Täglich die wichtigsten Gespräche: aktuell und hintergründig. Mit Menschen, die wirklich etwas zu sagen haben - Experten und Entscheider. Ganz exklusiv, hochkarätig und prominent. Die Themen sind breit gefächert: Von Politik, Gesellschaft und Kultur über Wirtschaft und Wissenschaft bis hin zu Sport.

Der frühere Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck hat die Bedeutung des Lebenspartnerschaftsgesetzes hervorgehoben und zugleich mehr sichtbare Unterstützung der Politik für die queere Community verlangt: "Ich fände es auch gut, wenn der Bundeskanzler mal zu einem gesellschaftlichen Event wie dem CSD kommen würde oder sprechen würde".

Hitze ist Hochleistungssport für Herz und Kreislauf. Die Gefäße weitern sich, das Herz muss schneller und kräftiger schlagen, vulnerable Gruppen geraten rasch an ihre Grenzen. Besonders gefährlich sind sprunghafte Temperaturanstiege. "Große Ausschläge nach unten und nach oben stressen den Körper", sagt Kardiologin Dr. Katharina Lechner vom Helmholtz Zentrum München.

Ende Juli 1901 wurde an der Universität Würzburg Geschichte geschrieben: Die britische Psychologin Beatrice Edgell promovierte dort - als erste Frau. Über die Fortschritte und Rückschritte der Gleichberechtigung hat Heike Specht ein Buch geschrieben: "Nicht mit uns!".

Fischereiökologe Reinhold Hanel erforscht invasive Kugelfische im Mittelmeer und warnt vor tiefgreifenden Veränderungen für Umwelt, Fischerei und Tourismus. "Das Mittelmeer verändert sich im Moment extrem stark (...). Die Kombination aus Erwärmung und neuen Arten bringt es mit sich, dass man eben komplett neue Ökosysteme findet."

Waldbrände, Niedrigwasser, Extremwetter - die Folgen der Erderwärmung sind sichtbar, gleichzeitig drängt Klimapolitik in Berlin hinter Krieg, Wirtschaftskrise und Haushaltsdebatten zurück. Jochen Flasbarth, SPD-Staatssekretär im Bundesumweltministerium, warnt: "Das Klima für den Klimaschutz ist schlechter geworden."

Freundinnen und Freunde sind für viele die Menschen, die anrufen, wenn es schwierig wird. Gleichzeitig verändert sich, was wir darunter verstehen: Freundschaften werden vielfältiger, manchmal fast zur Wahlfamilie. Was macht Freundschaft heute aus? Ein Interview mit Sabine Flick, Professorin für Soziologie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

Sage keiner, dass Parkbänke generell sicherer sind als Schulbänke: Klar, es kleben dort weniger Kaugummis, aber durchfallen ist durchaus möglich, vor allem, wenn das Holz morsch und der Body-Mass-Index bedenklich sind. Da können sogar überwiegend sitzende Tätigkeiten wie Aussicht genießen oder Mücken verscheuchen äußerst riskant werden. Gut, dass der Freistaat die breite Öffentlichkeit auf diese Sicherheitslücke hingewiesen hat. Eine Glosse von Peter Jungblut.

Meike Jipp, Direktorin des Instituts für Verkehrsforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), erklärt, warum wir trotz Navi noch im Stau stehen. "Wenn die Alternative nur kleine Landstraßen sind, ist es in der Regel besser, auf der Autobahn zu bleiben."

Gstanzl, oder Schnaderhüpfel, sind eine eigene kleine Welt aus Spott, Ritual und Musikalität, eng mit Hochzeiten und Volkskultur verbunden und heute doch selten im Alltag zu hören. "Ganz einfach Schnaderhüpfl oder Gstanzl ist ein Vierzeiler. Das ist schon alles. 4 Zeilen", sagte Dialektpreis-Träger und Gstanzl-Experte Dr. Sebastian Daller.

Konrad Körner von der "Jungen Gruppe" in der Unionsfraktion im Bundestag geht von einer erfolgreichen Wahl für Thorsten Frei als neuen Fraktionsvorsitzenden heute aus: "Thorsten Frei ist ein sehr respektierter Kollege, mit viel Erfahrung auch in der Fraktion, deswegen gehe ich von einem guten Ergebnis heute aus."

Die Bundesregierung muss sparen und will im kommenden Haushalt die Sozialleistungen kürzen. Wohlfahrtsverbände warnen vor den Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ulrike Ostner hat darüber mit der kommissarischen Leiterin Sozialpolitik des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Bayern Annalena Yngborn gesprochen.

Wie können Politiker über "Gefährder" oder schlimmstenfalls Attentäter sprechen, ohne einerseits zu verharmlosen oder andererseits ganze Bevölkerungsgruppen zu diffamieren? Verena Fiebiger hat das Prof. Marc Helbling gefragt, einen Soziologen von der Universität Mannheim.

Alexander Held, Forstwissenschaftler und Feuerökologe am Europäischen Forstinstitut, fordert mehr Prävention und naturbasierte Lösungen gegen Waldbrände. "Was wir im Moment tun ist, wir bereiten die Landschaft nicht vor und erwarten von den Feuerwehren, dass sie praktisch unter diesen Bedingungen das Unmögliche leisten."

CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann blickt der der geplanten Wahl von Thorsten Frei zum CDU/CSU-Fraktionschef gelassen entgegen: "Dieser Vorschlag hat sehr viel Wohlwollen und Zustimmung ausgelöst. Deswegen glaube ich, dass es auch morgen ein gutes Ergebnis geben wird."

Immer mehr Menschen nutzen Achtsamkeitspraktiken als Zuflucht vor den Krisen. Werden diese Techniken als Mittel zur Selbstoptimierung genutzt, das negative Gefühle als unzulässig darstellt, kann das sogar die Gesellschaft spalten.

Parlamentarische Sommerpause in Berlin - doch von Ruhe keine Spur. Weltkrisen, ein überraschender Kabinettsumbau und ein betont loyaler Markus Söder im Sommerinterview prägen das Bild. "Es gibt nicht allzu viele Leute, die wirklich passen, vom Regionalproporz, von den Interessen, von den Fähigkeiten, und deshalb ist es extrem schwierig, gute Personalentscheidungen zu treffen", sagte Prof. Ursula Münch.

Nach dem Anschlag am Rande des Christopher Street Day in Berlin hat auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, CSU, Unverständnis über die von einem Berliner Gericht verhängte Bewährungsstrafe für den mutmaßlichen Attentäter geäußert. "Im Ergebnis war das auf jeden Fall eine Katastrophe. Und es müssen sich auch die Richter, die einen solchen Fall zu beurteilen haben, natürlich schon bewusst sein, welche Verantwortung sie da auch für die Sicherheit der Menschen haben."

Ein KI-Modell von OpenAI hat bei einem Sicherheitstest eigenständig seine Testumgebung verlassen und versucht, auf externe Daten zuzugreifen. KI-Experte Gregor Schmalzried erklärt, warum KI längst auch zu einem sicherheitspolitischen Thema geworden ist.

Nach dem Messerangriff von Schongau stellt sich die Frage: Wie radikalisieren sich Jugendliche im Netz? Die Extremismus-Expertin Carmel Fuhg von der Amadeu Antonio Stiftung erklärt, welche Warnsignale Eltern und Schulen erkennen sollten.

Julian Holzapfel, Leiter des Staatsarchivs München, erklärt, warum derzeit so viele Menschen in Spruchkammer-Akten nach der NS-Vergangenheit ihrer Familien suchen und welche Grenzen diese Quellen haben. "Und wir sehen jetzt durch die Veröffentlichungen, die Sie angesprochen haben, noch mal einen Riesensprung."

Dreimal hat Mirjam Johns in den USA als Leihmutter ein Kind ausgetragen. Im Gespräch mit Ruslan Amirov mit erzählt die gebürtige Schweinfurterin, warum sie sich dafür entschieden hat - und was in der deutschen Debatte oft missverstanden wird.

Prof. Peter Neumann, Terrorismus-Experte am King's College London, sieht die Gefahr islamistischer Anschläge heute deutlich reduziert, warnt aber vor der fortbestehenden digitalen Anziehungskraft des sogenannten Islamischen Staates. "Die Leute sind im Internet, radikalisieren sich in Chaträumen, das macht es für die Polizei natürlich auch viel schwieriger [...]"

Raimund Albersdörfer, Paläontologe und Mitbegründer des Dinosauriermuseums Altmühltal, erklärt, wie spektakulär der Fund des 25 Meter langen Langhalssauriers "Arapahoe" ist und welcher Aufwand hinter Bergung und Rekonstruktion steckt. "Sie können sich ja nicht vorstellen, was für ein Aufwand es ist, da Knochen von so einem Riesentier zu bergen, zu transportieren, zu präparieren."

Thomas Heilmann, CDU, kritisiert das hohe Tempo der Gesetzgebung und fordert verbindliche Mindestberatungszeiten im Bundestag. "Ich bin für verbindliche Fristen. Ich bin dafür, dass das in der Geschäftsordnung des Bundestages geregelt wird."

In Deutschland leben laut offiziellen Zahlen etwa 80.000 Menschen ohne Krankenversicherung. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Über die Gründe und wie geholfen werden kann, spricht Ulrike Ostner mit Robert Limmer von Condrobs.

Onur Özata, Rechtsanwalt und Strafverteidiger in Berlin, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der OEZ-Anschlag als rechter, rassistischer Terrorakt anerkannt wurde, und fordert einen sensibleren Umgang von Staat und Politik mit den Betroffenen. "Es ist ein Hassverbrechen, und Hassverbrechen sind immer Botschaftsverbrechen."

Oliver Rathkolb, einer der renommiertesten Historiker Österreichs und Mitglied der Expertenkommission zum Umgang mit Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn, erläutert, warum dort nun ein Polizeizentrum eröffnet wird: "Man soll diesem Ort nicht diese Bedeutung geben, wie das beispielsweise in Italien Predappio für Mussolini hat oder noch schrecklicher in Gori in Georgien für Stalin."

Christoph Pinzl, Biersommelier und Leiter des Deutschen Hopfenmuseums im oberbayerischen Wolnzach, erklärt die kulturelle Bedeutung des Hopfens für Bayern und warum er für Geschmack und Qualität des Bieres unverzichtbar ist. "[...] probieren Sie mal ein Bier ohne Hopfen, dann wissen Sie, warum er drin ist."

Urlaub machen - aber was, wenn mein Lieblingsort zu einer Region gehört, in der es Menschenrechtsverstoße gibt? Neben dem Auswärtigen Amt hilft es, Infos bei Tourism Watch einzuholen: Die Organisation gibt Tipps für faires Reisen und regt Reisende an, ihre Urlaube verantwortungsvoll zu planen.

Joachim Herrmann, Bayerns Innenminister, sieht in der elektronischen Fußfessel ein wirksames Instrument zum besseren Schutz vor Gewalt und Stalking. "Dass wir hier den Schutz von potenziellen Opfern verbessern können, ist unstrittig", sagt Herrmann und verweist auf "positive Erfahrungen" mit dem Einsatz der Fußfessel als Präventivmaßnahme.

Eine dystopische Zukunft mit Erderwärmung und wenig Demokratie? In Science Fiction werden aber auch Anti-Dystopien dargestellt, die uns viel für heute sagen können, meint Politikwissenschaftlerin Isabella Hermann.

Gerhard Dannemann, emeritierter Professor am Center for British Studies der Humboldt-Universität in Berlin, ordnet den bevorstehenden Machtwechsel in Großbritannien und die Chancen des neuen Labour-Premiers Andy Burnham ein. "Aber das ist natürlich eine Herausforderung von ihm, die vielen verlorenen Wähler irgendwie wieder zurückzukriegen."

Philipp Köster, Chefredakteur des Fußballmagazins "11 Freunde", ordnet das sportlich durchwachsene Turnier und die politisch wie kommerziell überlagerte WM ein. "Die WM war insgesamt tatsächlich ein Fest des Turbo-Kapitalismus."

Jonas Brenner, Nothilfekoordinator für Venezuela von Caritas International, schildert seine Eindrücke aus dem Katastrophengebiet: "Die Lage im Katastrophengebiet ist tragisch, sie übersteigt jegliche Vorstellungskraft" und erklärt, welche Hilfe die Menschen jetzt am dringendsten brauchen.

Über Hitze sollte man nachdenken, wenn es kalt ist, sagt Prof. Claudia Traidl-Hoffmann. Die Medizinerin fordert, dass sich Menschen und Gesundheitssystem in Deutschland, langfristig auf die immer heißer werdenden Sommer vorbereiten.

Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke ordnet die Sommer-Pressekonferenz von Friedrich Merz ein - und erkennt beim Kanzler "kontrollierten Optimismus" und eine "gewisse Selbstzufriedenheit bei Selbstkritik" - doch ob die Koalition wirklich Tritt gefasst hat, bleibt für ihn höchst zweifelhaft.

Martin Elbe, Militärsoziologe und Psychologe, beobachtet deutlich mehr Kriegsdienstverweigerer in Deutschland: "Etwa 7500 Anträge wurden bis 31.5. dieses Jahr eingereicht." Entscheidend sei weniger eine neue grundsätzliche Ablehnung der Bundeswehr, sondern die geänderte Rechtslage und die neue Aufmerksamkeit durch Anschreiben an alle 18-Jährigen.

Ist es wichtig, die NS-Vergangenheit der Familie zu erkunden? Was tun, wenn man Unerwartetes wie eine frühe NSDAP-Mitgliedschaft herausfindet? Dazu im Gespräch mit Ruslan Amirov der Psychologe Louis Lewitan, Autor von "Der blinde Fleck" (Heyne)

Was hat Deutschland davon, wenn es Projekte im globalen Süden finanziell unterstützt? Im Gespräch mit Klaus Schneider dazu Prof. Stephan Klingebiel vom German Institute of Development and Sustainability in Bonn.

Die Bundesregierung will die Tabaksteuer deutlich und über mehrere Jahre anheben, um Rauchen unattraktiver zu machen, Milliarden in die Staatskasse zu holen und vor allem hohe Gesundheitskosten zu senken. "Wir wissen, dass etwa 80 bis 90 Prozent aller Lungenkrebsfälle tatsächlich auf das Rauchen zurückzuführen sind", betont Krebsforscherin Prof. Ute Mons.

Die Grünen diskutieren über ein neues Bild von Männlichkeit - zwischen Manosphere, Muskelkult und feministischen Ansprüchen. Soziologin Paula-Irene Villa Braslavsky ordnet ein, warum "Geschlecht eine Konstruktion" ist und Männlichkeit immer neu verhandelt wird.

Prof. Peter Philipp Riedl meint: Die Muße ist ein aktiver, aber nicht erzwingbarer Zustand. Muße ist nicht nur bloßes Nichtstun, sondern ein Zustand der Freiheit, in dem man sich ohne Leistungsdruck und Zweckbindung einer Sache widmet.