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Bei Claudia Aue geht es um die Konfirmationen im Juni, um Militärseelsorge auf der Gorch Fock, Armut und das Kirchenmusikfest der Nordkirche.
„Geh aus, mein Herz“, „Ich steh an deiner Krippen hier“ oder „Nun ruhen alle Wälder“: Die Lieder Paul Gerhardts gehören zu den großen Schätzen der europäischen Kultur. Lange, bevor jemand das Wort „Resilienz“ überhaupt kannte, schwärmt der glaubensstarke Dichter von der Kraft des Lebens. Seine Lieder handeln von Zuversicht und Vertrauen - obwohl er den Dreißigjährigen Krieg mit persönlichen Verlusten erlebt. Zum 350. Todestag von Paul Gerhardt erinnert Fabian Vogt an den Theologen, dessen Lieder bis heute gesungen werden.
Die Lieder Paul Gerhardts gehören mit zum Besten, was die europäische Kultur hervorgebracht hat. Schon lange, bevor jemand das Wort "Resilienz" kannte, schwärmte der glaubensstarke Dichter von der unbändigen Kraft des Lebens. Durch ihre emotionale Tiefe, ihre bildhafte Sprache, ihre Menschlichkeit und ihre legendären Vertonungen ermutigen die Hits von Paul Gerhardt auch 350 Jahre nach seinem Tod.
Mit seinen Liedtexten hat Paul Gerhardt vielen Menschen Trost gespendet und tut es bis heute – 350 Jahre nach seinem Tod. Als Hauslehrer und Geistlicher tätig, war sein Leben geprägt von privaten und gesellschaftlichen Schicksalsschlägen. Trotz allem dichtete er, der in Berlin, Mittenwalde und Lübben lebte, Texte voller Zuversicht und Hoffnung, die bis heute weltweit gesungen werden.
Ohne Paul Gerhardt wäre Kirchenmusik in Deutschland kaum denkbar. Der Lieddichter schrieb erhebende und tröstliche Texte, sein Leben aber war geprägt vom Dreißigjährigen Krieg und zahlreichen Schicksalsschlägen. Er starb vor 350 Jahren. Von Fabian Vogt.
Kirchenmusik beim ESC? Die Fanfare, die vor allen Eurovisionssendungen erklingt, ist vom französischen Barockkomponisten Marc-Antoine Charpentier. Und eigentlich ein Gotteslob.
Der Podcast beleuchtet das außergewöhnliche Leben und Wirken von Alexander Kluge, der als radikaler Universalgelehrter die Kulturlandschaft der Bundesrepublik maßgeblich prägte. Ausgehend von seinen traumatischen Kriegserfahrungen entwickelte er ein tiefes Misstrauen gegenüber festen Ordnungen, was ihn zu einer vielschichtigen Karriere als Jurist, Filmemacher, Autor und Medienstratege führte. Besonders hervorgehoben wird sein strategisches Geschick, anspruchsvolle intellektuelle Inhalte durch juristische Kniffe als „Kulturfenster“ im kommerziellen Privatfernsehen zu platzieren. Die Quellen beschreiben ihn als einen Meister der Montage, der es verstand, gegensätzliche Disziplinen wie Rechtswissenschaft und Kunst produktiv zu vereinen. Letztlich wird Kluge als Vorbild für geistige Unabhängigkeit und unermüdliche Neugier gewürdigt, der sich konsequent jeder fachlichen Einengung widersetzte. Sein Vermächtnis liegt in der Überzeugung, dass komplexes Denken und Massenmedien kein Widerspruch sein müssen.Der Zusammenhang zwischen Alexander Kluges Studium der Rechtswissenschaften, der Kirchenmusik und seiner kritischen Gesellschaftsanalyse liegt in der Verbindung von analytischer Präzision, struktureller Vielstimmigkeit und dem strategischen Einsatz dieser Werkzeuge zur Aufdeckung von Machtverhältnissen. Kluge nutzte die Instrumente dieser scheinbar gegensätzlichen Disziplinen, um ein integrales System der „Zusammenhangsarbeit“ zu schaffen, das den menschlichen Eigensinn gegen gesellschaftliche Zwänge verteidigt.Analytisches Skalpell: Die Rechtswissenschaft lieferte ihm das Werkzeug, um die Gesellschaft wie einen Vertrag zu lesen und aufzudecken, wo ihre Strukturen fehlerhaft, absurd oder ungerecht sind. Er analysierte gesellschaftliche Institutionen mit der „eiskalten“ Präzision eines Anwalts.Strategisches Instrument: Seine juristische Expertise nutzte er zeitlebens praktisch, etwa bei der Mitgestaltung von Filmförderungsgesetzen oder beim Erkämpfen von „Kulturfenstern“ im Privatfernsehen durch geschickte Nutzung des Rundfunkrechts.Realitätsprinzip: Jura repräsentierte für ihn die „realistische Seite“, die Fähigkeit zu entscheiden und sich auf dem Boden der Tatsachen zu bewegen, was er als notwendiges Gegengewicht zum bloßen Erzählen sah.Das Studium der Kirchenmusik vermittelte Kluge ein tiefes Verständnis für Strukturen und Mehrstimmigkeit (Polyphonie), die er auf die Gesellschaft übertrug.Mehrstimmigkeit statt Einseitigkeit: In der Kirchenmusik laufen verschiedene, oft gegensätzliche Stimmen gleichzeitig ab, die dennoch ein komplexes Ganzes bilden. Kluge begriff die Gesellschaft analog dazu als ein vielstimmiges Konstrukt, das nicht durch eine einzige, lineare Erzählung erklärt werden kann.Ästhetik der Montage: Dieses musikalische Prinzip der Polyphonie wurde zum Kern seiner Montagetechnik in Film und Literatur. Er komponierte seine Werke aus disparaten Elementen – Bildern, Texten, Musik –, um durch deren Reibung neue Erkenntnisse im Kopf des Zuschauers zu erzeugen.Aufdeckung von Blockierungszusammenhängen: Er untersuchte, wie die „Kulturindustrie“ und bürokratische Apparate die menschliche Erfahrung enteignen. In seinem Werk Schlachtbeschreibung etwa analysierte er den Krieg nicht heroisch, sondern als ein mörderisches „Organisationsversagen“ einer starr gewordenen Bürokratie.Gegenöffentlichkeit und Eigensinn: Sein Ziel war die Schaffung einer „proletarischen Gegenöffentlichkeit“, in der die unterdrückten Erfahrungen und Wünsche der Menschen Raum finden. Der Begriff des Eigensinns bildet hierbei die „dunkle Energie“ der menschlichen Arbeitskraft, die sich der totalen funktionalen Einbindung widersetzt.Sinnliche Vermittlung von Theorie: Durch die Montage von „harten“ Fakten (Jura/Geschichte) und emotionalen, polyphonen Elementen (Musik/Erzählung) versuchte Kluge, abstraktes gesellschaftliches Denken sinnlich erfahrbar zu machen.
Der Podcast beleuchtet das außergewöhnliche Leben und Wirken von Alexander Kluge, der als radikaler Universalgelehrter die Kulturlandschaft der Bundesrepublik maßgeblich prägte. Ausgehend von seinen traumatischen Kriegserfahrungen entwickelte er ein tiefes Misstrauen gegenüber festen Ordnungen, was ihn zu einer vielschichtigen Karriere als Jurist, Filmemacher, Autor und Medienstratege führte. Besonders hervorgehoben wird sein strategisches Geschick, anspruchsvolle intellektuelle Inhalte durch juristische Kniffe als „Kulturfenster“ im kommerziellen Privatfernsehen zu platzieren. Die Quellen beschreiben ihn als einen Meister der Montage, der es verstand, gegensätzliche Disziplinen wie Rechtswissenschaft und Kunst produktiv zu vereinen. Letztlich wird Kluge als Vorbild für geistige Unabhängigkeit und unermüdliche Neugier gewürdigt, der sich konsequent jeder fachlichen Einengung widersetzte. Sein Vermächtnis liegt in der Überzeugung, dass komplexes Denken und Massenmedien kein Widerspruch sein müssen.Der Zusammenhang zwischen Alexander Kluges Studium der Rechtswissenschaften, der Kirchenmusik und seiner kritischen Gesellschaftsanalyse liegt in der Verbindung von analytischer Präzision, struktureller Vielstimmigkeit und dem strategischen Einsatz dieser Werkzeuge zur Aufdeckung von Machtverhältnissen. Kluge nutzte die Instrumente dieser scheinbar gegensätzlichen Disziplinen, um ein integrales System der „Zusammenhangsarbeit“ zu schaffen, das den menschlichen Eigensinn gegen gesellschaftliche Zwänge verteidigt.Analytisches Skalpell: Die Rechtswissenschaft lieferte ihm das Werkzeug, um die Gesellschaft wie einen Vertrag zu lesen und aufzudecken, wo ihre Strukturen fehlerhaft, absurd oder ungerecht sind. Er analysierte gesellschaftliche Institutionen mit der „eiskalten“ Präzision eines Anwalts.Strategisches Instrument: Seine juristische Expertise nutzte er zeitlebens praktisch, etwa bei der Mitgestaltung von Filmförderungsgesetzen oder beim Erkämpfen von „Kulturfenstern“ im Privatfernsehen durch geschickte Nutzung des Rundfunkrechts.Realitätsprinzip: Jura repräsentierte für ihn die „realistische Seite“, die Fähigkeit zu entscheiden und sich auf dem Boden der Tatsachen zu bewegen, was er als notwendiges Gegengewicht zum bloßen Erzählen sah.Das Studium der Kirchenmusik vermittelte Kluge ein tiefes Verständnis für Strukturen und Mehrstimmigkeit (Polyphonie), die er auf die Gesellschaft übertrug.Mehrstimmigkeit statt Einseitigkeit: In der Kirchenmusik laufen verschiedene, oft gegensätzliche Stimmen gleichzeitig ab, die dennoch ein komplexes Ganzes bilden. Kluge begriff die Gesellschaft analog dazu als ein vielstimmiges Konstrukt, das nicht durch eine einzige, lineare Erzählung erklärt werden kann.Ästhetik der Montage: Dieses musikalische Prinzip der Polyphonie wurde zum Kern seiner Montagetechnik in Film und Literatur. Er komponierte seine Werke aus disparaten Elementen – Bildern, Texten, Musik –, um durch deren Reibung neue Erkenntnisse im Kopf des Zuschauers zu erzeugen.Aufdeckung von Blockierungszusammenhängen: Er untersuchte, wie die „Kulturindustrie“ und bürokratische Apparate die menschliche Erfahrung enteignen. In seinem Werk Schlachtbeschreibung etwa analysierte er den Krieg nicht heroisch, sondern als ein mörderisches „Organisationsversagen“ einer starr gewordenen Bürokratie.Gegenöffentlichkeit und Eigensinn: Sein Ziel war die Schaffung einer „proletarischen Gegenöffentlichkeit“, in der die unterdrückten Erfahrungen und Wünsche der Menschen Raum finden. Der Begriff des Eigensinns bildet hierbei die „dunkle Energie“ der menschlichen Arbeitskraft, die sich der totalen funktionalen Einbindung widersetzt.Sinnliche Vermittlung von Theorie: Durch die Montage von „harten“ Fakten (Jura/Geschichte) und emotionalen, polyphonen Elementen (Musik/Erzählung) versuchte Kluge, abstraktes gesellschaftliches Denken sinnlich erfahrbar zu machen.
Die Idee entstand im Strandkorb 1946. Viele Engagierte halfen in den Jahrzehnten, das Festival in Greifswald zu erhalten: in der DDR, nach der Wiedervereinigung, heute. Die Bach-Woche im Juni zieht viele Menschen, u.a. weil sie auch mitsingen können und der persönliche Kontakt so gut gewachsen ist, berichtet der Professor für Kirchenmusik, Frank Dittmer.
Sie ist die älteste und zugleich größte staatlich anerkannte Hochschule für Kirchenmusik in freier Trägerschaft: Die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik in Halle.
Was für eine Freude: In dieser Osterfolge steht das Auferstehungslied „Eilet ihr Christen, o eilet geschwind“ im Mittelpunkt. Monika Drasch singt drei eindrucksvolle Strophen und nimmt uns mit in die Bildwelt von geöffnetem Felsengrab, überwundener Dunkelheit und echter Osterhoffnung. Zugleich erzählt sie von der Volksliedsammlerin Annette Thoma, deren Arbeit die Pflege geistlicher Volksmusik bis heute prägt. Es geht um bayerische Liedkultur, um das Weiterleben alter Melodien und um die Frage, wie diese einfachen, tiefen Lieder auch heute noch Trost, Freude und Glaubenskraft entfalten. Eine persönliche, musikalische Osterbetrachtung voller Dankbarkeit, Erinnerung und österlicher Zuversicht – mit herzlichen Ostergrüßen und einem Blick auf das Jubiläumsjahr des Michaelsbunds.
Missa solemnis heißt wörtlich „feierliche Messe“. Doch Beethoven macht aus seiner Messe mehr als Kirchenmusik: ein gewaltiges Werk zwischen Andacht und Zweifel – Krieg und Frieden. Von Michael Lohse.
Janert, Josefine www.deutschlandfunk.de, Tag für Tag
Schwimmen, Laufen, Radfahren ist zur Musik ein wichtiger Ausgleich für Andreas Reize. Der Organist, Chorleiter, Musikwissenschaftler und Dirigent aus der Schweiz ist der 18. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach in Leipzig. Doch der Musiker beschäftigt sich nicht nur mit Kirchenmusik. In seiner Heimat auf Schloss Waldegg führt er jeden Sommer Barockopern auf mit seinem von ihm gegründeten cantus firmus consort.
Die Johannespassion gehört zu den eindrucksvollsten geistlichen Werken von J.S. Bach und ist – neben der Matthäuspassion – die einzige vollständig erhaltene Passion des Komponisten. Bach hat vermutlich insgesamt fünf Passionen geschrieben, doch nur diese beiden sind vollständig überliefert; die übrigen gelten als verschollen. Die Johannespassion wurde am Karfreitag des Jahres 1724 in Leipzig uraufgeführt. Für Bach war dies eine besondere Situation: Erst kurz zuvor hatte er sein Amt als Thomaskantor angetreten und stand damit erstmals in der Verantwortung für die Kirchenmusik an den Leipziger Hauptkirchen. Mit der Johannespassion präsentierte er ein Werk von grosser musikalischer und dramatischer Intensität. Die Passion erzählt die Leidensgeschichte Jesu nach dem Evangelium des Johannes – jedoch nicht nur als Bericht, sondern als emotionales musikalisches Geschehen. Schon bei der Uraufführung beeindruckte das Werk durch seine starke Ausdruckskraft. Chorpassagen voller dramatischer Energie, bewegende Arien und eindringliche Rezitative lassen die biblische Handlung sehr plastisch erscheinen. Gleichzeitig rief diese emotionale Wirkung auch Kritik hervor: Zeitgenossen empfanden die Musik stellenweise als zu leidenschaftlich und beinahe «opernhaft» für den kirchlichen Rahmen. Bach selbst arbeitete immer wieder an dem Werk und nahm im Laufe seines Lebens mehrere Überarbeitungen vor. Nach seinem Tod geriet die Passion zunächst in Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert, im Zuge der sogenannten Bach-Renaissance, wurde sie wiederentdeckt und zunehmend aufgeführt. In dieser Zeit interpretierte man Bachs Musik oft in grossen Besetzungen und suchte einen monumentalen Klang. Heute versuchen Musikerinnen und Musiker im Rahmen der historischen Aufführungspraxis, sich dem ursprünglichen Klangbild des 18. Jahrhunderts anzunähern. Mit kleineren Ensembles, historischen Instrumenten und einem neuen Blick auf Bachs Partitur wird erforscht, wie die Johannespassion zur Zeit ihrer Entstehung geklungen haben könnte. In der Diskothek stehen fünf unterschiedliche Interpretationen im Vergleich. Gäste von Eva Oertle sind die Sopranistin Stephanie Pfeffer und der Chorleiter Tobias Stückelberger.
Im Jahr 1724, rund ein Jahr, nachdem Johann Sebastian Bach zum neuen Thomaskantor in Leipzig bestellt worden ist, wird erstmals seine „Johannespassion“ aufgeführt. Hier spiegelt sich Bachs Wille, die Kirchenmusik aus einer allzu engen liturgischen Bindung herauszulösen. Die Musik gewinnt an Dramatik und nimmt den Charakter eines dramatisch erzählenten Oratoriums an. Mehrfach hat Bach die Johannes-Passion bearbeitet. Die letzte Fassung – entstanden rund ein Jahr vor seinem Tod – hat jetzt das französische Ensemble Pygmalion aufgenommen.
Vom "Provinzchörle" zum weltweit gefeierten Gesangsensemble: Der Windsbacher Knabenchor hat in den 80 Jahren seines Bestehens Geschichte geschrieben. Welcher Chor wird schon in den Vatikan eingeladen, um dort evangelische Kirchenmusik zu singen?
Markus Pfandler-Pöcksteiner war schon als Kind fasziniert von den kirchlich geprägten Fasten- und Feierzeiten. In der Sendung macht er sich ausgehend von seinen Erfahrungen als (Kirchen-)Musiker, Vater und Psychotheratherapeut Gedanken über die bewusste Reduktion, die neue Räume öffnet und ungeahnnte Erfahrungen von Fülle bereit hält. Musik: Johann Nepomuk David, Partita "Es ist ein Schnitter, heißt der Tod" aus dem Album "Zeitenströme" (Markus Pfandler-Pöcksteiner an der großen Orgel der Stiftskirche Altenburg) Aus "Tenebrae" mit dem Studio Vocale Wien unter der Leitung von Markus Pfandler-Pöcksteiner Francis Poulenc, Vinea mea electa Josquin des Prez, Qui jacuisti mortuus Gestaltung der Sendung: Veronika Bonelli
Johann Sebastian Bach wird 1723 Thomaskantor in Leipzig – er war nur die vierte Wahl des Rates. Trotz vieler Konflikte beginnt hier sein gewaltiger Kantatenzyklus. Ein Feature über Genie, Pflicht und Musikgeschichte.
Stellen und Gelder werden gestrichen, das Aus des Cäcilienverbands droht - und doch bewegt sich viel in der Kirchenmusik. Zwischen Sparkurs, neuen Inhalten und Rückenwind vom Deutschen Musikrat: Wie geht es weiter mit der Musik in der Kirche?
Was prägt Josef Grünwidl im Glauben? Warum fasziniert ihn die Kirchenmusik? Wohin bewegt sich die Kirche? Und als Bonus der Erzbischof an der Orgel spielend.
Mittlerweile hat sich der Rang von Jan Dismas Zelenka, einem Zeitgenossen von Johann Sebastian Bach, etwas herumgesprochen – vor allem, was Musik für kleine Ensembles angeht. Seine größer besetzte Kirchenmusik ist aber immer noch wenig bekannt. Zwei seiner Messen sind jetzt in einer neuen Einspielung des tschechischen Collegium 1704 erschienen. „Wo soll man hier mit dem Schwärmen anfangen?“, fragt sich SWR Kultur-Kritiker Albrecht Selge.
«Früher» waren Pfarrer im TV-Krimi noch die Guten: Pater Brown und Schwester Camilla überführten ihre Mörder zuverlässig humorvoll in 45 Minuten. Aber heute werden religiöse Figuren oft zwielichtig gezeichnet und rasch zu Tatverdächtigen. Theologe Beat Föllmi hat den Vorabendkrimi «obduziert». Eigentlich ist der Schweizer Beat Föllmi Professor für Kirchenmusik an der Universität Strassburg. Aber der reformierte Theologe ist eben auch Fan zeitgenössischer Kultur. Rund 900 Serienfolgen deutschsprachiger Vorabend-Krimis hat er sich reingezogen. Er zeigt, dass religiöse Menschen darin fast nur noch stereotyp auftreten, wenn überhaupt. Unheimlich, wahnsinnig oder / und betrügerisch kommen Sekten, Esoterik-Konzerne und super-fromme Milieus in TV-Krimis vor. Beat Föllmi hat das alles in einer Studie untersucht. Was sagt sein Befund über das Image von Religion und Kirche insgesamt - in der Mitte der Gesellschaft? Der Träger des Schweizer Krimipreises 2025 Raphael Zehnder erklärt, warum es Religion in Krimis schwer hat. Und die christkatholische Diakonin und Literaturwissenschaftlerin Susanne Cappus outet sich als entspannte Krimileserin. Religion funktioniere im Krimi eben meist nur durch Überzeichnung. Autorin: Judith Wipfler Buchhinweis: Beat Föllmi, Kruzifix und Geisterbeschwörung. Religion in deutschen Vorabendkrimis, Aschendorff Verlag, Münster 2023.
Manche Festtagsbräuche, von denen uns die Zeitungen der 1920er Jahre erzählen, sind uns überraschend unbekannt, und man staunt, wie sehr sich Faschings-, Oster, Martins- oder eben Weihnachtstraditionen innerhalb von dann doch „nur“ einhundert Jahren transformiert haben. Nicht so bei unserem heutigen Artikel aus der Wilhelmsburger Zeitung vom 23. Dezember 1925, der von den damaligen musikalischen Konventionen, das Fest zu begehen, handelt. Der Kanon der Weihnachtslieder, erfahren wir von Rosa Leu, ist sich seither fast gleich geblieben. Und auch die Geschichte davon, wie das berühmteste aus diesem einst in Oberndorf bei Salzburg entstanden ist, wird heute nicht anders als damals erzählt.
Wie holt man Billy Joel nach Nürnberg? Diese Frage stellt sich Moritz Puschke immer mal wieder seit 2019. Seitdem ist er Teil des Musikfest ION, das damals noch „Internationale Orgelwoche Nürnberg – Musica Sacra“ genannt wurde. Erst war für er das Programm verantwortlich, dann – seit 2021 – übernahm Puschke die Leitung des Festivals. Heute heißt die Orgelwoche „ION“ und kommt als modernes Musikfestival daher. Das Interesse wächst, Tickets für manche Veranstaltungen sind heiß begehrt. Wie hat der Pfarrerssohn und Kulturmanager Puschke das geschafft? In der 65. Folge von „Bratwurst mit Chili“ spricht Puschke darüber mit NN-Chefredakteur Michael Husarek und Podcast-Redakteur Lukas G. Schlapp. Außerdem geht es darum, wie man Menschen in der Südstadt für Kirchenmusik begeistert, ob Nürnberg POP nun Partner oder Konkurrent ist – und ob sich Puschke den Aufstieg zum Kulturreferenten vorstellen könnte.
Tobias Stückelberger ist ein leidenschaftlicher Chorleiter. Das Hören ist ihm dabei genauso wichtig wie das Singen selbst. Die Grundlage für gute Chorarbeit, so sagt er im Gespräch, bestehe aber darin, dem Chor ein Zuhause zu bieten. Tobias Stückelberger stammt aus einer Pfarrersfamilie und wächst in der Baselbieter Gemeinde Therwil auf. Die Predigten seiner Mutter, zu denen er als Kind mitgenommen wurden, bringen ihn früh in Berührung mit Kirchenmusik. Er schliesst sich dem Kinderchor der Gemeinde an und wechselt mit zehn Jahren zur Knabenkantorei Basel. Mittlerweile ist Tobias Stückelberger 32 Jahre alt und schaut bereits auf eine intensive Zeit als Chorleiter zurück. Nach einem Studium in Basel wird er Assistent der Leiterin des «Norwegian Soloist Choir» Grete Pedersen in Oslo, wo er wesentliche Impulse für seine Arbeit bekommt und gleichzeitig den Master macht. Und nach einer weiteren Station in Südafrika als Leiter des Chores der «Drakensberg Boys Choir School» kehrt er in die Schweiz zurück, wo er nun die vielen internationalen Einflüsse in seine Arbeit als Leiter der Solothurner Singknaben und anderer Chorprojekte im Raum Basel einfliessen lässt. Von seiner Liebe zur Chormusik und seiner Art zu arbeiten, von einer unglaublichen Begegnung in Südafrika und einer darauffolgenden Reise nach London, von seiner aktuellen Arbeit bei den Solothurner Singknaben und einem nicht wirklich geplanten Erfolg als Dominospieler erzählt Tobias Stückelberger im Gespräch mit Gastgeber Michael Luisier. Die Einspieler: 1. Singknaben der St. Ursenkathedrale Solothurn – «Es Ching gebore in Betlehem» (Norwegisches Weihnachtslied) Tobias Stückelberger, Chorleiter 2. Lebo M – The Lion King: «Busa le lizwe» Drakensberg Boys Choir / Lebo M, Solist / Tobias Stückelberger, Leitung Die Musiktitel: 1. Filmmusik - Ronja Rövardotter (Ronja Räubertochter): «Rövarsången» (Räubergesänge) Komponiert: Björn Isfält / Arrangiert: Anders Berglund 2. Luciano Berio - A-Ronne für achtstimmiges Vokalensemble a cappella: «Den Den» Swingle II (Chor) 3. Edvard Grieg - 4 Psalmen für Bariton und Chor a cappella: «Jesus Kristus er opfaren» Norwegischer Solistenchor / Grete Pedersen, Leitung 4. Jaakko Mäntyjärvi - «Pseudo Yoik» Singknaben der St. Ursenkathedrale Solothurn / Tobias Stückelberger, Leitung 5. Johann Sebastian Bach – «Komm, Jesu, komm, mein Leib ist müde» Mottete BWV 229 Ensemble Allegria / Norwegischer Solistenchor / Grete Pedersen, Leitung
Im Dezember entdeckt Monika Drasch das Adventslied „Nun sende, Herr, uns deinen Sohn“ neu: ein schlichtes, zugleich kraftvolles Juwel aus der Tradition der O-Antiphonen. Die Musikerin erzählt seine Geschichte und warum es auch heute noch in Klöstern vom 17. bis 23. Dezember erklingt. Dazu gibt es eine neue Strophe aus einer Chiemsee-Auszeit von Monika Drasch – mit viel Achtsamkeit, Selbstfürsorge. Die Sängerin lädt dazu ein, den Advent bewusst zu leben und geduldig auf Weihnachten zuzugehen. Statt sich vom frühen Lebkuchenduft, Konsumdruck und Terminstress treiben zu lassen, die sieben Tage vor Weihnachten musikalisch als besondere Wegstrecke zu entdecken. Ein Podcast für alle, die alte Kirchenmusik lieben, nach stillen Momenten im Advent suchen und Lust haben, ein fast vergessenes Weihnachtslied neu zu singen.
Kuhglocken und Alphörner: Eine Orgel in Schleching hat besondere Register / Königin der Kirchenmusik: Interview mit dem Münchner Organisten Tobias Frank / Wie treibt man Pfarrern den Singsang aus? Interview mit Sprecher und Sprecherzieher Clemens Nicol
Im Jahr 1525 wurde Palestrina geboren, zumindest ungefähr. Der Titel „Fürst der Musik“ steht auf seinem Grab, aber er wird auch von der Nachwelt „Retter der Kirchenmusik“ genannt. Das ist auch das Motto einer Tagung in Mainz: „Palestrina gestern, heute und morgen“. Klaus Pietschmann ist vom musikwissenschaftlichen Institut der Uni Mainz und erzählt mehr über den Komponisten.
Bach schrieb fleißig Kirchenmusik. Und doch hat er sie nie als reine Gebrauchsmusik komponiert. Im Gegenteil: An seinem Lieblingsinstrument, der Orgel, hat sich der fromme Bach oft ganz schön weit aus dem Fenster gelehnt.
Auf nach Leipzig - aber ist er dort willkommen? Und ist es wirklich das Ziel von Bachs Träumen, darüber zu wachen, dass pubertierende Internatszöglinge pünktlich schlafen gehen? Und doch - Leipzig hat so viel zu bieten!
In dieser Folge von „Lieder zwischen Himmel und Erde“ nimmt uns Monika Drasch mit auf eine musikalisch-spirituelle Reise zu Ehren des Erzengels Michael. Anlässlich seines Namenstags erklingt ein besonderes Michaelslied – inspiriert von alten Handschriften und doch neu gestaltet mit zeitgemäßen Strophen. Die Melodie, die sich wie von selbst beim Lesen des Textes ergab, begleitet Drasch bereits seit Jahren bei verschiedensten Anlässen – von Friedensveranstaltungen bis zu offiziellen Empfängen. Das Lied verbindet traditionelle Volksmusik mit gesellschaftlicher Relevanz: Es steht für Gerechtigkeit, Frieden und die Erneuerung alter musikalischer Formen. Besonders eindrucksvoll ist die neu getextete vierte Strophe, in der auch das Thema „Frauen in der Kirche“ angesprochen wird – ein Tabu, das nach wie vor Widerstand auslöst. Monika Drasch kündigt zudem ihr neues Bühnenprogramm „Bavaria Sankta“ an und verweist auf das 125-jährige Jubiläum des St. Michaelsbundes – eines unabhängigen katholischen Medienhauses mit langer Tradition und mutiger Stimme. Noch ein Hinweis: Am 28. Oktober findet wieder ein Mitsingkonzert in der Münchner Kirche Herz Jesu statt!
Die katholische Kirche will ihrem Kirchenmusikdachverband ab dem Jahr 2027 die Zuschüsse streichen. Was bedeutet das für den allgemeinen Cäcilienverband, der sich um die Präsenz und Förderung der Kirchenmusik in der Gesellschaft kümmert? Walter Hirt ist Musikdirektor im Ruhestand und klärt über die finanzielle Lage auf und wie wichtig die Kirchenmusik für die Bevölkerung ist.
In dieser Folge tauchen wir ein in die klangvolle Welt der Volksmusik, Poesie und Predigt. Monika präsentiert das humorvolle Lied „Antonius zur Predigt“ aus der Sammlung *Des Knaben Wunderhorn*, vertont im Stil des Orff'schen Schulwerks. Sie schlägt dabei Brücken zwischen Carl Orff, Gustav Mahler und der Volksmusikkultur rund um den Ammersee. Ein besonderes Highlight: Einblicke in das entstehende Carl-Orff-Museum und das einzigartige Festivalformat „Kapellenweg“, bei dem Musik Kapellen lebendig macht. Gesungen wird hier nicht nur zur Freude – sondern als echte Verkündigung. Begleitet Monika und das Duo „AmmerseeAmseln“ auf einem poetisch-musikalischen Weg voller Geschichte, Klang und Seele.
Kirchenmusik trifft auf junge Stimmen: Alexander Rebetge, der frische Sebaldus-Kantor in Nürnberg, verrät, wie er Kinder fürs Singen begeistert. Von England nach Franken, für Musik und Gemeinschaft - ein Chor von der Wiege bis zur Bahre.
In dieser Folge von „Lieder zwischen HImmel und Erde" nimmt uns Monika Drasch mit auf eine musikalische Reise zu den Wurzeln eines besonderen Marienliedes: „Wie schön glänzt die Sonne“. Gemeinsam mit Martin Danes erweckt sie dieses traditionelle Lied mit historischer Tiefe und spiritueller Schönheit zum Leben. Das Lied stammt aus dem süddeutschen Raum und ist auch im Gotteslob für das Erzbistum München undFreising zu finden. Monika erzählt von ihrem Musiklehrer Konrad Ruland, der sie vor über 40 Jahren mit dieser Musik vertraut machte, und analysiert die schlichte, aber kraftvolle Melodie sowie die Bedeutung der letzten Strophe – ein Trost für das Lebensende. Gesungen wird esauch beim MItsingkonzert am 23. Oktober um 18:30 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche. Ein musikalischer Hochgenuss voller Glauben, Geschichte und Gefühl.
Drei Sängerinnen und eine Organistin - zusammen sind sie das Frauen-Quartett Tirilil aus Dänemark. 2015 haben sich die Vier an der Musik-Akademie Jütland im dänischen Aarhus kennenlernt, seitdem spezialisieren sie sich auf ein altes Kirchenmusik-Repertoire, das seine Wurzeln auch in traditionellen Volksliedern hat. Diesen religiösen Volks-Psalmen widmen sie nun zu ihrem 10-jährigen Jubiläum ihre erste CD. Und verbinden in neuen Arrangements die komplexe Barockmusik mit der schlichten Klarheit des nordischen Folkgesangs und der Tiefe der Kirchenmusik. Susanne Schmerda stellt die Gruppe Tirilil und ihre gleichnamige CD vor, die beim Label "Go‘ Danish Folk Music” im Vertrieb von galileo erschienen ist.
Folge 272: Für den Zeitraum von einem reichlichen Jahr ist kein einziges Dokument über Bach erhalten – ein weißer Fleck in seiner Biographie. Maul & Schrammek nutzen das aus und spekulieren kräftig drauf los.
Bekannt ist Franz Liszt als Klassikstar seiner Zeit, der durch Europa tourte und sein Publikum mit horrend anspruchsvollen Virtuosenstücken begeisterte. Auch wenn die religiöse Seite von Liszt in den letzten Jahren immer wieder thematisiert und hörbar gemacht wurde, steht sie nach wie vor im Schatten. Die Kreuzweg-Kantate Via Crucis zeigt jedoch, wie ernsthaft Liszt katholische Kirchenmusik schrieb. Das gefeierte Vokalensemble The Norwegian Soloist's Choir und der Pianist Leif Ove Andsnes haben das Spätwerk jetzt eingespielt.
Happy Birthday, Palestrina! 500 Jahre alt wäre der Komponist dieses Jahr geworden, und noch immer kann er sich als Boss der Kirchenmusik feiern lassen. Seine Musik hilft auf jeden Fall noch heute beim Runterkommen. Doch neben einem talentierten Musiker war Giovanni Pierluigi da Palestrina so viel mehr: Marketing-Experte und Immobilienmakler beispielsweise - und ins Pelzgeschäft ist er auch noch eingestiegen. In dieser Folge spülen Euch Laury und Uli ins (musikalische) Rom des 16. Jahrhunderts.
Die Kantaten von Johann Sebastian Bach: sie werden bewundert als Schätze der Kirchenmusik. Gesamtaufnahmen der Bach-Kantaten sind die Königsdisziplin. Geradezu eine Pflicht ist das für die Internationale Bachakademie in Stuttgart. Ihr Leiter Hans-Christoph Rademann hat sich im vergangenen Jahr an seine Gesamtaufnahme der Bach-Kantaten gemacht. Jetzt ist die sechste Folge mit Kantaten aus Bachs erstem Jahr als Thomaskantor in Leipzig erschienen. Laszlo Molnar hat sie sich angehört.
Wie feierte man Gottesdienste zur Zeit Anton Bruckners? Welche Musik führte man auf? Was waren die "hot spots" der Kirchenmusik in Wien und: Wie kam es, dass der Kaiserhof eine Delegation zum Papst sendete, um eine Sonderregelung für die Aufführungspraxis in den Wiener Kirchen zu erbitten? Die Musikwissenschaftlerin Elisabeth Hilscher von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften weiß Antwort auf diese Fragen und berichtet noch viel weiteres Wissenswertes in der September-Ausgabe des Radio-Wikis "Archivar? Archiwie? Archiwo?" im Gespräch mit Stefan Hauser. Sendungsproduktion: Monika Jaroš.
Wie ergeht es Bruckners Kirchenmusik in der täglichen Praxis? Welche Stücke kennt man als "gelernter" Kirchenmusiker und bringt das Bruckner-Jahr Neues zutage? Domkapellmeister Markus Landerer gibt im Gespräch mit Stefan Hauser Einblick in die Klangwelten Bruckners, nennt persönliche Lieblingsstücke und macht neugierig auf kommende Aufführungen Bruckner'scher Kirchenmusik an St. Stephan.
1723 begann die Ära Bach in Leipzig. Doch nach seiner Wahl zum Thomaskantor erlebt Bach eine "wunderliche, der Music wenig ergebene Obrigkeit". Claus Fischers Feature über ein Jahr, aus dem dennoch Musikgeschichte wurde.
1860 wird in Wien der Musikverein eröffnet, ein neuer Tempel für die Säulenheiligen der Musik. Unser Stichwort heißt diesmal Kunstreligion – und es führt uns zur Kirchenmusik, zu Anton Bruckner und zu seinem Idol Richard Wagner führt.Diese Episode wurde am TT MM JJJJ auf Ö1 Campus gestreamt und ist Teil des zeit- und kulturgeschichtlichen Archivs von oe1.ORF.at
Mitarbeiterin und Kuratorin am Bauhaus-Museum der Klassik Stiftung Weimar. Im Mai 2024 wurde die von ihr, Elizabeth Otto und Patrick Rössler kuratierte, dreiteilige Ausstellung “Bauhaus und Nationalsozialismus” in Weimar eröffnet. Seit 2016 konzipierte sie für die Klassik Stiftung Weimar diverse Ausstellungen: Dazu zählte 2021 die Ausstellung “Vergessene Bauhaus-Frauen. Lebensschicksale in den 1930er und 1940er Jahren”, die mit dem Europa Nostra Award prämierte Dauerausstellung im Haus Am Horn 2019 und die Schau „Wege aus dem Bauhaus – Gerhard Marcks und sein Freundeskreis“ 2017. Nach dem Studium Kunstgeschichte, Germanistik und Kirchenmusik in Heidelberg und Berlin promovierte sie bei Prof. Dr. Leo Schmidt und der Bauhaus-Expertin Prof. Dr. Magdalena Droste zum Thema „,Entartete Baukunst‘? Zum Umgang mit dem Neuen Bauen 1933-1945“ (Fink-Verlag, 2013). Darin setzte sie sich erstmals umfassend mit der ambivalenten Rezeption der modernen Architektur der 1920er/1930er Jahre im Nationalsozialismus auseinander. Für diese Dissertation erhielt sie 2014 den Theodor-Fischer-Preis für herausragende Forschungsarbeiten der Architekturgeschichte vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München. Von 2013–2016 gehörte sie dem Lehrstuhl Kunstgeschichte der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus an und koordinierte das DFG-Projekt „Bewegte Netze. Bauhausangehörige und ihre Beziehungs-Netzwerke in den 1930er und 1940er Jahren”. Im Rahmen zahlreicher Publikationen und Vorträge hat sie sich mit verschiedenen Aspekten des Bauhauses, der Architektur und des Designs der Moderne, Netzwerkforschung und Biografik beschäftigt. Zuletzt erschienen von ihr die Bücher „Bauhaus und Nationalsozialismus” (hg. mit Elizabeth Otto und Patrick Rössler, Hirmer und Klassik Stiftung Weimar, 2024), Textilindustrie. Architektur – Design – Lehre“ (hg. mit Christiane Lange, Prestel-Verlag, 2019) und „Haus Am Horn: Bauhaus-Architektur in Weimar“ (Hirmer und Klassik Stiftung Weimar, 2019).
Mag Neapel heute nicht mehr zu den ersten Musikstädten Europas zählen, im Barock war sie es. Die Weiterentwicklung der Oper wurde dort vorangetrieben, und auch ein Hit der Kirchenmusik entstand in Neapel: Pergolesis Stabat mater.
Ihr Lieben, heute darf ich Euch Anne Michael vorstellen, die neue Kantorin und Organistin der St. Nikolai Kirche in Hamburg. Anne ist nicht nur eine begnadete Musikerin, sondern bringt auch viel Enthusiasmus und Kreativität in ihre neue Position ein. Schon seit ihrer Kindheit ist Anne fasziniert von der Kirchenmusik. Nach ihrem Studium der Kirchenmusik in Lübeck und Leipzig ging sie zunächst als Chorleiterin und Organistin nach Meldorf. Und jetzt ist sie bei UNS in Hamburg - juhu- Besonders begeistert ist Anne von der neuen Hyperorgel in St. Nikolai, die sie nun täglich zum Klingen bringen darf. Die moderne Technik und die vielfältigen Klangmöglichkeiten inspirieren Anne immer wieder aufs Neue. Gekonnt verbindet sie traditionelle Stücke mit modernen Elementen zu etwas ganz Neuem. Getreu ihrem Motto "Brücken bauen" sehen wir Anne sowohl klassische Motettenoder Oratorien als auch moderne Stücke/Pattern mit Synthesizer mit dem Chor einstudieren. Wir sind begeistert mit Begeisterung von Annes künstlerischer Leitung. Dabei schafft sie es, jeden einzelnen Sänger/Sängerin zu motivieren und das Beste aus ihnen herauszuholen. Mit einer ganz natürlichen Autorität. Wir freuen uns sehr, mit Anne Michael eine so engagierte und kreative Kirchenmusikerin für St. Nikolai haben. Die Gottesdienste und Konzerte unter ihrer Leitung versprechen Großes! Wir sind gespannt auf die kommenden musikalischen Highlights und wünschen Anne maximale Freude. " Liebste Anne, Du bist ein Geschenk für den Chor, für St. Nikolai und die Welt... fühl' Dich bedankt für das wunderbare Gespräch"
Camille Saint-Saëns schrieb sein Oratorio de Noël als 23jähriger innerhalb von 12 Tagen. Von der Uraufführung am ersten Weihnachtstag 1858 nahm kaum jemand Notiz. Doch heute zählt das Werk mit seinen warmen Kantilenen und aparten Klangwirkungen zu den meist aufgeführten Oratorien im Advent. Von Michael Lohse.
Vor 300 Jahren begann für den wohl berühmtesten Chor Deutschlands eine neue Epoche: Johann Sebastian Bach wurde Thomaskantor und Leiter des Thomanerchors. Für ihn schrieb er seine großen Chorwerke. Autorin: Hildburg Heider Von Hildburg Heider.