Die Welt der Literatur - Neuerscheinungen und Empfehlungen zum Wiederlesen.

In einer vergangenen Zeit, in der es als etwas Besonderes galt, "einen Adler zu schießen". Eine Tat, unter der "Böses und Schmerzliches" liegt: Zwei Brüder losen, wer den Schuss abgeben darf. Der jüngere Bruder verliert, will sich nicht damit abfinden, bietet dem Älteren seinen ganzen kindlichen "Reichtum", damit er doch schießen und danach die Adlerfeder an der Mütze tragen darf. Schließlich beginnt die Jagd – und der Junge macht die erste große Erfahrung seines Lebens. Es liest Nina Kunzendorf Der radio3 Lesekreis https://www.radiodrei.de/gutegeschichten

T.C. Boyle ist einer der produktivsten zeitgenössischen US-Schriftsteller. Alle ein bis zwei Jahre erscheint ein neues Buch von ihm - und immer sind seine Geschichten am Puls des Zeitgeschehens, sogar, wenn sie in der Vergangenheit spielen. Das dürfte auch in seinem neuen Erzählungsband "Das Ende ist nur ein Anfang" der Fall sein. Nadine Kreuzahler stellt das Buch auf radio3 vor.

Wir starten in die dritte Woche unserer Aktion "Der Sommer der guten Geschichten". Bei der stellt radio3-Literaturagent Thomas Böhm eine besondere Erzählung vor, die er gemeinsam mit Hörerinnen und Hörern an ausgewählten Orten in Berlin oder Brandenburg liest. In dieser Woche heißt sie "Mein erster Adler" und stammt von Ernst Wiechert. Thomas Böhm stellt sie im radio3-Studio vor - und verrät, wo sich der nächste Leserkreis trifft, um über die Geschichte zu sprechen.

Wir sind in der zweiten Woche unserer Sommeraktion. Jeden Montag stellen wir Ihnen eine neue gute Geschichte vor – die sie auf unserer Homepage nachlesen, herunterladen oder auch anhören können; eingelesen von der Schauspielerin Nina Kunzendorf. Die gute Geschichte dieser Woche stammt von der amerikanischen Schriftstellerin Kate Chopin. Sie lebte von 1850 bis 1904 in Saint Louis, würde berühmt mit dem Roman The Awakening („Das Erwachen“), in dem es um einen Ehebruch geht. Kate Chopin schrieb auch viele Kurzgeschichten und eine davon hat Thomas Böhm ausgesucht für unseren Sommerlesekreis: "Der Traum einer Stunde". Diese Geschichte wurde am Mittwoch in der Stadtbibliothek Wittstock an der Dosse gemeinsam gelesen. Thomas Böhm im Gespräch dazu.

Drei Tage lang gilt ab heute in Cottbus das gesprochene Wort: Spoken Word Artists aus allen ostdeutschen Bundesländern und mehreren osteuropäischen Ländern präsentieren in der Alten Segeltuchfabrik in Cottbus ihre Poesie. Sie feiern gemeinsam nicht nur die Lyrik auf der Bühne, sondern auch das fünfjährige Bestehen der Spoken Word Akademie, die ihren Sitz in der Lausitz hat. Frank Schmid spricht mit der Gründerin und Leiterin der Akademie und des Festivals, der Künstlerin und Rapperin Jessy James LaFleur über die Bedeutung der Sprache für Ostidentitäten und Kunst.

In der Lausitz tut sich was - nicht nur wegen des Strukturwandels und dem Ausbau der Seenlandschaft, auch literarisch wird die Region immer häufiger in den Blick genommen. Man denke an Lukas Rietzschels "Sanditz", das sich seit Wochen in der Bestsellerliste hält oder "Die schönste Version" von Ruth-Maria Thomas. Und nun kommt ein neues Buch dazu, das unter anderem in Cottbus spielt: "Lori" von Anousch Mueller, geboren 1979 in Erfurt, lebt in Königs Wusterhausen bei Berlin. Sie hat 2013 beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt gelesen. Da kam ihr Text, zugegeben, schlecht weg. Ihr Debütroman "Brandstatt" wurde trotzdem kurz danach mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung für das beste deutschsprachige Debüt des Jahres ausgezeichnet. Und nun, 13 Jahre nach ihrem Debüt, erscheint ihr zweiter Roman – unsere Kritikerin Corinne Orlowski hat ihn gelesen.

Heinz Strunks Roman "Memories of Heidelberg" begleitet ein Ehepaar bei einem Kurztrip nach Heidelberg. Während die Beziehung zunehmend Risse zeigt und die Besuche auf einem Restaurantschiff zunehmend zur Enttäuschung werden, entwickelt sich die Reise Schritt für Schritt zu einem Desaster. Gerrit Bartels hat das Buch gelesen.

Wie steht es in der bunten Berliner Literaturszene um die griechische Literatur? Und welche Themen beschäftigen griechische Autor:innen, die in Berlin wohnen und arbeiten? All das kann man in der neuen deutsch-griechischen Literatur-Anthologie "BerlinoGRAFIE" lesen, die diesen Sommer erschienen ist. Wie sprechen mit Angela Konti, sie ist eine der Herausgeber:innen.

So kann ein Buch auch entstehen: als solidarische Reaktion. Als der Literarturkritiker Denis Scheck bei einem Verriss das geschmähte Buch mit dem Geschnatter auf einer Damentoilette verglich, schlug ihm geballte Kritik von Frauen entgegen. Und jetzt erscheint als Erwiderung eine Text-Sammlung mit 22 Liebeserklärungen an das Örtchen: "Die Damentoilette". Susanne Lang stellt die Anthologie vor.

"Da man wusste, dass Mrs. Mallard ein Herzleiden hatte, ging man äußerst behutsam vor, um ihr die Nachricht vom Tod ihres Mannes so schonend wie möglich beizubringen." Was für ein Einstieg in eine Geschichte! Eine Geschichte, die dann noch weitere unvorhersehbare Wendungen nimmt und auch davon handelt, wie befreiende Gedanken in uns entstehen. Es liest Nina Kunzendorf Der radio3 Lesekreis https://www.radiodrei.de/gutegeschichten

Wenn Elfriede Jelinek, Literaturnobelpreisträgerin von 2004, ein Buch mit dem Titel "Unter Tieren" vorlegt, darf man davon ausgehen, dass es sich nicht um nette Tierparabeln handelt. Jelinek ist für ihren Sarkasmus und ihre Lust an schonungsloser Analyse bekannt. Sie gilt als wortmächtigste, witzigste und wichtigste deutschsprachige Dramatikerin - da darf man also gespannt sein, was ihr zu "Unter Tieren" einfällt. Jörg Magenau hat das Buch gelesen.

Jede Woche stellt radio3-Literaturagent Thomas Böhm eine besondere Erzählung vor, die er gemeinsam mit Hörerinnen und Hörern an ausgewählten Orten in Berlin liest. Nach Katherine Mansfields Kurzgeschichte "Flitterwochen" steht diesmal Kate Chopins "Der Traum einer Stunde" im Mittelpunkt. Die Erzählung gilt als Klassiker der frühen feministischen Literatur und thematisiert die gesellschaftlichen Zwänge der Ehe im 19. Jahrhundert.

Thomas Ostermeier ist der dienstälteste Intendant an einem Berliner Theater: Seit 27 Jahren leitet er die Schaubühne und hat dort 70 Stücke und Romane selbst inszeniert. Im Ausland gilt Ostermeier als "Gesicht des deutschen Theaters" und hat zuletzt sogar mit Cate Blanchett in London gearbeitet. Dazu passt, dass der Essayband "Wer da? – Begegnungen mit Thomas Ostermeier" von einem Kanadier stammt. radio3-Theaterkritikerin Barbara Behrendt stellt das Buch von Joseph Pearson vor.

Lutz Seiler begann seine literarische Karriere mit Gedichtbänden. Richtig bekannt wurde er durch seine beiden Romane "Kruso" und "Stern 111", die jeweils den Deutschen Buchpreis sowie den Preis der Leipziger Buchmesse gewannen. Lutz Seiler lebt in Wilhelmshorst bei Potsdam, wo er für das literarische Programm der Peter-Huchel-Gedenkstätte verantwortlich ist. In diesen Tagen liest Lutz Seiler für den rbb seinen neuen Roman "Das tickende Herz" als Hörbuch ein. Tomas Fitzel hat ihn dabei getroffen.

Er wird als der "Punk" unter den deutschen Historikern tituliert: Ilko-Sascha Kowalczuk, Autor einer zweibändigen, viel gelobten Walter-Ulbricht-Biographie und zahlreicher anderer Bücher, die sich vor allem mit der DDR-Geschichte, den Folgen der Wende von '89 und den Ostdeutschen befassen. Nun hat Kowalczuk ein neues Werk veröffentlicht, es heißt "Faschismus ist keine Meinung: Stabil blieben in autoritären Zeiten". Arno Orzessek hat das Buch gelesen.

Catherine Mansfields Erzählung "Flitterwochen" kreist um große Fragen des Zusammenlebens. Im Mittelpunkt stehen Fanny und George, die ihre Hochzeitsreise verbringen. Die Geschichte lädt dazu ein, darüber nachzudenken, ob man einen anderen Menschen jemals wirklich kennen kann und ob dieser Anspruch berechtigt ist. Beim Leserkreis im Haus des Rundfunks am vergangenen Mittwoch haben Hörerinnen und Hörer die Erzählung gemeinsam gelesen und anschließend ihre Gedanken, Erinnerungen und Einsichten dazu ausgetauscht. Auch im Laufe der Woche sind zahlreiche Reaktionen eingegangen. Thomas Böhm stellt heute die vielfältigen Perspektiven vor, die dabei zusammengekommen sind - darunter auch Stimmen aus den Kommentaren im Netz.

Sommerzeit ist Lesezeit! Ob im Zug, am Strand oder auf dem heimischen Balkon: Bücher gehören einfach zu den hellen langen Tagen dazu. Doch welche Bücher sollen es sein? Unsere radio3 Gäste, Moderatorinnen und Moderatoren und das ganze Team empfehlen Ihnen ihre Lieblingsbücher für einen anregenden literarischen Sommer. Carolin Pirich empfiehlt heute "Trag das Feuer weiter" von Leila Slimani.

"Stets überraschend und souverän konzipiert" - das sagt die Jury der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung über das Werk von Christine Wunnicke. Die 60-Jährige erhält den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis, eine der angesehensten Literaturauszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Sie mache mit ihrer "brillanten Kunst" im "vermeintlich Historischen das Fiktionale sichtbar". Wir gratulieren Christine Wunnicke persönlich und sprechen mit ihr über ihr Werk.

Ursula Krechel, Lutz Seiler, Lukas Bärfuss und Terézia Mora verbindet eine besondere Auszeichnung: Sie alle wurden mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt, dem renommiertesten Literaturpreis im deutschsprachigen Raum. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung an Autorinnen und Autoren verliehen, die das deutschsprachige Literatur- und Kulturleben maßgeblich geprägt haben. Heute gibt die Akademie bekannt, wer die Auszeichnung in diesem Jahr erhält. Ein Gespräch mit unserer Literaturkritikerin Anne-Dore Krohn.

Die US-amerikanische Autorin Lily King ist hierzulande vor allem mit ihrem Bestseller "Euphoria" bekannt geworden. Da ging es um die Ethnologin Margaret Mead und ethnologische Feld- und Selbsterforschung im Neu-Guinea der 1930er Jahre. Aber vor allem und wie immer bei Lily King war das ein großer Liebesroman. Das gilt wohl auch für ihren neuen Roman, den New York Times-Bestseller "Herz König", der jetzt in der Übersetzung von Eva Bonné auf deutsch erscheint. Jörg Magenau hat ihn gelesen.

Der Juli ist "Pride Month": An vielen Orten starten Paraden zum Christopher Street Day und andere Veranstaltungen, die queeres Leben als Teil der Gesellschaft feiern. Doch zuletzt gab es immer wieder hasserfüllte Angriffe auf solche Events. Für Doris Anselm ist es höchste Zeit, hier gegenzusteuern: mit Wissen und Literatur.

Was wäre, wenn das Bewusstsein eines Menschen nach seinem Tod weiterleben und mit den Hinterbliebenen in Kontakt bleiben könnte? Das spielt der Comic "Die Summe seiner Teile" in einer Zukunft am Beispiel eines Unfallopfers und seiner Frau durch. Die Konflikte, die daraus entstehen sind so differenziert und sinnlich erzählt, dass "Die Summe seiner Teile" der radio3 Comic des Monats ist. Andrea Heinze stellt ihn vor.

Fanny und George, ein frisch verheiratetes Paar, machen Flitterwochen im Süden, berauscht an sich selbst: "So ein Glück! War das nicht das Glück?" Nach einer Kutschfahrt entlang der Küste kehren sie in einem Restaurant ein. Beide haben Angst, dass der Kellner sie hereinlegt. Dann aber können sie endlich den Ausblick aufs Meer genießen – und Fanny stellt eine sehr weitreichende Frage. Es liest Nina Kunzendorf Der radio3 Lesekreis https://www.radiodrei.de/gutegeschichten

Inwiefern können literarische Texte die Realität lesbar machen? Diese Frage stellt das Lesefestival antifaschistische Literatur im Literaturforum im Brecht-Haus in der Berliner Chausseestraße. Der Ausgangspunkt ist die Analyse eines Schriftstellerkongresses, der 1935 in Paris stattgefunden hat. Damals trafen sich 250 Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus 38 Ländern, um über die "Verteidigung der Kultur" zu diskutieren. Warum dieser Kongress so wichtig war, weiß Florian Kappeler, der zum Auftakt des antifaschistischen Lesefestivals einen Impulsvortrag halten wird.

Zweisamkeit, Entspannung, neue Erlebnisse - Flitterwochen verbinden die meisten mit schönen Erinnerungen. Deshalb handelt von ihnen auch die erste Erzählung des radio3-Sommers der guten Geschichten. Jede Woche präsentiert radio3-Literaturagent Thomas Böhm eine besondere Geschichte, die er gemeinsam mit Hörerinnen und Hörern an besonderen Orten in Berlin lesen wird. Den Auftakt macht Katherine Mansfields Kurzgeschichte “Flitterwochen”, heute stellt Thomas Böhm sie auf radio3 vor.

Mit Samantha Cristoforetti, Astronautin, und Kai-Uwe Schrogl, politischer Berater der ESA – Lesung und Gespräch im Rahmen von LIT:potsdam am 02.07.2026 in der Villa Schöningen Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn

In unserem großen Sommerlesekreis "Der Sommer der guten Geschichten" wollen wir mit Hörerinnen und Hörern Kurzgeschichten lesen und darüber sprechen. Thomas Böhm ist dafür an verschiedenen Orten in Berlin und Brandenburg unterwegs. Der erste Lesekreis findet am 8. Juli im Haus des Rundfunks auf der rbb Dachterrasse neben dem Casino statt. Bereits vor jedem Lesekreis können Sie die jeweilige Kurzgeschichte bei uns auf radio3 hören, die erste am Montag, 6. Juli - gelesen von der Schauspielerin Nina Kunzendorf. Sie hat alle Kurzgeschichten unserer Sommeraktion eingelesen. Antje Bonhage war bei der Produktion dabei.

In "Weltzeituhr" erzählt Helga Kurzchalia von einer jungen Psychologin, die ihre Freiheit als eingeschränkt empfindet und den Ursachen dafür nachgeht. Liegen diese in Nachwirkungen der NS-Zeit oder in den gesellschaftlichen Zwängen der DDR? Auf der Suche nach Orientierung lässt sie fremde Menschen auf ihr Leben blicken. Zu ihnen gehört Magda, die während des Krieges Kinder aus dem jüdischen Ghetto rettete. Eine Buchkritik von Jörg Magenau.

Vier Mal im Jahr wählen 30 comicbegeisterte Menschen aus der großen Welt der Comicveröffentlichungen die zehn besten Titel aus. Heute wird die zweite Comicbestenliste des Jahres veröffentlicht. Und darauf sind überraschend viele Genrecomics vertreten und erfrischende Dokumentationen. Andrea Heinze stellt die neuen Trends im Bereich Comic und Graphic Novel vor.

Die SWR-Bestenliste ist eine Empfehlungsliste und damit ein Gegenprogramm zu den Bestsellerlisten, die sich nach den Verkaufszahlen richten. Für die SWR-Bestenliste wählen jeden Monat 30 Kritikerinnen und Kritiker ihre Lieblingsbücher aus. Eine davon ist unsere Literaturredakteurin Anne-Dore Krohn. Sie weiß, welche Titel auf der SWR-Bestenliste im Juli und August stehen.

Drei Figuren an den Rändern der Gesellschaft, verbunden durch den Willen zu überleben: In ihrem neuen Roman "Harte Strandparty" verknüpft Inga Machel die Geschichte eines Mädchens in Deutschland, eines Outlaws in Neuseeland und einer zum Tode verurteilten Frau in den USA. Gelingt dieses radikale Unterfangen? radio3-Literaturkritikerin Sarah Murrenhoff hat den Roman gelesen.

Die Hamburger Autorin Simone Buchholz ist u.a. bekannt für ihre Kriminalromane, die auf St. Pauli spielen, ihre existenziell-humorvollen Romanen wie "Nach uns der Himmel" und ihre Kolumnen im SZ Magazin. Ihr neues Buch "Über Söhne" hat sie ihrem eigenen Sohn gewidmet: Rocco. Von ihm erzählt sie hier, von Sohn und Mutter, den Kleinkindjahren und der Pubertät, die es allen Beteiligten nicht immer leicht macht. "Über Söhne" ist kein Erziehungsratgeber. Es erklärt nicht, wie man mit Jungen umgeht. "Über Söhne" ist ein Buch darüber, wie man mit Herz und Humor ein Kind dabei begleitet, auf seine Weise groß zu werden. Anne-Dore Krohn stellt das Buch vor.

Die Ukraine wird seit Februar 2022 von Russland angegriffen. Zu Beginn des Krieges hat die kanadisch-ukrainische Autorin Maria Reva gerade an ihrem Debütroman gearbeitet und konnte diesen nach dem Einmarsch der Russen eine Zeitlang nicht fortsetzen. Sie hat dann den Krieg zum Thema gemacht. Und im letzten Jahr ist es ihr gelungen, den Roman zu veröffentlichen – er wurde prompt hochkarätig ausgezeichnet, war eines der Bücher des Jahres des "New Yorker", der "Irish Times" und des "Guardian" und stand auf der Longlist des renommierten Booker Prizes. Heute erscheint er unter dem Titel "Ein Königreich für eine Schnecke" auf Deutsch. Unsere Kritikerin Corinne Orlowski hat ihn gelesen.

Wenn es um Afrika geht, hat ein Großteil leider immer noch viele Klischees im Kopf. Eine neue Lesereihe will das jetzt ändern: Die African Book Tour bringt in diesem Sommer fünf Autor*innen afrikanischer Herkunft in Berliner Bibliotheken. Unter dem Motto "5 Länder. 5 Stimmen. 5 Geschichten." nimmt die Reihe die fünf großen Teile des Kontinents in den Blick - Nordafrika, Ostafrika, Westafrika, Zentralafrika und Südafrika - und widmet jeder Region ein eigenes Lese-Event. Katja Weber spricht mit der Journalistin und Moderatorin Georgina Fakunmoju, die die Reihe veranstaltet.

Nino Haratischwili schreibt auf Deutsch über Georgien und seine Geschichte. Ihr 2022 erschienener Roman "Das mangelnde Licht" erzählt von vier Freundinnen im Tbilisi der 1990er Jahre – von Bürgerkrieg, Zerfall und Freundschaft. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, unter anderem ins Georgische. Wir sprechen mit Nino Haratischwili und der Übersetzerin Maia Panjikidze darüber, wie das Buch in Georgien rezipiert wird und wie der "Umweg" über das Deutsche das Schreiben über Georgien verändert.

Die Bücher von Ewald Arenz landen zuverlässig auf der Bestsellerliste. Jedenfalls ist das so seit seinen Erfolgsromanen "Alte Sorten" aus dem Jahr 2019 und "Der große Sommer" (2021). Vielleicht hat sein Erfolg als Erzähler damit zu tun, dass er im Hauptberuf Lehrer für Englisch und Geschichte ist und gelernt hat, dass man die Leser so wie die Zuhörer im Unterricht fesseln muss, um sie zu erreichen. Jetzt ist ein neuer Roman von Ewald Arenz erschienen: "Fünf, sechs, sieben, acht". Jörg Magenau hat ihn gelesen.

Am 7. Oktober 2023 wird der 23-jährige Hersh Goldberg-Polin von der Hamas verschleppt, woraufhin seine Mutter Rachel Goldberg-Polin weltweit zur lautesten Stimme für die Freilassung der Geiseln avanciert. Nach 328 Tagen des Bangens folgt die Tragödie: Hersh wird kurz vor seiner Rettung in Gaza ermordet. Mit ihrem jüngst erschienenen Buch „When We See You Again“, das kürzlich auch in Deutschland erschienen ist, setzt sie ihrem Sohn nun ein literarisches Denkmal . Julio Segador hat Rachel Goldberg-Polin in Jerusalem getroffen.

Das neue Buch des US-amerikanischen Politikwissenschaftlers und Stanford-Professors Francis Fukuyama mit dem Titel "Der letzte Mensch - Wohin steuert die Welt?" ist in Deutschland mit dreimonatigem Vorsprung erschienen. Darin kämpft er aus einer konservativen Position heraus für die liberale Demokratie und verteidigt seine These über das "Ende der Geschichte". Arno Orzessek hat das Buch bereits gelesen.

Vor genau 20 Jahren begann die Erfolgsgeschichte der Lettrétage in etwa so: In einer heruntergekommenen Kreuzberger Villa trafen sich Literaturstudent:innen und Lyriker:innen auf zusammengesuchten Stühlen. Die Idee: Vernetzung und Experimente. Heute ist die Lettrétage eine feste Größe der Berliner Literaturlandschaft – ein Ort für die freie Literaturszene. Zum Jubiläum eröffnet die Lettrétage heute sogar neue Räume – und verfolgt dabei ihre Mission bis heute: genreoffen, im internationalen Austausch und eng verzahnt mit der literarischen Szene Berlins. Über 20 Jahre Lettrétage radio3 sprechen wir mit Moritz Malsch aus dem Vorstand.

Noch ist der Wehrdienst in Deutschland freiwillig. Doch alle jungen Männer müssen sich mustern lassen. Eine Folge der viel zitierten Zeitenwende. Die Frage, ob – und wenn ja: warum – jemand bereit sein sollte, für Deutschland zu töten und zu sterben, ist wieder akut. Viel diskutiert wurde das Buch von Ole Nymoen "Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde". Der Journalist und Autor Stephan Anpalagan vertritt offenbar eine andere Überzeugung. Der Untertitel seines Buches "Für den Frieden" lautet nämlich: "Widerruf meiner Kriegsdienstverweigerung". Arno Orzessek hat es gelesen.

Der Krieg im Gazastreifen ist einer brüchigen Waffenruhe gewichen. Auf Demonstrationen in Westeuropa und in den USA sind zumeist einseitige Parolen pro Israel oder pro Palästina zu hören. Ausgleichende Stimmen gehen in dieser Lage fast völlig unter. Vor kurzem ist in Deutschland ein Buch erschienen, das eine vollkommen neue Perspektive bietet: Der aus Gaza stammende 29-jährige Hamza Abu Howidy hat seine Erinnerungen aufgeschrieben. Es ist die Geschichte eines Hamas-Gegners, der sich Frieden mit Israel wünscht.

Die Corona-Pandemie ist Vergangenheit. Die Zeit der Isolation ist vorbei. Für die meisten von uns. Nicht so für Menschen mit Long Covid. Für die 1,4 Millionen Menschen allein in Deutschland mit Long Covid oder dem chronischen Fatigue-Syndrom in Folge einer Corona-Infektion ist nichts wie vorher. Doch was wissen wir eigentlich über sie und ihre Krankheit? Wenig. Die Schweizer Schriftstellerin und Theaterregisseurin Ivna Žic trägt dazu bei, Long Covid sichtbar zu machen: Morgen erscheint ihr Essay „Die Unversehrten“, in dem sie sich literarisch mit ihrer Long-Covid-Erkrankung auseinandersetzt – pünktlich zur Verleihung des Wortmeldungen Literaturpreises, der jährlich einen literarischen Kurztext von gesellschaftlicher Dringlichkeit auszeichnet: in diesem Jahr den Essay von Ivna Žic. radio3-Literaturkritikerin Sarah Murrenhoff hat „Die Unversehrten“ gelesen.