Was ist los in den nationalen, internationalen und südwestdeutschen Kulturszenen? Berichte, Rezensionen zu Premieren und Konzerten, Ausstellungen und Museen, Künstlern und Events! Aus den Kulturmagazinen "SWR2 am Morgen", "SWR2 Journal am Morgen", "SWR2 Journal am Mittag" und "SWR2 Kultur aktuell".

Er hat das Genre der Naturdoku geprägt wie kein anderer: Am 8. Mai wird Sir David Attenborough 100 Jahre alt. In Großbritannien ist er sowas wie ein nationales Denkmal. Ein ziemlich aktives allerdings. Wer ein bisschen auf Netflix stöbert, der stößt gleich auf eine Handvoll Filme von ihm. Der letzte – eine Dokumentation über Gorillas – ist erst seit wenigen Tagen online.

Die neue 70 Jahre ESC – More than Music“ von Christopher Kaufmann ist in der ARD-Mediathek abrufbar! Für ihn hatte der Musikwettbewerb schon immer auch eine politische Dimension.

Nach der Postleitzahl von Stuttgart-Freiberg und nach Büchners Woyzeck ist der performative Audio-Walk benannt. Denn dort erzählt das Citizen.KANE.Kollektiv die Geschichte von Franz Woyzeck und seiner Geliebten Marie. Mit dabei auch Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils, die sich vor Ort für den sozialen Zusammenhalt engagieren. Freiberg ist eine großen Wohnsiedlung mit vielen Hochhäusern, die in den 1960er und 1970er Jahren entstand.

Nicola May verlässt nach 22 Jahren das Theater Baden-Baden. Sie schätzte die kurzen Wege, das Teamwork und die Nähe zum Publikum. Zum Abschied inszeniert sie dort jetzt „Das weite Land“, eines ihrer Lieblingsstücke von Arthur Schnitzler.

Der märchenhafte Animationsfilm „Der letzte Walsänger“ erzählt vom jungen Wal Vincent, der mit seinem Gesang die Unterwasserwelt retten soll. Regisseur Reza Memari erzählt in SWR Kultur , warum ihn Buckelwale seit Jahren faszinieren: „Als ich erfahren habe, dass Buckelwale eigene Lieder komponieren und weiterentwickeln, dachte ich sofort: Warum hat darüber noch niemand einen Film gemacht?“

Im Libanon gibt es kein Nationalarchiv mit Bild- und Tonmaterial oder Fotos. Die Filmemacherin Lana Daher, 1983 im Libanon geboren, hat nun versucht, dieses kollektive Gedächtnis wiederzubeleben. Sie hat Filme, Fotografien und Musik aus den letzten siebzig Jahren der Geschichte ihres Landes zusammengetragen und zu einer Kinodoku zusammengefügt.

Starregisseur Roland Emmerich will KI in der Filmproduktion nutzen. Bei SWR Kultur spricht er über die Zukunft des Kinos: „Das interessiert mich einfach!“

Egal ob Spelunke, Bar oder Kneipe – Das Stadtmuseum Simeonstift zeigt das Leben an Trierer Tresen im Wandel der Zeit. Viele Trierer haben dazu eigene Erinnerungsstücke beigesteuert, erläutert Kuratorin Kathrin Koutrakos.

KI-generierte Musik überschwemmt Spotify und Co und ist im Mainstream angekommen. Das Problem: Für Hörerinnen und Hörer ist sie kaum noch von menschengemachter Musik zu unterscheiden. SWR Kulturredakteurin Lydia Huckebrink sagt, wie man sie entlarven kann.

Die Ausstellung im Kunstforum Ingelheim verbindet Whistlers historische Stadtansichten mit Masuyamas modernem Blick – inklusive einer faszinierenden Reise ins Weltall.

Tennis ist mehr als Sport: Ein Symposium in Mainz zeigt, wie Rituale, Mode und Politik den Sport prägen – zwischen Opernsaal, Popkultur und gesellschaftlichen Fragen.

David Hugendick stottert. In seinem autobiografischen Essay „Jetzt sag doch endlich was: Über das Stottern“, setzt er sich mit diesem gesellschaftlichen Imperativ auseinander.

Nach einem Amtsjahr scheint das Tischtuch zwischen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und der Kulturbranche zerschnitten. Egal. In seiner Glosse fordert Wilm Hüffer den Minister energisch zum Durchhalten auf.

Roya sitzt im Gefängnis, weil sie gegen das iranische Regime protestiert hat. Regisseurin Mahnaz Mohammadi erzählt von Gewalt und Unterdrückung. Ein eindringlicher Film, der zum Teil heimlich gedreht wurde. Ab 7. Mai im Kino.

Das internationale Trickfilmfestival Stuttgart feiert die große Regisseurin Lotte Reiniger. Vor 100 Jahren hatte ihr Film „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ Premiere - ein Scherenschnitt-Spektakel in Spielfilm-Länge, das bis heute kreative Resonanz auslöst.

Bienen und Kunst. Das Ulmer Brotmuseum zeigt Werke von Beuys bis Rothhaar und warnt vor den Folgen des Bienensterbens – eine sinnliche Reise durch Natur und Gesellschaft.

Ethikprofessorin Ruth Lember wurde von ihrem Mann verlassen. Eine Jugendsünde holt sie ein. Mit 56 sucht sie neu nach Sinn und Liebe. Davon erzählt Ulrich Woelks „Hellere Tage“.

„Nürnberg“ von James Vanderbilt erzählt die wahre Geschichte des Psychiaters Douglas M. Kelley, der beim Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess gegen die NS-Spitze Hermann Göring betreute. In den Hauptrollen: Rami Malek als Kelley und Russell Crowe als Göring.

Zukunft des Lokaljournalismus: Trotz Vertrauensvorsprung kämpfen Lokalzeitungen ums Überleben. Tiefer recherchierte Themen könnten die Lösung sein, so Experte Tanjev Schultz.

Stuttgart wird zum Hotspot für Animationskunst: Ab dem 5. Mai lockt das Internationale Trickfilm-Festival rund 70.000 Fans und Kreative aus aller Welt an. Die Bandbreite der rund 500 Filme ist groß: von experimentell bis dystopisch, mit Lang- und Kurzformaten sowie innovativen Games.

Was geschieht, wenn man die Regeln des Sports neu denkt? Die Ausstellung ist ein Spielfeld für alle und lädt ein, Bewegung zu erleben, auszuprobieren und mitzumachen!

Frischer Wind im Museum Speyer: Susanne Heimann plant eine Neupräsentation der Dauerausstellungen – doch die beliebten Sonderausstellungen bleiben.

Eine „Nation of Strangers“ schwebt der türkischen Exilschriftstellerin Ece Temelkuran vor, der Untertitel lautet: „Unsere Heimat sind wir“. Ein Appell für Solidarität und Menschlichkeit.

Claudio Monteverdis „L'Orfeo“ hinterfragt die Macht des Gesangs. Die Inszenierung bei den Schwetzinger Festspielen stellt die Frage „Warum singen?“ in den Mittelpunkt.

In der Stuttgarter Liederhalle feiern Benjamin von Stuckrad-Barre und Jan Delay den 80. Geburtstag ihres Freundes Udo Lindenberg mit einer musikalischen Lesung. Unter dem Titel „Vorglühen“ lesen, singen und erzählen sie von ihrer langjährigen Verbindung zum Panikpoeten.

Ein Taugenichts im Herzen der Forschung – in der Universitätssatire „Die Pause ist vorbei“ konfrontiert Dario Ferrari den akademischen Betrieb mit seinen eigenen Widersprüchlichkeiten.

Das Trautonium erinnert von weitem an eine Orgel, aber es hat keine Tasten, sondern Drähte, Metallstäbe und Drehregler. Peter Pichler ist wohl der einzige, der noch Orchesterwerke auf dem Trautonium aufführt.

Hiba G. Isleem, palästinensische Künstlerin und Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude, thematisiert in ihren Werken Gewalt und Zerstörung im Westjordanland.

Der Liedermacher Erich Schmeckenbecher erhält die Staufermedaille für seine Verdienste um das deutsche Volkslied. Schmeckenbecher war Teil des stilprägenden Duos „Zupfgeigenhansel“, und steht für ein lebendiges Volkslied jenseits von Kitsch und Nationalismus.

Filter und Suchfunktionen bieten eine zielgenaue Recherche zu rechtsterroristischen Straftaten – auch im eigenen Umfeld, sagt Martin Stingl vom Landesarchiv Baden-Württemberg: „Was ist da genau passiert, wo ich zum Beispiel als Kind aufgewachsen bin?“

20 Jahre nach „Der Teufel trägt Prada“ kommt das Ensemble um Meryl Streep, Anne Hathaway und Emily Blunt zu einer Fortsetzung zusammen. Der Film von Regisseur David Frankel zeigt die Modebranche im Umbruch. Nie sah der Niedergang des Printjournalismus glamouröser aus.

Winfried Kretschmann war 15 Jahre lang Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Doch was, wenn alles ein großer Bluff war? Wenn Kretschmann die Rolle des Landesvaters ... bloß gespielt hat? Eine Glosse.

Materialien zu verwandeln und Formen zu verändern, hat den Kölner Konzept-Bildhauer Bastian Hoffmann schon immer interessiert. Er baute eine Mauer, die quasi von selbst zu Boden sinkt, er machte aus einer Bürogarnitur ein DinA4 Bogen Papier – und mit seinem aktuellen Projekt übertrifft er das alles noch. „How to turn a Porsche into painting“. Hoffmann kaufte einen Porsche Cayenne, also einen der Urtypen der heute allgegenwärtigen SUV und ließ ihn von einem Fachbetrieb zerlegen. Diese Materialbrocken zermahlte er dann in mühsamer Kleinarbeit mit Bandschleifer und Fruchtsaft-Mixer zu Farbpigmenten. Daraus entstehen jetzt nach und nach monochrome Bilder – ein originelles Statement zum Wert von Luxusgütern in unserer Gesellschaft.

Isabel Allendes Bestseller „Das Geisterhaus“ ist vor allem als Film mit Jeremy Irons und Meryl Streep im Gedächtnis. Jetzt hat ein spanischsprachiges Team das Buch zur Serie umgearbeitet, die deutlich näher an den Roman heranrückt.

Die Kunst von Raymond Pettibon hängt in New York, Paris, London – und jetzt auch im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen. Dort werden erstmals alle seine gezeichneten Schallplattencover gezeigt, die Pettibon für Bands wie Black Flag, die Foo Fighters oder auch Lana Del Rey kreiert hat. Gezeigt werden 200 Exponate von den 1970er Jahren bis heute.

Bei seiner Antrittslesung als Mainzer Stadtschreiber plauderte der Schriftsteller Sven Regener über seine Arbeitsweise und seine Figuren. Angefangen hat alles mit Frank Lehmann als „Herr Lehmann“, seitdem sind einige Figuren dazu gekommen, die Sven Regener zu immer neuen Geschichten inspirieren.

Die ZEIT-Redakteurin Andrea Böhm berichtet aus Krisengebieten in Afrika und dem Nahen Osten. Sie teilt ihre Erfahrungen auf Angriffe gefasst zu sein in „Fighting like a Woman“.

Sie waren jung, schwarz, weiblich und provokant. Was Tic Tac Toe in den 1990ern auf die Bühne brachten, hatte es so in Deutschland noch nie gegeben. Was machte ihren Erfolg aus?

Die Proteste gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 waren der Startpunkt für eine „Politik des Gehörtwerdens“. Diese hat 2011 Winfried Kretschmann nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten ausgerufen. Seit 2021 ist Barbara Bosch Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg. Zum Ende ihrer Amtszeit zieht sie Bilanz: „Zugehört – 15 Jahre Politik des Gehörtwerdens“ heißt ihre Publikation. In SWR Kultur sagt die Staatsrätin, dank Bürgerbeteiligung könnten Bürger:innen ganz konkret Einfluss nehmen auf Vorhaben und Projekte, „ob es nun die Entwicklung einer Ortsmitte ist bis hin zu Gesetzesvorhaben, wie zum Beispiel zur Dauer des Gymnasiums oder Landesnichtraucherschutzgesetz“, so die Staatsrätin.

Depression in Sprache: Benjamin Maack zeigt in „Bewerbungen um einen Job als Mensch“ die unsichtbare Krankheit als verworrenes Textgewebe – ein Labyrinth aus „gehäkelten Knubbeln“.

Die Berliner Künstlerin Andrea Pichl erhält der Vogelmann Preis für Skulptur 2026. Ihre Preisträgerausstellung in der Heilbronner Kunsthalle Vogelmann ist eine kühle Abrechnung mit deutsch-deutschen Absurditäten zwischen Ost- und West.

Ob in der Musik seiner Band „Element of Crime“ oder in der Romanreihe „Herr Lehmann“ – der Bremer Autor Sven Regener ist für seine düster-melancholischen bis humorvollen Texte bekannt. Für diese wird er nun mit dem Mainzer Stadtschreiberpreis 2026 ausgezeichnet.