Der Podcast Literatur - SWR2 lesenswert bietet Orientierungshilfe in der Flut der Neuerscheinungen. Besprochen werden aus den Bereichen Literatur und Sachbuch die wichtigen aktuellen Bücher, aber auch weniger bekannte Werke, die SWR2 für Sie entdeckt. Außerdem finden Sie im Podcast Gespräche und Les…

Martin Piekar spricht über seine im Gulag geborene Mutter; Petra Morsbach erzählt ein nur oberflächlich betrachtet unspektakuläres Frauenleben.

Was das Leben gewesen ist, entscheidet sich nicht zuletzt auch daran, was es nicht gewesen ist. Die verpassten Möglichkeiten, das Entgangene, all das, was nicht stattgefunden hat, macht Hans-Ulrich Treichel in seinem Roman „Das Karussell“ zum Thema.

Heike Geißler holt Kleists rachsüchtigen Rosshändler Michael Kohlhaas aus dem 16. Jahrhundert in die Gegenwart und macht ihn zur aufbäumenden Friedhofsverwalterin Michalea.

Ein nur scheinbar unspektakuläres Frauenleben, brillant erzählt: Die Hoffnung liegt bei Petra Morsbach immer auch in der Literatur.

Eine Zweizimmerwohnung. Eine Mutter, ihr Sohn und die transgenerativen Traumata: Martin Piekars Debüt „Vom Fällen eines Stammbaums“.

Der Schweizer Büchner-Preisträger Lukas Bärfuss erkundet in seinem autobiografischen Buch das Leben seiner Mutter und sein Verhältnis zu einer Frau, die keine Mutter sein wollte.

Biografische Kurzgeschichten über einen Rockstar, der die Bundesrepublik, ihre Gesellschaft, ihre Denkweise, verändert hat – durch seine Musik, vor allem aber durch sein gnadenlos unprätentiöses Menschsein. Kundig, witzig und scharfsinnig erzählt sein enger Freund Benjamin von Stuckrad-Barre von Aufstieg, Absturz, Wiederauferstehung Udo Lindenbergs.

Der Elefant im Raum ist das, was nicht sein darf. Obwohl groß und dick, scheint er unsichtbar wie Luft. Bei dem belarussischen Exilschriftsteller Sasha Filipenko steht der Elefant für die Bedrohung der Freiheit. Je unbekümmerter die Bürger die Beschneidung ihrer Freiheit hinnehmen, desto dicker wird ihr Elefant im Raum.

Der Kirchenrechtler Diarmaid MacCulloch ist ein streitbarer Theologe, der das Wirken der christlichen Kirchen genau unter die Lupe nimmt. Sein neuestes Werk „Niedriger als die Engel. Eine Sexualgeschichte des Christentums“ beschreibt die historische Entwicklung und hinterfragt den Wert der Moralgebote für heute.

Los geht's in der näheren Umgebung. Dann bereisen wir das afghanisch-iranische Grenzgebiet. Wir ermitteln in Lagos/Nigeria und Haiti. Ein paar Morde sind dabei nicht zu vermeiden.

Anwältin Amaka Mbadiwe lebt in Lagos und legt sich mit einer einflussreichen Mega-Church an. Leye Adenles neuer Thriller „Schatten der Schuld“ ist knallhart und kompromisslos. Aus dem Englischen von Yasemin Dinçer InterKontinental Verlag (400 Seiten, 24,50 Euro) ISBN 978-3-9113610-4-0 19. März 2026

„Im Land der Vergessenen“ heißt Aliyeh Ataeis Erzählband über das Leben in Afghanistan und Iran. Rezensentin Maryam Aras ist auch Autorin („Dinosaurierkind“) und empfiehlt den Band.

David Hugendick stottert. In seinem autobiografischen Essay „Jetzt sag doch endlich was: Über das Stottern“, setzt er sich mit diesem gesellschaftlichen Imperativ auseinander.

Ethikprofessorin Ruth Lember wurde von ihrem Mann verlassen. Eine Jugendsünde holt sie ein. Mit 56 sucht sie neu nach Sinn und Liebe. Davon erzählt Ulrich Woelks „Hellere Tage“.

Eine „Nation of Strangers“ schwebt der türkischen Exilschriftstellerin Ece Temelkuran vor, der Untertitel lautet: „Unsere Heimat sind wir“. Ein Appell für Solidarität und Menschlichkeit.

Max ist 63, Anna etwas jünger. Er ist allein, sie ist verheiratet. Sie lernen sich kennen, werden ein Paar. Ihre Liebe hat etwas berührend Selbstverständliches. So beschreibt Hettche sie auch, in all ihren Facetten, in allen Details.

Eine Kleinstadt im Lausitzer Braunkohlerevier. Eine Familie und deren wendungsreiche Biografien quer durch die Jahrzehnte. Lukas Rietzschel zeichnet Menschen und Landschaften mit großem Feingefühl und Respekt.

George Sand, die Autorin in Männerkleidern. „Nanon“ ist ein später Roman, erschienen 1872 und nun in Elisabeth Edls frischer Neuübersetzung auf Hochglanz gebracht. Ein historischer Roman, ein Abenteuerbuch, die Geschichte einer revolutionären Frau.

„Prosopagnosie“ ist der Fachausdruck für das Phänomen der Gesichtsblindheit. Die Psychologin und Schriftstellerin Felnhofer erzählt davon, wie jemand, der kein Verhältnis zu sich selbst aufbauen kann, auch im familiären Kontext scheitert.

Literaturdiskussion im schönsten Ambiente: Im gut besuchten Künstlerhaus Edenkoben stehen vier Werke der SWR Bestenliste im Mai auf dem Prüfstand.

Ein Taugenichts im Herzen der Forschung – in der Universitätssatire „Die Pause ist vorbei“ konfrontiert Dario Ferrari den akademischen Betrieb mit seinen eigenen Widersprüchlichkeiten.

Die ZEIT-Redakteurin Andrea Böhm berichtet aus Krisengebieten in Afrika und dem Nahen Osten. Sie teilt ihre Erfahrungen auf Angriffe gefasst zu sein in „Fighting like a Woman“.

Depression in Sprache: Benjamin Maack zeigt in „Bewerbungen um einen Job als Mensch“ die unsichtbare Krankheit als verworrenes Textgewebe – ein Labyrinth aus „gehäkelten Knubbeln“.

Gerade in Krisenzeiten braucht die Gesellschaft Vertrauen. Doch das Misstrauen wächst, diagnostiziert Aladin El-Mafaalani in „Misstrauensgemeinschaften“ und sucht nach Auswegen.

Ein verrückter Trip nach Manchester, voll von jugendlichem Leichtsinn. Und 40 Jahre später eine Entscheidung, die eine Lebensfreundschaft neu justiert.

Neue Bücher von Douglas Stuart, Andrew O'Hagan und Claire Fuller. Außerdem sprechen wir über den neuen Band der Bestseller-Reihe von Beatrice Salvioni und enthüllen mit Shelly Kupferberg das Geheimnis um eine Hauserbin.

Ihr Debütroman „Malnata“ wurde in 35 Sprachen übersetzt. Jetzt schreibt Beatrice Salvioni in „Malacarne“ die Geschichte zweier ungleicher Freundinnen fort.

Dorćol, Belgrad, 1990er Jahre: In ihrem eindrucksvollen Debütroman „Uppercut“ erzählt Maja Iskra von einer Mädchen-Kindheit zwischen Gewalt und Loyalität, Boxring und Betonruine.

In der calvinistischen Strenge einer schottischen Insel wirkt der schwule Cal wie ein Webfehler im Harris-Tweed. In „John of John“ fragt Douglas Stuart: Wie viel Freiheit ist in einem traditionellen Umfeld möglich?

Martha war eine Berliner-Legende. Zahlreiche Gerüchte gab es über sie. Angeblich soll die unscheinbare Frau Millionärin sein. Wer sie wirklich war, davon erzählt Shelly Kupferberg.

Ein Virus. Freiwillig Infizierte. Eine Frau erwacht, als die Welt schon unterging. Claire Fullers „Das Gedächtnis der Tiere“ lässt uns Überleben – und Erinnern – neu denken.

Die Evolution des organischen Lebens ist ein faszinierender Prozess. Richard Dawkins fängt sie in „Das große Buch der Evolution“ anschaulich und gut lesbar ein.

Wolfram Lotz' Buch „Träume in Europa“ gleicht einem kollektiven Traumarchiv: Er sammelt anonyme Erzählungen aus ominösen Traumforen; eine Collage aus Realem und Fantastischem.

Die US-amerikanische Musikerin Patti Smith blickt erneut auf ihr Leben zurück. Mit „Bread of Angels“ begibt sie sich nun noch einmal auf eine durchaus aufregende Memory Lane.

Fritz Rudolf Fries ist losgelöst von Zeit und Raum in „Auf der Suche nach dem verlorenen Paradies“. Elf Jahre nach seinem Tod ediert Helmut Böttiger seine „Texte zur Literatur“.

Ein Gespräch mit Felicitas Hoppe über das Reisen, ein neues Standardwerk zur Literatur im Nationalsozialismus sowie Bücher von Lídia Jorge, Steffen Kopetzky und Peggy Mädler.

Die portugiesische Autorin Lídia Jorge setzt in „Die Stunde der Nelken“ den Helden der Nelkenrevolution ein Denkmal. Mit großem psychologischem Gespür fragt sie danach, was aus den Träumen und Hoffnungen von einst geworden ist.

Kybernetik und Planwirtschaft, Aufbruchsstimmung und Desillusion – Peggy Mädlers erzählt die DDR so ungewöhnlich wie brillant.

Die Geschichte der Literatur im Nationalsozialismus wurde vielfach erforscht. Der Heidelberger Literaturwissenschaftler Helmuth Kiesel hat mit seinem neuen Buch ein Standardwerk vorgelegt.

Kein Wunder, dass sich Steffen Kopetzky auf seiner Wanderung durch den Harz immer mal wieder verirrt, haben sich hier Ost und West auf seltsame Weise vertauscht: Steffen Kopetzky entdeckt blühende Landschaften in der einstigen DDR, Tristesse und Verfall im Westen.

Sie ist mit dem Containerschiff um die Welt und in einem Zug voller Schriftsteller quer durch Europa gefahren: Felicitas Hoppe schreibt in „Reisen“ über Sehnsüchte und Paradoxien.

In ihrem Buch „Größe zeigen. Wie wir Fettfeindlichkeit bekämpfen können“ plädiert die amerikanische Philosophin Kate Manne für einen selbstbewussten Umgang mit dem Dicksein.