Die Welt der Literatur - Neuerscheinungen und Empfehlungen zum Wiederlesen.

Vom Aufstieg aus einfachsten Verhältnissen und dem Klassismus, mit dem Melanie Lüdtke dabei immer wieder konfrontiert ist, erzählt die gebürtige Berliner in ihrem Comic "Hackenporsche". Dafür wurde die Comickünstlerin heute für den wichtigsten deutschen Comicpreis, den Max und Moritz-Preis, nominiert. Inzwischen wohnt Melanie Lüdtke in Kassel, ist gerade zu Gast im Literarischen Colloquium Berlin und erzählt auf radio3 über "Hackenporsche".

Für ihren Roman "Die nicht sterben" war Dana Grigorcea 2021 für den Deutschen Buchpreis nominiert. In ihrem neuen Buch "Tanzende Frau, blauer Hahn" erzählt die rumänisch-schweizerische Autorin Liebesgeschichten aus einem kleinen Ort in den Karpaten, der jeden Sommer vom Tourismus überrollt wird. Im Zentrum stehen ungleiche Paare und die Bedingungen, unter denen Liebe gelingen kann. Das Buch ist im Penguin Verlag erschienen. Sofie Czilwik hat es gelesen.

Viermal im Jahr wählen 30 comicbegeisterte Menschen aus der großen Welt der Comicveröffentlichungen die zehn besten Titel aus. Heute wird die erste Comicbestenliste des Jahres 2026 veröffentlicht - das Besondere daran: in diesem Quartal sind unter den 10 besten Comics die von 3 großen Comickünstlerinnen und viel Humor. Andrea Heinze stellt die neuen Trends im Bereich Comic und Graphic Novel vor.

Gertrude Bell ist die Engländerin, die vor mehr als 100 Jahren - 1922 - das erste Archäologische Museum in Bagdad gegründet hat. Sie war eine der ersten Frauen, die in Oxford Geschichte studiert hatten, lernte Persisch und Arabisch, wurde zunächst Archäologin, dann Orientkennerin und später zudem auch noch Spionin und Schlüsselfigur im Orient des Ersten Weltkriegs. Ein Leben, über das man ein Buch schreiben sollte? Der französische Bestsellerautor Olivier Guez hat genau das getan: "Die Welt in ihren Händen" heißt sein fiktionalisierter Roman über die Abenteuer der Gertrude Bell in Mesopotamien. Ein Lektüretipp? Wir fragen Literaturkritikerin Marlen Hobrack.

Was bedeutet eigentlich "Zuhause"? Eine WG gründen und gemeinsam durchs Leben stolpern? In die alte Heimat zurückkehren – oder sich eine neue Wahlfamilie suchen? Vielleicht bedeutet es auch, Wurzeln an einem Ort zu schlagen, wo man es nie erwartet hätte. Doris Anselm findet: Zuhause ist kein Ort, sondern ein Gefühl, und dazu stellt sie drei Bücher vor, die davon erzählen, wie Menschen ihr Zuhause finden – miteinander, in sich selbst oder mitten im Leben.

20 Jahre ist es her, dass die in den USA lebende indische Schriftstellerin Kiran Desai für ihren Roman "Erbin des verlorenen Landes" mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde. Und 20 Jahre hat sie an dem Roman geschrieben, der letztes Jahr in den USA erschienen ist und wieder auf der Shortlist des Booker Preises gelandet ist und von der New York Times zu den 10 besten Büchern des Jahres 2025 gezählt wird: "Die Einsamkeit von Sonia und Sunny" heißt Kiran Desais neuer Roman - ein Familienepos zwischen Indien und den USA und eine Liebesgeschichte inmitten der Widersprüche unserer globalisierten Welt. Auf radio3 berichtet Arno Orzessek von seiner Lektüreerfahrung. Arno Orzessek hat das Buch für radio3 gelesen.

Der Astrid Lindgren Memorial Award - kurz ALMA - ist die bedeutendste Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur der Welt. Der mit umgerechnet rund 460.000 Euro dotierte Preis wird seit 2002 jährlich an eine Person oder Organisation verliehen, um die enorme Bedeutung des Lesens für junge Menschen hervorzuheben. In diesem Jahr geht der Preis an den kanadischen Illustrator Jon Klassen - auch hierzulande kein Unbekannter. Im Jahr 2020 gewann sein Bilderbuch "Dreieck Quadrat Kreis" den Kinder- und Jugendliteraturpreis. Warum die Jury ihn gewählt hat und was seine Bücher einzigartig macht, besprechen wir mit Arne Bartram, ARD-Korrespondent in Stockholm.

In Polen ist Julia Fiedorczuk schon relativ bekannt - vor allem als Lyrikerin. Ihre Gedichte wurden in viele Sprachen übersetzt. Jetzt gibt es auf Deutsch auch einen Roman von Julia Fiedorczuk zu lesen: "Unter der Sonne". Der Roman verfolgt das Leben eines Lehrerpaares Miłka und Mischa über viele Jahrzehnte hinweg, beginnend mit dem Einmarsch der Deutschen bis in die Zeit nach dem Fall des Eisernen Vorhangs - eine in Deutschland selten erzählte Perspektive auf das 20. Jahrhundert. Tomas Fitzel stellt das Buch vor.

Nordkorea ist ein immer noch rätselhaftes Land, über das wenig bekannt ist, außer dass es die Welt immer wieder mit Atomwaffentests in Atem hält und von Steinzeit-Diktatoren regiert wird. Ausgerechnet der einstige Interviewfälscher Tom Kummer hat sich nun dieses Landes und seines "obersten Führers" Kim Jong-un und insbesondere dessen jungen Jahren angenommen - sein Roman heißt "Freiwürfe mit einem Diktator". Gerrit Bartels hat ihn für uns gelesen.

In der Dark Romance Literatur stehen meist toxische Beziehungen im Fokus. Diese sind oft geprägt von Machtgefällen, Obsession und Gewalt gegenüber Frauen. Wir sprechen mit Dr. Katja Kauer darüber, wieso Dark Romance paradoxerweise besonders unter jungen Frauen so beliebt ist. Sie ist assoziierte Wissenschaftlerin am Zentrum für Gender- und Diversitätsforschung der Universität Tübingen und Vertretung des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medienästhetik an der Fernuniversität in Hagen.

Wer gerne durch Buchläden schlendert, kommt an diesem Trend nicht vorbei. Regalwände voll mit düsteren Covern: dornige Rosen, Schlangen und Totenköpfe. Dark Romance gehört derzeit zu den gefragtesten Buchgenres. Aber was steckt hinter den düsteren Fassaden und warum werden die Bücher so gerne gelesen? Unsere Reporterin Elisabeth Miller weiß mehr.

Oliwia Hälterleins Roman "Wir Töchter" erzählt eine Familiengeschichte aus der Perspektive von drei Frauengenerationen, von Müttern und ihren Töchtern. Hälterleins Protagonistinnen tragen die in den Körpern gespeicherten Geschichten ihrer Mütter mit sich. Ganz so, als existierte ein nicht zu durchtrennendes Band zwischen den Generationen. Doch was, wenn die Jüngste unter ihnen keine Kinder bekommt? Wie sich dieser weibliche Zugang zur Familiengeschichte liest, berichtet Marlen Hobrack.

"Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute" - so der vielversprechende Untertitel des neuen Buches von Peter Sloterdijk. "Der Fürst und seine Erben" heißt der Titel. Der Fürst ist natürlich eine Referenz an das Standardwerk über politische Manipulation von Nicolò Machiavelli, und Peter Sloterdijk analysiert nun den neuen Typ "Fürst" am Beispiel von Figuren wie Trump oder Putin und geht der Frage nach, ob die moderne Welt die im Königtum gefundene Verkörperung der Macht in einer Einzelperson eigentlich überwunden hat. Sloterdijk wird sein neues Buch bei uns im radio3-Kultursalon präsentieren, am 22. April - und Arno Orzessek stellt sein Buch vor.

Monika Maron ist eine der streitbarsten Stimmen der deutschen Literatur: Ihre Kritik an Migration, Islam und politischer Korrektheit hat sie für viele zur rechten Provokateurin gemacht. Sie selbst weist diese Etikettierung zurück und versteht ihre Positionen als Ausdruck von Meinungsfreiheit. Jetzt sind Marons Tagebücher aus der Zeit zwischen 1980 und 2021 erschienen. Der Titel lautet "Immer noch freundlich, aber kaum noch geduldig". Katrin Krämer hat sie gelesen und sich mit Monika Maron unterhalten. Und sie gefragt, woher der Titel dieser Tagebuchsammlung stammt.

"Ihr gelingt das Kunststück, aus dem Leben Literatur zu destillieren" - das wird der Autorin und Bachmann-Preisträgerin Birgit Birnbacher bescheinigt. In ihrem neuen Buch "Sie wollen uns erzählen" geht es um eine Mutter-Sohn-Beziehung - und die Diagnose ADHS. Ein Thema, von dem die Autorin sagt, es habe sie in den letzten Jahren persönlich beschäftigt. Jörg Magenau stellt das Buch vor.

Island ist das Land der Dichtungen, Sagas und Epen, seit der Zeit der ersten Wikinger auf der Insel bis heute. Einer der großen isländischen Erzähler unserer Zeit ist Jón Kalman Stefánsson. Mit "Dein Fortsein ist Finsternis" oder "Mein gelbes U-Boot" hat er international Aufsehen erregt. Heute erscheint sein neuestes Buch "Himmelskörper am Rande der Welt" über einen Massenmord im 17. Jahrhundert, der trotz des historischen Stoffs aktueller denn je Fragen von Moral, Verantwortung und Wahrheit aufwirft. Irène Bluche stellt das Buch vor.

Josephine Mark hat sich vorgenommen, 10 Comics in unterschiedlichen Genres zu zeichnen. Nach einer Westernparodie, einem Road-Trip und einem Kindercomic legt die mehrfach ausgezeichnete Comickünstlerin jetzt einen Krimi vor. "Red" heißt der und es geht um einen lang zurückliegenden Mord, auf dessen Fährte ausgerechnet ein dreibeiniger Hund gerät. Andrea Heinze stellt unseren "Comic des Monats" vor.

Neuer Monat, neuer Lesestoff. Auch im April stehen auf der SWR-Bestenliste Bücher, die durch Originalität und Sprache 30 Literaturkritikerinnen und -kritiker überzeugt haben. Zu denen gehört auch unsere Literaturredakteurin Anne-Dore Krohn. Sie stellt heute zwei der Titel vor: Norbert Gstreins "Im ersten Licht", das für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war, und "Gute Momente" von Mely Kiyak.

Der englische Autor John Fowles ist hier nicht so bekannt wie in seiner Heimat. Dort gilt er als einer der bedeutendsten Schriftsteller. Die New York Times nannte Fowles vor einigen Jahren einen der 50 größten englischen Schriftsteller. In den Neunzigerjahren war er sogar mehrfach Kandidat für den Literaturnobelpreis. Heute würde John Fowles 100 Jahre alt werden. Dazu erscheint eine Neuübersetzung seines Hauptwerkes "Magus". Corinne Orlowski stellt es vor.

Mit dem "Roman eines Schicksallosen" wurde er berühmt. "Fiasko", "Kaddisch für ein nichtgeborenes Kind", "Galeerentagebuch" und "Liquidation" folgten: Bücher, die schon im Titel vom Scheitern sprechen. Dabei hat der ungarische Schriftsteller Imre Kertész ein einzigartiges, bis heute unvergleichlich tief bewegendes Werk hinterlassen, das dem Holocaust ein Trotzdem entgegensetzt, und für das er - neben vielen Preisen vor allem in Deutschland – 2002 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Heute vor 10 Jahren ist Imre Kertész gestorben. Natascha Freundel erinnert an sein Leben und Werk

Die Menschheit scheint immer mehr abzustumpfen. Eine Welt, in der wir tagtäglich mit Krieg, Toten, Unmenschlichkeit und Grausamkeit konfrontiert sind, in der Machthaber wie Putin,Trump, Netanjahu oder der neue iranische Revolutionsführer Modschtaba Chamenei grundlegende zivilisatorische Normen verletzen, grenzt für den russischen Intellektuellen Viktor Jerofejew ans Barbarische. Sein aktuelles Werk hat er deshalb "Die neue Barbarei" genannt, eine Mischung aus Autobiografie, Essay und Allegorie, Satire, Dichtung und tragikomischer Liebeserklärung. Jörg Magenau hat es gelesen.

Stanisław Lem wollte zu Lebzeiten ungern als Science-Fiction-Autor bezeichnet werden. Denn er war viel mehr als das: Schriftsteller, Philosoph und Essayist. Trotzdem wird er bis heute so bezeichnet: Als Polens wichtigster Science-Fiction-Auto - dabei war es genauer genommen Wissenschaftsfiktion. Als Lems Meisterwerk gilt der Roman "Solaris" von 1961. Er wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt, dreimal verfilmt – zuletzt 2002 von Steven Soderbergh – und außerdem vielfach in Bühnenstücken, Opern und Hörspielen umgesetzt. In Lems dystopischem Roman reist der Psychologe Kris Kelvin auf eine spärlich besetzte Forschungsstation auf dem Planeten Solaris, der fast vollständig von einem mysteriösen Ozean bedeckt ist. Stanisław Lem ist 1921 in Lemberg geboren und heute vor 20 Jahren in Krakau gestorben ist. Arno Orzessek hat "Solaris" wiedergelesen.

43 Jahre lang waren Siri Hustvedt und Paul Auster ein Paar. Dann nahm ihn ihr der Krebs. In ihrem neuen Werk "Ghost Stories. Ein Buch der Erinnerung" erzählt sie davon, was es bedeutet, wenn ein geliebter Mensch geht, was die Trauer mit einem macht und wie sie gemeinsam mit Paul Auster ihr Leben verbrachte. Gestern Abend war Siri Hustvedt bei der Schönen Lesung von radio3 und radioeins im Großen Sendesaal zu Gast. Die Schauspielerin Martina Gedeck las auf deutsch, Thomas Böhm moderierte und Oliver Kranz saß im Publikum und berichtet heute darüber auf radio3.

Lukas Rietzschel ist seit seinem Romandebüt "Mit der Faust in die Welt schlagen", das 2018 erschien, so etwas wie der Shooting Star unter den ostdeutschen Nachwende-Autorinnen und Autoren. Im letzten Jahr kam die Verfilmung in die Kinos. Rietzschels Heimat ist die Oberlausitz, geboren wurde er 1994 in Räckelwitz, heute lebt er in Görlitz. Nach "Raumfahrer" ist nun sein dritter Roman erschienen: "Sanditz", der bereits ein großes Medienecho hervorgerufen hat. Unsere Kritikerin Corinne Orlowski hat ihn ebenfalls gelesen.

Was bleibt, wenn jemand geht, der einen ein Leben lang begleitet hat? "Ich möchte als Geist zurückkehren", sagte Paul Auster zu seiner Frau, Siri Hustvedt, als er vor zwei Jahren starb und er forderte sie auf, weiter zu schreiben, sich von seinem Tod nicht aufhalten zu lassen. 43 Jahre lang waren die beiden das vielleicht berühmteste Schriftsteller- und Intellektuellenpaar der heutigen USA. Siri Hustvedt hat Paul Austers Wunsch erfüllt: In "Ghosts Stories. Ein Buch der Erinnerung" erzählt sie ihre gemeinsame Geschichte. Jetzt ist es in der deutschen Übersetzung erschienen und heute wird Siri Hustvedt ihr Erinnerungsbuch in Berlin vorstellen, bei der "Schönen Lesung" von radio3 und radioeins. Buchkritiker Thomas Böhm moderiert die Lesung.

"Schauen Sie öfter einmal Richtung Bratislava: Sie schauen damit auch in Ihre Zukunft." Mit diesen eindringlichen Worten warnt der slowakische Schriftsteller Michal Hvorecky davor, mit rechtsgerichteten Parteien zu koalieren. Denn wo das hinführt, das sehe man derzeit in seinem Land. Seit Oktober 2023 regiert dort Ministerpräsident Robert Fico in einem Dreierbündnis, bei dem die nationalistische Partei SNS dabei ist. Seitdem wurden zahlreiche Führungsposten in Kulturinstitutionen ausgewechselt, Fördergelder gestrichen und er selbst schon wegen Verleumdung angeklagt. In seinem neuen Buch "Dissident" analysiert Michal Hvorecky diese Entwicklungen von der einstigen Befreiung der Tschechoslowakei vom Kommunismus 1989 bis heute und bringt persönliche Erinnerungen mit ein. Auf radio3 spricht Frank Meyer mit ihm darüber.

Der Titel des Buches, über das wir nun sprechen, macht schon klar, worum es geht. "Entzug" heißt es. Geschrieben hat es der Schriftsteller Christoph Peters, der zuletzt mit einer an Wolfgang Koeppen angelehnten Trilogie über die politische Kultur der Berliner Republik große Aufmerksamkeit und begeisterte Kritiken bekommen hat. Jetzt geht es um etwas sehr Persönliches, um Alkoholmissbrauch und den Weg zurück ins Leben. Jörg Magenau hat das Buch gelesen.

Die Künstlerin Katharina Grossmann-Hensel hat sich dem Erzählen für Kinder verschrieben: Erzählen in Text und Bild, könnte man es nennen, denn neben Illustrationen für andere Autor/-innen hat sie viele Bilderbücher ganz aus eigenem Guss gestaltet: „Ich sehe mich im weitesten Sinne als Geschichtenerzählerin“, hat sie einmal über sich gesagt, „malen, schreiben, zeichnen, alles ist gleichberechtigt. So entsteht mal ein Bilderbuch, ein Cartoon oder auch Malereien auf Leinwand“ (Zitat artflash.de). Neu entstanden ist das Bilderbuch „Warten auf dich“. Unsere Kinderbuchexpertin Sonja Kessen hat es gelesen.

Der neue UN-Bericht zum Zustand des Weltklimas liefert heute wieder harte Fakten zur Klimakrise und ihren verheerenden Auswirkungen für das Leben auf dem Planeten. Nirgendwo sonst in Europa sind die Veränderungen so sichtbar wie auf den rasant schmelzenden Gletschern in den Schweizer Alpen. Der Künstler und Autor Thierry Raboud ist im Wallis aufgewachsen. „Die Schweizer lieben ihre Gletscher und fühlen sich wie Verwandte am Sterbebett eines Angehörigen“, sagt er. Ein Familienfoto, das ihn als Kind am Rhonegletscher zeigt, ist für Thierry Raboud Ausgangspunkt für ganz eigene Erzählungen über den Klimawandel und schwindende Gletscher. „Un Monde en liquidation“ („Eine Welt in Liquidation“) heißt sein neues Buch, in dem auch der Berliner Eisbär-Star Knut eine gewisse Rolle spielt. Kathrin Hondl berichtet.

Auch im Alter kann einen die Liebe alles in Frage stellen lassen, was man für selbstverständlich hielt. Den Protagonisten in Thomas Hettches neuem Roman "Liebe" überwältigt sie mit Anfang 60 aus heiterem Himmel. Ob Hettche aus dieser Ausgangssituation einen überzeugenden Liebesroman entwickelt hat, weiß unser Literaturkritiker Gerrit Bartels.

Die Manga-Comic-Con ist ein wichtiger Treffpunkt für Freunde der grafischen Literatur auf der Leipziger Buchmesse. Seit 2014 gehört sie dazu und ist ein bunter, kostümreicher Bestandteil der Buchmesse. Treffpunkt für alle Liebhaber von Comics, Manga, Cosplay, Anime, Japan und Games. Unsere Comicexpertin Andrea Heinze ist mittendrin und berichtet über Mangatrends.

Dieses Jahr ist auf der Leipziger Buchmesse kein einzelnes Land im Fokos - vielmehr gibt es einen Donauschwerpunkt. Zu diesem zählt auch der Autor Muri Darida. Er lebt zwischen Budapest und Berlin und arbeitet journalistisch zu politischen und gesellschaftlichen Themen. Auf der Messe stellt er seinen Debüt-Roman "King Cobra" vor. Darin reist der Protagonist Lazi nach Ungarn, um das Gewehr seines Großvaters zu finden, der während des Ungarnaufstands 1956 nach Argentinien fliehen wollte, aber in Eppingen gelandet ist. Eigentlich ist die Suche aber die nach dem Ursprung der Gewalt in der eigenen Familiengeschichte. Unsere Literaturredakteurin Anne-Dore Krohn hat Muri Darida auf der Leipziger Buchmesse getroffen.

Zehn europäische Länder liegen an der Donau: Von ihrer Quelle im Schwarzwald bis zu ihrer Mündung ins Schwarze Meer fließt sie an Ländern und Regionen unterschiedlichster Kulturen, Religionen und Weltanschauungen vorbei, die sie zugleich begrenzt und miteinander verbindet. Die Leipziger Buchmesse widmet dieses Jahr dieser vielfältigen Region ihren Schwerpunkt, mit zahllosen Veranstaltungen zu Literatur aus Kroatien, Österreich, Moldau oder Rumänien. Massimo Maio spricht mit Stephan Ozsváth, dem Kurator des Fokusthemas "Donauregion", über das geplante Programm.

Die Berliner Schriftstellerin Katerina Poladjan hat mit ihrem Roman "Goldstrand" den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik gewonnen. Der Goldstrand in Bulgarien gilt heute als Ballermann des Balkans. Der Legende nach vergruben Piraten dort einen Goldschatz, der dann zur Strafe in goldenen Sand verwandelt wurde. Poladjan, die im vergangenen Jahr bereits mit dem Großen Preis des Deutschen Literaturfonds geehrt wurde, widmet ihren Roman diesem Ort. Bei der Preisverleihung wurden gestern Nachmittag auf der Leipziger Buchmesse außerdem Marie-Janine Calic für ihr Sachbuch "Balkan-Odyssee" und der Übersetzer Manfred Gmeiner ausgezeichnet, der den Roman "Unten leben" von Gustavo Faverón Patriau übersetzt hat. Wir sprechen mit radio3-Literaturredakteurin Anne-Dore Krohn, die bei der Preisverleihung in Leipzig dabei war.

Gestern Abend ist der Schriftsteller Boualem Sansal zum ersten Mal in Deutschland aufgetreten, seit er aus der Haft in Algerien entlassen wurde. Natürlich ging es um Meinungsfreiheit und wie gefährlich deren Verteidigung Schriftsteller*innen in autoritären Systemen werden kann. Zusammen mit der Publizistin Thea Dorn, Memorial-Gründerin Irina Scherbakova und der deutsch-iranischen Journalistin Katajun Amirpur hat er in Leipzig über Zensur und politische Verfolgung gesprochen. Moderiert hat den Abend unsere Kollegin Natascha Freundel. Mit ihr sprechen wir auf radio3 über die Erkenntnisse der prominent besetzten Runde.

Gestern Abend hat Salman Rushdie im Nikolaisaal in Potsdam seinen Erzählband "Die elfte Stunde" vorgestellt. Die Lesung war der Auftakt für seine Tournee durch vier deutsche Städte. In fünf Geschichten richtet Rushdie den Blick auf die elfte Stunde unseres Daseins: auf Abschiede und Übergänge, auf das Altern, auf Wut und Gelassenheit, auf das, was gewesen ist und weiterwirkt. Rushdies Erzählungen leben von den unvergesslichen Charakteren, die er erschafft und gehen mit viel Weisheit den großen Fragen nach: Nehmen wir den Tod an oder lehnen wir ihn ab? Ist es Wut oder Ruhe, die unsere elfte Stunde prägt? Im Gespräch mit dem Kurator der Veranstaltung, Denis Scheck, sprach Rushdie über Endlichkeit und Erzählen, über Erfahrung und Fiktion – und darüber, welche Rolle Geschichten dabei spielen, dem Unabsehbaren Form zu geben. Tomas Fitzel saß im Publikum.

Heute ist ein wichtiger Tag für die deutsche Literaturszene. Am Eröffnungstag wird der Preis der Leipziger Buchmesse vergeben. Nominiert sind in diesem Jahr auch zwei Berliner*innen in der Kategorie Belletristik: Helene Bukowski mit ihrem Roman "Wer möchte nicht im Leben bleiben" und Norbert Gstrein mit "Im ersten Licht". Wer tatsächlich gewonnen hat und wie sie die Entscheidung der Jury bewertet, darüber sprechen wir mit unserer radio3-Literaturredakteurin Anne-Dore Krohn, die live vor Ort für uns berichtet.

Zur Minute findet in Leipzig die Verleihung der Preise der Leipziger Buchmesse statt. Unter den nominierten und möglichen Preisträgern in der Kategorie Sachbuch/Essayistik ist Ulli Lust - eine Berliner Comic-Autorin. Sie nimmt mit ihren Comics oft falsche Annahmen über die Lebensweise und das Verhältnis der Geschlechter in der frühen Menschheit unter die Lupe. Im vergangenen Jahr hat Lust dafür den Sachbuchpreis bekommen. Damit die Spitze des Eisbergs eines Trends: Sachbücher in Comic-Form - sogenannte Sachbuch-Comics. Lukas Haas aus der rbb-Kulturrecherche hat sich den Trend anlässlich der Leipziger Buchmesse einmal angeschaut und mit Künstlerinnen und Verlagen gesprochen.

Percival Everett gilt als eine der originellsten Stimmen der US-Gegenwartsliteratur. Letztes Jahr hat er für seinen Roman "James" den Pulitzerpreis erhalten. Bis zu seinem Durchbruch hat Percival Everett jedoch 20 Romane geschrieben, die relativ unbemerkt blieben. "Ausradiert" ist sein zwölfter Roman. Jetzt – nachdem die Verfilmung unter dem Titel "American Fiction" einen Oscar gewonnen hat – erscheint "Ausradiert“ noch einmal neu. Sarah Murrenhoff verrät uns, was sie von dem Roman hält.

Gestern wurde sie eröffnet, die Buchmesse in Leipzig, u.a. mit der Verleihung des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung. 2026 geht er an den kroatisch-bosnischen Schriftsteller Miljenko Jergović - für seine Erzählungen "Das verrückte Herz. Sarajevo Marlboro Remastered". Doch nicht allen ist zum Feiern zumute, schon im Vorfeld waren auch Proteste angekündigt, unter anderem wegen der Querelen um den Deutschen Buchhandlungspreis. radio3-Redakteurin Natascha Freundel berichtet live aus Leipzig.

In Leipzig gehen morgen früh auf dem Messegelände wieder die Türen auf - die Leipziger Buchmesse 2026 beginnt. Bis Sonntag präsentieren sich über 2.000 Aussteller aus 45 Ländern, an verschiedenen Orten in der Stadt finden im Rahmen von "Leipzig liest" an die 300 Lesungen statt. Neu ist in diesem Jahr u.a., dass es dieses Mal gibt kein einzelnes Gastland gibt, sondern das erste Mal ein Fokusthema: die Donauländer. Unsere Literaturredakteurin Anne-Dore Krohn ist schon in Leipzig und sie gibt einen Ausblick auf das Geschehen.

Der Berliner Verlag "Edition Tiamat" erhält am Freitag auf der Leipziger Buchmesse den Kurt-Wolff-Preis 2026. Der Preis wird vergeben im Sinne der Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene. Tiamat - Verleger Klaus Bittermann bereichert seit mehr als 45 Jahren die publizistische Landschaft mit politischen Essays und Büchern zu Geschichte und Zeitgeschehen, mit einem Schwerpunkt auf den Holocaust, Antisemitismus und Nationalismus. Wir sprechen mit Klaus Bittermann über seine Ideale und warum er seinen Verlag als Gegenpol zu den Mechanismen der Sozialen Medien sieht.