Was ist los in den nationalen, internationalen und südwestdeutschen Kulturszenen? Berichte, Rezensionen zu Premieren und Konzerten, Ausstellungen und Museen, Künstlern und Events! Aus den Kulturmagazinen "SWR2 am Morgen", "SWR2 Journal am Morgen", "SWR2 Journal am Mittag" und "SWR2 Kultur aktuell".

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wollte das Erscheinen dieses Buchs verhindern, vergeblich. Nun ist „Careless People“ sogar auf Deutsch erschienen. In „Mein Traumjob bei Facebook und wie ich alle meine Ideale verlor“ schreibt die Ex-Facebook-Managerin Sarah Wynn-Williams über „Verantwortungslosigkeit“ und „Frauenfeindlichkeit an der Spitze“ - und deren Folgen für Milliarden Nutzende.

Die Fußball-WM 2006 ging in Deutschland als „Sommermärchen“ in die Geschichte ein. Das sei von WM 2026 nicht zu erwarten, da die USA nur ein „bedingtes Interesse“ hätten, ein guter Gastgeber zu sein, so Sportjournalist Ronald Reng.

Künstliche Intelligenz verändert unseren Alltag rasant, von medizinischen Diagnosen bis zu Bewerbungsverfahren. Mit den ethischen Fragen hinter diesen Entwicklungen beschäftigt sich das Institut für angewandte Ethik an der Universität Trier.

Der Amsterdamer Fotograf Hans van der Meer zeigt die Einsamkeit des Torhüters in seinem neuen Buch. 20 Jahre lang hat er in 22 europäischen Ländern Schauplätze des Amateur-Fußballs abgelichtet - mitsamt Hirschen, Priestern und Gleitschirmfliegern am Spielfeldrand.

In Setúbal boomt zur Mitte des 20. Jahrhunderts die Konservenindustrie. Vor dieser Kulisse erzählt der Roman vom Leben einfacher Arbeiterinnen – ein farbiges Porträt Portugals während der Salazar-Diktatur.

Die Fußball-WM 2026 verbindet die USA und Mexiko nicht nur sportlich. Hinter dem Turnier stehen Geschichten über Migration, Identität und den Kampf um Talente.

Angela Merkel, Christian Wulff, Cem Özdemir – sie alle wurden schon mit dem Preis des Zentralrats der Juden geehrt. Die Auszeichnung des Kabarettisten Dieter Nuhr sorgt nun aber für Diskussionen. „Wirklich nachvollziehen kann ich das nicht“ sagt auch der Antisemitismus-Experte Tom Uhlig in SWR Kultur.

heater, Museen und Konzerthäuser stehen vor der Frage, wie sich Kultur klimafreundlicher gestalten lässt. Beim Green Culture Festival im Karlsruher Tollhaus diskutieren Kulturschaffende aus ganz Deutschland darüber. In SWR Kultur am Morgen sagt Anna Haas, Transformationsmanagerin für nachhaltige Kultur am Badischen Staatstheater Karlsruhe: „Nachhaltigkeit muss so selbstverständlich mitgedacht werden wie Budget, Probenplan oder Premierentermin.“ Das Publikum verursacht die meisten Emissionen Anders als viele vermuten, entstehen die größten Umweltbelastungen nicht durch Bühnenbilder. „60 bis 80 Prozent der CO₂-Bilanz kommen durch die Mobilität des Publikums zustande“, erklärt Haas. Energieverbrauch spiele ebenfalls eine große Rolle. Trotzdem könne nachhaltiges Bühnenbild eine wichtige Wirkung entfalten, etwa wenn Materialien wiederverwendet werden und daraus neue Geschichten entstehen. Kultur als Motor für Veränderung Für Haas liegt die besondere Stärke von Kunst und Kultur darin, Menschen emotional zu erreichen. „Kultur hat die Superkraft, Gefühle anzusprechen“, sagt sie. Während reine Fakten oft zu Abwehr oder Resignation führten, könnten Theaterstücke, Konzerte oder Ausstellungen neue Perspektiven eröffnen.

Deutschland gilt im internationalen Vergleich als eines der sichersten Länder der Welt. Allerdings ändert sich die Art der kriminellen Delikte, wie das Buch „True Criminology. Mythen, Fakten, Hintergründe“ nachweist. Außerdem belegt es, dass die eigenen vier Wände gefährlicher sind als nächtliche Straßen.

Was haben Alexander der Große und Andrew Tate gemeinsam? Sie beide stehen für eine Männlichkeit, die kontrolliert und dominiert. In seinem gut recherchierten und klar strukturierten Comic zeigt Meikel Mathias, wie Männlichkeit vermarktet und performt wird und welche Konsequenzen das für unsere Gesellschaft hat.

Wie könnte eine Mars-Besiedlung aussehen? Die Ausstellung MARS! im ZKM Karlsruhe zeigt visionäre Ideen aus Workshops, in denen Wissenschaftlerinnen und Bürger gemeinsam Prototypen entwickelten.

Die Staatsoper Stuttgart bringt Puccinis unvollendete Oper„Turandot“ mit neuem Schluss auf die Bühne. Die Regie hat Anna-Sophie Mahler die musikalische Leitung Valerio Galli.

Die 20-jährige Nele Achterberg hat in der Nähe von Trier eine Kunstschule gegründet. In ihren Kursen geht es darum, Kunst zu nutzen, um die eigenen Gefühle umzusetzen.

Mit ihrer Erzählung „Das Gurkerl“ räumte Johanna Sebauer vor zwei Jahren beim Wettlesen in Klagenfurt ab. Nun erscheint die Satire in einer illustrierten Ausgabe.

Der in der Ostsee gestrandete und verendete Buckelwal Timmy hat das mediale Interesse monatelang auch auf den Zustand der Ostsee gelenkt: Dort gibt es viel Dreck und viel Lärm, was den Lebewesen dieses Binnenmeeres immer größere Schwierigkeiten mache, sagt Daniela von Schaper von der Umweltorganisation Greenpeace und fordert mehr Schutz der Meere.

Eine rauschende Mittsommerparty am längsten Tag im Jahr eskaliert komplett: Alte Familienkonflikte, politische Spannungen und verdrängte Gewalt kochen hoch. Roland Schimmelpfennigs Stück überzeugt dank eines eindrucksvollen Schauspiel- und Regie Ensembles am Schauspiel Stuttgart trotz einiger Klischees.

Sportjournalist Ronny Blaschke beschreibt die Fußballweltmeisterschaft in Amerika als ideale Bühne für US-Präsident Donald Trump: „Mehr als 50.000 Medienschaffende haben sich akkreditiert, das ist selbst für Trump eine Plattform.“

Der zunehmende Einsatz Künstlicher Intelligenz löst Euphorie aber auch Unbehagen aus. In seinem neuen Buch zeigt Dirk Baecker, wie eng intelligente Algorithmen und moderne Gesellschaft zusammenhängen.

Die Staatsoper Stuttgart ist zum Ort einer politischen Debatte geworden: Die bloße Ankündigung der Oper „Atatürk – die Legende von Mustafa Kemal“ für April 2027 ruft kurdische Aktivisten auf den Plan. Sie befürchten eine Heroisierung des ersten Präsidenten der türkischen Republik, unter dessen Regierung die kurdische und die armenische Minderheit unterdrückt und militärisch bekämpft wurden. Der Intendant der Stuttgarter Oper Victor Schoner hat Verständnis, betont aber, dass die Oper gerade erst am Entstehen sei, so dass man über den Inhalt noch nichts sagen könne.

Künstlerin Nanne Meyer verarbeitet, was sie beschäftigt, in Formen, Bildern und Worten. Nun sind 500 Werke in einer Ausstellung der Kunsthalle Karlsruhe in der Orangerie zu sehen.

Die Mode wurde Gianni Versace in die Wiege gelegt. Wie aus dem Jungen aus Kalabrien ein revolutionärer Modemacher wurde, zeigt eine neue arte-Doku von Mimmo Calopresti.

Francisco de Goyas Radierungen zeigen mit sehr direktem Blick die Gräuel der napoleonischen Kriege in Spanien. Ein radikaler Bruch mit der heroischen Darstellung von Krieg.

Marjane Satrapis „Persepolis“ war ein weltweiter Bestseller, der das Comicgenre und den europäischen Blick auf Iran veränderte. Jetzt ist Satrapi im Alter von 56 Jahren verstorben. Sie hinterlässt weit mehr als nur ihr bekanntestes Werk.

Große Festoper mit nationalistischen Abstürzen: Kay Metzger, Intendant des Theaters Ulm, inszeniert zum Abschied Wagners „Meistersinger“. Ein Kunstfest für das Haus und die Stadt.

Der Wolf wird auch in Deutschland zunehmend wieder heimisch. Adam Weymouth folgt in seinem Buch „Wolfspfade“ der GPS-Spur eines Tieres von Slowenien bis nach Italien.

Historiker Imanuel Baumann blickt auf den Historikerstreit um die Shoa und die Nürnberger Prozesse. Welche Rolle muss der Holocaust im Selbstverständnis Deutschlands spielen?

Einer der Taucherinnen nach Meeresfrüchten an der südkoreanischen Küste hat die Comiczeichnerin Jeong-in Mun die Graphic Novel „Langer Atem“ gewidmet – ihrer eigenen Großmutter.

Eine skurrile Operette mit historischem Vorbild im Orchestergraben des Theaters Freiburg: Ein Zahnarzt will Fledermäuse als wundersame Waffenträger im Zweiten Weltkrieg einsetzen.

Zwischen 200.000 und 600.000 Menschen leben ohne Papiere in Deutschland. Ein Comic gibt vier von ihnen eine Stimme und zeigt ihr Leben im Schatten.

Vor 100 Jahren, am 3. Juni 1926, wurde der US-amerikanische Dichter Allen Ginsberg geboren, der mit Werken wie „Howl“ zu einer der prägenden Stimmen der Beat Generation wurde. Sein Übersetzer Michael Kellner beschreibt die besondere Wirkung des berühmten Gedichts so: „Bei Howl ist das Interessante, es besteht im Hauptteil aus langen Atemzügen.“ Diese Verbindung von Sprache und Rhythmus lasse sich auch aus dem Englischen übertragen, denn „das kann man auch auf Deutsch machen“, sagte Kellner im Gespräch mit SWR Kultur. Ginsberg habe sich zeitlebens nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als politischer Aktivist verstanden und mit seinen Gedichten gegen Krieg und gesellschaftliche Zwänge protestiert. Für Kellner ist die Faszination des Autors bis heute ungebrochen, weil „es immer wieder Menschen gibt, die sich dafür interessieren, dass jemand eine andere Haltung hat, eine kritische gesellschaftliche Haltung“.

Die deutsche Kommission der UNESCO feiert ihr 75-jähriges Bestehen. Es ist ein besonderes Jubiläum, schließlich war die Teilnahme der Deutschen an der Weltorganisation UNESCO nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht selbstverständlich.

Das Umweltministerium verstand sich sich 1986 als Korrektiv gegen Umweltzerstörung und beendete Praktiken, die heute absurd erscheinen. Heute sind die Aufgaben komplexer, sagt Historiker Frank Uekötter in SWR Kultur. Aus dem Verhindern wurde aktives Gestalten.

Mit dem Start von Rock am Ring beginnt die Festivalsaison 2026. Die 90.000 verkauften Tickets gelten jedoch eher als Ausnahme. Viele Festivals kämpfen seit Jahren mit steigenden Kosten und den Folgen des demografischen Wandels.

Fünf Bildserien regionaler und internationaler Fotografinnen und Fotografen untersuchen ein globales Spannungsfeld zwischen Selbstversorgung und Massentourismus.

Der selbsternannte „Künstler ohne Werk“ machte das Denken zur Performance: Vorträge im Kopfstand, erfundene Institute und Provokationen gegen Universitäten, Medien und Denkgewohnheiten.

Die Gebäudereinigung ist ein Knochenjob. Der Film stellt die Menschen dieser Branche in den Mittelpunkt und zeigt ein kaputtes System, das auch das letzte bisschen Menschlichkeit wegrationalisiert.

Damit junge Musikerinnen und Musiker einen besseren Start in eine professionelle Karriere finden, hat der Ludwigsburger Verein Klangkultur einen musikalischen Förderpreis ausgeschrieben. Der erste Gewinner ist die international besetzte Band Calima. Mit dem Preisgeld können sich die jungen Musiker eine professionelle Aufnahme leisten. Zudem erscheint das Album im renommierten Label Neuklang der Bauer Studios in Ludwigsburg.

Im Film „Falsche Bewegung“ von 1975 wird der sexuelle Missbrauch eines kaum bekleideten Mädchens thematisiert, dargestellt von der damals 13-jährigen Nastassja Kinski. Die versucht wiederum seit Jahren erfolglos, die Szene aus dem Film entfernen zu lassen. Nun hat sich Regisseur Wim Wenders bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises dazu geäußert. Wenders verweist darauf, dass der Film in einer anderen Zeit gedreht wurde und befürchtet, dass, wenn man alte Filme nach heutigen Maßstäben beurteilen und verändern würde, Filmkultur verloren ginge. Im Gespräch mit SWR Kultur bezeichnet Theater- und Medienwissenschaftlerin Anna Wollmer Wenders Aussage als eine Verschiebung von Verantwortung. Gleichzeitig lobt sie, dass Wenders die Szene heute kritisch betrachtet: „Solche Selbstkorrekturen hört man von Regisseuren seiner Generation eher selten.“ Das Argument, es habe damals ein anderer Zeitgeist geherrscht, weist sie zurück: Es beschreibe die Umstände, beantworte aber nicht die Frage nach der Verantwortung gegenüber Minderjährigen. Wenders fürchte offenbar, dass man damit eine Tür öffnet, deren Folgen schwer abzuschätzen sind - aber vielleicht sei genau das notwendig.

Sammler, Jäger, Gärtner, Baumeister und noch vieles mehr: Ameisen gehören zu den faszinierendsten Lebewesen der Erde. Naturfotograf Ingo Arndt zeigt im Naturkundemuseum Reutlingen, was die kleinen Krabbler zu Superheldinnen macht.

Weltweite Kinderrechte bleiben weiterhin lückenhaft, kritisiert Elsbeth Müller, Autorin und die ehemalige Geschäftsleiterin der UNICEF Schweiz, in SWR Kultur am Morgen.

Marilyn Monroe habe in einer ganz hohen Liga gespielt, findet Monroe-Biografin Jenni Zylka: „Die Filme, die sie gemacht hat, das waren die größten Studios Hollywood.“

Der Umweltaktivist und Autor Paul Kingsnorth schreibt seit 15 Jahren über Umweltzerstörung. Nun hat er seine „Bekenntnisse eines genesenden Umweltschützers“ veröffentlicht.