Der Podcast Literatur - SWR2 lesenswert bietet Orientierungshilfe in der Flut der Neuerscheinungen. Besprochen werden aus den Bereichen Literatur und Sachbuch die wichtigen aktuellen Bücher, aber auch weniger bekannte Werke, die SWR2 für Sie entdeckt. Außerdem finden Sie im Podcast Gespräche und Les…

Das antike Athen gilt als Wiege der modernen Demokratie. In ihrem Buch zeigt Donatella Di Cesare, dass die Griechen allerdings viel radikaler waren als die modernen Europäer.

Eine unerhörte Begebenheit hat sich 1933 in einem Schweizer Dorf an der Grenze zu Deutschland ereignet. Alex Capus macht daraus einen Roman über die unspektakulären Dinge des Lebens.

Warum die Erinnerung nicht der Vergangenheit, sondern der Gegenwart dient – die Psychologinnen Ciara Greene und Gillian Murphy räumen auf mit überkommenen Vorstellungen vom menschlichen Gedächtnis.

Keine Bienen, dafür KI-Drohnen, die jeden Regelverstoß bestrafen: In Kirsten Fuchs' „Sneaker“ bringt nur die Liebe zweier Teenager das radikal sichere Zukunftssystem ins Wanken.

Louise Kennedy erzählt von einer toxischen Freundschaft, Ilija Matusko von seinem Vater und Richard Ford von seinen Lektüren.

Klassenunterschiede, Sprachlosigkeit und eine Liebeserklärung: Ilija Matusko nähert sich in „Jugo“ seinem Vater.

In ihrem für den Deutschen Buchpreis 2026 nominierten Roman erzählt Franziska Gänsler von Cora und Olympia, deren Freundinnenschaft geprägt von Klimaaktivismus, Corona-Alltag und Klassenunterschieden immer radikaler wird.

Als die Königin Hawaiis gestürzt wird, halten einige Deutsche zu ihr. Andere wollen, dass das Inselarchipel Teil der USA wird. Ein historischer Roman, der bedrückend aktuell ist.

Der stets verlorene Kampf ist der Titel von Michel Houellebecqs neuem Gedichtband. Wer von ihm etwas gelesen hat, der weiß, dass hoffnungsfrohe Prosa seine Sache nicht ist. Das gilt ebenso für seine Lyrik. Der Tod ist das allumfassende Thema, der Tod, dem man nicht entkommen wird. Doch in den Gedichten gibt es auch Zwischentöne, die man nicht überhören sollte.

„Wie können wir einander zuhören und miteinander streiten, ohne den anderen zu entwürdigen?“ fragt Pierrot Raschdorff in seinem Buch „Die neue Höflichkeit“, in dem er eine alte Tugend neu interpretiert.

Als würde Johann Peter Hebel ein Buch über sich selbst schreiben: Thomas Weiß gelingen bezaubernde kleine Kalendergeschichten, ein Schatzkästlein für alle Hebelfreunde.

Eine große Liebe, ein Mordversuch, zwei Versprechen, die gebrochen werden: Camille Laurens erzählt in „Was wir uns versprechen“ von Gaslighting in Perfektion – ein packender autofiktionaler Psychothriller, dem nur die letzte Portion Mehrdeutigkeit fehlt.

Wiederentdeckung aus dem Jahr 1968: Sebastian Haffners „Der Teufelspakt“ beleuchtet die deutsch-russische Geschichte von der Oktoberrevolution bis zur unmittelbaren Nachkriegszeit.

„Objekte widersprechen“ – so heißt eine kolonialkritische Buchreihe der Stiftung Humboldt Forum. Cristina Rivera Garza hat jetzt über ein Geschichtenmesser aus Alaska geschrieben.

Karosh Taha ist zu Gast und erzählt von Kurden im Irak. Adania Shibli schreibt übers Westjordanland. Außerdem lesen wir auf Englisch, zeichnen mit Messern und feilen uns die Nägel.

Westjordanland zur Zeit der Ersten Intifada – Adania Shibli erzählt eindringlich von Unrecht und zerstörten Hoffnungen, folgt aber ausschließlich palästinensischen Narrativen.

Englische Literatur boomt im Buchhandel. Die Zielgruppe ist jung und polyglott. Besonders beliebt sind Klassiker, aber auch Romantasy-Schmöker.

Jeden Verbrenner durch ein Elektroauto ersetzen? Das ist nicht die Lösung, meint die US-amerikanische Politökonomin Thea Riofrancos. Sie hat ein Buch über Lithium, grünen Extraktivismus und neokoloniale Ausbeutung geschrieben.

Schottische Highlands, sture Köpfe und schmerzliche Erinnerungen – Alexa Hennig von Lange erzählt in ihrem neuen Roman „Alte Pfade“ von einer Abschiedsreise, die Hoffnung macht.

Das Private ist politisch. Aber nicht alles Private ist interessant. Gerhard Henschel legt mit „Oma Jever“ einen Band mit Briefen aus dem eigenen Familienarchiv vor. Die Lektüre ist so, als blätterte man in einem fremden Fotoalbum. Hoffmann & Campe (320 Seiten, 23 Euro) ISBN 978-3-455-02140-0 6. Mai 2026

Was erzählt die Literatur über ein Land? Wir reisen nach Tschechien und entdeckt eine Literaturlandschaft zwischen großer Erzähltradition und überraschend schrägen Gegenwartsromanen.

Hanka ist fünfzehn und verliebt sich in einen verheirateten Mann. Die tschechische Autorin Dorota Ambrožová erzählt in „Göre“ von Begehren, Selbstsuche und dem schwierigen Erwachsenwerden.

Ein junges Paar findet ein unheimliches Wesen, aus dessen Körper dünne Kabel ragen wie Insektenbeine. Sie nennen es Flora. Und schon bald entwickelt „sie“ sich zu einer düsteren Mahnung davor, was es heißt, die Grenzen der Natur zu überschreiten. Der Weird-Fiction-Erfolg aus Tschechien.

Eine Fliege als Erzählerin – und eine ganze Stadt als Schauplatz: In „Die Mariborhypnose“ blickt Dora Kaprálová aus ungewöhnlicher Perspektive auf das slowenische Maribor.

Tschechinnen und Tschechen lesen viel und gerne – doch die digitale Ablenkung bedroht die Lesekultur. Die Schulen steuern dagegen und nutzen dafür die traditionellen Lesetagebücher, die oft über Generationen weitergegeben werden.

Wer war die wirkliche Viktorka? In ihrem neuen Roman „Im Licht des neuen Tages“ begibt sich Jarka Kubsova auf die Spuren einer Frau, deren Geschichte durch Božena Němcovás berühmten Roman „Die Großmutter“ geprägt wurde. Im Gespräch erzählt sie von historischem Unrecht, ihrer eigenen Wiederannäherung an Tschechien – und dem besonderen tschechischen Humor.

Wie macht man aus der stalinistischen Vergangenheit eine schwarze Komödie? Und wie übersetzt man tschechischen Humor ins Deutsche? Übersetzerin Daniela Pusch erzählt von einem Roman, der mit Geschichte spielt – und doch sehr nah an die Gegenwart kommt.

Zurück zu dem, was einmal Zukunft war: Die 13 Erzählungen im Band „Der Schaffner wollte die Kerzen nicht anzünden“ führen uns in die Ukraine des frühen 20. Jahrhunderts. Ausgewählt von Katja Petrowskaja, lassen sie uns teilhaben an Fortschritt, Umbrüchen und Revolution.

Mitten in einer Lebenskrise reist der englische Bibliothekar Hilary Byrd nach Indien. Dort verliebt er sich und wird in die Glaubenskämpfe im Land verwickelt.

Aya Kōda und die Bäume - eine Verbindung, die weit über die bloße Betrachtung der Natur hinausgeht und in die Sphären von Erinnerung, Identität und Sinnsuche vordringt.

Neue Bücher von Shida Bazyar, Don Pablo Mulemba, Valeria Gordeev und Emma Cline - und „Frankenstein“ als wunderschöner Comic

Die unbeschwerten 2000er? Journalist und Podcaster Don Pablo Mulemba schreibt in seinem Buch auch von dem Rassismus, den er als Heranwachsender im Osten Deutschlands erlebt hat.

Michael Kleeberg begleitet einen von Hemingway besessenen Forscher bei seinen obsessiven Recherchen. Diese zeigen einen Mann voller Widersprüche jenseits gängiger Mythen und Klischees.

Mary Shelleys „Frankenstein“ ist über 200 Jahre alt und doch zeitlos. Der französische Künstler David Sala hat die Geschichte über Menschlichkeit als faszinierenden Comic umgesetzt.

Lange wurde der Debütroman der Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin erwartet. Nun hat die in Tübingen geborene Autorin Valeria Gordeev eine großartige Geschichte vorgelegt, die zwischen Berlin und Moskau changiert und eine Vielzahl absurder Episoden in Gang setzt.

Wie erinnert man sich an sein Leben, wenn man seiner Wahrnehmung nicht mehr trauen kann? Emma Cline erzählt in ihrem kühnen Roman „In die Schweiz“ von einem Demenzkranken, der sterben will.

Shida Bazyar füllt die Lücken in der Geschichte eines Ortes mit Erzählungen von Fremdheit, Zugehörigkeit, Vertreibung und Heimat. Ein Panorama der letzten hundert Jahre.

Eine verschwundene Tasche und zwei Brüder im Westberliner Winter: In „Frankie und Freddie“ macht Sven Regener aus einer kleinen Odyssee eine große Geschichte über Familie, Angst und Veränderung – menschlich, melancholisch und sehr komisch.

Der Politikwissenschaftler Philip Manow hält links und rechts für ungeeignet, heutige Konflikte zu erklären. Er empfiehlt auf die Haltung der Parteien zu Europa zu schauen.

Ein israelischer Lehrer erfährt vom Tod eines ehemaligen Schülers im Gaza-Krieg. Cedrick, Sohn philippinischer Gastarbeiter, war Reservist der Armee - keine Selbstverständlichkeit.

Notizbücher, Skizzen und bisher unveröffentlichtes Material, darunter alternative oder verworfene Strophen zu Songs von Freddie Mercury. Fotos und Anekdoten über den Künstler und seine Band Queen. Aufgeschrieben und zusammengestellt von seiner langjährigen Freundin Mary Austin.

Sie sind berühmt und fürchten den Absturz. Ex-Präsident Dan Lehmann ist schon im freien Fall, die Frauen um ihn kämpfen noch. Davon erzählt Karine Tuil in „Die Liebeshungrigen“.