Die Sendung, in der Leute sprechen, über die man spricht: bekannte Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Politik und Gesellschaft. Im Radio auf NDR Kultur mit Gästen: montags, mittwochs, freitags von 13:00 bis 14:00 Uhr

Zweifellos zählt Ingeborg Bachmann zu den wichtigsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen. In ihrem literarischen Werk, ob Prosa, Lyrik, Essay, Hörspiel, Libretti sezierte sie den Gegenstand. Wahrhaftigkeit forderte sie ein, mit jedem Satz, den sie schrieb: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“, so Bachmann. Mit ihren Texten fiel sie auf, auch bei der Gruppe 47, lebte zwischen Klagenfurt, Wien, Zürich, München, Rom, hatte in ihrem Schreiben eine davon geprägte Internationalität und wurde für ihr Werk mit vielen, renommierten Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden oder dem Georg-Büchner-Preis. Doch: Wer war Ingeborg Bachmann, die am 25. Juni 1926 in Klagenfurt geboren wurde und tragisch 1973 im Alter von 47 Jahren in Rom verstarb? Wie lebte sie? Was verbirgt sich hinter ihrem schriftstellerischen Werk? Jemand, der sich mit Ingeborg Bachmann und ihren Texten gründlich auseinandergesetzt hat, ist die Literaturkritikerin Insa Wilke. Viele Jahre gehörte sie zum Jurorenteam des Ingeborg-Bachmann-Preises, zuletzt, bis 2023, war sie Juryvorsitzende. Bei NDR Kultur à la carte spricht Insa Wilke mit Katja Weise zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann.

Cathryn Clüver Ashbrook kennt sich aus mit US-amerikanischer Innen- und Außenpolitik und transatlantischen Beziehungen, hat an der Kennedy School of Government der Harvard University gelehrt und stand an der Spitze der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Heute leitet sie bei der Bertelsmann-Stiftung u.a. das Deutsch-Amerikanische Zukunftsforum und ist immer eine prominente Stimme in der Öffentlichkeit. Am 4. Juli feiern die USA 250 Jahre Unabhängigkeitserklärung. Ein Jahrestag, der mit viel Aufsehen; großen Feierlichkeiten und Vorzeigeparaden begangen werden wird. Vorher möchten wir einen Blick auf die USA werfen, analysieren, was sich insbesondere in den Präsidentschaftsjahren unter Donald Trump verändert hat. Deshalb ist Cathryn Clüver Ashbrook zu Gast bei NDR Kultur à la carte, spricht mit Janek Wiechers auch über ihr kürzlich erschienenes Buch "Der amerikanische Weckruf", in dem sie den Appell formuliert: "Wir müssen uns vorbereiten".

rziehung ist ein Thema, das häufig polarisiert, weil es persönlich ist, weil es viele Menschen betrifft, vor allem diejenigen, die Kinder haben. Tillmann Prüfer ist Familien-Experte, Autor, Publizist, Kolumnist, vielen bekannt durch "Prüfers Töchter". Seit 2024 leitet er zusammen mit Carla Baum das Familienressort bei der Wochenzeitung "Die Zeit". Seine Bücher zum Thema Familie tragen etwa Titel wie "Kriegt das Papa, oder kann das weg?“"(2019), "Jetzt mach doch endlich mal das Ding aus!" (2020) oder "Vatersein. Warum wir mehr denn je neue Väter brauchen" (2022). Gerade erschienen ist sein Buch "Was Sie (wirklich) über Erziehung wissen müssen". Was das genau ist, das lässt sich Anna Novák von Tillmann Prüfer in NDR Kultur à la carte erzählen.

Am 11. Juni ist es wieder so weit: Fußballfans sind elektrisiert, freuen sich auf die Weltmeisterschaft und fiebern den Wochen gebannter Fußballleidenschaft entgegen. Bevor das Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt angepfiffen wird, ist der Fußball-Experte Ronald Reng zu Gast in NDR Kultur à la carte. Wichtige Bücher über Fußball, Fußball-Karrieren und Fußball-Schicksale hat er geschrieben. Für sein Buch "Spieltage. Die andere Geschichte der Bundesliga" (2013) wurde Reng mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem "NDR Kultur Sachbuchpreis". In seinem gerade erschienenen Buch: "Der deutsche Sommer" erinnert Reng sich an die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, an das deutsche Sommermärchen. Die Stimmung im Land war damals magisch entkrampft, eine Leichtigkeit, an die sich viele gut und gerne zurückerinnern. Was war damals passiert? Lässt sich das deutsche Sommermärchen 20 Jahre später wiederholen? Fragen, über die Alexander Solloch mit Ronald Reng in NDR Kultur à la carte nachdenkt.

Anne Lenk kennt Hamburg, hat viele Male schon am Thalia Theater inszeniert, auch schon als Joachim Lux dort noch Intendant war, zuletzt Lessings "Emilia Galotti". Seit der Spielzeit 2025/26 aber ist sie nun leitende Regisseurin am Thalia Theater. Die erste Saison von Sonja Anders hat sie ganz klassisch mit Shakespeares "Was ihr wollt" eröffnet. Klassiker "entstauben" gehört zu den Spezialitäten von Anne Lenk. Jetzt steckt sie gerade mitten in den Proben für ein zeitgenössisches Stück: "The Boys Are Kissing" von Zak Zarafshan. Anfang Juni ist Premiere und deutsche Erstaufführung. Das Stück ist eine scharfsinnige, bissige Komödie und wurde bereits mit großem Erfolg in London gefeiert. Über die großen Klassiker der Bühne, über Sprache und Gattungen spricht Anne Lenk in NDR Kultur à la carte mit Katja Weise.

Was macht ein gutes Leben aus? Eine existentielle Frage, die die Philosophie seit vielen hundert Jahren zu deklinieren versucht. Der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss, vielfach ausgezeichnet u.a. mit dem renommierten Georg-Büchner-Preis, ist in seinen Theaterstücken, seinen Romanen und Essays immer auch auf der Suche nach einer vernünftigen, einleuchtenden Antwort auf diese nicht unkomplizierte Frage. Auch deshalb vielleicht gehört dazu die reflektierte Suche nach seinen biografischen Wurzeln. Lukas Bärfuss stellt sich in seinen Texten seiner Herkunft, den Lebensgeschichten seiner Eltern, die natürlich nicht folgenlos für den Sohn sein konnten. "Vaters Kiste" (2022) war das Buch über seinen Vater, 2023 schrieb er den autofiktionalen Roman "Krume Brot". Jetzt ist das Buch über seine Mutter erschienen: "Königin der Nacht". In NDR Kultur à la carte spricht Lukas Bärfuss mit Andrea Schwyzer über das "gute Leben", seine Arbeit, die Provokationen der Literatur und über sich.

Wenn heute die 17. Ausgabe der KunstFestSpiele Herrenhausen eröffnet wird, dann wird das mit einer neuen Intendantin passieren, Brigitta Muntendorf. Die vielfach ausgezeichnete Komponistin wird in Herrenhausen ein buntes Programm präsentieren, das in diesem Jahr erstmals ein Zusammenspiel von Kunst, Technologie und Wissenschaft sein wird. Von Brigitta Muntendorf selbst wird das Stück "The Day Before", eine Kooperation mit den Wiener Festwochen, zur deutschen Erstaufführung kommen. Zusammen mit der Regisseurin Christiane Jatahy und der Librettistin Rosa Montero hat sie ein spektakuläres Musiktheater konzipiert, das partizipativ, politisch und höchst aktuell ist. Bevor "The Day Before" bei den KunstFestSpielen Herrenhausen aufgeführt wird, ist Brigitta Muntendorf bei NDR Kultur à la carte zu Gast und spricht mit Andrea Schwyzer über das Werk, die Proben und ihre neue Arbeit.

Bernhard ist im Ruhestand, kurz vor seinem 70. Geburtstag fängt er an, Bilanz zu ziehen. Sein Leben scheint in routinierter, belangloser Eintönigkeit zu versinken. Wo nur sind die Jahre geblieben? Mit diesem Gefühl erinnert er sich an die Zeit, die er in Salerno verbracht hat. Damals stand er noch am Anfang seiner Karriere, alles schien möglich, leicht und unbeschwert. Nach rund 40 Jahren rafft Bernhard sich auf und kehrt zurück an den Ort, der ihn in seiner Erinnerung so glücklich gemacht hatte. Was ist aus Salerno geworden, was aus dem alten Karussell, das darauf wartete, wieder in Gang zu kommen? Und Arianna? Fragen über Fragen. Hans-Ulrich Treichel, vielfach mit Preisen ausgezeichnet, ist ein Meister der Erzählkunst. Der Lyriker, Prosaist, Essayist, Librettist, bis 2018 auch Professor am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig, hat wieder einmal das Setting seines Schreibens nach Italien verlegt. Sein neuer Roman „Das Karussell“ ist eine Reise in die Vergangenheit, garniert mit Hoffnungen, Träumen und der Melancholie des Südens. Über all dies spricht Hans-Ulrich Treichel in NDR Kultur à la carte mit Claudia Christophersen.

Ihr Vater wurde in Deutschland „Sir Vival“ genannt. Rüdiger Nehberg durchwanderte Wüsten, Dschungel und überquerte im Tretboot den Atlantik. Von einer inneren Kraft angetrieben, kämpfte der Abenteurer, Aktivist, Survival-Experte unermüdlich und mit großem Engagement für eine bessere Welt. An das alles erinnert sich seine Tochter Kirsten Nehberg. An vielen Reisen nahm sie teil oder erlebte ihn, wenn er zuhause war, im heimischen Wohnzimmer.Kirsten Nehberg hat darüber jetzt geschrieben, erzählt in ihrem Buch „Glaub immer an das Unmögliche“ von ihren exotischen Erlebnissen, von Krokodilen, Würgeschlangen und den vielen Unmöglichkeiten ihrer Kindheit, die im Hause Nehberg möglich waren. In NDR Kultur à la carte spricht sie mit Annemarie Stoltenberg über ihre Erinnerungen an einen ungewöhnlichen, unerschrockenen Mann.

Als Kind wollte Nicolò Balducci Popstar werden. Nach sogar ersten, zaghaften Erfolgen machte er eine Ausbildung in Barockgesang, es kamen erste Angebote für Opernproduktionen und CD-Aufnahmen, und Nicolò Balducci wurde Countertenor. Heute singt er vor allem Partien von Monteverdi, Vivaldi, Händel & Co. "Ich liebe die Freiheit, die dieses Repertoire mir bietet", sagt er. "Es gefällt mir, wenn ich die Möglichkeit habe, mit der Musik ein bisschen zu spielen und etwas Neues zu erschaffen."Das tut er auch in der Rolle des Ulisse in Händels Oper "Deidamia". Letztes Jahr hatte sie Premiere beim Opernfestival im irischen Wexford. Jetzt, im Mai, kommt die Produktion auch zu den Internationalen Händel-Festspielen nach Göttingen. In NDR Kultur à la carte spricht der 27-jährige Sänger mit Christiane Irrgang, berichtet von seinen ersten Erfahrungen mit Benjamin Britten an der Deutschen Oper in Berlin, erinnert sich an seine Kindheitssommer in Frankfurt und Dresden, wo die Eltern Restaurants betrieben, und erzählt, warum ein Sänger im Zeitalter von Social Media immer gut aussehen muss.

Die Lebenskonstitution ist gut: Familie, Beruf, der Alltag - alles läuft im Prinzip. Wären da nicht die Momente, in denen sich alles verfinstert. Der Journalist, Autor, Schriftsteller Benjamin Maack schreibt offen über seine Depressionserkrankung. So erschien 2020 der Bestseller "Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein". Das Buch wurde unter anderem als "Buch des Jahres" der Hamburger Literaturpreise ausgezeichnet. Jetzt, gerade frisch herausgekommen, ist sein Depressionstagebuch "Bewerbungen um einen Job als Mensch". Darin schreibt er über die täglichen Verwirrungen, darüber, wie schwer es ist mit der Krankheit zu leben, zu lieben und zu arbeiten. Wie kann der Alltag trotz Krankheit gelingen? Wie wichtig ist das Reflektieren und Schreiben? Fragen, über die Benjamin Maack in NDR Kultur à la carte mit Juliane Bergmann spricht.

Das 1937 komponierte großformatige Oratorium "Das Buch mit sieben Siegeln" von Franz Schmidt ist eine Vertonung der "Apokalypse des Johannes" für sechs Solisten, großen Chor und Orchester. In der Hamburger Elbphilharmonie wird dieses außergewöhnliche Werk zur Eröffnung des Internationalen Musikfestes Hamburg am 1. und 2. Mai erstmals zu hören sein. Mit dabei sind: ein hochkarätig besetztes Sängerensemble, das NDR Elbphilharmonie Orchester, der MDR-Rundfunkchor und das NDR Vokalensemble. Am Pult steht Manfred Honeck."Das Buch mit sieben Siegeln" gilt als eines der letzten großen Monumente der österreichischen Spätromantik. "Für mich ist es ein Schlüsselwerk", so Honeck, "was er da an gewagten Klängen und musikalischen Feinheiten anbietet, ist gigantisch".Zu Gast bei NDR Kultur à la carte spricht Manfred Honeck mit Beate Scheibe über ein faszinierendes Oratorium, über seine Arbeit und die bald zwanzigjährige Amtszeit als Musikdirektor des Pittsburgh Symphony Orchestra.

"Radom 1942" - so ist ein Foto beschriftet, das Judith Hermann findet, das ihren Großvater in SS-Uniform auf einem Motorrad zeigt. Sie macht sich auf den Weg, fährt nach Radom, in den Südwesten Polens, schaut sich den geschichtsträchtigen Ort an, geht in Archive und versucht Mosaikstein für Mosaikstein zusammenzusetzen. Vieles bleibt Mutmaßung, vieles beschreibt das dunkle Kapitel deutscher Geschichte, an dem Judith Hermanns Großvater nicht unbeteiligt gewesen sein konnte. Die vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnete Schriftstellerin hat sich auf eine beklemmende Spurensuche begeben. In NDR Kultur à la carte spricht sie mit Katja Weise über ihre Recherche, über Erinnerungskultur und die ernsthafte Auseinandersetzung mit Geschichte.

Es sind viele Dinge im Leben von Yvette, die eigentlich hätten anders verlaufen sollen: Ihre Eltern wünschten sich einen Jungen und bekamen ein Mädchen. Als Linkshänderin wird sie gezwungen, mit rechts zu schreiben und im kriegsgeschüttelten Elsass wechselt sie Nationalität, Sprache und Vornamen. Die Journalistin, Schriftstellerin, Korrespondentin und Kolumnistin Pascale Hugues ist dem Feuilleton bereits durch ihre zahlreichen, mit Preisen ausgezeichneten Bücher bekannt. Ihr Debüt "Marthe und Mathilde" war auf Anhieb ein großer Erfolg, "Ruhige Straße in guter Wohnlage" erhielt den Prix Simone Veil und den Europäischen Buchpreis. Mit ihrem neuen Buch "So voller Leben" hat sie sich auf Spurensuche begeben und das Leben ihrer Mutter nachgezeichnet. Wer war ihre Mutter? Warum verschwand sie wochenlang? Was passierte in dieser Zeit? In NDR Kultur à la carte spricht Pascale Hugues mit Martina Kothe über "So voller Leben", über ihre Familie und das Leben zwischen Deutschland und Frankreich.

Erste Szene: Auf dem Küchentisch steht eine Wodkaflasche, eine Antwort darauf, wie sie dort hingekommen ist, gibt es nicht. Christoph Peters erzählt die Geschichte eines Schriftstellers, der den Stoff, den Alkohol, braucht, um schreiben, denken und fühlen zu können. Irgendwann trinkt er nur noch, um zu trinken. Das wird so nicht weitergehen können."Entzug" ist die schonungslose Auseinandersetzung mit der komplizierten Logistik einer Sucht, dem Weg aus der Abhängigkeit zurück ins Leben. Vielfach wurden seine Erzählbände und Romane mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Nach "Der Sandkasten" (2022) und "Krähen im Park" (2023) erschien 2025 "Innerstädtischer Tod", der letzte Teil einer an Wolfgang Koeppen angelehnten "Trilogie des Scheiterns". Zu Gast in NDR Kultur à la carte spricht Christoph Peters mit Joachim Dicks über seinen autofiktionalen Ich-Erzähler im Roman "Entzug", über das Drama der Sucht und das gute Gelingen des Schreibens ohne Alkoholrausch.

Lautmalerische, dichte, expressive Musik zeichnet Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion aus. Ein Werk, über das der Komponist Hans Werner Henze 1983 geschrieben hat: "In dieser Musik kommen Dinge zur Sprache, die bis dahin mit Tönen zu sagen niemand gewagt, niemand vermocht oder auch nur versucht hatte."Der international gefragte Tenor Sebastian Kohlhepp besetzt in Bachs Johannes-Passion die Rolle des erzählenden Evangelisten. Oft schon hat er diese Partie gesungen, eine Rolle, die ihn auch geprägt hat. Das NDR Vokalensemble, Concerto Köln und der Tenor Sebastian Kohlhepp führen die Johannes-Passion am 28. März in der Elbphilharmonie in Hamburg auf und am darauffolgen Tag im Konzerthaus am Schloss in Kiel unter der Leitung von Klaas Stok. Das Konzert am 28. März wird live auf NDR Kultur übertragen und ist im Arte-Livestream zu sehen. (00:00:00) Intro(04:59) Ihr tanzt? Was werden die Meister sagen? (David, Lehrbuben, Gesellen), 3. Aufzug(17:37) Nr. 24: Benedictus. Arie (Tenor), aus: Messe für Soli, Chor und Orchester h-Moll(25:56) A te, fra tanti affanni, aus : Davide penitente, Kantate KV 469(37:28) Nr. 1: Der Fischerknabe, aus: 3 Lieder aus Schillers "Wilhelm Tell" für Singstim(45:06) Nr. 1: Du schaust mich an mit stummen Fragen, aus: 6 Lieder aus Julius Wolffs "T

Zum 100. Geburtstag von Siegfried Lenz (1926-2014) hat der NDR eine Auswahl aus dem umfangreichen Hörspielwerk des Schriftstellers neu veröffentlicht. 16 Lenz-Hörspiele aus den Jahren 1955-2020 wurden kuratiert. Für jedes Audio hat die Künstlerin Anna Haifisch individuelle Cover geschaffen. Ihr Markenzeichen ist ein formschönes Farbenspiel, das durch klare Ästhetik besticht, garniert immer auch mit einer Mischung aus Humor und Melancholie.Anna Haifisch arbeitet für Museen wie das New Yorker MoMA oder für Magazine wie Le Monde diplomatique. Ihr Webcomic The Artist, gestartet 2015 bei Vice.com, brachte Anna Haifisch den internationalen Durchbruch.In NDR Kultur à la carte spricht Anna Haifisch mit Martina Kothe über Siegfried Lenz, über ihre Inspirationen und ihre Kunst.

Ende der 1990er-Jahre wütet im Kosovo ein Krieg, Familien verlieren ihre Heimat, es wird gemordet, Leichen verscharrt, bis heute sind Menschen verschollen. Jehona Kicaj erlebte die Geschichte des Kosovo als Kind aus der Ferne. 1991 im Kosovo geboren, flüchten ihre Eltern nach Deutschland. Doch auch in der Diaspora sind der Krieg und seine Folgen spürbar und präsent.Jehona Kicaj hat darüber in ihrem Roman "ë" geschrieben. Sie thematisiert darin die Nachwehen, die Erinnerungen an Gewalt und Vertreibung, auch die Sprachlosigkeit. Mit "ë" stand Jehona Kicaj im Herbst auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und wurde jetzt mit dem Literaturpreis HANNA der Landeshauptstadt Hannover ausgezeichnet. Jehona Kicaj kennt Niedersachsen gut: in Göttingen hat sie studiert, arbeitet als Lektorin im Göttinger Wissenschaftsverlag De Gruyter Brill, hat in Hannover, zusammen mit Carl Philipp Roth, den Re:sonar Verlag gegründet.Zu Gast bei NDR Kultur à la carte spricht sie mit Martina Kothe über das Schreiben und ihre Arbeit.

Die Dirigentenlaufbahn des heute 25-jährigen Aurel Dawidiuk entwickelt sich gerade rasant. Seit 2024 ist er Gastdirigent des Concertgebouw Orchestra in Amsterdam. Zur Spielzeit 2026/27 tritt er die Nachfolge von Tung-Chieh Chuang als Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker und Intendant des Anneliese Brost Musikforum Ruhr an. Am 6. und 7. März präsentieren Dirigent Aurel Dawidiuk und die Indie-Pop-Band JEREMIAS bei den Phil & Chill-Konzerten im NDR Konzerthaus Hannover das Beste aus zwei Welten. Zunächst steht die 1. Sinfonie von Gustav Mahler auf dem Programm, dann folgt ein besonderer Live-Act. Wie sich beide Konzertteile verbinden lassen, wie Aurel Dawidiuk über musikalische Grenzen denkt und wie man es schafft, eben auch junges Publikum für Klassik zu begeistern, darüber spricht der Pianist, Organist und Dirigent mit Beate Scheibe in NDR Kultur à la carte.

Eigentlich ist für Derya und Aziz die Welt in Ordnung, bis die Premiere ihres neuen Theaterstücks alles verändert. Über Nacht verlieren sie ihre Arbeit, ihre Wohnung - das Paar ist ins Visier des Staates geraten. Beide suchen einen Weg aus der Situation, gehen aber auf ihre Weise und sehr unterschiedlich mit dem Druck und der Frage um: Wie soll man leben, wenn Zensur und Repression das Dasein bestimmen? İlker Çataks Politdrama "Gelbe Briefe" ist ein nachdenkliches Gesellschaftsdrama über die Lage in der Türkei seit dem Putschversuch 2016.Mit Filmpreisen bereits für "Das Lehrerzimmer" ausgezeichnet, erhielt İlker Çatak gerade erst bei der Berlinale für "Gelbe Briefe" den Goldenen Bären. Eine große Überraschung, denn damit gewinnt erstmals seit mehr als 20 Jahren der Film eines deutschen Regisseurs die wichtigste Auszeichnung des Filmfestivals. Bevor "Gelbe Briefe" in dieser Woche in die deutschen Kinos kommt, spricht İlker Çatak mit Katja Weise über die Entstehung des Films, über seine fortwährende Suche nach gesellschaftlich relevanten Stoffen.

Nikolaus Matthes hat sich einem außergewöhnlichen Projekt gestellt: Nach dem barocken Textbuch von Johann Sebastian Bachs verschollener Markuspassion hat er eine eigene Passionsmusik geschrieben. Eine neue Markuspassion, ganz im Stil Bachs. Und anders als in allen bisherigen Rekonstruktionsversuchen hat er dafür keinerlei bestehende Musik von Bach verwendet, sondern das ganze Werk neu komponiert.Nikolaus Matthes ist in Berlin geboren und in Lüneburg und Basel aufgewachsen. Heute arbeitet er als freischaffender Musiker und Dirigent. Nun wird die Markuspassion am 7. März in deutscher Erstaufführung in Göttingen mit der Jacobikantorei, dem Kammerchor St. Jacobi und dem Göttinger Barockorchester, unter der musikalischen Leitung von Stefan Kordes zu erleben sein. Vorher ist Nikolaus Matthes bei Franziska von Busse zu Gast in NDR Kultur à la carte.

Alles in dieser Familie kreist um den selbstvergessenen Georg und seine Krankheit. Niemand kann wissen, wie lange sein trauriges Sterben dauern wird. Eine familiäre Ausnahmesituation, die Mutter und Tochter emotional herausfordert und strapaziert. Dann ändert sich plötzlich das Setting, Georg verwandelt sich … Nefeli Kavouras schreibt in ihrem Roman "Gelb, auch ein schöner Gedanke" über eine zärtliche Beziehung, über das Sterben und die extremen Situationen im Leben, über Trauer und Verlust. Für einen Auszug aus diesem Roman erhielt sie bereits den Hamburger Literaturpreis. Nefeli Kavouras ist fest im Literaturbetrieb verankert, arbeitet u.a. als Kuratorin, Podcasterin und Mitarbeiterin des mairisch Verlags. In NDR Kultur à la carte spricht die Schriftstellerin mit Lisa Kreißler über ihre verschiedenen Wirkungsbühnen, über Literatur und das Schreiben.

Lena Brasch stammt aus Ost-Berlin, hat dort mit furiosen Theaterabenden bereits für viel Freude und Aufsehen gesorgt. "It's Britney, Bitch" am Berliner Ensemble ist inzwischen ein Kult-Long-Seller. "Brasch - Das Alte geht nicht und das Neue auch nicht" am Maxim Gorki Theater ist auch immer noch ein Erfolg. An vielen Theatern in Berlin ist Lena Brasch zuhause. Jetzt inszeniert die Regisseurin zum zweiten Mal auch in Hannover. Nach dem Sibylle Berg-Monolog "Ein wenig Licht und diese Ruhe" mit Katja Riemann, steht jetzt "Gewässer im Ziplock" nach dem Roman von Dana Vowinckel auf dem Spielplan. Der Roman wurde vom Feuilleton hochgelobt, mit Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Mara-Cassens-Preis 2023, und war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2024. "Gewässer im Ziplock" ist eine Familiengeschichte zwischen jüdischer Tradition und deutschem "Gedächtnistheater", spielt in den USA, Israel und Hannover. Bevor das Stück am 20. Februar in Hannover Premiere feiert, ist Lena Brasch zu Gast in NDR Kultur à la carte und spricht mit Katja Weise über deutsch-jüdische Identitäten, Nachkriegsgeschichte und ihre Regiearbeiten.

Am 14. Februar ist Valentinstag. Ein Tag, an dem viele Blumensträuße verschenkt werden und an dem über ein großes Gefühl nachgedacht und gesprochen wird. NDR Kultur à la carte möchte das auch tun, mit Barbara Schmutz, die sich intensiv in einem Buch mit der Liebe beschäftigt hat. "Alles Liebe" heißt es und dafür hat die Journalistin, Publizistin, Dokumentarfilmerin ungewöhnliche Orte aufgesucht. Sie ist beispielsweise in den Zoo gegangen und hat mit dem Zoodirektor über Liebe zu Tieren gesprochen. Gefragt hat sie sich, ob man Objekte lieben und sich in Roboter verlieben kann. Eine Ärztin für plastische Chirurgie erklärt ihr, warum Menschen Schmerzen auf sich nehmen und auf Verschönerung durch das Skalpell hoffen. Barbara Schmutz hat sich grundsätzlich gefragt: Welche Nahrung braucht die Liebe? Wann verkümmert sie? In NDR Kultur à la carte spricht Barbara Schmutz mit Andrea Schwyzer über dieses große Gefühl, das so allgegenwärtig und doch so wenig greifbar ist.

Landschaften, Stillleben, Gesichter, Kinderbilder – Paula Modersohn-Becker hat gemalt, wie sie die Welt sah. In ihrer Zeit war die junge Künstlerin eine Ausnahmegestalt. Stur und willensstark hat sie sich als Frau mit ihrer Leidenschaft für die Kunst und Malerei, auch gegen familiäre Skepsis, durchgesetzt. Ihre Bilder zeigen Menschen und Natur neu, modern, anders, schonungslos und ungeschönt. Bahnbrechend wurde ihr weiblicher Selbstakt von 1906. Bereits 1907, kurz nach der Geburt ihrer Tochter, starb die junge Künstlerin im Alter von 31 Jahren.Wer war diese unangepasste, selbstbewusste Pionierin des deutschen Expressionismus? Das Landesmuseum Hannover beherbergt eine der weltweit größten Sammlungen von Werken Modersohn-Beckers. Aus Anlass des 150. Geburtstages der Künstlerin, am 8. Februar 2026, ist Katja Lembke, Direktorin des Landesmuseums, zu Gast in NDR Kultur à la carte. Sie hat als Archäologin und Ägyptologin auch einen besonderen Blick auf die weniger bekannten Zeichnungen und Skizzen von Paula Modersohn-Becker, die während ihrer Paris-Aufenthalte im Louvre entstanden.

"Meine einzige Obsession ist es, Musik zu lernen und zu spielen – und das Publikum glücklich zu machen", sagt Renaud Capuçon, der nicht nur auf seiner Geige brilliert, sondern auch dirigiert und als Festivalleiter im schweizerischen Gstaad und in Aix-en-Provence arbeitet.Am 27. Januar feiert der französische Geiger seinen 50. Geburtstag. Pünktlich zum Termin erscheint die erste Einspielung seines Solorepertoires mit Bachs Sonaten und Partiten. Bachs Musik habe ihn schon immer getröstet und beruhigt - und ihm gleichzeitig stets Freude und Energie gegeben, so Capuçon. Bei NDR Kultur à la carte erzählt er Beate Scheibe von den ersten musikalischen Begegnungen in seiner Kindheit, die zu Initialzündungen für eine lebenslange Hingabe an Bach wurden.

Chen Reiss gehört zu den international gefragtesten Opernsängerinnen. Als Sopranistin tritt sie in den großen Häusern der Welt auf, singt bei den bedeutendsten Festivals, hat Hauptrollen an der Bayerischen Staatsoper, dem Théâtre des Champs-Élysées, der Mailänder Scala, der Hamburgischen Staatsoper oder der Wiener Staatsoper gesungen. Ihr jüngstes Album "Jewish Vienna" hat sie zusammen mit Daniel Grossmann und dem Jewish Chamber Orchestra Munich bedeutenden Komponistinnen und Komponisten des 20. Jahrhunderts gewidmet. Darunter sind auch weniger bekannte Namen wie Josefine Winter, die 1943 von den Nazis ermordet wurde. Bevor Chen Reiss Ende März zusammen mit Sharon Kam und Yael Kareth mit Schumann, Mahler und Spohr in der Hamburger Elbphilharmonie auftritt, ist sie zu Gast bei NDR Kultur à la carte. Kurz vor dem 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, spricht die israelische Sopranistin mit Friederike Westerhaus über Tradition und zeitgenössische Klänge in Musik und aktueller Gegenwart.

Warum begehen Menschen immer wieder die gleichen Fehler? Warum nutzen sie das Wissen der Geschichte nicht für Gegenwart und Zukunft? Davon handelt "Schwanensee. Rotbarts Geschichte". Goyo Montero erzählt Tschaikowskis Ballettklassiker "Schwanensee" aus neuer Perspektive, verwandelt die Märchenerzählung zu einem atemberaubenden Tanzereignis über Traumata, Träume, Sehnsüchte, Liebe, finstere Fantasien. Seit der Spielzeit 2025/2026 ist der Tänzer, Choreograf Goyo Montero neuer Ballettdirektor des Staatsballetts Hannover. Zuvor leitete der 1975 in Madrid geborene Montero 17 Jahre das Ballett des Staatstheaters Nürnberg. Mit Kreationen für Compagnien in London, Birmingham, Monte Carlo, Buenos Aires, São Paulo, Ankara, Berlin oder Kiel verschaffte er sich internationales Ansehen. Mit Andrea Schwyzer spricht Goyo Montero in NDR Kultur à la carte über seine Uraufführung "Schwanensee. Rotbarts Geschichte", über seine neuen Projekte und seine Ideen für das Staatsballett Hannover.

2005 ist er aus Bremen nach Hamburg gekommen, vom Bremer MOKS zum Hamburger Jungen Schauspiel. Am Hamburger Schauspielhaus leitet er seit 20 Jahren das Junge Schauspiel. Schumacher blickt also zurück auf 30 Jahre berufliche Kontinuität. An solche Kontinuitäten hätte er selbst nie gedacht, sagt der Theatermann und empfindet das auch als "wirklich großes Glück", nicht zuletzt, weil er von einem ganzen Team auf diesem langen Weg begleitet wurde. Deshalb gibt es am Ende dieser Spielzeit guten Grund zu feiern. Bis dahin aber wird noch viel gespielt vor einem Publikum, das Klaus Schumacher als im besten Sinn erbarmungslos bezeichnet. Wie er sich dem stellt, inwiefern sich seine Arbeit verändert hat, darüber spricht er in NDR Kultur à la carte mit Katja Weise.

Dominik Graf zählt zu den wichtigsten, prägendsten deutschen Filmemachern. In den letzten vier Jahrzehnten hat er mit großen deutschen Schauspielerinnen und Schauspielern wie Götz George, Martina Gedeck oder Matthias Brandt zusammengearbeitet. Und immer wieder hat er auch junge Talente entdeckt, erkannt, das Beste aus ihnen herausgeholt und ihnen zu Ruhm verholfen. Mit Filmen wie "Die Katze", "Geliebte Schwestern", "Spieler", "Im Angesicht des Verbrechens" oder "Fabian" hat Dominik Graf Maßstäbe gesetzt und deutsche Kinogeschichte geschrieben."Sein oder Spielen", heißt das Buch, das Dominik Graf über "Filmschauspielerei" geschrieben hat. Darüber, über seine Liebe zu sogenannten Genre-Filmen, über die Schwierigkeiten mit den "Big Heads" in der Filmwirtschaft oder auch von seinen eigenen Fehlern spricht Dominik Graf mit Carsten Tesch.(00:00:00) Intro(02:15) Listen to the man(14:49) 3. Satz: Anitras Tanz, aus: Peer Gynt Suite für Orchester Nr. 1, op. 46(28:40) The spinach song (I didn't like it the first time)(35:06) All the world is green

"Ich bin so damit beschäftigt, die Welt zu verstehen, dass ich gar nichts anderes kann als daraus Filme zu machen und sie mit mir zu verbinden", sagt Hille Norden. Geboren ist sie 1998 in Kiel und schon während der Schulzeit sind erste Filme entstanden, die Aufsehen erregten, vor allem der Dokumentarfilm "Khello Brüder", später dann auch "Heimat sucht Seele". In beiden Fällen geht es um das Ankommen syrischer Flüchtlinge in Deutschland. Jetzt ist Hille Nordens Spielfilm "Smalltown Girl" im Kino zu sehen. Zu Gast bei NDR Kultur à la carte spricht sie mit Katja Weise über den Film, das Filmemachen, ihre Arbeit und auch ihren Ehrgeiz.

Migräne, Reizdarm, Adipositas oder ADHS - den Ernährungs-Docs ist selten eine Krankheit unbekannt. Seit über zehn Jahren wird die Sendung des Norddeutschen Rundfunks ausgestrahlt, inzwischen sind auch WDR, SWR und RBB an der Produktion beteiligt. Was macht die Sendung so reizvoll, spannend und erfolgreich? Ein Ärzteteam verschafft sich zunächst ein Bild über die Beschwerden ihrer PatientInnen, sucht nach Gründen und Ursachen. Oftmals kann eine Linderung der Beschwerden durch eine Ernährungsumstellung gelingen. Dass eine gezielte Ernährung, oftmals nur eine geringe Veränderung bestehender Gewohnheiten, mit einem so großen Erfolgserlebnis verbunden sein kann, das erstaunt, überzeugt und ist vielleicht das Erfolgsrezept für die Ernährungs-Docs.In NDR Kultur à la carte werden die beiden Ärzte Dr. Viola Andresen und Matthias Riedl mit Charlotte Oelschlegel über Ernährungskonzepte, methodische Umstellungen und ihre Lieblingsrezepte sprechen.

Was macht ein gutes Gedicht aus? Darüber wurde stets viel nachgedacht, philosophiert und diskutiert. Die Gattung Lyrik zählt zu der anspruchsvollsten Gattung der deutschen Literatur. Auf geringem Platz, mit wenigen Worten, dem richtigen Rhythmus soll das Gesagte passen und stimmen. Norbert Hummelt zählt zu den wichtigsten Gegenwartslyrikern. In seinen Gedichten erkundet er Momente des Innenlebens, seziert Seelen- und Gefühlsleben, zeichnet die Verletzlichkeit von Beziehungen und Welt. Ausgezeichnet mit Deutschlands höchstdotiertem Lyrikpreis, dem Hölty-Preis, hat der 1962 in Neuss geborene Dichter, Übersetzer und Kulturjournalist, nun einen neuen Lyrikband vorgelegt: "Hellichter Tag". In NDR Kultur à la carte spricht er mit Joachim Dicks über das, was ein gutes, treffsicheres Gedicht ausmacht.

"So oder so ist das Leben", "Eins und eins, das macht zwei", "Für mich soll's rote Rosen regnen" - mit diesen Titeln hat Hildegard Knef als Sängerin deutsche Unterhaltungsmusikgeschichte geschrieben. Mit ihrer Stimme, ihren Texten, ihrer Haltung füllte sie Konzertsäle und wurde vom Publikum bejubelt. Früh machte Hildegard Knef als Schauspielerin Karriere, erreichte internationale Aufmerksamkeit mit dem Film "Die Mörder sind unter uns". Als Marina dann gelang ihr in "Die Sünderin" der eigentliche schauspielerische Durchbruch, nicht zuletzt durch den nachfolgenden Skandal, den der Film im Nachkriegsdeutschland auslöste. Zum 100. Geburtstag von Hildegard Knef hat der Comickünstler und Illustrator Moritz Stetter der Ikone Hildegard Knef eine Graphic Novel gewidmet. Martina Kothe hat Moritz Stetter in seinem Hamburger Atelier besucht, spricht mit ihm über seine Arbeit, seine Bücher und über die bis heute imposante Künstlerin Hildegard Knef.

Tijan Sila wurde 1981 in Sarajevo geboren, kam mit seiner Familie 1994 nach Deutschland, studierte in Heidelberg Anglistik und Germanistik und unterrichtet heute an einer Berufsschule in Kaiserslautern. Das ist sein Brotberuf. In seinem literarischen Leben schreibt Tijan Sila Bücher. "Tierchen unlimited" war sein autobiografischer Debütroman 2017. Es folgten "Die Fahne der Wünsche" und sein Buch "Krach" über eine Jugend in der pfälzischen Provinz und Punkszene. Große Aufmerksamkeit erhielt Tijan Sila mit seinem zweiten autobiografischen Roman "Radio Sarajewo", 2023, über den bosnischen Bürgerkrieg und seine Flucht. Ein Jahr später, 2024, wurde Sila mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis für seinen Text "Der Tag, an dem meine Mutter verrückt wurde" ausgezeichnet. Zum Wintersemester 2025/26 hat Tijan Sila nun die Poetikdozentur in Hannover übernommen. Damit ist er Poetikdozent Nummer vier in Hannover, nach den Schriftstellerinnen Lena Gorelik, Ann Cotton und Nava Ebrahimi. Über das, was Tijan Sila während seiner Dozentur in Hannover vorhat, spricht er in NDR Kultur à la carte mit Alexander Solloch.

Zum Tod von Rosa von Praunheim im Dezember 2025 ein Gespräch aus dem November 2022 - zum damals 80. Geburtstag des Künstlers. Ein Gespräch mit Katja Weise. Filmemacher, Autor, Theaterregisseur, Ikone der LGBTQ-Bewegung: Rosa von Praunheim. Mit seinem Film: "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" wurde er Anfang der 1970er Jahre berühmt. Der Film wurde als Statement und Aufruf für ein Ende der Schwulen- und Lesbenunterdrückung verstanden und zur Initialzündung vieler Homosexuellenbewegungen. Rosa von Praunheims Filme "Die Bettwurst" (1971), "Stadt der verlorenen Seelen" (1983), "Überleben in New York" (1989) u.v.a. wurden zu weltbekannten Kultfilmen. Zuletzt feierte sein Projekt "Rex Gildo", eine Hommage an den Schlagersänger, großen Kinoerfolg. Am 25. November 2022 wurde Rosa von Praunheim 80 Jahre alt.

Die Erde verfügt über etwas vielfach unterschätzt Wertvolles: den Boden. In ihm leben Bakterien, Pilze, unzählige kleine Tiere. Sie machen den Boden fruchtbar und wertvoll. Im Wahrnehmungsraster des Menschen wird der Boden gar nicht sonderlich geschätzt; Boden wird als öde, lebenslos oder gar als Dreck abgetan. Die industrielle Landwirtschaft, die fortschreitende Entwaldung und weitere menschliche Eingriffe haben mehr als ein Drittel aller Böden bereits empfindlich verletzt oder sogar zerstört. Jörg Blech ist Biologe, arbeitet im Wissenschaftsresort des "Spiegel" und hat zusammen mit Matthias Rillig das Buch geschrieben: "Mutter Erde". In NDR Kultur à la carte spricht Jörg Blech mit Martina Kothe über das Wunderwerk Boden, seine geheimnisvollen Bewohner und darüber, wie der Boden noch zu retten ist.

Der tschechische Dirigent Jakub Hrůša hat mit Beginn dieser Saison sein Amt als Musikdirektor der Royal Opera in London angetreten. Auf dem Spielplan stand ein spannendes Programm: eine Neuproduktion von Puccinis "Tosca" mit Anna Netrebko in der Titelrolle und Leoš Janáčeks eindringliche und rätselhafte Oper "Die Sache Makropulos". Seit 2016 ist Jakub Hrůša Chefdirigent der Bamberger Symphoniker. Mit dem Orchester, das in dieser Saison 80. Geburtstag feiert, hat Hrůša in den letzten Jahren Erfolgsgeschichte geschrieben. Nun wird er ab der Saison 2028/2029 auch neuer Chefdirigent und Musikdirektor der Tschechischen Philharmonie, wo er derzeit Erster Gastdirigent ist. Wie er seinen arbeitsdichten Konzertalltag unter einen Hut bekommt, welche Pläne er in London als Musikdirektor des Royal Opera House hat, welche mit den Bamberger Symphonikern und mit der Tschechischen Philharmonie, darüber spricht Jakub Hrůša mit Beate Scheibe in NDR Kultur à la carte.

Mit dem Film "Das Leben ist eine Baustelle", 1997, schaffte Christiane Paul den Durchbruch. Seitdem steht sie vor der Kamera und hat viele Filme fürs Kino und Fernsehen gedreht. Ihre internationale Karriere nahm 2016 Fahrt auf, nachdem sie als erste deutsche Schauspielerin in New York mit dem Emmy ausgezeichnet wurde. Jetzt ist Christiane Paul wieder im deutschen Kino zu sehen. In "Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße", der Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Maxim Leo, spielt sie die Rolle der Paula. In NDR Kultur à la carte spricht Christiane Paul mit Katja Weise über den Film "Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße", über deutsche Geschichte, über ihre Schauspielkunst und Disziplin.

Sie miauen, schnurren, fauchen. Ihr Körper ist oft grazil und wendig. Mit ausgeprägten Launen zeigen sie sich eigenwillig, spröde oder liebkosend. Die einen finden sie süß, anderen jagen sie Angst ein. Katzen. Im Internet werden sie als viraler Social-Media-Star inszeniert. Kaum ein Tier bekommt im weltweiten Netz so viel Aufmerksamkeit wie die Katze. Was macht dieses Geschöpf, voller Widersprüche, für Milliarden Menschen so anziehend und attraktiv? Das Hamburger "Museum am Rothenbaum - Kulturen und Künste der Welt" (MARKK) zeigt jetzt die Ausstellung "KATZEN!". Mit Barbara Plankensteiner, Direktorin des Museums, spricht Claudia Christophersen über die Katze, ihr Wesen, ihre Bedeutung in Kunst und Kulturen und über die Frage, wie das Verhältnis zwischen Mensch und Katze zu bestimmen ist.

Valery Tscheplanowa begeistert ihr Publikum, ob vor der Kamera oder auf der Bühne. Als "Buhlschaft" wurde sie im "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen gefeiert und wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, etwa mit dem Kunstpreis Berlin, dem Ulrich Wildgruber-Preis und war 2017 Schauspielerin des Jahres. Geboren und aufgewachsen ist Valery Tscheplanowa im sowjetischen Kasan, kam mit acht Jahren nach Deutschland, begann mit dem Puppenspiel und wechselte dann ins Schauspielfach. Nach ihrer Ausbildung wurde sie Ensemble-Mitglied am Deutschen Theater Berlin, spielte am Schauspiel Frankfurt und am Münchener Residenztheater. Heute ist sie vor allem auch einem breiten Fernsehpublikum bekannt. Wie viele Kolleginnen und Kollegen hat auch Tscheplanowa für sich das Schreiben entdeckt. 2023 erschien ihr Romandebüt "Das Pferd im Brunnen", dem jetzt ein zweites Buch folgte: "Ist es Liebe". Darüber spricht Valery Tscheplanowa in NDR Kultur à la carte mit Katja Weise.

Fabian Ritter ist leidenschaftlicher Walforscher und Meeresschützer. Wale, Delfine verbringen ihr gesamtes Leben im Meer. Dabei sind sie dem Menschen ähnlicher als uns vielleicht bewusst ist. Ihre Lebens- und Verhaltensweisen, ihr Sozialverhalten sind bemerkenswert, ebenso erstaunlich ist ihr Reaktionsverhalten bei Freude oder Trauer. Der Meeresbiologe Fabian Ritter hat die Gefühlswelt der Wale und Delfine über viele Jahre erforscht und darüber geschrieben, etwa in seinem Buch "Wir Wale. Die Welt der Meeressäuger durch ihre Augen". In NDR Kultur à la carte erzählt er Martina Kothe davon und von seinen Ergebnissen und Erkenntnissen.