Was ist los in den nationalen, internationalen und südwestdeutschen Kulturszenen? Berichte, Rezensionen zu Premieren und Konzerten, Ausstellungen und Museen, Künstlern und Events! Aus den Kulturmagazinen "SWR2 am Morgen", "SWR2 Journal am Morgen", "SWR2 Journal am Mittag" und "SWR2 Kultur aktuell".

Die Ausstellung im Kunstmuseum Basel zeigt: Der Begriff „homosexuell“ veränderte Kunst und Identität – mit queeren Codes, Bildern und Geschichten aus dem 19. Jahrhundert.

Was ist deutsch? Das Kunstmuseum Heidenheim präsentiert dazu witzige Kommentare, bittersüße Landschaften und hochpolitische Anspielungen. Die Ausstellung „Deutsch!“ zeigt, dass man deutsche Identität auch etwas lockerer nehmen darf.

Vor zehn Jahren starb der FDP-Politiker Guido Westerwelle an Leukämie. Der Journalist Dominik Wichmann ist Co-Autor einer Doku über den Politiker, die jetzt in der ARD läuft.

KI ist auf dem Vormarsch, in allen Bereichen. Für Einhegung ist es zu spät. Markus Gabriel plädiert deshalb in „Ethische Intelligenz“ dafür, eine wertegesteuerte KI offensiv mitzugestalten. Rezension von Ulrich Rüdenauer

F'murrr, der mit bürgerlichem Namen Richard Peyzaret hieß, hat ein breitgefächertes Werk geschaffen: von gesellschaftspolitischen Karikaturen für große Zeitungen über humorvolle Neufassungen von Märchen bis hin zu subversiven Comic-Figuren. In Deutschland sind vor allem seine Herden philosophierender Schafe bekannt. Das Museum Tomi Ungerer in Straßburg zeigt jetzt eine große Werkschau des Künstlers und hat flankierend die junge Zeichnerin Camille Potte eingeladen, grafische Kommentare dazu abzugeben.

Eine sterbende Patientin, ein Priester vor der Tür und eine Chefärztin, die ihn nicht zu ihr lassen will: Aus einem medizinischen Konflikt wird in Robert Ickes Stück „Die Ärztin“ schnell ein öffentlicher Skandal. Shitstorm, Identitätsdebatten und politische Fronten folgen. Schließlich steht nicht mehr die Medizin im Mittelpunkt, sondern Fragen nach Religion, Hautfarbe und Gender. Regisseur Maik Priebe bringt das aktuelle Drama mit verblüffendem Rollenspiel in Kaiserslautern auf die Bühne.

Die große Mehrheit der Völkerrechtsexperten ist sich einig: Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran verletzen das Völkerrecht. Aber muss es nicht möglich sein, dass despotische Staaten wie der Iran militärisch in die Knie gezwungen werden?

Seit vielen Jahren ist der Musiker Jörg Holdinghausen in der Musikwelt zu Hause. Er war unter anderem Mitglied der Band Tele und auch Teil der Band Wir sind Helden.

In „The Bride“ von Maggie Gyllenhaal erwacht die Braut von Frankensteins Kreatur zum Leben. Golden-Globe-Gewinnerin Jessie Buckley glänzt in der Hauptrolle, die Bilder sind eindrucksvoll – doch reicht das für einen guten Film?

Sie ist eine berühmte Anthropologin und Textilforscherin und die Witwe von Claude Lévi-Strauss, dem Altmeister der Ethnologie. In ihrer erst vor wenigen Jahren erschienenen Autobiografie erzählt Monique Lévi-Strauss von ihrer Jugend in Nazideutschland.

„Wir haben kein Interesse daran, ein halbes Jahr unseres Lebens in einer Armee zu dienen“, erklärt Phil Wehring, Mitorganisator der bundesweiten Schulstreiks gegen die Musterung.

Sven Stricker ist Erschaffer der Romanfigur: Kommissar Sörensen - dessen Vorname übrigens nie genannt wird, der an einer Angststörung leidet, und der aus Hamburg nach Nordfriesland zieht, um Ruhe zu finden.

Die Ausstellung „Atlantis – Versunkene Welten“ beschäftigt sich mit Orten, die es - so wie sie waren - nicht mehr gibt. Im Zentrum stehen Minderheiten im Donauraum die ihre Heimat verlassen haben. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie reichen von wirtschaftlichen Interessen über Vertreibung bis hin zum Klimawandel. Was bleibt, sind Überbleibsel der Zivilisation und Geschichten. Manche Orte werden so durch ihr Verschwinden sogar noch lebendiger.

Für seine Kunstinstallation „The Cage“ stapelt Fahar Al-Sahli über 500 traditionelle irakische Vogelkäfige so übereinander, dass daraus ein riesiger, begehbarer Käfig wird. Mit seinem Kunstwerk möchte der in Karlsruhe lebende Künstler zu Diskussionen über Freiheit, Migration und Identität anregen.

Verena Stauffer ist Lyrikerin, Romanautorin und Essayistin. Ihr eigenwilliger Roman „Strahlen“ erzählt von einer Malerin, die ihre Schaffenskrise auf frauenuntypische Art überwindet. Rezension von Beate Tröger

Die Kunsthalle Mainz ist ein Ort für zeitgenössische Kunst. Seit 2007 werden hier internationale Positionen gezeigt. Die Kunsthochschule Mainz ist eng mit der Kunsthalle verbunden. Die jetzige Direktorin Stefanie Böttcher wechselt im Herbst in gleicher Position nach Kiel. Eine Nachfolge gibt es nicht und die Finanzierung steht in Frage. Ein „Aus“ für die Kunsthalle Mainz wäre ein Armutszeugnis für die Landeshauptstadt. Jetzt sind Lösungen gefragt.

Sherlock Holmes hat schon viele Darsteller gehabt: Den elegant Pfeife rauchenden Basil Rathbone im Schlafrock, den grüblerisch brillanten Benedict Cumberbatch oder den schlagkräftig verlotterten Robert Downey Jr. Es handelt sich um eine der meistverfilmten literarischen Figuren. Jetzt kommt noch eine Serie hinzu. Es geht es um den jungen Sherlock Holmes, der noch weit entfernt ist vom Dasein als Meisterdetektiv.

Frauen drehen härtere Filme, davon geht die Doku „No Mercy“ aus. Die Regisseurin spricht über Machtstrukturen im Film – und welche Szenen man bei männlichen Filmemachern nie sieht.

Nelio Biedermann wurde mit seinem Roman „Lázár“ als die literarische Sensation 2025 gefeiert. Der 2003 geborene Schweizer hatte zuvor bereits ein Debüt vorgelegt, das jetzt bei Rowohlt neu aufgelegt wird: „Anton will bleiben“. Rezension von Eeva Aichner

Der Kulturwissenschaftler Ulrich Raulff begibt sich auf eine historische Reise zu den Ursprüngen des westlichen Geschmacks. Rezension von Roman Kaiser-Mühlecker

Welche Beziehung besteht zwischen dem Menschen und der Landschaft und wie lässt sie sich beschreiben? Damit setzt sich die Ausstellung „Vuca World“ mit Werken von Maxim Dondyuk und Rainer Zerback in der Städtischen Galerie Ostfildern bei Esslingen am Neckar auseinander.

Mit Gästen wie Marc-Uwe Kling und Anne Brorhilker geht „Fun Facts“ in die erste Runde. Das Ziel: Humor und Fakten verbinden – für einen konstruktiven Blick auf die Welt.

Beim Mainzer Tanzfestival „Update“ zeigen aufstrebende Künstler*innen Europas ihre Werke. Ein Highlight: „Come neve“ – eine packende Choreografie aus Italien.

Loyalität durch Verwandtschaft: Jens-Ivo Engels beleuchtet die historische Entwicklung der Korruptionsdebatte – und warum Vetternwirtschaft heute gesellschaftlich geächtet ist.

Neun Kandidat*innen stellten sich zuerst einer internationalen Jury. Über deren Top 3 stimmte anschließend das Fernsehpublikum ab und entschied, dass die vielfach TV-Show erprobte Sarah Engels im Mai für Deutschland beim ESC in Wien antreten wird.

Diners, Harley Davidsons und Vorstadt-Idylle: Die Ausstellung „Wettstreit mit der Wirklichkeit“ zeigt Werke aus 60 Jahren Fotorealismus – und wie er das Bild der USA prägte.

Sie ist eine der erfolgreichsten Musiktheaterwerke des 21. Jahrhunderts und wird nun in Frankfurt aufgeführt. Die Oper „Written on Skin“ von George Benjamin erzählt die Geschichte eines mittelalterlichen Dramas, in dem sich eine Liebesgeschichte in ein Theater der Grausamkeit verwandelt. Laut SWR Opernexperte Bernd Künzig eine absolute Empfehlung, „weil sie uns in ihrem Innersten berührt und weil es eine Geschichte ist, die man über die Konditio humana heute erzählen kann.“ Sie sei zurecht eine der meistgespielten Opern des 21. Jahrhunderts. Gelungene Inszenierung und Bühnenbild „Großartig ist natürlich auch die musikalische Leitung, die Erik Nielsen hier mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester macht“, so Opernexperte Bernd Künzig. Darüber hinaus besteche auch das Bühnenbild von Klaus Grünberg, das trotz des mittelalterlichen Ursprungs der Oper auf mittelalterliche Elemente verzichte. Bernd Künzig. „Wir sehen wir so eine Art Modelllandschaft. Die besteht aus gleichförmigen Dreiecken und die bilden so eine Art Hügellandschaft. Man sieht noch ein bisschen eine Stadtsilhouette, so Hochhaus-Silhouette beleuchtet im Hintergrund.“ „Written on Skin“ ist eine Oper in drei Teilen mit Musik von George Benjamin und einem Text von Martin Crimp. Sie ist inspiriert von einer mittelalterlichen Erzählung aus Okzitanien. 2012 wurde sie in Aix-en-Provence uraufgeführt. Die Aufführung in Frankfurt erfolgt in deutscher und englischer Sprache.

Der Evolutionsbiologe Josef H. Reichholf erzählt von verwachsenen Wegen der Menschwerdung; von der Entwicklung des aufrechten Gangs bis zur Innovation der kapitalistischen Moderne.

Der Drei-Sterne-Koch Christian Bau und seine Souschefin und Partnerin Sarah Bau haben ein Werk für ambitionierte Hobbyköche geschrieben. Mit 64 Rezepten führen sie Nicht-Sterneköche an die Sterneküche heran.

Uecker, Wortelkamp, Chillida – sie alle beschäftigen sich mit dem Material Papier. Das Mainzer Landesmuseum besitzt die größte Sammlung von Papierarbeiten in Rheinland-Pfalz.

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) ermittelt nach wie vor in den obersten Quotenregionen. Bei ihrem neuesten Fall kommt es zu einem verdeckten Polizeieinsatz – allerdings eher zufällig.

Seit zwölf Jahren prägt Honne Dohrmann als Tanzdirektor das Profil des Staatstheaters Mainz. Mit dem Tanzmainz Festival Update rückt er europäische Arbeiten in den Fokus, die selten in Deutschland zu sehen sind.

Regisseurin Jana Vetten interessieren die großen Gefühle wie Wut und Rache, die in antiken Stoffen erzählt werden. Jetzt hat sie Tine Rahel Völckers Stück „We are family“ inszeniert, das antike Dramen verschränkt und Bezüge zur Gegenwart herstellt.

Die Fotostiftung Schweiz bewahrt etwa 160 Archive auf, nur 26 von ihnen stammen von Fotografinnen. In einer neuen Ausstellung stellt die Fotostiftung einige dieser Frauen vor.

In seinem 14. Kinofilm erzählt Jim Jarmusch ein Familientreffen der anderen Art. Ein Aufeinandertreffen zwischen Eltern und Kindern, die nicht wissen, worüber sie reden sollen.

Der Staat geht heute strenger gegen Meinungsäußerungen vor als noch vor zehn Jahren. Das behauptet der deutsche Jurist und Journalist Ronen Steinke in seinem neuen Buch.

Tricia Tuttle bleibt Berlinale-Chefin – doch die Debatte um Meinungsfreiheit bei Festivals spaltet. Meron Mendel warnt vor Gesinnungsprüfungen in der deutschen Kulturlandschaft.

Mithu Sanyal fordert in SWR Kultur klare Worte zum Epstein-Skandal: „Das sind Mädchen, keine Frauen. Sex mit minderjährigen Frauen ist de jure Vergewaltigung, das sollte man beim Namen nennen.“

Bei den Frauen-Film-Tagen von Terre des Femmes in Tübingen werden ab Mittwoch fünf Tage lang zehn preisgekrönte Spiel- und Dokumentarfilme aus elf Ländern gezeigt. Eröffnet wird das Festival mit „Girls Don't Cry“ von Sigrid Klausmann und ihrer Co-Regisseurin Lina Lužyté. Der Film porträtiert sechs Mädchen aus unterschiedlichen Teilen der Welt und zeigt eindrucksvoll, wie sie mit extremen Lebenssituationen umgehen.

Die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse hat ihre Nominierungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung bekannt gegeben „eine bemerkenswert ausgewogene Mischung“, wie SWR-Literaturredakteur Christoph Schröder. In der Belletristik stehen unter anderem Norbert Gstrein mit seinem viel beachteten Roman „Im ersten Licht“, Helene Bukowski, Katharina Poladjan, Anja Kampmann sowie die Debütantin Elli Unruh auf der Liste. Besonders positiv fällt laut Schröder auf, dass die Jury literarische Versäumnisse anderer Preise korrigiert und zugleich mit unabhängigen Verlagen wie dem Transit Verlag die Vielfalt des Marktes würdigt. Auch im Sachbuchbereich überzeuge die Auswahl, etwa mit der Comic-Künstlerin Ulli Lust und dem Literaturwissenschaftler Manfred Pfister, die thematisch und formal unterschiedliche Akzente setzen. Insgesamt präsentiere sich der Leipziger Buchpreis in diesem Jahr als klug kuratierte und überraschend stimmige Bestandsaufnahme der aktuellen Literaturlandschaft.

In extrem dichten und prägnanten biographischen Erzählungen nähert sich Fleur Jaeggy drei hochbegabten und exzentrischen Autoren der englisch- und französischsprachigen Moderne.

Rassismus verschwindet nicht von allein, sagt Tupoka Ogette. Aber wir können lernen, ihn wahrzunehmen und kritisch zu hinterfragen. In SWR Kultur am Morgen spricht die Autorin über ihr neues Memoir „Trotzdem zu Hause“. „Zuhause war für mich nie selbstverständlich. Es musste gesucht und erkämpft werden“, sagt sie. Das Trotzdem im Titel stehe für Widerstand und für die Erfahrung, Zugehörigkeit immer wieder neu definieren zu müssen.