Wir sprechen mit Künstlern, wir berichten über Konzerte und Festivals im Sendegebiet, kommentieren aktuelle Entwicklungen im Musikleben, stellen Neues vom Musikmarkt vor, spüren Trends in den digitalen Medien auf und hören vor allem viel Musik.

Die Performerin und SWR Kultur-Kolumnistin Mara Genschel ist in ihrer alphabetischen Reihe zu den "Versteckten Gefahren der klassischen Musik" beim Buchstaben K angekommen. Heute möchte sie über die Schönheit der klassischen Musik nachdenken. Und sie fragt sich, ob sie, die klassische Musik, wohl verschont bleiben wird von den bevorstehenden Kürzungen im Kulturhaushalt?

In Ochsenhausen im Kreis Biberach lebt im Moment eine kleine Utopie. Mehr als 250 junge Menschen aus ganz Europa und Teilen Asiens sind zusammengekommen, um gemeinsam Verdis Requiem einzustudieren. Das Internationale Jugendchorfestival C.H.O.I.R. wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Unsere Reporterin Kristina Priebe hat den letzten Probentag an der Landesakademie für die musizierende Jugend in Baden-Württemberg besucht.

Anlässlich des 50. Jubiläums des Internationalen Linkshändertages am 13. August erzählt die Dirigentin Kristiina Poska von ihren Erfahrungen als Linkshänderin und Frau am Dirigentenpult. Sätze wie „Du bist sowohl eine Frau als auch linkshändig – das ist eins zu viel“, hat sie zwar nur vereinzelt gehört, dennoch brachten sie derartige Aussagen vor allem zum Anfang ihrer Karriere zum Nachdenken, so Poska. Heute ist sie eine der gefragtesten Dirigentinnen der internationalen Musikszene und dirigiert unverändert mit links.

Klassische Musik trifft auf künstliche Intelligenz: In Baden-Baden wird ein historisches Klavier zum digitalen Musiklabor. Besucher können Werke von Brahms, Strauss und Co. neu mischen – von Techno bis Surf-Rock. Das sogenannte SoundLab soll dabei vor allem eines: Das musikalische Erbe der Kurstadt nicht nur zeigen, sondern erlebbar machen. Amelie Kaiser war vor Ort.

Seit gut 20 Jahren produzieren klassische Musikerinnen und Musiker nach popmusikalischem Vorbild aufwendige Musikvideos, die über reine Konzertmitschnitt-Zusammenschnitte hinausgehen. Diese Videos nehmen mittlerweile aber mitunter bizarre Formen an, findet Hannah Schmidt – und hat sich ein aktuelles Beispiel angeschaut.

Wie aber steht es um akustische Tricksereien in der Musik? Leonie Reineke hat sich eingegraben in den Kosmos der sogenannten „Akustischen Illusionen“, und hat dabei aufregende Entdeckungen gemacht. In dieser Folge geht sie den Differenztönen nach.

Cellistin Katja Zakotnik erzählt über das Projekt „Missing Voices“, das vergessene oder verdrängte Musik jüdischer Komponistinnen und Komponisten wieder hörbar machen will.

Hitze und Kälte setzen Musikinstrumenten zu. Was passiert mit Geige, Cello oder Klarinette bei extremen Temperaturen?

Der Kabarettist und SWR Kultur-Kolumnist René Sydow ist eigentlich nicht der Typ für einsame Inseln. Aber wenn es eben doch eine seine müsste: Welche Musik würde er dann mitnehmen?

Mit „Bayreuth als Theater“ legt Stephan Mösch zum 150-jährigen Bestehen der Bayreuther Festspiele einen mehr als 600 Seiten umfassenden Band als Bilanz jahrelanger Forschungsarbeit vor. „Auf dem Weg zu einer Festspielgeschichte“, lautet der Untertitel. Es zeichnet den Weg der Bayreuther Festspiele vom eigentlich nur für die Aufführung von Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ bestimmten Backsteinzweckbau zu einer Institution, vor allem einer der gesellschaftspolitischen Identitätsfindung.

Bad Ems war für Jacques Offenbach das, was heute ein Try-out-Theater vor einer Broadway-Premiere ist: ein Versuchslabor. Hier testete er seine Stücke, bevor sie zu Welterfolgen wurden. Doch die frühen Fassungen sind verloren gegangen. Jetzt will ein außergewöhnliches Projekt den ursprünglichen Offenbach zurückholen an den Ort, an dem alles begann.

Vor 150 Jahren sind in Bayreuth die ersten Festspiele über die Bühne gegangen. Mitten in der oberfränkischen Provinz hat Richard Wagner sich ein eigenes Theater hingestellt. Eine Kultstätte für Opernfans und Wagnerianer – getarnt als zierloser Zweckbau, aber erstaunlich visionär: Das Bayreuther Festspielhaus mit seinen ansteigenden Parkettreihen, dem unsichtbaren „Sound-System“ und dem vollständig abgedunkelten Zuschauersaal ist beinahe so etwas wie das erste Kino der Geschichte – und zwar lange bevor die ersten Filme in Kinosälen flimmerten. In Treffpunkt Klassik berichtet Nick Sternitzke über große Visionen und kleine Katastrophen in der Geschichte der Bayreuther Festspiele. In Folge 3 geht es darum, wie ein Werk technisch und ideologisch an einen einzigen Ort gekettet werden soll.

Schlagzeuger:innen sind vieles auf einmal: Leistungssportler:innen, Konditionsmaschinen, Koordinationsfeintechniker:innen und oft genug Rückgrat eines Ensembles. Da bedeutet Schlagzeug selten dasselbe, denn „das“ Schlagzeug gibt es nicht. Über das klassische Drumset und den Trommelbau erzählt Boris Ritscher aus Osthofen, und er beantwortet die Frage, was Weinfässer und alte Möbel beim Trommelbau zu suchen haben.

Sie zählen zu den teuersten Musikinstrumenten überhaupt, auf Auktionen werden sie bisweilen zu Preisen von mehreren Millionen versteigert: 300 Jahre alte Geigen, Bratschen und Celli von Antonio Stradivari. Ausgehend von der Idee, vier Instrumente aus dessen Werkstatt für ein Konzert zusammenzubringen, entwickelt der französische Filmemacher Grégory Magne eine Geschichte um zwei Frauen und zwei Männer, die schnell aneinandergeraten, als sie von einer vermögenden Auftraggeberin für ein Konzert zusammengebracht werden. Heute läuft der Film „Der Klang der Stradivari“ in den Kinos an. Was so besonders an diesem Musikfilm ist, weiß Kirsten Liese.

Der Jahrhundertgeiger Jascha Heifetz war ein Ur-Musiker. Er hatte praktisch alle großen Violinkonzerte im Repertoire. Technische Grenzen geigte er locker weg, er übte bis ins hohe Alter unermüdlich, seine Aufnahmen haben das gewisse Etwas. Für die junge spanische Geigerin María Dueñas ist Heifetz ein Quell der Inspiration. Sie hat ihrem Idol ein ganzes Album gewidmet „Hommage à Heifetz“ heißt es. Doris Blaich hat mit María Dueñas über ihre Leidenschaft gesprochen.

Einen Specialeffekt der anderen Art liefert Richard Wagner in seinem „Rheingold“ und flutet musikalisch die Bühne – und auch Schwimmmaschinen lässt er für das Bühnenspektakel bauen. Damit stellt er die Sängerinnen der Rheintöchter vor ungekannte Herausforderungen. Vor 150 Jahren sind in Bayreuth die ersten Festspiele über die Bühne gegangen. In Treffpunkt Klassik berichtet Nick Sternitzke über große Visionen und kleine Katastrophen in der Geschichte der Bayreuther Festspiele. Denn nicht alles lief rund und das „Walhall“ auf dem Bayreuther Grünen Hügel wurde für Wagner schnell zum persönlichen „Qualhall“...

FUTURE NOW Musical Diaries ist das Festival im Festival bei Young Euro Classic in Berlin. Hier bekommen Ensembles aus Tadschikistan, Vietnam, Marokko und Argentinien eine Carte Blanche. Ziel ist es, verschiedene musikalische Traditionen jenseits der europäischen Klassik ins Konzerthaus Berlin einzuladen und in einen Dialog zu bringen. Theodora Mavropoulos war vor Ort.

Viele Diskussion gab es schon beim ersten Trailer zu Christopher Nolans Odyssee. Eines der meisterwarteten Filmprojekte aller Zeiten. Jetzt ist der Film bereits auf dem Weg Nolans erfolgreichster Kassenschlager zu werden. Die Musik von Ludwig Göransson soll der Bronzezeit nahekommen und möglichst authentisch sein. Lyra, Aulos und ... Synthesizer? Dem geht Malte Hemmerich in Score Snacks auf den Grund und findet einen apokalyptischen Score, der in uns alte Instinkte weckt.

Der brasilianische Komponist Heitor Villa Lobos hat 1918 einen dreiteiligen Puppenzyklus für Klavier geschrieben: „A próle do bébé“. Was es damit auf sich hat, und welchen Einfluss Claude Debussy hatte, berichtet Torsten Möller.

„Bach lebte nicht im luftleeren Raum“, sagt der Dirigent Reinhard Goebel. Seit 2020 ist er der Leiter des Ensembles Leipzig Collegium Musicum und beschäftigt sich zusammen mit den Musikerinnen und Musikern besonders gerne mit den Werken rund um Bach. So geht es auf dem neuen Album „The Leipzig Collegium Musicum Vol. 1: Music before Bach“ um die Musik, die Bach inspiriert hat und sich in Bachs Musik auf die eine oder andere Weise wiederfindet.

Jahrzehnte hat es gedauert, bis Gustav Mahler nach seinem Tod 1911 in den internationalen Konzertsälen heimisch geworden ist. Heute ist seine Musik aus den Programmen nicht mehr wegzudenken. Mit dem Namen Mahler sind vor allem seine neun vollendeten Sinfonien verbunden. Doch gerade in jungen Jahren hat der Komponist auch eine Reihe von Liedern geschrieben, die wesentlich zur Entwicklung seines unverwechselbaren musikalischen Stils beigetragen haben. Jetzt hat der Pianist Joseph Middleton mit mehreren Sängerinnen und Sängern ein Album veröffentlicht, dass sich diesen frühen Liedern widmet.

Am internationalen Tag der Freundschaft soll ein Blick auf die Bühne beantworten: Wie stellt sich Freundschaft in der Oper, im klassischen Lied oder auch im Musikfilm dar? Jane Höck mit einem Beitrag, dessen Ausgangspunkt Mozarts ungleiches Freundespaar aus der Zauberflöte ist: Prinz Tamino und der Vogelfänger Papageno.

Vor 150 Jahren sind in Bayreuth die ersten Festspiele über die Bühne gegangen. Eine Kultstätte für Opernfans und Wagnerianer – getarnt als zierloser Zweckbau, aber erstaunlich visionär: Das Bayreuther Festspielhaus mit seinen ansteigenden Parkettreihen, dem unsichtbaren „Sound-System“ und dem vollständig abgedunkelten Zuschauersaal ist beinahe so etwas wie das erste Kino der Geschichte. Nick Sternitzke über große Visionen und kleine Katastrophen in der Geschichte der Bayreuther Festspiele. Denn – nicht alles lief rund und das „Walhall“ auf dem Bayreuther Grünen Hügel wurde für Wagner schnell zum persönlichen „Qualhall“.

Heute vor 170 Jahren ist Robert Schumann gestorben. Bekannt ist Schumann natürlich durch seine Musik, aber auch durch ein Leben, das so einige romantische Topoi widerspiegelt – und ihnen vermutlich auch Vorschub leistet: Das Genie gehört natürlich dazu, etwas Weltabgewandtheit, etwas Wahnsinn und natürlich: Die Liebe, in diesem Fall zu Clara. All das kommt auch zur Sprache in einem neuen Künstlerroman, der nun im Heidelberger Flur Verlag erschien. Der Roman von Eberhard Hilscher heißt: „Maestros Himmel- und Höllenfahrt“.

Wie setzt man Melodien in Orchesterklänge um? Meike Katrin Stein ist Orchestratorin und berichtet von ihrem ungewöhnlichen Musikberuf: Das Handwerk braucht Erfahrung im Umgang mit den verschiedenen Instrumenten, denn alle haben ihre eigenen Tücken und Stärken. Welcher Komponist war ein Orchestrierungsmeister und was ist eine Folk-Metal Oper?

Morgen feiern wir den Internationalen Tag der Freundschaft. Wie sieht sie in der Musikwelt aus? Darüber haben wir in den letzten beiden Tagen schon einiges gehört. Jane Höck stellt tierisch beste Freunde vor, die im Optimalfall daran beteiligt sind, neue Musik in die Welt zu bringen. Hund, Katze, Hai.

Am Donnerstag, den 30. Juli wird der internationale Tag der Freundschaft begangen. Grund genug in einer kleinen Serie, die unterschiedlichen Freundschaftsformen in der Musik zu beleuchten. Welche Rolle etwa spielen weibliches Netzwerken und Frauenfreundschaft? Jane Höck hat sich auf Spurensuche begeben, die sie bis ins Kloster zurückführt.

Beim Karlsruher Musikfestival DAS FEST stehen hauptsächlich die großen Pop- und Rockkonzerte am Abend im Mittelpunkt. Doch zum Festival gehört auch eine liebgewonnene Tradition: das Open-Air-Klassikfrühstück am Sonntagmorgen. Alle zwei Jahre wird es begleitet von der Badischen Staatskapelle. Wie sich dieser Vormittag zwischen Picknickdecken und Konzertstimmung anfühlt, hat Nicola Mai vor Ort erlebt.

In der kleinen Hafenstadt Molfetta im äußersten Süden Italiens an der Adria wurde Riccardo Muti am 28. Juli 1941 geboren. Die Karriere des Ausnahmekünstlers, der in Bari zunächst ein Klavierstudium abschloss, bevor er in Mailand Dirigieren und Komposition studierte, nahm Fahrt auf, nachdem er 1967 den renommierten Guido Cantelli Dirigentenpreis gewann. 1971 debütierte er auf Einladung Herbert von Karajans bei den Salzburger Festspielen und bei den Berliner Philharmonikern. Eine glanzvolle Ära von fast 20 Jahren hatte der Maestro an der Mailänder Scala. Und die Wiener Philharmoniker schätzen den italienischen Stardirigenten so sehr, dass sie ihn sieben Mal für ihr traditionsreiches Neujahrskonzert verpflichtet haben. Kirsten Liese gratuliert zum 85. Geburtstag des Dirigenten mit einem Porträt.

Jeder von uns hat wahrscheinlich schon mal fasziniert auf eine optische Täuschung gestarrt – ein Bild, bei dem z.B. gerade Linien sonderbar wellenförmig wirken oder konzentrische Kreise wie eine Spirale aussehen. Illusionen dieser Art gibt es viele – vor allem in der Kunst und Architektur. Denken wir nur einmal an die prachtvollen Kuppeln, die man in einigen Kirchen bestaunen kann, und bei denen erst auf den zweiten Blick auffällt, dass es sich um Scheinmalerei handelt und die Decke in Wahrheit flach ist. Wie aber steht es um solche Tricksereien in der Musik? Leonie Reineke hat sich intensiv mit dem Kosmos der sogenannten „akustischen Illusionen“ beschäftigt und hat dabei aufregende Entdeckungen gemacht.

Jedes Jahr am 30. Juli wird der Tag der Freundschaft gefeiert. Aus diesem Anlass nehmen wir uns diese Woche vier Tage Zeit, um ganz unterschiedliche Aspekte von Freundschaft in der Musik zu beleuchten. Was macht Freundschaft aus? Welchen Wert hatte sie früher, welchen heute? Wann und wo werden Freundschaften in der Musik gepflegt? Besonders gut geht das fern der Alltagssorgen in der Sommerfrische. Jane Höck hat solche Orte der Freundschaft aufgesucht.

Anna Lapwood ist die bekannteste Organistin der Welt. Millionen Menschen folgen ihr auf Social Media. Auch ihr Konzert in Karlsruhe war ein großes Event.

Im Song des Monats Juli meldet sich die Künstliche Intelligenz zu Wort und sagt uns Nutzern, was sie alles vorhat. Eigentlich sagt sie es nicht, sondern sie singt, Klavier spielt sie auch verblüffend gut und ihre Stimme klingt genau wie die von Lars Reichow. Wirklich erstaunlich, was die KI mittlerweile draufhat.

150 Jahre Bayreuther Festspiele und gleich mehrere Brüche mit der Tradition. Opernredakteur Bernd Künzig erzählt, wie Bayreuth seine eigene Geschichte weiterschreibt.

In Schwäbisch Gmünd wird am 23. Juli im Rahmen des Festivals für Europäische Kirchenmusik der schwedische Komponist Thomas Jennefelt ausgezeichnet. Thomas Jennefelt betont, er schreibe eigentlich gar keine traditionelle „Kirchenmusik“. Und doch besitzt sein Schaffen eine tiefe Spiritualität. Eva Pobeschin mit einem Porträt.

Das Klassikfrühstück bei „Das Fest“ in der Karlsruher Günther-Klotz-Anlage ist fester Bestandteil des Traditionsfestivals. Alle zwei Jahre wird der Brunch von der Badischen Staatskapelle begleitet, auch 2026. Generalsmusikdirektor Georg Fritzsch moderiert und leitet das musikalische Festessen und erzählt, warum das Genießen auf der Picknickdecke ausgerechnet mit Tänzen begleitet wird.

Medizin trifft auf Musik: Die Charité und die Berliner Philharmoniker starten ein gemeinsames Forschungsprojekt. Das international bekannte Orchester und die renommierte Universitätsmedizin haben eine langfristige Zusammenarbeit vereinbart. Sie wollen tiefgreifend zur Wirkung von Musik forschen und dabei von der Expertise des jeweils anderen profitieren. Erste Schritte sind gemacht.

Der Bayreuther Musik- und Theaterwissenschaftler Anno Mungen zählt zu den Experten für Werk und Leben Richard Wagners. Jetzt hat er – rechtzeitig zum 150-Jahr-Jubiläum der Bayreuther Festspiele – ein Buch mit dem Titel „Von Bayreuth nach Auschwitz“ vorgelegt und beleuchtet darin das Verhältnis von Oper, Politik und Gewalt. Christoph Vratz über den Hauptverdienst dieser Neuerscheinung: „Durch die Auswertung neuer Quellen wird die These, dass eine nationalsozialistische Wagner-Rezeption Massenmorde zur NS-Zeit begünstigt hat, glaubwürdig erhärtet.“

Nicht nur Pesaro kann Belcanto. Auch in Bad Wildbad, gibt es ein hochkarätiges Opernfestival für Rossini-Fans. „Rossini in Wildbad“ präsentiert in diesem Sommer sechs Opern.

Frédéric Chopins große Liebe war ein Mann. Das zeigt Moritz Weber im Buch „Chopins Männer“ auf. Die Musikwissenschaft tat sich lange schwer mit der Sexualität des Komponisten.

Wer nach Heidenheim (Brenz) fährt, kann das Schloss hoch oben auf dem Hellensteinfelsen nicht übersehen. Jetzt im Sommer ist es mit der Ruine einer ehemaligen Stauferburg ein besonderer Besuchermagnet, vor allem für Kulturgenießende. Vor 62 Jahren gab es hier die erste Schlossserenade, später Konzerte und Spielopern, Mitte der 70er Jahre schließlich die erste große Operninszenierung. Heute sind die Opernfestspiele Heidenheim mit der Open-Air-Bühne im sogenannten Rittersaal der Ruine für viele das Highlight der Saison. Nicht nur, weil das Festival Musiker*innen aus aller Welt versammelt, sondern auch, weil es eine der spektakulärsten Kulissen hat. In diesem Jahr mit der Verdi-Oper Otello. Katja Stolle-Kranz war vor Ort.

Die klassische Musik braucht eine Frischzellenkur! Davon war schon Béla Bartók überzeugt – und suchte das Neue im Alten, in der archaischen Bauernmusik des Balkans. In seinen 44 Duos für zwei Violinen hat er originale Volksweisen aufgegriffen, und die klingen oft radikal modern. Zumindest bei der Geigerin Alexandra Preucil und dem Bratschisten Antoine Tamestit: Sie koppeln die 44 Miniaturen auch noch mit ihren Vorlagen, mit den historischen Tonaufnahmen, die Bartók bei seinen Feldforschungen aufgezeichnet hat. Die Musik lebt vom Musizieren, sagt Susanne Stähr.