Geschichten, Lieder, Witze und Anekdoten up Platt aus Mecklenburg-Vorpommern. Einmal im Monat laden die Plappermöller zum Klönsnack am Moehlendisch ein.

Das Logo, das er für den Vogelpark Marlow entwickelt hat, ist heute im ganzen Land zu sehen, wohl jeder hat es vor Augen, doch eigentlich kommt er vom Radio. Allerdings nicht als Moderator oder Reporter - Andreas Dietzel hat für das Design der berühmten DDR-Radios gesorgt. Heute führt er eine Grafik- und Design-Agentur in Ribnitz-Damgarten und schreibt nebenbei Geschichten auf Plattdeutsch.

Einer der wichtigsten Tage im Jahr für Blumenhändler, Pralinen-Hersteller und: Standesbeamte. Der Valentinstag. Deshalb plaudert Reporter Thomas Lenz in der Klönkist über den alten Valentin und über Hochzeiten, und was dabei passieren kann. Dafür hat er einen Standesbeamten aus Röbel getroffen, der Geschichten aus 25 Jahren Berufserfahrung zum Besten gibt. Detlev Kunter heißt der Mann, und er sagt: Bei Trauungen erlebt man so einiges!

Ein unglaubliches Leben hat sie gelebt und von ihrer wohl bekanntesten Hinterlassenschaft haben andere profitiert. Martha Müller-Grählert hat ihrer Heimat ein Denkmal gesetzt, mit ihrem Werk - insbesondere aber mit dem weltweit bekannten "Ostseewellenlied" dessen Text sie geschrieben hat. Wie diese besondere Frau ein Leben zwischen der Küste, Berlin und Japan geführt hat und warum sie verarmt gestorben ist - der Barther Museums-Chef Gerd Albrecht und Klönkist-Reporterin Heike Mayer haben 2019 darüber geredet. Nun im Grählert-Jubiläumsjahr hören wir diese Sendung noch einmal.

Bis zum 1. März noch haben Sie Zeit, Ihre Kurzgeschichten für den Geschichtenwettbewerb "Vertell doch mal" von NDR, Radio Bremen und dem Ohnsorg-Theater einzureichen. Als Inspiration und zur Freude an guten Geschichten hier die fünf Siegerbeiträge aus dem Jahr 2025. Und exklusiv online noch eine halbe Stunde mit Annie Heger obendrauf. Die Moderatorin, Sängerin und Autorin aus Ostfriesland ist die diesjährige Botschafterin des Wettbewerbs - in der Klönkist erzählt sie von ihrer Familie, ihrem Besuch in Freiburg, von Kreativität und Botschaft und einem großen Plan.

Wenn Gerd Albrecht einmal ins Schwärmen gekommen ist, dann hört er auch so bald nicht auf. der Museums-Chef aus Barth hat über Jahre viel Kraft und Zeit investiert, um ein historisch einmaliges Gebäude vor dem Verfall zu retten. Nun ist der Papenhof neben der Marienkirche restauriert und ermöglicht Besuchern einen Blick in die Geschichte der stolzen Stadt Barth. Von Toilettentraditionen im Mittelalter bis zu einer originalen päpstlichen Bulle, gefunden bei der Restaurierung - wenn einer Geschichtene erzählen kann, dann Gerd Albrecht. Und er tut es - in dieser Klönkist

Angefangen hat es zu einer Zeit, in der es begehrte Dinge nicht im Laden zu kaufen gab. Gisela Ratzlaff hat schon zu DDR-Zeiten Kleider aus Bettlaken genäht, hat alte Jeans in Taschen verwandelt und sich allerlei einfallen lassen, um all das selbst zu machen, was der DDR-Bürger nur aus dem Westfernsehen kannte. Später hat Gisela Ratzlaff einen eigenen Laden für Bastelzubehör aufgemacht und noch später hat sie in ihrem Beruf als Krankenschwester sogar extra Zeit dafür bekommen, die Praxis, in der sie arbeitete, für Weihnachten zu verschönern. Heute leistet sie viel ehrenamtliche Arbeit in ihrer Kirchgemeinde und Langeweile kennt sie gar nicht.

Reporterin Heike Mayer hat ihren Badezimmerschrank ausgeräumt und hat zu diesem Termin bei Erika Rieck und Jutta Marbach alles mitgenommen, was man so braucht, für die neue Frisur. Kämme, Sprühflasche, Fön, Scheren und Glätteisen - denn sie will die zwei ehemaligen Friseurinnen dazu bewegen, ihr die Haare zu schneiden. Die wehren sich nach Kräften, ist doch Heike Mayer für sie das "Engelchen", dessen zauberhafte Erscheinung sie gar nicht ändern wollen. Im Disput, ob nun abgeschnitten wird, oder nicht, kommen die besten Anekdoten aus einem langen Arbeitsleben zu Tage und auch das eine oder andere Geständnis.

Wenn einer sich auskennt, dann er: Bernd Ruchhöft hat die besten Anekdoten aus der Plauer Stadtgeschichte parat und er erzählt sie Thomas Lenz bei einem Spaziergang über den Parkfriedhof der Stadt. Im Museum finden sie ein tiefes Verlies und einen ebenso tiefen Blick in die Geschichte von Plau am See.

Viele fleißige Hände haben im Hintergrund diese Plappermoehl vorbereitet, haben Kuchen und Plätzchen gebacken, Kaffee gekocht und aus dem Kirchenraum der Ufergemeinde einen perfekten Ort für das Publikum, die Plappermoeller, ihre Gäste und die Musiker gemacht. Weihnachtsengel Hanna hat zauberhafte Gedichte mitgebracht, Brauns Blechbläserquartett sorgt für die Musik. Und für gute Geschichten von Baum, Traditionen, Geschenken und Festtagsbraten sorgen Christian Voß, Pastor i.R., Gisela Ratzlaff, die gute Seele der Ufergemeinde und der Pastor der Gastgeberkirche Jörg Utpatel. Und spätestens, wenn in dieser Sendung alle gemeinsam singen, leuchtet hell ein Licht aus Rostock in die Welt.

Was für ein Gewusel: der Schmied und die Wirtin, Josef und Maria und all die anderen kommen nach und nach zur zweiten Probe für das Krippenspiel in die kleine Kirche von Kirch Stück. Der eine fremdelt noch mit seinem Text, andere wissen bereits genau, was sie zu sagen haben. Und das ist in jedem Jahr etwas anderes, denn das Krippenspiel in Kirch Stück stellt immer auch Bezüge zu aktuellen Ereignissen her. Heike Mayer hat sich mitten hinein begeben, in die Aufregung und eine Probe erlebt, die alle einstimmt auf das Weihnachtsfest.

Zu Weihnachten hat für ihn alles angefangen: Es war 1984 und die Fahrt ging nach Kuba. Heiko Loest, der Schlosser, ging als Maschinenherlfer an Bord der "Theodor Fontane". In seinen Jahren auf See hat er den Panama-Kanal kennen gelernt und die Azoren, hat Havanna gesehen und die Flucht eines Schiffselektrikers in den "goldenen Westen" miterlebt - inklusive der Verhöre danach. Bei der letzten Fahrt liefen die Tränen. Thomas Lenz fragt Heiko Loest Löcher in den Bauch, für diese Klönkist mit Blick auf die weite Welt, eine Welt die sich für Heiko Loest zu Weihnachten vor mehr als 40 Jahren ganz plötzlich öffnete.

Was fällt ihnen bei dem Wort Weihnachtsschnitzerei ein? Das Erzgebirge, oder? Pyramiden, Krippen, Schwibbögen? Klönkist-Reporterin Heike Mayer hat Klaus Pieper kennen gelernt, der schon seit 40 Jahren Weihnachtspyramiden herstellt – nicht im Erzgebirge, sondern in seiner Werkstatt in Serrahn-Hof bei Krakow. Klaus Pieper ist in dieser Zeit ein echter Experte geworden.

Viermal bereits war die Plappermoehl in den vergangenen 25 Jahren in Banzkow und im Archiv schlummern Perlen. Nach denen sind die Plappermoeller Susanne Bliemel und Thomas Lenz getaucht, und sie haben Antwort gefunden auf die Frage, warum die Aufführungen der örtlichen Theatergruppe in Banzkow immer ausverkauft sind, warum Dahlien zwar Arbeit machen, aber ein guter Schmuck für Sommerfeste sind und die Musiker Gerrit Hoss und Kai Lindner klären, warum dem "Stutenkierl" ein Bein fehlt. Und als Bonus locken: Feuerwehrrivalitäten, die Kirchenheizung und ein mittelalterlicher Kelch als Fußballpokal.

Haben sie sich nun kennen gelernt, weil der Polizist den Elektriker verwarnen musste im Straßenverkehr oder weil der Elektriker dem Polizisten bei der Hauselektrik geholfen hat? So genau wissen sie das nicht mehr, aber sicher ist: da haben sich zwei gefunden: Richard Feldt und Heinz Rieckhoff. Fast 90 sind sie nun und ihrer Geschichten noch lang nicht müde. Und die Geschichten haben es in sich: Eine handelt zum Beispiel davon, wie das Haus von Schriftstellerin Christa Wolf abgebrannt ist. Klönkist-Reporterin Heike Mayer hört zu und hat sogar noch einen Witz in der Hinterhand.

Gut ein Jahr hat es gedauert, die Stelle neu zu besetzen, nun hat Mecklenburg-Vorpommern endlich wieder eine "Fachreferentin für Niederdeutsch". Die Lehrerin Ramona Mix aus Gadebusch kümmert sich um alles, was in Sachen Plattdeutsch so an den Schulen im Land wichtig ist Unterricht, Abitur, Referendare, Wettbewerbe ... Und natürlich unterrichtet sie auch selbst Platt Heike Mayer hat Ramona Mix und ihre Schüler für die Klönkist in Gadebusch besucht.

"Von Fall tau Fall" heißt ihr neuestes Buch - darin versammelt sind Nachdichtungen von Texten des russischen Schriftstellers Daniil Charms (1905 -1942). Direkt aus dem Russischen hat Susanne Bliemel die absurden Texte in die Plattdeutsche Literaturwelt geholt. Für dieses Buch, aber auch für die Übersetzung der Comic-Reihe "Die Abrafaxe" und für ihre Bücher mit Kurzgeschichten ist sie nun ausgezeichnet worden - mit dem Kappelner Literaturpreis, das ist eine der wichtigsten Ehrungen für niederdeutsche Literatur. Susanne Bliemels Arbeit ist auch fester Bestandteil des NDR-Programms: Nieges ut Hoppenhagen - ihre Kolumne am Sonntagmorgen - plattdeutsche Nachrichten und die Moderation der Plappermoehl sind bei ihr in besten Händen. Thomas Lenz gratuliert in dieser Klönkist und schaut mit Susanne Bliemel einmal zurück und zweimal nach vorn.

Ausnahmen bestätigen die Regel, sagt Pastor Christian Voß auf die Frage, ob er wirklich seine letzte Predigt halten will Anfang November in Kirch Stück - in dem Ort, in dem er den Förderverein mitgegründet und ein plattdeutsches Zentrum mit aufgebaut hat. Bis 1999 war er im Dienst seiner Gemeinde in Zarrentin, danach hat ihn das Plattdeutsche gepackt. Er hat Kirchenliedern neue Texte gegeben, hat insgesamt 235 Predigten gehalten, hat "Der kleine Prinz" übersetzt und "Die Hasenschule". Über sein Leben, darüber, was ihn heute an vielen Predigten stört, was er sich für seine Kirche wünscht und wie gute Übersetzungen sein sollten, plaudert Christian Voß mit Thomas Lenz in dieser Sendung.

Aus Bollewick gingen einst Alpenveilchen in die ganze DDR, und im Herbst auch Totensonntagsgestecke und noch etwas später Adventskränze. Die wurden abgeholt und für die Gärtnerinnen und Gärtner gabs zum Dank auch mal eine Dose Ananas. In Bollewick steht Europas größte Feldsteinscheune und die ist heute ein Ort für Kultur und Tourismus, sie gehört der Gemeinde und ist Mittelpunkt des Dorfes. Mit drei fantastischen Gästen plaudern Susanne Bliemel und Thomas Lenz über den Ort, die Alpenveilchen und das berühmte Speckreiten ganz in der Nähe. Ein ehemaliger Standesbeamter erzählt von Hochzeiten auf Hochdeutsch und Plattdeutsch, eine Gärtnerin davon, wie sie mit Hühnern spricht und ein stellvertretender Bürgermeister berichtet von seiner Leidenschaft für den Wettstreit mit Pferd und Wagen. Musik: Duo Ossenkopp

Stefan Kreibohm hat den wohl schönsten Arbeitsplatz aller Meteorologen in Deutschland. Auf Hiddensee macht er sich Tag für Tag bereit, den Hörerinnen und Hörern, Zuschauern und Online-Nutzern ein stimmiges Bild vom Wetter zu zeichnen. Warum das auch mal misslingt, wie jemand überhaupt Meteorologe wird und welches Wetter ihm am liebsten ist, darüber plaudert Stefan Kreibohm schon auf dem Weg zum Arbeitsplatz, dann im Wetterstudio und später im beim Nordmagazin-Dreh mit Heike Mayer.

Jeder, der in der DDR an einer schweren Erkrankung der Nieren litt, konnte dank seiner Arbeit ein beinahe normales Leben führen: der Internist und Nephrologe Professor Horst Klinkmann war maßgeblich daran beteiligt, die Dialyse, landläufig "Blutwäsche" genannt - im Gesundheitssystem der DDR zu etablieren. Der heute 90-jährige Horst Klinkmann ist Ehrendoktor an 13 internationalen Universitäten, an dreien ist er Ehrenprofessor - die vielen anderen Ehrungen sind kaum zu zählen. Und Horst Klinkmann ist immer seiner Muttersprache treu geblieben ... Plattdeutsch.

Seit 100 Jahren wird in Wismar auf Plattdeutsch Theater gespielt. Und diesen großen Geburtstag konnte sich die Plappermoehl von NDR1 Radio MV natürlich nicht entgehen lassen. Im Zeughaus ist die Sendung zum Jubiläum aufgezeichnet worden - der Saal voll, die Leute fröhlich. Und drei umwerfende Gäste am Moehlendisch: Lisa Kuß - seit 68 Jahren Herz und Seele der Bühne, Elke Rohlfs - Ostfriesin auf sprachlichen Abwegen auf den Brettern in der Hansestadt - und Sebastian Ahlert, der als Kind schon mit Plattdeutsch auf der Bühne stand. Musik: Knopf und Zopf. Was es mit Kräuterlikör in einer Kaffeekanne auf sich hat, warum ein Marzipanbrot für Streit sorgte und was das Schönste ist am Theaterspielen auf Platt in Wismar - das hören Sie in dieser Sendung.

Thomas Lenz ist ausgezogen, den Herbst kennen zu lernen. Elke Lenschow kann ihm zeigen, was in einem Bauerngarten zu dieser Jahreszeit wächst und eine kleine Erntebilanz hat sie auch für ihn. In Grieben in Nordwestmecklenburg hilft das halbe Dorf, wenn Not am Mann ist und entsprechend wird das halbe Dorf eingeladen zu Erntedank. Das ist zwar noch ein paar Wochen hin, doch Elke Lenschow erzählt schoneinmal, was dazu gehört.

Angefangen hat es mit einer Ausbildung in der Gastronomie, schnell aber war Christian Zarend der Nordosten zu klein, in Bayern hat er sein Glück gesucht um dann doch wieder in den Norden zu kommen. Nebenbei hat er dann ein Studium abgeschlossen, finanziert mit regelmäßigen Fahrten auf Nord- und Ostsee. Und dann kam das Angebot, mit den Wissenschaftlern der "Polarstern" auf Reisen zu gehen. Heike Mayer stellt uns einen unternehmungslustigen Mann vor, einen, dem die Geschichten nie ausgehen.

Die Natur mit allem, was so kreucht und fleucht ist sein Revier. Doktor der Biologie ist Uwe Westphal und schon in Kindertagen hat er angefangen, seine Stimme so zu trainieren, dass er täuschend echt Schwalben, Lerchen, Käuzchen und Nachtigall nachahmen kann. Doch Uwe Westphal hat auch die Bedeutung vieler dieser Tier-Rufe erforscht und auf Exkursionen am Schaalsee oder auf Bühnen gibt er sein Wissen weiter. Eine besondere, an Tierstimmen reiche Klönkist. Die verabschiedet sich damit in die Sommerpause - Anfang September sind wir zurück.

Er hat das Uckermark-Lied geschrieben, hat zusammen mit anderen das Plattdeutsche in seiner Uckermärker Prägung gehegt und gepflegt und unzählige Texte, Gedichte und Lieder hinterlassen. In diesem Jahr wäre Max Lindow 150 Jahre alt geworden und auf Einladung der Max-Lindow-Literaturgesellschaft ist die Plappermoehl bei einem großen Chortreffen in Bröllin zu Gast. Am Moehlendisch: Dr. Annegret Lindow - Tochter von Max Lindowe - die Plattdeutsch-Botschafterin des Landes Brandenburg, Neele Hübner und Dieter Parchmann vom Plattdeutschen Verein „Ådbeernest“. Musik: Tom Miller und Jörg Seefeldt von den Lousy Lovers. Dazu hören wir Chorgesang vom Uckermärkischen Männerchor Naugarten, dem Brüssower Kirchernchor und dem Chor Querbeat aus Templin.

Kleine absurde Miniaturen mit Tiefgang hat Daniil Charms der Welt hinterlassen - Charms, der nicht wohl gelitten war in der Stalin-Ära, weil er mit seinen Texten näher an der Dada-Literatur sich bewegte, als am sozialistischen Realismus. Aus dem Russischen hat Susanne Bliemel nun seine Geschichten ins Plattdeutsche übertragen - "nachgedichtet", wie sie betont. Warum sie sicher ist, damit Charms durchaus besonders nahe zu kommen, warum das Absurde manchmal politischer ist, als das Politische selbst und was Wilhelm Busch damit zu tun hat, das bespricht die Autorin mit dem Klönkist-Reporter Thomas Lenz.

Thomas Lenz zu Gast bei Gerd Lemke und Heiko Loest und zwar dort, wo sich die beiden am wohlsten fühlen: auf ihrer Kogge. Mit der segeln sie in der Saison hinaus auf die Ostsee, gern mit Gästen - um die 60 sind es in der Regel und an Essen und Getränken fehlt es dann nicht. Im Winter lädt der Verein zum Kapitänsdinner und auch Musik erklingt auf diesem Schiff. Was der Reiz daran ist, eine Kogge unter Segel zu halten, wo das Kielschwein wohnt und warum Jugendliche mit dem Ton an Bord manchmal ein Problem haben: in dieser Klönkist kommt alles zu Tage, oder besser gesagt, an Deck.

Sie teilen fast alles: Haus, Atelier und vor allem: die Leidenschaft für die Malerei. Antje Fretwurst-Colberg und Friedrich Fretwurst leben in Dändorf am Saaler Bodden - nach ihren gemeinsamen Zeiten in Greifswald und Berlin. Dass die beiden sich gefunden haben, das ist einem ungewöhnlichen Umstand geschuldet: Antje Fretwurst ist 1954 von Hamburg in die DDR gekommen - ganz allein, ohne Eltern. Ein Schritt, der ihr damals, als 14-Jährige, gar nicht ungewöhnlich vorgekommen war, hat sie Heike Mayer für die Klönkist erzählt. Was passiert, wenn man einen Mops naturgetreu malt, warum die beiden Maler auch mal ein Bild auseinanderschneiden und warum nur noch wenige die Kunst der Hinterglasmalerei ausüben - das und vieles mehr erfahren Sie in der Klönkist.

Der eine bringt in Dömitz den Kindern Plattdeutsch bei - spielerisch und mit Fantasie. Die andere brauchte Fantasie, um mit ihren Nachbarn in Kontakt zu kommen und die dritte im Bunde hat ihr Leben lang mit fantasievollen menschen zu tun gehabt: In einer Künstlerkolonie, in Kulturvereinen und heute noch in einem Literaturkreis. Drei Gäste am Moehlendisch - drei Varianten Plattdeutsch - und viele, viele gute Geschichten - Wibke Behrens, Astrid Klook und Till-Henrik Siemssen-Heinsohn zu Gast bei Susanne Bliemel und Thomas Lenz - Musik: Lars-Luis Linek.

Was dem einen für die Gesundheit die Sauna ist, das ist dem anderen die Gartendusche. Fred-Jürgen Dossow ist so einer, der nimmt keine Rücksicht auf Jahreszeiten: geduscht wird draußen. Kalt. Seit der Schweriner in Rente ist, hat er das Plattdeutsche neu für sich entdeckt - es war ihm vertraut aus Kinderzeiten. Jetzt ist die Sprache wieder da und er bemüht sich, sie weiter zu geben - an Kindergartenkinder in Schwerin. Heike Mayer hat ihn getroffen, für die Klönkist von NDR 1 Radio MV - in seinem Garten mit besonderer Adresse.

Flaches Land, bunte Wiesen und grüne Wälder - und mittendrin als blaues Band: die Elde und der Störkanal. An einer Schleuse, in Garwitz, hat Tobias Warncke seinen Gasthof. Für die Klönkist hat Thomas Lenz ihn getroffen, hat sich Ausflugstipps geholt und natürlich auch in der Küche einmal nachgeschaut, ob Spargel und Soljanka im Gasthof "Zur Schleuse" auch in diesem Jahr nach seinem Geschmack auf die Teller kommen.

In Kirch Mummendorf, in Nordwestmecklenburg in Sichtweite der Lübecker Nachbarn, ist etwas passiert, das Schule machen könnte. Die Kirch Mummendorfer haben ihre Kirche neu belebt - sie haben viel Arbeit und viel Zeit in das Gemäuer gesteckt, haben sich Hilfe geholt, haben gebaut und gefeiert und so viele andere begeistert. Die ältesten Balken der Kirche sind mehr als 1.000 Jahre alt - haben Untersuchungen ergeben. Thomas Lenz hat sich für die Klönkist umgeschaut - gemeinsam mit Werner Sewe vom Förderkreis - und später selbst mit angepackt.

Zuerst: Apfelsinen und Plattdeutsch als Brücke zur Verständigung: Erika Fischer hat das Kriegsende in der Griesen Gegend erlebt. Und immer wieder hat ihr Vater erzählt - von Runden am Küchentisch mit amerikanischen Soldaten, Abendbrot mit dem Buch "Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer" von Johannes Gillhoff. Dann, später im Jahr 1945, wurden die Grenzen neu gezogen. Die Elbe wird zum Grenzfluss, die Griese Gegend steht nun unter sowjetischer Verwaltung. Aus dem Dorf wird ein Lazarett der Roten Armee, das Haus der Familie wird konfisziert. Die jetzt 90-jährige Erika Fischer erzählt detailreich aus der Zeit, in der in Europa ein großer Krieg zu Ende ging.

Die Gemeinde Ummanz und die gleichnamige Insel liegen ein wenig abseits der großen Besucherströme auf Rügen - aber Hiddensee ist nah und die Gegend ist beliebt bei denen, die Ruhe suchen, aber auch bei Surfern, Radlern und all denen, die Urlaub auf dem Bauernhof schätzen. Am Moehlendisch geht es deshalb auch um Urlaub, um die Vereine der Gemeinde, um alte Fischertraditionen und neue Ideen für alte Boote. Moderatorin Susanne Bliemel hat die Sendung redaktionell vorbereitet, konnte aber nicht dabei sein - sie wird vertreten von Thomas Naedler.

Als einen Haufen Schrott hat Klaus Pieper aus Serrahn seinen F60 bekommen - für wenige hundert Euro. Stunden um Stunden hat er seine Effi wieder aufgebaut, nun fahren die beiden bei schönem Wetter durch die Alleen. Und erregen ordentlich Aufsehen... manche fahren gern hinterher, des Zweitaktdufts wegen, andere wollen ein Foto. Heike Mayer hat Klaus Pieper besucht und mit ihm über diese Liebe zum Automobil geplaudert. Zu sehen sind die beiden in der Aprilausgabe der Fernsehsendung "De Noorden op Platt".

In seinem ersten Leben war er Polizist. Immer auf der Straße... Seit seiner Pensionierung aber schlägt Klaus Czerwinskis Herz für die Schifferkirche in Ahrenshoop - dieses hölzerne Gebäude, das da aussieht, als wäre für das Dach ein Schiff umgedreht worden... Hier ist Klaus Czerwinski der Küster. Und hier hat Heike Mayer ihn getroffen und erfahren, dass noch eine seiner Leidenschaften hier an der Schifferkirche begonnen hat - das Malen... Was genau ein Küster in Ahrenshoop zu tun hat, wie die Orgel in der Schifferkirche klingt und was der malende Küster Klaus Czerwinski dort noch alles so für Ostern vorbereiten muss, das hören Sie in der Klönkist

„Ich habe Plattdeutsch von meiner Großmutter gelernt und während meiner Lehrjahre mit alten Schweriner Handwerksmeistern nur Platt gesprochen“, das sagt Christiane Oldag. Mittlerweile ist sie Rentnerin und in der Schweriner Plattdeutsch-Szene tief verwurzelt. Sie hat Holzbildhauerin gelernt und in diesem Beruf viele Jahre gearbeitet. Nun ist sie mit einem plattdeutschen Programm im Land unterwegs:

Gerlinde Block war schon vor 35 Jahren dabei, als die Plappermoehl in Lübz Station machte, heute führt sie als Herzogin Sophie Besucher durch ihre Stadt und hat zudem ein Platt-Café initiiert. Das besucht auch Hansi Kuchel gern, der ist Landwirt von Hause aus, erst war er angestellt, später trieb er die eigenen Kühe auf die Weiden um Techentin. Doch jetzt hat er seinen Hof verkauft und vertreibt sich die Zeit mit Jagd und Wurstmachen. Unter anderem. Hans-Jürgen Ahnsehl war Manager bei der Lübzer Brauerei - zu DDR-Zeiten hieß das noch Ökonom. Zwei Bücher hat er geschrieben, Romane sind es, die durchaus autobiografische Züge tragen. Diese drei sind die Gäste am Moehlendisch, der diesmal in der Aula der Grundschule Lübz steht. Folk-Musik macht in dieser Plappermoehl die Familie Gerstenberg.

Lehrer, Naturschützer, vor allem aber Musiker ist Wolfgang Kniep. Schon in der Plappermoehl in den 80er Jahren war er zu hören, Ende der 80er dann wagte er den Schritt hin zum professionellen Musiker. Äußerst fruchtbar war seine Zusammenarbeit mit der Lyrikerin Ursula Kurz - viele ihrer Texte hat Wolfgang Kniep vertont. Derzeit ist er vor allem mit seiner Bühnenpartnerin Anke Gohsmann auf den Bühnen im Norden unterwegs. Über Kindheit und Jugend, Musik und Weggefährten plaudert Wolfgang Kniep in dieser Sendung mit Reporterin Heike Mayer - Anlass ist sein 75. Geburtstag.

Wer im Land mit Plattdeutsch zu tun hat, der kennt ihren Namen: Johanna Bojarra aus Rostock war dafür zuständig, die Kitas im Land mit Lehr- und Lernmaterial zu Plattdeutsch zu versorgen, beim Projekt Heimatschatzkiste, sie hat ein Kinder-Buch geschrieben - natürlich auf Platt - das soll nun einen zweiten band bekommen, sie spielt an der Niederdeutschen Bühne in Rostock und hat nun einen neuen Arbeitsplatz beim Heimatverband. Dazu engagiert sich Johanna Bojarra im Bundesrat für Niederdeutsch und setzt ihre plattdeutsche Familientradition auch zuhause fort.

Das Plattdeutsch der Griesen Gegend spricht sie selbstverständlich, so wie sie es von Zuhause mitbekommen hat. Und in ihrer Sprache erzählt sie Geschichten voller Wärme, überraschend in Wortwahl und Rhythmus, bildhaft in den Beschreibungen. Viele Freundschaften hat sich die 90-jährige Erika Fischer erhalten - und einen guten Kontrakt zur Familie. In ihrem Arbeitsleben hat sie Schaufenster gestaltet, für die Handelsorganisation der DDR - ein Beruf, für den sie damals von Kunstgeschichte über Ästhetik bis hin zu praktischen Tugenden vieles gelernt hat, dass sie in ihrem Leben bis heute prägt. Nun hat sie viele ihrer Texte als Hörbuch heraus gebracht - im Tennemann-Verlag.

Für andere da zu sein, das ist Katrin Spillner schon immer wichtig gewesen. Ob früher als Katechetin in ihrer Kirchgemeinde, oder heute, wenn Sie regelmäßig zu plattdeutschen Nachmittagen einlädt. Tarnows "schiefen Globus" liest sie gern vor, aber auch moderne Texte. Besonders gern ist sie im Garten unterwegs - schon jetzt zieht sie die ersten Paprikapflanzen zur Aussaat. Was sie sich von der Kirche wünscht und was ihr Glauben ihr bedeutet, auch darum geht es in dieser Klönkist.