Wildtiere in Deutschland. Dafür setzt sich Wildtierschutz Deutschland ein. Wir unterstützen Wildtierpflegestationen und wir kämpfen für die Abschaffung der Jagd da, wo sie ökologischen keinen Sinn macht oder wo es für die Bejagung einer Tierart keinen vernünftigen Grund gibt. Hier hört ihr jagdkritische Texte - aber nicht nur ..

Die Feuerwanze, wissenschaftlich Pyrrhocoris apterus, gehört zu den bekanntesten Insekten in unseren Gärten und Städten. Weltweit gibt es rund 300 Arten von Feuerwanzen, die meisten davon leben in tropischen Regionen, während bei uns vor allem diese eine Art verbreitet ist. Mit ihrer leuchtend roten Färbung und den markanten schwarzen Zeichnungen fällt sie sofort ins Auge. Gerade im Frühjahr und an warmen Tagen im Jahr sieht man sie häufig in größeren Gruppen an sonnigen Hauswänden, auf Wegen oder am Fuß von Bäumen.

Der Schmiechener See im Urdonautal auf der Schwäbischen Alb ist ein Flachwassersee ohne eigenen Abfluss, der einzige Zufluss ist der Siegenbach. Der See ist von jeher sehr witterungsabhängig, die Wasserstände schwanken stark: Durch den fehlenden Abfluss und die geringe Tiefe dehnt sich der See bei starken Regenfällen schnell aus und überflutet das Gebiet weiträumig, während längere Trockenheit regelmäßig dazu führt, dass der See fast austrocknet und nur noch vereinzelt kleine Wasserstellen zu finden sind. Zudem besteht das Problem der zunehmenden Verlandung, Weiden und Büsche breiten sich aus, Nährstoffeinträge aus der umliegenden Landwirtschaft befördern das in diesem Fall unerwünschte Pflanzenwachstum zusätzlich.

Wenn im Frühjahr die Natur erwacht und die Tage länger werden, beginnt für unsere heimischen Vögel eine der intensivsten und zugleich verletzlichsten Zeiten des Jahres: die Brutzeit. Was für uns oft nur als Gesang wahrnehmbar ist, bedeutet für sie höchste Anstrengung, Präzision und unermüdliche Fürsorge. Diese Zeit verlangt von den Vögeln alles. Und sie verlangt von uns vor allem eines: Respekt.

Erst vor vier Jahren ist der Foxterrier-Klub Klein-Auheim aufgrund einer Anzeige gegen die schlechte Haltung von zwei Füchsen in die Schlagzeilen geraten. Wildtierschutz Deutschland hatte seinerzeit die nicht tierschutzgerechte Unterbringung der Füchse in der Schliefanlage in Klein-Auheim angezeigt: Zu kleines Gehege, keine Abwechslung, Betonboden, unhygienische Verhältnisse.

Der Frühling beginnt – und wir genießen ihn. Doch während wir aufatmen, kämpfen viele Wildtiere ums Überleben. Der Beginn von Frühling und Sommer wird von vielen Menschen als Aufbruch erlebt, als Zeit neuer Energie, als Moment, in dem sich Lebensfreude fast von selbst einstellt. Die Tage werden länger, die Natur erwacht, und mit ihr wächst das Gefühl von Leichtigkeit. Doch bei näherem Hinsehen stellt sich eine grundlegende Frage: Was bedeutet Glück eigentlich?

Warum gehören Schnecken in den Garten? Weil sie Teil des Lebens sind. Sie sind faszinierend, schön und notwendig. Schnecken haben Durst, genau wie andere Tiere auch. Sie lieben es, sich im Sommer, in einer flachen Wasserschale abzukühlen. Sie fressen Fallobst, abgestorbene Pflanzenteile, Aas, Pilze und sogar ihre eigenen Artgenossen und helfen so beim Aufräumen. Sie tragen zur Humusbildung bei und verbreiten teilweise auch Samen, indem diese über ihren Verdauungstrakt transportiert werden.

Der heutige Tag des Wolfes sollte eigentlich ein Grund zum Feiern sein. Die Rückkehr der Wölfe in Deutschland und Europa ist eine der größten Errungenschaften des Naturschutzes. Mit der Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz riskieren die Regierenden nicht nur die Artenschutzerfolge der letzten 26 Jahre, sondern opfern wissenschaftliche Fakten einem von Jagdlobbyisten gespeisten populistischen Aktionismus.

Seit Tagen und Wochen richtet sich der Blick von Millionen Menschen auf die Ostsee, auf die Insel Poel, auf ein einzelnes Tier, dessen Schicksal kaum jemanden unberührt lässt. Der Wal, der dort ausharrte, kämpft sichtbar, greifbar und für viele nachvollziehbar um sein Leben. Bilder und Livestreams holen dieses Geschehen rund um seinen aktuellen Transport in unsere Wohnzimmer, lassen den Alltag leiser werden und schaffen eine Nähe, die kaum auszuhalten ist. Was hier geschieht, ist mehr als die Geschichte eines einzelnen Tieres. Es ist ein Moment, in dem sich unsere Beziehung zur Natur offenbart.

Biblis | Neue Recherchen belegen, dass die vom Kreis Bergstraße und von RWE installierten Schwalbentürme außerhalb des AKW-Geländes in Biblis ungeeignet sind: Auf den feuchten Rheinwiesen bildet sich Schimmel an den Nestern. Der Süddeutschen Zeitung ist zu entnehmen, dass die mit dem Abbruch von Gebäuden begründete Weigerung des RWE-Konzerns, Mehlschwalbennester an den Gebäuden auf dem AKW-Gelände anzubringen, vorgeschoben ist.

RWE Nuclear GmbH, Betreiber des ehemaligen Kernkraftwerks in Biblis, will partout keine Mehlschwalben auf seinem Werksgelände dulden. Dabei rühmt sich RWE noch heute, 1995 aktiven Vogelschutz betrieben zu haben, als bei der Sanierung der Kühltürme unterhalb der Kühlturmkrone ein Streifen Spezialputz angebracht wurde. Dieser stellte sicher, dass die Nester der Mehlschwalben halten konnten.

Der Rheingau, das an den Ausläufern des Hintertaunus mit Blick über den Rhein nach Rheinhessen gelegene Weinanbaugebiet zwischen Wiesbaden und Rüdesheim am Rhein, war nie ein Hotspot der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Das ASP-Gesehen im Rheingau-Taunus-Kreis fand über einen Zeitraum von knapp elf Wochen ausschließlich in der Gemeinde Eltville statt und dort vorwiegend auf der vorgelagerten Rheininsel Mariannenaue.

Im südlichen oder zentralen Afrika sammeln sich seit einigen Tagen die Mehlschwalben, um in den nächsten Tagen und Wochen gemeinsam die 4.000 bis 10.000 Kilometer lange Reise nach Biblis, dem Standort des RWE-Kernkraftwerks in Südhessen, anzutreten. Sie überqueren die Sahara, das Mittelmeer und die Alpen. Schlechtwetterfronten können die zwei bis vier Wochen lange Reise der Mehlschwalben verzögern.

Nach dem kürzlich erfolgten Abbruch des letzten von vier Kühltürmen auf dem Gelände des Kernkraftwerks Biblis wurden durch RWE Nuclear die Nistplätze für 800 Mehlschwalben in 80 Meter Höhe endgültig zerstört. Aufgrund nicht funktionierender Ausgleichsmaßnahmen droht die Vernichtung der bedeutendsten Mehlschwalben-Kolonie in Hessen.

Im Rahmen der Fuchsjagd kommen Praktiken zum Einsatz, die das Tierschutzgesetz eigentlich verbietet. Besonders grausam geht es bei der Baujagd und beim Bauhundetraining an lebenden Füchsen zu. In diesen Tagen suchen Füchse vermehrt Schutz und Ruhe im Bau. Fähen bereiten sich auf die Geburt ihrer Welpen vor. Aber selbst im Januar können schon erste Geburten stattgefunden haben. Diese Verletzlichkeit nutzen Jäger bei der Baujagd gezielt aus und lassen Rückzugsorte zu Todesfallen werden: Wer zum ersten Mal erfährt und sieht, was Baujagd bedeutet, ist völlig erschüttert. Die Erbarmungslosigkeit und Brutalität, mit der Füchsen dabei nachgestellt wird, lässt sich mit den Grundsätzen von Moral, Ethik und Tierschutz nicht vereinbaren.

Der Regenwurm ist eines der wichtigsten, zugleich aber am meisten unterschätzten Wildtiere unserer heimischen Natur. Er lebt verborgen im Boden, ohne Stimme und ohne Lobby, und doch hängt ein großer Teil unserer Bodenfruchtbarkeit und damit unserer Ernährung von ihm ab. Regenwürmer sind keine Nutztiere, sondern freilebende Wildtiere, die geschützt werden müssen, weil ihr Lebensraum zunehmend zerstört und verdrängt wird.

Der Maulwurf gehört zu den bekanntesten und zugleich missverstandenen Wildtieren unserer Kulturlandschaft. Kaum ein Tier ist so präsent und gleichzeitig so unsichtbar. Seine Erdhügel verraten ihn, doch selbst bekommt man ihn fast nie zu Gesicht. Besonders im Winter stellen sich viele Menschen die Frage, was eigentlich aus dem Maulwurf wird, wenn die Temperaturen sinken, der Boden gefriert und scheinbar kein Leben mehr an der Oberfläche stattfindet.

Wenn die ersten frostigen Nächte einsetzen und der Herbst allmählich in den Winter übergeht, verändert sich der Alltag vieler Wildtiere grundlegend. Für das Eichhörnchen, eines der bekanntesten Waldbewohner und zugleich ein vertrauter Gast in unseren Gärten und Parks, beginnt dann eine besonders anspruchsvolle Zeit. Obwohl wir es häufig als flink, anpassungsfähig und verspielt wahrnehmen, ist der Winter für Eichhörnchen mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Was für uns oft verspielt und unbeschwert wirkt, ist für die Tiere in Wahrheit ein täglicher Balanceakt zwischen Energiegewinn und -verlust, bei dem jede falsche Entscheidung lebensbedrohlich werden kann.

Das Bundeskabinett hat unter Leitung des Bundeskanzlers – wie erwartet – den von unabhängigen Rechtsexperten als rechtlich fehlerhaft beurteilten Gesetzentwurf zur Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz beschlossen.

Es war Mitte Dezember, als die Ehrenamtliche Wildvogelhilfe e.V. uns darauf aufmerksam machte, dass der Energie-Konzern RWE schon im Januar den verbliebenen Kühlturm des Atomkraftwerks Biblis – das AKW ist heute immer noch Lagerstätte atomaren Mülls – zurückbauen, sprich zerstören und abräumen wollte. Am letzten Kühlturm des Blocks B war befanden sich noch etwa 180 Nester der bis vor kurzem riesigen Mehlschwalbenpopulation mit etwa 800 Tieren.

Gemeinsam mit Wildtierschutz Deutschland in Vertretung für die MUNA e.V. und BUND Bergstraße haben die Initiatoren der Artenschutzinitiative für den Erhalt der Mehlschwalben in Biblis, Gaby Weiß und Kirsten Dressel gegen den Abbruch des letzten Kühlturms des AKW heute am Landratsamt Bergstraße eine Petition mit fast 11.000 Unterzeichnern an den Kreisbeigeordneten Matthias Schimpf übergeben. Brisant ist, dass RWE die Abbruchmaßnahmen bereits in die Wege geleitet hat. Eine entsprechende Verlautbarung, wie von RWE angekündigt, hat es dagegen bisher nicht gegeben.

Dieser Beitrag erzählt nicht nur vom Igel im Winter in der freien Natur. Er ist in Zusammenarbeit mit Eva Baumann-Franke entstanden, einer Tierheilpraktikerin, die Igel in Not pflegt und fachkundig versorgt. Sie erlebt die dramatischen Folgen von Lebensraumverlust, Insektensterben und Klimawandel unmittelbar, denn immer mehr geschwächte Tiere werden in menschliche Obhut gebracht. Die Zahl der Igel, die auf Pflege angewiesen sind, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Im Bundesumweltministerium wurde die ursprünglich streng wissenschaftliche und mit den Experten der Bundesländer einvernehmlich gefundene Bewertung des Gefährdungszustands der Wolfspopulation in Deutschland durch politische Vorgaben entscheidend verändert – mit direkten Folgen für den offiziell gemeldeten „günstigen Erhaltungszustand“ des Wolfs in der kontinentalen Region.

Drei der einstigen Kühltürme des Atomkraftwerks Biblis in Hessen hat der Betreiber RWE (Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG) bereits gesprengt. Der letzte verbliebene Kühlturm beherbergt den größten Teil der einst 423 Brutnester der besonders geschützten Mehlschwalben. Ihren Erhaltungszustand bewertet Deutschland im nationalen Bericht zur Vogelwelt als ungünstig-unzureichend. In der aktuellen Roten Liste der Brutvögel Deutschlands wird die Mehlschwalbe in der Kategorie „Gefährdet“ geführt.

Der Adressat unseres offenen Briefes ist Steffen Kanitz, Geschäftsführer RWE Nuclear und Ressortvorstand Kernenergie RWE Power AG. Sehr geehrter Herr Kanitz, am letzten von einst vier Kühltürmen des ehemaligen AKW Biblis befinden sich in 80 m Höhe die Nester einer der mit etwa 800 Tieren bedeutsamsten Brutkolonien der standorttreuen Mehlschwalbe in Deutschland. Entsprechend einer Pressverlautbarung soll der letzte Kühlturm noch in diesem Januar abgebrochen werden...

Sehr geehrter Staatsminister, der Staatsbetrieb Sachsenforst ist Ihrer Fach- und Dienstaufsicht unterstellt. Wir fordern Sie deshalb auf, unverzüglich eine weidgerechte Jagd über die Forstbezirksleiter des SBS sicherzustellen. Dazu gehört insbesondere der Verzicht von Bewegungsjagden ab der Wintersonnenwende kurz vor Weihnachten. Als Jagdscheininhaber sollten Ihnen die Anforderungen an eine weidgerechte Jagd bestens bekannt sein.

Symbol des Sommers und der alten, abwechslungsreichen Kulturlandschaft: Mehlschwalben. Das herbe Gezwitscher und rasante An- und Abfliegen kann man heute noch verstärkt in Städten und Dörfern südlicher Länder beobachten, in denen historische Stadtbilder vorherrschen und Gebäude mit überstehenden Dächern und strukturierten Fassaden die Zeiten überdauert haben. Bei uns sind immer weniger der Flugkünstler zu beobachten. Die Mehlschwalbe ist eine besonders geschützte Art, die als gefährdet auf der Roten Liste der Brutvögel geführt wird.

Fuchs und Wolf bezeichnet man als sogenannte Beutegreifer oder Prädatoren. Die Jäger bezeichnen sie als „Raubsäuger“ oder allgemein als „Raubwild“. Das sind Tierarten, die sich überwiegend von Fleisch ernähren. Damit unterscheiden sie sich von den Pflanzenfressern (Biber, Feldhase, Reh, Hirsch), die vegane Kost beherzigen, sowie von den Allesfressern (Wildschwein, Waschbär, Dachs), deren Speiseplan gemischt ist. Zu den gefiederten Beutegreifern gehören auch Eulen und Greifvögel.

Seit Jahren sehen wir, dass in der Silvesternacht Menschen durch die Nutzung privaten Feuerwerks sterben und z.T. schwer verletzt werden, weil die Politik nicht handelt. Von Menschen, die psychisch unter dem teilweise mehrere Tage andauernden Böllerkrach leiden und von zig Tausenden von Tieren, die das Spektrum von Stress bis Tod durchmachen, gar nicht zu reden – davon nehmen die meisten politisch Verantwortlichen nicht einmal Kenntnis.

Speziesismus beschreibt die Ungleichbehandlung von Lebewesen allein aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Während der Begriff häufig im Zusammenhang mit Nutztieren oder Haustieren verwendet wird, zeigt er sich besonders deutlich im Umgang mit Wildtieren. Sie leben außerhalb unserer direkten Kontrolle, und doch ordnen wir auch ihnen einen Wert zu, der selten auf ihrem individuellen Leben beruht, sondern auf unseren Vorstellungen, Bedürfnissen und Emotionen.

Wattenrat-Mitarbeiter Eilert Voß beobachtet seit Anfang November 2025, wie in jedem Jahr, bei jedem Wetter das jagdliche Geschehen mit Fernglas und Kamera in den Bereichen des Naturschutzgebietes Unterems. Das Gebiet ist fast vollständig auch als FFH-Gebiet „Unterems und Außenems“ und in Teilbereichen als das EU-Vogelschutzgebiet „Emsmarsch von Leer bis Emden“ ausgewiesen. Hier befinden sich u.a. große Überwinterungsplätze von arktischen Gänsen.

Gegen Ende November hatten wir Gelegenheit im Rahmen der Verbandsanhörung zur Änderung des Niedersächsischen Jagdgesetzes eine Stellungnahme abzugeben. Wir haben uns in diesem Rahmen u.a. für einen verpflichtenden Einsatz von Wärmebilddrohnen bei der Rehkitzrettung eingesetzt. Denn alle anderen Maßnahmen der Kitz- und Wildtierrettung im Vorfeld von Erntemaßnahmen haben sich als nicht ausreichend praktikabel erwiesen. Der Einsatz von Hunden bei Drückjagden sollte restriktiv so erfolgen, dass dabei ausschließlich kleinere Hunderassen eingesetzt werden. Hochläufige Hunde neigen verstärkt zur Bildung von Hundemeuten und zum Hetzen und Reißen des Wildes. Hunderassen, die lautlos jagen, sind für eine waidgerechte Jagd nicht geeignet. Durch das lautlose Jagen wird die Fluchtchance des Wildes erheblich eingeschränkt. Der Einsatz stumm jagender, wildscharfer und schneller Hunde erfüllt den Tatbestand der verbotenen Hetzjagd und verstößt auch gegen die Grundsätze der Waidgerechtigkeit.

Der Deutsche Jagdterrier-Club e.V. hat am 11. November ein Imagevideo über die „Arbeit in der Schliefanlage“ veröffentlicht, das die Haltung und den extremen Stress der Füchse in den Trainingsanlagen für Jagdhunde völlig verharmlost. Das Video weist Unstimmigkeiten auf, die den Zuschauer – vorsätzlich oder fahrlässig – in die Irre führen

„Wenn man als Vogelschützer knietief durch Federn, Flügel, Köpfe und Füße von geschützten Greifvögeln waten muss, ist das so ziemlich das Schlimmste, was passieren kann“. So beschreibt Alexander Heyd vom Komitee gegen den Vogelmord seine Eindrücke in diesem Jahr im Libanon. Sieben Wilderer konnten kürzlich dort durch das Komitee angezeigt werden, was jedoch angesichts des immensen Umfangs der dortigen Greifvogelwilderei nur als Tropfen auf dem heißen Stein bewertet wird.

Dieter Mackenrodt, Vizepräsident des Hessischen Landesjagdverbands (https://ljv-hessen.de/der-verband/vorstand/), Immobilienunternehmer, CDU – Mitglied, Träger des Hessischen Verdienstordens am Bande und 1. Vorsitzender des Jagdvereins Hubertus, Gießen, wird von seinem Verein der Untreue verdächtigt.

Im Rahmen unserer Recherche zum Wiesenbrüterschutz baten wir auch die Umweltministerien der verschiedenen Bundesländer um eine Einschätzung, welche Rolle ein aktives Prädatorenmanagement (Töten von Füchsen, Mardern und anderen jagdbaren Beutegreifern) durch die Jäger für den Bruterfolg der Vögel spielt und auf welchen Daten diese Einschätzung beruht.

Nachts ist es dunkel – diese Aussage ist nicht so banal, wie sie klingt. Deutschland ist in weiten Teilen derart mit künstlichem Licht überzogen, dass es mitnichten nachts wirklich dunkel ist. Auch in mondlosen Nächten kann man sich an den meisten Orten ohne Lampe zurechtfinden, vielerorts ist es gar nachts so hell, dass ganze Landschaften visuell wahrnehmbar sind. Die meisten Bewohner Deutschlands haben vergessen oder noch nie erlebt, wie dunkel es nachts sein kann. Echte nächtliche Dunkelheit ist kaum noch erlebbar, zu dicht ist das Land mit beleuchteten Städten, Dörfern und Straßen überzogen.

Der Himmel ist klar über dem kleinen Ort Vente am Kurischen Haff, der größten Lagune der Ostsee. Die Fernsicht ist gut, die riesigen weißen Dünen der Kurischen Nehrung sind am Westhorizont deutlich zu sehen. Gute Bedingungen an einem der besten Vogelzugbeobachtungspunkte Europas – dieser Septembermorgen verspricht einen Höhepunkt meiner diesjährigen Litauenreise. Zu Fuß gehe ich die rund zwei Kilometer auf der wenig befahrenen Straße parallel zum Ufer des Haffs von meiner Unterkunft zur Landspitze Ventes Ragas. Dort befindet sich eine ornithologische Station und ein kleiner Leuchtturm.

Im letzten Beitrag zum Wiesenvogelschutz konnten wir zeigen, dass eine echte und abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Behörden und Jägerschaft in der Regel nicht stattfindet, dass viele Naturschutzbehörden aber trotz fehlender Datenlage einem aktiven Prädatorenmanagement erstaunlich unkritisch gegenüberstehen und die Jäger bei der Anschaffung von Fallen gerne finanziell unterstützen. Doch wie sieht es nun mit der Zusammenarbeit zwischen Jägern und Artenschützern aus? Stimmt man hier die Maßnahmen miteinander ab? Welchen Anteil hat das Prädatorenmanagement durch die Jägerschaft nach Einschätzung der Fachleute vor Ort am Bruterfolg der Vögel?

Der Herbst ist für den Igel die wichtigste Jahreszeit. In den Wochen, in denen die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, muss er seine Fettreserven aufbauen, damit er den langen Winterschlaf übersteht. Nur wenn ein Jungigel bis Anfang November mindestens 500 Gramm erreicht, während ausgewachsene Tiere um die 1.000 Gramm wiegen sollten, hat er eine realistische Chance, die kalten Monate zu überstehen.

Im Rahmen unserer Recherche wandten wir uns deutschlandweit stichprobenartig an Behörden und Gebietsbetreuer von Wiesenbrüterschutzgebieten.

Mauersegler sind Meisterflieger: Ihr erster Flug endet erst nach zehn Monaten und legt rund 150.000 Kilometer zurück. Der Verlust von Brutplätzen drängt die Akrobaten der Luft nach und nach zurück. Ein Bauprojekt in Rhede in Nordrhein-Westfalen zeigt, dass Artenschutz, Abriss und Neubau Hand in Hand gehen können.

Es ist laut an dem niederrheinischen Baggersee an diesem warmen Augustabend. Gruppen von Anglern sitzen am Ufer, reden und lachen. Wir warten zwischen See und Maisacker - nicht auf Fische, sondern auf Biber. Es ist schon dämmerig, als der erste auftaucht. Ganz unauffällig, nur der Kopf ist sichtbar, bewegt er sich parallel zum Ufer auf uns zu. Bald erscheinen weitere, verteilen sich entlang des Ufers, schwimmen auf und ab, prüfen die Situation. Familie Biber ist auf Patrouille, die Angler und wir sind unter ihrer Beobachtung.

Am Beispiel des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen wird deutlich, wie Lobbyinteressen die Umsetzung selbst jahrelang geplanter Naturschutzprojekte im letzten Moment verhindern können und auf welcher dünnen Grundlage aktives Prädatorenmanagement durchgeführt wird.

Update 5. September: Wegen der Vortäuschung falscher Zahlen zum Wolfsbestand in Brandenburg und wegen Vertrauensbruchs gegenüber seiner Umweltministerin ist Staatssekretär Gregor Beyer entlassen worden. +++ Wir verurteilen die in Brandenburg geplante Einführung der Wolfsjagd als einen wissenschaftlich unbegründeten und politisch motivierten Alleingang.

Neben der Weidetierproblematik ist die häufigste Frage im Zusammenhang mit Wölfen: Wie gefährlich sind sie für Menschen? Die nahezu einhellige Auffassung aus Forschung und Wissenschaft ist: Die Gefahr für Menschen durch Wölfe ist extrem gering, es gibt in Europa in jüngerer Zeit so gut wie keine Vorfälle. Nun aber ist in den Niederlanden offensichtlich ein sechsjähriger Junge von einem Wolf angegriffen worden. Muss die bisherige Einschätzung jetzt überdacht werden? Um dies zu beurteilen, ist es wichtig, den Fall und seine Vorgeschichte genauer anzuschauen.

Die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) war, solange sie – wie international ratifiziert – berücksichtigt wurde, ein wirksames Schutzsystem für die Artenvielfalt in Europa. Der EU-Rat (Änderung Berner Konvention) und das Europäische Parlament (Änderung FFH-Richtlinie) sind im Rahmen der Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes in einem entscheidenden Punkt von der Richtlinie abgewichen: Wesentlich durch die Lobbyarbeit von Landwirtschafts- und Jagdverbänden beeinflusste politische Erwägungen wurden über entscheidungsrelevante wissenschaftliche, artenschutzfachliche Grundlagen gestellt. Stattdessen orientierte sich die EU-Kommission an den Ergebnissen eines von ihr in Auftrag gegebenen technischen Reports, der wissenschaftlich nicht überprüft wurde.

Hochglanzbroschüren von Behörden und Naturschutzverbänden zeichnen ein Bild von vorbildlicher Zusammenarbeit für den Schutz der Wiesenbrüter. Doch unsere deutschlandweite Recherche enthüllt ein völlig dysfunktionales System. Statt echter Kooperation und wissenschaftlicher Evaluation prägen Misstrauen, mangelnde Datenerhebung und mächtige Lobbyinteressen den Alltag.

Die Hecke braucht mal wieder einen Schnitt? Da ist auch jetzt noch Vorsicht geboten, denn immer noch brüten die Vögel und ziehen ihren Nachwuchs auf. Zwischen dem 1. März und dem 30. September sind radikale Hecken-Rückschnitte laut Bundesnaturschutzgesetz [1] verboten, um brütende Vögel und andere Wildtiere während der Brut- und Setzzeit zu schützen. Viele Vogelarten haben zwei, einige sogar eine drei Bruten.

Willich - Schon bevor es richtig losgeht, ist es laut. Musik läuft und unzählige Menschen mit brennenden Fackeln stehen an diesem Samstag rund um den Teich im Konrad-Adenauer-Park in Willich (NRW). Dann wird das Feuerwerk auf drei künstlichen Inseln gezündet, ohrenbetäubendes Knallen und grelles Licht in unterschiedlichsten Farben.

Die Beteuerung „Tierschutz ist nicht teilbar“ aus der Feder einer Jagdzeitschrift ist nicht überzeugend. Die Aussage zielte darauf ab, die Baujagd bzw. das Training von Hunden dafür in sogenannten Schliefanlagen als tierschutzkonform zu verteidigen. Die Tierschutzkonformität bezieht sich dabei allerdings ausschließlich auf das Verletzungsrisiko des eingesetzten Bauhundes, nicht auf die Qualen, die die hochträchtige Füchsin im Bau erleidet oder der Fuchs in der Schliefanlage. Die tierschutzrechtlichen Probleme sind seit Jahren bekannt und kommen nach und nach, u.a. durch unsere Berichterstattung, an die Öffentlichkeit

Die geplante Novellierung der Hessischen Jagdverordnung durch Landwirtschaftsminister Ingmar Jung (CDU) stößt auf scharfe Kritik von Natur- und Tierschutzverbänden. Was als Modernisierung verkauft wird, entpuppt sich als massiver Rückschritt für den Artenschutz.