Was ist los in den nationalen, internationalen und südwestdeutschen Kulturszenen? Berichte, Rezensionen zu Premieren und Konzerten, Ausstellungen und Museen, Künstlern und Events! Aus den Kulturmagazinen "SWR2 am Morgen", "SWR2 Journal am Morgen", "SWR2 Journal am Mittag" und "SWR2 Kultur aktuell".

Ein Streit um Frida-Kahlo-Werke bringt die mexikanische Künstlerin erneut in die Schlagzeilen. Warum ihre Kunst bis heute weltweit berührt – und was oft übersehen wird.

Ein Toter im Freiburger Club, sechs Polizisten unter Verdacht: Der Schwarzwald-Tatort erzählt von Vertuschung, Vorurteilen und Verantwortung – spannend bis zum intensiven Finale.

Autorin Christiane Rösinger über das Älterwerden: Warum Frauen mit Vorurteilen kämpfen – und weshalb Altern auch eine befreiende Erfahrung sein kann.

Wilhelm Hauffs Märchen „Das kalte Herz“ zeigt die Schattenseiten des beginnenden Kapitalismus. In Stuttgart stellt eine Ausstellung den Stoff in Bezug zu zeitgenössischer Kunst.

Mit seinem neuen Dokumentarfilm „Denn dieses Leben lebst nur du“ erzählt Regisseur Douglas Wolfsperger die Geschichten von vier Menschen, die ihre Identität selbstbestimmt leben – abseits der Großstadt in Oberschwaben.

Ein außergewöhnlicher Theaterabend, der Poesie und Flucht verknüpft: Marcel Kohler inszeniert Hilde Domins Gedichte mit rotierenden Wänden, Live-Zeichnungen, einer Band und aktuellen Bezügen zur Gegenwart.

Seit 30 Jahren veranstaltet Jürgen Grözinger im Stadthaus Ulm das KlangHaus-Festival für zeitgenössische Musik. Der Festivalmacher ist überzeugt: Neue Musik darf unterhalten und berühren.

Warum die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes Proteste auslöst: Inklusionsaktivist Raul Krauthausen spricht von Rückschritten und kritisiert fehlende Pflichten für Unternehmen.

Die Kino-Doku „Blame“ erzählt die Geschichte von drei Forschenden, die bereits 2003 den Ursprung des SARS-Virus in einer Fledermaushöhle entdeckten und sich seit der Corona-Pandemie massiven Angriffen ausgesetzt sehen. „Ich hatte noch nie in meiner ganzen Karriere so Angst um einen Protagonisten“, sagt Regisseur Christian Frei in SWR Kultur.

Musik macht sozialer, intelligenter und sogar langlebiger: Das schreibt Dr. Pop in seinem neuen Buch „Macht Musik! Wie uns Musik ein Leben lang trägt und glücklich macht“ – und hat für jeden Anlass die perfekte Playlist.

In ihrem Buch „Größe zeigen. Wie wir Fettfeindlichkeit bekämpfen können“ plädiert die amerikanische Philosophin Kate Manne für einen selbstbewussten Umgang mit dem Dicksein.

Zum Auftakt des Stuttgarter Freie-Szene-Festivals „3 Tage frei“ fordert die Regisseurin und Performerin Luise Leschik mehr Verlässlichkeit bei der Finanzierung unabhängig produzierter Kunstformen. Die aktuelle Lage der freien Kunstschaffenden sei unsicher: „Manche stellen sich die Frage ihrer Existenz.“ In Stuttgart hätten mehrere Kulturinstitutionen ihre Förderungen gekürzt oder gestrichen. Da stellten sich auch praktische Fragen wie: „Kann ich meinen Probenraum noch finanzieren? Wo lagere ich meine Bühnenteile?" Im Prinzip sei prekäres Arbeiten Teil des Lebens in der freien Szene, aber, gibt Leschik zu: „Wenn aus weniger noch weniger wird, weiß man nicht wo's hingeht.“ Immer mehr Kunstschaffende stürzten sich auf Förderanträge, bei denen es aber seit längerem keinen Inflationsausgleich mehr gegeben hat. Die langfristige Konsequenz, so Leschick: „10-Personen-Produktionen können gar nicht mehr stattfinden, dann werden es nur noch Solos.“ Die Perspektive der Politik auf die freien darstellenden Künste sei ihr manchmal rätselhaft, bekennt Leschik: „Ich habe das Gefühl, dass viele Politiker gar nicht wissen, wer wir sind - sie nennen uns oft im Zusammenhang mit regulären Theatern.“ Um die Unsicherheit zu verringern, schlägt sie längere Förder-Zyklen vor: „Der 2-Jahres-Rhythmus aus der Politik ist einfach schwierig - wenn man da in 5-10-Jahresrhythmen denken könnte, würde das helfen." Luise Leschik wurde 1992 in Berlin geboren. Sie hat Drama and Theatre Studies an der Aberystwyth Universität in Wales (Großbritannien) und Performance Studies an der Universität Hamburg studiert. Sie arbeitet seit 2018 in der freien Szene in Stuttgart als Regisseurin und Performerin.

Der Leica Oskar Barnack Award - kurz LOBA - ist einer der renommiertesten Preise für Fotojournalistinnen und -journalisten. Er zeichnet Arbeiten aus, die sich mit gesellschaftlich relevanten Themen beschäftigten und die die Menschen hinter den Statistiken und Schlagzeilen zeigen. Von Mitte April bis Mitte Juni sind die Arbeiten der amtierenden Preisträger und einiger Nominierter in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen zu sehen.

Immer mehr Menschen in Deutschland recherchieren in der neu zugänglichen, vom US-Nationalarchiv zur Verfügung gestellte NSDAP-Datenbank und stoßen dabei auf überraschende Erkenntnisse über ihre eigenen Vorfahren. Laut der Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann ist das eine Zäsur in der Erinnerungskultur: „Ich glaube schon, dass es so etwas ist wie eine richtige Wende in unserer Situation des gemeinsamen Erinnerns.“ Die neuen digitalen Möglichkeiten führen dazu, dass viele ihre Familiengeschichte kritischer hinterfragen und sich intensiver mit der NS-Zeit auseinandersetzen. Assmann betont im Gespräch mit SWR Kultur, dass dies zu mehr Ehrlichkeit beitragen kann: „Wir sind herausgefordert, ein ehrlicheres Verhältnis zu dieser Vergangenheit zu gewinnen.“ Gleichzeitig wird deutlich, dass persönliche Erinnerungen und historische Dokumente zusammengeführt werden müssen, um ein differenziertes Bild der Vergangenheit zu erhalten.

„Only Margo“ verspricht schon jetzt einer der spannendsten Apple TV-Titel im Frühjahr zu werden. Im Mittelpunkt steht Margo, gespielt von Elle Fanning, die ihr Studium abbricht, um Schriftstellerin zu werden. Doch ihr neuer Weg verläuft alles andere als geradlinig. Unterstützt wird Fanning von hochkarätigen Kolleginnen und Kollegen wie Nicole Kidman, Michelle Pfeiffer, Nick Offerman und Thaddea Graham.

Seit fast 20 Jahren züchten Ludger Sproll und Ulrich Stobbe in Bodman am Bodensee sogenannte Trüffelbäume.

Diese Woche haben rund 1000 Filmschaffende in Hollywood mit einem offenen Brief gegen die bevorstehende Übernahme des Filmstudios Warner durch den Konkurrenten Paramount-Skydance protestiert.

Donald Trump giftet gegen den Papst. Und hat ein KI-generiertes Bild gepostet, von sich als Erlöser. Donald Trump sei ein großer KI-Künstler, meint Wilm Hüffer in seiner Glosse.

In East Harlem brechen Häuser ein, doch die Menschen kämpfen um Halt. Mit großer Empathie erzählt Richard Price in „Lazarus Man“ von Würde, Überleben und Zusammenhalt.

Die Kunst des Franzosen François Morellet, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, basiert auf mathematischen Regeln und Ordnungsprinzipien, die er mit dem Zufall verbindet. Dabei nutzt er Quadrate, Kreise, Dreiecke, Linien, Raster und Wiederholungen, um visuelle Strukturen zu erzeugen. Ob in der Malerei oder der Lichtkunst, sein ironisches Spiel mit Ordnung und Chaos im „Museum Würth2“ in Künzelsau macht Spaß und Lust auf Geometrie, an die viele - in Erinnerung an ihre Schulzeit - vielleicht eher mit Schrecken zurückdenken.

Seit vielen Jahrzehnten setzt sich der Musiker Wolfgang Niedecken gegen Rassismus und für Demokratie ein. In SWR Kultur äußert er sich besorgt über einen wachsenden Rechtspopulismus: „Wenn man sich nicht politisch bildet und über die Fakten Bescheid weiß, dann können einen Populisten einfach sehr leicht hinter die Fichte führen.“

Seit 2023 wütet im Sudan, im Nordosten Afrikas, ein heftiger Bürgerkrieg. Mehr als 30 Millionen Menschen sind laut UN auf Hilfe angewiesen. Der Schriftsteller Navid Kermani ist für eine Reportage in der Süddeutschen Zeitung auf eigene Faust in den Sudan gereist. Auf seiner Reise habe er unter anderem das Flüchtlingslager Al-Afad besucht und mit den Menschen gesprochen, sagt Kermani in SWR Kultur. Viele der Geflüchteten kämen aus Al-Faschir. Der sudanesischen Armee wird vorgeworfen, dort 2025 Kriegsverbrechen verübt zu haben, die UNO sieht deutliche Anzeichen für einen Genozid. „Das ist so überwältigend, was man hört an Schauergeschichten, an schrecklichen Geschichten“, berichtet Kermani. Selbst er, der viel Kriegserfahrung habe, hätte diese „in dieser Dichte, in dieser Grausamkeit“ noch nie gehört. Das sei „erschütternd“ gewesen, so der Autor.

Zwei Sekunden Elektro, ein Prozess ohne Ende: Warum Kraftwerk und Moses Pelham auch nach 20 Jahren weiter streiten – und Gerichte jetzt über Kunst entscheiden müssen.

Der Klimawandel ist da und verändert unser Leben. Dieses Buch zeigt, wie Gesellschaft und Einzelne sich anpassen können, mit anschaulichen Illustrationen und Strategien.

Das Theater Koblenz bringt den gefeierten Roman „Laufen“ von Isabel Bogdan als intensives Ein-Personen-Stück auf die Bühne, in dem eine Frau nach dem Suizid ihres Partners gegen Trauer, Schuld und Sprachlosigkeit anläuft.

Am 26. April 1986 kommt es im Kernkraftwerk Tschernobyl zum, bis heute, schwersten Unfall in der zivilen Nutzung der Kernenergie. Wie reagierten die Menschen damals? Das beleuchtet Volker Heise in seiner ARD-Doku „Tschernobyl 86“.

Benjamin Brittens „The Turn of the Screw“ ist von bedrängender Aktualität. Das Theater Ulm inszeniert die Oper als packendes Psychodrama neu.

Eine anonyme Todesanzeige führt den Arzt Bernhard nach 50 Jahren zurück nach Berlin. Klaus Kanzog erzählt in einem Spiel aus Fiktion und Autobiografie von Erinnerung und Herkunft.

Die Lyrikerin Nadja Küchemeister erhält den Peter-Huchel-Preis für ihren Gedichtband „Der große Wagen“. In ihm blättert die 44-Jährige Erinnerungen an ihre Kindheit in Ost-Berlin auf und spürt in Lissabon einer verlorenen Liebe nach. Für die großen Themen Vergänglichkeit, Verlust und Abschied findet Nadja Küchenmeister einen ganz eigenen Tonfall zwischen Großstadt-Blues und filigranen Sprachminiaturen.

Ein internationaler Star des deutschen Kinos, der außergewöhnlich gut zuhören konnte - Produzent Nico Hofmann über den Schauspieler Mario Adorf.

Rasmus Schöll führt die Aegis-Buchhandlung in Ulm. Sie wurde mit einem der Hauptpreise des deutschen Buchhandlungspreis 2025 ausgezeichnet als "Beste Buchhandlung". Er hat die traditionsreiche Buchhandlung 2018 übernommen und mischt seitdem das Ulmer Literaturleben auf.

Mario Adorf hat seit den 1950er-Jahren die deutsche und internationale Filmwelt geprägt. Seinen Durchbruch hatte er 1957 mit „Nachts, wenn der Teufel kam“, so Urs Spörri, Filmexperte und Freund von Mario Adorf.

Noch vor ein paar Jahren nerdiges junges Nischenmedium, mittlerweile erwachsen: Mehr als ein Drittel aller Menschen hier in Deutschland hört regelmäßig Podcasts. Egal ob Geschichte, Nachrichten, True Crime oder einfach nur zum Abschalten: Um diesem Medium, seinen Macherinnen und Machern eine würdige Bühne zu geben, gibt's das SWR Podcast Festival. Das findet jetzt am kommenden Wochenende wieder in Mannheim statt. Mit mehr Programm und größeren Locations im Vergleich zu 2025.

Vom 10. bis 12. April 2026 ist das SWR Podcastfestival in Mannheim. SWR Kultur hat mit Host Joost Schmidt über den SWR3 Podcast "Streifenfragen" rund um Polizeieinsätze gesprochen. Der Podcast wird auch beim Podcastfestival dabei sein.

Lithografien, Radierungen und Zeichnungen der französischen Kunst-Avantgarde zwischen 1850 bis 1920: Die Ausstellung zeigt den Alltag einer beginnenden Moderne in allen Facetten – Vergnügungen, Luxus und bittere Armut.

Die Ausstellung „Wettstreit mit der Wirklichkeit – 60 Jahre Fotorealismus“ im Museum Frieder Burda sorgt derzeit für großen Andrang, doch Malerin Karin Kneffel distanziert sich in SWR Kultur von dieser Einordnung. Malerei sei kein Wettstreit, sondern ein Prozess.

Warum wächst die Enttäuschung im Osten? Jana Hensel findet in „Es war einmal ein Land“ Antworten, die wehtun: verpasste Chancen, westdeutsche Arroganz und ein Gefühl der Missachtung. Ein aufrüttelnder Blick auf eine fragile Demokratie.

Spinnen, die Streits beobachten und Pollen, die den Spaß verderben: Sükrü-Can Fener alias SukOne bringt mit skurrilen Dialogen und trockenem Humor auf Social Media ein Millionenpublikum zum Lachen. Im Herbst geht er mit eigenem Bühnenprogramm auf Tour.

Sie führen Archivrecherchen oder Objektautopsien durch, dennoch bleibt ihre Arbeit häufig unsichtbar: „Als Provenienzforscherinnen und -forscher arbeiten wir im Verborgenen“, erklärt Ruth von dem Bussche, Vorsitzende des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V.

Vogelgezwitscher hebt die Stimmung, hat die Wissenschaft herausgefunden. Doch nicht jedes Gezwitscher macht uns glücklich, manches schreckt uns eher auf. Welcher Vogel uns am glücklichsten macht, weiß Christoph Randler von der Universität Tübingen.

Mit dem Einfall der Deutschen in Paris 1940 gerät auch die Literatur in Gefahr. Die beiden Buchhändlerinnen Adrienne Monnier und Sylvia Beach setzten alles daran, ihre Freunde Walter Benjamin, Giselle Freund, Siegfried Kracauer und viele andere zu retten.

„Keine anderen Bauwerke zeigen unsere Abhängigkeit von fossilen Energien so deutlich wie Tankstellen“, sagt Architekturexperte Nikolaus Bernau. Sie erzählen mehr über unsere Gesellschaft als es auf den ersten Blick erscheint.