POPULARITY
Nach dem Zweiten Weltkrieg muss sich das Schauspielhaus Zürich neu orientieren. Während viele Künstler in ihre Heimat zurückkehren, rücken die Schweizer Autoren in den Vordergrund. Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt prägen die Nachkriegszeit des Theaters und führen es zu neuen Erfolgen. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 endet für das Schauspielhaus Zürich die Ära als «Hochburg des freien Wortes» und Zufluchtsort für verfolgte Künstler. Die Exilbühne braucht es so nicht mehr. Viele Mitglieder des Emigranten-Ensembles zieht es wieder nach Deutschland. Andere wählen den umgekehrten Weg nach Zürich. Nun stehen Emigrantinnen neben Künstlern auf der Bühne, die von den Nazis jahrelang bejubelt worden sind. Das führt zu Spannungen und Kritik. In dieser Phase spielt Dramaturg Kurt Hirschfeld einmal mehr eine entscheidende Rolle. Er fördert gezielt Schweizer Autoren, allen voran Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt. Frisch, der vor dem Krieg noch ein Kritiker des Schauspielhauses war, feiert kurz vor Kriegsende seine erste Premiere als Theaterautor. Zusammen mit Dürrenmatt prägt er die Nachkriegszeit des Theaters massgeblich. Stücke wie Frischs «Andorra» oder Dürrenmatts «Die Physiker» werden zu grossen Erfolgen und sorgen dafür, dass das Schauspielhaus nochmals eine glanzvolle Zeit hat. Der Ruf des Theaters beruht auf dem Emigranten-Ensemble. Und später auf den Erfolgen von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt. Ihr Entdecker Kurt Hirschfeld bleibt dem Schauspielhaus ein Leben lang treu bleibt – auch für kurze Zeit noch als Direktor. Nach seinem Tod geht für das Schauspielhaus eine weitere Ära zu Ende. Und danach kann es lange nicht mehr an diese grossen Zeiten anknüpfen. Der Mythos als Exilbühne aber ist bis heute geblieben. ____________________ In dieser Episode zu hören: Dagmar Walser, Theaterredaktorin Pinar Karabulut, Co Intendantin Schauspielhaus Zürich Hannah Schünemann, Chefdramaturgin Schauspielhaus Zürich ____________________ Recherche, Produktion und Moderation: Vera Deragisch ____________________ Literatur: Bachmann, Dieter/Schneider, Rolf (Hsg.) (1987): Das verschonte Haus – Das Zürcher Schauspielhaus im Zweiten Weltkrieg. Ammann Verlag. Neue Schauspiel AG (1978): Vom Variété zum neuen Schauspielhaus – Die Geschichte des Schauspiels in Zürich. Peter Felix. Schoop, Günther (1957): Das Zürcher Schauspielhaus im Zweiten Weltkrieg. Oprecht. Buns, Brigitte/deutsches Theatermuseum (Hsg.) (2007): Werft Eure Hoffnung über die Grenzen. Theater im Schweizer Exil und seine Rückkehr. Henschel. Kröger, Ute /Exinger, Peter (1998): In welchen Zeiten leben wir! Das Schauspielhaus Zürich 1938 -1998. Limmat Verlag. Amrein, Ursula (2004): Los von Berlin. Die Literatur- und Theaterpolitik der Schweiz und das «Dritte Reich», Chronos Verlag. ____________________ Links: SRF2 Kontext über die Bühnen-Diskussion 2021: Kann das weg? – Das Theater um den Pfauen - Audio & Podcasts - SRF DRS-Sendung Passage 2015: Kurt Hirschfeld – der Zauberer im Zürcher Schauspielhaus - Audio & Podcasts - SRF DRS-Sendung Schauplatz 1988: https://www.srf.ch/play/tv/schauplatz/video/50-theaterjahre-neue-schauspiel-ag--50-jahre-schauspielhaus?urn=urn:srf:video:51b69199-2663-4193-b99e-456454a4bd25 SRF-Kritik Hirschfeld-Film: https://www.srf.ch/kultur/film-serien/neu-im-kino-kurt-hirschfeld-spaeter-applaus-fuer-einen-vergessenen ____________________ Hast du Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir freuen uns auf deine Nachricht via geschichte@srf.ch – und wenn du deinen Freund:innen von uns erzählst.
In Europa tobt der Zweite Weltkrieg. Die Nazis wüten, und auch die Schweiz zittert. In Zürich jedoch wird Theater gespielt. Das Schauspielhaus erlebt seinen Höhepunkt als Emigrantentheater – und wird zum Symbol der geistigen Landesverteidigung. Nach Ferdinand Riesers Abgang durchlebt das Emigranten-Ensemble am Schauspielhaus eine unsichere Zeit, geprägt von der Angst, Arbeit zu verlieren und den Nazis in die Hände zu fallen. Kurt Hirschfeld rettet die Bühne, indem er mit einflussreichen Bürgern und Stadtpräsident Emil Klöti die neue Schauspiel AG gründet und Gelder akquiriert. Direktor wird der als unpolitisch geltende Schweizer Oskar Wälterlin, nicht Hirschfeld, um Risiken durch den Nazi-Druck zu vermeiden. Hirschfeld arbeitet als Dramaturg. Hirschfeld und Wälterlin gelten in den kommenden Jahren als «Dreamteam» am Schauspielhaus. Sie verzichten auf offensichtlich politische Stücke. Spielen viele Klassiker, die sie mit aktueller Bedeutung aufladen. Legendär sind der Tell von Schiller oder Götz von Berlichingen von Goethe. In beiden spielt Heinrich Gretler die Hauptrolle. Der populäre Schauspieler wird auf der Bühne fast so etwas wie das Gesicht der geistigen Landesverteidigung. Im Mai 1940, als die Kriegsgefahr für die Schweiz besonders gross ist, setzen die beiden einen weiteren Akzent auf der Pfauenbühne. Hitler beginnt seinen Westfeldzug, und es gibt Gerüchte, dass auch die Schweiz bald an der Reihe ist. Die Zürcherinnen und Zürcher verlassen ihre Stadt in Scharen. Auch die Emigrantinnen und Emigranten haben ihre Koffer gepackt. Aber sie bleiben – und spielen. Am 18. Mai 1940 kommt es zur Premiere von Goethes Faust II. Ein Lieblingsstück der Nazis – das in Zürich ganz anders interpretiert wird. Es ist ein sehr eindrückliches Beispiel dafür, welche Kraft Theater haben kann. Aber nicht nur mit Klassikern, sondern auch mit Erstaufführungen von Exilautoren macht das Theater von sich reden. Ein bekanntes Beispiel ist die «Mutter Courage» von Berthold Brecht - ein Antikriegsstück mit der grossen Therese Giehse in der Hauptrolle. Der Zweite Weltkrieg hat eine einmalige Situation geschaffen. Der gemeinsame Feind und die Angst schweissen alle zusammen. Emigranten-Ensemble, Zuschauerinnen und Zuschauer, Theaterleitung, Politik und Presse. Und das ist bis heute die Basis des Schauspielhaus-Mythos. ____________________ In dieser Episode zu hören: Dagmar Walser, SRF-Theaterredaktorin ____________________ Recherche, Produktion und Moderation: Vera Deragisch ____________________ Literatur: Bachmann, Dieter/Schneider, Rolf (Hsg.) (1987): Das verschonte Haus – Das Zürcher Schauspielhaus im Zweiten Weltkrieg. Ammann Verlag. Neue Schauspiel AG (1978): Vom Variété zum neuen Schauspielhaus – Die Geschichte des Schauspiels in Zürich. Peter Felix. Schoop, Günther (1957): Das Zürcher Schauspielhaus im Zweiten Weltkrieg. Oprecht. Buns, Brigitte/deutsches Theatermuseum (Hsg.) (2007): Werft Eure Hoffnung über die Grenzen. Theater im Schweizer Exil und seine Rückkehr. Henschel. Kröger, Ute /Exinger, Peter (1998): In welchen Zeiten leben wir! Das Schauspielhaus Zürich 1938 -1998. Limmat Verlag. Amrein, Ursula (2004): Los von Berlin. Die Literatur- und Theaterpolitik der Schweiz und das «Dritte Reich», Chronos Verlag. ____________________ Links: SRF2 Kontext über die Bühnen-Diskussion 2021: Kann das weg? – Das Theater um den Pfauen - Audio & Podcasts - SRF DRS-Sendung Passage 2015: Kurt Hirschfeld – der Zauberer im Zürcher Schauspielhaus - Audio & Podcasts - SRF DRS-Sendung Schauplatz 1988: https://www.srf.ch/play/tv/schauplatz/video/50-theaterjahre-neue-schauspiel-ag--50-jahre-schauspielhaus?urn=urn:srf:video:51b69199-2663-4193-b99e-456454a4bd25 SRF-Kritik Hirschfeld-Film: https://www.srf.ch/kultur/film-serien/neu-im-kino-kurt-hirschfeld-spaeter-applaus-fuer-einen-vergessenen ____________________ Hast du Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir freuen uns auf deine Nachricht via geschichte@srf.ch – und wenn du deinen Freund:innen von uns erzählst.
Im zweiten Weltkrieg ist das Zürcher Schauspielhaus ein wichtiger Zufluchtsort. Künstlerinnen und Künstler, die vom Nationalsozialismus verfolgt werden, finden an diesem Schweizer Theater eine neue Heimat. Den Grundstein dafür legt vor 100 Jahren ein Zürcher Weinhändler. Die Ursprünge des Schauspielhauses reichen noch weiter zurück. Und sie sind weit entfernt von einem künstlerisch anspruchsvollen Theater. Das «Volkstheater zum Pfauen» ist um die Jahrhundertwende eine Art Varieté-Theater mit Biergarten und Kegelbahn. Mit finanziellen Nöten und unterschiedlichen Besitzern. Es wird die Jahre darauf zur Nebenbühne des Stadttheaters, des heutigen Opernhauses. Aber auch dieses Konzept hat zu wenig Erfolg. Und dann tritt ein gewisser Ferdinand Rieser auf die Bühne. Ein jüdischer Kaufmann mit viel Leidenschaft fürs Theater, aber wenig Erfahrung. Er übernimmt das Schauspielhaus und baut es 1926 um. Ihm ist es zu verdanken, dass das Schauspielhaus zum wichtigsten Emigranten-Theater im deutschsprachigen Raum wird. Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kommen, holt er verfolgte Schauspielerinnen und Regisseure nach Zürich, die in Deutschland nicht mehr arbeiten können. Am Schauspielhaus Zürich werden Stücke gezeigt, die in Deutschland verboten sind und sich kritisch mit den Entwicklungen im Nationalsozialismus auseinandersetzen. Diese politische Haltung provoziert heftige Reaktionen. Deutsche Nazi-Spitzel und die nazifreundliche Nationale Front in der Schweiz versuchen, das Theater einzuschüchtern. Es gibt Drohungen und Proteste. Das Schauspielhaus braucht für gewisse Aufführungen Polizeischutz. Auch aus gemässigteren Kreisen gibt es Kritik. Der Schweizer Schriftstellerverband fordert mehr Schweizer Stücke und wettert gegen das «unschweizerische» Theater. Rieser hält dem Druck zunächst noch Stand. Doch 1938 sieht er sich gezwungen, das Handtuch zu werfen. Er emigriert mit seiner Familie in die USA. ____________________ In dieser Episode zu hören: Dagmar Walser, SRF-Theaterredaktorin Pinar Karabulut, Co-Intendantin Schauspielhaus Zürich Hannah Schünemann, Chefdramaturgin Schauspielhaus Zürich ____________________ Recherche, Produktion und Moderation: Vera Deragisch ____________________ Literatur: Bachmann, Dieter/Schneider, Rolf (Hsg.) (1987): Das verschonte Haus – Das Zürcher Schauspielhaus im Zweiten Weltkrieg. Ammann Verlag. Neue Schauspiel AG (1978): Vom Variété zum neuen Schauspielhaus – Die Geschichte des Schauspiels in Zürich. Peter Felix. Schoop, Günther (1957): Das Zürcher Schauspielhaus im Zweiten Weltkrieg. Oprecht. Buns, Brigitte/deutsches Theatermuseum (Hsg.) (2007): Werft Eure Hoffnung über die Grenzen. Theater im Schweizer Exil und seine Rückkehr. Henschel. Kröger, Ute /Exinger, Peter (1998): In welchen Zeiten leben wir! Das Schauspielhaus Zürich 1938 -1998. Limmat Verlag. Amrein, Ursula (2004): Los von Berlin. Die Literatur- und Theaterpolitik der Schweiz und das «Dritte Reich», Chronos Verlag. ____________________ Links: SRF2 Kontext über die Bühnen-Diskussion 2021: Kann das weg? – Das Theater um den Pfauen - Audio & Podcasts - SRF DRS-Sendung Passage 2015: Kurt Hirschfeld – der Zauberer im Zürcher Schauspielhaus - Audio & Podcasts - SRF DRS-Sendung Schauplatz 1988: https://www.srf.ch/play/tv/schauplatz/video/50-theaterjahre-neue-schauspiel-ag--50-jahre-schauspielhaus?urn=urn:srf:video:51b69199-2663-4193-b99e-456454a4bd25 SRF-Kritik Hirschfeld-Film: https://www.srf.ch/kultur/film-serien/neu-im-kino-kurt-hirschfeld-spaeter-applaus-fuer-einen-vergessenen ____________________ Hast du Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir freuen uns auf deine Nachricht via geschichte@srf.ch – und wenn du deinen Freund:innen von uns erzählst.
Falls ihr es nicht nach Köln geschafft habt oder alles nochmal nachhören wollt: wir freuen uns, dass wir am Sonntag endlich den live-Mitschnitt von Rashas Gespräch mit der grandiosen Terézia Mora in der Comedia in Köln mit euch teilen können. Dort haben die beiden am 26. Februar vor einem voll besetzten Publikum im Rahmen des Literaturfestivals ‚kindly invited‘ über das Werk der Schweizer Schriftstellerin Adelheid Duvanel gesprochen. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön für die Einladung und Organisation an das ganze ‚kindly invited‘-Team und das Literaturhaus Köln! Die Schriftstellerin und Übersetzerin aus dem Ungarischen Terézia Mora hat schon mehrere viel gelobte Romane geschrieben. Auch ihr letzter 2023 erschienener Roman „Muna oder Die Hälfte des Lebens“, in dem die junge Protagonistin aus der ostdeutschen Provinz einem Mann verfällt, der nicht gut für sie ist, wurde für die Shortlist des Deutschen Buchpreises ausgewählt. Neben ihren Romanen hat Terézia Erzählungen, Essays und Drehbücher verfasst, bereits zwei Poetik-Vorlesungen veröffentlicht und sie wurde schon mit so ziemlich jedem Preis, mit dem man im deutschsprachigen Literaturbetrieb ausgezeichnet werden kann, geehrt. Darunter sind der Ingeborg-Bachmann-Preis, der Georg-Büchner-Preis für ihr Gesamtwerk und der Deutsche Buchpreis für ihren 2013 erschienen Roman „Das Ungeheuer“. Für ihr Gespräch mit Rasha hat sich Terézia gewünscht, über die 1936 geborene und 1996 verstorbene Schweizer Autorin und Journalistin Adelheid Duvanel zu sprechen. Ähnlich wie die Beziehung Munas, der Protagonistin von Terézias letztem Roman und wie ihr in der Folge hören werdet, hatte die Ehe der Schweizer Autorin Adelheid Duvanel toxische Züge. So soll ihr Mann, ein Maler, sie davon abgebracht haben, selbst in seiner Disziplin künstlerisch tätig zu werden. Das Schreiben hat sie jedoch nicht aufgegeben, sodass wir heute ihre jüngst vom Limmat Verlag in einer Gesamtausgabe gesammelten sehr kurzen, dafür aber sehr dichten Erzählungen, Feuilletons, Kolumnen und Briefe nachlesen können. In der Folge widmen sich Rasha und Terézia besonders der Entschlüsselung einiger von Duvanels Erzählungen, die Rasha als „dunkle, kleine Diamanten“ bezeichnet, sprechen über das Verhältnis von Biografie und Text, die Voraussetzungen fürs Schreiben sowie über das Entdecken, Wiederentdecken und Vergessen von Autorinnen. Als Produzentinnen standen Rasha auch für diese Folge wieder Kathrin Albrecht und Asya Kurtuldu zur Seite.
Felle, Federn, Fischschuppen: Ruth kann Menschen durch Küsse in Tiere verwandeln und mit ihrer Willenskraft Bäume fällen. Julia Weber spricht über diese «moderne Hexe» als Vorbild, darüber, warum Menschen dem Alltag entfliehen wollen, und warum die sinnliche Wahrnehmung ihr besonders wichtig ist. Dank ihrer besonderen Kräfte kann Julia Webers Protagonistin der Welt und ihren Ungerechtigkeiten auf eine andere Art begegnen. Unglückliche oder unsichere Menschen suchen Trost oder einen Ausweg aus dem «normalen» Leben, wenn sie sich von Ruth zum Beispiel in ein kleines Vögelchen verwandeln lassen, und sie selbst sieht einen zentralen Zweck ihres Daseins darin, ihnen zu helfen. Doch auch Ruth ist mit zutiefst menschlichen Krisen konfrontiert, die sich trotz ihren übermenschlichen Fähigkeiten nicht alle aus der Welt schaffen lassen: Freundinnen mit schwerwiegenden psychischen Problemen, komplizierte Beziehungen, der Verlust der unbeschwerten Kindheit, der Drang, gefallen zu wollen. Besondere Fähigkeiten bedeuten auch besondere Verantwortung – und damit hadert Ruth. Je älter sie wird, desto mehr entgleiten ihr die Dinge. Im «Literaturclub Interview» gibt Julia Weber Auskunft darüber, warum sie dennoch hofft, mehr Menschen könnten die Welt einmal durch Ruths Augen sehen. Sie verrät, weshalb sie selbst sich gern in eine Qualle verwandeln würde, und warum sie über «eine Sexualität, die mit Pornografie nichts mehr zu tun hat» schreibt. ____________________ Dieses Buch steht im Zentrum der Folge: Julia Weber. «Weil ich Ruth bin». 464 Seiten. Limmat Verlag, 2026. ____________________ Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns: literatur@srf.ch ____________________ In dieser Episode zu hören - Julia Weber, Autorin ____________________ - Host: Simon Leuthold ____________________ Das ist «Literaturclub: Interview»: Bei uns ist die Stimme der Autorin oder des Autors zu hören! Alle zwei Wochen bitten wir einen Schriftsteller oder eine Schriftstellerin zum unterhaltsamen, inspirierenden Gespräch. Wir loten aus, was sie antreibt und inspiriert und unterhalten uns über ihr aktuelles Buch. Weitere Informationen und den wöchentlichen Literaturnewsletter gibt es unter srf.ch/literatur.
«Die Schweiz wird geformt von Wasser, Wetter, Stein – und Volksabstimmungen.» Unter diesem Motto steht das Buch «Heute Abstimmung!» von David Hesse und Philipp Loser. Sie beleuchten 30 Volksabstimmungen, welche die moderne Schweiz seit 1848 dauerhaft geprägt haben. Der Historiker David Hesse und der Journalist Philipp Loser nehmen in ihrem Buch «Heute Abstimmung!» die Leserinnen und Leser mit auf einen Streifzug durch die Geschichte wichtiger Volksentscheide. Sie beleuchten anhand von 30 Abstimmungen die Mechanik der direkten Demokratie. Es sind Entscheide, die die Schweiz auf Dauer verändert haben dank einem griffigen Instrumentarium, mit dem sich auch die Zukunft gestalten lässt. Das Schweizer Stimmvolk hat, wenn es zur Urne geht oder per Brief abstimmt, nicht alles, aber einiges in der Hand. Buchhinweis: Hesse, David und Loser, Philipp. Heute Abstimmung! 30 Volksentscheide, die die Schweiz verändert haben. Zürich 2024. (Limmat Verlag)
Charlie lebt in der Stadt und ist non-binär. Corsin lebt auf dem Land und ist schwul. Gemeinsam haben sie, dass sie queer sind. Was bedeutet es als junger Mensch heute in der Schweiz, jenseits der Norm zu leben? · Coming-Out · Was Transition alles bedeuten kann · Queerfeindlichkeit in der Schule, Familie und Gesellschaft · Debatte über Hormontherapie und geschlechtsangleichende Operationen · Unterstützung und Aufklärung · Buch: «Queer Kids. 15 Porträts» von Christina Caprez. 2024, Limmat Verlag, Zürich Im Podcast zu hören sind: · Christina Caprez, Journalistin, Soziologin, Autorin · Ad J. Ott, Psycholog:in, forscht am Institut für Heilpädagogik der PH Bern · Charlie, Student:in · Corsin Danioth, Schüler Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Autorin: Hannah Krug Host: Katrin Becker Produktion: Sabine Bitter Technik: Michael Studer l
Der afroamerikanische Schriftsteller lebt ab den 1950er Jahren in Bern. Er fällt auf. Wegen seines Äusseren. Er erlebt den Alltag des Fremden. Aber er resigniert nicht, sondern spiegelt das Erlebte in seiner Litaratur. Es ist ein kritisch-ironischer Blick auf das damalige Bern. Der US-Amerikaner Vincent O. Carter landete eher zufällig in Bern. Er wollte nur einige Tage in der Stadt bleiben, schliesslich wurden es 30 Jahre. Eigentlich wollte er nach Paris und dort als Schrifsteller arbeiten - denn an Frankreich hatte er gute Erinnerungen. Im 2. Weltkrieg gehörte er zu den Befreiern und wurde bejubelt. Doch die Stimmung hatte sich verändert, Ausländer:innen aus den USA waren Anfang der 1950er nicht mehr willkommen, so zog er weiter und kam nach Bern. Hier fand er eine Heimat und seine Liebe: Liselotte Haas. Mit ihr blieb er über 20 Jahre zusammen, bis zu seinem Tod. Er arbeitete als Schriftsteller, Maler, Englischlehrer. Seine Eindrücke schrieb er auf, es entstand ein kritisch-ironischer Blick auf die Stadt Bern und die Schweiz der 1950er Jahre. Aber seine Bücher werden erst Jahrzehnte nach seinem Tod auf deutsch übersetzt. Seine Lebensgeschichte erzählt die Zeitblende. Zu Gast sind: Liselotte Haas, ehemalige Partnerin von Vincent O. Carter. Anna Iatsenko, Literaturwissenschaftlerin, Autorin und Künstlerin. Literatur: Carter, Vincent O: Meine weisse Stadt. Das Bernbuch. Zürich, Limmat Verlag, 2021. Carter, Vincent O: Amerigo Jones. Zürich, Limmat Verlag, 2014.
Eric Bergkrauts «Hundert Tage im Frühling» ist eine feinsinnige Hommage an seine verstorbene Ehefrau Ruth Schweikert. Nora Bossong erkundet in «Reichskanzlerplatz» den dunklen Lebensweg von Magda Goebbels. Und Martin R. Dean legt in «Tabak und Schokolade» tabuisierte biografische Wurzeln frei. Die Schweizer Schriftstellerin Ruth Schweikert wurde 58 Jahre alt. Als sie im Juni vergangenen Jahres starb, verstummte eine der wichtigsten literarischen Stimmen der Schweiz. Für einen letzten, leisen Nachhall sorgt nun ihr Ehemann, der Dokumentarfilmer Eric Bergkraut. Er hat ein Buch über die Wochen vor ihrem Tod geschrieben. Es heisst «Hundert Tage im Frühling. Geschichte eines Abschieds». Das Buch sei «himmeltraurig», sagt Katja Schönherr, aber auch «voller Liebe» zur Verstorbenen. Die deutsche Autorin Nora Bossong macht in ihrem aktuellen Werk «Reichskanzlerplatz» Magda Goebbels zum Thema, die Ehefrau des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels. Sie war eine flammende Nationalsozialistin und stilisierte sich als «Übermutter des Dritten Reichs». Nora Bossong zeichnet den Lebensweg von Magda Goebbels nach und wirft dabei die Frage auf, an welchen Weggabelungen des Lebens die Frau anders hätte abbiegen können. Das Buch sei «unbequem», sagt Simon Leuthold, aber «höchst beeindruckend». Der Basler Autor Martin R. Dean erkundet in seinem neusten Roman «Tabak und Schokolade» seine eigene geteilte Identität: Der Autor ist der Sohn einer weissen Schweizerin und eines Schwarzen aus Trinidad in der Karibik. Die Eltern trennten sich früh. Dean wuchs mit der Mutter im Aargau auf. Sie heiratete erneut. Der leibliche Vater wurde in der neuen Familie tabuisiert. In seinem Buch schildere Martin R. Dean «einfühlsam und packend seine Suche nach den Vorfahren des Vaters», sagt Felix Münger. Die intime Selbsterkundung führt den Autor bis zu den Schrecken der Kolonialzeit. Buchhinweise: * Eric Bergkraut. Hundert Tage im Frühling. Geschichte eines Abschieds. 200 Seiten. Limmat-Verlag, 2024. * Nora Bossong. Reichskanzlerplatz. 295 Seiten. Suhrkamp, 2024. * Martin R. Dean. Tabak und Schokolade. 220 Seiten. Atlantis, 2024.
Jakob Senn wuchs Mitte des 19. Jahrhunderts im Zürcher Oberland auf. Der Junge aus armen Verhältnissen hatte einen ungewöhnlich grossen Bildungshunger. Obwohl er fast keine Schulbildung erhielt und Bücher auf dem Land Mangelware waren, erreichte er sein Ziel Schriftsteller zu werden. Jakob Senn konnte nur die Primarschule besuchen, danach musste er in seiner Familie bei der Heimweberei mitarbeiten. An Bücher kam er nur auf umständliche Weise, Zeit zum Lesen blieb ihm oft nur in der Nacht. Aus diesem bildungsfernen Milieu gelang ihm der Weg zum Schriftsteller. In Zürich schrieb er sein Hauptwerk, den Entwicklungsroman «Hans Grünauer». Der Roman ist jetzt zum 200. Geburtstag von Jakob Senn im Limmat Verlag neu aufgelegt worden. An Jakob Senn lässt sich viel über die Entwicklung der Schule in der Schweiz ablesen. Die Volksschule ist eine Folge des liberalen Umschwungs, der zur Gründung des Bundesstaates 1948 führte. Bis das Schulwesen professionalisiert war, dauerte es aber noch Jahrzehnte. Im Podcast zu hören sind: * Matthias Peter: Leiter der Kellerbühne St. Gallen. Der Publizist, Schauspieler und Regisseur hat Jakob Senns Leben erforscht und dokumentiert. * Dr. Christina Rothen: Bildungshistorikerin und Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Bern Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Mehr zum Kontext Podcast: https://srf.ch/audio/kontext
Franziska Hirsbrunner und Nicola Steiner diskutieren über «Dorf an der Grenze»: Ein Buch, das etwa 1945 entstand, aber erst in den 1980er Jahren publiziert wurde. Der Roman vermisst ein Tessiner Bergdorf zu Zeiten des 2. Weltkriegs und schaut genau hin, was die Rolle der Schweiz im Krieg betrifft. Aline Valangin (1889-1986), Pianistin, Psychoanalytikerin, Bohemienne und Frau der Tat, hätte auch einen Roman über die illustren Gäste schreiben können, die sie in den Kriegsjahren in ihrem Palazzo in Comologno im Onsernonetal beherbergte: Exilierte Kulturschaffende wie Kurt Tucholsky fanden dort eine Heimat auf Zeit. Sie richtete ihr Augenmerk jedoch auf Comologno, beschrieb, was der Krieg mit dem Dorf machte. Und zwar nicht von aussen oder von oben herab. Als Erzählerin ist sie mittendrin. Franziska Hirsbrunner fasziniert, wie Aline Valangin quasi in Echtzeit – der Roman entstand ca. 1945 – eine Fülle politischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge vermisst. Mit Nicola Steiner und dem Historiker Peter Kamber diskutiert sie, was Aline Valangins Roman so hyperrealistisch und zugleich traumähnlich macht und woran es gelegen haben mag, dass er in Buchform erst in den frühen 1980er Jahren publiziert wurde. Spoiler: «Dorf an der Grenze» spricht Klartext über die nicht immer rühmliche Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Dieses Buch steht im Zentrum der Folge: Aline Valangin. Dorf an der Grenze. 224 Seiten. Limmat Verlag, 2023. Im Podcast zu hören sind: * Peter Kamber, Historiker und Autor * Aline Valangin, Schriftstellerin Weitere Literatur: * Peter Kamber. Geschichte zweier Leben. Wladimir Rosenbaum & Aline Valangin. 388 Seiten. Limmat Verlag. Überarbeitete Neuausgabe 2018. * Aurelio Giovannacci und Martin Fricker. «Tot, verletzt oder lebendig»: Schlacht bei den Bagni di Craveggia. Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns: literatur@srf.ch Mehr Literatur und den wöchentlichen Literaturnewsletter gibt es unter srf.ch/literatur
Das traurige Schicksal des Autors Friedrich Glauser. Wenn Ihnen gefällt, was wir tun und Sie uns unterstützen möchten-> https://www.paypal.me/krimikiosk. Nächste Sendung am .... Impressum der Sendung ->https://krimikiosk.de/impressum-2/ Quellen: U.a. Limmat Verlag, Nimbus Books, Tagblatt.ch, Literapedia-bern.ch und Wikipedia. Cover Art auf Basis eines Fotos im Besitz des Limmat Verlages unter CC.3
Donata Berra"La linea delle ali"Postfazione di Pietro De MarchiManni Editorihttps://mannieditori.itLeggendo le poesie di Donata Berra si ha l'impressione di ascoltare musica trascritta in parole. I ritmi e la raffinata variazione di toni accompagnano i significati, e la musicalità pervade briosamente questo libro da cima a fondo. Molti sono i paesaggi, mai però posti in funzione descrittiva: sono piuttosto il linguaggio scelto per arrivare all'espressione di ciò che altrimenti non si lascia dire. E in questi componimenti è ben presente una linea ludica, che punta le sue carte sul lasciarsi portare dalla catena associativa dei significanti, e dal ritmo, per giungere alle immagini, e infine dalle immagini al senso.Donata Berra è nata a Milano, dove ha studiato letteratura italiana e musicologia, e vive a Berna.È autrice di poesia e traduttrice dal tedesco (tra gli altri, di Stefan Zweig, Klaus Merz, Friedrich Dürrenmatt).Ha pubblicato le raccolte di poesia Santi quattro coronati (Casagrande, 1992), Tra terra e cielo e Maria, di sguincio, addossata a un palo (testo tedesco a fronte, traduzione di Jochen Kelter, Verlag im Waldgut, 1997 e 1999), Vedute bernesi (Alla chiara fonte, 2005), A memoria di mare (Casagrande, 2010), Maddalena (testo tedesco a fronte, traduzione di Christoph Ferber, Limmat Verlag, 2019). IL POSTO DELLE PAROLEAscoltare fa Pensarehttps://ilpostodelleparole.itQuesto show fa parte del network Spreaker Prime. Se sei interessato a fare pubblicità in questo podcast, contattaci su https://www.spreaker.com/show/1487855/advertisement
Ein Geflüchteter findet im Exil einen Weg aus Isolation und Verlorenheit – dank dem Wandern, der Zwiesprache mit Bäumen und der Literatur. Für «Zwei mit Buch»-Host Felix Münger ist Usama Al Shahmanis Roman «Der Vogel zweifelt nicht am Ort, zu dem er fliegt» ein Buch zur Stunde. Millionen von Menschen sind derzeit auf der Flucht. Stellvertretend für sie steht die Romanfigur Dafer. Er ist aus dem Irak in die Schweiz geflüchtet, aber hat dort keine Freunde. Dann entdeckt er das Wandern: Auf langen Streifzügen durch die Wälder spürt Dafer eine tiefe Verbundenheit mit den stummen Bäumen. Als Dafer die deutsche Sprache lernt und sich der Literatur zuwendet, erlebt er das Glück, in der Fremde anzukommen. Auf einer Herbstwanderung erzählt der Irak-Schweizer Usama Al Shahmani, wie sehr er im Roman auf eigene Erfahrungen zurückgreift. Bäume und ihre Wurzelmetaphorik sind ein verbreiteter Topos in der Exilliteratur. Dies erklärt im Podcast die Hamburger Germanistin Jasmin Centner. Dieses Buch steht im Zentrum der Folge: Usama Al Shahmani. Der Vogel zweifelt nicht am Ort, zu dem er fliegt. Limmat Verlag, 2022. Im Podcast zu hören sind: * Usama Al Shahmani, Buchautor * Jasmin Centner, Germanistin Weitere erwähnte Bücher: * Marcel Proust. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. 3. Auflage. Suhrkamp, 2021. Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns: literatur@srf.ch Mehr Literatur und den wöchentlichen Literaturnewsletter gibt es unter srf.ch/literatur
Dorothy Gallagher lotet in «Und was ich dir noch erzählen wollte» aus, was sie ihrem verstorbenen Mann noch gerne erzählt hätte. In «Schneesturm im Hochsommer» lässt sich der Altmeister Meinrad Inglin neu entdecken. Und das «Projekt Schweiz» entwirft ungewohnte Blicke auf Schweizer Persönlichkeiten. «Und was ich dir noch erzählen wollte» sei ein schmales Buch voller Weisheit, sagt Britta Spichiger. Die US-amerikanische Autorin Dorothy Gallagher richtet sich darin an ihren 2010 verstorbenen Ehemann. Und erzählt von der gemeinsamen Zeit. Vor allem aber davon, was das Leben für sie ausmacht. Diese Lektüre sei eine Perle – weil das Buch in einer wunderbaren Sprache viel Persönliches erzähle und trotzdem universell sei. Meinrad Inglin gilt als einer der bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhundert. Dabei teilt er das Schicksal vieler Grosser: dass sie zwar dem Namen nach bekannt sind, jedoch wenig gelesen werden. Mit dem neuen Erzählband «Schneesturm im Hochsommer» dürfte sich dies ändern, ist Annette König überzeugt. Sie ist beeindruckt von Inglins Sprache, die ebenso sinnlich wie präzise sei und die Verhältnisse zwischen den Figuren klar benenne. Eine regelrechte Schatztruhe an überraschendem Wissen über die Schweiz bietet das Sachbuch «Projekt Schweiz», das vierundvierzig Portraits von Menschen versammelt, welche die Schweiz in ganz unterschiedlicher Weise geprägt haben. Der von Stefan Howald herausgegebene Band enthält etwa Lebensbilder von Jeremias Gotthelf, Dora Staudinger oder Mentona Moser. Verfasst haben die Texte Wissenschafter, Autorinnen und Journalistinnen. Oft mit starker persönlicher Färbung – und gerade dadurch äusserst lebendig und lesenswert, findet Felix Münger. Buchhinweise: Dorothy Gallagher. Und was ich dir noch erzählen wollte. Aus dem Amerikanischen von Monika Baark. 128 Seiten. Aki Verlag, 2021. Meinrad Inglin. Schneesturm im Hochsommer. Erzählungen. Herausgegeben von Ulrich Niederer. 256 Seiten. Limmat Verlag, 2021. Stefan Howald (Hrsg.). Projekt Schweiz. Vierundvierzig Porträts aus Leidenschaft. 496 Seiten. Unionsverlag, 2021. Wiederholung vom 11. Januar 2022
Dieser Roman mache ihm erfahrbar, wie eine Mutterschaft das Selbstverständnis einer Künstlerin aus dem Lot bringen kann, findet «Zwei mit Buch»-Host Simon Leuthold. Julia Weber erzählt, wie die Rollen einer Autorin durcheinandergeraten, die auch Mutter, Partnerin und Individuum sein will. Die Schweizer Autorin wählt eine komplexe Anlage für ihren persönlichen Roman: Eine schwangere Autorin berichtet über ihr eigenes Erleben und schreibt gleichzeitig ein Buch, in dem Figuren Ähnliches erleben wie sie selbst in ihrer aktuellen Lebenssituation. Sie vermengt ihr eigenes Leben mit der Kunst, führt Dialoge mit ihren Figuren – und die verwirrende Situation, die daraus entsteht, lässt uns nachvollziehen, wie sie sich gerade fühlt. Wir diskutieren darüber, warum es diese Komplexität braucht, was Schreiben nah an der eigenen Biografie bewirkt und über Autofiktion als Trend. Dieses Buch steht im Zentrum der Folge: Julia Weber. Die Vermengung. 350 Seiten. Limmat Verlag, 2022. Im Podcast zu hören sind: * Julia Weber, Buchautorin * Christine Lötscher, Professorin für Populäre Kulturen Weiter erwähnte Bücher: * Rachel Cusk. A Lifes Work. 224 Seiten. Macmillan, 2003. * Annie Ernaux. Die Scham. 110 Seiten. Suhrkamp, 2020. * Édouard Louis. Das Ende von Eddy. 208 Seiten. S. Fischer, 2016. * Karl Ove Kausgård. Sterben / Lieben / Spielen / Leben / Träumen / Kämpfen (6 Bände). Luchterhand, 2011-2015. Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns: literatur@srf.ch Mehr Literatur und den wöchentlichen Literaturnewsletter gibt es unter srf.ch/literatur
Robert ist Chefinspektor bei Scotland Yard – und freut sich auf seine Ferien. Doch sein Bruder Lewis, ein berühmter Musical-Komponist, braucht seine Hilfe. Er hat sich unsterblich in eine junge Frau verliebt. Und die ist verschwunden. Und bald taucht auch das erste Mordopfer auf ... (02:46) Beginn Hörspiel (40:00) Gespräch Mit: René Deltgen (Robert Bristol, Chefinspektor Scotland Yard), Hans-Helmut Dickow (Inspektor Eric Daly), Gerti Wiedner (Sekretärin Hilda), Günter Erich Martsch (Sergeant Thornton), Maximilian Wolters (Komponist Lewis Bristol), Anne-Marie Blanc (Katherine Kaufmann), Max Bachmann (Freddy Kaufmann), Elmar Schulte (Rolf Winter), Sibylle Brunner (Virginia Allen), Jürgen Cziesla (Ed Donovan), Sigrid Hausmann (Betty Lane), Michael Arco (André Marquand), Gertrud von Bastineller (Mrs Webb), Maria-Magdalena Thiesing (Eve Bristol), Giovanni Früh (Mario), Helga Schoon (Pearl Mortimer), Adolph Spalinger (Carl March), Walter Bremer (Morgan, Concierge), Joachim Ernst (Dr. Undertown), Luzius Versell (Popsänger Hardy «Barry» Nelson), Hilde Ziegler (Elka Nelson), Gudrun Erfurth (Simone Duprez), Verena Leimbacher (Hotel-Telefonistin), Helga Lehner (Krankenschwester), Curt Eilers (Dr. Felston), Buddy Elias (Owen), Heinz Günther Kilian (Newton), Karlheinz Wüpper (Brian Wade) Musik: Hans Moeckel, Übersetzung - Bearbeitung und Regie: Hans Hausmann - Produktion: SRF 1968 Post wie immer gern auf krimi@srf.ch Die Erzählung «Beichte in der Nacht», in der Glauser die Affäre in Baden verarbeitet, die dann unter anderem zu seiner Flucht in die Fremdenlegion geführt hat, findet Ihr im gleichnamigen Band im Limmat Verlag: https://www.limmatverlag.ch/programm/titel/196-beichte-in-der-nacht.html Den alten Artikel aus dem Jahre 1900 über den Koch-Mazenauer-Fall findet Ihr hier: https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=dis-001:1900:4::1218#674 Vielen Dank für Eure Tipps!
Fiebertraum, Haschischrausch, Kriminalgeschichte: Das alles ist die «Fieberkurve». Im zweiten Teil führt sie Wachtmeister Studer erst nach Paris, und dann nach Marokko ... Im Anschluss: Friedrich Glauser höchstselbst liest aus «Kif»! In der einzigen Audio-Aufnahme, die es von ihm gibt. (02:20) Beginn Hörspiel (57:15) Gespräch (63:34) Friedrich Glauser liest aus «Kif» Mit: Peter Brogle (Erzähler), Heinz Bühlmann (Studer), Charles Brauer (Madelin), Jupp Saile (Godofrey), Buddy Elias (Pater Matthias), Noemi Steuer (Marie Cleman), Peter Siegenthaler (Murmann), Judith Melles (Frau Tschumi), Ingold Wildenauer (Rosenzweig), Trudi Roth (Frau Studer), Albert Freuler (Kommissär Gisler), Willy Buser (Notar Münch), René Besson (Schlotterbeck), Nicolas Rosat (Blaser) Hörspielfassung: Markus Michel - Tontechnik: Kathrin Binetti und Jack Jakob - Regie: Martin Bopp - Produktion: SRF/SWR 1990 Den ersten Teil der «Fieberkurve» findet Ihr hier: https://www.srf.ch/audio/krimi/1-2-die-fieberkurve-von-friedrich-glauser-gespraech?id=12172623 Lektüre-Empfehlung: Hannes Binder hat mehrere Studer-Geschichten als Comic umgesetzt (von ihm ist übrigens auch das Bild zum Podcast). Ihr findet sie gesammelt in einem Band beim Limmat Verlag – sehr zu empfehlen! https://www.limmatverlag.ch/programm/titel/114-glauser.html
Ein Fall, der selbst Wachtmeister Studer vor Rätsel stellt: Zwei Schwestern sind ermordet worden, eine in Basel, eine in Bern. Und das ist erst der Anfang: Denn die Spuren führen nach Marokko, wo Gas unter der Erde lagert. Und nach Freiburg, wo Jahrzehnte vorher eine junge Frau ermordet wurde ... (02:06) Beginn Hörspiel (56:44) Gespräch Mit: Peter Brogle (Erzähler), Heinz Bühlmann (Wachtmeister Studer), Charles Brauer (Madelin), Jupp Saile (Godofrey), Buddy Elias (Pater Matthias), Noemi Steuer (Marie Cleman), Peter Siegenthaler (Murmann), Judith Melles (Frau Tschumi), Ingold Wildenauer (Rosenzweig), Trudi Roth (Frau Studer), Albert Freuler (Kommissär Gisler), Willy Buser (Notar Münch), René Besson (Schlotterbeck), Nicolas Rosat (Blaser) Hörspielfassung: Markus Michel - Tontechnik: Kathrin Binetti und Jack Jakob - Regie: Martin Bopp - Produktion: SRF/SWR 1990 Wolfram zitiert aus Hannes Binders Adaptation «Glausers Fieber» (daraus ist übrigens auch das Bild zum Podcast). «Glausers Fieber» und auch die anderen Comics, die Binder in Auseinandersetzung mit Glauser geschaffen hat, findet Ihr in einem Band beim Limmat Verlag – sehr zu empfehlen! https://www.limmatverlag.ch/programm/titel/114-glauser.html
Dorothy Gallagher lotet in «Und was ich dir noch erzählen wollte» aus, was sie ihrem verstorbenen Mann noch gerne erzählt hätte. In «Schneesturm im Hochsommer» lässt sich der Altmeister Meinrad Inglin neu entdecken. Und das «Projekt Schweiz» entwirft ungewohnte Blicke auf Schweizer Persönlichkeiten. «Und was ich dir noch erzählen wollte» sei ein schmales Buch voller Weisheit, sagt Britta Spichiger. Die US-amerikanische Autorin Dorothy Gallagher richtet sich darin an ihren 2010 verstorbenen Ehemann. Und erzählt von der gemeinsamen Zeit. Vor allem aber davon, was das Leben für sie ausmacht. Diese Lektüre sei eine Perle – weil das Buch in einer wunderbaren Sprache viel Persönliches erzähle und trotzdem universell sei. Meinrad Inglin gilt als einer der bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhundert. Dabei teilt er das Schicksal vieler Grosser: dass sie zwar dem Namen nach bekannt sind, jedoch wenig gelesen werden. Mit dem neuen Erzählband «Schneesturm im Hochsommer» dürfte sich dies ändern, ist Annette König überzeugt. Sie ist beeindruckt von Inglins Sprache, die ebenso sinnlich wie präzise sei und die Verhältnisse zwischen den Figuren klar benenne. Eine regelrechte Schatztruhe an überraschendem Wissen über die Schweiz bietet das Sachbuch «Projekt Schweiz», das vierundvierzig Portraits von Menschen versammelt, welche die Schweiz in ganz unterschiedlicher Weise geprägt haben. Der von Stefan Howald herausgegebene Band enthält etwa Lebensbilder von Jeremias Gotthelf, Dora Staudinger oder Mentona Moser. Verfasst haben die Texte Wissenschafter, Autorinnen und Journalistinnen. Oft mit starker persönlicher Färbung – und gerade dadurch äusserst lebendig und lesenswert, findet Felix Münger. Buchhinweise: Dorothy Gallagher. Und was ich dir noch erzählen wollte. Aus dem Amerikanischen von Monika Baark. 128 Seiten. Aki Verlag, 2021. Meinrad Inglin. Schneesturm im Hochsommer. Erzählungen. Herausgegeben von Ulrich Niederer. 256 Seiten. Limmat Verlag, 2021. Stefan Howald (Hrsg.). Projekt Schweiz. Vierundvierzig Porträts aus Leidenschaft. 496 Seiten. Unionsverlag, 2021.
Der erste Teil des Vorlesetags widmet sich Duvanels Kinderfiguren. Mit Kinderblick treten sie in eine versehrte Erwachsenenwelt: Die Väter sind abwesend, die Mütter beschäftigt. Duvanel begegnet ihren kleinen Protagonist:innen auf Augenhöhe und findet Momente des Trosts, ohne zu beschönigen. Adelheid Duvanel (1936-1996) ist die Meisterin der kurzen Form. Ihre poetische Kraft macht sie zu einer der bedeutendsten Stimmen der Schweizer Literatur. Dank einer Ausgabe sämtlicher Erzählungen kann Duvanel nun neu entdeckt werden. Der Band «Fern von hier» versammelt 251 Geschichten, die die Literaturwissenschaftlerin Elsbeth Dangel-Pelloquin unter Mitwirkung der Schriftstellerin Friederike Kretzen aus Büchern, Zeitungen und Anthologien zusammengetragen hat. Duvanel interessierten die Versehrten, aus der Welt Gefallenen, wie die Basler Künstlerin selbst eine war. Mit wenigen Sätzen, meisterhaft präzise und mit ehrlichem Interesse beschreibt Adelheid Duvanel diese Menschen. Ohne anzuklagen, ohne sie jemals als Opfer darzustellen. Es liest: Désirée Meiser. Teil 1 «Kinder»: «Aufbruch mit drei Plüschaffen» – «Die Käferwohnung» – «Die Stille» – «Mein Schweigen» – «Die junge Mutter» Produktion und Redaktion: Michael Luisier – Tontechnik: Tom Willen und Thomas Baumgartner – redaktionelle Mitarbeit: Laura Leupi - Produktion: SRF 2022 Urheberrechte der Texte: Luchterhand Literaturverlag und Limmat Verlag
Die Redaktorin Susanne Janson und Redaktor Michael Luisier im SRF Lesungspodcast über die Texte Adelheid Duvanels. Urheberrechte der Texte: Luchterhand Literaturverlag und Limmat Verlag
Adelheid Duvanel malt ihre Frauenfiguren in «eigenartigen Farben»: Mit wenigen Strichen entstehen so Porträts von einsamen und eigenwilligen (Über-) Lebenskünstlerinnen, die Büchern häkeln und mit Affenstimmen lachen. In der zweiten Stunde des Vorlesetags stehen diese Frauen im Mittelpunkt. Adelheid Duvanel (1936-1996) ist die Meisterin der kurzen Form. Ihre poetische Kraft macht sie zu einer der bedeutendsten Stimmen der Schweizer Literatur. Dank einer Ausgabe sämtlicher Erzählungen kann Duvanel nun neu entdeckt werden. Der Band «Fern von hier» versammelt 251 Geschichten, die die Literaturwissenschaftlerin Elsbeth Dangel-Pelloquin unter Mitwirkung der Schriftstellerin Friederike Kretzen aus Büchern, Zeitungen und Anthologien zusammengetragen hat Duvanel interessierten die Versehrten, aus der Welt Gefallenen, wie die Basler Künstlerin selbst eine war. Mit wenigen Sätzen, meisterhaft präzise und mit ehrlichem Interesse beschreibt Adelheid Duvanel diese Menschen. Ohne anzuklagen, ohne sie jemals als Opfer darzustellen. Teil 2 «Frauen»: «Ein ganz gewöhnlicher Waschtag» – «Stefanie» – «Christa» – «Die goldene Uhr» Produktion und Redaktion: Michael Luisier – Tontechnik: Tom Willen und Thomas Baumgartner – redaktionelle Mitarbeit: Laura Leupi – Produktion: SRF 2022 Urheberrechte der Texte: Luchterhand Literaturverlag und Limmat Verlag
Adelheid Duvanels Figuren fallen aus der Welt oder buchstäblich aus dem Fenster. In dieser Episode stehen Männerfiguren im Fokus: Jakob kocht eine «Eigenbrötlersuppe» und Xavers Platz am Esstisch hat ein Computer eingenommen. Mit präzisen Worten gewährt Duvanel Einblicke in windschiefe Biografien. Adelheid Duvanel (1936-1996) ist die Meisterin der kurzen Form. Ihre poetische Kraft macht sie zu einer der bedeutendsten Stimmen der Schweizer Literatur. Dank einer Ausgabe sämtlicher Erzählungen kann Duvanel nun neu entdeckt werden. Der Band «Fern von hier» versammelt 251 Geschichten, die die Literaturwissenschaftlerin Elsbeth Dangel-Pelloquin unter Mitwirkung der Schriftstellerin Friederike Kretzen aus Büchern, Zeitungen und Anthologien zusammengetragen hat. Duvanel interessierten die Versehrten, aus der Welt Gefallenen, wie die Basler Künstlerin selbst eine war. Mit wenigen Sätzen, meisterhaft präzise und mit ehrlichem Interesse beschreibt Adelheid Duvanel diese Menschen. Ohne anzuklagen, ohne sie jemals als Opfer darzustellen. Teil 3 «Männer»: «Xaver» – «Fenstergeschichten» – «Die misshandelten Blumen» – «Beim Psychiater» – «Der Engel» Produktion und Redaktion: Michael Luisier – Tontechnik: Tom Willen und Thomas Baumgartner – redaktionelle Mitarbeit: Laura Leupi – Produktion: SRF 2022 Urheberrechte der Texte: Luchterhand Literaturverlag und Limmat Verlag
In Adelheid Duvanels Texten schleichen die Menschen allein den Hauswänden entlang. Doch ab und zu begegnen sie sich: Mit poetischer Kraft erzählt Duvanel von diesen Paarbeziehungen zwischen Nähe, Einsamkeit und Gewalt – ohne zu beschönigen und ohne zu werten. Adelheid Duvanel (1936-1996) ist die Meisterin der kurzen Form. Ihre poetische Kraft macht sie zu einer der bedeutendsten Stimmen der Schweizer Literatur. Dank einer Ausgabe sämtlicher Erzählungen kann Duvanel nun neu entdeckt werden. Der Band «Fern von hier» versammelt 251 Geschichten, die die Literaturwissenschaftlerin Elsbeth Dangel-Pelloquin unter Mitwirkung der Schriftstellerin Friederike Kretzen aus Büchern, Zeitungen und Anthologien zusammengetragen hat. Duvanel interessierten die Versehrten, aus der Welt Gefallenen, wie die Basler Künstlerin selbst eine war. Mit wenigen Sätzen, meisterhaft präzise und mit ehrlichem Interesse beschreibt Adelheid Duvanel diese Menschen. Ohne anzuklagen, ohne sie jemals als Opfer darzustellen. Teil 4 «Paarbeziehungen»: «Marianne im Zelt» – «Die schwarzen Lederhandschuhe» – «Vom Recht, lebensuntüchtig zu sein» – «Der Schal» – «Der Flügel» – «Nocturne» Produktion und Redaktion: Michael Luisier – Tontechnik: Tom Willen und Thomas Baumgartner – redaktionelle Mitarbeit: Laura Leupi – Produktion: SRF 2022 Urheberrechte der Texte: Luchterhand Literaturverlag und Limmat Verlag
Adelheid Duvanel blickt von den Rändern her auf unsere Gesellschaft. Dafür findet sie traumwandlerische Bilder, meisterhaft beobachtet, ohne anzuklagen und ohne schönzureden.Der Vorlesetag schliesst mit drei Geschichten, die Duvanels poetische Kraft beispielhaft näher bringen. Adelheid Duvanel (1936-1996) ist die Meisterin der kurzen Form. Ihre poetische Kraft macht sie zu einer der bedeutendsten Stimmen der Schweizer Literatur. Dank einer Ausgabe sämtlicher Erzählungen kann Duvanel nun neu entdeckt werden. Der Band «Fern von hier» versammelt 251 Geschichten, die die Literaturwissenschaftlerin Elsbeth Dangel-Pelloquin unter Mitwirkung der Schriftstellerin Friederike Kretzen aus Büchern, Zeitungen und Anthologien zusammengetragen hat. Duvanel interessierten die Versehrten, aus der Welt Gefallenen, wie die Basler Künstlerin selbst eine war. Mit wenigen Sätzen, meisterhaft präzise und mit ehrlichem Interesse beschreibt Adelheid Duvanel diese Menschen. Ohne anzuklagen, ohne sie jemals als Opfer darzustellen. Teil 5: «Typisches»: «Brillenmuseum» – «Innen und Aussen» Produktion und Redaktion: Michael Luisier – Tontechnik: Tom Willen und Thomas Baumgartner – redaktionelle Mitarbeit: Laura Leupi – Produktion: SRF 2022 Urheberrechte der Texte: Luchterhand Literaturverlag und Limmat Verlag
Die Palette auf dem Literaturstammtisch ist auch heute gross: Die Basler Schriftstellerin Adelheid Duvanel brilliert mit poetischer Präzision, der US-amerikanische Autor Thomas Savage schreibt über männliche Ideale und sein Landsmann J. Ryan Stradal über mutige Frauen. Michael Luisier bringt den Erzählband «Fern von hier» mit 251 Erzählungen der Basler Schriftstellerin Adelheid Duvanel mit in die Sendung. Er hat sich für den Vorlesetag am 2. Januar 2022 auf SRF 2 Kultur seit über einem Monat intensiv mit diesen Geschichten auseinandergesetzt und hat darum nicht nur viel zu berichten, sondern vor allem auch sehr viel zu schwärmen. Der Film «Die Gewalt der Hunde» von Jane Campion mit Benedict Cumberbatch und Kirsten Dunst in den Hauptrollen ist aktuell nominiert für sieben Golden Globes. Was ist das für ein Buch, das als Vorlage für diesen Film dient? Nicola Steiner legt es auf den Literaturstammtisch. Sie sagt, es sei eine Mischung aus Cowboy-, Abenteuer- und Provinzroman. Und ein Buch über Homophobie und unterdrückte Homosexualität in einer männerdominierten Welt. «Die Bierkönigin von Minnesota» spielt im Mittleren Westen der USA und porträtiert Menschen, die um ihre Existenz kämpfen müssen. Der Roman erzählt von drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen, die den Mut haben, unkonventionelle Wege zu gehen. Der Autor J. Ryan Stradal zeigt anhand des Bierbrauereigeschäfts eindrücklich, wie sich die US-amerikanische Gesellschaft in den letzten rund 60 Jahren gewandelt hat, findet Britta Spichiger. Buchhinweise: Adelheid Duvanel. Fern von hier. Herausgegeben von Elsbeth Dangel-Pelloquin. Limmat Verlag, 2021. Thomas Savage. Die Gewalt der Hunde. Aus dem Amerikanischen von Thomas Gunkel. Penguin Random House, 2021. J. Ryan Stradal. Die Bierkönigin von Minnesota. Aus dem Amerikanischen von Kathrin Bielfeldt. Diogenes, 2021.
Über diese Bücher haben wir in der letzten Folge des Jahres gesprochen: 1. Tove Ditlevsen „Kindheit“ (Ü:Ursel Allenstein, Aufbau Verlag) 2. Joseph Andras „Kanaky“ (Ü: Claudia Hamm, Hanser Berlin) 3. Megan Hunter „Die Harpyie“ (Ü: Ebba Drolshagen, C.H. Beck) 4. Julian Warner (Hg.) „After Europe. Beiträge zur dekolonialen Kritik“ (Verbrecher Verlag) 5. Tove Ditlevsen „Jugend“ (Ü: Ursel Allenstein, Aufbau Verlag) 6. Amanda Lasker-Berlin „Iva Atmet“ (Frankfurter Verlagsanstalt) 7. Judith Poznan „Prima Aussicht“ (DuMont) 8. Jenny Odell „Nichts tun“ (Ü: Annabel Zettel, C.H. Beck) 9. Christian Dittloff „Niemehrzeit“ (Berlin Verlag) 10. Christian Kracht „Eurotrash“ (KiWi) 11. Mareice Kaiser „Das Unwohlsein der modernen Mutter“ (Rowohlt) 12. Bénédeicte Savoy „Afrikas Kampf um seine Kunst“ (C.H. Beck) 13. Hannah Lühmann „Auszeit“ (hanserblau) 14. Bastien Loukia „Verbrechen und Strafe“ (Ü: Ingrid Ickler, Knesebeck) 15. Jovana Reisinger „Spitzenreiterinnen“ (Verbrecher Verlag) 16. Sophie Passmann „Komplett Gänsehaut“ (KiWi) 17. Sarah Moss „Geisterwand“, (Ü: Nicole Seifert, Berlin Verlag) 18. Tove Ditlevsen „Abhängigkeit“ (Ü: Ursel Allenstein, Aufbau Verlag) 19. Sophie Calle „Wahre Geschichten“, (Ü: Sabine Erbrich, Suhrkamp) 20. Maria Barankow / Christian Baron (Hg.): „Klasse und Kampf“ (Ullstein) 21. Odile Kennel „Lust“, Verlagshaus Berlin 22. Matthias Jügler „Die Verlassenen“ (Penguin) 23. Tatiana Țîbuleac „Der Sommer als Mutter grüne Augen hatte“ (Ü: Ernest Wichner, Schöffling) 24. Nora Bossong „Auch morgen“ (Suhrkamp) 25. Adelheid Duvanel „Fern von hier“ (Limmat Verlag) 26. Kaveh Akbar „Den Wolf einen Wolf nennen“ (Ü: Jürgen Brôcan, Hanser Berlin) 27. Katharina Volckmer „Der Termin“ (Ü: Milena Adam, Kanon Verlag) 28. Tomas Espedal „Lieben“ (Ü: Hinrich Schmidt-Henkel, Matthes & Seitz Berlin) 29. Daniela Krien „Der Brand“ (Diogenes) 30. Mithu Sanyal „Identitti“ (Hanser) 31. Douglas Stuart „Shuggie Bain“ (Ü: Sophie Zeitz, Hanser Berlin) 32. Timon Karl Kaleyta „Die Geschichte eines einfachen Mannes“ (Piper) 33. Christoph Ransmayr „Der Fallmeister“ (S. Fischer) 34. Marlen Pelny „Liebe / Liebe“ (Haymon) 35. Alexis Kates Shulman „Erfahrungen eines schönen Mädchens“ (Ü: Sabine Kray, Arche Verlag) 36. Daniel Schreiber „Allein“ (Hanser Berlin) 37. Carmen Maria Machado „Das Archiv der Träume“ (Ü: Anna-Nina Kroll, Tropen Verlag) 38. Rasha Habal „Die letzte Frau (Ü: Anke Bastrop & Filip Kaźmierczak, Verlagshaus Berlin) 39. Annie Ernaux „Das Ereignis“ (Ü: Sonja Finck, Suhrkamp) 40. Kat Menschik / ETA Hoffmann „Die Bergwerke zu Falun“ (Galiani) 41. Naja Marie Aidt „Carls Buch“ (Ü: Ursel Allenstein, Luchterhand) 42. Regina Dürig „Federn lassen“ (Droschl) 43. Hervé le Tellier „Die Anomalie“ (Ü: Jürgen und Romy Ritte, Rowohlt) 44. Dilek Güngör „Vater und ich“ (Verbrecher) 45. Marente de Moor „Phon“ (Ü: von Bettina Bach, Hanser) 46. Katja Lewina „Bock“ (Dumont) 47. Alba de Cespedes „Das verbotene Notizbuch“ (Ü: von Verena von Koskull, Insel) 48. Kaya Mpoyi „Mai bedeutet Wasser“ (Ü: Elke Ranzinger, Culturbooks) 49. Dorothy Gallagher „Und was ich Dir noch erzählen wollte“ (Ü: Monika Baark, aki) 50. Kerstin Becker „Biestmilch“ (Edition Azur) 51. Harald Martinson „Schwärmer und Schnaken“ (Ü: Klaus-Jürgen Liedtke, Guggolz) 52. J.J. Bola „Sei kein Mann“ (Ü: Malcolm Ohanwe, hanserblau) 53. Banine „Kaukasische Tage“ (Ü: Bettina Bach, dtv) 54. Viktor Jerofejew „Leben mit einem Idioten“ (Ü: Beate Rausch, Ciconia Ciconia) 55. Nancy Campbell „Fünfzig Wörter für Schnee“ (Ü: Brigitte Jakobeit, Hoffmann und Campe) 56. Olaide Frank „Dunkelkalt“ (Literarische Diverse Verlag) 57. Hervé Guibert „Der Freund, der mir das Leben nicht gerettet hat“ (Ü: Hinrich Schmidt-Henkel, August Verlag) 58. Maxim Biller „Der falsche Gruß“ (KiWi) 59. „Robin Wall Kimmerer „Geflochtenes Süßgras“ (Ü: Elsbeth Ranke, Aufbau Verlag) 60. Mathias Enard „Das Jahresbankett der Totengräber“ (Ü: Holger Fock und Sabine Müller, Hanser Berlin)
#diepodcastin über ihre Bücher: Isabel Rohner & laStaempfli über Krimitrilogie von Isabel Rohner sowie deren Hedwig Dohm-Edition & "Spuren der Zeit", Rohners "50 Jahre Frauenstimmrecht", über "Sex, Katzen und Diäten" von laStaempfli sowie deren "Trumpism". In den letzten eineinhalb Jahren haben LaStämpfli und die Rohnerin immer wieder über Bücher gesprochen und Bücher von Autorinnen (historischen und zeitgenössischen) vorgestellt. Nun wollten die beiden eine Folge ihren eigenen Büchern widmen. Eigentlich - denn das Konzept schmeißen sie direkt schon zu Beginn über den Haufen, wenn sie über Nicole Seiferts "Frauen Literatur" und Mithu M. Sanyals "Identitty" sprechen und ihre Kolleginnen Maja Göpel, Hedwig Richter, Christina von Braun und Shoshana Zubov erwähnen. Dann aber gehts los: Gewohnt unterhaltsam, klug und überraschend unterhalten sich LaStämpfli und die Rohnerin über: - "Gretchens Rache" (Krimi von Isabel Rohner, Ulrike Helmer Verlag 2021), der neben "Schöner morden" und "Taugenixen" zur Krimi-Trilogie der Rohnerin gehört - und Isabel Rohner verrät, dass sie bereits an Band 4 arbeitet. - "Trumpism. Ein Phänomen verändert die Welt" (Sachbuch von Regula Stämpfli, Münster Verlag 2018). LaStämpfli erklärt in diesem Buch virtuos, wie die Verletzung der menschlichen Würde in 140 Zeichen in den politischen Alltag eingreift und unsere Demokratien verändert. Trumpism ist eben nicht nur ein PHänomen der Ära Trump - sie ist zur Kommunikationsform geworden, die uns täglich begegnet. Das Buch - in Österreich übrigens längst ein Bestseller, nur die Schweiz und Deutschland hinken mal wieder hinterher - hilft uns zu verstehen, was in den letzten Jahren in der Politik und in der Medienberichterstattung passiert ist und sich jeden Tag weiter verschärfen kann, wenn wir nicht nachsteuern. Die Rohnerin findet: Ein Buch, das in keinem Bücherregal fehlen darf. - Die "Edition Hedwig Dohm" ist die erste kommentierte Gesamtausgabe der Werke der feministischen Pionierin Hedwig Dohm (1831-1919) und wird von der Historikerin Nikola Müller und Isabel Rohner herausgegeben. Wer also gerne originale Texte liest (Dohms Texte sind köstlich - und auch inhaltlich sind sie nach wie vor von erschreckender politischer Aktualität), ist hier genau richtig. Wer sich Dohms Leben lieber über ihre Biografie nähern möchte, dem und der sei "Spuren ins Jetzt - Hedwig Dohm, eine Biografie" empfohlen (Ulrike Helmer Verlag). Die Rohnerin erzählt darin Dohms Lebensgeschichte - und was das alles mit uns heute, im Jetzt, zu tun hat. https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/isabel-rohner-spuren-ins-jetzt/ www.hedwigdohm.de - "Sex, Katzen & Diäten - Die Kult-Kolumnen von Regula Stämpfli" ist der geniale Titel des nächsten Buches. Gerade erst erschienen - September 2021 in der Edition Königstuhl - umfasst dieses köstliche, geistreiche Buch alle Kolumnen, die Regula Stämpfli zwischen 2014 bis 2018 in der Baseler Zeitung BAZ veröffentlicht hat. Und wer nun denkt, Schweizer Kolumnen wären nichts für Leserinnen und Leser aus Österreich oder Deutschland, der/dem sei gesagt: Weit gefehlt! Diese kurzen Texte haben nichts an politischer Brisanz eingebüßt. Im Gegenteil: Viele Themen (Leihmutterschaft, Islam, Digitalisierung ...) sind heute immer noch / wieder / endlich brandaktuell. LaStämpfli zeigt sich in diesem Buch als pointierte Kommentatorin des Zeitgeschehens, als humorvolle Beobachterin und messerscharfe Analytikerin. Die Rohnerin jedenfalls ist hell begeistert und kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen! - Und last but not least sprechen die beiden auch nochmals über "50 Jahre Frauenstimmrecht - 25 Frauen über Demokratie, Macht und Gleichberechtigung", herausgegeben von Isabel Rohner und Irène Schäppi, erschienen im Limmat Verlag. https://www.limmatverlag.ch/programm/titel/889-50-jahre-frauenstimmrecht.html #frauenlesen #weihnachten21
25 Jahre nach dem Tod der Schweizer Schriftstellerin hat der Limmat-Verlag ihr erzählerisches Gesamtwerk herausgegeben.
Der Sprung ins Ungewisse - ohne ihn gäbe es die Kunst nicht! Wohin führen uns literarische Texte, was passiert beim Schreiben und wie entstehen eigentlich gute Songs? Lisa Kreißler und Alexander Solloch diskutieren diesmal über Texte von Rebecca Solnit und Adelheid Duvanel. Mit der Liedermacherin Dota Kehr ("Kleingeldprinzessin") geht es um den Mut zum Ungewissen beim Schreiben von Songs. Axel Hacke erzählt, wie er sein Bedürfnis nach Sicherheit über Bord warf. 00:04:30 Rebecca Solnit: "Die Kunst, sich zu verlieren - Ein Wegweiser" (Matthes & Seitz) // 00:17:05 Gespräch mit der Berliner Musikerin Dota Kehr ("Kleingeldprinzessin") // 00:31:06 Adelheid Duvanel: "Fern von hier - Sämtliche Erzählungen" (Limmat Verlag) // 00:50:40 Gespräch mit dem Autor und Kolumnisten Axel Hacke // 01:07:00 O-Ton des Schriftstellers Wilhelm Genazino // Wenn Sie Ideen, Anregungen oder Feedback zum Podcast "Land in Sicht" haben, schicken Sie gerne eine Mail an landinsicht@ndr.de.
Im Frühling vor einem Jahr stand alles still. Die Schweiz befand sich im Corona-Ausnahmezustand. Alberto Nessi hat in dieser Zeit Tagebuch geschrieben. Er sinniert drin über die Natur, über unsere Gesellschaft und den Tod. Ein Fazit: Nur die Literatur und die Fantasie können uns retten. Alberto Nessi beginnt sein Journal mit einem Traum. Eine Ärztin eröffnet ihm, dass er sehr schwer an Corona erkrankt ist. Das war ganz zu Beginn der Pandemie, als ihn die Bilder aus Norditalien erschütterten. Die überfüllten Spitäler, die sterbenden Menschen. Alberto Nessi schreibt über sein Ängste aber auch über das, was die Pandemie an Positivem bringt. Dazu gehören Momente der Stille, die Spaziergänge, die Zeit, die er in seinem Garten im Tessinerdorf Bruzella verbringt. Er macht sich in diese ersten vier Monate der Pandemie auch Gedanken über unsere Gesellschaft. Fragt sich, ob wir nach der Pandemie einfach weitermachen wie bisher oder ob ein Umdenken stattgefunden hat. Werden die Menschen der Umwelt mehr Sorge tragen und solidarischer miteinander umgehen? Esther Schneider unterhält sich mit Alberto Nessi über seine Fragen, seine Hoffnungen und über das Tagebuchschreiben. Buchhinweis: Alberto Nessi. Blues in C. Journal eines Jahres. Aus dem Italienischen von Maja Pflug. Limmat Verlag, 2021. Weitere Themen: - Interview mit Alberto Nessi im Originalton (Italienisch)
Bekannt für seine preisgekrönten Romane, hat sich Christoph Keller zuletzt mit seiner eigenen Lebensgeschichte beschäftigt. Im Werk «Jeder Krüppel ist ein Superheld.» (Limmat Verlag) reflektiert er sein Leben mit der Spinalen Muskelatrophie (SMA III). Christoph Keller spricht für dich über seine täglichen Herausforderungen im Rollstuhl, unzugängliche WCs, notwendige inklusive Bildung, fehlende berufliche Gleichstellung und den Nachteil von Behindertenparkplatzen. Er spricht sich klar für eine Gesellschaft aus, welche den Menschen anerkennt, mit allen Stärken und Schwächen. Moderation und Redaktion: Martin Werner