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Gleichberechtigung in der Musikbranche? Sind wir nicht schon alle gleichberechtigt? Darüber spreche ich in dieser Folge, die eigentlich am 08.03. - am feministischen Kampftag - Online gehen sollte. Allerdings war ich krank und somit, kommt sie jetzt. Ich spreche über Zahlen, über Frauenanteile in verschiedenen Bereichen der Musikbranche. Orchester, Dirigat, Songwriting, Komposition, Lehre. Wie sieht es da aus? Hier geht es zum Post auf Instagram Lasst doch gerne eure Gedanken unter dem Post, teilt ihn gerne, wenn ihr wollt. Hier kommst du zu meinem neuen Onlinekurs: Kreatives Üben Hier geht es zu meinem Blog.
Man müsste mal … eine Oper ohne all die theatralischen Gesten und schwülstigen Emotionen spielen! Man müsste mal … eine Oper ohne all die theatralischen Gesten und schwülstigen Emotionen spielen! „Hanjo“ ist eine Oper in einem Akt vom japanischen Komponisten Toshio Hosokawa auf Basis eines sogenannten NO-Theaterstücks von Yukio Mishima in der Übersetzung von Donald Keene. Die erste japanische Oper auf der Schweriner Bühne der M-Halle. Aki Schmitt hat sich ohne zu zögern für das Dirigat gemeldet. Seine Mutter stammt aus Japan, er spricht Japanisch. Für ihn ist „Hanjo“ eine interessante Gelegenheit, seine persönliche Biographie mit seiner Profession in besonderer Weise zusammenzubringen. „Hanjo“ bedeutet „die verlassene Frau“. Im Kern geht es um die junge Hanako, die jeden Tag am Bahnhof auf die Rückkehr ihres Geliebten Yoshio wartet. Jeden Abend kehrt sie enttäuscht nach Hause zurück. Sie wohnt bei der Künstlerin Jitsuko, die leidenschaftlich über sie wacht. Während Hanako sich vor Sehnsucht verzehrt, fürchtet Jitsuko, dass Yoshio eines Tages tatsächlich zurückkehrt. In der ursprünglichen Theaterfassung aus dem 14. Jahrhundert wird die Geschichte aus der Sicht des Mannes erzählt. In der Oper wird sie aus der Perspektive der beiden Frauen erzählt. – Der Fokus liegt auf drei Personen: Hanako, Jitsuko und Yoshio. „Hanjo“ ist eine zeitgenössische Oper, die auf die bekannten Dur- und Moll-Akkorde verzichtet und einfach ganz anders klingt. Es gibt keine bekannten Melodien, die man mitsingen kann.“, so Schmitt. Es ist also nicht das Alltägliche. Oper wird heute auch oft als Musiktheater bezeichnet. „Der Begriff „Oper“ klingt für manche Leute nach Staub. Wir wollen ja dem Publikum nichts Museales anbieten, sondern den Bezug zur Gegenwart herstellen“, so Schmitt. Und er ist überzeugt, dass dies mit „Hanjo“ auch gelingt. Wie sich Aki Schmitt auf die Inszenierung vorbereitet hat und was für ihn und hoffentlich auch die Besucherinnen diese Oper so besonders macht, erfahrt Ihr in dieser Folge des Podcast „Man müsste mal …“ mit Andreas Lußky und Claus Oellerking. Diese Folge haben wir am 3. November 2024 aufgenommen.
Die Oper "Eugen Onegin" von Peter Tschaikowsky erweist sich am Staatstheater Nürnberg in der Regie von Armin Petras als ungemein anspielungsreiche, aber auch sehr kühle Versuchsanordnung über die russische Kulturgeschichte. Das beiläufige Dirigat von Jan Croonenbroeck bleibt fern jeder Melancholie.
Erste Neuinszenierung am OPAL, der Oper am Luisenpark: Luise Kautz inszeniert Verdis Meisterwerk. Vor allem begeistert das Dirigat von Generalmusikdirektor Roberto Rizzi Brignoli.
Heinrich von Kleist ist gerade wieder in aller Munde, weil neue, martialische Briefe entdeckt wurden. Sein preußisches Lehrstück vom ungehorsamen Kriegshelden überzeugt als hypnotisch fesselndes Musiktheater dank einer mutigen Inszenierung von Jens-Daniel Herzog und einem scharf kontrastierenden Dirigat.
Heinrich von Kleist ist gerade wieder in aller Munde, weil neue, martialische Briefe entdeckt wurden. Sein preußisches Lehrstück vom ungehorsamen Kriegshelden Prinz von Homburg wurde vor über 60 Jahren in ein Musiktheater verwandelt. Gestern Abend wurde Hans Werner Henzes Oper in Frankfurt auf die Bühne gebracht: in einer Inszenierung von Jens-Daniel Herzog und unter dem Dirigat von Takeshi Moriuchi. Peter Jungblut war für BR Klassik in der Premiere und schildert seine Eindrücke.
2021 stellte Regisseur Romeo Castellucci einen neuen "Don Giovanni" bei den Salzburger Festspielen vor. In Kombination mit dem Dirigat von Teodor Currentis wirbelte die Produktion so manche Staubwolke auf. Jetzt kommt sie wieder ins Programm - Johann Jahn war gestern in der Neueinstudierung dabei und weiß, wie sie gealtert ist.
In Giuseppe Verdis Oper „Il trovatore“ jagt ein musikalischer Hit den anderen. Die Staatsoper Stuttgart hat sie sich in einer Neuproduktion von Regisseur Paul-Georg Drittrich vorgenommen. Dessen Regiekonzept geht zwar nicht auf, dafür punktet der italienische Romantik-Spezialist Antonello Manacorda mit seinem nuancenreichen Dirigat.
Nach einer Woche Krankheitspause sind sie zurück. Schöner, schneller und alles, was man sich hier sonst noch erlügen könnte. Fakt ist aber, sie sind wieder da und es ist eine gute Folge. Hört selbst...! Roberts Empfehlung: Der Fernsehgottesdienst in der ARD am 3.12.2023 mit Robert am Dirigat. Der hochoffizielle D&G Instagram Channel: @distanzundgloria Städts Instagram: @staedt_tc Roberts Instagram: @tenorpohlers
Seine Karriere begann der Österreicher bei den Wiener Philharmonikern. Für seinen Traum, in diesem Orchester zu spielen, wechselte der Geiger zur Bratsche. Wie er dann ans Dirigentenpult kam und warum ihn die Sinfonien von Mahler, Beethoven aber auch die Lieder von Schubert so faszinieren und was es mit dem traditionellen Zitherspiel auf sich hat, verrät Manfred Honeck hier exklusiv. (Wdh. vom 11.07.21)
Gerne hätte ich berichtet, dass alles halb so wild ist; noch in der Pause war ich dieser Überzeugung. Burgtheaterdirektor Martin Kušej hat doch schon interessante Inszenierungen geliefert. Doch am Ende muss ich sagen, die vernichtenden Medienstimmen sind berechtigt. Die Verlegung ins Mafiamilieu ist in keiner einzigen Situation überzeugend. Das Herumfuchteln mit den Pistolen erregt kaum jemanden, schon gar nicht Susanne und Figaro oder das Publikum. Negativer Höhepunkt ist das Finale des 2.Aktes, wo alle alle mit gezogener Waffe bedrohen und dabei auch noch banales Rampentheater liefern. Dass alle statisch den Dirigenten angeschaut haben, hat nichts zur Präzision beigetragen. Es war ein Chaos. Der neue Mozartstil wird diese Mischung hoffentlich nicht werden. Ich bin überzeugt, der akkurate Nikolaus Harnoncourt würde sich dagegen verwehren, von Raphaël Pichon als Vorbild genannt zu werden. Die Abkehr von zwingenden Noten hin zur Möglichkeit eigener Verzierungen wurde kaum wahrgenommen und wenn, dann mit wenig originellen Figuren. Überflüssig war auch das Geklimper vom Hammerklavier während der überlangen Umbaupausen. Auch das ohne den geringsten Bezug zu Mozarts genialer Musik. Der Asiate, der neben mir gesessen ist, hat fast die ganze Zeit durchgeschlafen. Mehr ist zum Dirigat des Herrn Pichon nicht zu sagen. Gegen die Regie und den Dirigenten haben sich nur die beiden Damen zeitweilig durchsetzen können. Zu recht kam nach der Arie der Gräfin Jubel auf. Adriana Gonzáles gestaltete das Seelengemälde einer enttäuschten Ehefrau mit schöner Stimme. Auch Sabine Devieilhe als Susanne konnte mit der Rosenarie noch Festspielniveau erreichen. Andrè Schuen habe ich schon besser gehört, gerade weil der Graf Almaviva sicher nicht zu seinen besten Rollen gehört. Gesangstechnisch ist es sicher eine Herausforderung die große Arie auf einem Bein stehend zu singen. Da wird er von einer Nackerten angezogen. Sehr witzig!!, da kann man sich voll auf die Empörung des Grafen konzentrieren ?! . Krzysztof Baczyk singt den Figaro, von Rollengestaltung keine Rede. Italienisch ist nicht seine Muttersprache. Ansprechend ist noch Lea Desandre als Cherubino. Alle andern Sänger können sich in dieser Inszenierung nicht entwickeln. Keine Personenregie, aber auch keine kleinen Ideen. Martin Kušej ist diesmal nichts eingefallen. Das sachkundige Publikum differenzierte beim Applaus deutlich und feierte Adriana Gonzàles und Sabine Devieilhe. Auch der Schussapplaus wäre wohl schnell vorbei gewesen, hätte man das Haus für Mozart nicht lange hermetisch abgeriegelt. Wertnote: 5,3
Wenn sich in Bayreuth am 25. Juli mit Wagners "Parsifal" der Vorhang für die diesjährige Festspielzeit hebt, sind alle Akteure wieder auf musikalisches Höchstniveau programmiert: Orchester mit Dirigat, Solistinnen, Solisten und auch der mit vielen Preisen ausgezeichnete Festspielchor. Chordirektor Eberhard Friedrich verbindet eine lange, über 30-jährige Geschichte mit Bayreuth. 1993 begann er auf dem Grünen Hügel als Assistent bis er sieben Jahre später, 2000, zum Direktor des Festspielchores berufen wurde. Und nach 15 Jahren Tätigkeit an der Berliner Staatsoper "Unter den Linden" wurde Eberhard Friedrich in der Saison 2013/14 zum Chordirektor an die Hamburgische Staatsoper berufen. Über seine Arbeit in Bayreuth, über zehn Jahre in Hamburg, über Opern- und Chormusik, über szenischen Gesang spricht der gebürtige Darmstädter Eberhard Friedrich in "NDR Kultur à la carte".
Frauen am Dirigentenpult sind immer noch nicht selbstverständlich. Zwar sind Dirigentinnen im Konzertsaal inzwischen öfter zu sehen, aber fast immer ist ein solches Ereignis dann eine kleine Sensation. Beim Schleswig-Holstein Musik Festival wird nun die 1988 in Saarbrücken geborene Ruth Reinhardt in Lübeck und Itzehoe das virtuose Schlagzeugkonzert mit der Preisträgerin des diesjährigen Leonard Bernstein Awards, Vivi Vassileva, dirigieren. Auf dem Programm stehen am 14. Juli in Lübeck, am 15. Juli in Itzehoe das Konzert für Schlagzeug und Orchester „Inferno“ und die 7. Sinfonie von Antonín Dvořák. Ruth Reinhardt ist zu Gast in „NDR Kultur à la carte“, spricht über Karrieren, Kompositionen, Konzerte und darüber, wie sie mit ihrem eleganten, vielseitigen Dirigat beeindruckt und überzeugt.
Es sollte ein Geschenk für Daniel Barenboim zum 80. Geburtstag werden: Der Ring des Nibelungen an seinem Haus mit seiner Staatskapelle. Jetzt steht Christian Thielemann am Pult, Barenboim musste aus gesundheitlichen Gründen das Dirigat abgeben. Andreas Göbel war bei der Premiere der Götterdämmerung dabei.
Es ist das fünfte mal, dass Yoel Gamzou „Carmen“ dirigiert. Für Herbert Fritschs Neuinszenierung an der Staatsoper Hamburg hat er eine komplett leere Partitur gekauft und fing bei Null an, um herauszufinden, was die berühmte Oper wirklich erzählt. Das Ergebnis ist ein extremes Dirigat mit Tempi-Wechseln, die weiter gehen, als es das Publikum sie bisher kannte. „Hard-Cuts“ wie beim Film, nennt Gamzou diese Brüche, die die Handlung nicht nur begleiten, sondern vorantreiben. Dabei entstehe eine Intensität, die niemals nachlässt, sondern so weit geht, dass sie einen Zentimeter vor der Grenze stoppt, an der es affektiert wirkt. Die Suche nach der Gratwanderung.
Gestern Abend brachte die operklosterneuburg Giacomo Puccinis Oper „La Bohème“ heraus. Der radio klassik Stephansdom Opernliebhaber Richard Schmitz berichtet: Bis zur letzten Minute hat Intendant Michael Garschall gezögert. Dann musste er die Premiere in die Babenbergerhalle verlegen. Es hatte zu regnen begonnen. Die Zuschauer mussten auf das Ambiente des Kaiserhofes im Augustinerchorherrenstift verzichten. 20 Jahre hat der Klimawandel dafür gesorgt, dass open air gespielt werden konnte. Gerade die 25. Premiere der Klosterneuburger wurde verregnet. Intendant Michael Garschal erhielt dafür eine Flasche Wein und zum Geburtstag von der Landeshauptfrau eine blutige Kardinalschnitte. Frau Mikl-Leitner gab das Rätsel des Abends auf: Wie schmeckt eine Kardinalschnitte, die mit Herzblut zubereitet wurde? Giacomo Puccinis „La Bohème“ zeigte wieder einmal, wie widerstandfähig sie ist. Sie entfaltete auch in der Halle ihren Reiz. François de Carpentries inszenierte eine dem Libretto getreue Wiedergabe. Nur im dritten Bild traten die Marktweiber mit Totenmasken auf. An den Feinheiten, die das Bühnenbild zu bieten hat, können sich die Zuseher und Zuseherinnen erst beim nächsten Schönwetter erfreuen. Camille Schnoor ist eingesprungen und gestaltete offenbar routiniert eine berührende Mimì. Manchmal verführte sie Ihren Rodolfo Clemens Kerschbauer zu italienischer Träne. Beide Arien wurden beklatscht. Leider konnte die Musette Aleksandra Szmyd ihrem Marcello Thomas Weinhappel keine kultivierten Töne entlocken. Dominic Barberi erhielt für die Mantelarie des Colline Szenenapplaus. Aleš Jenis als Schaunard und Marc Olivier Oetterli in den Rollen des Benoit, Alcindoro und als Pompfuneberer erfüllten ihre Aufgaben. Dem Gleichgewicht zwischen Solisten und Orchester kam die Halle nicht entgegen. Jede kleine Unsicherheit, etwa bei den Hörnern wurde da überdeutlich. Der Dirigent Christoph Campestrini war mit seinem weitausholenden Dirigat nicht zu übersehen. Es war ein gelungener Abend. Die Landeshauptfrau leitete persönlich die standing ovations ein. Das Publikum war zufrieden. Wertnote: 6,8/10 Punkten
Gstaad Menuhin Festival Podcast - Die Geschichten hinter den Meisterwerken der klassischen Musik
Mozart an der Spitze! Zwei absolute Meisterwerke aus seinen letzten Wiener Jahren stehen hier im Fokus, vorgetragen von Klarinettistin und Weltstar Sabine Meyer, die zu den renommiertesten Solist*innen ihres Fachs überhaupt zählt, sowie dem Kammerorchester Basel, das in diesem Repertoire Wunder vollbringt, indem es die Werke in erfrischend neuem Licht präsentiert. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt den neuen interpretatorischen Erkenntnissen, die in das Dirigat von Giovanni Antonini eingeflossen sind: Können wir uns einen schöneren Abend wünschen?
2008 inszenierte Martin Kušej, nun mehr Burgtheaterdirektor, Igor Strawinskys The Rake's Progress im Theater an der Wien. Am Ende der Direktion von Roland Geyer stand gestern Giacomo Puccinis Allzeit-Hit Tosca in Kušejs Lesart zur Premiere bereit. Das Publikum war gespannt. Musikchefin Ursula Magnes ebenso. Tosca. Dazu haben viele Opernfreundinnen und -freunde ähnlich wie bei Carmen oder Aida eine gewisse Vorstellung oder zumindest lieb gewonnene Erinnerungen an vergangene Opernaufführungen, fein sortiert im Karteikästchen des Erlebten. Tja, diese Tosca von Puccini nach dem Drama von Victorien Sardou – was bleibt, wenn der Regisseur die Kirche als Ort, den Palazzo Farnese und die Engelsburg in Rom mit Dauerschnee, einem zentralen Kreuzes- und Schmerzensbaum mit zerstückeltem Opfer samt Marterl, und einen Wohnwagen bespielt? Was bleibt im Stück? Kälte, Gewalt, Eifersucht, Macht, sexuelle Bedrängnis, Religion und das heutige Leben mit Kapitolstürmern, Querdenkern, Polizeigewalt und dazwischen eingequetscht zwei Künstler: der Maler Mario Cavaradossi und die Sängerin Floria Tosca. Damit ist das Publikum zwei intensive Stunden ohne Pause konfrontiert. Mit der punktgenauen, nie zögerlichen Musik Puccinis ergibt das eine Hochschaubahn der Gefühle und innerer Gedankenwelt. Keiner der drei Protagonisten entkommt seinem Schicksal: Der Maler ermalt keine Freiheit, die Sängerin ersingt keine Liebe und der Polizeichef verfehlt trotz sadistischer Machtausübung sein Ziel. Ein brutales Kammerspiel, in dem Martin Kušej diese Gewalt mit Versatzstücken wie fliegenden Körperteilen und sehr zupackendem Schauspiel vor Augen führt. Dazu braucht es ein Ensemble, das das auch kann! Kristine Opolais ist eine erfahrene Tosca. Sie genießt es sichtlich an ihre Grenzen zu gehen; stimmlich wie darstellerisch. Im Gegensatz zum Original, wird sie am Ende durch die Gräfin Attavanti, dargestellt durch die Schauspielerin Sophie Aujesky, erschossen. Wohl auch mangels Engelsburg, um in den Tiber zu springen… Getötet vom Gift der Eifersucht, das Polizeichef Scarpia geschickt verstreut. Ihr „Vissi d'arte, vissi d'amore“ wird zur verzweifelten Anklage zwischen Scarpia und Gott. Der junge chilenische Tenor Jonathan Tetelman lockte wohl einige prominente Operndirektoren ins Theater an der Wien. So kraftvoll, geradezu strotzend hat man „Recondita armonia“ schon lange nicht mehr gehört. Und im Wechselspiel mit dem Soloklarinettisten des RSO Wien gelang auch „E lucevan le stelle“ ausgesungen und stark. Kein Hauch der Erinnerung – vielmehr Höhe und Kraft in der Tenorstimme wie es die Rolle verlangt. Gábor Bretz unschuldig schick elegant in weiß gekleidet sang einen zutiefst unsympathischen, heimtückischen Polizeichef Scarpia. Eine tolle Leistung. Marc Albrecht hat das Dirigat in der Probenarbeit relativ spät vom erkrankten Ingo Metzmacher übernommen. Da ist in den fünf Folgevorstellungen sicher noch einiges an musikalischen Feinheiten drin. Die Schnellkraft der Partitur Puccinis ist gegeben. Sie schrammt an genialer Filmmusik und weist damit anno 1900 weit in die Zukunft. Das Publikum beklatschte die Sänger und Musiker. Gestärktes Buh für Martin Kušej. Fazit: unbedingt anschauen.
Drei Partien sind unter dem Dirigat von Eden Terzic, Otto Addo und Sebastian Geppert absolviert und die Bilanz ist mit einem Sieg und einer Niederlage in der Bundesliga sowie dem 2:0 im DFB-Pokal in Braunschweig eher durchwachsen. In der neuesten Ausgabe von "Auffe Ohren - Der BVB-Podcast von schwatzgelb.de" schauen wir uns die ersten Spiele etwas genauer an. Unser heutiger Gast: Sebastian Weßling
Am 26. Juli feierte Wagners "Lohengrin" in der Inszenierung von Yuval Sharon seine Wiederaufnahme bei den Bayreuther Festspielen. Überzeugen konnte er mit seinem Regiekonzept noch immer nicht. Trotz der lähmend statuarischen Regie wurde es ein musikalisch erfolgreicher Abend, was vor allem an dem wunderbaren Dirigat von Christian Thielemann lag. BR-KLASSIK-Kritiker Fridemann Leipold war bei der Premiere dabei.
Das Hörstück des Kunstkritikers und Musikredakteurs Reinhard Ermen steht zwischen Klangkunst, Remix und Opernrätsel. Ausgangspunkt ist Wilhelm Furtwänglers Aufnahme von Richard Wagners Oper "Götterdämmerung" von 1950 aus der Mailänder Scala. | Mit einem O-Ton aus dem Live-Mitschnitt von Richard Wagners "Götterdämmerung" im Teatro alla Scala 1950 unter dem Dirigat von Wilhelm Furtwängler | Stimme, Regieanweisungen, Schlussszene aus dem Libretto der "Götterdämmerung": Manfred Hess | Regie: Reinhard Ermen | (Produktion: SWR 2018)
Vocals on Air-Redakteurin Isabelle Métrope geht den Fragen nach, wie blinde Sänger mit dem Notenlesen zurecht kommen und dem Dirigat folgen. Einer ihrer Interviewgäste ist Basssänger Gert des renommierten Pop-Chores "Vocal Line" aus Dänemark. Moderation & Redaktion: Nena Wagner.
Ariane Matiakh wird neue Chefin der Staatskapelle Halle. Im Gespräch erzählt die Französin, wie sie als Teenie ihrem Lehrer ihr erstes Dirigat abtrotzte und sich als junge Dirigentin mit Schokolade am Klavier einschloss.
Plácido Domingo ist der erste Sänger, der bei den Bayreuther Festspielen auch als Dirigent auftritt. Doch weder Domingo selbst noch die Festspielleitung haben sich mit diesem "Walküren"-Dirigat einen Gefallen getan.
Nach dem etwas eintönigen und durchwachsenen Start nimmt der Bayreuther "Ring" mit dem "Siegfried" endlich an Fahrt auf. Für unseren Kritiker Johann Jahn ein klarer Punktsieg für Dirigat und Gesang, Castorfs Krokodil-Klamauk zum Ende der Oper goutiert das Publikum hingehen mit lautstarken Buh-Rufen.
Im Rahmen der "Ouverture spirituelle", die 2016 den Schwerpunkt auf das Östliche Christentum legt, führt der Chor des BR am 29. Juli in der Kollegienkirche a-capella-Werke von Schnittke, Rachmaninow und Pärt auf. Dabei feiert Howard Arman sein erstes offizielles Dirigat als neuer Künstlerischer Leiter des Chores.