Die Welt der Literatur - Neuerscheinungen und Empfehlungen zum Wiederlesen.

Tatiana Țîbuleac gehört zu den wichtigsten Stimmen der moldauischen Gegenwartsliteratur. In ihren preisgekrönten Romanen "Der Sommer, als Mutter grüne Augen hatte" und "Der Garten aus Glas" erzählt sie von schwierigen Familienbeziehungen und gesellschaftlichen Umbrüchen im postsozialistischen Raum. Nun erscheint ihr dritter Roman auf deutsch: "Schlag zu, sagt das Glück". Im Mittelpunkt steht die Akademikerin Mila, die aus Moldau nach Paris flieht und dort nicht nur mit ihrer Alkoholsucht ringt. Susanne Lang hat das Buch gelesen.

Im Rahmen einer neuen Kooperation zwischen dem Internationalen Literaturfestival Berlin und den Berliner Philharmonikern stellte die koreanische Nobelpreisträgerin Han Kang ihren neuen Essayband "Der goldene Faden" vor. Ausgangspunkt des Abends war ein wiederentdecktes Gedicht, gelesen von Martina Gedeck. Ausgewählte Kammermusik der Berliner Philharmoniker schuf dabei einen Resonanzraum für Han Kangs Gedanken über Schönheit und Schrecken in der Welt sowie die verbindende Kraft der Literatur. Unser radio3-Reporter Lukasz Tomaszewski hat diesen besonderen Austausch verfolgt und schildert nun seine Eindrücke.

Sie war die erste weibliche Zeichnerin des französischen Satire-Magazins Charly Hebdo. Und die erste Comickünstlerin, die in die Académie des Beaux-Arts aufgenommen wurde. In Deutschland ist sie vor allem durch die Graphic Novel "Die Leichtigkeit" bekannt geworden, in der sie den Terror-Anschlag auf Charly-Hebdo verarbeitet, den sie nur durch Zufall überlebt hat. Nun erscheint im Carlsen Verlag "Alexandre Dumas erzählt die Geschichte von Delacroix" klingt ziemlich kompliziert. Und ist so gut, dass wir ihn zum radio3 Comic des Monats gekürt haben.

Zu Gast bei Lukasz Tomaszewski ist die norwegische Autorin Vigdis Hjorth, sie liest aus Ihrem neuen Roman "Der gute Mensch von Sandvika". Eine schonungslose Sozialstudie, die in einer Eckkneipe spielt und von den zwischenmenschlichen Beziehungen der Stammgäste erzählt. Außerdem zu Gast ist der schottische Booker-Preisträger Douglas Stuart mit seinem Roman "John Of John". Darin geht es um die Heimkehr eines jungen Mannes auf seine Heimatinsel. Es geht um Liebe, Scham und verborgene Sehnsucht. Schließlich kommt unsere radio3-Literaturredakteurin Anne-Dore Krohn in die Sendung und gibt einen Ausblick auf Samstag, wenn sie auf dem ilb den amerikanischen Star-Autor Dave Eggers zu Gast hat.

Eine Liebesgeschichte im Schatten des 7. Oktober: Dana Vowinckel hat es sich in ihrem neuen Roman "Anton und Alma" nicht leicht gemacht. Anton ist Jude, Alma nicht. Sie lieben sich, streiten, ziehen zusammen, leben ihr Leben, während sich um sie herum die Gesellschaft zunehmend spaltet. Jüdische Identität zwischen Berlin, Israel und den USA wird im neuen Roman der jüdischen Autorin genauso verhandelt wie Klassenunterschiede, Wokeness, die Corona-Pandemie und der Angriff der Hamas auf Israel. Nadine Kreuzahler hat das Buch für uns gelesen.

Was kann Literatur in umbrüchigen Zeiten bewirken? - Das ist die Frage, mit der sich der indischstämmige Dichter Jeet Thayil in seiner Eröffnungsrede beim Internationalen Literaturfestival Berlin auseinandergesetzt hat. Er ist "Curator in Residence" und hat das Festivalprogramm mitgestaltet. Boualem Sansal ist Schirmherr und steuerte ein Grußwort bei. Über die Festivaleröffnung berichtet Sarah Murrenhoff.

Heute Abend beginnt im Haus der Berliner Festspiele das 26. Internationale Literaturfestival Berlin, eines der bedeutendsten Literaturfestivals weltweit. Für radio3 berichtet Lukasz Tomaszewski täglich im Rahmen unseres Festivalradios vom Geschehen vor Ort. In der heutigen Ausgabe spricht er mit Festivalleiterin Lavinia Frey, dem Curator in Residence Jeet Thayil sowie mit einer der großen Stimmen der Gegenwartsliteratur - dem französisch-algerischen Schriftsteller Boualem Sansal.

Heute Abend startet im Haus der Berliner Festspiele das 26. Internationale Literaturfestival, eines der wichtigsten Literaturfestivals der Welt. Es gibt Buchpremieren, Lesungen, Paneldiskussionen mit über 100 Autorinnen und Autoren. Unter anderem mit: Boualem Sansal, Vigdis Hjorth, Han Kang und Dave Eggers. Lukasz Tomaszewski berichtet täglich für Radio 3 im Rahmen unseres Festivalradios. Wir sprechen vorab über die Highlights.

"Nie wieder wolle er einen Roman schreiben", so Maxim Biller kurz nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine, "sein Glaube an die weltverbessernde Kraft der Literatur sei dahin". Dem hat er schon ein Jahr später mit dem Roman "Mama Odessa" wieder abgeschworen. Welthistorisch genauso einschneidend wie der Überfall auf die Ukraine war der mörderische Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 auf Israel. Dieser steht nun im Mittelpunkt seines neuen Buches mit dem Titel "Schwarze Samstage". Gerrit Bartels hat es für uns gelesen.

Mit ihren politischen Statements zu Islamismus oder Politscher Korrektheit hat Monika Maron in den vergangenen Jahren immer wieder für erbitterte Diskussionen gesorgt. 2020 hat ihr der S. Fischer Verlag nach 40 Jahren die weitere Zusammenarbeit aufgekündigt. Seither erscheinen ihre Bücher bei Hoffmann und Campe - und zwar weiter mit großem Erfolg und Wohlwollen der Kritik. Jetzt gibt es einen neuen Roman der inzwischen 85 Jahre alten Autorin: "Vier Minuten". Jörg Magenau hat das Buch gelesen.

Mit dem Namen Heinrich Schliemann verbinden wir nicht nur die großen Mythen der Antike, der Mann hatte auch selbst ein bewegtes Leben. Sohn eines mecklenburgischen Pfarrers war er, später dann weitgereister Kaufmann und schließlich Entdecker oder zumindest Ausgräber des antiken Troja. Der Schriftsteller Gregor Sander hat jetzt einen Roman über Heinrich Schliemann geschrieben: "Troja, später Nachmittag" heißt er und erzählt nicht nur über den Forscher Heinrich Schliemann, sondern auch über den Menschen. Bei radio3 erzählt Gregor Sander, was ihn an Schliemann gereizt hat und wie er beim Schreiben des Romans vorgegangen ist.

Es wird langsam Herbst und mit ihm kommen die vielen großen heiß erwarteten Neuerscheinungen der Literaturwelt. Doch ist es auch die Zeit für die ganz besonderen und feinen Bücher, auf die der Berliner Guggolz Verlag spezialisiert ist. Er schreckt nicht davor zurück, Autorinnen und Autoren zu verlegen, die in Deutschland kaum jemand kennt, auch wenn sie in ihren Heimatländern schon zu Klassikern geworden sind. So wie die finnische Autorin Eeva-Liisa Manner, die in den 1950er bis 1980er Jahren Finnlands Literaturszene prägte. Nach dem Roman "Das Mädchen auf der Himmelsbrücke" erscheinen nun gesammelte Erzählungen unter dem ungewöhnlichen Titel "Promenadenmusik für kleine Flusspferde und andere Etüden". Irène Bluche stellt das Buch vor.

Die Autorin Valeria Gordeev hat man 2023 beim Ingeborg-Bachmann-Preis kennengelernt. Spätestens seitdem weiß man, dass die 1986 in Tübingen geborene Berlinerin an ihrem Debütroman arbeitet, denn mit einem Auszug daraus, dem Text "Er putzt", hat sie den Preis in Klagenfurt gewonnen. Gerade ist das Buch erschienen und steht prompt auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis und wurde mit dem Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung für das beste Debüt des Jahres ausgezeichnet. "Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle" heißt der Roman. Unsere Kritikerin Corinne Orlowski hat ihn gelesen.

Mit einem Wort kann man niemanden verletzten, oder? Adib Khorram ist ein queerer iranisch-US-amerikanischer Autor. In seinem Jugendbuch "Ein Wort, zehn Buchstaben" beschäftigt er sich mit dem homophoben Klima an einer amerikanischen Highschool. Eine Rezension von Regine Bruckmann.

Das neue Buch der Literaturnobelpreisträgerin Han Kang ist gerade erschienen. "Der goldene Faden" gilt als Schlüssel zu ihrem Werk: Darin enthalten sind Texte über ihre Literatur selbst, die immer auch der Frage nachgeht, wieso diese Welt von Gewalt durchzogen und dennoch gleichzeitig so schön ist. Auch ihre Nobelpreisrede von 2024 ist im neuen Buch abgedruckt. Nadine Kreuzahler hat es bereits gelesen.

Sie gilt als erfolgreichste junge deutschsprachige Autorin: Nach "22 Bahnen", "Windstärke 17" und "Die Assistentin" erscheint heute Caroline Wahls viertes Buch in nur vier Jahren. "1999 Meter über dem Meer" handelt ausnahmesweise mal nicht von der Liebe zum Wasser, sondern zu den Bergen. Der Road-Trip der Protagonistin - eine gerissene Junior-PR-Beraterin und Hochstaplerin - führt dabei von Indonesien über Berlin, ins Allgäu und in die engadiner Alpen. Unser radio3 Literaturkritiker Arno Orzessek hat den Roman bereits gelesen.

Wir brauchen eine "Zweite Wende": Das fordert die Journalistin Marieke Reimann mit ihrem Buch "Warum Ostdeutschland uns alle angeht". Denn auch 36 Jahre nach dem Mauerfall beherrschen Klischees die Debatte - und Unterschiede: Ostdeutsche verdienen weniger, haben weniger Vermögen, sind unterrepräsentiert in den Eliten der Wirtschaft, Politik und Medien. Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt sprechen wir mit Marieke Reimann auf radio3 über diese Schieflage und ihren Appell für den Osten.

Eine junge Frau verschanzt sich sieben Tage in ihrem Keller und mistet Kisten voller Erinnerungen aus - genau die sieben Tage, die sie auf eine medizinische Diagnose warten muss, deren Ergebnisse ihr Leben komplett verändern könnten. In "Junk", dem dritten Roman von Ilona Hartmann, erfährt man mit Hilfe von aussortierten Gegenständen viel über das Leben der Protagonistin und über ihre Beziehung zu Mutter und Schwester. Das Buch erscheint heute. Marlen Hobrack hat es bereits gelesen.

Autor:innen sollen Geld für Medienberichterstattung bezahlen - solche halbseidenen Angebote wurden unter dem Namen von bekannten Literaturkritikerinnen verbreitet. Eine Betrugsmasche, die doppelten Schaden anrichtet. Bei den Autor:innen, die Geld bezahlt haben und um die versprochenen Medienberichte geprellt werden. Und es kommt der Verdacht auf, dass Medienberichte gekauft werden können. Der Name der Literaturkritikerin und Podcasterin Mona Ameziane wurde für diese Betrugsmasche missbraucht. Auf radio3 erzählt sie, warum diese Betrugsmasche funktioniert.

Es ist wieder soweit: radio3 vom rbb und das Literaturhaus Berlin vergeben den Walter-Serner-Preis für Kurzgeschichten. Ab heute können sich Autorinnen und Autoren bewerben und einen Text einreichen, der folgenden Satz des Schriftstellers und Dadaisten Walter Serner integriert: "Wo Ernst ist, da sammeln sich die Frösche". Unsere radio3-Literaturredakteurin und Jury-Mitglied Anne-Dore Krohn erklärt das Prozedere.

Der ungarische Autor Péter Nádas ist heute Vormittag im Alter von 83 Jahren verstorben. Er gilt als einer der bedeutendsten europäischen Erzähler der Gegenwart und wurde immer wieder für den Literatur-Nobelpreis gehandelt. Eine Würdigung von Tomas Fitzel.

Viel wird zurzeit über den Osten Deutschlands gesprochen und diskutiert: über die Folgen der Wiedervereinigung, über das Erstarken der Rechten, über Rassismus und Diskriminierung. In diese Zeit fällt das Debüt des Podcasters und ehemaligen Handballers Don Pablo Mulemba mit großer Wucht: "Hundeheimat. Der Osten, meine Familie und andere Rätsel". Darin erzählt Mulemba über sein Leben als Sohn eines DDR-Vertragsarbeiters und einer Deutschen in Eberswalde und seiner Suche nach einer eigenen Identität. Katja Weber spricht mit Don Pablo Mulemba über sein Buch und seinen Blick auf den Diskurs über Ostdeutschland.

Dass ein Roman schon vor seinem Erscheinen für den Deutschen Buchpreis nominiert wird, spricht für dessen literarische Qualität. Aber nominierungs- und preiswürdig waren Ingo Schulzes Bücher schon öfter. Wie sieht es beim neuen mit dem Titel "Das Wasser im August" aus? Darüber diskutieren in unserer Reihe "Ein Buch, zwei Stimmen" unsere radio3-Literaturredakteurin Anne-Dore Krohn und der Kritiker Jörg Magenau.

Die norwegische Schriftstellerin Vigdis Hjorth ist inzwischen auch in Deutschland ein bekannter Name geworden: Ihre Romane, die an ihr eigenes Leben angelehnt, um schwierige Familienverhältnisse und Missbrauch kreisen, stehen in den meisten Buchhandlungen und beeindrucken immer mehr Leserinnen und Leser, so wie "Die Wahrheiten meiner Mutter" oder "Ein falsches Wort". Heute erscheint ihr neuestes Roman "Der gute Mensch von Sandvika". Angelehnt an Brechts "Der gute Mensch von Sezuan" erzählt Hjorth davon, was passiert als ein Lottogewinn eine arme Frau ins Unglück stürzt. Irène Bluche stellt das Buch vor.

Der Schriftsteller Jaroslav Rudiš macht sich wieder auf die Reise durch Europa, diesmal nicht mit der Eisenbahn, sondern in einem weißen Saab. In seinem neuen Roman "Wo die Toten sprechen" schickt er drei Freunde auf einen Roadtrip über Friedhöfe, durch Familiengeschichten und Erinnerungen tief in die europäische Geschichte hinein. Eine Rezension von Susanne Lang.

Heute startet in Berlin und Brandenburg das neue Schuljahr – und für viele Kinder beginnt damit der allererste Schultag. Damit nicht nur der erste schön wird, sondern auch alle weiteren Schultage, empfiehlt unsere radio3-Comicexpertin Andrea Heinze drei Comics zum Schulanfang.

Den ganzen Sommer über hat Literaturagent Thomas Böhm zum gemeinsamen Lesen an besonderen Orten in Berlin und Brandenburg eingeladen: von der Dachterrasse des Haus des Rundfunks über Schloss Rheinsberg bis hin zur Humboldt-Bibliothek in Berlin-Tegel. Hier lasen Hörerinnen und Hörer gemeinsam jeweils die Kurzgeschichte der Woche. Es bedurfte keiner Vorbereitung – come as you are – war der radio3-Spirit in diesem Sommer! Diese Lesungen fanden jeweils mit 25 bis 30 Personen statt und wurden nicht im Radio übertragen. Ihren Abschluss fand die Aktion am 23. August beim radioeins Parkfest.

Tülin Sezgin kennt man vielleicht besser als "Conny from the Block" - die Comedienne oder auch "Amtsfluencerin", die die deutsche Beamtenseele aufs Korn nimmt. Dazu hat Tülin Sezgin auch jede Berechtigung, hat sie doch selber in der Berliner Verwaltung gearbeitet. "Da bin ick nicht zuständig, Mausi" ist ihr erstes Buch. Jetzt wird sie persönlicher: In ihrem neuen Buch erzählt sie ihre eigene Geschichte. "Almancı Mädchen. Wie ich mir Deutschsein beigebracht habe", heißt ihr gerade erschienenes autobiografisches Buch. Auf radio3 spricht Shelly Kupferberg mit Tülin Sezgin.

Die Geschichte der Sklaverei ist so alt wie die Menschheit. Doch eine Epoche der Sklaverei ist in Vergessenheit geraten: Das Mittelalter. Europa und das subsaharische Afrika waren damals "Lieferzonen der Sklavenmärkte", wie Jan Robert Weber in seinem neuen Buch "Sklavenjagd und Menschenhandel" schreibt. Heute erscheint es und anlässlich des Internationalen Tages für die Erinnerung an den Sklavenhandel und seine Abschaffung am 23. August sprechen wir mit dem Autor über diese vergessene Zeit.

Literarisch schreiben kann man über jedes Thema, oder etwa nicht? Dennoch gibt es da Themen, die mehr überraschen als andere. Denn ganz ehrlich: Literatur über das Putzen – wer hat die erwartet? Umso neugieriger sind wir auf den Roman der Spanierin María Agúndez: "Saubere Häuser" heißt er, handelt von Sauberkeit, Putzen und dem verdammten bisschen Haushalt. Es ist María Agúndez' zweiter Roman, aber der erste, der ins Deutsche übersetzt wurde – radio3-Literaturkritikerin Sarah Murrenhoff hat ihn ins Studio mitgebracht.

Sie sind weiterhin mittendrin in unserem "Sommer der guten Geschichten". In dieser Woche geht es um die Geschichte "Eine Bagatelle" von Anton Tschechow, über die wir bei radio3 mit Ihnen ins Gespräch kommen wollen. Es liest Nina Kunzendorf.

Sommerzeit ist Lesezeit! Ob im Zug, am Strand oder auf dem heimischen Balkon: Bücher gehören einfach zu den hellen langen Tagen dazu. Doch welche Bücher sollen es sein? Unsere radio3-Moderatorinnen und -Moderatoren und das ganze Team empfehlen Ihnen ihre Lieblingsbücher für einen anregenden literarischen Sommer. Anne-Dore Krohn empfiehlt heute "Der letzte Sommer der Tauben" von Abbas Khider.

Max Czollek ist als Lyriker, Essayist und Kritiker gesellschaftlicher Entwicklungen bekannt. Nun hat er seinen Debütroman geschrieben. "Zweifelssohn" heißt er und verspricht eine wilde, poetische Reise von Wien über Berlin bis Rügen. Der Roman enthält Elemente von Träumen und Visionen - der Held sieht etwa Hannah Arendt rauchend am Berliner Landwehrkanal. Wahn oder Wirklichkeit? Gerrit Bartels stellt uns "Zweifelssohn" vor.

Es ist, Sie wissen es, unser "Sommer der guten Geschichten". In eine höchst unangenehme Situation begeben wir uns mit der guten Geschichte in dieser Woche. Ein "wohlgenährter, rosiger Mann" namens Nikolai kommt zu seiner Geliebten Olga. Olga hat wegen Nikolai ihren Ehemann verlassen, mit dem sie zwei Kinder hat. Eines davon ein achtjähriger Sohn. Der Zufall will es, dass Nikolai diesen Sohn allein antrifft. Und der Junge in seiner Naivität beginnt, Dinge zu erzählen, von denen Nikolai noch nichts wusste. "Eine Bagatelle" nannte Anton Tschechow seine Geschichte. Was das für eine "Kleinigkeit" ist, erzählt uns jetzt Thomas Böhm.

Sommerzeit ist Lesezeit! Ob im Zug, am Strand oder auf dem heimischen Balkon: Bücher gehören einfach zu den hellen langen Tagen dazu. Doch welche Bücher sollen es sein? Unsere radio3-Moderatorinnen und -Moderatoren und das ganze Team empfehlen Ihnen ihre Lieblingsbücher für einen anregenden literarischen Sommer. Natascha Freundel empfiehlt heute "Der Westen. Eine ostdeutsche Empfindung", herausgegeben von Cornelia Geißler.

Heute vor 70 Jahren ist Bertolt Brecht in Ost-Berlin gestorben, der große Theatermann und Begründer des epischen Theaters. Sein Geist schwebt auch 70 Jahre nach seinem Tod noch durch Berlin – nicht nur, weil er zusammen mit seiner Frau Helene Weigel, der Schauspielerin und langjährigen Intendantin des Berliner Ensembles, auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof begraben liegt. Oder weil seine Stücke wie "Die Dreigoschenoper", "Mutter Courage und ihre Kinder" oder "Der Fall der Stadt Mahagonny" bis heute immer wieder aufgeführt werden. Am Sonntag geht eine Stadtführung von StattReisen Berlin den Spuren von Bertolt Brecht in Berlin nach: "Brechts letzte Wege" heißt die einmalige Stadtführung anlässlich seines 70. Todestags. Auf radio3 sprechen wir vorab mit Stadtführerin Marianne Mielke.

Erst kürzlich war die österreichische Schriftstellerin Stefanie Sargnagel auf dem Wiener Opernball, um hier bei den Reichen und Schönen und den reichen Nicht-so-Schönen zu recherchieren und alles ganz schrecklich und ganz schrecklich interessant zu finden. Das war gewissermaßen ein Heimspiel. Jetzt aber hat es sie nach Deutschland gezogen, auf das Münchener Oktoberfest und zu den Wagner-Festspielen in Bayreuth, und auch darüber hat sie ein Buch geschrieben. Gerrit Bartels hat es für uns gelesen.

Hier auf radio3 lesen wir diesen Sommer gemeinsam mit Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, Kurzgeschichten in unserem "Sommer der guten Geschichten". Diese Woche stand eine Kurzgeschichte von Franziska zu Reventlow auf dem Programm mit dem etwas morbiden Titel "Tot". Am Mittwoch war unser Lesekreis also in Frankfurt (Oder) zu Gast, im rbb Regionalstudio im Oderturm. radio3-Literaturagent Thomas Böhm hatte dazu eingeladen, gemeinsam über die Kurzgeschichte zu diskutieren. Wie es war, erzählt er uns live auf radio3.

Der Roman „Gegen Wind“ von Gerti Tetzner durfte 1981 in der DDR nicht erscheinen. Dabei war das Vorgängerbuch „Karen W.“ in Ost und West sehr erfolgreich – vielleicht zu erfolgreich? In „Karen W.“ ging es um eine junge Frau, die ihren eigenen Weg in einer Gesellschaft suchte, in der der Staat in Berufskarrieren eingriff. „Gegen Wind“ geht einen Schritt weiter. Hier steht mit der Erzieherin Kristina wieder eine eigenwillige Frau im Mittelpunkt, die im System scheitert und deren Lebenswille fast gebrochen wird. Nun erscheint das Buch erstmals im Berliner Aufbau Verlag. Regine Bruckmann hat es gelesen.

Sommerzeit ist Lesezeit! Ob im Zug, am Strand oder auf dem heimischen Balkon: Bücher gehören einfach zu den hellen langen Tagen dazu. Doch welche Bücher sollen es sein? Unsere radio3-Moderatorinnen und -Moderatoren und das ganze Team empfehlen Ihnen ihre Lieblingsbücher für einen anregenden literarischen Sommer.

Eigentlich schaltet sich die in Berlin lebende österreichische Schriftstellerin Eva Menasse öfter mal in öffentliche Debatten um Meinungsfreiheit und Demokratie ein. Aber in den letzten Jahren war es auffallend still um sie - denn ihr neuer Roman war in Arbeit. Nun ist er erschienen. Und verknüpft, wie immer bei Menasse, das Private mit dem Politischen. Arno Orzessek hat "Alleinruhelage" schon gelesen und stellt das Buch auf radio3 vor.

Als vor 25 Jahren der Roman "Herr Lehmann" im Literarischen Quartett besprochen wurde, klangen die ersten Sätze wie ein Verriss. Doch dann gab es viel Lob für den westdeutschen Wenderoman. Und genauso begeistert wie die Kritik nahm auch das Publikum "Herr Lehmann" auf. radio3-Literaturexperte Thomas Böhm hat den Roman noch mal gelesen.