Interessante Zeitgenossen - Menschen, die etwas zu sagen haben, unterhalten sich 50 Minuten lang mit einem Gastgeber über ihre Arbeit und ihr Leben.

Dennis Martin ist Komponist, Sänger und Pianist. Eher beiläufig kam er zum Musical, als er für seine Heimatstadt Fulda den Stoff des Stadtheiligen Bonifatius für ein Musical umarrangierte.

Torsten Krückemeier ist seit fast 28 Jahren im Polizeidienst und leitet seit 2023 das Polizeipräsidium Mittelhessen. Die Polizei als Garant für eine freiheitliche Grundordnung und als Teil unserer demokratischen Gesellschaft - so sieht er die Rolle seiner Organisation.

Jenni Zylka, Jahrgang 1969, ist eine Allrounderin. Journalistin, Autorin, Moderatorin, Jurorin, Kuratorin, unter anderem bei der Berlinale und einiges mehr. Jetzt hat sie ein Buch über einen der größten Filmstars des 20.Jahrhunderts geschrieben: Marylin Monroe, die am 1.Juni 100 Jahre alt würde, wäre sie nicht schon 1962 mit gerade mal sechsunddreißig gestorben.

Häuser, die auf eine Lebenszeit von 30 Jahren errichtet werden, pragmatisch gestaltet und austauschbar. Dagegen setzt sich der Frankfurter Architekt Jens Jakob Happ ein. Er ist heute zu Gast im Doppelkopf.

Er läuft als Praktikant im Alltag seiner Gemeindemitglieder mit, veranstaltet "Tupper Partys" und findet Abba-Lieder im Gottesdienst durchaus angemessen. Der Kasseler Pfarrer Christian Schäfer macht nicht alles, aber doch viele anders.

Yasemin El-Menouar beschäftigt sich bei der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh unter anderem mit dem Zusammenhang von Religion und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Die Soziologin leitet seit gut zehn Jahren den Religionsmonitor der Bertelsmann-Stiftung. (Wdh. vom 07.07.2025)

Britta Laubvogel baut Brücken in neue Lebensabschnitte. Seit sie selbst durch einen schweren Schicksalsschlag abrupt in eine völlig neue Situation geschleudert wurde, will sie Veränderungen bewusst gestalten. Nicht nur für sich, sondern auch für andere.

Franca Cerutti ist Psychologin, Autorin, Podcasterin und Host der neuen ARD Doku-Serie "Familientherapie mit Franca Cerutti". (Wdh. vom 08.12.2025)

Haben wir in unserer Gesellschaft viel zu lange an einer bestimmten Vorstellung vom Alter, vom Altwerden und Altsein festgehalten? An der Vorstellung, dass sich unser Geist und unser Körper in einem stetigen Abbauprozess befinden, mit dem wir uns arrangieren müssen? Und haben wir vielleicht unsere Idee der Pflege und der Ausstattung unserer Pflegheime viel zu einseitig darauf ausgerichtet? (Wdh. vom 26.01.2026)

Ingo Wegerich ist fasziniert vom Boxen und von der Kunst, die rund um diesen Sport entsteht. "Boxen selbst ist eine Kunst. Du gewinnst nicht, weil du der stärkere bist, sondern du gewinnst, weil du der bessere Kämpfer bist", sagt er.

Die Investigativjournalistin Angelique Geray hat sich über viele Jahre eine zweite Identität aufgebaut und ist immer tiefer in die rechtsextreme Szene eingetaucht. Dabei ist sie auf ein breites Netzwerk junger Menschen gestoßen, die Hitlerbilder liken, Fackelumzüge veranstalten, die mit Gewalttaten prahlen und die die braunen Ideen von gestern wieder "hip" finden.

Seit über einem Jahr ist Christiane Tietz Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN). Davor war sie Professorin für Systematische Theologie in Zürich. Sie kam von außen und übernahm die Leitung der hessischen evangelischen Landeskirche in einer Zeit tiefer Umbrüche. (Wdh. vom 19.02.2026)

Marc Hinzmann wurde im August 2021 mit einem zusammengewürfelten Team von Feldjägern nach Afghanistan beordert. In Kabul herrschte nach der Machtübernahme durch die Taliban Chaos.

"Ich bin eine Optimistin, aber ich bin auch sehr realistisch. Wenn man nicht mehr optimistisch und zuversichtlich ist, dann kann man es - glaube ich - ganz sein lassen."

Der Fotokünstler und Filmemacher Luigi Toscano hat mehr als 600 Holocaust-Überlebende im Bild festgehalten. "Gegen das Vergessen" heißt sein Projekt, mit dem er mittlerweile durch viele Länder gereist ist. Eine fotografische Wanderausstellung im Öffentlichen Raum und eine ganz persönliche Mission.

Am 8. April starb Mario Adorf im Alter von 95 Jahren. Er galt als Deutschlands bekanntester und beliebtester Schauspieler. Mit über 200 Film- und Fernsehrollen hat er sich in die Herzen des Publikums gespielt.

Millionen von Krimi-Zuschauern kennen Harald Krassnitzer aus dem Wiener "Tatort". Doch nach über 60 Einsätzen und 25 Jahren hat der Schauspieler seinen Abschied bekannt gegeben. Ende 2026 wird er das letzte Mal als Fernseh-Kommissar "Moritz Elsner" im Ersten zu sehen sein.

Elishewa Patterson ist aktives Mitglied einer orthodoxen jüdischen Gemeinde in Frankfurt, Vorsitzende des Jüdischen Kulturvereins Ostend. Sie organisiert Demos gegen Antisemitismus, setzt sich ein für den interreligiösen Dialog mit Muslimen. Elishewa Patterson ist auch Teil der Initiative "Meet a Jew" und setzt sich ein für ein offenes, inklusives Judentum, in dem alle Menschen einen Platz haben ein.

Christoph Poschenrieder veröffentlichte mit 46 Jahren sein literarisches Debüt "Die Welt ist im Kopf". Nach dem Erfolg folgten weitere sieben Werke, die von der Kritik und Leserschaft durchweg positiv aufgenommen wurden. Und doch hat der in München lebende Poschenrieder beschlossen, die Schriftstellerei an den Nagel zu hängen.

Hartmut Rosa gehört zu den bekanntesten Soziologen Deutschlands. In seinem neuesten Buch beschäftigt er sich mit dem Phänomen, dass wir immer häufiger den "Spielraum" verlieren. (Wdh. vom 10.03.2026)

Mit 15 Jahren kommt die 1988 in Lubumbashi geborene Nadège Kusanika nach Deutschland. Hier wundert sie sich, dass Raupen nicht auf dem Speiseplan stehen und lieber ungekochtes Gemüse namens Salat verzehrt wird. Doch im Laufe der Zeit lernt sie mit beiden Kulturen umzugehen und ist froh, dass sie sich nicht mehr zwischen Fufu und Bratwurst unterscheiden muss, sondern dass beides zu ihr gehört. (Wdh. vom 06.01.2026)

Moore sind besondere Naturlandschaften: Gebiete, die dauernd feucht, kühl und nass sind, in denen ständiger Wasserüberschuss herrscht oder Wasser gespeichert werden kann. Das ist ihr Markenzeichen, dann sind sie intakt, dann können in diesem ganz eigenen Lebensraum seltene Arten existieren.Aber, Moore selbst sind gefährdet: Moorlandschaften verkleinern sich durch Versiegelung, Zersiedelung, durch die gravierenden Folgen des Klimawandels. (Wdh. vom 25.06.2025)

An welche Menschen denken wir, wenn wir von Armut sprechen? Den Bettler, der auf dem kalten Boden in der Innenstadt sitzt? Die Leute, die ihr Essen bei der Tafel holen? Oder Menschen, die nach Pfandflaschen suchen?

Sie rufen "Christ is King" und wollen Staat und Gesellschaft in eine Theokratie umwandeln. In Donald Trump sehen sie den von Gott gesandten Rächer, während sich sein Kriegsminister Pete Hegset mit nacktem Oberkörper als "Christian Warrior" inszeniert.

Der deutsche Rapper, Autor und Podcaster Michael Kurth zählt als Curse seit über zwei Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen des deutschsprachigen Hip-Hop. Nach 10 Jahren Erfolg fühlt er sich ausgebrannt und leer und entdeckt für sich die Meditation, macht eine Ausbildung in systemischer Therapie. (Wdh. vom 18.11.2025)

Ulli Lust hat sich schon in ihren früheren Comics und Graphic Novels mit Frauenbildern und Geschlechterrollen auseinandergesetzt. In einem autobiografischen Comic hat sie auch ihre eigene Jugend als Punk, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung erzählt.

Im März ist Jürgen Habermas gestorben. Mehr als 70 Jahre Theorie und politisches Engagement. Er war ein Schüler Adornos, hat seit den fünfziger Jahren die Debatten in der Republik mitgeprägt und war weltweit einer der führenden Philosophen. (Wdh. vom 18.06.2024)

Christoph Engemann, im ostwestfälisch-hessischen Grenzgebiet aufgewachsen, ist promovierter Medienwissenschaftler und heute an der Uni in Bochum tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind Medientheorie und Mediengeschichte der Digitalität, sowie Künstliche Intelligenz.

Gumbrecht, der "Rockstar der Geisteswissenschaften"! So wird Hans Ulrich Gumbrecht, bisweilen genannt. Er ist 1948 in Würzburg geboren, hat als Professor für Romanistik an verschiedenen deutschen Universitäten unterrichtet, ehe er 1989 in die USA übersiedelte. Dort lehrte er bis zu seiner Emeritierung 2018 an der Stanford University in San Francisco.

Was haben der Entertainer Stefan Raab, der Maler Gerhard Richter, Weltmeister Toni Kroos, und TV-Stars wie Oliver und Amira Pocher, Jana Ina und Giovanni Zarrella gemeinsam? Sie wohnen oder wohnten alle im Kölner Stadtteil Hahnwald, einer Villensiedlung. (Wdh. vom 16.12.2025)

Sie hat mehr als eine Million Bücher verkauft, dabei ist sie eigentlich Juristin und hat als Richterin in Darmstadt gearbeitet. Heute lebt sie als Buchautorin bei Fulda und ist glücklich über ihre fünf Kinder und neun Enkel. (Wdh. vom 21.08.2024)

Er war Chirurg aus Leidenschaft. Er hat in Kambodscha, Vietnam, Afghanistan, Somalia und anderen Krisen- und Kriegsgebieten gearbeitet. Vierzig Jahre lang hat Flavio del Ponte immer wieder neue Verträge unterschrieben und sich dort hinschicken lassen, wo er dringend gebraucht wurde. (Wdh. vom 22.12.2025)

Alkoholismus ist in Deutschland weit verbreitet. Darüber zu sprechen ist immer noch mit Scham besetzt. Der Maler und Schriftsteller Christoph Peters hat mit "Entzug" einen berührenden Roman geschrieben: Über die eigene Alkoholabhängigkeit und den harten Entzug.

Sebastian Christ aus Waldeck-Frankenberg hat 20 Jahre lang auf den Spuren Otto Küsel geforscht. Er rettete hunderten KZ-Häftlingen das Leben, in Polen ist Küsel ein Held - in Deutschland bis heute so gut wie unbekannt. (Wdh. vom 19.02.2025)

Kleidung, Räume, Produkte, Kunstwerke, überall spielen Farben eine Rolle. Je nach Kontext empfinden Menschen sie unterschiedlich. Ein tiefes Rot kann in einem glamourösen Umfeld sinnlich und kraftvoll wirken, im Krankenhaus eher beunruhigen. (Wdh. vom 13.01.2026)

Die Schriftstellerin Maren Wurster schreibt nicht, um persönliche Erschütterungen oder Dramen zu bewältigen, sondern weil sie einfach Erkenntnisse gewinnen will über ihr Leben und Dasein in der heutigen Gesellschaft. Und, wie diese auf sie einwirkt. (Wdh. vom 09.12.2025)

Über 25 Jahre lang saß der SPD-Politiker Michael Roth für seinen Nordosthessischen Wahlkreis im deutschen Bundestag. Roth war in der großen Koalition auch viele Jahre Staatsminister für Europa. Bis er psychisch schwer erkrankte und es einfach nicht mehr weiter ging.

Nicole Seifert ist Autorin, Übersetzerin, Literaturbloggerin, Herausgeberin und vor allem Feministin. In ihrem Buch "Einige Herren sagten etwas dazu" deckte die promovierte Literaturwissenschaftlerin Sexismus, Diskriminierung und Herabwürdigung von schreibenden Frauen in der ansonsten so aufgeklärten und linken Gruppe 47 auf, in der rororo Reihe "Entdeckungen" sorgte sie dafür, dass vergessene oder unbekannte Autorinnen des 20. Jahrhunderts (wieder) entdeckt werden. (Wdh. vom 07.10.2024)

Für Raphaela Edelbauer sind literarische Werke Gedankenexperimente, die wie naturwissenschaftliche Modelle funktionieren und so mehr über die Realität aussagen als etwa autofiktionale Texte.

Die Autorin Barbara Schmutz, hat sich intensiv in einem Buch mit der Liebe beschäftigt hat. "Alles Liebe" heißt es und dafür hat die Journalistin, Publizistin, Dokumentarfilmerin ungewöhnliche Orte aufgesucht.

Justus Bender ist Journalist der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und beschäftigt sich mit der AfD seit ihrer Gründung. Seiner Analyse nach wird diese Partei falsch verstanden. Die Wählerschaft der AfD sei weder im Kern rechtsextrem noch würde die Angst vor dem sozialen Abstieg die Wahlentscheidung dominieren.

Unser Gast im Doppelkopf ist der Antiquar Wolfgang Rüger. Ihn verband eine enge Freundschaft mit dem Schriftsteller Jürgen Ploog. (Wdh. vom 28.10.2025)

Thomas Hettche wurde 1964 im mittelhessischen Treis am Rand des Vogelsbergs geboren. Er gehört zu den Autoren, die Literatur nie als abgeschlossenen Raum verstanden haben, sondern als offenen Prozess - zwischen Geschichte und Gegenwart, Fantasie und Medien.

Die Stimme wurde von den Landesmusikräten zum "Instrument des Jahres 2025" gewählt. Die Stimme ist aber auch der Spiegel zur Seele. Oft können wir Gefühle wie Angst, Trauer oder auch Freude nicht verbergen. Die Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin Claudia Velten ist fasziniert vom Instrument "Stimme".

Wenn die Tech-Giganten aus dem Silicon Valley über KI, also "Künstliche Intelligenz", reden, geizen sie nicht mit Superlativen. Künstliche Intelligenz wird als die Lösung aller Menschheitsprobleme angepriesen. Weshalb das Silicon Valley jede Art von Regulierung ablehnt.

Egal ob im Spektrum von Legasthenie oder Dyskalkulie, Aufmerksamkeitsdefizits-Problematiken, Autismus oder dem Tourette-Syndrom, neurodivergente Menschen sind anders, aber gerade deshalb unverzichtbar für die Zukunft unserer Gesellschaft.

Giovanni Maio ist Arzt und Philosoph. Eine etwas ungewöhnliche Kombination, aber für ihn ist es die Grundlage seines beruflichen Selbstverständnisses. Medizin als soziale Praxis, in der er in erster Linie den Menschen sieht und dann erst die technischen Behandlungsmöglichkeiten.

Lutz van der Horst lotet als Außenreporter für die ZDF "heute-show" satirische Grenzen aus und ist in Formaten wie "LOL: Last One Laughing" gern gesehener Gast.

Hartmut Rosa gehört zu den bekanntesten Soziologen Deutschlands. In seinem neuesten Buch beschäftigt er sich mit dem Phänomen, dass wir immer häufiger den "Spielraum" verlieren.

Samira Akbarian ist Rechtswissenschaftlerin an der Uni Frankfurt, 1990 geboren und mehrfach ausgezeichnet für ihre Dissertation zum zivilen Ungehorsam. Sie definiert ihn als Rechtsbruch mit Richtigkeitsüberzeugung und Dissens zu staatlichen oder unternehmerischen Maßnahmen.(Wdh. vom 22.10.2024)

Der Kabarettist, Musiker und Komiker Gerd Knebel ist im Januar verstorben. Als Sänger der Band Flatsch! begann seine Kariere, bevor er gemeinsam mit Henni Nachtsheim das Duo Badesalz gründete. (Wdh. vom 20.02.2023)