Der Podcast Literatur - SWR2 lesenswert bietet Orientierungshilfe in der Flut der Neuerscheinungen. Besprochen werden aus den Bereichen Literatur und Sachbuch die wichtigen aktuellen Bücher, aber auch weniger bekannte Werke, die SWR2 für Sie entdeckt. Außerdem finden Sie im Podcast Gespräche und Les…

Angesichts der steigenden Gewalt gegen Frauen, braucht es vor allem ein Umdenken der Männer und einen Ausstieg aus dem Teufelskreis von Maskulinität, schreibt Ole Liebl in seinem neuen Buch. Rezension von Eva Marburg

Von der DDR über die Wende bis zur Corona-Zeit: In Sanditz zeichnet Lukas Rietzschel das Panorama einer ostdeutschen Familie – und einer Gesellschaft im Wandel.

Der Autor und Kritiker Dietmar Dath erhielt auf der Leipziger Buchmesse 2026 den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik. Die Jury lobte die Science-Fiction-Texte und den Sprachwitz.

Auf der Leipziger Buchmesse trafen sich die Autoren Najem Wali aus dem Irak und Kathrin Aehnlich, die in der DDR aufwuchs, und sprachen übers Schreiben unter riskanten Bedingungen.

Wurde die Literatur aus der DDR nach der Wende ausradiert? Carsten Gansel geht dem in seinem neuen Buch „Ausradiert?“ nach. Eine Untersuchung zur Vernichtung großer Buchbestände.

Künstliche Intelligenz schreibt mit – immer häufiger. In der Verlagsbranche wird KI inzwischen häufig im Marketing verwendet, aber auch zunehmend für Übersetzungen und Lektorat. Reportage von Beatrice Faßbender und Ulrich Rüdenauer

Zu Gast sind: Carsten Otte, Dietmar Dath und Carsten Gansel. Außerdem gibt es Beiträge zu Buchbranche & KI und über das Schreiben in Diktaturen.

Die Leipziger Buchmesse endet nach vier Tagen. Nach dem Skandal um Wolfram Weimer zeigte sie sich von ihrer besten Seite: Mal Lesefest, mal großes literarisches Klassentreffen.

Die Leipziger Buchmesse lebt! SWR-Literaturredakteur Carsten Otte gibt einen Überblick über das Messegeschehen, mit rund 300.000 Besucherinnen und Besuchern in diesem Jahr.

Der Zeithistoriker Oliver Rathkolb zeigt in seinem hellsichtigen Epochenvergleich Wege aus der aktuellen Polykrise.

Ein totes Kaninchen ist keine Katastrophe – Warum Birgit Birnbacher mit „Sie wollen uns erzählen“ einen herausragenden Roman geschrieben hat.

Der öffentliche Diskurs wird zunehmend von destruktiven Kräften heimgesucht. In ihrem neuen Buch zeigen Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, warum eine politische Affektanalyse wichtig ist.

Asta Olivia Nordenhofs Roman „Geld in der Tasche“ erzählt in einer ungewöhnlichen Form von einer Familientragödie, die mit dem Untergang einer Fähre im Skagerrak verbunden ist.

Eine wilde Odyssee kreuz und quer durch das Land. Ein Roadtrip, der keine Grenzen kennt. „hallo niemand“, das neue Buch von Yevgeniy Breyger ist Lyrik ohne Sicherheitsgurt. Rezension von Frank Hertweck

Siri Hustvedt trauert um ihren Gefährten Paul Auster. Marc-Uwe Kling schickt sein Känguru auf die Barrikaden. Und Christoph Peters erzählt von seiner Alkoholsucht und dem Entzug.

Elli Unruhs „Fische im Trüben“ erzählt von einer deutschen Minderheit in Kasachstan, deren Sprache ihnen zur Heimat geworden ist. Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse.

Siri Hustvedt und der 2024 verstorbene Paul Auster galten als wichtigstes Autoren- und Intellektuellenpaar der USA. In „Ghost Stories“ führt Hustvedt den Dialog mit ihrem Mann fort.

Christoph Peters erzählt in seinem neuen Roman „Entzug“ drastisch von der Alkoholabhängigkeit eines Schriftstellers und seiner Rettung im letzten Moment – er hat es selbst erlebt.

Ein Känguru rebelliert gegen den Kapitalismus – und wird zum Bestseller. Das berühmte Beuteltier von Marc-Uwe Kling ruft zur Rebellion auf, zum Kampf gegen die Zustände. Warum funktioniert diese Systemkritik mit Fell auch in Teil fünf noch so gut? Und warum macht sie immer noch soviel Spaß? Ullstein (288 Seiten, 14,99 Euro) ISBN 978-3-548-07410-8 12. März 2026

Zwei nicht mehr junge Menschen, die sich tief und unwiderruflich ineinander verlieben. Thomas Hettches neues Buch „Liebe“ nähert sich auf so ernsthafte wie kluge Weise einem großen Thema.

Sophie Passmann beobachtet Taylor Swift und Girlhood, aber denkt nicht weiter. Warum „Wie kann sie nur?“ als Gesellschaftskritik scheitert.

Herzchen liebt Toxi. Doch Toxi hadert mit der Welt und den Erwartungen an ihn. Eine klassisch zermürbende On-Off-Beziehung pflegen die beiden, in der die Frau zur Retterin mutiert.

Wer spricht hier eigentlich? – Dana Grigorcea spielt in „Tanzende Frau, blauer Hahn“ virtuos mit der Erzählperspektive Rezension von Carsten Otte

Alle wollen glücklich sein. Aber kaum jemand setzt sich mit den dazu nötigen Fähigkeiten auseinander. In seinem Buch zeigt Peter Finger, wie das geht. Rezension von Leander Scholz

KI ist auf dem Vormarsch, in allen Bereichen. Für Einhegung ist es zu spät. Markus Gabriel plädiert deshalb in „Ethische Intelligenz“ dafür, eine wertegesteuerte KI offensiv mitzugestalten. Rezension von Ulrich Rüdenauer

Zum Internationalen Frauentag am 8. März widmen wir das SWR Kultur lesenswert Magazin Romanen und Autorinnen, die gegen strukturelle Gewalt und Machtmissbrauch anschreiben.

Eine leidenschaftliche Liebe, die mit Blutergüssen, Verzweiflung und Scham endet; Charly hat den Boden unter den Füßen verloren, ihre beste Freundin schickt sie zu einem Anti-Aggressions-Training. In dem Roman Gelbe Monster geht es um Selbsthass, emotionale Abhängigkeit und weibliche Gewalt. Rezension von Victoria Eglau

Ein Mord. Wer die Täterin ist, ist klar, trotzdem bleiben Fragen: „Sicheres Haus“ erzählt vom System häuslicher Gewalt. Mascha Dabić hat den Roman aus dem Kroatischen übersetzt. Nina Wolf im Gespräch mit Mascha Dabić

Butterweich landen die Turnerinnen auf der Matte. Doch unter dem Applaus lauert ein System, das Kinder mit Gewalt und Erniedrigung zu Maschinen formt. Son Lewandowskis Debütroman „Die Routinen“‘ seziert den Leistungssport ohne Gnade. Rezension von Theresa Hübner

Zwei Frauen, ein Lkw und zwei Dutzend trächtiger Kühe auf dem langen Weg nach Osten – Anja Gmeinwiesers Debütroman ist ein Western-inspirierter Road-Trip voller Grenzerfahrungen. Rezension von Julia Schröder

Verena Stauffer ist Lyrikerin, Romanautorin und Essayistin. Ihr eigenwilliger Roman „Strahlen“ erzählt von einer Malerin, die ihre Schaffenskrise auf frauenuntypische Art überwindet. Rezension von Beate Tröger

Nelio Biedermann wurde mit seinem Roman „Lázár“ als die literarische Sensation 2025 gefeiert. Der 2003 geborene Schweizer hatte zuvor bereits ein Debüt vorgelegt, das jetzt bei Rowohlt neu aufgelegt wird: „Anton will bleiben“. Rezension von Eeva Aichner

Der Kulturwissenschaftler Ulrich Raulff begibt sich auf eine historische Reise zu den Ursprüngen des westlichen Geschmacks. Rezension von Roman Kaiser-Mühlecker

Tristram-Shandy-Verehrer, Sprachfanatiker, Büchersüchtige und eine verschwundene „Koboldmutter“ versammelt Markus Orths in seinem neuen Roman. Der Endgegner aller „Enthusiasten“: Künstliche Intelligenz. Galiani Berlin (368 Seiten, 24 Euro) ISBN 978-3-86971-330-4 12. Februar 2026

Die polnische Autorin verbindet und trennt Figuren unterschiedlichster Milieus auf überraschende und oft schroffe Weise. Die Sprache ist hart, doch manchmal blitzen in der zersplitterten Welt noch Relikte alter Gefühle auf.

Judith Hermanns Großvater, geboren 1904, starb vor ihrer Geburt. Er war Mitglied der Waffen-SS. Und er war ein Täter. Judith Hermann folgt in ihrem neuen Buch auf tastende Weise den Spuren dieses Mannes.

Ernst Jünger ist der vielleicht umstrittenste deutsche Autor des 20. Jahrhunderts. Das nun publizierte Tagebuch der französischen Schriftstellerin Banine eröffnet spannende Einblicke in Jüngers Pariser Zeit während der deutschen Besatzung.

Abergel ist eine jüdisch-marokkanische Künstlerin, die aus politischen Gründen Marokko verlassen hat. Nun verschwindet sie spurlos. Eine Gruppe von Menschen macht sich auf die Suche nach ihr, und die Suchenden erzählen dabei die eigenen Geschichten.

Ein vielleicht gar nicht mal so überraschendes Ergebnis lieferte die Bestenliste-Runde im Freiburger Literaturhaus. Werke, die auf die Vergangenheit zurückblicken, führten nicht selten zu hitzigen Diskussionen über die Gegenwart. Meike Feßmann, Eberhard Falcke und Jörg Magenau diskutierten über vier auf der SWR Bestenliste im März verzeichneten Werke. Auf Platz 4 steht ein Buch aus der Friedenauer Presse, nämlich Banines „Liebe ist Dir verboten. Ernst Jünger und ich. Aufzeichnungen 1942-1991“. Die von Alexander Pschera übersetzten, eingeleiteten und herausgegebenen Reflexionen der in Baku geborenen Schriftstellerin führten zur kontrovers beantworteten Frage, wie neben der geistigen Anziehung das erotische Verhältnis, insbesondere ein sexueller Übergriff Jüngers zu bewerten sei. Safae el Khannoussis Roman „Oroppa“ in der deutschen Fassung von Stefanie Ochel wird durchweg gelobt. Das Buch der marokkanisch-niederländischen Autorin, das im Hanser Verlag erschienen ist, steht auf Platz 3 der März-Bestenliste und zeichnet sich vor allem durch eine vielschichtige und zunächst nicht leicht zu lesende Mehrstimmigkeit aus. Trotzdem oder auch gerade deshalb wird es als „Meisterwerk“ gefeiert. Kurios, komisch und surreal ist Dorota Masłowskas Episodenroman „Im Paradies“, den Olaf Kühl für den Rowohlt Berlin Verlag aus dem Polnischen ins Deutsche übertragen hat. Die ästhetischen Mittel der Autorin und das Roman-Etikett werden innerhalb der Jury unterschiedlich bewertet, genau wie die Frage, ob „Im Paradies“ (Platz 2) auch als Gesellschaftsportrait Polens zu lesen sei. Äußerst kritische Anmerkungen gab es zu Judith Hermanns Erinnerungsbuch „Ich möchte zurückgehen in der Zeit (S. Fischer Verlag). Hermann begibt sich auf Spurensuche in Polen. Dort möchte sie mehr über ihren Großvater erfahren, der Mitglied der SS und mutmaßlich an Verbrechen der Besatzer beteiligt war. Doch die Recherche verläuft im Dunklen. Worum geht es in dem Text? Handelt es sich um eine literarische Familienaufstellung? Wie fügt sich der Besuch der Erzählerin bei der Schwester in Neapel in die Gesamtkonstruktion ein? Welche Rolle spielt der Stil der Autorin bei Einordnung des Buchs? Es wurden viele Fragen gestellt, die zu heftiger Kritik der Jury führten. Ein Buch, das auf Platz 1 der SWR Bestenliste steht, das Publikum nachdenklich stimmt und Debatten über die Gegenwart der Vergangenheit auslöst. Aus den vier Büchern lasen Antje Keil und Sebastian Mirow. Durch den Abend führte Carsten Otte.

Der Evolutionsbiologe Josef H. Reichholf erzählt von verwachsenen Wegen der Menschwerdung; von der Entwicklung des aufrechten Gangs bis zur Innovation der kapitalistischen Moderne.

In extrem dichten und prägnanten biographischen Erzählungen nähert sich Fleur Jaeggy drei hochbegabten und exzentrischen Autoren der englisch- und französischsprachigen Moderne.

In „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ begibt sich Judith Hermann auf die Spuren ihres Großvaters, der als Angehöriger der SS an Verbrechen in Polen beteiligt war. Rezension von Christoph Schröder