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Der in Lienz gebürtige und in Wien lebende Buchautor Christian Moser-Sollmann hat im September 2020 seinen dritten Roman Ohne Wham! und Abba im Dachbuch Verlag veröffentlicht und ist wie seine beiden Vorgänger eine gewohnt temporeiche und systemkritische Milieustudie. Über schlechte Osttirolerwitze, gutes Osttirolerbier, Heimatliebe, Literatur und Musik haben sich Christian Moser-Sollmann und Jutta Steiner im Zoom-Interview unterhalten.
Cellist Lukas Lauermann ist in der heimischen Musikszene ein sehr gefragter Mann und spielte u.a. mit Musikerinnen wie Violetta Parisini, Mira Lou Kovacs, Soap&Skin und Emily Stewart bis hin zu Bands wie Donauwellenreiter, A Life, A Song, A Cigarette, aber auch mit Der Nino aus Wien und mit André Heller auf dessen Album Spätes Leuchten. Bis dato ist Lukas Lauermann auf 59 Alben zu hören, zuletzt auf seinem Cello-Solo-Album „I N“. Aber nicht nur in heimischen Aufnahmestudios und hiesigen Konzertsälen ist Lukas Lauermann häufig anzutreffen, sondern quasi weltweit, führten ihn seine Konzertreisen in den letzten Jahren von diversen Clubs über das Burgtheater, und halb Mitteleuropa sogar bis nach Palästina, Kasachstan, China, Malaysia, Jordanien, Singapur und in die USA, um jetzt nicht alle Länder aufzuzählen. Robert Fischer traf den Cellisten zu einem ausführlichen Gespräch über des Musikers 2020er-Veröffentlichung „I N“, frei nach dem Motto „Jemand bekommt INput von außen und geht im selben Augenblick IN sich“ - oder so ähnlich halt.
Anna Herzig hab ich erstmals bei der Digital-Ausgabe von Rund um die Burg 2020 kennengelernt bzw. dort ihre Lesung gehört. Und was ich da von ihr hörte, hat mich sehr angesprochen - ihre Performance, ihr Schreibstil und freilich auch der Inhalt. Gelesen hat Anna Herzig aus ihrer zweiten Buchveröffentlichung mit dem Titel Herr Rudi, erschienen im deutschen Verlag Voland & Quist. Vom Umfang her eine Novelle, formal ein Roman, erzählt die in Salzburg lebende Autorin von einem Gerichtsvollzieher namens - genau, Rudi - der zwei Tage vor seiner Pensionierung eine Krebsdiagnose erhält. Die Ernsthaftigkeit des Themas umkurvt Anna Herzig mit einer dialoglastigen Leichtigkeit und einer starken Geschichte, reduziert aufs Wesentliche. Eine echte literarische Entdeckung also. Ein Gespräch über die Coronavirus bedingten Lebensumstände und natürlich über den Herrn Rudi.
Nach mehr als 40 Jahren in der wissenschaftlichen Forschung nahm Renée Schroeder Abschied von der Professur an der Wiener Universität und verlegte ihren Wohnsitz und neuen Arbeitsplatz in den Salzburger Tennengau nach Abtenau. Dort beschäftigt sich die Biochemikerin nun mit den wildgewachsenen Pflanzen, die auf den sonnigen Südhängen ihres Hofs in 1100 Metern Seehöhe gedeihen, und sie verarbeitet die Kräuter zu Salben, Tinkturen, Tees, Cremen und allem, was ihr sonst noch einfällt. In ihrem Webshop leierhof.at bietet sie all das auch an - vom Brennnesselsamen über den Schafgarbenlikör bis zur Zinnkrautsalbe. Ein Gespräch während der Coronavirus-Pandemie über Kräuter, Geschwindigkeit, Entschleunigung, Kunst, Naturwissenschaften und Bildung, oder, wie Renée Schroeder an einer Stelle meint: Die Menschheit kann nur gerettet werden mit Bildung.
Verena Zeiner ist Mitbegründerin von der Vernetzungsplattform Fraufeld zur strukturellen Sichtbarmachung von Musikerinnen in den Feldern progressiver Komposition und Improvisation. Das Musiklabel arooo.records - ein Akronym des Essays A Room Of One's Own von Virginia Woolf - entstand aus dieser Initiative heraus. Dort veröffentlichte Verena Zeiner ihr Piano-Solo-Album No Love Without Justice im Vetrieb von gylaax.com. Das Album gibt es zudem ab Mitte Juni 2020 in einer streng limitierten und handnummerierten 180 g Vinyl-Version. Aber das war gar nicht der Anlass für das Gespräch, sondern vielmehr die Coronavirus-bedingten neuen Lebensumstände. Heraus kam ein kurzweiliges Gespräch mit Utopiencharakter.
Ein Gespräch über Selbstverantwortung, analoge Stille und digitales Rauschen mit dem Schlagzeuger, Bandleader, Producer und Songwriter Alex Deutsch alias aleXdrum.
Ein gedankenvolles Gespräch über den analogen Alltag, über digitale Fluchtpunkte, über kreativwirtschaftliche Aspekte während dieser Coronavirus-Krise und über die Arbeit von Anne Eck am zweiten Album, die sie begann bevor all das losging.
Gitarrist Heli Mühlbacher von der Band Sketches on Duality sprach mit Manfred Horak, wie er diese Coronavirus-Tage erlebt und über das Zustandekommen des Quarantäne-Videos zu "Warlock", das am 10.4.2020 veröffentlicht wurde.
Daniela Flickentanz stand bei Manfred Horak ganz weit oben auf der Liste, um mit ihr über diese virale Unzeit zu sprechen, da sie einen erfreulichen Optimismus versprüht. Zudem versucht sie mit der allgemein nicht sehr leichten Zeit bzw. mit ihrer Situation als freischaffende Künstlerin krisenfest umzugehen. Seit 19. März 2020 gibt Flickentanz jeden Mittwoch ein Konzert, live aus ihrem analogen Wohnraum hinein in den digitalen Raum. Ihr Debüt-Album „handgemacht“ erschien auf dem von Anne Eck gegründeten Label Silvertree Records veröffentlichte, haptisch auf CD und auf Vinyl, und erhältlich bei Gylaax.com, dem Webshop für ein genussvolles Leben abseits von Massenware.
Über die wirtschaftlichen Auswirkungen aufgrund des Corona-Virus sprach Manfred Horak mit Roman Sladek von der Jazzrausch Bigband, die alles Altvaterische aus der Bigband-Musik bläst und - mutmaßlich als erste Bigband - in einem Technoclub zur Hausband wurde. Ihr musikalisches Konzept - so scheint es - passt überall hin, da sich das Intellektuelle und das Bauchgefühl einander ideal ergänzen. Roman Sladek gründete 2014 die Jazzrausch Bigband mit Studienkollegen an der Hochschule für Musik und Theater in München. In dieser kurzen Zeit entwickelte die Band ihren Technojazz, der alle Altersgruppen anspricht und live für großes Aufsehen sorgt. Mit an die 120 Konzerte im Jahr ist die Jazzrausch Bigband eine der weltweit erfolgreichsten Live-Bands aller Jazz-Bigbands. Wie eine vielköpfige Band in dieser viralen Unzeit wirtschaftlich überleben kann, erzählt Roman Sladek.
Kunst und Kultur in Zeiten des Coronavirus. Wenn das Leben still steht und alle Veranstaltungen abgesagt sind, verschiebt sich vieles in den digitalen Raum. Wie gehen Kulturschaffende mit dieser neuen Situation um? Eine Podcast-Reihe für alle, die Inspiration und Anregung für ein Leben abseits der Norm suchen.
Wir, 3 Schüler aus der 6B des GWIKU18, haben im Theaterhaus Dschungel Wien das Stück Rauchpause besucht. Es hat uns sehr gut gefallen, so etwas in der Art haben wir alle zuvor noch nie gesehen. Das Stück fasst das Thema Sucht in mehreren Szenen gut zusammen.
Gestochen und weg - so heißt das Stück, das wir uns im Theaterhaus Dschungel Wien angeschaut haben. Schrille Flötenklänge, ein leidenschaftlicher Schauspieler und eine VR-Brille, all das ist Teil des Stücks. Unsere Gedanken und Gefühle zu diesem ungewöhnlichen Musiktheaterstück, das auf das Grimm-Märchen Dornröschen basiert, halten wir in dieser Podcast-Episode fest.
Radio Freedom lautet der Titel des musikalischen Theaterstücks über Apartheid, Rassismus und Vorurteile von der weltberühmten Tänzergruppe IYASA. Taucht ein in bewegende Geschichten, reiche afrikanische Kultur, Tanz, Gesang und Musik und eine lustige Mischung aus afrikanischer und österreichischer Kultur.
Kulturwoche.at-Redakteurin Kim Höbel hat sich in einem Wiener Kaffeehaus zu einem Interview mit Schauspielerin Michaela Bilgeri und Kollege Martin Hemmer vom aktionstheater ensemble getroffen, um über politisches Theater, den Wahnsinn des Lebens und John Bon Jovis Weisheit zu sprechen.
Sängerin und Liedschreiberin Verena Göltl kehrt nach einer sechsjährigen Kreativpause endlich wieder auf die Konzertbühnen zurück. Parallel dazu veröffentlicht die sympathische Burgenländerin mit ihrer Luxuscombo das hörenswerte Album Wal ohne Wossa mit 14 Jazzliedern im Wiener Dialekt. Ein Album, das nicht nur musikalisch überzeugt - auch das Album-Cover-Design von Astrid Rothaug ist eine Wohltat und kam bereits bis ins Finale des Franzl Design Award 2018. Eine gute Basis also für ein ausführliches Gespräch, das Manfred Horak mit Verena Göltl führte.
Mit Der zweite Reiter führte Alex Beer den Kriminalinspektor August Emmerich ein, der im Wien des Jahres 1919 Mordfälle zu lösen hat. Für diesen Debüt-Roman erhielt die Vorarlbergerin gleich mal den Leo-Perutz-Preis 2017 für die beste Neuerscheinung aus dem Genre Kriminalroman im deutschen Sprachraum. Der zweite Roman, Die Rote Frau, führt diese begonnene Reihe fort und spielt ebenfalls im Wien, allerdings ein paar Monate später, nämlich im März 1920. Hunger am Ende des Krieges, Hunger am Beginn des Friedens, der Zerfall der Monarchie, Gründung der Ersten Republik, Kriegsheimkehrer, Arbeitslose, unwirtliche Hygienezustände prägen das Stadtbild, und in all dem setzt Alex Beer ihre Krimi-Handlung an. Sie bleibt dabei nicht an der Oberfläche, sondern recherchiert penibel in den Archiven der Österreichischen Nationalbibliothek. Heraus kommt in beiden Fällen ein spannungsreiches Gesellschaftsbild mit gut herausgearbeiteten Charakteren und glaubhaften Krimihandlungen. Der literarische Feinsinn von Alex Beer schafft dabei die Gratwanderung der anspruchsvollen Unterhaltung unter Einbeziehung zeithistorischer Sittenbilder und Alltagsmomenten ohne dabei jemals die Spannungsdramaturgie eines Krimis aus den Augen zu verlieren. Beide Romane heben sich somit wohltuend von der breiten Masse an Kriminalromanen ab, und war schon Der zweite Reiter ein Hochgenuss zum Lesen, so ist der zweite Fall mit August Emmerich nochmals eine Steigerung. Beim Interview sprachen wir über Erwartungshaltungen und Recherchemethoden, über Ansprüche und Glück, und nicht zuletzt über soziale Einrichtungen in der Ersten Republik. Passend zum Zeitrahmen des Romans stammen die Musikbeiträge von Original Schellack Aufnahmen aus dem Jahr 1919 und 1920, namentlich von Irving Kaufman, Arthur Fields, Marion Harris, Al Jolson, Mamie Smith, Albert C. Campbell and Henry Burr, Armin Berg und Otto Reutter.
Im Theaterstück Die wunderbare Zerstörung des Mannes inszeniert Martin Gruber mit seinem mehrfach ausgezeichneten aktionstheater ensemble die Suche nach einem neuen Männerbild und das gleichzeitige Scheitern daran. Sechs Männer, sechs Sichtweisen. Trotz einer offensichtlichen Regression, der Rückkehr von Uralt-Machos auf nationalem und internationalem politischen Parkett, scheint sich ein Zerfall alter Rollenbilder, soweit diese überhaupt festgemacht werden können, abzuzeichnen. Kulturwoche.at-Redakteurin Kim Höbel traf den Regisseur vor der Uraufführung am 13.6.2018 im KosmosTheater zu einem wunderbaren Interview.
Nach ihrer (ersten) Produktion KörperVerstand bringt die gleichnamige Kompanie mit BrainGame den Versuch zweier Männer auf die Bühne, die Aufgaben des Lebens zu meistern. Leo Stockreiter und Luca Hastert sahen das Stück im Dschungel Wien und sammelten O-Töne und Eindrücke vom Publikum, aber auch von den Protagonisten Moritz Lembert und Steffi Jöris.
Was bleibt von einem Jahr übrig? Terroranschläge, Falschmeldungen, Bundespräsidenten-Wahl in Österreich, Schularbeiten, der Tod von David Bowie und Leonard Cohen (auf Prince wurde vergessen), Identitäre im Burgtheater, Erdogan, Trump, Aleppo, EM und Brexit... - All das und noch viel mehr ist die Grundlage für die dokumentarische Performance "Dreihundertfünfundsechzig + Mein dokumentiertes Leben im Jahr 2016". Eine Podcast-Episode als Dokumentation einer Dokumentation.
Die Frage Gibt’s ein Leben vor dem Tod? stellt sich Boris Bukowski auf seinem gleichnamigen Album, das ihn als Solo-Künstler stärker und besser denn je wieder zurück auf die Bühnen und ins Rampenlicht bringt. Kulturwoche.at Redakteur Robert Fischer traf sich mit dem sympathischen und jung gebliebenen Sänger, um mit ihm ein anekdotenreiches Interview über die lange Karriere des Boris Bukowski zu führen.
2018 findet bereits die dritte Diagonale - Festival des österreichischen Films, Graz, unter der Doppelintendanz von Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber statt, Im Mittelpunkt steht dabei wie immer natürlich das Erkunden der österreichischen Filmlandschaft, nicht nur neuer Filme, sondern auch ältere Jahrgänge. Im Specials Kein schöner Land widmet sich die Diagonale z.B. dem Metathema Provinz und Heimat. Dies war auch der Ausgangspunkt beim Interview mit Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber, die Manfred Horak im Wiener Diagonale Büro traf.
Die österreichische Dialektband Denk veröffentlicht mit Tänker ihr bereits neuntes Album in ihrer mittlerweile mehr als 15-jährigen Bandgeschichte. Aufgenommen und produziert wurde das Album zur Gänze im Mekka der europäischen Popmusik, also, richtig, in Schweden, konkret in der siebentgrößten Stadt Schwedens, in Linköping in der schwedischen Provinz Östergötlands. Dort wurde der Produzent Niels Nielsen verpflichtet und ein Haus im Wald gemietet. Kulturwoche.at Redakteur Robert Fischer traf die ungemein sympathische, zudem charismatische und redegewandte Birgit Denk zu einem ausführlichen Interview, nicht nur über das Zustandekommen des Albums, sondern auch über die Bandgeschichte, sowie über Politik, Lieblingsalben und der metoo Debatte.
Am Beginn stehen die Frauen und Herren Kunsthistoriker vor dem Gemälde und staunen, was es da alles zu sehen gibt. Das Publikum sieht das Gemälde freilich nicht, kann sich aber gut vorstellen, was es zeigt. Und falls nicht: Vorher und nachher kann sich jeder das Originalgemälde in Ruhe zu Gemüte führen und selbst ähnliche Begrifflichkeiten von sich geben, denn bis heute ist (fast) alles rund ums Gemälde reine Spekulation. Die Rede ist vom weltberühmten Triptychon "Das Jüngste Gericht" (auch "Wiener Weltgericht" genannt) von Hieronymus Bosch und dem Bühnenstück "Bosch on stage". Anlass des Stücks ist die Übersiedlung der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien inklusive ihrem Stargemälde von Bosch ins Theatermuseum Wien, und genau dort wurde das Stück ja auch erstaufgeführt. Manfred Horak traf den Regisseur und Stückeschreiber Jerome Junod und die Schauspielerin Petra Staduan zu einem ausführlichen Gespräch.
Diesmal dreht sich alles um die jeden zweiten Monat stattfindende Veranstaltungsreihe U20 Poetry Slam im Dschungel Wien, gestaltet und moderiert von Adina Wilcke, die auch den offenen Workshop schreibKLASSE für unter und über 20-jährige leitet. Den Poetry Slam Abend begleiteten Raphael Brandner, Sebastian Sokal und Nikolaus Zemanek, um den Beitrag zu gestalten.
Die zweite Episode berichtet von der Premiere des interaktiven Gruppenspiels Die Bewegung im Dschungel Wien. Dieses alles andere als herkömmliche Theaterstück wurde von Julia Meinx, Christina Rauchbauer, Flo Staffelmayr, sowie Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Haizingergasse konzeptioniert und erarbeitet. Den Beitrag gestaltet haben Elisa Berry, Livia Praun und Rea Roitner.
Mit Blutsschwestern steht ein wildes und ausgelassenes Tanztheaterstück über und mit jungen Frauen und deren Lebensentwürfe im Mittelpunkt der ersten Episode. Katharina Wurzinger und Leonie Semrau-Deutsch von der GWIKU18 besuchten das Theaterstück und sprachen mit Ensemblemitgliedern und Publikum.
Hans Hurch, geboren am 18. Dezember 1952 in Schärding war seit 1997 Direktor des Wiener Filmfestivals Viennale und verstarb völlig unerwartet am 23. Juli 2017 in Rom. Die Klangcollage setzt sich aus verschiedenen Viennale-PK-Auftritten von Hans Hurch aus den Jahren 2008 bis 2016 zusammen.
Vorurteile, vor allem gegenüber Menschen mit anderer Haarfarbe, sind der Stoff, aus dem Komödien sind. Das beweist niemand eleganter als Johann Nestroy in „Der Talisman“. Die Posse wurde 1840 uraufgeführt und ist seither nicht von den Bühnen verschwunden. Das Bühnenstück „mit Gesang in drei Akten“ spielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf dem Gut der Frau Cypressenburg nahe einer großen Stadt. Der rothaarige Außenseiter Titus Feuerfuchs steigt mithilfe seiner Gewitztheit und einer schwarzen Perücke in kürzester Zeit in die sogenannten besseren Kreise auf. Der Protagonist durchschaut nämlich die Gesellschaft und sorgt nach seinem erwartungsgemäß rasanten Abstieg selbst für sein Lebensglück. Sehr frei nach Nestroy überträgt die Regisseurin Esther Muschol die Grundproblematik des “Talisman” von der Haar- auf die Hautfarbe und die Thematik der Chancenungleichheit in der Arbeitswelt mit den Mitteln der Komödie ins Heute. Der Titel ihres Stücks lautet „Weißer Neger sagt man nicht“ und wer da jetzt weniger an Nestroy, dafür umso mehr an das Drama „Die Neger“ von Jean Genet denkt, liegt vollkommen richtig, denn genau das war die Ausgangslage für Esther Muschol, nachdem es 2014 rund um die Aufführung von „Die Neger“ bei den Festwochen Wien zu Aufregungen und Protesten kam. „Die Neger“ von Jean Genet ist jedenfalls auch die Ausgangslage des Gesprächs mit Esther Muschol, das wir in den Büroräumlichkeiten vom Theaterhaus DasTAG führten. Ein Gespräch, das freilich immer wieder rund um ihr Stück „Weiße Neger sagt man nicht“ führt, Stichwort Verbotene Wörter, Quotenregelung, Jobbewerbung, Strukturen in der Arbeitswelt. Aber auch ein Gespräch, das uns Einblicke in die Arbeitsweise von Esther Muschol verschafft bis hin zu Überlegungen der Regisseurin, was für sie ein geglückter Tag ist.
Me and Marie ist eine vielversprechende Band der Südtirolerin Maria de Val am Schlagzeug, an der Gitarre und Gesang und dem Schweizer Roland Scandella an der Gitarre, am Bass und Gesang. Mit dem Album One Eyed Love legen die beiden zehn raue Rocksongs mit melancholischen Klangteppichen vor, die mit Ecken und Kanten versehen sind und gegen seichte Mainstreamproduktionen anrocken. Maria de Val ist auch Teil der Band Ganes, die ladinische Sagen in epischer Popmusik verarbeitet, Roland Scandella hingegen kommt aus der Rockmusik. Diese Unterschiedlichkeit der beiden Persönlichkeiten sind der Grundstoff von Me and Marie, sich aus verschiedenen Perspektiven und Vertrautheiten anzunähern, um aus dieser Annäherung Neues zu schaffen. Das Debütalbum von Me and Marie lebt denn auch genau von diesem Suchen und Finden. Ich traf die beiden im schmucken Hotel Altstadt Vienna zu einem ausführlichen Gespräch.
Swing is a feeling ... Everything else is just style, heißt es so schön und wenn man das Abum Small von Marina and The Kats hört, bekommt man diese Aussage bestätigt. Hinter dem Bandnamen stecken Marina Zettl (voc), Thomas Mauerhofer (git) und Jörg Haberl (b, dr). Manfred Horak traf Marina und Thomas zu einem ausführlichen Gespräch.
Here Comes Everything lautet der Titel des Debüt-Albums von Clara Blume äußerst selbstbewusst und vielversprechend und die darauf enthaltenen zehn Lieder werden den damit verbundenen Erwartungen locker gerecht. Ein Gespräch übers Lieder schreiben, über die Qualität von Liedtexten bis hin zum Austüfteln der Liedreihenfolge beim Album und den einzelnen Songs.
Nach sieben Jahren intensiver Konzerttätigkeit im In- und Ausland veröffentlicht der Saxophonist, Klarinettist und Gründer des Labels Session Work Records, Christoph Pepe Auer, im Frühjahr 2015 erstmals wieder eine CD unter eigenem Namen. Ein ausführliches Gespräch über NY-Erfahrungen, Labelbetrieb und seine Suche nach neuen musikalischen Klangbildern.
Maria Bill legt nach vier deutschsprachigen Alben und zwei Chanson Alben ein weiteres bemerkenswertes Album nach, "Bill singt Piaf". Getroffen haben wir uns in einem Café nächst Volkstheater Wien, ihrer Hauptwirkungsstätte, um über Edith Piaf, Zaz, Theaterrollen und über Grenzen, die nicht dort sind, wo man den Pass herzeigt, zu sprechen.
Die Musik- und Gesangsgruppe Kumitzberg MusiGsang aus dem steirischen Salzkammergut führt uns gemeinsam mit Peter Simonischek bei einem musikalischen Leseabend hinein in den Advent und gleichzeitig weg von der vorweihnachtlichen Hektik. Mit Sängerin und Gitarristin Bruni Neuper von Kumitzberg MusiGsang sprach ich über den großen Unterschied zwischen volkstümlicher und volksdümmlicher Musik und natürlich darüber, was für sie die Adventszeit bedeutet.
Der Schauspieler Peter Simonischek zelebriert Advent und wir dürfen ihm dabei zuhören. Bei einem garantiert kitschfreien musikalischen Leseabend im Advent liest Peter Simonischek altbekannte Klassiker aus der Advent-Literatur, aber auch jüngere Advent-Geschichten. Wie sich der literarische Teil mit Musik aus dem steirischen Salzkammergut ergänzt erzählt Peter Simonischek und Bruni Neuper von Kumitzberg MusiGsang, ebenso welche Rolle der Geruchssinn an die Erinnerung an den Advent spielt.
Wir trafen uns im Cafe Jelinek und sprachen nicht nur über sein neues Album Paradies der gefälschten Dinge, sondern auch über seine Begegnung mit Rio Reiser, über seinen Wechsel zu Grönland Records, wie sich seine Lebensumstände als Musiker geändert haben, welchen Tipp er für junge, angehende Musiker parat hält und nicht zuletzt, was Niels Frevert an Wien mag.
Im Rahmen der Konferenz Theater und Netz 2014 in Berlin wurden die wechselseitigen Einflüsse von Theater und Web sichtbar gemacht. Zu Gast - stellvertretend für die Generation Remix - war Maschek aus Wien. Zwischen Tür und Angel traf Anne Aschenbrenner die beiden Künstler zum Blitzinterview über Twitter, Facebook, YouTube und Co.
Mit dem unkonventionellen Komödien-Schocker Hai-Alarm am Müggelsee legt das Duo Infernale Leander Haußmann und Sven Regener einen hochklassigen Kinofilm vor, der weder mit Nonsens noch mit Intelligenz spart. Die Promo-Tour in Wien führte Leander Haußmann auch ins BA Kunstforum Wien zur Ausstellung Meret Oppenheim, dessen Neffe er ja ist. Dort sprachen wir nicht nur über das umfangreiche Werk seiner Tante und über die künstlerische Tätigkeit von Leander Haußmann, sondern auch über das Urheberrecht.
Last but not least a personal big thank you to YOU for buying this album, appreciating that making this was hard work and that copying, illegal downloading or trading is a crime, schreibt Irmie Vesselsky im Booklet ihres neuen Albums The Key. Ausgehend von dieser Danksagung sprachen wir über das Urheberrecht.
Ein kulturpolitisches Thema, bei dem viele Menschen Nerven zeigen und ohne Emotion offenbar nicht möglich ist ausdiskutiert zu werden ist das generelle Thema Urheberrecht mit all seinen Facetten und Überlegungen, wie z.B. die heftig umstrittene Festplattenabgabe. Für diese Episode haben wir dazu die mit einer ordentlichen Portion Charisma und Sympathie ausgestattete Sängerin Birgit Denk befragt.
Kabarettlieder der 50er Jahre sind der Ausgangspunkt des Gesprächs mit Sängerin Birgit Denk, die eben diese auf dem Album "Ich wünsch mir zum Geburtstag einen Vorderzahn" in völlig neue musikalische Kontexte rückt. Gesprochen wurde aber auch über Crowd Funding, optimistische Sichtweisen und literarische Qualitäten.
Mit Secret Symphony veröffentlicht Katie Melua ein weiteres Album mit ihrem musikalischen Langzeitpartner Mike Batt. Davor unternahm die immens populäre Sängerin einen Trip durch die Arktis und blieb danach dennoch ein optimistischer Mensch. Wie weit diese Reise Einfluss auf das Album nahm verriet sie im Interview.
Im Tresor vom Bank Austria Kunstforum Wien gibt es erstmals die Gelegenheit eine Auswahl der Werke von Özlem Sulak zu sehen, jener bemerkenswerten Künstlerin, in deren Werk sich Erfahrungen von Heimat und Fremde, von kultureller Identität und Migration, von Sprache und Fremd-Sprache wieder finden. Das Interview mit der Künstlerin und mit der Kuratorin Heike Eipeldauer fand im Rahmen der Katalogpräsentation statt.
Im Rahmen einer Abenteuerreise kam das Interview mit Olivia Trummer zustande, die bei der Jeunesse im Wiener Konzerthaus "Die Reise nach Brasilien, oder wie Kolja nach Brasilien flog und Petja ihm nichts glauben wollte" nach der gleichnamigen Geschichte von Daniil Charms mit Musik von Dmitri Schostakowitsch zur Aufführung brachte. Die Gesprächsreise beginnt eben da und endet aber ganz woanders.
Die 1980 in Wien geborene Autorin Claudia Tondl vollzog den Sprung zum Theater mit einem Studienwechsel zur Theater-, Film- und Medienwissenschaft und einem Job als Kartenabreißerin bei den Wiener Festwochen. Und genau hier setzt das Interview mit Claudia Tondl auch an.
The Original Debut Recording von Christopher Hinterhuber aus dem Jahr 1998 mit Werken von Bach, Haydn, Liszt, Stravinsky und Rachmaninoff liegt nun endlich wieder auf, erstmals sogar mit internationalem Vertrieb. Welche Erinnerungen Hinterhuber an diese Aufnahmen hat und wie er sich heute, im Vergleich zu vor 14 Jahren sieht, erzählt der Pianist im Interview.
Rücksichtslose Unterhaltung bieten Attersee und seine Freunde in geballter Ladung auf 4 CDs und einer DVD. Zu hören sind drei Konzertmitschnitte, komplettiert wird das Ganze mit einem mehr als 100 Seiten starken Booklet. Im Interview erzählt Christian Ludwig Attersee über die Hintergründe zur Box, aber auch über das Wechselspiel von Bildende Kunst, Literatur und Musik.
Auch in dieser zweiten Attersee-Episode steht natürlich die bei Paladino Music veröffentlichte Mehrfach Box Attersee und seine Freunde im Zentrum des Gesprächs, aber nicht nur. Ausgehend von der Frage, welche Musik Christian Ludwig Attersee gefällt oder eben nicht gefällt hanteln wir uns über mehrere Zeitebenen seines Lebens.
In der ersten Episode von Weana Wörter dreht sich alles um selbiges, also von "drahn" und all den damit verbundenen Redewendungen und Nuancen im wienerischen.