Der Podcast Literatur - SWR2 lesenswert bietet Orientierungshilfe in der Flut der Neuerscheinungen. Besprochen werden aus den Bereichen Literatur und Sachbuch die wichtigen aktuellen Bücher, aber auch weniger bekannte Werke, die SWR2 für Sie entdeckt. Außerdem finden Sie im Podcast Gespräche und Les…

Ohne Millionen Zwangsarbeiter wäre die deutsche Landwirtschaft im Zweiten Weltkrieg kollabiert. Svenja Leibers „Nelka“ erzählt von einer verschleppten Frau und ihrem Peiniger.

22 Liebeserklärungen an die Damentoilette, neue Bücher von Madeline Cash und Inga Machel, eine Reportage vom Comicsalon Erlangen und ein Blick in die Comic-Zukunft mit Barbara Yelin

Ob Whisky oder Stout, in der irischen Literatur wird ziemlich viel getrunken. Und wie man einen Polizisten dazu bringt, dabei die Sperrstunde zu missachten, das erzählt Flann O' Brien in seinem Schwank „Durst“.

Ein Blick auf die da unten: Inga Machel schaut in ihrem zweiten Roman „Harte Strandparty“ auf strukturelle Ungerechtigkeit und deren Opfer.

Denis Scheck löst mit einer Kritik in der ARD-Sendung „Druckfrisch“ eine Debatte über Sexismus und Literaturkritik aus. Der Sammelband „Die Damentoilette“ ist die Antwort darauf.

Barbara Yelin, vielfach ausgezeichnet für Comics wie „Irmina“ oder „Emmie Arbel“, übernimmt ab 1. Juli die Leibinger-Professur für Comics und Comicforschung an der Merz Akademie.

Sommer in Südfrankreich, eine Liebe in der Krise: Eva Pramschüfers Debütroman „Weißer Sommer“ erzählt melancholisch von der Frage nach einer zweiten Chance.

Madeline Cash hat einen vielbeachteten Roman über den amerikanischen Gegenwartsverfall geschrieben. Doch in „Verlorene Schäfchen“ bleibt über der überdrehten Satire die Originalität auf der Strecke

Graham Greenes 1958 erschienener Roman „Unser Mann in Havanna“ ist eine glänzende Satire. Im Mittelpunkt: Ein Staubsaugervertreter auf Abwegen.

Ist das Liebe oder Ringkampf? In Walter Serners Roman „Die Tigerin“ zieht ein Ganovenpaar tricksend und trinkend durch Paris und Nizza.

Vier Männer treffen sich zu einem Dominomatch, das sich gewaschen hat. Frank Martinus Arions Roman „Doppeltes Spiel“ ist ein Karibik-Klassiker.

Elmar zieht sich auf einer einsamen Insel zurück. Nach der Autismus-Diagnose gerät sein Leben aus dem Gleichgewicht. Ein Comic über Identität, Freundschaft und Selbsterkenntnis.

Immer wieder beschäftigt sich Florescu in seinen Romanen mit der wechselvollen Geschichte Rumäniens. Der Ich-Erzähler Matei ist geprägt von der seelischen Verwüstung, die das kommunistische Regime bei ihm hinterlassen hat. Das Blatt wendet sich, als er zufällig seinem ehemaligen Peiniger wieder begegnet.

Digitale Gewalt, Mikroaggressionen, Retraumatisierung, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit - all diese Phänomene bringen Betroffene hervor. Die Folgen für das soziale Leben untersucht Maria-Sibylla Lotter in „Opfer. Über Verwundbarkeit als Selbstbild".

Ewald Arenz ist Bestsellerautor mit einer großen Fangemeinde. Sein neuer Roman „Fünf, sechs, sieben, acht“ ist allerdings auf mehreren Ebenen missglückt.

Das Thema könnte aktueller nicht sein: In „Das unersättliche Selbst“ analysieren Thomas Arnold und Thomas Fuchs das narzisstische Selbst- und Weltverhältnis als Ausdruck einer existenziellen Leere.

Tagebuch-Texten boomt. Und Lyrik-Lesen auch. Außerdem deuten wir das „Tagebuch eines Landpfarrers“ und probieren „Sprechen in Flechten“. Und folgen der 15-jährigen „Eddi“ in den Sommer.

In seinem „Tagebuch eines Landpfarrers“ verbindet Georges Bernanos Christentum und Existenzialismus. Nun sind diese Alltagsprotokolle eines geplagten Geistlichen in einer fabelhaften Neuausgabe zu lesen.

Lyrik boomt, vor allem bei jüngeren Leserinnen und Lesern. Lyrik-Verleger Jo Frank vom Verlagshaus Berlin erklärt das Phänomen.

Was heißt es, fünfzehn Jahre alt zu sein? Andreas Martin Widmann hat mit „Eddi“ einen Sommer-Roman geschrieben, der den Vergleich zu „Tschick“ und „Der Fänger im Roggen“ sucht.

Die Lyrikerin Nea Schmidt befragt zugleich verspielt und ernsthaft das Werkzeug Sprache im Zeitalter der KI. „Sprechen in Flechten“ heißt ihr Debüt.

Manche schreiben in ein Heft, andere in eine der neuen Journaling-Apps. Tagebuch-Schreiben liegt im Trend. Ein Gespräch zum Tag des Tagebuchs am 12. Juni.

In Setúbal boomt zur Mitte des 20. Jahrhunderts die Konservenindustrie. Vor dieser Kulisse erzählt der Roman vom Leben einfacher Arbeiterinnen – ein farbiges Porträt Portugals während der Salazar-Diktatur.

Deutschland gilt im internationalen Vergleich als eines der sichersten Länder der Welt. Allerdings ändert sich die Art der kriminellen Delikte, wie das Buch „True Criminology. Mythen, Fakten, Hintergründe“ nachweist. Außerdem belegt es, dass die eigenen vier Wände gefährlicher sind als nächtliche Straßen.

Mit ihrer Erzählung „Das Gurkerl“ räumte Johanna Sebauer vor zwei Jahren beim Wettlesen in Klagenfurt ab. Nun erscheint die Satire in einer illustrierten Ausgabe.

Der neue Roman der Bachmannpreisträgerin: Familiengeschichte, Roadtrip und hoffnungsvoll aufgeladene Beschreibung einer Diagnose mit Namen ADHS.

Geißler überschreibt Kleist. Ein Immobilienhai kapert eine Kneipe. Michaela Kohlhaas übt den zivilen Ungehorsam – und muss die Konsequenzen tragen.

Ein Mann, der für ein letztes Interview zu seinem Mentor aufbricht. Ein Smartphone, das in einem Waschbecken landet. Ein groteskes Gespräch mit kafkaesken Zügen. Lerners Roman ist eine Parabel auf Technologien, die unser Handeln prägen.

Peinliche Schnapskäufe, erniedrigende Camouflage-Spiele in der eigenen Familie. Christoph Peters leuchtet das Innenleben eines Alkoholikers in allen Details aus. Dann der Entzug, in dem die eigenen Dämonen nicht verschwinden wollen.

Der zunehmende Einsatz Künstlicher Intelligenz löst Euphorie aber auch Unbehagen aus. In seinem neuen Buch zeigt Dirk Baecker, wie eng intelligente Algorithmen und moderne Gesellschaft zusammenhängen.

Zum 100. Geburtstag von James Krüss eröffnet die Internationale Jugendbibliothek in München einen Krüss-Turm. Die Ausstellung zeigt, warum sein Werk bis heute begeistert.

Warum prägen uns Kinderbücher ein Leben lang - und was erzählen sie heute über unsere Welt? Die Sendung nimmt ein oft unterschätztes Genre in den Blick: mit Gesprächen, Reportagen und Stimmen von Kindern. Es geht um Qualität, Politik und Pädagogik im Kinderbuch, um Diversität, neue Formen und Trends.

Auf Tunesiens Buchmesse stehen Kinder wieder Schlange für Geschichten statt Bildschirme: Verlage setzen auf Mangas, Minecraft und neue Lesewelten – und Eltern hoffen auf ein Comeback der Fantasie.

Patriotische Bilderbücher, QR-Codes mit Kriegsanimationen und ein Boom von Mangas aus Asien. Kinderliteratur in Russland zwischen staatlicher Ideologie und schwindender Leselust.

Andrea Heinze berichtet von Neuigkeiten aus der Welt des Comic im Rahmen der Comicmesse „Salon der grafischen Literatur“

Von Einschlafklassikern bis zu Bücherverboten: Kinderliteratur in den USA ist viel mehr als Unterhaltung. Sie ist Kulturgut, Politikum – und manchmal sogar ein nationales Streitthema.

Von Max und Moritz bis zum Sams: Viele Kinderbuchhelden sind unsterblich. Zugleich werden Kinderbücher politischer und vermitteln Werte wie Individualität, Emanzipation und Mut.

Die schweren Themen unserer Zeit – Kriege, Klimaerhitzung, Pandemien – all das bekommen natürlich auch unsere Kinder mit. Ab wann soll man mit ihnen darüber sprechen, ohne ihnen die Kindheit zu vermiesen?

Weniger Vorlesen als in Deutschland, dafür mehr Sachbücher und kaum Berührungsängste mit Comics: Ein Blick nach Italien zeigt, wie unterschiedlich Kinder hier ans Lesen herangeführt werden – und worüber politisch gestritten wird.

Einer der Taucherinnen nach Meeresfrüchten an der südkoreanischen Küste hat die Comiczeichnerin Jeong-in Mun die Graphic Novel „Langer Atem“ gewidmet – ihrer eigenen Großmutter.

Sandra Kegel, Anne-Dore Krohn und Denis Scheck feiern die Romane von Birgit Birnbacher, Heike Geißler, Christoph Peters und Ben Lerner. Detailkritik gab es trotzdem.

Hartmut Rosa untersucht in „Situation und Konstellation“, wie Richtlinien und Bürokratie in der verwalteten Welt Ohnmacht erzeugen – und was dem entgegengesetzt werden kann.