Täglich die wichtigsten Gespräche: aktuell und hintergründig. Mit Menschen, die wirklich etwas zu sagen haben - Experten und Entscheider. Ganz exklusiv, hochkarätig und prominent. Die Themen sind breit gefächert: Von Politik, Gesellschaft und Kultur über Wirtschaft und Wissenschaft bis hin zu Sport.

Eine dystopische Zukunft mit Erderwärmung und wenig Demokratie? In Science Fiction werden aber auch Anti-Dystopien dargestellt, die uns viel für heute sagen können, meint Politikwissenschaftlerin Isabella Hermann.

Gerhard Dannemann, emeritierter Professor am Center for British Studies der Humboldt-Universität in Berlin, ordnet den bevorstehenden Machtwechsel in Großbritannien und die Chancen des neuen Labour-Premiers Andy Burnham ein. "Aber das ist natürlich eine Herausforderung von ihm, die vielen verlorenen Wähler irgendwie wieder zurückzukriegen."

Philipp Köster, Chefredakteur des Fußballmagazins "11 Freunde", ordnet das sportlich durchwachsene Turnier und die politisch wie kommerziell überlagerte WM ein. "Die WM war insgesamt tatsächlich ein Fest des Turbo-Kapitalismus."

Jonas Brenner, Nothilfekoordinator für Venezuela von Caritas International, schildert seine Eindrücke aus dem Katastrophengebiet: "Die Lage im Katastrophengebiet ist tragisch, sie übersteigt jegliche Vorstellungskraft" und erklärt, welche Hilfe die Menschen jetzt am dringendsten brauchen.

Über Hitze sollte man nachdenken, wenn es kalt ist, sagt Prof. Claudia Traidl-Hoffmann. Die Medizinerin fordert, dass sich Menschen und Gesundheitssystem in Deutschland, langfristig auf die immer heißer werdenden Sommer vorbereiten.

Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke ordnet die Sommer-Pressekonferenz von Friedrich Merz ein - und erkennt beim Kanzler "kontrollierten Optimismus" und eine "gewisse Selbstzufriedenheit bei Selbstkritik" - doch ob die Koalition wirklich Tritt gefasst hat, bleibt für ihn höchst zweifelhaft.

Martin Elbe, Militärsoziologe und Psychologe, beobachtet deutlich mehr Kriegsdienstverweigerer in Deutschland: "Etwa 7500 Anträge wurden bis 31.5. dieses Jahr eingereicht." Entscheidend sei weniger eine neue grundsätzliche Ablehnung der Bundeswehr, sondern die geänderte Rechtslage und die neue Aufmerksamkeit durch Anschreiben an alle 18-Jährigen.

Ist es wichtig, die NS-Vergangenheit der Familie zu erkunden? Was tun, wenn man Unerwartetes wie eine frühe NSDAP-Mitgliedschaft herausfindet? Dazu im Gespräch mit Ruslan Amirov der Psychologe Louis Lewitan, Autor von "Der blinde Fleck" (Heyne)

Was hat Deutschland davon, wenn es Projekte im globalen Süden finanziell unterstützt? Im Gespräch mit Klaus Schneider dazu Prof. Stephan Klingebiel vom German Institute of Development and Sustainability in Bonn.

Die Bundesregierung will die Tabaksteuer deutlich und über mehrere Jahre anheben, um Rauchen unattraktiver zu machen, Milliarden in die Staatskasse zu holen und vor allem hohe Gesundheitskosten zu senken. "Wir wissen, dass etwa 80 bis 90 Prozent aller Lungenkrebsfälle tatsächlich auf das Rauchen zurückzuführen sind", betont Krebsforscherin Prof. Ute Mons.

Die Grünen diskutieren über ein neues Bild von Männlichkeit - zwischen Manosphere, Muskelkult und feministischen Ansprüchen. Soziologin Paula-Irene Villa Braslavsky ordnet ein, warum "Geschlecht eine Konstruktion" ist und Männlichkeit immer neu verhandelt wird.

Prof. Peter Philipp Riedl meint: Die Muße ist ein aktiver, aber nicht erzwingbarer Zustand. Muße ist nicht nur bloßes Nichtstun, sondern ein Zustand der Freiheit, in dem man sich ohne Leistungsdruck und Zweckbindung einer Sache widmet.

Bestseller-Autorin Christiane Hoffmann verknüpft in "Die Träume, die wir hatten" den Krieg Russlands gegen die Ukraine mit dem Suizid einer engen Freundin - und fragt: "Hätte man es verhindern können?"

"Dito" heißt das Spiel des Jahres 2026 - ein Partyspiel, bei dem man sich in die Gedanken der anderen hineinversetzen muss. "Dieses Spiel hat wirklich das Zeug zum Klassiker auf die lange Sicht gesehen", sagte Jury Chef Harald Schrapers.

100 Jahre Lebenserfahrung und sehr viel Dankbarkeit vom Weisheitslehrer David Steindl-Rast im Gespräch mit Birgit Magiera.

Bundestags-Vizepräsidentin Andrea Lindholz (CSU) beklagt ein zunehmendes Schwinden der Debattenkultur im Parlament: "Tatsächlich bin ich jetzt seit 2013 im Bundestag. Der Umgang miteinander ist sehr viel rauer geworden."

Jasmin Riedl, Politikwissenschaftlerin an der Universität der Bundeswehr München, ordnet die Bilanz der Bundesregierung vor der Sommerpause ein und sieht große, aber verspätete Reformvorhaben mit hohem Konfliktpotenzial: "Also es ist deutlich größer als die Agenda 2010, das muss man schon sagen."

Luigi Pantisano, stellvertretender Vorsitzender der Linken, bezeichnet die geplante Gesundheitsreform als "immenses Kürzungsprogramm", bei dem Patientinnen und Patienten mehr zahlen und schlechtere Leistungen erhalten: "Wir werden in Zukunft die Menschen, die in Armut leben, am Zustand ihrer Zähne erkennen."

Marc Henrichmann (CDU), Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums zeigt sich besorgt, sollte die AfD in Sachsen die Landesregierung stellen, denn dann könnten wichtige Informationen an Russland weitergegeben werden: "Ich habe die Sorge, dass die Nähe zu groß ist und dass da Informationen abfließen können."

Tanja Fottner, Leiterin der Stadtbücherei Augsburg und Vorstandsmitglied im Bayerischen Bibliotheksverband, begrüßt den geplanten Beschluss zur Sonntagsöffnung öffentlicher Bibliotheken als große Chance: Bibliotheken seien ein Ort "[...], an dem man sich mit anderen trifft, sich mit anderen austauscht [...]".

Omid Nouripour, Bundestagsvizepräsident von Bündnis 90/Die Grünen, beschreibt die Lage der Menschen im Iran zwischen Bombardements und Repression als ausweglos: "[...] die Leute im Iran haben halt permanent das Gefühl, dass sie in einer Sackgasse stecken."

Handy-Verbot, Rentenreform oder die Regelung zur Organspende - manchmal dauert es länger, bis Entscheidungen fallen. Prof. Jasmin Riedl von der Universität der Bundeswehr München erzählt, warum das auch Vorteile hat.

Stefanie Babst, Politikwissenschaftlerin und frühere NATO-Chefstrategin, kritisiert Trumps Auftritt beim Gipfel in Ankara und fordert, dass Europa seine eigene Verteidigungsfähigkeit stärkt, statt vor allem auf die USA zu schauen: "[...]es geht darum, in europäische Rüstungsindustrie zu investieren, in unsere eigenen Start-ups, in unsere eigenen Research Labs [...]".

Streiten. Muss sein, sagt Christian Boeser, Leiter des Netzwerks Politische Bildung Bayern und "Streitförderer": Anknüpfend an Altkanzler Helmut Schmidt, der sagte, eine Demokratie benötige den Streit, gibt Christian Boeser mehrere Tipps für gutes Streiten. Und er ermuntert zum Wiederholen, da nicht jeder Streit eine Lösung bringt.

Campino, Sänger der Toten Hosen, sieht die aktuelle Tour als "eine der letzten Runden", will aber bei den Konzerten in München alles andere als Abschiedsmelancholie aufkommen lassen: "Wir hauen volle Kanne rein."

In 47 Staaten gibt es sie noch, in 17 wird sie vollstreckt: die Todesstrafe. Warum und wie sich Deutschland dagegen engagiert, dazu Prof. Lars Castellucci, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechte im Gespräch mit Klaus Schneider.

Jürgen Mittag, Professor für Sportpolitik an der Deutschen Sporthochschule Köln, sieht in Trumps Intervention bei der FIFA einen gefährlichen Eingriff in die Integrität des Wettbewerbs: "Dass man aber seitens der FIFA Regeln während des Wettbewerbes ändert [...], das hat auch mich in der Tat sehr erstaunt."

Jamila Schäfer, Münchner Bundestagsabgeordnete und Grünen-Obfrau im Haushaltsausschuss, warnt: "Auf Dauer allein mit neuen Schulden zu finanzieren, wird uns sehr teuer zu stehen kommen und die demokratische Stabilität in unserem Land schwächen" und plädiert für das Prinzip, dass starke Schultern mehr zur Finanzierung beitragen sollen.

Achim Truger, Wirtschaftsweiser, hält angesichts der stark steigenden Verteidigungsausgaben Steuererhöhungen für unausweichlich und plädiert für einen ehrlichen Umgang mit künftigen Mehrbelastungen: "Mittelfristig halte ich Steuererhöhungen für absolut unumgänglich".

Thüringens Innenminister Georg Maier, SPD, zieht nach dem AfD-Bundesparteitag in Erfurt eine positive Bilanz des Polizeieinsatzes und weist die Kritik am großen Aufgebot zurück: "Das hat die Thüringer Polizei sehr gut gemacht. Die Deeskalation hat wirklich sehr gut funktioniert".

Der Philosophieprofessor und Staatsminister a.D. Julian Nida-Rümelin im Gespräch mit Klaus Schneider über ein optimistisches Menschenbild, Vertrauen in die Vernunft und Mitmenschen, die anderer Meinung sind.

Deutschland ist bei der Fußball-WM desaströs ausgeschieden, doch das Turnier liefert weiter große Geschichten. Reporter Philipp Hofmeister ordnet die WM ein und erklärt, warum vieles darauf hindeutet, dass Jürgen Klopp die Nationalmannschaft übernimmt.

250 Jahre nach der Unabhängigkeit der USA blicken die ehemaligen ARD-Washington-Korrespondenten Clemens Fehrenkotte und Ralf Borchardt auf die wechselvolle Rolle der Vereinigten Staaten in der Welt. Vom Eintritt in die Weltkriege bis zu Donald Trump.

Seit Juli erhebt Bayern den sogenannten Wassercent. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber erklärt, warum der Wassercent notwendig ist und wie das Geld künftig in den Schutz der lebenswichtigen Ressource Wasser fließen soll.

Der 250. Geburtstag der USA ist für Europa auf jeden Fall etwas zu feiern, sagt die Historikerin Prof. Britta Waldschmidt-Nelson. Die Unabhängigkeitserklärung der USA war schließlich Vorbild europäischer Verfassungen, Menschenrechten und Demokratie.

Bademeister retten Leben und halten den Betrieb im Schwimmbad am Laufen, doch in Bayern fehlen immer mehr Fachkräfte. Schlechte Bezahlung, Schichtdienst und unsichere Saisonjobs sorgen dafür, dass Öffnungszeiten gekürzt oder Bäder ganz geschlossen werden - "tatsächlich tragen wir jeden Tag Verantwortung für Menschenleben", sagt Ralf Großmann, Bayerns oberster Bademeister.

Lehrkräfte erleben im Schulalltag immer häufiger rassistische Sprüche, Hitlergrüße oder andere demokratiefeindliche Äußerungen. Viele fragen sich dabei: Wie weit reicht die Meinungsfreiheit? Und müssen sie politisch neutral bleiben? Politikwissenschaftler Steve Kenner erklärt, warum das oft zitierte Neutralitätsgebot ein Mythos ist, wann Lehrkräfte klar Haltung zeigen müssen und wie sie auf antidemokratisches Verhalten reagieren können.

Kai Hudetz, Handelsexperte bei der IFH Köln, ordnet die neuen EU-Zollregeln für Billigimporte aus Drittstaaten ein und warnt vor ihren Grenzen: "Wir haben zugelassen, dass der Zoll völlig geflutet wird. Der ist überfordert. Wir reden ja von Kontrollmöglichkeiten des Zolls im Promillebereich."

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Armand Zorn hält den ausgelaufenen Tankrabatt für eine "gute Maßnahme", lehnt aber eine Verlängerung ab. "Wir haben es ja vereinbart, dass der sogenannte Tankrabatt eine temporäre Maßnahme war zur Entlastung, und wir finden, das hat seine Wirkung erreicht."

Die Koalition ringt in Berlin um eine große Steuerreform, bei der kleine und mittlere Einkommen entlastet werden sollen, obwohl die öffentlichen Haushalte unter Defiziten leiden. "Das Kernziel einer Steuerreform sollte sein, dass die Menschen wieder höhere Anreize haben, auch zu arbeiten", sagte Steuerexperte Friedrich Heinemann.

Antimuslimischer Rassismus prägt die Lebensrealitäten von Millionen Menschen in Deutschland. Wie sollte die Politik darauf regieren? Karim Fereidooni, Professor für Didaktik der sozialwissenschaftlichen Bildung an der Ruhr-Universität Bochum im Gespräch mit Klaus Schneider.

Philipp Köster, Gründer und Chefredakteur des Fußballmagazins 11 Freunde, spricht nach dem WM-Aus von einer "großen Selbsttäuschung" und stellt klar: "Das strukturelle Problem ist offenkundig. Wir haben über viele Jahre im Nachwuchsbereich geschlampt."