Was ist los in den nationalen, internationalen und südwestdeutschen Kulturszenen? Berichte, Rezensionen zu Premieren und Konzerten, Ausstellungen und Museen, Künstlern und Events! Aus den Kulturmagazinen "SWR2 am Morgen", "SWR2 Journal am Morgen", "SWR2 Journal am Mittag" und "SWR2 Kultur aktuell".

Sängerin Mine nimmt bizarre Aussagen von Männern ins Visier – darunter Udo Lindenbergs fragwürdiger Song über eine Minderjährige.

Raphaël Fischer-Dieskau ist Mainzer „SchUM-Artist in Residence“. Mit seiner Installation will er die Erinnerung an die jüdische Gemeinde beleben.

Die Internationale Tanzgala in Trier findet zum UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt am Stadttheater statt. Initiiert hat sie der Trierer Ballettdirektor Roberto Scafati. 15 Kompanien aus ganz Europa zeigen Ausschnitte aus ihrem Repertoire. Mit dabei ist der syrische Choreograf und Tänzer Saeed Hani, der seit 2015 die freie Tanzszene Triers bereichert.

„Der Zeppelin war nie unpolitisch“, so Jürgen Bleibler vom Zeppelin Museum. Die Ausstellung zeigt, wie Technikbegeisterung und Nazi-Propaganda Hand in Hand gingen.

Der sogenannte „schönste Tag“ im Leben eines Menschen ist das Thema einer Ausstellung im rheinhessischen Essenheim: Die Dorfhochzeit im Wandel der Zeit.

Was geschieht mit einem Dorf nach einem Gewaltverbrechen? Sophie Sumburane erzählt eindrucksvoll von Angst, Gewalt und den Folgen des letzten DDR-Serienmörders.

Ob Blutwerte, Passquoten oder Fankultur – kaum ein Bereich im Profifußball bleibt derzeit von KI unberührt. Sportjournalist Tobias Escher glaubt jedoch nicht, dass der Sport dadurch an Reiz verliert.

„Trink aus, wir müssen gehen“ ist das letzte Studioalbum der Toten Hosen, die anschließende Tour vermutlich die Abschiedsrunde. Was geht in den Musikern bei den Studioaufnahmen vor? Eine ungewöhnlich persönliche Doku über die größte deutsche Punk-Band.

Er malt in rasantem Tempo, macht Musik und hält der Gegenwart mit wenigen Strichen den Spiegel vor. Jim Avignon gehört zu den bekanntesten und eigenwilligsten Künstlern Deutschlands.

Das Kunstmuseum Thurgau ist in einem ehemaligen Kartäuser Kloster untergebracht, ein Ort, an dem über Jahrhunderte hinweg Kunst die alleinige Funktion hatte, den Glauben der Menschen zu stärken und die Legitimation der Kirche durchzusetzen. Welche Wirkung zeitgenössische Kunst für unsere heutige Gesellschaft hat, dieser Frage geht das Kunstmuseum nun mit einer großen Auswahl an Arbeiten nach.

Die Autorin aus Rheinland-Pfalz ist mit „Nachts ist es leise in Teheran“ für den renommierten Buchpreis nominiert. Das Gewinnerbuch wird heute Abend verkündet.

Der in Ingelheim geborene Künstler Michael Anthony Müller gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern Deutschlands. Für das Städel entwickelte er das großformatige Werk „Der geschenkte Tag“. Das Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden hat das Werk „Titanomachie“ in Auftrag gegeben, das jetzt die Sammlung ergänzt. Elf Meter lang und rund fünf Meter hoch, füllt das abstrakte Gemälde eine ganze Wand.

Wird Demokratie aus Angst vor Autoritären selbst autoritär? Jörg Baberowski analysiert in seinem Essay klug die Versuchungen und Vorzüge des Populismus.

ARD KI-Podcast-Host Gregor Schmalzried fordert für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland eine offene Debatte über die Nutzung von KI, vor allem, was das Verteilen der Inhalte betrifft.

Zum Auftakt der Berliner Netzkulturkonferenz re:publica wirbt die Journalistin Aida Baghernejad für einen stärkeren und vielfältigeren Kulturjournalismus. „Wir müssen als KulturjournalistInnen den Blick wachsam halten für Kultur, die außerhalb des Mainstreams aufblüht“, sagte Baghernejad im Gespräch mit SWR Kultur.

Die internationalen und baden-württembergischen Produktionen rücken ganz nah an ihr junges Publikum heran und schaffen damit Raum für ein neues gemeinschaftliches Erlebnis begleitet von Musik, Tanz und Akrobatik. Dabei klammern sie auch schwierige Themen nicht aus.

Die aus Belarus stammende Autorin Volha Hapeyeva reist viel, beobachtet Menschen und Sprache. Daraus zieht sie persönliche Schlüsse, denen man nicht immer zustimmen muss.

Benjamin Britten und Peter Pears verwandelten Shakespeares „Sommernachtstraum“ 1960 in eine Oper mit magischer Klangwelt und filigraner Orchesterbesetzung. Das Badische Staatstheater Karlsruhe zeigt das Werk jetzt in Kooperation mit dem Landestheater Linz. Regie: Francois de Carpentries, Musikalsiche Leitung: Georg Fritzsch.

Magali Le Huche ist Anfang vierzig, als sie erfährt, dass sie Brustkrebs hat. Wie sie mithilfe der Punkband „The Clash“ ihre Angst überwand, erzählt sie in ihrem Comic.

Der Aufstieg der AfD setzt Kultur und Kulturbetrieb unter Druck. Christoph Bartmann zeigt, wie rechte Akteure Kulturkämpfe nutzen und warum die Lage dennoch nicht hoffnungslos ist.

Mit Sebastian Nordmann übernimmt ein erfahrener Musikmanager die Leitung eines der renommiertesten Klassikfestivals der Welt. 16 Jahre lang war er Intendant des Berliner Konzerthauses und Konzerthausorchesters. Davor war er Intendant der „Festspiele Mecklenburg-Vorpommern“.

Die spanische Choreografin Alba Castillo interpretiert Shakespeares unsterbliches Drama „Romeo und Julia“ neu. Die berühmteste Liebesgeschichte der Welt wird in Kaiserslautern vom Orchester der Pfalzphilharmonie live begleitet, vom Ensemble tänzerisch auf die Bühne gebracht und aus der Sicht von Julia erzählt.

Mit dem internationalen Theaterfestival „Schöne Aussicht“ startet am Freitag am Jungen Ensemble Stuttgart (JES) ein vielfältiges Programm für junges Publikum aus neun Ländern.

Austauschbar ist anders: Angine de Poitrine heben sich mit mikrotonalen Harmonien, komplexen Polyrhythmen und wilden Kostümen von der Masse ab. Vor allem auf Social Media feiert das kanadische Duo große Erfolge. Dort gelten sie als Gegenentwurf zu einer zunehmend KI-dominierten Musikszene.

Im französischen Cannes sind die 79. Filmfestspiele gestartet. 22 Filme gehen ins Rennen um die Goldene Palme, darunter „Vaterland“ mit Sandra Hüller und Hanns Zischler. Filmexperte Rüdiger Suchsland schildert in SWR Kultur erste Eindrücke. Überzeugt hat ihn vor allem in der Nebenreihe „Un Certain Regard“ der Film „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ der queeren Regisseurin Jane Schoenbrun. Mit der Meta-Horror-Komödie hinterfragt Schoenbrun kritisch das Slasher-Genre.

Dänische Designerinnen und Designer haben sich weltweit einen Namen gemacht. Etliche Alltagsgegenstände stehen heute in Büros und Küchen: vom Royal Copenhagen-Geschirr bis zum Panton Chair.

Der Dokumentarfilm „Wohin mit mir?“ von Marvin Menné und das Radiofeature „Generation U“ von Inga Lizengevic geben tiefe und berührende Einblicke in die Gefühlslage und das Leben von geflüchteten Jugendlichen in Deutschland.

Cory Doctorow prägte den Begriff „Enshittification“ für ein Phänomen, das viele Nutzer spüren. Warum Algorithmen und Werbung Google, Amazon und Co. schleichend schlechter machen, erläutert Netzexperte Chistian Schiffer – und fordert besseren Verbraucherschutz.

Zur Zeit von Anne Frank schrieb die jüdische Studentin Etty Hillesum in Amsterdam ebenfalls Tagebücher, bis die Nazis sie deportierten und ermordeten. Der israelische Regisseur Hagai Levi hat kein historisches Biopic gedreht, sondern verortet ihre Geschichte in der Gegenwart. Eine Serie wie ein Arthouse-Film, die einen emotional noch lange beschäftigt.

Wie aus friedlichen Verhältnissen Radikalisierung entstand: „Palästina 36“ erzählt vom Aufstand der arabischen Bevölkerung gegen den britischen Kolonialismus, ausgelöst durch die ersten Wellen jüdischer Siedler nach deren Vertreibung aus Europa.

Ein Junge schreibt im Unterricht über seinen Vater und überrascht am Ende mit dem Satz „My father is my mum“. Um den Kurzfilm von Filmstudierenden aus Darmstadt entstand eine Kampagne, um Alleinerziehenden mehr Aufmerksamkeit zu geben.

Die Berliner Bildhauerin Stella Hamberg konzentriert sich ganz auf Figuren aus Bronze, formuliert dabei aber eine sehr eigene Handschrift. Dafür erhält sie den Robert Jacobsen Preis 2026, mit Ausstellung im Museum Würth in Künzelsau.

Biografische Kurzgeschichten über einen Rockstar, der die Bundesrepublik, ihre Gesellschaft, ihre Denkweise, verändert hat – durch seine Musik, vor allem aber durch sein gnadenlos unprätentiöses Menschsein. Kundig, witzig und scharfsinnig erzählt sein enger Freund Benjamin von Stuckrad-Barre von Aufstieg, Absturz, Wiederauferstehung Udo Lindenbergs.

Sven Teuber übernimmt das neu zugeschnittene Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur. Positiv fidnet SWR Kulturredakteurin Marie-Christine Werner, dass die auf verschiedene Ressorts verteilten Kulturbereiche wieder zu einem Ministerium werden.

Zum 25-jährigen Bestehen des Erweiterungsbaus im Jüdisches Museum Berlin widmet eine Sonderausstellung dem Architekten Daniel Libeskind eine Hommage zu dessen 80. Geburtstag. Gerade dieses Gebäude habe eine besondere Wirkung, so Architekturkritiker Nikolaus Bernau in SWR Kultur. „Es zeigt, wie Geschichte zerbricht und wie man sie sich neu zusammensetzt.“

Der Elefant im Raum ist das, was nicht sein darf. Obwohl groß und dick, scheint er unsichtbar wie Luft. Bei dem belarussischen Exilschriftsteller Sasha Filipenko steht der Elefant für die Bedrohung der Freiheit. Je unbekümmerter die Bürger die Beschneidung ihrer Freiheit hinnehmen, desto dicker wird ihr Elefant im Raum.

In „Station Paradiso“ zeigt die Komponistin Sara Glojnarić in der Staatsoper neue Perspektiven auf Migrationsgeschichte und Musik in Stuttgart. Die Uraufführung der Oper am 10. Mai 2026.

Die Biennale in Venedig wird in diesem Jahr von politischen Kontroversen rund um die Teilnahme Russlands und Israels überschattet – Debatten über Boykotte, Proteste und den Rücktritt der Jury bestimmten den Auftakt der Kunstschau. Dennoch sei die Kunst weiterhin präsent, sagt Monopol-Chefredakteurin Elke Buhr, die selbst vor Ort ist, im Gespräch mit SWR KULTUR: „Die Kunst ist da und die Kunst kann auch nicht zerstört werden, selbst nicht durch so eine Politisierung.“ Besonders viel Aufmerksamkeit zog am Eröffnungstag der österreichische Pavillon mit der Performance-Künstlerin Florentina Holzinger auf sich, deren spektakuläre Inszenierung laut Buhr „eine tolle Metapher“ für das Überleben in einer bröckelnden Welt sei. Auch der deutsche Pavillon mit Arbeiten von Tsung Thieu und Henrike Naumann überzeugte durch seine Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte und Migration. Über die Beiträge aus Russland und Israel urteilte Buhr dagegen kritisch: „Man merkt eben, dass in solchen Situationen offensichtlich gute Kunst irgendwie nicht gelingt.“

Zwei Frauen verlieren ihre Söhne im Krieg, die eine Mutter ist Israelin, die andere Palästinenserin. Die beiden Frauen Michal und Leila erzählen auf Vorträgen über ihren Verlust und wie das gemeinsame Leid sie verbindet.

Alle raus aus X! Oder doch nicht? Seit Elon Musk den Kurznachrichtendienst übernommen hat, gibt es viel Kritik an der politischen Ausrichtung der Plattform, manche wünschen sich eine Alternative – sogar eine, die ohne amerikanische oder chinesische Server auskommt. Die Messenger-App „W Social“ will genau das nun anbieten: Eine europäische Alternative zu X – wie gut das funktioniert, weiß Tobias Stosiek.

Der Kirchenrechtler Diarmaid MacCulloch ist ein streitbarer Theologe, der das Wirken der christlichen Kirchen genau unter die Lupe nimmt. Sein neuestes Werk „Niedriger als die Engel. Eine Sexualgeschichte des Christentums“ beschreibt die historische Entwicklung und hinterfragt den Wert der Moralgebote für heute.

Dating-Show: Für Autisten und Autistinnen ist es manchmal schwer, romantische Beziehungen zu knüpfen - hier setzt die Datingshow "Love on the Spectrum" an. Sie verknüpft die klassische Kuppelshow mit Coaching. An dem Konzept wächst aber auch die Kritik.