Unter dem Titel "Forum" gibt es in SWR2 täglich Gespräche zwischen zwei oder drei Teilnehmern. 45 Minuten haben die Gesprächspartner Zeit, Standpunkte zu klären, Sachverhalte zu reflektieren, Perspektiven zu entwickeln - immer mit dem Ziel, Orientierungswissen zu bieten. Zur Diskussion stehen aktuel…

Drei Gäste, ein Thema. Im Forum von SWR-Kultur versuchen wir im Gespräch das abzubilden, was die Gesellschaft bewegt. Das Jahr 2025 war kein leichtes Jahr. Die Debatten wurden teilweise hitzig geführt. Die Auswahl in diesem Jahresrückblick beansprucht keine Vollständigkeit. Was hat uns bewegt, was empört, was überrascht oder verstört wie wurde darüber gesprochen? Davon soll dieses Forum, moderiert von Thomas Ihm, einen Eindruck vermitteln.

Spiele zu spielen ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Spielen kann jeder und jede. Aber nicht nur Kinder haben Freude am Spiel. Gesellschaftsspiele und Games verkaufen sich so gut wie nie. Die Spielwaren-Branche macht auch in der Krise Gewinn: Rund 4,5 Milliarden Euro geben die Konsumenten in diesem Jahr für Spielzeug und Spiele aus – ein Plus von drei Prozent. Woher kommt der Drang zum Spielen? Und macht Spielen wirklich schlau, gesund und glücklich? Marion Theis diskutiert mit Prof. Dr. Jens Junge – Institut für Ludologie SRH University Berlin; Prof. Dr. Wiebke Waburg – Spiel- und Spielzeugforscherin Universität Koblenz; Nico Wagner – Jurymitglied “Spiel des Jahres“

Sie war Schauspielerin, Chansontexterin und -sängerin, Schriftstellerin. Mal vergöttert, mal verhasst, nie vergessen – die Knef. Ella Fitzgerald nannte sie mal: „Die größte Sängerin ohne Stimme“. Kaum eine hat ihr Innerstes – ihre Höhen und Tiefen – so nach außen getragen und manchmal auch zur Kunst gemacht wie Hildegard Knef. Sei es in ihren Liedern und Büchern oder aber auch in Interviews und in ihrem Umgang mit der Presse. Was bleibt von Hildegard Knef mehr als 20 Jahre nach ihrem Tod? Eva Röder diskutiert mit Jan Feddersen – Taz; Ulrich Michael Heissig alias "Irmgard Knef" – Kabarettist; Luzia Schmid – Dokumentarfilmerin ("Ich will alles. Hildegard Knef")

Vor 70 Jahren kamen die ersten italienischen „Gastarbeiter“ nach Deutschland. Und mit ihnen ein neues mediterranes Lebensgefühl. Schlager, Filme und vor allem Pasta und Vino schenkte den Nachkriegsdeutschen eine bislang unbekannte Leichtigkeit. Die Lebensrealität der Millionen Italienerinnen und Italiener, die für das deutsche Wirtschaftswunder schufteten, sah hingegen anders aus. Wie erinnern wir uns heute an diese Zeit? Wie sehr hat sich Deutschland seitdem verändert? Susanne Babila diskutiert mit Dr. Alessandro Bellardita – Strafrichter und Vorsitzender der deutsch-italienischen Gesellschaft in Karlsruhe; Bernardino di Croce – Buchautor und ehemaliger Gewerkschaftssekretär; Licia Linardi – Chefredakteurin der seit 1951 erscheinenden deutsch-italienischen Monatszeitung Corriere d'Italia

Vor 650 Jahren starb in der Toskana Giovanni Boccaccio. Ein Dichter am Ende des italienischen Mittelalters, Rechtsanwalt und Sohn eines erfolgreichen Kaufmanns. Vor allem aber ein großer Gelehrter und Entertainer. Als die Pest wütete, schrieb er 100 Geschichten über die Liebe. Das Dekamerone ist schlau, deftig und bis heute sehr gut lesbar. Giovanni Boccaccio hat viel zur italienischen Kultur beigetragen – wie Dante und sein Zeitgenosse Petrarca. Zum Todestag erscheinen pünktlich zu Weihnachten eine Neuübersetzung und eine neue Biographie – man kann von Boccaccio auch lernen, wie das ist mit der Liebe heute. Alexander Wasner diskutiert mit Franziska Meier – Professorin für Romanistik und Komparatistik, Universität Göttingen; Ijoma Mangold – Feuilletonredakteur "DIE ZEIT" und einer der Teilnehmer am Podcast „Die sogenannte Gegenwart“; Barbara Vinken – Professorin für Romanistik an der LMU München

Kein Dach über dem Kopf, Gewalterfahrungen und jede Menge gesundheitliche Probleme – die Situation obdachloser Menschen in Deutschland ist dramatisch. Und die Zahl der Betroffenen nimmt weiter zu. Das zeigt der Wohnungslosenbericht der Bundesregierung. Dabei hat die schwarz-rote Koalition angekündigt, Obdach- und Wohnungslosigkeit bis 2030 abschaffen zu wollen. Wie realistisch ist das Ziel? Und was muss passieren, damit die Menschen ohne eigenes zuhause runterkommen von der Straße? Doris Maull diskutiert mit Sabine Bösing – GF Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe; Sebastian Klöppel – Referent für Wohnungswesen beim Deutschen Städtetag; Jürgen Schneider – Vorsitzender Verein Armutsnetzwerk Stichworte: Platte machen, Wohnungsmarkt, Housing First, Kommunen, Nationaler Aktionsplan Wohnungslosigkeit, sozialer Wohnungsbau, Gewalterfahrungen, Stigmatisierung, Wohnfähigkeit, Wohnungsmarkt

Und plötzlich sind wir allein: Dass Wladimir Putin Europa verachtet, war bekannt. Doch unter der Trump-Regierung wendet sich jetzt auch unser engster Verbündeter ab. In der neuen Nationale Sicherheitsstrategie der USA ist die Rede vom „Widerstand gegen Europas derzeitige Entwicklung“. Manche, wie der Sicherheitsexperte Carlo Masala sagen, Trump wolle die EU zerstören. Der Schock sitzt tief. Wird der alte Kontinent jetzt endgültig zum Spielball autoritärer Mächte? Wie soll, wie kann die EU auf die Kampfansage aus Washington reagieren? Und welchen Platz hat Europa künftig in der Welt? Michael Risel diskutiert mit Prof. Dr. Gerlinde Groitl – Politikwissenschaftlerin an der Universität Regensburg und Leiterin des Institut für Sicherheit und Strategie; Jörg Lau – außenpolitischer Korrespondent "DIE ZEIT"; Prof. Dr. Andreas Rödder – Historiker an der Universität Mainz und Leiter der Denkfabrik "R21"

Ob Adventslieder, Sonaten oder Popsongs, ob im Wohnzimmer, im Keller-Proberaum oder auf dem Balkon, ob mit der Familie, mit Freunden oder allein – selbstgemachte Hausmusik ist oft persönlicher als Konzerte auf großen Bühnen. Sie ist beliebt – zumindest greifen aktuell wieder mehr Menschen zum Instrument – und findet doch meist wenig Beachtung. Dabei hat sie eine vielfältige Geschichte: als häusliche Andacht zu Bachs Zeiten, als Teil der Propaganda im NS-Regime, als Corona-Ablenkung im Homerecording-Zeitalter. Doch wie genau prägte sie unsere Musikkultur? Schafft Hausmusik wirklich mehr Zusammenhalt? Und kann sie in Zeiten von Social Media und KI noch bestehen? Norbert Lang diskutiert mit Prof. Dr. Wolfgang Matthias Fuhrmann – Musiksoziologe und Philosoph, Universität Leipzig; Prof. Dr. Rebecca Grotjahn – Musikwissenschaftlerin, Universität Paderborn; Hans Well, Musiker – Mitbegründer der Musikgruppen Biermösl Blosn und Wellbappn

Junge Frau aus gutem Hause trifft Mann aus gutem Hause, Andere aus besserem oder schlechterem Hause kommen dazwischen. Frau ringt mit sich und der Verwandtschaft zwischen Teatime, Picknick und Tanzball und am Ende wird geheiratet. So schlicht, so Jane Austen – könnte man meinen. Auch Charlotte Brontë fasst ihr Werk später zusammen: „Elegant, aber beschränkt.“ Vladimir Nabukov hingegen stellt Jane Austen in eine Reihe mit Kafka oder Proust. Und heute noch geht es auch Otto-Normal-Lesern nicht anders: Die einen stellen die Schriftstellerin in die Kitschecke, die anderen verehren sie fast kulthaft – auch gerade junge Menschen. Warum löst Jane Austen diese heftige Reaktionen aus? Und was hat sie uns heute noch zu sagen? Eva Röder diskutiert mit Elsemarie Maletzke – Journalistin und Autorin; Eva Pramschüfer – Journalistin, Autorin, Booktokerin; Denis Scheck –Literaturkritiker und Autor

Dass wir von geheimen Eliten beherrscht werden, gehört zu den unerschütterlichen Menschheitsmythen. Und tatsächlich gibt es sie, die Netzwerke der wirtschaftlichen und politischen Macht. Aber was entscheidet die Bilderberg-Konferenz tatsächlich, wie einflussreich ist die Tegernsee-Connection? Und was treibt Politiker und Manager in das Netzwerk des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein? Wer herrscht in diesen Netzwerken? Oder haben sich die Elite-Clubs längst als Betriebssystem unserer Gesellschaft verselbständigt? Claus Heinrich diskutiert mit Julia Friedrichs –Journalistin und Autorin; Prof. em. Dr. Michael Hartmann – Soziologe und Elite-Forscher; Matthias Kalle – taz-Journalist und Autor

Jeder vierte Wähler will der „Alternative für Deutschland“ die Stimme geben. Dem Projekt Brandmauer fehlt der Erfolg. Zuletzt wollte der Verband der Familienunternehmer das Gespräch zur AfD öffnen. Die Kritik innerhalb wie außerhalb der Lobbyorganisation war massiv, der Verband ruderte zurück. Es bleibt die Frage: Wie viel Gespräch mit der AfD ist möglich, wie viel ist nötig? Wer darf, wer kann, wer muss mit der AfD diskutieren? Oder ist jede Kommunikation mit der rechten Partei ein Wort zuviel? Thomas Ihm diskutiert mit Beatrice Achterberg – NZZ, Redakteurin; Dr. Knut Bergmann – IW Köln, Wirtschaftsforscher; Prof. Michael Koß –Universität Lüneburg, Politikwissenschaftler

Die Wirtschaft im Niedergang, die Demokratie am Abgrund, die Bevölkerung alt und satt – so manche Beschreibung der aktuellen Lage der Nation liest sich wie ein Abgesang auf ein Land, das den Anschluss verpasst hat. Die Politik reagiert mit Beschwörungsformeln („Herbst der Reformen“), will Handlungsfähigkeit demonstrieren – wie ein echtes Rezept gegen die „tiefste Krise seit Gründung der Bundesrepublik“ (so BDI-Chef Markus Leibinger) wirkt das nicht. Deutschland, schreibt der Historiker Frank Trentmann, sei eine blockierte Republik. Was hält uns zurück? Wie ist dem stolzen Exportweltmeister von einst die Zukunft abhandengekommen? Kann Deutschland sich neu erfinden? Michael Risel diskutiert mit Dr. Daniel Stelter – Ökonom und Autor; Prof. Dr. Frank Trentmann – Historiker, University of London; Dr. Ursula Weidenfeld – freie Wirtschaftsjournalistin

Eigentlich läuft es gut für Anlegerinnen und Anleger – an den Börsen zeigt alles nach oben. Trotzdem aber nehmen die Warnungen vor einem kommenden Kursrutsch am Aktienmarkt zu. Die KI-Blase schwebt als Schreckgespenst auch über Klein-Anlegerinnen und -Anlegern. Was bedeutet die aktuelle Entwicklung für sie? Wie können oder müssen sie ihre Anlagestrategie verändern? Geli Hensolt diskutiert mit Christiane von Hardenberg – Kolumnistin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Autorin und Gründerin der Wealth Academy; Prof. Dr. Christine Laudenbach – lehrt Household Finance, Leibniz Institute for Financial Research SAFE; Saidi Sulilatu –Chefredakteur Finanztip

Der Bundestag hat über das Rentenpaket entschieden. Die Gruppe der jungen Kritiker in der Union konnte sich erwartungsgemäß nicht durchsetzen. Fast zu einer Fußnote der Debatte wurden dabei die anderen Themen auf der Tagesordnung, etwa die Wiederauflage der Wehrpflicht. Thomas Ihm spricht mit Christine Dankbar Politikchefin der Frankfurter Rundschau Prof. Dr. Claudia Ritzi Politikwissenschaftlerin, Uni Trier Christoph Schwennicke Journalist, Chefredaktion t-online

In Zeiten von Fake News, Rechtsruck und Vielfachkrisen erlebt die politische Denkerin Hannah Arendt eine beispiellose Popularität. Ihre pointierten Analysen der bedrohten demokratischen Gesellschaft finden in den sozialen Medien reißenden Absatz und inspirieren auch Politiker. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat ihr jüngst gar ein ganzes Buch gewidmet: „Der Sinn von Politik ist Freiheit – Warum Hannah Arendt uns Zuversicht in schwieriger Zeit gibt“. Doch was genau verbirgt sich hinter Arendts zentralen Begriffen von Freiheit und politischem Handeln? Und wieso ist sie, rund 50 Jahre nach ihrem Tod am 4. Dezember 1975, aktueller denn je? Wie lässt sich der anhaltende Hype um ihre Person und Philosophie erklären? Eva Röder diskutiert mit Dr. Monika Boll –Philosophin, Publizistin, Kuratorin; Prof. Dr. Thomas Meyer – Philosoph an der Ludwig-Maximilians-Universität München; Dr. Maike Weißpflug – Autorin und Journalistin

Er wird wie ein Popstar in den sozialen Medien gehandelt, seine Lyrik ist hitverdächtig: der Dichter Rainer Maria Rilke ist selbst 150 Jahre nach seiner Geburt Kult. Junge Influencer deuten seine Lyrik, Lady Gagas Oberarm ziert ein eintätowierter Rilke-Vers. Auch auf Kalendern und Todesanzeigen ist der Wortkünstler präsent, der sein Leben bedingungslos der Dichtkunst verschrieben hat. Rilke ist ein Phänomen bis heute. Was macht seine Beliebtheit aus? Worin liegt das Geheimnis seiner Lyrik, was zeichnet den Menschen Rilke aus? Silke Arning diskutiert mit Prof. Sandra Richter – Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach; Dr. Thomas von Steinaecker – Schriftsteller, Filmregisseur, Hörspielmacher und Comic-Autor; Jan Wagner – Lyriker und Büchnerpreisträger

Es war das vorläufige Ende von Blatten in der Schweiz: Vor einem halben Jahr haben Gestein und Wasser das Dorf unter sich begraben. Auch anderswo in den Alpen bröseln die Berge. Schmelzende Gletscher, Permafrostböden, die auftauen, und Starkregen lassen Hänge rutschen und Felsen abbrechen. Das Gebirge ist sowieso ständig in Bewegung und jetzt verstärkt die Erderwärmung das Phänomen. Wie groß sind die Gefahren für Anwohner und Touristen? Braucht es mehr Respekt vor der Natur? Und mit welchen Maßnahmen lässt sich die Bergwelt bewahren? Marion Theis diskutiert mit Prof. Dr. Werner Bätzing – Kulturgeograph und Alpenforscher; Otti Flepp – Bergführer in Disentis, Schweiz; Dr. Tobias Hipp –Deutscher Alpenverein, München

Wer unter Depressionen, ADHS oder Zwangsstörungen leidet, ging früher zum Therapeuten in die Praxis. Heute klicken sich viele Betroffene stattdessen ins Internet. Dort breiten sich Anbieter wie „Mind Doc“ oder „Better Help“ immer weiter aus. Ihr Versprechen: Therapie auf Knopfdruck. Gleichzeitig wächst in den Sozialen Medien die Zahl der sogenannten Mental Health-Influencer, die Informationen zur Selbstdiagnose liefern und damit Millionen von Followern erreichen. Wie wirksam sind diese neuen Therapieformen? Doris Maull diskutiert mit Prof. Dr. Harald Baumeister – Leiter der Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Ulm; Susanne Berwanger – Diplom-Psychologin und Vizepräsidentin des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen; Thorsten Padberg –Psychotherapeut, Autor und Journalist

Die Berliner Beamtinnen und Beamte haben jahrelang zu wenig Geld bekommen. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts wird den Steuerzahlern bundesweit teuer zu stehen kommen. Und es befeuert alte Debatten: Warum sind Beamte eigentlich unkündbar? Warum dürfen sie nicht streiken? Ist deren Altersversorgung noch zeitgemäß? Brauchen wir tatsächlich 5,4 Millionen Staatsdiener oder hilft die Digitalisierung Stellen zu sparen? Claus Heinrich diskutiert mit Thorsten Alsleben –Geschäftsführer Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft; Prof. Dr. Matthias Mitsch –Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg; Kai Rosenberger – Vorsitzender BBW Beamtenbund

Wann ist ein Buch ein gutes Buch? Wenn es gute Kritiken erhält oder Spiegel-Bestseller ist, meine Buchhändlerin es empfiehlt oder mein Lieblings-Influencer? Oder ist doch eher das Amazon-Ranking entscheidend? Ganz gleich: versprochen wird immer nur das Beste. Listen, Tipps und Rankings, analog und digital, sie alle wissen, welche Bücher Erfolg verdienen oder schon erfolgreich sind. Viele Leserinnen und Leser lassen sich gerne lenken, denn wer hat im Dschungel der Neuerscheinungen noch den Überblick? Aber klar ist auch: Bücherlisten beeinflussen, was wir kaufen und lesen. Und sie entscheiden, was eben nicht zu den Besten gehört. Wohin führt der Kampf um literarische Aufmerksamkeit? Lesen wir bald alle nur noch dasselbe? Gregor Papsch diskutiert mit Julia Schröder –Literaturkritikerin; Josua Straß – Buchhändler; Florian Valerius –Bookstagrammer

Ist es eine Demonstration seiner Macht, will er wirklich nur Jagd auf Drogenschmuggler machen oder plant er doch den großen Umsturz? Seit Wochen rätselt die Welt, welche Absichten Donald Trump mit dem riesigen militärischen Aufgebot vor Venezuelas Küste verfolgt. Fest steht: Geht es nach dem US-Präsidenten sind die Tage des sozialistischen Regimes um Diktator Nicolás Maduro gezählt. Und auch in der venezolanischen Bevölkerung ist der Unmut groß: Armut, Korruption und staatlicher Terror setzen ihr zu. Würde eine Intervention der USA die Situation besser machen? Welche Folgen hätte ein Regierungswechsel in Caracas? Und ist Venezuela für Trump mehr als ein Spielball im globalen Kampf um Einflusssphären? Michael Risel diskutiert mit Tobias Lambert – freier Autor; Prof. Dr. Günther Maihold – Politikwissenschaftler; Dr. Hildegard Stausberg – Publizistin

Mit einem 28-Punkte-Plan versucht die Regierung von Donald Trump einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu erzwingen. Der Druck auf die Ukraine ist so groß wie selten. Präsident Selenskyi sprach davon, entweder die Würde oder einen Partner zu verlieren. Andere sprachen von einer Kapitulation. Am Wochenende schalteten sich die europäischen Staaten ein. Inzwischen wird ein veränderter Plan diskutiert. Trumps Ultimatum, sich bis Donnerstag zu einigen, ist inzwischen vom Tisch. Kann die Ukraine ihre Demokratie, ihre Souveränität und ihre Sicherheit bewahren, oder verliert sie mehr als ihre Würde? Andrea Beer diskutiert mit Dr. Susann Worschech – Sozialwissenschaftlerin, Europa-Universität Viadrina; Dr. Andreas Umland – Analyst am Stockholmer Zentrum für Osteuropastudien; Ljudmyla Melnyk – Ukraine-Expertin, Institut für Europäische Politik

Vor 20 Jahren schockierte der Mord an der Deutsch-Türkin Hatun Sürücü. Doch bis heute sind Zwangsheirat, Zwangsehen und Morde im Namen der Ehre aktuell. Beratungsstellen melden eine steigende Zahl an Hilferufen von jungen Frauen und Mädchen und die Dunkelziffer ist hoch. Wo liegen die Ursachen? Wie finden Betroffene Hilfe? Und was wurde bislang versäumt? Susanne Babila diskutiert mit Aisha Kartal (anonymisiert) – Bereichsleiterin der Beratungsstelle YASEMIN und des Wohnprojekts ROSA in Stuttgart; Dr. Ute Leidig – Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration; Prof. Dr. Jan-Ilhan Kizilhan – Traumatherapeut, Orientalist, Psychologe, Leiter des Instituts für transkulturelle Gesundheitsforschung an der Dualen Hochschule in BW

Vor 20 Jahren, genau am 22. November 2005, wurde Angela Merkel zur Bundeskanzlerin gewählt. 16 Jahre führte sie das Land durch allerlei Krisen. Und hinterließ dabei viele unbearbeitete Probleme: eine vernachlässigte Infrastruktur, die totgesparte Bundeswehr, die Energiewende in Abhängigkeit von russischem Gas. Und vor allem natürlich die Folgen der massiven Einwanderung. Ihr Nachfolger Friedrich Merz versucht diese Probleme in den Griff zu bekommen. Und Merkel kommentiert vom Spielfeldrand - zur Gaudi ihrer Fans. Claus Heinrich diskutiert mit Ralph Bollmann – Journalist und Merkel-Biograf, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung; Christine Dankbar – Ressortleiterin Politik, Frankfurter Rundschau; Prof. Dr. Bernd Stegemann – lehrt Dramaturgie und Kultursoziologie an der HfS Ernst Busch

1945 wurden zum ersten Mal in der Geschichte Kriegsverbrecher zur Verantwortung gezogen. Trotz mancher Kritik trugen die Prozesse wesentlich zur Aufklärung der NS-Verbrechen bei und ebneten den Weg zu einer internationalen Strafgerichtsbarkeit. Seitdem ist ein Staatsamt keine Garantie für Immunität. Seit Kriegsende hat sich das Völkerstrafrecht weiterentwickelt, aber es ist nach wie vor löchrig. Thomas Ihm diskutiert mit Dr. Alexa Stiller – Historikerin, Universität Zürich; Andreas Zumach – Journalist; Dr. Viviane Dittrich – International Nuremberg Principles Academy

Ob im Fluss, auf hoher See oder im Friedwald – immer öfter finden Bestattungen heute jenseits von Friedhofsmauern statt. Seit kurzem kann man in Rheinland-Pfalz sogar Urnen mit nach Hause nehmen, was die Friedhofspflicht sonst verbietet. Für viele ist das eine längst überfällige Liberalisierung. Doch wenn immer mehr Trauernde wegbleiben, verlieren klassische Friedhöfe zunehmend an Bedeutung und geraten auch finanziell in Bedrängnis. Wie sinnvoll ist die Friedhofspflicht also noch? Welchen Wert haben Friedhöfe heute? Und wie können sie in Zukunft attraktiver werden? Norbert Lang diskutiert mit PD Dr. Thorsten Benkel – Soziologe, Universität Passau; Günter Czasny – Trauerbegleiter und Metallgestalter, Sprecher der Initiative »Raum für Trauer«; Dr. Nina Kreibig – Historikerin, Humboldt-Universität zu Berlin

Im November 1975, gaben die Sex Pistols in London ihr erstes Konzert. "Punk“ hieß die Musikrichtung: einer der heftigsten Brüche in der Popgeschichte. Woher kam Punk, in welcher Zeit und welchen Umständen wurde er sozusagen fällig – und was ist heute davon geblieben und vielleicht relevant? Bernd Lechler diskutiert mit Schorsch Kamerun – Musiker und Regisseur, Sänger der Hamburger Punkband "Die Goldenen Zitronen"; Marie Arleth Skov – Kunsthistorikerin; Benjamin Moldenhauer – Musikjournalist

Die deutschen Stadt- und Staatstheater sind weltweit einmalig: Sie werden von der öffentlichen Hand getragen und dürfen gleichzeitig frei ihre Spielpläne gestalten. Artikel 5 Absatz 3 des Grundgesetzes garantiert die Kunstfreiheit als ein besonders geschütztes Grundrecht. Auf dieser Freiheit baut das deutsche Theatersystem auf. Weil die Theater öffentlich finanziert werden, stehen sie allerding in einem besonderen Spannungsfeld: Zwischen einer gewissen Neutralität und der Freiheit der Kunst. Unter anderem Politiker und Politikerinnen der AfD fordern, dass das Theater nicht politisch sein dürfe. Wie politisch, wie kritisch und wie provozierend darf also das Theater sein? Kristine Harthauer diskutiert mit Maximilian Bauer – ARD Rechtsredaktion; Dr. Björn Hayer – Literatur- und Theaterkritiker, Leiter des Künstlerhauses Edenkoben; Hasko Weber – Theaterregisseur und -intendant

Trumps‘ erpresserische Zollpolitik, Chinas Exportbeschränkungen für seltene Erden – die globale Ökonomie erlebt turbulente Zeiten. Vom Beginn einer neuen Welt- und Wirtschaftsordnung ist die Rede, einer Ära der Geoökonomie. Offene Märkte, freier Handel, die alten Glaubenssätze der Globalisierung, so heißt es, gelten nicht mehr. Stattdessen: Sanktionen, Boykotte, Handelskriege. Wirtschaft als Waffe, Konfrontation statt Kooperation, die Welt zerfallen in rivalisierende Blöcke: USA, China, der globale Süden – und wo bleibt Europa? Sind wir bereit für die raue neue Welt der Geoökonomie? Michael Risel diskutiert mit Dr. Milan Babić – Associate Professor für Politische Ökonomie, Universität Amsterdam; Dr. Christoph Hein –Wirtschaftsjournalist, FAZ; Marc Saxer – politischer Analyst, Friedrich-Ebert-Stiftung, Bangkok

Seit zwei Jahren herrscht Krieg im Sudan, zehntausende Menschen sind gestorben, Millionen auf der Flucht. Zuletzt sorgten Meldungen von Massakern an der Zivilbevölkerung in der Stadt Al-Faschir weltweit für Entsetzen. Menschenrechtler warnen vor einem möglichen Völkermord. Und die Weltgemeinschaft? Sie schaut zu, der Westen, vor allem Europa übt sich in stiller Duldung. Denn auch westliche Player sind in den Krieg involviert. Wer profitiert vom Krieg im Sudan? Und wer hat wirklich ein ernsthaftes Interesse daran, ihn zu beenden? Gregor Papsch diskutiert mit Hager Ali – Giga-Institut für Global- und Regionalstudien, Hamburg; Andrea Böhm –Journalistin, „Die ZEIT“, Hamburg; Roman Deckert – NGO Media in Cooperation and Transition (MiCT), Berlin

Gesichtserkennung in Echtzeit: Die Bundesregierung treibt die biometrische Überwachung der Bevölkerung voran. Teile der deutschen Polizei arbeiten mit der umstrittenen Analyse-Software Palantir. Die EU würde gerne Social Media-Nutzer per Chatkontrolle observieren. All das soll im Kampf gegen Kriminalität helfen. Doch Datenschützer und Juristen sehen die Pläne kritisch. Wie viel Mehr an Sicherheit bringen moderne Überwachungstechnologien? Welche roten Linien gelten für den staatlichen Zugriff auf unsere Daten? Und was muss und darf erlaubt sein in einem Rechtsstaat? Marion Theis diskutiert mit Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker – cyberintelligence institute; Dr. Constanze Kurz – netzpolitik.org; Dirk Peglow – Bund Deutscher Kriminalbeamter

Überall in Deutschland schießen Smart Stores aus dem Boden – autonome Minisupermärkte ohne Personal, die rund um die Uhr zugänglich sind. Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und andere Länder planen deshalb, ihre Ladenschlussgesetze zu ändern. Insbesondere die Verkaufszeiten am Sonntag sind umstritten. Die Kirchen pochen auf die Sonntagsruhe. Der Einzelhandel sagt, wir brauchen den Sonntag, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Sind Ladenöffnungsverbote an Sonn- und Feiertagen noch zeitgemäß? Marion Theis diskutiert mit Annelies Bruhne – Evangelischer Verband Kirche Wirtschaft Arbeitswelt; Sabine Hagmann – Handelsverband Baden-Württemberg; Prof. Dr. Stephan Rüschen – Duale Hochschule Baden-Württemberg

Jeder fünfte Haushalt in Deutschland ist „auf den Hund gekommen“: 10 Mio. Hunde leben unter uns, vom winzigen Chihuahua bis zum riesigen Irisch Wolfshund. Für viele Menschen ist der Hund nicht wegzudenken, als „Bester Freund“, Tröster, Bewacher, Kamerad. Wie aber fühlt sich der Hund in menschlicher Gesellschaft: Artgerecht behandelt und befriedigt im Kontakt mit dem Menschen oder ist es eine Zwangs-Gemeinschaft, in die er sich notgedrungen begeben muss? Vor allem: Was kann man tun, damit der Hund sich möglichst wohl fühlt im Ersatzrudel mit den Menschen? Hans-Jürgen Mende diskutiert mit Jana Hoger – PETA Deutschland e.V.; Prof. i.R. Dr. Kurt Kotrschal – Biologe und Verhaltensforscher, Universität Wien; Martin Rütter – Hundetrainer und Bestseller-Autor

Fast jede und jeder Deutsche hat schon Vitaminpillen, Kollagenkapseln oder Proteinpulver geschluckt, meist aus gesundheitlichen Gründen. Dabei sind Nahrungsergänzungen keine Arznei, sondern Lebensmittel. Es gibt sie überall im Handel, oft auch online. Nahrungsergänzungsmittel werden massiv in den sozialen Medien beworben. Sie versprechen, uns fitter zu machen. Sie sollen dafür sorgen, dass wir uns gesünder fühlen und besser aussehen. – Doch können die Substanzen das? Sabine Schütze diskutiert mit Dr. Georg Abel – Ernährungswissenschaftler, Sportler und Influencer, Hannover; Angela Clausen – Teamleiterin Lebensmittel im Gesundheitsmarkt bei der Verbraucherzentrale NRW e.V.; Dr. Anke Weißenborn –Ernährungswissenschaftlerin am Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin

Es ist ein symbolträchtiger Ort, an dem die diesjährige UN-Klimakonferenz COP30 stattfindet: Belém, mitten im brasilianischen Regenwald, der Lunge der Erde. Ein Schauplatz, der wie kaum ein anderer für das Verschwinden der Wälder steht – durch Brände, Dürren, Abholzung. Doch nicht nur der Wald schrumpft, sondern auch die politische Klimaschutz-Ambition. Sogar Bill Gates, der immer vor den Folgen der Erderwärmung gewarnt hat, sagt nun, es gebe dringendere Probleme als den Kampf gegen den Klimawandel. Ist Klimaschutz out? Und was ist von der COP30 zu erwarten? Janina Schreiber diskutiert mit Felix Finkbeiner – Umweltschützer und Gründer der Initiative „Plant-for-the-Planet“; Prof. Dr. Julia Pongratz – Klimaforscherin und Professorin für Physische Geographie und Landnutzungssysteme an der Ludwig-Maximilians-Universität München; Dr. Lambert Schneider – Research Coordinator für Internationale Klimapolitik am Öko-Institut e.V. in Freiburg

Ob Luxusrenten, Schuldenberge oder Klimawandel: Die Jungen werfen den Älteren vor, fahrlässig ihre Zukunft zu ruinieren. Die Älteren betrachten die Ansprüche der Jungen als realitätsfern und verweisen auf ihre Verdienste. Welche Verantwortung hat die eine Generation für die nächste? Ab wann sind die Jungen aufgefordert, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und haben sie überhaupt die Möglichkeit dazu? Bernd Lechler diskutiert mit Quentin Gärtner – Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz; Miriam Gebhardt – Historikerin und Journalistin; Stefan Schulz – Soziologe und Autor

Wie heißt mein Enkel noch mal? Wo habe ich den Schlüssel hingelegt? In Deutschland leben etwa 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Sie leiden unter Gedächtnisverlust, können sich nicht mehr artikulieren, oder haben Orientierungsschwierigkeiten. Durch den demographischen Wandel und vor allem durch die steigende Lebenserwartung droht die Zahl der Demenzpatienten bis zum Jahr 2050 auf 2,8 Millionen anzuwachsen. Wie können wir uns für eine zunehmend demente Gesellschaft rüsten? Doris Maull diskutiert mit Prof. Dr. Dorothee Dormann – Biochemikerin, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz; Prof. em. Dr. Reimer Gronemeyer – Soziologe, Justus-Liebig-Universität Gießen; Dr. Irene Vorholz –Sozialdezernentin beim Deutschen Landkreistag

Dauerwellen aus den 80ern, Plastikpop aus den 90ern oder auch das passende Dirndl fürs Volksfest von annodunnemal. Ach damals, das weckt Erinnerungen an Zeiten, die wir nicht mal selbst so erlebt haben müssen. Nostalgie sells – das haben die Marketingabteilungen verstanden, aber auch die Politik. Make America great again, nostalgischer geht's wohl nicht. Doch inwieweit taugen nostalgische Gefühle als Erklärungsmuster z.B. für den Rechtsruck? Gibt es eine „gute“ und eine „böse“ Nostalgie? Eva Röder diskutiert mit PD Dr. Tobias Becker – Zeithistoriker an der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Magdalena Nowicka – Integrationsforscherin beim Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung Berlin, Dr. Kai Epstude – Sozialpsychologe Universität Groningen/Niederlande

Ein Klassiker kehrt zurück – Friedrich Schiller bekommt im Marbacher Nationalmuseum der deutschen Literatur eine neue Dauerausstellung. „Schiller!“ zeigt den Schriftsteller, der in wirren Zeiten half, eine neue Klassik auszurufen. Der Autor der „Räuber“, des „Wilhelm Tell“ und der Europahymne war Flüchtling, Demokrat, Idealist, Weltbürger, Literaturprofi und Kultfigur und Influencer. Alexander Wasner diskutiert mit Jan-Christoph Gockel – Theater- und Filmregisseur (u.a. „Wallenstein“ an den Münchner Kammerspielen); Prof. Dr. Sandra Richter –Literaturwissenschaftlerin und Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach; Prof. Dr. Rüdiger Safranski – Literaturwissenschaftler, Philosoph und Schriftsteller

Panzer, Satelliten, Drohnenabwehrsysteme: Die Auftragsbücher von Rüstungsfirmen wie Rheinmetall oder der Hensoldt-Gruppe sind voll. Anders als vor Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine werden Waffenhersteller inzwischen als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen, die für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit unverzichtbar sind. Vergessen scheint die Zeit, in der Rüstungskonzerne misstrauisch beäugt wurden, etwa weil sie Exportgenehmigungen umgingen oder autoritäre Regime wie Saudi-Arabien belieferten. Wie berechtigt ist der neue Ruf der Rüstungsindustrie? Andrea Beer diskutiert mit Dr. Hans Christoph Atzpodien –Hauptgeschäftsführer des Bundesverband der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie; Dr. Max Mutschler – Senior Researcher am Bonner International Centre for Conflict Studies BICC; Philip Steeg – Experte für Abrüstung bei Greenpeace

Ob Mikrochips für die Autoindustrie oder begehrte Rohstoffe: Im globalen Handelskrieg spielt China seine Macht gerade brutal aus. Erst die Ausfuhrbeschränkungen für Seltene Erden, jetzt der Lieferstopp von Mikrochips. Das sorgt bei der deutschen Industrie für Panik. Denn ohne Seltene Erden lassen sich weder Smartphones noch Computer bauen, und ohne den begehrten Chip des Unternehmens Nexperia keine Autos. Die Abhängigkeit von China ist lange bekannt, jetzt zeigt sie sich in ihrer ganzen Dimension. Was bedeutet das für unsere Wirtschaft, unseren Wohlstand, unser Leben? Hat China uns tatsächlich in der Hand? Oder gibt es immer noch Wege heraus aus der Abhängigkeit? Gregor Papsch diskutiert mit Sonja Álvarez – Journalistin und stellv. Leiterin Politik bei der Wirtschaftswoche; Michael Reckordt – Rohstoffexperte bei der NGO PowerShift, Berlin; Wolfgang Weber – CEO beim Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI), Frankfurt a.M.

Es ist ein Wettkampf der besonderen Art: Athleten, die schwimmen, rennen, Gewichte heben und dabei Substanzen im Blut haben, die sonst verboten sind. Ob Anabolika, Testosteron oder Wachstumshormone: was die Leistung steigert, ist bei den „Enhanced Games“ nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. Ärzte und Sportverbände laufen Sturm, von einem unverantwortlichen Menschenversuch ist die Rede. Die Veranstalter sprechen von einer neuen Ära im Leistungssport. Ein Tabubruch sind die "Enhanced Games" allemal. Wie wird er die Sportwelt verändern? Michael Risel diskutiert mit Prof. Dr. Frank Daumann – Sportökonom, Universität Jena; PD Dr. Claudia Pawlenka – Sportphilosophin, Universität Düsseldorf; Hajo Seppelt – ARD-Dopingexperte