Der Filmpodcast für alle, die Genrekino lieben. Patrick Lohmeier und Daniel Gramsch sprechen wöchentlich über Kino abseits des Mainstreams. Und in der Bahnhofskino Extended Edition (#beepodcast) begrüßt Patrick regelmäßig Gäste zum Filmgespräch. Feedback und Filmwünsche bitte an patrick@bahnhofskin…
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Dafür, dass der erste Teil des berühmt-berüchtigten zweiten Staffelfinales von Battlestar Galactica viel Setup, aber kaum Payoff bereithält, haben Britt-Marie und Patrick ganz schön viel zu bereden. Nicht zuletzt über Lieblingsserien vergangener Tage, die mal mehr, mal weniger in Würde gealtert sind. Neben der Freude über Gaststar Dean Stockwell (Zurück in die Vergangenheit) gibt es aber auch reichlich Irritation über den Mangel an effizienter Strafverfolgung nach dem gewalttätigen Ausraster von Chief Tyrol (Aaron Douglas), viel Diskussionsstoff über Herz gegen Verstand in der Politik von BSG und in unserer Realität, und ganz viel Herz für Kompetenzbolzen Kara. Und über den missglückten deutschen Titel dieser Episode müssen wir noch einmal reden …

In einer A Very Special Episode™ verschlägt es Britt-Marie und Patrick auf das von Zylonen besetzte Caprica. Warum dort nur die immer gleichen vier Zylonenmodelle herumlungern, können sie auch nicht beantworten … genau wie viele andere Fragen, die das Abenteuer rund um Six, Boomer und die durchtriebene Nummer Drei bereithält. Aber vielleicht verstehen die beiden Co-Hosts auch wieder mal nicht alles, obwohl sie sich von "Downloaded" rundum gut unterhalten fühlen. Und da ist ja auch noch die weniger komplexe Nebenhandlung um das sehr tote und dann wieder sehr lebendige Baby Hera …

Hatten wir erwähnt, wie sehr wir die (meisten) Filme von Paul Verhoeven lieben? Natürlich hatten wir das. Aber auf der zweiten Etappe unserer filmographischen Reise durch das Werk des holländischen Blockbuster-Provokateurs haben wir wiederum viel Gelegenheit zum kritisch-analytischen Lobhudeln. Mit dem expliziten Teen-Drama Spetters (1980) und dem symbolgeladenen Psychothriller Der 4. Mann (1983) stehen dabei nicht nur zwei wirkliche Highlights auf unserer to-do-Liste, sondern auch die Werke, die Verhoeven schlussendlich Richtung Hollwood wandern ließen. Dass ihm mit dem US-europäischen Abenteuerfilm Flesh + Blood (1985) nicht gleich der ganz große Wurf in Übersee gelang, war sicher nicht nur sein Versagen. Auch Rutger Hauer wollte da ein Wörtchen mitreden. Aber das ist nur eine von zahlreichen Anekdoten zur Produktion dieser drei Filmperlen, die wir für unsere heutige Podcastfolge aus den Archiven gekramt haben.

Was hat es nur mit dieser verfluchten Pegasus auf sich, dass ein kommandierender Offizier nach dem anderen kurz nach Antritt seines Postens ins Gras beißt? Immerhin ist der schnelle Abschied vom neuesten Battlestar-Commander Garner (RIP!) etwas würdevoller als der seines Vorgängers Fisk (RIP!), darf er sich doch in letzter Minute noch als Held beweisen. Der Weg dahin ist allerdings gepflastert von zickigen Wortgefechten mit Starbuck und Apollo, schlechten Entscheidungen und einer beinahe mit der Zerstörung der Pegasus endenden Raumschlacht. Phew! Außerdem: Wie steht es um die Moral von Laura Roslin? Britt-Marie und Patrick sind sich nicht ganz einig und spielen guter Cop und böser Cop.

Das Frühjahr im Bahnhofskino bietet mehr als Explosionen, Vampire und Tentakel. Womit wir nicht behaupten wollen, dass diese Freuden nicht stabile Gesprächsgrundlagen für unsere Podcastfolgen der letzten Wochen boten. Aber gelegentlich gelingt Filmschaffenden auch der Kunstgriff, aus einem vermeintlich trivialen Genrestoff erzählerisch und ästhetisch so viel herauszukitzeln, dass man sich jeden Frame in einem Rahmen an die Wand nageln möchte. Das finden zumindest Maler, Comiczeicher und B-Movie-Aficionado Kolja Senteur und ich mit Blick auf The Vast of Night (2019), in den wir uns zu Beginn der Coronapandemie verliebt haben. Und dass Andrew Pattersons Lowbudget-Perle irgendwo zwischen Twilight Zone, Krieg der Welten und Paranoiakino sechs Jahre später eine Wiederentdeckung lohnt, würden wir euch gerne verklickern. Let's bake biscuits, Daddy-O!

Hundertprozentige Gewissheit über die Gründe für Paul Campbells (Billy Kekeya) Ausscheiden aus Battlestar Galactica werden wir wohl nie erlangen. Vielleicht ist sein dramatischer Exit aber auch für etwas gut. Immerhin ebnet Billys Tod den Weg für eine Romanze zwischen Lee und Dualla … und für Mary McDonnell, die als Laura Roslin hier Krokodilstränen vergießen darf. Und hey, Campbell scheint sich in seiner neuen Rolle als smarter Junggeselle in unzähligen TV-Schmonzetten sehr wohl zu fühlen. Und sonst so? Ach ja, da war noch diese Sache mit der Geiselname und der Terroristin-Schrägstrich-Rächerin mit dem unaussprechlichen Namen. Wie hieß sie noch?!

Die Origin Story meines rundum beglückenden Podcast-Schnacks mit Kühne von Moviebreak war begleitet von Zähneknirschen. Denn Octalus – Tod aus der Tiefe (Deep Rising, 1998) hatte ich weder als besonders witzig noch gruselig noch sonstwie beeindruckend in Erinnerung. Beim Wiedersehen fielen mir aber die sprichwörtlichen Brocken aus dem Gesicht, denn Stephen Sommers' Tentakel-Actioner überzeugt fast in jeder Hinsicht. Zumindest begeistert er aber genug, um ihn als Double-Feature mit dem besten Haihorror seit anno Spielberg zu paaren: Deep Blue Sea (1999) von Renny Harlin. Direkt nach dem Trailer tentakeln wir los los mit Octalus, ab 00:47:35 widmen wir uns den Haien in der Deep Blue Sea.

Was kann wichtig genug sein, damit Britt-Marie und ich mal eine Woche nicht über _Battlestar Galactica_ sprechen? Die zweite Staffel der HBO Max-Hitserie The Pitt (2026) zum Beispiel, die seit ihrem Debüt im letzten Jahr die Herzen von Publikum, Kritik und Fernsehpreis-Jurys erobert hat. Nur meine Brummbärigkeit tut sich schwer, ganz große Gefühle für Doctor Robby (Noah Wyle) und sein zu gleichen Teilen neurotisches, traumatisiertes und gestresstes Personal zu entwickeln. Kann Doc Britt-Marie meinen Vitamin B(egeisterung)-Mangel kurieren? Und was hat uns so richtig gut gefallen am Wiedersehen mit dem Personal der Notaufnahme in Pittsburgh? Und was weniger? Welche körperlichen Blessuren schmerzten besonders und für welche seelischen Leiden würden wir das Ensemble besser in Therapie schicken? Was erwarten wir uns von **The Pitt –Season 3**? Was würden wir lieber nicht sehen? Und wie zum Teufel geht es Baby Jane Doe?!?

"Du wirst vermutlich überrascht davon sein, wie sehr ich Blade (1998) mag …" So oder so ähnlich sprach mein Gast Franz, als wir uns erstmals zum ersten Kinofilm über den Marvel-Blutsauger austauschten. Dem gegenüber stand meine Nervosität, wieder über ein Werk von Stephen Norrington sprechen zu müssen, der sich mit Death Machine (1994) und Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen (2003) nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatte. Aber hätte ich Franz mal mehr vertraut, denn Wesley, Kris und Stephen sind wirklich ganz famos, und auch die Action und Effekte sind (überwiegend!) in Würde gealtert. Und dass wir N'Bushe Wrights Namen kaum über die Lippen kriegen, soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie sowas wie der heimliche MVP des Streifens ist. Bämm!

So uneinig über die Qualität einer Battlestar-Episode waren sich Britt-Marie und Patrick selten. Dabei sollte so eine actiongeladene, konfliktreiche Geschichte rund um unsere liebste Viperpilotin Kara a.k.a. Starbuck und gleich zwei beinharte Widersacher doch alle glücklich machen, oder? Und immerhin gibt es so manchen zwischenmenschlichen (und zwischenzylonischen!) Moment, der die Herzen beider Hosts höher schlägen lässt. Doch beim Blick auf hässliche Bierkrüge, martialisches Gepöbel und unübersichtliche Raumschlachten verfinstert sich Patricks Blick zunehmend. Doch die letzten drei Minuten entschädigen für vieles ...

Ein Traum wird wahr! Oder vielmehr: Een droom komt uit! Wir sprechen über niemand geringeren als Paul Verhoeven, den wohl größten Kinoprovokateur seiner Generation, der sowohl in Europa als auch Hollywood so ziemlich jedes Tabu brach und dabei auch noch die Kinokassen klingeln ließ. Dennis' Blick auf das Frühwerk des Crazy Dutchman ist dabei noch jungfräulich, hat er doch keinen der in Holland produzierten Filme von Verhoeven bisher gesehen. Sein Verlust, wie sein Co-Host und Türkische Früchte (1973)-Megafan Patrick findet. Letztendlich werden sich die beiden Herren aber schnell einig über die Qualitäten der ersten drei rezensierten Filme zu denen neben der tragischen Liebesgeschichte mit der zuckrigen Süßigkeit im Titel noch die Sexfarce Was seh ich …! Was seh …! (1971) und die Lebensgeschichte des _Mädchens Keetje Tippel _(1975) gehören. Nur Der Soldat von Oranien (1977) sorgt für kritische Stimmen, denn im Kriegsgetümmel geht ein bisschen das Herz verloren …

Zwanzig Jahre Fandom, hitzige Onlinedebatten und drölfzig Bestenlisten zu Battlestar Galactica haben eine Erkenntnis so gut wie in Stein gemeißelt: "Schwarzmarkt" ("Black Market") gilt vielen Fans und Kritiker*innen als die schlechteste Episode der ansonsten heißgeliebten Serie. Aber teilen wir diese Meinung? Nun ja, so richtig schlecht-schlecht ist das Abenteuer rund um Lee Adama und seinen Liebeskummer, den er mit der Ermittlung in der Flottenunterwelt in den Griff kriegen will, nicht – sondern einfach nur ziemlich öde und belanglos. Das ein oder andere Lob für diese unterwältigende Folge haben wir jedenfalls gut in unserem ausführlichen Schnack versteckt ... und der große Rest ist Frust!

Unsere Offenbarung der Woche: Der deutsche Titel von "Epiphanies" geht haarscharf, aber eindeutig am Herz dieser sehr guten BSG-Folge vorbei. Denn neben Baltars verzweifelter Übergriffigkeit steht Laura Roslin im Mittelpunkt des Geschehens. Doch kurz, bevor der böswillige Krebstumor ihrem Leben ein Ende bereitet, geschieht ein Wunder. Zumindest erscheint es uns so, denn mit wissenschaftlicher Präzision nehmen es die Drehbuchautoren nicht so genau. Davon abgesehen stimmt aber fast alles an diesen wiederum sehr morbiden 45 Minuten. Und ja, wir wollen nicht zu streng sein: Sabotiert wird nämlich auch. Say what?!

Ich teile mir die Wanne in dieser Woche mit Filmkritiker und Hans Dampf in allen Gassen Stefan Jung (www.filmcontext.de)), wo wir ein Wechselbad der Gefühle nehmen. Denn eigentlich war unsere Begeisterung für den etwas gemächlichen Blown Away (1994) von Stephen Predator 2 Hopkins nicht allzu, nun, explosiv. Das änderte sich allerdings nach dem Wiedersehen mit dem thematisch ähnlich bombigen The Specialist (1994), der außer einer völlig entfesselten Schauspielleistung von James Woods und dem Schaulaufen der Hollywoodkörper von Sly Stallone und Sharon Stone nicht viel zu bieten hat. Im Vergleich dazu guckt sich Blown Away nämlich wie ein feurig loderndes Meisterwerk! Zum Glück macht aber selbst eine filmische Gurke Spaß, wenn man sie mit Stefan genießt. Und dann wären da ja noch zweieinhalb sehr kompetente Explosionen und ein besoffener Jeff Bridges im Whirlpool …

Falls ihr noch nicht ausreichend schlechte Laune habt, kann diese Folge nachhelfen: Mit Mord, Folter, Krankheit, Suizid und Vergewaltigung fasst BSG in dieser Woche gleich fünf heiße Eisen an. Dass es der Serie dabei gelingt, auch noch als actionreiches Scifi-Spektakel zu überzeugen, sollte auch die stärksten Zweifler von der Qualität der Serie überzeugen. Wir lassen uns trotz allgegenwärtig morbider Themen jedenfalls nicht die Laune verderben und klamüsern einmal auseinander, wie sich das Battlestar-Reboot die Komplexität seiner Geschichten und Figuren in den vergangenen anderthalb Staffeln erarbeitet hat. Und ja, RIP Admiral Cain. Wir haben dich kaum gekannt ... und wollten das auch gar nicht!

Frankenstein hier, Frankenstein da! Da bin ich doch zumindest erleichtert, dass Godzilla – Attack All Monsters (1969) in der hiesigen Veröffentlichung auf einen reißerischen und deutlich besser zu merkenden Verleihtitel zurückgreift. Das war es aber auch schon fast an positiven Aspekten dieses zehnten Godzilla-Films aus den Toho-Studios, der seine schmalen 70 Minuten überwiegend mit Clips aus älteren Krachern rund um unsere Lieblingsechse füllt. Mein Gast André Wentzel und ich ringen jedenfalls mit unseren Gefühlen zu diesem Kinderfilm vom Recyclinghof. Aber da wäre ja noch **Frankenstein **(duh!) und die Monster aus dem All (1968), der einfach mal zu den absoluten Sahneschnitten der gesamten Godzilla-Filmographie gehört. Und ein knappes Dutzend unserer liebsten Riesenmonster sind auch dabei, um fliegende Untertassen und King Ghidorah zu zerlegen. Heissa!

Vier Monate sind (k)ein Tag … und so startet Battlestar Galactica nach dem Cliffhanger zum Beginn der Staffelpause auch ohne Umwege gleich voll durch. Doch bevor es Tote bei einer drohenden Schlacht zwischen den Kampfschiffen Pegasus und Galactica gibt, rettet ein glücklicher Zufall allen Beteiligten das Leben. So wird zwar das versprochene Action-Fest auf die nächste Folge vertagt, dennoch ist auch Teil 1 dieses Zweiteilers mehr als nur ein bedächtiges Vorspiel. Dafür gibt es viel zu viele Intrigen, Tränen, Hass und schockierende Wahrheiten, die – nicht nur, aber auch – unter Alkoholeinfluss herauskommen. Außerdem gibt es Antworten auf die Fragen, was denn aus dem ehemaligen Pegasus-Captain wurde und was sogar ein gestandenes Schlachtross wie Adama den Glauben an die Menschheit verlieren lässt.

Es ist wieder einmal Zeit für ein One-and-Done bei #Spielfilmen, und diesmal trifft es den US-Horror-Shootingstar Jordan Peele. Dabei hätten wir uns durchaus gewünscht, über mehr als nur drei Peele-Kracher zu sprechen, doch seit Nope (2022) ist es bedauerlich still um den Regisseur geworden. Dafür ist sein überschaubares Oeuvre umso feiner, beginnend mit Get Out (2017), der von Kritik und Publikum bereits kurz nach Erscheinen als moderner Klassiker gefeiert wurde. Aber wie frisch guckt sich des gesellschaftskritische Horror knapp zehn Jahre später? Besser denn je, wie wir finden. Und mit dem ambitionierten und tonal sprunghaften Wir (Us, 2019) legte Peele gleich doppelt so ambitioniert nach. Allein zum dritten Film gehen unsere Meinungen etwas auseinander, sind aber trotz dramaturgischer Schwächen sehr angetan von der pittoresken Weirdness von Nope.

Der Name des Midseason-Finales ist Programm: Die PEGASUS kommt! ... und mit ihr ein Kampfstern voller Probleme und einer toxischen Besatzung. Das sorgt zwar für jede Menge Schmerz, Stress und Kummer für die Galactica-Crew, aber eben auch für eine der Highlight-Episoden der zweiten Staffel. Frak yeah!

Wir reisen zurück ins Golden Age of Stephen King, als der Autor nicht nur nonstop die Bestseller-Listen dominierte, sondern auch die Kinocharts. King-Enthusiast Christian 'Kühne' Kühnemann (Moviebreak) hat nicht nur das Gesamtwerk von King verschlungen, sondern auch ein Herz für die weniger geliebten Verfilmungen des Master of Horror. Aber bevor wir uns ins zugekokste Chaos von Rhea M - Es begann ohne Warnung (Maximum Overdrive, 1986) stürzen, widmen wir uns einer der meistgeliebten Tierhorrorfilme der 80er Jahre: Cujo (1983). Und ja, das verspricht nicht nur eine echte Highlight-Episode zu werden - sie ist es auch. Also fangt bitte nicht jetzt schon das Sabbern an wie der tollwütige Bernhardiner!

Wir sprechen über die gute (schlechte?) alte Zeit, als Recap-Podcasts noch nicht jede vielbeachtete Serie in Grund und Boden gequatscht haben. Aber hey, Moment mal: Genau das machen wir ja auch! In der Hoffnung, dass uns der Spagat zwischen nerdiger Analyse und Wertschätzung etwas besser gelingt als anderen Podcasts, nähern wir uns "Flight of the Phoenix", einer meiner absoluten Favoriten der zweiten Galactica-Staffel. Adama gibt den Brummbär, Boomer darf sich beweisen, Helo wird gemobbt, und Chief Tyrol darf in seiner überfälligen Spotlight-Episode eine besonders coole Viper bauen. Und ich lasse mich auch kaum davon aus der Fassung bringen, dass Britt-Marie den Episodentitel doof und Apollos Verhalten etwas übergriffig findet … obwohl sie damit vielleicht sogar Recht hat?!

Oberzombie Lucas Barwenczik (CUTS, Gelesen. Der Literaturpodcast) und Killerhund Fynn Benkert (Gelesen. Der Literaturpodcast, Schauplatz) sind zurück, um gemeinsam mit mir die Sahnestücke in Paul W.S. Andersons Resident Evil-Reihe zu genießen. Insbesondere Resident Evil: Afterlife (2010) und Resident Evil: Retribution (2012) zeigen perfekt inszeniertes Digitalkino in drei Dimensionen. Dass dabei Story und Figurenzeichnung gefühlt minütlich neu ausgewürfelt werden, stört uns kaum. Ein bisschen streng müssen wir mit dem Dreamteam Paul und Milla nur mit Blick auf Resident Evil: The Final Chapter (2016) sein, der auf der Zielgeraden die ein oder andere falsche Ausfahrt nimmt. Ein schweißtreibendes Vergnügen. Phew!

Getreu dem Motto "Öfter mal 'was Neues!" entpuppt sich "Die Reporterin" als eher leichtgewichtiges Intermezzo auf der langen und von komplexer Mythologie gefärbten Reise der Flotte zur Erde. Als Highlight erweist sich vor allem Gaststar Lucy Lawless, die Kriegerprinzessin höchstpersönlich. Davon abgesehen muss man die positiven Aspekte in der Geschichte rund um ein Fernsehteam an Bord der Galactica aber mit der Lupe suchen. Das findet vor allem Patrick, der diesmal besonders viel zu nörgeln hat. Und das nicht nur in Bezug auf sinnfreie Handlungswendungen und platte Dialoge, sondern auch auf Klemmbausteine für Kinder und Erwachsene. What the frak?!?

Yes! Der zweite Teil des inoffiziellen Endes (huh?) der ersten Staffel Battlestar Galactica löst all die Versprechen ein, die die letzte Episode gab: Adama, Roslin & Co. nähern sich wieder einander an, die schwangere Zylonin Sharon a.k.a. Boomer darf ihre Loyalität beweisen, und die Galactica-Flotte kommt ihrem Ziel, der Erde, etwas näher. Um Gemüse unter und über dem Erdboden, Flüche und Sexszenen im Kino und Fernsehen geht es auch. Eben ein ganz normaler Tag im Aufnahmekabuff unseres Podcasts ...

George P. Cosmatos lässt es zum – leider! – viel zu frühen Karriereende noch einmal richtig krachen mit dem Unterwasser-Horror LEVIATHAN (1989), baut Val Kilmer, Kurt Russell und drei Dutzend Schnauzbärten ein grandioses Kinodenkmal mit TOMBSTONE (1993), und ballert mit einem Spielzeug-Hubschrauber den halben US-Geheimdienst nieder. Und ja, DIE VERSCHWÖRUNG IM SCHATTEN (Shadow Conspiracy, 1997) mag kein Meisterwerk sein, aber jeder Moment Moment mit Stephen Lang ist unverzichtbar.

Dafür, dass es mit einem desaströs verlaufenden Pilotentraining und einem zylonischen Überraschungsangriff reichlich Action gibt, fühlt sich "Heimat" – Teil 1 doch eher wie ein Warm-up für das spektakuläre Finale dieses Zweiteilers an. Umso stärker ist die Episode in ihren ruhigen Momenten, auch wenn sich Patrick davon deutlich mehr berührt fühlt als Britt-Marie. Seine Co-Host ist derweil viel zu sehr damit beschäftigt, schlecht geflickte Plotholes aufzuspüren. Denn in die sind zumindest Starbuck und Helo mit der Nase zuerst hinein geplumpst.

Wann habt ihr das letzte Mal über Mad Foxes - Feuer auf Räder (1981) oder Killing Blue (1988) nachgedacht? Ganz ehrlich, mit Blick auf den kuriosen Neo-Noir mit Armin Müller-Stahl und einer Handvoll amerikanisches B-Stars würde ich euch keinen Vorwurf daraus machen, falls ihr dies längere Zeit nicht getan habt. Anders mein lieber Gast Markus Köhler, der nicht nur mit viel Ehrgeiz eine Lanze für den Kottan in Berlin bricht, sondern auch mit viel Ausdauer an meiner Seite den spanisch-schweizerischen Exploitationer rund um eine gewaltgeile Biker-Gang durchleidet. Und den Film vergesst ihr garantiert nie wieder!

Zum Glück wird dieses Podcastformat unabhängig und kommerzfrei produziert, denn sonst könnten sich strenge Geldgeber doch glatt darüber aufregen, dass wir uns zu Beginn erst einmal in einem hitzigen Gespräch über Reality-TV verlieren. Aber unsere liebste Retro-Serie "Battlestar Galactica" kommt nicht zu kurz, denn dafür gibt es zu viel in den Hirnwindungen und Herzen von Adama, Starbuck und Dummy Helo zu ergründen. Außerdem: Warum "The Farm" einfach dreimal so fetzig klingt wie "Der Bauernhof" und eine fachliche Beurteilung von Dr. med. Simon Creepy. Enjoy!

Content Warning: Harte Kost! Natural Enemies (1979) ist so 'psycho', wie ein Psychothriller nur sein kann. Und das gelegentliche Aufblitzen schwarzen Humors sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Daddy Hal Holbrook (The Fog, Creepshow) ernst meint mit dem Plan, seine Familie auszulöschen. Auch auf der Abschussliste: Bahnhofskino-Liebling Louise Fletcher (Exorzist II, Einer flog über das Kuckucksnest). Uff! Zum Glück steht mir mein Gast Franz Köhne zur Seite …

Fehlt da nicht ein Wort am Ende des heutigen Episodentitels? Oder ist Patrick da gedanklich wieder ganz woanders, nämlich bei James Bond 007? Im Original klingt da "Resistance" doch deutlich schmissiger, den der titelgebende Widerstand ist in **Battlestar Galactica** in dieser Woche allerorten zu finden: Auf Kobol, wo sich ein Grüppchen Überlebender wacker gegen die Zylonen zur Wehr setzt. Auf der Galactica, wo sich Ingenieurin Cally Dank ihrer treuen Seele plötzlich im Clinch mit der halben Besatzung wiederfindet. Und natürlich inmitten der zivilen Mehrheit und ihrer politischen Gesandten an Bord der Flottenschiffe, die so gar nichts von Colonel Tighs Entscheidung halten, das Kriegsrecht auszurufen. Aber am Ende des ganzen Tohuwahohu wartet ein Lichtblick – und ein Schocker!

Britt-Marie und Patrick versuchen, ihrem Bildungsauftrag zu Vokabular und Regelwerk in militärischen Reihen gerecht zu werden und scheitern auf ganzer Linie. Aber wen kümmern solche Dinge, wenn doch die dramaturgischen Qualitäten hier viel wichtiger sind. Und in dieser Hinsicht kann die bis dato wohl geradlinigste BSG-Folge rundum überzeugen. Im Trubel des politischen Intrigenspiels in der Flotte und großer Gefühle auf Kobol könnte man fast vergessen, dass wir diese Woche gar keinen Abstecher in die gelbe Hölle Capricas machen. Fast!

Willkommen im Jahr 2026 – endlich sind wir in der Zukunft angekommen! Und wie es mittlerweile schöne Tradition ist, blicken Freund des Hauses Fynn Benkert (Gelesen. Der Literaturpodcast) und Patrick auf die Hochs und Tiefs des Kino- und Streamingjahres zurück. Außerdem: Neu entdeckte Klassiker, Buchtipps und liebste Heimkino-Veröffentlichungen 2025.

Von jetzt auf gleich kraxelte George P. Cosmatos in den 80er Jahren auf sein Karrierehoch. Zumindest, wenn man dies am finanziellen Erfolg seiner Filme bemisst. Und der größte Actionstar der damaligen Zeit war nicht ganz unschuldig daran. Zuerst einmal musste Herr Cosmatos aber in New York City den Kammerjäger spielen und in Unheimliche Begegnung (Of Unknown Origin, 1983) mit Peter Weller auf Rattenjagd gehen. Dann wurde es aber richtig wuchtig, laut und sehr patriotisch, denn nur zwei Jahre später spielte er mit Sylvester Stallone in Mexiko den Vietnamkrieg nach. Und da Rambo II: Der Auftrag (First Blood Part 2: Rambo, 1985) eine halbe Fantastilliarde Dollar an den Kinokassen einspielte, heuerte Sly den Regisseur auch gleich für sein nächstes Filmprojekt an. Auch Die City-Cobra (Cobra, 1986) eroberte die Geldbeutel des Kinopublikums – aber leider nicht unsere Herzen.

Nach einem überfrachteten Staffelstart kommt Battlestar Galactica wieder in den Tritt – nicht zuletzt deswegen, weil einige unserer Lieblinge endlich mal durchatmen dürfen. Das gilt natürlich nicht für die Crew an Bord der Galactica, die sich gegen ein Dutzend um sich schießender zylonischer Centurions behaupten muss. Das kostet viele Nerven und einige Menschenleben. Da möchte man fast lieber auf Kobol sitzen und mit Baltar und Headsix Schädel sortieren …

Britt-Marie und Patrick sind sowas von bereit für die zweite Staffel von **Battlestar Galactica**, nachdem Season 1 mit einem Cliffhanger für die Ewigkeit endete. Überraschenderweise steht das Schicksal von Commander Adama (Edward James Olmos) gar nicht im Mittelpunkt des Interesses, denn man muss sich außerdem um drölfzig weitere Handlungsstränge und Figuren kümmern. Zumindest einen der Co-Hosts macht das etwas fuchsig. Baltar und Starbuck kriegen auch kaum etwas zu tun. Sapperlot! Aber bevor es um BSG geht, müssen die beiden Trek-Heads ohnehin erst einmal ihrem Frust über spannungsgeladene TV-Zweiteiler aus den frühen 90er Jahren Luft machen ...

**André Wentzel** ist nicht nur längst inoffizieller Co-Host dieses Podcasts, sondern zudem sowas wie der Bahnhofskino-Weihnachtsengel. Auch in diesem Jahr bringt er einen versöhnlichen Film für die Feiertage mit, hinter dessen Prestigekino-Fassade emotionale Abgründe liegen. Martin Scorseses bösartiger **After Hours (1985) **schickt seinen Hauptdarsteller Griffin Dunne (American Werewolf, 1981) durch die New Yorker Nacht, während sich die City langsam zu seiner persönlichen Hölle auf Erden wandelt. Und dabei war Scorsese höchstpersönlich lange Zeit nicht sicher, ob er seinem Yuppie-Protagonisten den Tod oder ein Happy Ending wünscht ...

Drei Monate und 15 Episoden nach unserem Reiseantritt in die Welt der neuen Battlestar Galactica sind wir glücklicherweise frak-frakkin-tastisch zufrieden mit den bisherigen Erlebnissen. Und wie geht es euch so mit der Serie und unserem Podcast? Im Rückblick auf die erste Staffel sinnieren wir darüber, an welchen Aspekten von BSG der Zahn der Zeit mehr oder weniger geknabbert habt, welche Figuren charakterlich gewachsen sind und von wem wir mehr erwarten, wir antworten auf euer Feedback und eure Fragen, spekulieren über bevorstehende Events, und sprechen über unsere Tops und Flops der ersten Staffel. Enjoy!

Mit the one and only Heiko Hartmann, einem meiner Lieblingsgäste und Fachkraft für sleazige Filmfreuden, spreche ich in vorweihnachtlicher Besinnlichkeit über Norman J. Warrens freches, aber schwer unterhaltsames Alien-Ripoff Inseminoid – Samen des Bösen (1981). Und zwischen Blutsuppe, Schreien und nackten Brüsten finden wir reinste Kinomagie … und die Zuversicht, dass uns Meister Warren auch in zukünftigen Folgen noch Freude bereitet. Ein Blick zurück auf sein schrundiges Schaffen der 70er und 80er Jahre lässt uns jedenfalls hoffen …

Meine #BahnhofskinoGalactica Co-Host Britt-Marie und ich verraten uns und euch, welche Fernsehserien uns in diesem Jahr so richtig viel Spaß und Frust bereitet haben. Und nein, unsere Gefühlslage zu Alien: Earth hat sich nicht geändert. Dafür reden wir umso mehr über politisch hochbrisante Science-Fiction, gestresste Ärzte, tödliche Kinderspiele, süßes Gebäck, desaströse Luxusurlaube, Fußpflege im Plattenbau, traumatisierte Cops und vieles mehr. Viel Spaß!

Fast könnte man angesichts der erschütternden letzten Minute dieses Staffel-Finales vergessen, dass noch eine ganze Menge anderer Dinge passieren. Beispielsweise ein Faustkampf zwischen Starbuck und Six. Oder eine Begegnung zwischen Boomer und drölfzig nackten Boomer-Kopien. Und da wären noch Laura Roslin und Adama Junior in Ketten. Außerdem: Baltar wird Papa. Meine Güte!

im ersten Teil des Staffel-Finales stößt die Galactica auf die Erde— doch nein, es ist Kobol! Und genau dort steht das Grab der Athene, das den Weg zur Erde weist. Dafür muss Starbuck aber erst einmal zurück nach Caprica, um ein Artefakt zu besorgen, das als Schlüssel dient. Ach, es ist kompliziert! Wir hören uns diesmal schon am Donnerstag (11. Dezember) zum großen Finale der Season 1 wieder.

Der Name Yorgos Pan Cosmatos klingt zwar so griechisch wie Feta, Ouzo und Sirtaki, der werte Herr stammt allerdings aus dem schönen Florenz und feierte seine größten Erfolge in den USA mit Krachern wie RAMBO 2 (1985), COBRA (1986) und TOMBSTONE (1993). Doch bis es dazu kam, backte Mister Cosmatos in europäischen Gefilden kleinere Pitas. Für HEISSKALTES BLUT (The Beloved/Sin, 1971) konnte er mit Raquel Welch gleich einen veritablen Megastar gewinnen, um seine Variation einer klassischen Tragödie zu erzählen. Weniger fühlig, aber ebenso harsch ist DAS MASSAKER – DER FALL KAPPLER (aka Rapressaglia – Tödlicher Irrtum, 1973) geraten, in der sich Richard Burton als strammer Nazi-Offizier ungewollt für ein grausames Kriegsverbrechen verantwortlich zeichnet. Und selbst der mit Richard Harris, Sophia Loren, Burt Lancaster, Ava Gardner, Martin Sheen und Officer Nordberg stargespickte CASSANDRA CROSSING – TREFFPUNKT TODESBRÜCKE (1976) geht dahin, wo es weh tut. Etwas leichter wird es erst im abenteuerlichen FLUCHT NACH ATHENA (1979), in dem Roger Moore den britischsten Nazi aller Zeiten spielen darf, dessen Charme selbst Elliot Gould, Richard Roundtree und David Niven den Kopf verdreht. Dazu gibt's jede Menge Zoten, Explosionen, Kojak und die hinreißende Claudia Cardinale in Liebe und Tanz vereint. Herz, was willst du mehr?

Der gute Bad Guy oder auch durchtriebene Good Guy Tom Zarek (Richard Hatch) ist zurück. Apollo zeigt sich trinkfreudig und kratzbürstig. Gaius Baltar ist überfordert. Starbuck macht sich schick. Adama Senior hält sich bedeckt. Und Laura Roslin darf wieder einmal skrupellos sein. Ach ja, eine halbe Storyline über ein politisches Attentat gibt es auch noch. Die sorgt unter anderem dafür, dass "Der Zwölferrat" ("Colonial Day", 2005) uns zwischendurch etwas die Geduld verlieren lässt. Außerdem: Ungewöhnlich viel (männliche) nackte Haut und schon wieder eine konsequenzenreiche Szene auf dem Klo.

Boys will be boys – und wenn diese Jungs älter werden, sollte man sich in Acht nehmen, dass man sich keine Backpfeife oder etwas Schlimmeres einfängt. Das wissen mein Gast Markus Köhler nicht erst, seit wir vor ein paar Jahren über Roadhouse (1989) geschnackt haben, hilft uns aber in jedem Fall beim Gespräch über eine Art Prototypen für die spätere Hitserie 21 Jump Street (1987-1991) weiter, die sich offensichtlich von Die gnadenlose Clique (Band of the Hand, 1986) inspirieren ließ. Leider war die Michael-Mann-Produktion rund um Stephen Lang und seine Truppe krimineller Jugendlicher im Kampf gegen Drogendealer kein Erfolg und ging nicht in Serie. Was aber nicht bedeuten soll, dass sich der filmische Ausflug in die übelsten Ecken Miamis nicht lohnt …

Gänsehaut am ganzen Körper bei Patrick … und gerade einmal wohlwollende Anerkennung seitens Britt-Marie. Aber kann der alte Fanboy die Battlestar-Novizin noch auf seine Seite ziehen? Immerhin hat DIE HAND GOTTES ("The Hand of God") einige der musikalisch wie effekttechnisch herausragendsten Momente der ersten Staffel zu bieten. Und esoterisch-religiös werden wieder dicke Bretter gebohrt. Außerdem: Jede Menge Schlangen und Helo macht auf Caprica eine schockierende Entdeckung. Dabei ist es schon verwunderlich, dass er durch den Gelbfilter über dem Filmbild überhaupt etwas erkennen kann!

Mit zwei meiner Lieblingsgäste darf ich heute über DARK CITY (1998) schnacken, der sich vom kommerziell gefloppten Kinospektakel zum heißgeliebten Hit im Heimkino entwickelte. Aber verdient Alex Proyas' düsteres Science-Fiction-Märchen all seinen späten Ruhm? Das können natürlich weder Filmkritiker Stefan Jung (filmcontext), GenZ-Literaturpapst Fynn Benkert (Gelesen. Der Literaturpodcast) noch Yours truly entscheiden. Wohl aber können wir über die gelungenen und weniger gelungenen Aspekte des Films diskutieren. Dabei stellt sich heraus, dass uns im Zweifelsfall der "Style" doch mehr bedeutet als die "Substance". Nur die Frage, ob Kiefer Sutherlands hier oder in seiner späteren Hitserie 24 besser aufgehoben ist, konnten und wollten wir nicht final klären. Sorry, Stefan!

Falls das Toiletten-Getuschel zwischen Dr. Baltar und Lt. Gaeta in Episode 7 euer Bedürfnis nach Albernheiten an Bord der Galactica nicht gestillt hat, für den hält das Galactica-Reboot in "Tigh Me Up, Tigh Me Down" noch mehr Schabernack bereit. Dabei gibt es gleich mehrere Premieren zu feiern, nämlich das erste Showcase für den grimmigen Colonel Tigh und seine bessere (schlechtere?) Hälfte Ellen, das BSG-Regiedebüt von Edward James Olmos, und den Start von Ron Moores legendären Podcastkommentaren. Das hat zumindest Patrick sehr gefreut. Und Britt-Marie findet den Episodentitel großartig. Aber genügt das, um aus dieser Folge eine Sternstunde des Fernsehens zu machen?

Der religiöse Fanatismus der Zylonen ist Britt-Marie zu Kopf gestiegen, denn selbiger raucht nach diesem Kammerspiel, in dem sich Starbuck und Leoben Conoy a.k.a. Nummer Zwei beharken. Dabei ist angesichts einiger ruppiger Foltermethoden seitens unserer liebsten Pilotin aber gar nicht so klar, wer hier die Good Guys sind. Zumindest klärt sich für die von einer existenziellen Krise geplagte Boomer vorerst, wer sie wirklich ist – oder auch nicht, denn die Diagnose kommt von Gaius Baltar, dem man sowieso nichts glauben sollte. Gott, äh, die Götter von Kobol stehen uns bei!

Schon der Titel dieser Podcast-Episode ist so lang, dass er bereits alles erklärt. Kurzum: Mit Godzilla-Aficionado André Wentzel geht es diesmal auf die Insel – und wirklich nur auf die Insel, denn der siebte und achte Frankenstein-Film fühlen sich mehr nach "Aloha!" als "Roaarrr!" an. Klingt nach Spaß? Ist es auch!

Jane Campion hat es nicht eilig. Zumindest liegt dieser Rückschluss nahe, wenn man auf die zeitlichen Abstände zwischen ihren Filmprojekten blickt. Und in diesem Falle wollen wir auch gar nicht meckern, denn die Regisseurin beweist mit ihren jüngsten Werken ein treffsicheres Auge für reizvolle Kino- und Serienstoffe: BRIGHT STAR (2009) bietet ein sattes Pfund düstere Romantik im verregneten England. Im TV-Thriller TOP OF THE LAKE (2013) ermittelt Elisabeth Moss vor der beeindruckenden Kulisse Neuseelands, bevor sie sich in TOP OF THE LAKE: CHINA GIRL (2017) in den gefährlichsten Ecken Sidneys herumtreibt. Und im Oscar-prämierten THE POWER OF THE DOG (2021) sattelt Campion die Pferde für gebrochene Cowboys. Yee-haw!

Gaius Baltars erste Showcase-Episode ist nicht nur besonders spannend und sexy – inklusive einem sinnlichen Intermezzo auf Caprica! – sondern bietet Britt-Marie gleich doppelt und dreifach Gelegenheit, Patrick mit Fragen um die Glaubenswelt in Battlestar Galactica zu löchern. Und ihr Co-Host kann sogar sogar einige davon beantworten – oder hofft dies zumindest. Ach, wie gerne hätte er doch selbst eine Headsix im Kopf, die ihm gelegentlich etwas einflüstert. Ein Missverständnis epochaler Größe kann er am Ende aber doch aufklären. Immerhin!