle Situation in den Zahlen niederschlagen? Der Blick auf die Geschäftszahlen zeigt, dass der Gewinn im letzten Jahr um gut ein Viertel eingebrochen ist und das obschon die Zahl der Flüge und der Passagiere gestiegen ist und die Treibstoffpreise deutlich gesunken sind. Wie will die Schweiz ihre Resultate verbessern angesichts der eher noch weniger stabilen Weltlage und der wieder steigenden Treibstoffpreise? Ein Grund für das finanzielle Schwächeln im letzten Jahr, waren Probleme bei der Rekrutierung von Personal. Hat die Swiss bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu viel gespart? Mit welchen Argumenten will die Führung das Personal wieder gewinnen, jetzt wo neue Verhandlungen über den Gesamtarbeitsvertrag anstehen? Und, die Swiss gibt sich nicht nur das Image einer qualitativ hochstehenden Fluggesellschaft, sondern auch das einer nachhaltigen. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen um 50 Prozent reduziert werden im Vergleich zu 2019, bis 2050 will die Swiss – wie die Schweiz als Land – bei Netto-Null sein. Die Hoffnungen liegen auf nachhaltigen Treibstoffen SAF. Doch noch sind die verfügbaren Mengen verschwindend klein und die SAF sehr teuer. Wie realistisch sind die Klima-Ziele der Swiss angesichts der Tatsache, dass nicht nur in der Schweiz immer mehr geflogen wird? Jens Fehlinger, der Chef der Fluggesellschaft Swiss, nimmt Stellung in der Samstagsrundschau bei Klaus Ammann. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.

Nach der Militärintervention in Venezuela hat die USA Iran angegriffen. Auch bei Grönland droht der US-Präsident Donald Trump, es notfalls militärisch zu übernehmen. SRF-Nordeuropakorrespondent Bruno Kaufmann ist in der grönländischen Hauptstadt Nuuk. Auf der Insel wächst die Besorgnis. Seit Jahren beschreitet Grönland den Weg Richtung Unabhängigkeit. Der zunehmend aggressiv geäusserte Wunsch der USA, Grönland zu übernehmen, hat die Bande der Insel mit Dänemark wieder verstärkt. Wie sind die Beziehungen zwischen Grönland und den USA und Grönland und Dänemark gewachsen? Wie haben sie sich entwickelt? Wie denken Grönländerinnen und Grönländer über die US-Übernahmegelüste? Wie kommen Ankündigungen an, beispielsweise ein Spitalschiff werde zur Unterstützung geschickt? Bruno Kaufmann reist immer wieder nach Grönland. Was er nun angetroffen hat, wie sich das Land verändert und wie es seine Zukunft sieht, erzählt er Tagesgespräch bei Karoline Arn.

Die Mitgründerin von «Free Iran Switzerland» verurteilt den Krieg. Gleichzeitig versteht sie jene, die darin die letzte Chance sehen, das Mullah-Regime zu stürzen. Ihre Verwandten im Iran, sagt sie, hätten immer weniger Hoffnung. Saghi Gholipour hat Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt Iran studiert. Ihre Familie ist in den 80er Jahren vor dem iranischen Regime geflohen. Seit ihrem zweiten Lebensjahr lebt sie in der Schweiz. Heute ist sie Mitgründerin des Vereins «Free Iran Switzerland» und setzt sich dafür ein, dass die Stimme des iranischen Protests auch in der Schweiz gehört wird. Saghi Gholipour ist Gästin im Tagesgespräch bei David Karasek.

Der Krieg im Nahen Osten hat auch Auswirkungen auf die Warenströme. Die Golfregion ist eine wichtige Drehscheibe für den Handel. Was heisst das für einen der weltweit grössten Logistik-Dienstleister? Stefan Paul, der Chef von «Kühne + Nagel» ist zu Gast bei Simone Hulliger. Viele Flugzeuge stehen aktuell in der Golfregion still. Damit fehlten 18% der weltweiten Frachtkapazität für den Luftverkehr, erklärt Paul. «Kühne + Nagel» versuche nun, Flieger aus anderen Regionen zu chartern. Die Schifffracht sei weniger betroffen, Paul rechnet nicht damit, dass in Europa Produkte in den Läden fehlen werden. Anders sieht es in der Golfregion aus: Die fast stillgelegten Häfen und Flughäfen erschwerten die Zulieferung von Waren stark. Wie geht der Logistiker mit der Unsicherheit um? Stefan Paul ist seit 2022 CEO des Schweizer Speditionskonzerns «Kühne + Nagel».

Vor über 10 Jahren lancierte der Unternehmer Guido Fluri die Wiedergutmachungsinitiative. Nun folgt eine zweite: Mit der «Internetinitiative» fordert er eine strengere Regulierung von Tech-Plattformen, Suchmaschinen und KI-Portalen. Was treibt ihn an? Und wo will er konkret ansetzen? Was auf Tech-Plattformen gezeigt werde, gefährde die Grundrechte und die Demokratie in der Schweiz. Besonders betroffen seien Kinder und Jugendliche. Fluri will Big-Tech-Unternehmen im Bereich Gewalt, Cyberkriminalität und ausländische Desinformationskampagnen stärker zur Verantwortung ziehen. Nationalrätinnen und Nationalräte aller grosser Parteien sowie Organisationen aus der Zivilgesellschaft stützen die Vorlage. Wie soll diese Regulation konkret funktionieren? Wie schmal ist der Grat zur Zensur? Und warum sollen ausländische Konzerne vor einer Schweizer Initiative kuschen? Guido Fluri gründete 2010 die «Guido Fluri Stiftung», welche den Kinderschutz als Stiftungszweck aufweist.

Nach vier Jahrzehnten Politik zieht die Zürcher SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr einen Schlussstrich. Im Tagesgespräch spricht sie so offen wie selten: Über Macht, Verantwortung und die Erfahrung politischer Niederlagen. Was hat sie geprägt? Und warum geht sie jetzt? Jacqueline Fehr zieht einen Schlussstrich: Die langjährige Regierungsrätin und ehemalige Nationalrätin verzichtet auf eine erneute Kandidatur bei den Wahlen im April 2027 und schlägt einen neuen beruflichen Weg ein. Im Tagesgespräch blickt Fehr auf ihre politische Laufbahn zurück. Sie spricht offen über Macht und Verantwortung, über prägende Entscheidungen und persönliche Zweifel, aber auch über Fehler, Rückschläge und grosse Niederlagen, wie die Nichtwahl in den Bundesrat. Was bleibt nach einem Leben in der Politik? Was hat sich verändert – im Land, im politischen Betrieb und bei ihr selbst? Und was braucht es heute, um politische Verantwortung zu übernehmen? Jacqueline Fehr ist zu Gast bei David Karasek.

Die Schweizer Botschaften in Iran, Israel und einigen Golfstaaten sind weiter in Betrieb - unter erschwerten Bedingungen. Die Ereignisse überschlagen sich, erzählt Monika Schmutz Kirgöz, die Nahost-Chefin im EDA. Wo ist noch Raum für Diplomatie? Monika Schmutz Kirgöz ist zu Gast bei Simone Hulliger. Die Kommunikation sei eingeschränkt, es sei für das Team in Teheran aktuell schwierig, das iranische Aussendepartement zu erreichen, sagt Schmutz Kirgöz. Doch es sei wichtig, als Schutzmacht der USA weiter vor Ort zu sein und den Kanal zwischen den USA und Iran offenzuhalten. Auch in Israel bleibt der Botschafter vor Ort. Gestern mussten er und sein Team immer wieder Schutzräume aufsuchen. Welche Signale hat die Schweiz aus den Vertretungen in den Golfstaaten? Ist das Scheitern der Verhandlungen unter der Führung des Oman auch eine Niederlage für die Diplomatie? Und welche Rolle kann die Schweiz nun spielen? Monika Schmutz Kirgöz leitet die Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika im Aussendepartement EDA.

Die USA haben ihre Drohung wahr gemacht und zusammen mit Israel den Iran angegriffen. Der Iran wiederum reagierte mit Raketen auf Ziele in Israel und US-Militärbasen in der Region. Wie das alles einzuordnen ist, erklärt Nahost-Expertin Gudrun Harrer im Gespräch mit Karoline Arn. Der Angriff hatte sich seit Tagen abgezeichnet: Die USA haben Flugzeugträger in der Region stationiert und Botschaftspersonal abgezogen. Trotz Ankündigung, dass die Gespräche mit dem Iran weitergehen sollen, folgte der Schlag dann am Samstag. Welche Ziele verfolgen die USA und Israel? Was bedeuten diese Angriffe für die Region? Und sind Hoffnungen der Opposition auf einen Regimewechsel gerechtfertigt? Antworten darauf gibt Nahostexpertin Gudrun Harrer im Tagesgespräch Spezial mit Karoline Arn. Gudrun Harrer leitete das Auslandressort der österreichischen Tageszeitung Standard und unterrichtet an der Universität Wien.

Als Leiter einer Parlamentariergruppe lobbyierte Ständerat Damian Müller in den USA für die Schweiz. Als Sozialpolitiker und FDP-Wahlkampfchef kämpft er gegen höhere Steuern und will ein höheres Rentenalter. Ist das das richtige Rezept vor den Wahlen 2027? Die vier Parlamentsmitglieder trafen US-Abgeordnete, Mitarbeiter des Handelsbeauftragten von US-Präsident Trump und besuchten Firmen: Doch wieviel kann eine parteiübergreifende Parlamentsgruppe im Zollstreit überhaupt bewirken, da ja einzig US-Präsident Trump entscheidet – ist eine solche Reise das Geld wert, das sie kostet? Delegationsleiter Damian Müller, Luzerner FDP-Ständerat, nimmt Stellung. In der Sozialpolitik will die FDP möglichst keine höheren Steuern oder Lohnabzüge – die 13. AHV-Rente will sie erst mit einer grossen AHV-Reform finanzieren. Rentenalter 66 findet Damian Müller zumutbar – und propagiert ein höheres Rentenalter persönlich auch als Mittel, um den hohen Armeekosten zu begegnen. Sind mehr Sparen und ein höheres Rentenalter wirklich erfolgsversprechend für eine Partei, die nächstes Jahr bei den nationalen Wahlen indirekt auch um ihren zweiten Bundesratssitz kämpft? Was entgegnet Müller den älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die mit zunehmendem Alter mehr Mühe haben, überhaupt eine Stelle zu finden? Der Luzerner Ständerat stellt sich in der Samstagsrundschau den kritischen Fragen von Nathalie Christen. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.

Seit gut 100 Tagen ist Serge Bavaud Direktor des Nachrichtendienstes des Bundes. Er übernahm in einer schwierigen Zeit: Die Bedrohungslage hat sich verschlechtert, gleichzeitig hat eine Reorganisation den NDB geschwächt. Wo steht der Geheimdienst heute? Serge Bavaud ist zu Gast bei Simone Hulliger. Die Umstrukturierung war zu viel für den Nachrichtendienst, räumt Bavaud ein, das Personal war ermüdet. Auch die Zusammenarbeit mit den Kantonen habe nicht mehr so funktioniert, wie sie sollte. Er ist aber überzeugt, dass er seit seinem Amtsantritt erste Verbesserungen initiieren konnte. Das sei wichtig, denn der NDB sei gefordert. Die Bedrohungslage habe sich verschlechtert. Die Schweiz befinde ich in einem hybriden Krieg. Ausserdem sei die Gefahr von Terrorismus und gewaltbereitem politischem Extremismus gross. Um all den Anforderungen gerecht zu werden, fordert Bavaud mehr Mittel. Serge Bavaud war vorher Leiter des Zentrums für Krisenmanagement im Departement des Äussern (EDA). Seit November 2025 leitet er den Nachrichtendienst des Bundes.

Seit 20 Jahren entwickelt die Universität Bern einen Massenspektrometer, der mit der Artemis-Mission mit den Astronauten zum Mond fliegen soll. Für den Leiter des Physikalischen Instituts ist dies vor allen ein Test. Sein Instrument soll einmal Leben auf dem Mars entdecken. Eigentlich hätte Artemis II Anfang März starten sollen, um mit 4 Astronauten einen Probeflug um den Mond zu machen. Nun wurde der Start auf April verschoben. «Wenn Menschen dabei sind, darf kein Risiko eingegangen werden», begründet der Schweizer Astrophysiker Peter Wurz diesen Schritt. Er steht in engem Austausch mit der Nasa. Bereits bei der Apollo-Mission schrieb ein Instrument der Universität Bern Geschichte: Das Sonnenwindsegel. Es sammelte den Sonnenwind ein, der nur ausserhalb der Atmosphäre weht. Noch vor der US-Flagge pflanzten die Astronauten das Segel in den Mond. Die enge Zusammenarbeit mit der Nasa ist nie abgebrochen. Die Universität Bern wurde angefragt, für die Artemis-Mission einen Massenspektrometer zu entwickeln, der portabel mit Laser die Zusammensetzung des Mondes erkunden kann. Das Ziel ist es, mit diesem Gerät einst nach Leben auf dem Mars zu suchen. Welchen Anforderungen muss ein Instrument im Weltall genügen? Welche Interessen stehen hinter der neuen Mondmission? Wird die Nasa den neuen Wettlauf zum Mond gewinnen? Warum beteiligen sich auch Bergbaufirmen mit Milliardenbeträgen an der Mission? Peter Wurz, Direktor des Physikalischen Instituts der Universität Bern ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.

Vor 40 Jahren (1986) trat Stephan Eicher zum ersten Mal im legendären Pariser Olympia auf. Nun ist er dort mit seinem neuen Album auf Tournee. Seit Jahrzehnten ist Eicher in Frankreich ein Star. Wie gelang ihm dies? Warum blieb er der Stadt, die sein Herz brach, über all die Jahre treu? Stephan Eicher kennt Paris wie keine andere Stadt. Er liebt sie auch. «Das würde ich nie auf Französisch sagen, sonst werden sie noch eingebildeter», spöttelt er. Seine Auftritte im 133jährigen Pariser Olympia, in welchem auch Edith Piaf oder die Beatles aufgetreten sind, vergleicht er mit kleinen Banküberfällen. Nach Paris kam er, weil er seiner ersten grossen Liebe aus Bern folgte, die er jedoch bald an einen Freund aus Paris verlor. Aus seinem Schmerz und mit ein paar Brocken Französisch textete er Lieder für das kleine Album «Souvenir». Aus einer zufälligen Begegnung mit dem Autor von «Betty Blue, 37.2 am Morgen», Philippe Djian, entwickelte sich eine jahrzehntelange Freundschaft und Zusammenarbeit. Ist Eicher in Frankreich ein anderer Star als in der Schweiz? Warum strotzt sein neues Album vor Naturbeobachtungen? Stephan Eicher ist nach dem Konzert im Olympia zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.

Der Direktor der Tessiner Handelskammer kritisiert Italiens Verhalten nach Crans-Montana scharf. Zudem machen ihm dauernd wechselnde US-Zölle, mögliche neue Industriegesetze zum Nachteil der Schweiz und Italiens Vorgehen bei der Grenzgängerbesteuerung Sorgen. Protektionismus und wirtschaftspolitisches Powerplay setzen die Schweiz und vor allem das Tessin zunehmend unter Druck. Seit Jahren versucht Italien mit einer aggressiven Standortpolitik, Unternehmen und Spitzenverdienende anzuziehen. Die Folgen sind im Tessin deutlich spürbar: sinkende Kaufkraft, wachsende Armut und ein steigender Schuldenberg. Es drohen Millionendefizite. Luca Albertoni analysiert die aktuellen Herausforderungen, zeigt Möglichkeiten zur Verschlankung des Staates auf und erklärt, warum Steuererhöhungen dennoch kaum zu vermeiden sein dürften. Luca Albertoni ist Gast im Tagesgespräch bei Iwan Santoro

Die Schweiz gewinnt an den olympischen Winterspielen 23 Medaillen, so viele wie noch nie. Was steckt hinter dem Erfolg? Und welche Lehren lassen sich aus der Organisation der ersten dezentralen Winterspiele ziehen? Ralph Stöckli, Chef de Mission von Swiss Olympic, ist zu Gast bei Simone Hulliger. Der Wintersport sei heute breiter aufgestellt als vor vier Jahren, sagt Stöckli. Fünf Verbände mit acht Sportarten haben zum Medaillensegen beigetragen. Das sei eine gute Entwicklung. Bei den olympischen Diplomen, welche oft von jungen Athleten gewonnen werden, gelang allerdings keine Steigerung. Von einem Nachwuchsproblem will er aber nicht sprechen, zuerst müssten die Hintergründe analysiert werden. Stöckli lobt Italien für die Austragung dezentraler Spiele, würde aber dennoch das eine oder andere anders machen. Ralph Stöckli leitete als Chef de Mission die Schweizer Delegation an den olympischen Winterspielen.

Diese Woche war Genf Schauplatz von Iran- und Ukraine-Verhandlungen. Wie gross ist die Rolle der Schweiz tatsächlich? Und: Biedern wir uns aus Angst ums Zollabkommen nicht zu stark bei den USA an? Fragen an den obersten Schweizer Diplomaten, Staatssekretär Alexandre Fasel. Lange schienen die Guten Dienste der Schweiz weniger gefragt. Diese Woche aber haben die USA in Genf mit dem Iran und mit Russland und der Ukraine verhandelt. Ein Erfolg auch für den obersten Schweizer Diplomaten Alexandre Fasel. Doch die Schweiz war lediglich Gastgeberin, mit am Tisch sass sie nicht: Weshalb kann sich die Schweiz nicht als Verhandlerin positionieren? Dass Russland aber überhaupt für Verhandlungen in die Schweiz gekommen ist, ist nicht selbstverständlich. Russland hat die Schweiz als "unfreundlichen" Staat eingestuft. Hat die Schweizer Diplomatie ihren Zugang zu Russland jetzt verbessern können. In der Samstagsrundschau nimmt Staatssekretär Fasel Stellung. Die zweite Schlagzeile von dieser Woche: Die Schweiz hat als Beobachterin am ersten Treffen des so genannten Friedensrats von Donald Trump teilgenommen. Warum distanziert sich die Schweiz nicht von diesem Gremium, das Donald Trump ein Vetorecht und den Vorsitz auf Lebenszeit garantiert? Rechtfertigt die Angst vor einer Retourkutsche bei den Zollverhandlungen alles? Kritische Fragen an Alexandre Fasel. Er ist Gast bei Dominik Meier. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.

Die Verfolgung der Jenischen gilt offiziell als «Verbrechen gegen die Menschlichkeit». Seit Jahrzehnten engagiert sich Uschi Waser für die Jenischen. Nun erscheint ihre Biografie – verfasst von Silvia Süess – und mit ihr wird die Forderung nach einer historischen Aufarbeitung bekräftigt. Vor 100 Jahren begann die «Aktion Kinder der Landstrasse» der Pro Juventute. Vor einem Jahr hat der Bundesrat diese Verfolgung als «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» anerkannt. Uschi Waser ist eine der Vertreterinnen und Vertreter jenischer Organisationen in einer Arbeitsgruppe des Bundesamtes für Kultur und der Fachstelle für Rassismusbekämpfung. Diese fordert nun eine systematische Aufarbeitung nach dem sogenannten Joinet-Prinzip. Dieses wendet die Schweiz in konfliktbetroffenen Ländern für die Vergangenheitsarbeit an. Das Prinzip basiert auf vier Schlüsselbereichen: dem Recht auf Wahrheit, dem Recht auf Gerechtigkeit, dem Recht auf Wiedergutmachung und der Garantie der Nicht-Wiederholung. Die Redaktorin der «Wochenzeitung», Silvia Süess, hat für die Biografie «Reden, um nicht zu ersticken» Uschi Wasers jahrzehntelanges Engagement für die Aufarbeitung der Geschichte und die Situation der Jenischen sowie ihre Kindheit in unzähligen Heimen und ihre Akten recherchiert. Uschi Waser und Silvia Süess sind zu Gast bei Karoline Arn.

Die Rechnung des Bundes schliesst um über eine Milliarde Franken besser ab, als erwartet. Trotzdem bleibt die Lage der Bundesfinanzen angespannt. Alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz, ehemaliger Finanzminister, zeigt sich besorgt über die finanzpolitische Situation. Er sagt, wo er heute ansetzen würde. Die Schweiz steht unter Spardruck. Hans-Rudolf Merz weiss, wie harte Sparprogramme mehrheitsfähig werden. Als Finanzminister brachte er ein umfassendes Entlastungspaket durchs Parlament. Welche Hebel er nutzte und welche Strategien er dem Bundesrat heute empfiehlt. Und: Als ehemaliger Finanzminister, der die Bilateralen II mitverhandelt hat, äussert Merz Vorbehalte gegen die neuen EU-Verträge. Er befürchtet Demokratieverlust durch dynamische Rechtsübernahme, unklare steuerliche Auswirkungen und bevorzugt bilaterale Abkommen, die die schweizerische Unabhängigkeit bewahren. Hans-Rudolf Merz ist Gast im Tagesgespräch bei David Karasek.

Seit über 30 Jahren leitet Thomas Bucheli die SRF-Wetterredaktion. Ende Frühling geht er in Pension. Wie hat sich die Qualität der Prognosen verändert? Wann hat er sich verschätzt? Wie geht er mit dem Druck aus der Öffentlichkeit um? Und wie aussergewöhnlich sind die aktuell starken Schneefälle? Seit 1992 arbeitet Thomas Bucheli als Meteorologe bei SRF, seit 1995 leitet er die Wetterredeaktion. Die Prognosen seien heute deutlich besser als zu seiner Anfangszeit. Er wisse nicht, ob er die damaligen Prognosen heute noch verbreiten würde, schmunzelt er. Es habe sich viel verändert, auch die Stellung des Wetters. Heute sei es politisch aufgeladen. Bucheli macht seine Arbeit mit grosser Leidenschaft. Zu wissen, dass es nun bald vorbei ist, fällt ihm nicht leicht. Er moderiert am 27. Mai seine letzte Sendung. Thomas Bucheli ist zu Gast bei Simone Hulliger.

Heute verhandeln die USA in Genf über einen möglichen Weg aus dem Ukraine-Krieg und über Irans Atomprogramm. Doch das internationale Genf ist in der Krise – weil es an Geld fehlt. Fredy Gsteiger, diplomatischer Korrespondent bei SRF, über eine Diplomatie-Metropole unter Druck. Das internationale Genf ist in der Krise: Viele Organisationen mussten in den letzten Monaten Stellen streichen, weil es an Geld fehlt. Und doch ist das internationale Genf nach wie vor gefragt. Etwa für Gespräche rund um das iranische Atomprogramm oder über einen Frieden für die Ukraine. Fredy Gsteiger, diplomatischer Korrespondent bei SRF, über einen Brennpunkt der Weltpolitik in finanzieller Schieflage. Er ist zu Gast bei David Karasek.

Firmen sollen gar keine Abgabe mehr zahlen müssen für Radio und Fernsehen - Privathaushalte nur noch 200 statt wie heute 335 Franken pro Jahr. Das will die SRG-Initiative. Es diskutieren SVP-Nationalrat Gregor Rutz als Befürworter und Mitte-Nationalrat Martin Candinas als Gegner. Für die SRG, zu der auch Radio SRF gehört, wäre ein Ja einschneidend: Die Hälfte der bisherigen Einnahmen aus der Radio- und Fernsehabgabe fiele weg. Für die Befürworterinnen und Befürworter der SRG-Initiative ist das vertretbar: Die SRG solle sich auf ihren Kernauftrag im Bereich Information, Bildung und Kultur konzentrieren. Viele heutige Angebote der SRG, zum Beispiel im Bereich Unterhaltung, könnten auch private Medien bieten. Hier widersprechen die Gegnerinnen und Gegner der Initiative: Sie warnen vor einem radikalen Abbau beim Angebot von Radio und Fernsehen. Auch der Bundesrat warnt insbesondere vor einer Reduktion der Berichterstattung aus den Regionen. Sport- und Unterhaltungssendungen lägen kaum mehr drin, sagt auch der Bundesrat. Auch würden die Leute nicht zwingend Geld sparen bei einem Ja - weil viele Angebote dann nur noch im Bezahlfernsehen erhältlich wären. In der Abstimmungskontroverse diskutieren Mitinitiant und SVP-Nationalrat Gregor Rutz und Mitte-Nationalrat Martin Candinas. Die Sendung leitet Dominik Meier.

Am 14. Juni kommt die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» der SVP zur Abstimmung. Die SP spricht von einer «Chaos-Initiative». Was aber hat sie Besseres zu bieten? Samira Marti, Co-Präsidentin der SP-Fraktion, nimmt Stellung. Die SVP will in der Bundesverfassung festschreiben, dass die Wohnbevölkerung der Schweiz die Zahl von 10 Millionen Menschen vor dem Jahr 2050 nicht überschreiten darf. Die SP lehnt das kategorisch ab und hat im Parlament auch einen milderen Gegenvorschlag verhindert. Dies, obschon die Zuwanderung gemäss Umfragen seit Jahren zu den grössten Sorgen der Schweizer Bevölkerung gehört. Die Co-Präsidentin der SP-Fraktion wird in der «Samstagsrundschau» mit der Frage konfrontiert, ob ihre Partei diese Ängste nicht ernst nimmt. Zudem verrät Samira Marti, wie ihre Partei mit der Situation umgeht, dass der Bundesrat die Mehrwertsteuer nicht nur zur Finanzierung der 13. AHV-Rente, sondern auch zur Aufstockung des Armeebudgets erhöhen will. Die Co-Präsidentin der SP-Fraktion stellt sich den Fragen von Philipp Burkhardt. Ergänzend zum "Tagesgespräch" finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle "Samstagsrundschau".

Das Backwaren- und Guetzli-Imperium Hug feiert ein Rekordjahr, getragen von Schweizer Qualität und teuren Rohstoffen. Doch dieses Erfolgsrezept wird im Ausland zur Hürde, wie die Chefin Anna Hug erklärt. Und: Im Guetzli-Markt haben Innovationen kaum Chancen. In der Schweiz ist Hug mit Kultmarken wie Wernli, Willisauer Ringli und Dar-Vida so erfolgreich wie nie und feiert ein Rekordjahr. Der Luzerner Backwarenhersteller hat 2025 einen Umsatz von 136 Millionen Franken erzielt. Das ist ein Wachstum von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch der Erfolg zeigt ein paradoxes Gesicht: Was hierzulande als teures Qualitätsversprechen funktioniert, wird jenseits der Grenze zum Verhängnis. Gerade der Bestseller Dar-Vida scheiterte im Ausland kläglich. Co-Geschäftsführerin Anna Hug über ein Geschäftsmodell, das am Heimmarkt glänzt, aber international an seine Grenzen stösst. Und: Welches ist das erfolgreichste Guetzli und wie will sich das Unternehmen gegen die harte inländische und ausländische Konkurrenz behaupten? Anna Hug ist zu Gast bei David Karasek.

Die ersten Brandopfer von Crans-Montana wurden nun in Rehakliniken verlegt. Im Tagesgespräch erzählen Manuela Tuchschmid, Leitung Pflege, und Thomas Koller, Fachexperte muskuloskelettale Physiotherapie, von ihrer Arbeit mit den Patientinnen und Patienten in der Rehaklinik Bellikon. Aktuell befinden sich in den zwei auf Brandverletzte spezialisierten Suva Rehakliniken neun Brandopfer von Crans-Montana, acht in Sion und eine in Bellikon. Man stelle sich in den kommenden Wochen auf mehr Patientinnen und Patienten ein und sei dazu bereit, erklärt Tuchschmid. In der Reha warten langwierige Therapien auf die Patientinnen und Patienten. Die Betreuung der Opfer von Crans-Montana sei für ihn speziell, erklärt Koller, es sei ein besonderes Ereignis und emotional für alle herausfordernd. Manuela Tuchschmid, Chief Nursing Officer und Thomas Koller, Fachexperte muskuloskelettale Physiotherapie, sind zu Gast bei Simone Hulliger.

Die britische Politjournalistin Anne McElvoy recherchiert seit Jahren zum Epstein-Skandal. Sie kennt die Komplizin Ghislaine Maxwell persönlich, sie waren zusammen an der Uni. Wie wurde Maxwell die Zuhälterin eines Sexualstraftäters und wie funktionierte das Netzwerk aus Politik und Wirtschaft? Die Politikjournalistin Anne McElvoy, die unter anderem für Politico, The Economist und die BBC tätig war und Ghislaine Maxwell persönlich kennt, bewertet und analysiert die Affäre. Sie recherchiert seit Jahren zum Fall und hat den Dokumentarfilm «The Making of a Monster» gedreht. Die jüngst vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumente aus den Epstein-Files ziehen rund um den Globus Konsequenzen nach sich. Belastende Daten setzen viele Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft unter Druck. Jeffrey Epstein war 2019 wegen Prostitution, Menschenhandels und der mehrfacher Vergewaltigung Minderjähriger angeklagt worden. Anne McElvoy ist zu Gast bei David Karasek.

In St. Gallen findet eine OSZE-Konferenz zur Bekämpfung von Antisemitismus statt. Was kann die Schweiz im Kampf gegen Antisemitismus von anderen Ländern lernen? Marianne Helfer nimmt als Leiterin der Fachstelle für Rassismus-Bekämpfung an der Konferenz teil und ist zu Gast bei Simone Hulliger. Als Vorsitzland der OSZE richtet die Schweiz in diesem Jahr die Antisemitismus-Konferenz aus. Sie soll eine Plattform bieten, um aktuelle Entwicklungen zu analysieren und die Zusammenarbeit zwischen OSZE-Teilnehmerstaaten und der Zivilgesellschaft zu stärken. Was bringen solche Konferenzen? Und wo steht die Schweiz in der Bekämpfung und Prävention von Antisemitismus? Marianne Helfer leitet die Fachstelle für Rassismusbekämpfung des Bundes. Diese ist auch zuständig für die Koordination der Umsetzung der ersten nationalen Strategie gegen Rassismus und Antisemitismus der Schweiz.

Ist es gerechter, wenn jeder und jede die eigene Steuererklärung ausfüllt? Oder schafft es neue Ungleichheiten? Susanne Vincenz-Stauffacher – Co-Präsidentin FDP – argumentiert für die Individual-Besteuerung - dagegen Yvonne Bürgin, Vize-Präsidentin Mitte-Partei. Die Heiratsstrafe benachteiligt rund 650.000 Paare bei der direkten Bundessteuer. Etwa gleich viele Paare profitieren im aktuellen Steuersystem von einem Heiratsbonus. Nun legen Bundesrat und Parlament eine aus ihrer Sicht gerechtere Lösung vor: jeder und jede soll die jeweils eigene Steuererklärung ausfüllen – egal, ob verheiratet, in eingetragener Partnerschaft oder ledig. Das regelt das Bundesgesetz über die Individual-Besteuerung. Es ist im Parlament nur knapp angenommen worden – getragen von FDP, GLP, SP und Grüner Partei, bekämpft von Mitte und SVP. Diese haben das Referendum ergriffen. Auch gewisse Kantone haben das getan – aus diesem Grund kommt die Vorlage am 8. März zur Abstimmung. Was spricht für das Gesetz, was dagegen? In der Abstimmungskontroverse argumentieren Susanne Vincenz-Stauffacher, Co-Präsidentin FDP und St. Galler Nationalrätin für die Individualbesteuerung und Yvonne Bürgin, Vize-Präsidentin Mitte-Partei und Zürcher Nationalrätin, dagegen. Das Gespräch leitet Bundeshaus-Redaktorin Christine Wanner.

Als einzige stellt sich die Mitte-Partei hinter den Vorschlag des Bundesrates, die Mehrwertsteuer temporär zu erhöhen – zugunsten der Verteidigung. Warum will gerade die Partei, die sich als Familien-Partei sieht, die Kaufkraft der Bevölkerung schwächen? Kritische Fragen an Präsident Philipp Bregy. Ab 2028 möchte der Bundesrat die Mehrwertsteuer für zehn Jahre um 0.8 Prozentpunkte erhöhen. So sollen in einem Fonds rund 31 Milliarden Franken zusammen kommen für die Armee und für zivile Sicherheitsstellen. Wie sozial ist es, ausgerechnet die Mehrwertsteuer zu erhöhen, welche die ärmeren Bevölkerungsschichten und Familien besonders trifft? Könnte das Parlament das gewünschte Geld nicht auch mit Sparen beim stetig wachsenden Bundeshaushalt freispielen? Und wieviel Sicherheit würde das Geld überhaupt bringen? Parteipräsident Philipp Bregy nimmt Stellung – auch zu weiteren steuertreibenden Forderungen seiner Partei. Die Schweiz kommt aber nicht nur sicherheits- und finanzpolitisch unter Druck. Auch wirtschaftspolitisch weht ein rauerer Wind. Wieviel Anpassen und Schmeicheln ist nötig, wieviel Widerstand angezeigt, um die Interessen der Schweiz gegenüber den USA und den EU-Ländern zu vertreten? Der Mitte-Präsident stellt sich den Fragen von Nathalie Christen in der Samstagsrundschau. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.