Was ist los in den nationalen, internationalen und südwestdeutschen Kulturszenen? Berichte, Rezensionen zu Premieren und Konzerten, Ausstellungen und Museen, Künstlern und Events! Aus den Kulturmagazinen "SWR2 am Morgen", "SWR2 Journal am Morgen", "SWR2 Journal am Mittag" und "SWR2 Kultur aktuell".

Die österreichische Schriftstellerin Monika Helfer ist überraschend im Alter von 78 Jahren gestorben. Mit Romanen wie „Die Bagage“ und „Vati“ wurde sie zu einer der prägenden Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur – hochgeschätzt von der Kritik und zugleich erfolgreich beim Publikum. Ihr Verleger Jo Lendle sagt über ihren Tod: „Mit ihrem Tod verlieren wir Schönheit.“ SWR-Literaturredakteur Christoph Schröder hat Monika Helfer persönlich gekannt und schildert in SWR Kultur, was sie so besonders machte.

Der Völkermord an den Jesidinnen und Jesiden durch die Terrororganisation „Islamischer Staat“ begann vor zwölf Jahren. Zehntausende wurden ermordet, verschleppt oder versklavt. Heute ist das Schicksal der Religionsgemeinschaft weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden. Die Jesidin und Sozialarbeiterin Nora Kizilhan empfindet das „als große Trauer“. Denn für die Überlebenden ist der Genozid nicht vorbei: Traumata, Verlust und die Angst vor neuer islamistischer Gewalt prägen ihr Leben bis heute.

Mit „Ariadne auf Naxos“ schufen die beiden Autoren Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal eine moderne Meta-Oper über den schwierigen Entstehungsprozess einer Oper als Auftrag eines Superreichen. Was dabei herauskommt ist eine spannungsgeladene Mixtur aus Tragödie und Komödie, hoher Kunst und Unterhaltung. Ein ideales Programm auch für die Salzburger Festspiele, nicht nur wegen der beiden Autoren als Mitbegründer des Festivals, sondern auch weil die Schönen und Reichen sich dort die Türklinke in die Hand geben. All das eine Steilvorlage für einen Radikalregisseur wie Ersan Mondtag. In bewährten Strauss-Händen liegt die musikalische Leitung bei Manfred Honeck und den Wiener Philharmonikern.

Wieso fahren wir in Urlaub? Mit vielen Fragen rund um das Reisen befasst sich die Psychologin Martina Zschocke in ihrer umfassenden, dabei praxisnahen und gut lesbaren Darstellung.

Fünf Jahre nach der Flut im Ahrtal wird die Katastrophe zur fiktionalen Serie. „Im Tal“ erzählt von Verlust, Zusammenhalt und politischer Verantwortung.

Mit „Stolz und Vorurteil* (*oder so)“ hat die Schauspielerin und Autorin Isobel McArthur den Klassiker von Jane Austen ein wenig gegen den Strich gebürstet. In ihrer Version bekommen die Dienstmädchen eine Stimme, die sonst im Hintergrund bleiben.

1989 startete in Berlin die erste Loveparade – mit ein paar wenigen Teilnehmer*innen. Die Parade wuchs weiter, bis es zu viel wurde: 2010 kamen in Duisburg 21 Menschen ums Leben. Jahre danach will das Team um Gründer „Dr. Motte“ die Techno Parade zurück nach Berlin holen.

Egal ob Klassik, Jazz, Pop, Hip-Hop oder andere Stilrichtungen: Bei Festivals ist der Anteil von Musikern bei Konzerten meist höher als der von Musikerinnen. Auch in anderen Bereichen der Musikindustrie herrscht noch einige Ungleichheit. Das bestätigt David Engh-Bongers, Kulturreferent der Dänischen Botschaft in Berlin und Mitorganisator der Ausstellung „The Sound of Courage – Music and Equality in the Nordic Countries“.

25 Jahre Ehe für alle: Der Kampf um gleiche Rechte für queere Menschen hat viel erreicht – doch Diskriminierung und politische Widerstände sind längst nicht überwunden.

Das Museum im Deutschhof Heilbronn zeigt die Sonderausstellung „H2Oho – Heilbronn entdeckt das Wasser“ – ein Querschnitt durch Natur- und Kulturgeschichte, mit interaktiven Stationen für einen zeitgemäßen Umgang mit dem bedrohten Element des Lebens.

Fast 300 Biografien erinnern an Künstler und Theatermitarbeitende, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Die Plattform „Verstummte Stimmen“ macht ihre Schicksale sichtbar.

Was passiert mit der Liebe, wenn der eine nie über Geld nachdenken musste und die andere jeden Euro zweimal umdreht? Ruth Maria Thomas erzählt in „Die zweitgrößte Liebe“ von einer Beziehung, in der Gefühle und Geld untrennbar miteinander verwoben sind.

Lange Staus auf heißen Autobahnen, schmerzende Füße nach ausgiebigen Städtetrips oder lautstarke Miturlauber im Hotel: Im Urlaub droht statt Erholung schnell mal noch mehr Stress. Wie wäre es also mit dem Gegenteil – einfach mal nichts machen. Einer der sich damit bestens auskennt ist Chris Sommer, Comedy-Autor und Co-Host des Podcasts „Drinnies“. Sein Tipp für das stressfreie Urlaubsgefühl auch außerhalb der Ferien: „Auf jeden Fall Handy aus, Klingel aus und dann mal gucken was der Tag so bringt.“

In ihrem neuen Buch „Ins tiefe Blau“ lädt die Autorin Sarah Diehl dazu ein, die faszinierende Welt unter Wasser neu zu entdecken. Als leidenschaftliche Taucherin berichtet sie von Begegnungen mit Haien, der Erfahrung des Schwebens und den erstaunlichen Zusammenhängen zwischen Walen und dem Ökosystem der Meere.

Bettina Winkler erzählt von Beikirchers SWR Sendung „Pasticcio musicale“, seinem feinen Humor und der Kunst, Geschichten mit Musik zu verweben.

Der Science-Fiction-Klassiker „Terminator“ von James Cameron kommt mehr als 40 Jahre nach seiner Premiere erneut auf die Kinoleinwand und zeigt, wie zeitlos die Themen des Regisseurs geblieben sind. Der Low-Budget-Film machte 1984 sowohl James Cameron als auch Arnold Schwarzenegger in der Rolle der Menschmaschine weltweit bekannt und prägte das Genre nachhaltig. SWR-Filmexperte Rüdiger Suchsland erklärt den anhaltenden Reiz des Films so: „Es ist ein wirklich guter Film, das ist ein spannender Film.“

Wie bildet man die Kultur Europas ab? Eigentlich gibt's da nur ein Symbolbild, meinen Spötter im Internet: Nämlich diesen nervigen Plastikdeckel, der in der EU fest mit der Flasche verbunden sein muss. Der kam für die EZB aber offenbar nicht in Frage: Welche Motive stehen jetzt zur Abstimmung?

Die Arte-Doku „Lady Gaga – My Songs. My Life“ von Schyda Vasseghi folgt dem Weg der Künstlerin anhand ihrer Musik. Und zeigt, dass Lady Gaga schon lange eine Ikone der queeren Popkultur ist. Und ihre Kunst brennend aktuell.

Welche Geschichten erzählt ein Museum und welche bleiben draußen? Das Landesmuseum Württemberg im Stuttgarter Alten Schloss lädt zu einer neuen Betrachtungsweise ein. Zusammen mit Künstler*innen und Kurator*innen der queeren Community wurde die Schausammlung nach Lücken und Auslassungen hinterfragt, um andere Perspektiven auf die Objekte sichtbar zu machen.

Max Mutzke empfindet es als großes Glück, mit Ensembles von Weltrang – wie der SWR Big Band – auf der Bühne zu stehen und erzählt bei SWR Kultur, wem er seine Musikleidenschaft zu verdanken hat.

Angelika Bulfinsky verabschiedet sich vom Stuttgarter Ballett. Die langjährige Ballettmeisterin für Kinder und Statisterie prägte das Ballett über 45 Jahre die Bühne.

„Wie können wir uns angesichts der Ereignisse in der Welt Mut und Zuversicht bewahren?“ fragt sich Gabriele von Arnim in ihrem Tagebuch des Jahres 2025, in dem die politische Welt sich veränderte.

Nach dem Anschlag auf den CSD läuft die Debatte darüber, wie die Radikalisierung des mutmaßlichen Attentäters Abdul B. verlief und ob sie hätte verhindert werden können. Jamuna Oehlmann ist Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus (BAG RelEx). Im Gespräch bei SWR Kultur am Morgen sagt sie: „Der IS geht bei der Rekrutierung konsequent und gezielt vor. Er spricht junge Männer an, die sich in einer Krise befinden.“ Beim IS fänden sie einen vermeintlichen Ort der Selbstverwirklichung. Konsequente Bekämpfung radikalisierender Inhalte Von der Politik fordert Oehlmann eine konsequentere Umsetzung des Digital Services Act der EU, der illegale Inhalte auf Plattformen bekämpfen soll. „Viele islamistische Inhalte sind nicht eindeutig als solche zu erkennen.“ Dennoch habe der Gesetzgeber Möglichkeiten, diese einzuschränken. Auch KI-generierte Inhalte würden zunehmend zur Radikalisierung junger, verunsicherter Männer genutzt. Langfristige Prävention statt Präventivhaft Zu Forderungen, künftig das Jugendstrafrecht bei Terrorismusverdächtigen grundsätzlich auszusetzen oder Verdächtige in Präventivhaft zu nehmen, sagt Oehlmann: „Das ist nicht mein Verständnis von Prävention. Ich kann den Impuls in der Politik verstehen, neue Maßnahmen zu fordern.“ Zielführender sei es, auf langfristige Präventionsarbeit zu setzen, die auch nach Attentaten oder Anschlägen die Aufmerksamkeit auf das Thema lenke.

Der spanisch-schweizerische Star-Architekt Santiago Calatrava gilt als einer der Berühmtesten seines Fachs. Am 28. Juli feiert er seinen 75. Geburtstag.

Zwei Paare, ein entgleisendes Dinner und eine Einladung zu einer ganz neuen Form von Nachbarschaft. „The Invite“ von Olivia Wilde ist eine Paarkomödie mit hohem Cringe-Faktor.

Mit der Gruppenausstellung „Vollformat“ verwandeln 37 Künstler ein mehrgeschossiges Gebäude im Stuttgarter Westen in ein begehbares Gesamtkunstwerk. Vom Lichtschalter bis zur Toilettenschüssel - alles wird einbezogen. Von Graffitis bis Raumcollagen ist alles dabei. Eine kreative Spielwiese für die Kunstschaffenden und ein niederschwelliger Zugang zu zeitgenössischer urbaner Kunst.

Speyer, Worms und Mainz waren im Mittelalter Hochburgen jüdischen Lebens. Seit dem UNESCO-Welterbetitel 2021 hat sich an den Erinnerungsorten viel getan – eine gemeinsame Linie fehlt aber noch.

Die Künstlerin Chaveli Sifre erkundet als Stipendiatin in Bad Ems erkundet sie auch den Geruch der berühmten Emser Pastillen.

Die namenlose Erzählerin führt ein scheinbar normales Leben, bis ein Ereignis sie völlig aus der Bahn wirft. Diagnose: Posttraumatische Belastungsstörung. Der Roman „Aus dem Dunkel“ von Naja Marie Aidt schildert sehr berührend, wie sich die Protagonistin zurück ins Leben kämpft.

Die 150. Bayreuther Festspiele starteten mit Beethoven und Wagners „Rienzi“. Michel Friedman sprach über Bayreuths Antisemitismus, Kanzler Merz über den informierten Umgang mit Wagner.

Anfang Juli schlug der Börsenverein Alarm: Im vergangenen Jahr kauften 30 Prozent weniger Jungen und Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren ein Buch als im Vorjahr – gleichzeitig aber ist das Buch noch immer ein Statussymbol, zeigt Booktok.

Valeria Messalina entstammte dem römischen Hochadel. Mit ihrem Ehemann Claudius bestieg sie 42 nach Christi den Thron. Messalina war schön, sexuell aktiv und eine mächtige Intrigantin. Doch zum Symbol von Nymphomanie und Habgier stilisierten sie später römische Geschichtsschreiber. Die Historikerin Honor Cargill-Martin macht sie auf die Spur Messalinas, um ein anderes, geschichtlich fundiertes Bild von ihr zu erstellen.

Er war schon oft mit dabei und gehört zu den Publikumslieblingen auf dem Straßentheaterfestival in Ludwigshafen: Georg Traber aus der Schweiz mit seinem Musikkarussell.

Ohne Feuer gäbe es keine Pflanzen, Tiere und auch den Menschen und seine Kultur gäbe es nicht. Wie das Feuer auf die Erde kam und welche Bedeutung es für die Erdgeschichte und die Evolution hat, damit setzt sich das Naturkundemuseum Reutlingen in der Ausstellung „Die Macht des Feuers“ auseinander.

„Dirty Dancing“ ist kein klassischer Liebesfilm und er ist auch keine Hochglanz-Hollywood-Produktion. Mit einem winzigen Budget gedreht, wurde der Film im Sommer 1987 zum Überraschungshit und genießt bis heute Kultstatus. Die neue arte-Doku „Dirty Dancing": Romantik, Drama, Tanz!“ zeigt, was den Klassiker gesellschaftspolitisch und zeitlos sehenswert macht.

Der Christopher Street Day ist für viele Menschen ein Fest der Vielfalt, zugleich aber auch ein politischer Protest für die Gleichberechtigung queerer Menschen. Während an diesem Wochenende unter anderem in Stuttgart, Mainz und erstmals auch in Tuttlingen CSD-Paraden stattfinden, nehmen queerfeindliche Straftaten und rechtsextreme Angriffe auf die Veranstaltungen zu. Der Moderator und Aktivist Fabian Grischkat verweist dennoch auf die Bedeutung der Demonstrationen: „Ganz sorgenfrei betritt man nicht mehr einen Christopher Street Day und doch möchte ich aber hier betonen, das nimmt uns nicht unsere Energie und unsere Freude.“

Vor neuen Protesten gegen den Massentourismus auf Mallorca erklärt Journalist Patrick Schirmer, warum die Wut wächst und weshalb die Lage auf der Insel immer angespannter wird.

Die Textilwirtschaft prägt die Geschichte der Ostschweiz wesentlich. Anhand von Modefotografien zeigt das Textilmuseum St. Gallen nun, wie groß der Einfluss auch auf internationales Modedesign ist.

Mario Adorf war eng mit den Nibelungenfestspielen in Worms verbunden. Gilt er doch als Initiator und blieb unermüdlicher Ideengeber. Nun erinnerten sich zwei Frauen an den großen Schauspieler: seine Tochter Stella Adorf und die Kollegin Maria Schrader, die mit ihm 2002 in Worms auf der Bühne stand.

In Stuttgart läuft gerade das 23. Indische Filmfestival, das alljährlich vom Filmbüro Baden-Württemberg veranstaltet wird. Dieses Jahr liegt der Fokus auf sogenannten Malayalam-Filmen, auch als „Mollywood“ bekannt – in Anlehnung an das bekanntere „Bollywood“.

„Das Fest“ gehört mit jährlich rund 260.000 Besuchenden zu den großen Open-Air-Musik-Festivals im Südwesten. Und es ist eng mit anderen Festivals in ganz Europa vernetzt.

Vor 200 Jahren entstand mit der Heliografie des französischen Erfinders Joseph Nicéphore Niépce die älteste bis heute erhaltene Fotografie – auch wenn ihr genaues Entstehungsjahr bis heute nicht zweifelsfrei geklärt ist. Der Fotograf und Journalist Andreas Langen erzählt, dass Bildmanipulation die Fotografie von Anfang an begleitet habe und angesichts von KI-generierten Deepfakes heute wichtiger denn je ein kritischer Umgang mit Bildern sei.