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Serra Al-Deen hat zwar schon als kleines Kind gerne Geschichten geschrieben, aber „professionelles Schreiben“ war für sie lange keine denkbare Option. Sie ist als Tochter irakischer Migranten in Heidelberg geboren und aufgewachsen, hat Anglistik und Arabistik studiert und ist ausgebildete Dolmetscherin. Inzwischen studiert die 35 Jährige am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Wie viele junge Autorinnen und Autoren fragt auch sie sich: wie findet man seine eigene literarische Stimme? Wen wünscht man sich als Publikum? Und wie findet man seinen Platz im Literaturbetrieb?
Literaturpreise und Feuilleton-Besprechungen werden überdurchschnittlich oft männlichen Autoren zuteil, und das, obwohl doch so viele Frauen schreiben. Autorin Janet Clark erklärt, warum das so ist, was die Aktion 'Frauenzählen' bewirkt hat und welche Verantwortung wir als Schreibende tragen.Janet Clark ist Gründungsmitglied des Netzwerks Autorenrechte und Initiatorin von 'Frauenzählen'. In dieser Folge teilt sie konkrete Studienzahlen zur Sichtbarkeit von Autorinnen bei Literaturpreisen, Rezensionen und Förderungen und zeigt, was sich in den letzten Jahren verändert hat. Wir sprechen über internalisierte Vorurteile, das sogenannte 'Gender Auge', mit dem wir alle aufgewachsen sind, und wie beispielsweise der Bechdel-Test Klischees im Roman aufdecken kann.Die Situation im Selfpublishing und das Thema Diversität dürfen wir dabei ebenfalls nicht außer Acht lassen. Und so wird es schlussendlich grundsätzlich: Warum ist Schreiben immer auch Verantwortung, und was bedeutet das für uns als Autorinnen und Autoren?Hör rein!
In ihrer Instagram-Bio steht ganz selbstbewusst: 'Nobelprizewinner 2045'. Was es mit dem ambitionierten Ziel auf sich hat, verrät Schriftstellerin Raphaela Edelbauer in dieser Folge. Mit Vera und Tamara spricht sie über den Literaturbetrieb, warum sie sich eine Auszeichnung für ihr Lebenswerk noch viel mehr wünscht als den Literaturnobelpreis, und wie es sein kann, dass sie trotz alledem mit Selbstzweifeln kämpft.Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen von Raphaelas Alltag zwischen Hochliteratur und Medienpräsenz und erfahren auch, wie unser Gast zu KI in der Kunst steht.Hör unbedingt rein und lass dich von Raphaela in eine spannende Welt entführen.
Nicole List - Wie wird aus Angst ein Buch? In dieser Folge von Kunst und Klischee treffen wir die Buchhändlerin und Autorin Nicole List – eine Frau, die Bücher nicht nur verkauft, sondern auch wirklich lebt. Wir sprechen über den Alltag im Literaturbetrieb, aber eben nicht nur den einer Autorin, sondern eben auch den einer Händlerin, über das Schreiben im Spannungsfeld zwischen Kunstanspruch und Markt, und auch darüber, welche Geschichten Leser:innen wirklich berühren. Und wir sprechen vor allem über ihr Buch “Angst vor Männern.” Darüber, was hinter dem Titel steckt, und warum sie genau dieses Thema für ihren Debütroman wählte. Eine Folge über Bücher als Lebensform, das Schreiben als Selbstbehauptung – und die Kunst, sich zwischen all dem nicht zu verlieren.
Falls ihr es nicht nach Köln geschafft habt oder alles nochmal nachhören wollt: wir freuen uns, dass wir am Sonntag endlich den live-Mitschnitt von Rashas Gespräch mit der grandiosen Terézia Mora in der Comedia in Köln mit euch teilen können. Dort haben die beiden am 26. Februar vor einem voll besetzten Publikum im Rahmen des Literaturfestivals ‚kindly invited‘ über das Werk der Schweizer Schriftstellerin Adelheid Duvanel gesprochen. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön für die Einladung und Organisation an das ganze ‚kindly invited‘-Team und das Literaturhaus Köln! Die Schriftstellerin und Übersetzerin aus dem Ungarischen Terézia Mora hat schon mehrere viel gelobte Romane geschrieben. Auch ihr letzter 2023 erschienener Roman „Muna oder Die Hälfte des Lebens“, in dem die junge Protagonistin aus der ostdeutschen Provinz einem Mann verfällt, der nicht gut für sie ist, wurde für die Shortlist des Deutschen Buchpreises ausgewählt. Neben ihren Romanen hat Terézia Erzählungen, Essays und Drehbücher verfasst, bereits zwei Poetik-Vorlesungen veröffentlicht und sie wurde schon mit so ziemlich jedem Preis, mit dem man im deutschsprachigen Literaturbetrieb ausgezeichnet werden kann, geehrt. Darunter sind der Ingeborg-Bachmann-Preis, der Georg-Büchner-Preis für ihr Gesamtwerk und der Deutsche Buchpreis für ihren 2013 erschienen Roman „Das Ungeheuer“. Für ihr Gespräch mit Rasha hat sich Terézia gewünscht, über die 1936 geborene und 1996 verstorbene Schweizer Autorin und Journalistin Adelheid Duvanel zu sprechen. Ähnlich wie die Beziehung Munas, der Protagonistin von Terézias letztem Roman und wie ihr in der Folge hören werdet, hatte die Ehe der Schweizer Autorin Adelheid Duvanel toxische Züge. So soll ihr Mann, ein Maler, sie davon abgebracht haben, selbst in seiner Disziplin künstlerisch tätig zu werden. Das Schreiben hat sie jedoch nicht aufgegeben, sodass wir heute ihre jüngst vom Limmat Verlag in einer Gesamtausgabe gesammelten sehr kurzen, dafür aber sehr dichten Erzählungen, Feuilletons, Kolumnen und Briefe nachlesen können. In der Folge widmen sich Rasha und Terézia besonders der Entschlüsselung einiger von Duvanels Erzählungen, die Rasha als „dunkle, kleine Diamanten“ bezeichnet, sprechen über das Verhältnis von Biografie und Text, die Voraussetzungen fürs Schreiben sowie über das Entdecken, Wiederentdecken und Vergessen von Autorinnen. Als Produzentinnen standen Rasha auch für diese Folge wieder Kathrin Albrecht und Asya Kurtuldu zur Seite.
Was bedeutet feministisch lesen – und warum verändert es unseren Blick auf Bücher? In dieser Folge spreche ich mit Britta Jürgs, die sich seit Jahren für Feminismus in der Buchbranche engagiert. Wir klären, warum der Begriff Feminismus immer noch Vorbehalte auslöst und weshalb feministische Perspektiven im Literaturbetrieb weiterhin unverzichtbar sind. Außerdem sprechen wir darüber, wie die vom Netzwerk BücherFrauen organisierte feministische Buchwoche und der von Britta Jürgs gegründete AvivA‑Verlag feministische Stimmen sichtbar machen und nachhaltig stärken.
Karches, Nora www.deutschlandfunk.de, Büchermarkt
Acikgoez, Hatice www.deutschlandfunkkultur.de, Lesart
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Lesart - das Literaturmagazin (ganze Sendung) - Deutschlandfunk Kultur
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Mit dem Portrait der Fotografin, Verlegerin und Netzwerkerin Inge Feltrinelli begibt sich das Literarische Zentrum im März auf literarische und biografische Zeitreisen. Ebenfalls zu Gast im Literaturhaus ist der Dichter, Verleger und Übersetzer Michel Krüger, der in seinem Erinnerungsbuch „Unter Dichtern“, von einem Literaturbetrieb der freundschaftlichen Begegnungen erzählt. Darüber berichten Anna-Lena Markus und Alexina Ludorff im Gespräch mit Tina Fibiger bei einem Ausblick auf ...
Alles in dieser Familie kreist um den selbstvergessenen Georg und seine Krankheit. Niemand kann wissen, wie lange sein trauriges Sterben dauern wird. Eine familiäre Ausnahmesituation, die Mutter und Tochter emotional herausfordert und strapaziert. Dann ändert sich plötzlich das Setting, Georg verwandelt sich … Nefeli Kavouras schreibt in ihrem Roman "Gelb, auch ein schöner Gedanke" über eine zärtliche Beziehung, über das Sterben und die extremen Situationen im Leben, über Trauer und Verlust. Für einen Auszug aus diesem Roman erhielt sie bereits den Hamburger Literaturpreis. Nefeli Kavouras ist fest im Literaturbetrieb verankert, arbeitet u.a. als Kuratorin, Podcasterin und Mitarbeiterin des mairisch Verlags. In NDR Kultur à la carte spricht die Schriftstellerin mit Lisa Kreißler über ihre verschiedenen Wirkungsbühnen, über Literatur und das Schreiben.
In Marbach geht es um den „ganzen“ Rilke: um seine Rolle als Sohn, als Ehemann, Freund und Liebhaber, um den Autor und Übersetzer. Die Ausstellung besticht durch viele Texte, Manuskripte und Briefe aus dem Erwerb des privaten Rilke-Archivs Gernsbach. Rilke war der keineswegs ein einsamer, weltfremder Dichter, sondern suchte die Gesellschaft von Künstlern und Verlegern war im Literaturbetrieb bestens vernetzt. Zwar war er immer knapp bei Kasse, dafür bekam er aber reichlich Fan-Post aus der ganzen Welt.
An Caroline Wahl führt gerade kein Weg vorbei: Ihr neuer Roman „Die Assistentin“ liegt in nahezu jeder Buchhandlung und die Verfilmung ihres Bestsellers „22 Bahnen“ läuft erfolgreich in den Kinos. In Feuilletons und den sozialen Medien wird zeitgleich hitzig über die Qualität ihrer Bücher diskutiert, die die Bestsellerlisten anführen. Und über die Autorin selbst. Darf sie schreiben, was sie nicht selbst erlebt hat? Ist es vermessen, noch dazu für eine junge Autorin, den Deutschen Buchpreis bekommen zu wollen? Bei Freiheit Deluxe mit Jagoda Marinić spricht Caroline Wahl über all die Diskussionen, die der Begleitsound ihres großen Erfolgs geworden sind. Einige davon machen Caroline Wahl Angst. Sie sieht ihre neue Freiheit bedroht, die sie durch das Schreiben und Erfinden ihrer Figuren gewonnen hat. Die beiden sprechen darüber, wie es sich für Caroline Wahl anfühlt, frei von den Erwartungen anderer zu werden und warum sie aus ihrer Rolle als Assistentin ausbrechen musste. Beide denken, dass es Zeit für den Literaturbetrieb ist, sich der Gegenwart zu öffnen, die eben auch bestimmt wird von selbstbewussten jungen Autorinnen. Denn eines will Caroline Wahl nicht mehr: Stillschweigend aushalten, wenn andere über sie reden. Hier hört ihr… warum Freiheit für Caroline Wahl etwas komplett Neues ist (6:43) warum ihr früheres Leben ein Kompromiss war (9:42) dass sie sich nie zugehörig gefühlt hat (16:40) dass sie lange in einer Parallelwelt gelebt hat (22:03) dass sie auf ihren Lesungen auch mal Mist erzählt (26:17) warum sie jetzt über Kritik lächelt (31:20) warum sie zurückbeleidigen will (41:50) warum der Literaturbetrieb schön ist und schlimm (49:56) dass sie sich nicht mehr zurückhalten will (53:13) dass sie immer für etwas kämpfen möchte (59:10) dass sie auch mal einen Kack-Roman schreiben will (1:03:33) dass Kunst alles kann, darf und soll (1:15:35) was sie bei Vollgas auf der Autobahn empfindet (1:26:10) FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels. Redaktionsteam: Andrea Geißler, Juliane Orth und Christoph Scheffer Ihr erreicht uns per Mail: freiheitdeluxe@hr.de Wollt Ihr noch mehr hören und erfahren? Hier unser Podcast-Tipp: extra3 - Bosettis Woche -extra 3 Bosettis Woche · Neue Folgen - Jetzt Podcast anhören!
An Caroline Wahl führt gerade kein Weg vorbei: Ihr neuer Roman „Die Assistentin“ liegt in nahezu jeder Buchhandlung und die Verfilmung ihres Bestsellers „22 Bahnen“ läuft erfolgreich in den Kinos. In Feuilletons und den sozialen Medien wird zeitgleich hitzig über die Qualität ihrer Bücher diskutiert, die die Bestsellerlisten anführen. Und über die Autorin selbst. Darf sie schreiben, was sie nicht selbst erlebt hat? Ist es vermessen, noch dazu für eine junge Autorin, den Deutschen Buchpreis bekommen zu wollen? Bei Freiheit Deluxe mit Jagoda Marinić spricht Caroline Wahl über all die Diskussionen, die der Begleitsound ihres großen Erfolgs geworden sind. Einige davon machen Caroline Wahl Angst. Sie sieht ihre neue Freiheit bedroht, die sie durch das Schreiben und Erfinden ihrer Figuren gewonnen hat. Die beiden sprechen darüber, wie es sich für Caroline Wahl anfühlt, frei von den Erwartungen anderer zu werden und warum sie aus ihrer Rolle als Assistentin ausbrechen musste. Beide denken, dass es Zeit für den Literaturbetrieb ist, sich der Gegenwart zu öffnen, die eben auch bestimmt wird von selbstbewussten jungen Autorinnen. Denn eines will Caroline Wahl nicht mehr: Stillschweigend aushalten, wenn andere über sie reden. Hier hört ihr… warum Freiheit für Caroline Wahl etwas komplett Neues ist (6:43) warum ihr früheres Leben ein Kompromiss war (9:42) dass sie sich nie zugehörig gefühlt hat (16:40) dass sie lange in einer Parallelwelt gelebt hat (22:03) dass sie auf ihren Lesungen auch mal Mist erzählt (26:17) warum sie jetzt über Kritik lächelt (31:20) warum sie zurückbeleidigen will (41:50) warum der Literaturbetrieb schön ist und schlimm (49:56) dass sie sich nicht mehr zurückhalten will (53:13) dass sie immer für etwas kämpfen möchte (59:10) dass sie auch mal einen Kack-Roman schreiben will (1:03:33) dass Kunst alles kann, darf und soll (1:15:35) was sie bei Vollgas auf der Autobahn empfindet (1:26:10) FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels. Redaktionsteam: Andrea Geißler, Juliane Orth und Christoph Scheffer Ihr erreicht uns per Mail: freiheitdeluxe@hr.de Wollt Ihr noch mehr hören und erfahren? Hier unser Podcast-Tipp: extra3 - Bosettis Woche -extra 3 Bosettis Woche · Neue Folgen - Jetzt Podcast anhören!
Mit Roger Willemsens Tod vor neun Jahren hat Deutschland einen der bekanntesten Intellektuellen verloren. Unvergesslich bleiben seine Bücher wie "Unterwegs", das "Hohe Haus" oder "Wer wir waren" sowie geistreiche Sprüche, die sich Willemsen als Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und TV-Moderator einfallen ließ. Eines seiner Zitate lautet: "Ich verdanke der Literatur, dass sie mich in Bereiche geführt hat, die mein eigenes Erleben niemals auch nur gestreift hätte". Ein neues Buch "Liegen Sie bequem? Vom Lesen und von Büchern", erschienen im S. Fischer Verlag, zeigt Roger Willemsen in seinen Büchern. Es versammelt Buchempfehlungen, Autor: innen Porträts, Regeln für Leserinnen und Leser sowie Kritik am Literaturbetrieb. Herausgegeben wurde es von der Literaturkritikerin Insa Wilke. Eine Buchkritik von Gerrit Bartels.
Joachim Meyerhoff erzählt in seinen Romanen so anrührend von den Fallstricken seines Lebens, dass jeder Band ein Bestseller wird. Auf der Bühne schlüpft er ebenso glaubhaft in immer neue Rollen. Doch wer ist der wahre Meyerhoff, was ist seine wahre Geschichte? Oder gibt es ihn gar nie in echt? Joachim Meyerhoff gehört zu den erfolgreichsten Theaterschauspielern im deutschsprachigen Raum. Auf den grossen Bühnen verkörpert er die unterschiedlichsten Rollen, zugleich erzählt er in bislang sechs autobiografischen Büchern unter dem Titel «Alle Toten fliegen hoch» anrührend und voller Selbstironie von seinem eigenen Leben – oder inszeniert er sein Leben vielleicht nur als grosses Verwirrspiel für alle, die nach seinem wahren Leben fragen? Gibt es das wahre Leben überhaupt – spielen wir nicht immer eine Rolle? Barbara Bleisch trifft das Ausnahmetalent, das sowohl auf der Theaterbühne wie im Literaturbetrieb brilliert, zum Gespräch über das Leben als Spiel, über Rollen und Realitäten, über Spiel und Ernst. Und darüber, warum wir uns selbst eine Geschichte erzählen, die wir als unsere Biografie verteidigen.
Joachim Meyerhoff erzählt in seinen Romanen so anrührend von den Fallstricken seines Lebens, dass jeder Band ein Bestseller wird. Auf der Bühne schlüpft er ebenso glaubhaft in immer neue Rollen. Doch wer ist der wahre Meyerhoff, was ist seine wahre Geschichte? Oder gibt es ihn gar nie in echt? Joachim Meyerhoff gehört zu den erfolgreichsten Theaterschauspielern im deutschsprachigen Raum. Auf den grossen Bühnen verkörpert er die unterschiedlichsten Rollen, zugleich erzählt er in bislang sechs autobiografischen Büchern unter dem Titel «Alle Toten fliegen hoch» anrührend und voller Selbstironie von seinem eigenen Leben – oder inszeniert er sein Leben vielleicht nur als grosses Verwirrspiel für alle, die nach seinem wahren Leben fragen? Gibt es das wahre Leben überhaupt – spielen wir nicht immer eine Rolle? Barbara Bleisch trifft das Ausnahmetalent, das sowohl auf der Theaterbühne wie im Literaturbetrieb brilliert, zum Gespräch über das Leben als Spiel, über Rollen und Realitäten, über Spiel und Ernst. Und darüber, warum wir uns selbst eine Geschichte erzählen, die wir als unsere Biografie verteidigen.
Frisch aus der Sommerpause zurück, freuen wir uns mit Folge sechs der zweiten Staffel wieder ein sehr starkes und für Rasha bedeutsames Fempire-Gespräch präsentieren zu können. Zusammen mit der wunderbaren Schriftstellerin Heike Geißler widmet sich Rasha dem Werk der palästinensischen Autorin Adania Shibli, die beide sehr schätzen. Die Schriftstellerin, Übersetzerin und Herausgeberin Heike Geißler wurde 1977 in Riesa geboren. Ihr literarisches Schaffen umfasst verschiedenste Textformen, darunter Romane, Essays, Theaterstücke und Hörspiele, für die sie mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet wurde. Von ihr sind mit „Verzweiflungen“ und „Arbeiten“ dieses Jahr gleich zwei tolle essayistische Bücher erschienen, in denen sie über die Verwertungslogiken im Kapitalismus, Menschenfeindlichkeit und, wie der Titel schon verrät, über das Verzweifeln schreibt. Da es gerade an Anlässen zum Verzweifeln nicht mangelt, konnte Heikes kluge literarische Bearbeitung dieses Gefühls zu keinem passenderen Moment erscheinen. Ein Grund zum Verzweifeln ist auch der Umgang des deutschen Literaturbetriebs mit der 1974 geborenen palästinensischen Autorin Adania Shibli. Ihr 2022 erstmals auf Deutsch erschienener Roman „Eine Nebensache“ (2017 auf Arabisch erschienen) wurde vor allem durch die Absage von Shiblis Preisverleihung auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2023 bekannt. Ohne um eine Besprechung dieses Vorfalls herumzukommen, lenken Rasha und Heike in ihrem Gespräch jedoch die Aufmerksamkeit zurück zum Wesentlichen: dem literarischen Werk Shiblis. Neben journalistischen Beiträgen, Essays, Kurzgeschichten und Theaterstücken sind von ihr bisher drei schmale Romane erschienen. Vor dem bereits erwähnten Roman „Eine Nebensache“ erschienen die zwei noch nicht in deutscher Übersetzung erschienenen Bücher „Touch“ (2010, im arabischen Original 2001 veröffentlicht) und „We Are All Equally Far from Love“ (2012, im arabischen Original 2004 veröffentlicht). Anhand dieser Romane sowie eines in der Berlin Review erschienenen Essays von Shibli, befassen sich Heike und Rasha mit der zurückgenommenen, spartanischen Sprache der palästinensischen Autorin, die es dennoch schafft, Weichheit und Zärtlichkeit zu transportieren, sowie der Namens- und Gesichtslosigkeit ihrer Figuren. Außerdem sprechen sie über den Stand der arabischen Sprache im deutschen Literaturbetrieb, sich selbst entlarvende Literaturkritik und die Sehnsucht nach einem guten Ende.
1947 entstand sie, 1967 hörte sie auf zu existieren – die legendäre Gruppe 47. Sie prägte den Literaturbetrieb und damit die Kultur der jungen Bundesrepublik.
Einen Tag nach seinem Erscheinen landete Marko Dinićs Buch der Gesichter auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Krsto spricht mit dem Autor über den Tag im Jahr 1942, an dem Serbien von den Nazis für „judenfrei“ erklärt wurde, über die Wurzeln des Zionismus im heutigen Belgrad, den Porajmos, den Drang nach Authentizität im aktuellen Literaturbetrieb, den Antifaschismus, die anarchistische Bewegung in Bosnien-Herzegowina und vieles mehr. In seinem Episodenroman legt Dinić den Schwerpunkt auf die einfachen Leute, die in die Gewaltspiralen des 20. Jahrhunderts auf dem Gebiet Jugoslawiens hineingezogen werden. Acht Kapitel mit acht unterschiedlichen Perspektiven ergeben einen Roman der Erinnerungsliteratur für uns, die wir nach den großen Menschheitsverbrechen der Nazis geboren wurden. Ein Buch über die Gewaltgeschichte Europas, dass den Opfern des Faschismus gewidmet ist.
30 Jahre ist es schon her, dass Feridun Zaimoglu mit seinem Buch "Kanak Sprak" den deutschen Literaturbetrieb aufgemischt hat. Für Viele war das Kind von Gastarbeitern der erste Türke, der sich in der deutschsprachigen Literatur behaupten konnte.
30 Jahre ist es schon her, dass Feridun Zaimoglu mit seinem Buch "Kanak Sprak" den deutschen Literaturbetrieb aufgemischt hat. Für Viele war das Kind von Gastarbeitern der erste Türke, der sich in der deutschsprachigen Literatur behaupten konnte.
Greinus, Leif www.deutschlandfunkkultur.de, Lesart
Greinus, Leif www.deutschlandfunkkultur.de, Lesart
Podcasts, Gegenmessen, Rezensionen: Rechte Verlage inszenieren sich als vermeintlich unbedenklicher Teil des Kulturbetriebs. Damit soll gezielt Raum für rechte Ideologie geschaffen werden, erklärt der Literaturwissenschaftler Kevin Kempke. Biesler, Jörg www.deutschlandfunk.de, Kultur heute
Köhler, Michael www.deutschlandfunk.de, Kultur heute
Residenzstipendien sind ein etabliertes Modell im Literaturbetrieb. Eine Textreihe beschäftigt sich mit den Problemen dieses Systems. Nina Wolf im Gespräch mit Slata Roschal
Rolf Dieter Brinkmann (1940-1975) war das Enfant terrible der deutschen Literatur. Mit seinen Gedichten und dem einzigen Roman fegte er alles hinweg, was als schön und erhaben galt. Schon kurz nach seinem frühen Tod wurde er Kult – und blieb es. Eine erste Biografie geht seinem Leben und Werk nach. · Woher kam Rolf Dieter Brinkmanns Wut auf die Welt? · Was macht(e) ihn zur Kultfigur? · Warum reüssierte er als Autor, obwohl er auf den Literaturbetrieb spuckte? · Welche seiner Texte sollte man unbedingt lesen? · Buch: «Ich gehe in ein anderes Blau. Rolf Dieter Brinkmann – eine Biografie» von Michael Töteberg und Alexandra Vasa. 2025, Rowohlt Verlag, Hamburg Im Podcast zu hören sind: · Michael Töteberg, Autor · Alexandra Vasa, Autorin · Rolf Dieter Brinkmann, Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer · Thomas Douglas, Schauspieler und Sprecher Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Autorin: Franziska Hirsbrunner Host: Bernard Senn Produktion: Alice Henkes Technik: Michael Studer
Die Neue Rechte nutzt Literatur gezielt, um ihre Ideologie in den gesellschaftlichen Diskurs einzuschleusen. Doch wie funktioniert diese Strategie genau? Welche Netzwerke und Akteure stehen dahinter? Der Stuttgarter Literaturwissenschaftler Thorsten Hoffmann erklärt im Interview: „Es geht ihr nicht primär um Wahlerfolge, sondern um eine Verschiebung dessen, was sagbar, denkbar und machbar ist.“ Rechte Verlage, Politiker und Autoren besetzen das kulturelle Feld – mit weitreichenden Folgen für den Literaturbetrieb.
Es ist ein berührender Roman über Sehnsüchte und Bedürfnisse, mit dem Martina Hefter im Herbst den Deutschen Buchpreis gewann. „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ erzählt von einer Frau, die nachts online mit Männern chattet und von Love Scammern umworben wird. Um die Menschen hinter dem Betrug zu entdecken, steigt sie selbst ein in das Geflecht der Lügen im Netz… Doch nach der Preisverleihung an Martina Hefter beherrschte ein anderer die Schlagzeilen: Der unterlegene Finalist Clemens Meyer regte sich so sehr darüber auf, dass sich alle Welt zunächst um die verletzte Männerseele kümmerte. Unterdessen freute sich Martina Hefter fast im Stillen und brachte erstmal eine Tanz-Performance-Version ihres Romans auf die Leipziger Theaterbühne. Jetzt ist sie auf großer Lesereise. Bei FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić erklärt Martina Hefter zunächst, warum sie den Begriff „Freiheit“ eigentlich gar nicht mag (zu abstrakt, zu pathetisch), um dann aber von ganz vielen konkreten Momenten zu erzählen, in denen sie sich selbst frei fühlt: ohne Schminke aus dem Haus gehen, das Klischee vom „raubeinigen, einsamen Autor“ nicht erfüllen, beim Ballett hoch springen und Pirouetten drehen… Gemeinsam erkunden Jagoda und Martina den eigenartigen literarischen Reiz der trügerischen Online-Welt. Sie rätseln über rüpelhafte Umgangsformen im Literaturbetrieb. Und sie gehen der Frage nach, ob es nicht auch ganz gute Formen von Einsamkeit gibt. Ein zartes Gespräch mit unerwarteten Perspektiven auf das Thema Freiheit von einer vielseitigen Künstlerin. Hier hört ihr… warum Martina das Wort Freiheit nicht mag (5:25) wie das klassische Ballett durch strenges Training Freiheit ermöglicht (9:30) wer Martina Hefter war - vor dem Deutschen Buchpreis (17:30) wie Love Scamming für Martina zum Romanthema wurde (24:25) vom Sog der Lügen im Netz als komische Form der Literatur (30:38) welches Bild von Einsamkeit uns vermittelt wird und ob es nicht auch gute Formen von Einsamkeit geben kann (39:25) wie Martina die Verleihung des Deutschen Buchpreises erlebt hat (58:30) warum es beim Theater andere Umgangsformen gibt als im Literaturbetrieb (1:09:30) welches Bild vom einsamen Autor durch die Köpfe geistert (1:13:25) FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels. Redaktionsteam: Andrea Geißler und Christoph Scheffer Ihr erreicht uns per Mail: freiheitdeluxe@hr.de
Es ist ein berührender Roman über Sehnsüchte und Bedürfnisse, mit dem Martina Hefter im Herbst den Deutschen Buchpreis gewann. „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ erzählt von einer Frau, die nachts online mit Männern chattet und von Love Scammern umworben wird. Um die Menschen hinter dem Betrug zu entdecken, steigt sie selbst ein in das Geflecht der Lügen im Netz… Doch nach der Preisverleihung an Martina Hefter beherrschte ein anderer die Schlagzeilen: Der unterlegene Finalist Clemens Meyer regte sich so sehr darüber auf, dass sich alle Welt zunächst um die verletzte Männerseele kümmerte. Unterdessen freute sich Martina Hefter fast im Stillen und brachte erstmal eine Tanz-Performance-Version ihres Romans auf die Leipziger Theaterbühne. Jetzt ist sie auf großer Lesereise. Bei FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić erklärt Martina Hefter zunächst, warum sie den Begriff „Freiheit“ eigentlich gar nicht mag (zu abstrakt, zu pathetisch), um dann aber von ganz vielen konkreten Momenten zu erzählen, in denen sie sich selbst frei fühlt: ohne Schminke aus dem Haus gehen, das Klischee vom „raubeinigen, einsamen Autor“ nicht erfüllen, beim Ballett hoch springen und Pirouetten drehen… Gemeinsam erkunden Jagoda und Martina den eigenartigen literarischen Reiz der trügerischen Online-Welt. Sie rätseln über rüpelhafte Umgangsformen im Literaturbetrieb. Und sie gehen der Frage nach, ob es nicht auch ganz gute Formen von Einsamkeit gibt. Ein zartes Gespräch mit unerwarteten Perspektiven auf das Thema Freiheit von einer vielseitigen Künstlerin. Hier hört ihr… warum Martina das Wort Freiheit nicht mag (5:25) wie das klassische Ballett durch strenges Training Freiheit ermöglicht (9:30) wer Martina Hefter war - vor dem Deutschen Buchpreis (17:30) wie Love Scamming für Martina zum Romanthema wurde (24:25) vom Sog der Lügen im Netz als komische Form der Literatur (30:38) welches Bild von Einsamkeit uns vermittelt wird und ob es nicht auch gute Formen von Einsamkeit geben kann (39:25) wie Martina die Verleihung des Deutschen Buchpreises erlebt hat (58:30) warum es beim Theater andere Umgangsformen gibt als im Literaturbetrieb (1:09:30) welches Bild vom einsamen Autor durch die Köpfe geistert (1:13:25) FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels. Redaktionsteam: Andrea Geißler und Christoph Scheffer Ihr erreicht uns per Mail: freiheitdeluxe@hr.de
Christoph Ransmayrs Roman „Die letzte Welt" wurde 1988 zum Bestseller. Seinerzeit diskutierte man: Ist das die Geburt eines großen Autors? Oder hat Hans Magnus Enzensberger, der Herausgeber der Anderen Bibliothek, seinen Einfluss im Literaturbetrieb geschickt genutzt?
Ahrends, Martin www.deutschlandfunkkultur.de, Politisches Feuilleton
Der österreichische Schriftsteller und Essayist Robert Menasse ist ein glühender Verfechter der Europäischen Union. Wie bewertet er die Wiederwahl Donald Trumps? Welche Folgen hat diese für Europa? Werden die Europäer erkennen, dass sie nur gemeinsam stark sein können oder erleben wir das Auseinanderfallen Europas? Kein Land in Europa hat mehr Einfluss als Deutschland, kein Land profitiert stärker von einem geeinten und starken Europa. Dennoch hat sich in den Köpfen vieler Deutscher das Narrativ verfestigt, Europa sei dysfunktional – Stichwort Bürokratie und Überregulierung, wie etwa die maximal zulässige Krümmung von Gurken. Stattdessen wird gefordert, die Nationalen Grenzen zu sichern, den Wirtschaftsstandort zu stärken und nationale Interessen in den Vordergrund zu stellen. Was hält Robert Menasse von solchen Forderungen? Können und sollen Deutschland und Frankreich stärker als Führungsnationen in Europa agieren? Welche Reformen und pragmatischen Maßnahmen sind nötig, um die von Menasse beschworene „nachnationale Demokratie“ zu verwirklichen? Wie steht er zu einer Erweiterung der EU? Und wie lässt sich Europa in unserer dystopischen Gegenwart so erzählen, dass eine Vision einer gemeinsamen europäischen Zukunft entsteht – eine, die möglichst viele Bürger mit Verständnis und Interesse für die EU erfüllt? Diese und weitere Fragen beantwortet Robert Menasse in dieser Podcast-Folge. Robert Menasse wurde in Wien geboren und wuchs dort auf. Er studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina und promovierte mit einer Arbeit über den „Typus des Außenseiters im Literaturbetrieb“. Als Gastdozent lehrte er philosophische und ästhetische Theorien am Institut für Literaturtheorie der Universität São Paulo. In seinen jüngsten Werken steht Europa im Mittelpunkt. Sowohl in den Essays „Der Europäische Landbote. Die Wut der Bürger und der Friede Europas“ und „Die Welt von Morgen. Ein souveränes demokratisches Europa – und seine Feinde“, als auch den letzten beiden Romanen. Sein Roman „Die Hauptstadt“, der in Brüssel spielt, wurde 2017 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Sein aktueller Roman „Die Erweiterung“ erhielt den Preis des Europäischen Buches.
Dinçer Güçyeter hatte die Literatur schon im Rucksack, als er in einer großen Halle an der Drehmaschine stand. Während seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher glaubte er an ein anderes Leben und träumte von der Lyrik. Else Lasker-Schüler sei seine Lehrerin gewesen, die ihm sagte: „Auch mit deiner Sprache kannst du Literatur gestalten!“ Seither ist für ihn alles Literatur, was er sieht und hört. Dinçer Güçyeter schreibt und verlegt Gedichte in seinem eigenen Verlag, dem Elif-Verlag. Er hat mit seinem Roman „Unser Deutschlandmärchen“ eine vielstimmige Familiengeschichte geschrieben, die auch eine Hommage an die eigene Mutter und das Leben vieler Gastarbeiterinnen ist. Dafür bekam er 2023 den Preis der Leipziger Buchmesse. Im Maxim Gorki Theater und im Theater Münster wurde der Text auf die Bühne gebracht und neben dem Sohn erhielt vor allem auch seine Mutter, Fatma, begeisterten Applaus. Gerade hat er von Nino Haratischwili das Amt des Stadtschreibers von Bergen-Enkheim übernommen, doch zuerst ist er noch einmal in die Ägais geflogen, um die Nachtigall am Friedhof zu hören und etwas Ruhe zu finden. Für sein Gespräch mit Jagoda hat sich Dinçer Güçyeter eine Kerze angezündet, die er aus Deutschland mitgenommen hatte an die türkische Ägäisküste, denn obwohl er Ruhe sucht vom Trubel, freut er sich auf FREIHEIT DELUXE. Von hier aus erkundet er gemeinsam mit Jagoda Marinić die Prägungen durch die eigene Familiengeschichte: Warum war ihm der Moment so wichtig, als seine Mutter mit ihm auf der Theaterbühne stand? Wann hat er erkannt, dass er seine dichterische Kraft aus den eigenen Wurzeln schöpfen muss? Und was hat für ihn der Abschied vom Gabelstapler bedeutet, den er lange gefahren hat? Zum Schluss macht sich Dinçer auf den Weg in die ägäische Nacht, um seinen Vater auf dem Friedhof zu besuchen. Denn bei den Aleviten heißt es: „Er ist nicht gestorben, er hat sich versteckt.“ Hier hört ihr, welche gesellschaftlichen Veränderungen Dinçer in der Türkei wahrnimmt (6:22) was seine Ausbildung an der Drehbank für sein Schreiben bedeutet (18:36) womit er in seinem Leben einverstanden ist (23:16) wie er inmitten von Gastarbeiterinnen aufwuchs (32:50) welche Ambivalenzen es in seiner Erziehung gab (44:36) wie er durch das Schreiben zu seinen Wurzeln fand (53:02) welche Schwierigkeiten er auch mit Mitgliedschaften und Gruppierungen im Literaturbetrieb hat (1:08:30) FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels. Redaktionsteam: Andrea Geißler und Christoph Scheffer. Ihr erreicht uns per Mail: freiheitdeluxe@hr.de Und hier könnt ihr unseren NEWSLETTER abonnieren: https://www.hr2.de/podcasts/freiheit_deluxe/freiheit-deluxe-podcast---der-newsletter-v1,artikel_newsletter_freiheitdeluxe-100.html
Dinçer Güçyeter hatte die Literatur schon im Rucksack, als er in einer großen Halle an der Drehmaschine stand. Während seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher glaubte er an ein anderes Leben und träumte von der Lyrik. Else Lasker-Schüler sei seine Lehrerin gewesen, die ihm sagte: „Auch mit deiner Sprache kannst du Literatur gestalten!“ Seither ist für ihn alles Literatur, was er sieht und hört. Dinçer Güçyeter schreibt und verlegt Gedichte in seinem eigenen Verlag, dem Elif-Verlag. Er hat mit seinem Roman „Unser Deutschlandmärchen“ eine vielstimmige Familiengeschichte geschrieben, die auch eine Hommage an die eigene Mutter und das Leben vieler Gastarbeiterinnen ist. Dafür bekam er 2023 den Preis der Leipziger Buchmesse. Im Maxim Gorki Theater und im Theater Münster wurde der Text auf die Bühne gebracht und neben dem Sohn erhielt vor allem auch seine Mutter, Fatma, begeisterten Applaus. Gerade hat er von Nino Haratischwili das Amt des Stadtschreibers von Bergen-Enkheim übernommen, doch zuerst ist er noch einmal in die Ägais geflogen, um die Nachtigall am Friedhof zu hören und etwas Ruhe zu finden. Für sein Gespräch mit Jagoda hat sich Dinçer Güçyeter eine Kerze angezündet, die er aus Deutschland mitgenommen hatte an die türkische Ägäisküste, denn obwohl er Ruhe sucht vom Trubel, freut er sich auf FREIHEIT DELUXE. Von hier aus erkundet er gemeinsam mit Jagoda Marinić die Prägungen durch die eigene Familiengeschichte: Warum war ihm der Moment so wichtig, als seine Mutter mit ihm auf der Theaterbühne stand? Wann hat er erkannt, dass er seine dichterische Kraft aus den eigenen Wurzeln schöpfen muss? Und was hat für ihn der Abschied vom Gabelstapler bedeutet, den er lange gefahren hat? Zum Schluss macht sich Dinçer auf den Weg in die ägäische Nacht, um seinen Vater auf dem Friedhof zu besuchen. Denn bei den Aleviten heißt es: „Er ist nicht gestorben, er hat sich versteckt.“ Hier hört ihr, welche gesellschaftlichen Veränderungen Dinçer in der Türkei wahrnimmt (6:22) was seine Ausbildung an der Drehbank für sein Schreiben bedeutet (18:36) womit er in seinem Leben einverstanden ist (23:16) wie er inmitten von Gastarbeiterinnen aufwuchs (32:50) welche Ambivalenzen es in seiner Erziehung gab (44:36) wie er durch das Schreiben zu seinen Wurzeln fand (53:02) welche Schwierigkeiten er auch mit Mitgliedschaften und Gruppierungen im Literaturbetrieb hat (1:08:30) FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinić ist eine Produktion des Hessischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels. Redaktionsteam: Andrea Geißler und Christoph Scheffer. Ihr erreicht uns per Mail: freiheitdeluxe@hr.de Und hier könnt ihr unseren NEWSLETTER abonnieren: https://www.hr2.de/podcasts/freiheit_deluxe/freiheit-deluxe-podcast---der-newsletter-v1,artikel_newsletter_freiheitdeluxe-100.html
Was macht einen Roman zum Bestseller und wie gut lässt sich eine Geschichte verkaufen? Diese Fragen soll künftig das KI-Tool treffsicher Demandsens einschätzen können. Ulrike von Stenglin, Geschäftsführerin des Gutkind Verlags, ist da allerdings skeptisch: „Die Frage ist, ob die Beurteilung nur auf Basis eines Textes ausreichen wird.“
Italien ist Gastland an der Frankfurter Buchmesse. Italienische Autorinnen und Autoren warnen indessen vor Einmischungen der Politik ins kulturelle Leben. Kulturkampf in Italien? Felix Münger spricht mit Tatiana Crivelli, Professorin für italienische Literatur an der Universität Zürich. In einem offenen Brief kritisieren italienische Schriftstellerinnen und Schriftsteller, ihre Rechtsregierung unter Giorgia Meloni mische sich «erstickend» in die Kultur und den Literaturbetrieb ein. Zum Eklat kam es, weil der regierungskritische Weltautor Roberto Saviano nicht Teil der offiziellen italienischen Delegation in Frankfurt sein sollte. Tatsächlich hat Giorgia Meloni nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie sich der «linken Hegemonie» im Kulturbetrieb «entgegenstellen» wolle. Was bedeutet die Auseinandersetzung für Italien und seine Literatur? Mehr zum Thema: Nicoletta Cosentino – mit Sugo und Pesto gegen häusliche Gewalt
Plath, Joerg www.deutschlandfunkkultur.de, Lesart
Plath, Joerg www.deutschlandfunkkultur.de, Lesart
Ein Gespräch über den Buchmarkt, die Progressive Phantastik und den ganzen Rest.
(00:00:46) Bern soll ein chinesisches Kulturzentrum bekommen. Betreiben will es ein Verein, den die chinesische Botschaft gegründet hat. Welches Ziel steckt hinter den Konfuzius-Zentren, die China an diversen Orten in Europa betreibt? Weitere Themen: (00:05:20) Für viele im Literaturbetrieb war es eine Überraschung: Der Südtiroler Schriftsteller Oswald Egger wird mit dem diesjährigen Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. (00:10:14) Zu Besuch im ältesten Eichenhain der Schweiz: Im Rahmen unserer Sommerserie «Die kulturelle Landpartie» besuchen wir einen einzigartigen Wald bei Bubendorf im Baselbiet. (00:14:59) Wie kann man Streetart konservieren? Dieser Frage gehen venezianische Wissenschaftlerinnen nach.
Schikowski, Michael www.deutschlandfunkkultur.de, Politisches Feuilleton
Die Autorin Madame Nielsen betreibt in ihrem nun auch auf Deutsch erschienen Buch "Mein Leben unter den Großen" ein Spiel mit der eigenen Identität. Es sind Begegnungen mit den großen Dichtern und Dichterinnen Dänemarks in zwölf Geschichten. Nielsen, Madame www.deutschlandfunkkultur.de, Lesart
Unsere Zusatzinhalte könnt ihr bei Steady und Patreon hören. Vielen Dank! Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Bret Easton Ellis war in den 1980er-Jahren das enfant terrible im US-amerikanischen Literaturbetrieb – und noch immer provozieren seine Werke. Sie provozieren aber keineswegs nur Ablehnung, sondern auch ein radikales Denken. Mit „Unter Null“ gelang Ellis ein vielbeachtetes Debüt, zum großen Skandal avancierte 1991 sein Roman „American Psycho“ noch vor dem Erscheinen, da Ellis‘ Verleger sich trotz eines bereits gezahlten hohen Vorschusses weigerte, das Buch zu veröffentlichen. Zeitungen wie „The New York Time“ warnten vor dem Wall-Street-Thriller, und in Deutschland war er jahrelang indiziert. „American Psycho“ handelt von dem jungen Börsenspekulanten Patrick Bateman, der an der Wall Street ein Vermögen macht, auch wenn wir an keiner Stelle erfahren, wie genau seine Arbeit aussieht. Stattdessen schildert Ellis die Begegnungen mit Kollegen und die abscheulichen Gewalttaten, die Bateman in seiner Freizeit begeht. Batemans Identität ist maskenhaft, seine Persönlichkeit hat kein Inneres, sondern setzt sich aus Marken von Luxusprodukten zusammen, die er konsumiert. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“-Literatur diskutieren Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über diesen immer noch aktuellen Skandalroman und über die Verfilmung. Literatur: Bret Easton Ellis: American Psycho, Kiepenheuer & Witsch. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Social Media: Instagram: Unser gemeinsamer Kanal: https://www.instagram.com/oleundwolfgang/ Ole: https://www.instagram.com/ole.nymoen/ Wolfgang: https://www.instagram.com/wolfgangmschmitt/ TikTok: https://www.tiktok.com/@oleundwolfgang Twitter: Unser gemeinsamer Kanal: https://twitter.com/OleUndWolfgang Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
Auf einem Literaturfestival wird unser Kolumnist in ein Gespräch über ein Buch verwickelt. Er versteht nicht viel – und denkt über den Zerfall der Gesellschaft nach.
Mit Büchern wird weltweit immer noch sehr viel Geld verdient, in 2023 waren es circa 130 Milliarden Dollar. Die Tendenz ist steigend, jedoch liegt das vor allem daran, dass die Preise steigen und die Käufer bereit sind, diese zu zahlen. Aber keineswegs ist das Buch für die Menschen so wichtig wie noch vor einem Jahrzehnt: Allein in Deutschland sind mehr als 10 Millionen Leser verloren gegangen. Das hat nichts mit Kulturpessimismus zu tun, das sind die Fakten. Da kommt die frohe Botschaft, dass via TikTok das Buch erneute Popularität gewinnt. BookTok ist inzwischen so einflussreich, dass beinahe jede Buchhandlung eine eigene BookTok-Ecke eingerichtet hat – die Autoren dieser Werke sind dem klassischen Literaturbetrieb weitgehend unbekannt. Nicht die renommierten Namen trenden auf der Plattform, sondern Produzenten von Fanfiction und erotischen Romanen erzielen teils Millionenauflagen. Was hätte dazu wohl die Frankfurter Schule gesagt? Darüber diskutieren Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“! Veranstaltungshinweis: Wir sind am 5.4. mit Jean-Philippe Kindler in Mannheim: https://www.capitol-mannheim.de/veranstaltung/kindler-stoesst-an-mit-wolfgang-m.-schmitt-und-ole-nymoen Literatur: Max Horkheimer, Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung. Fischer. Analyse zum Einfluss von BookTok: https://www.publishersweekly.com/pw/by-topic/industry-news/bookselling/article/93014-booktok-helped-book-sales-soar-how-long-will-that-last.html Studie zum deutschen Buchmarkt: https://www.boersenblatt.net/news/boersenverein/die-offiziellen-zahlen-fuer-den-buchmarkt-2022-sind-da-291937 Die “FAZ” zum Leserschwund: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schneller-schlau/wie-tiktok-dem-schrumpfenden-buchhandel-hilft-19241767.html Die “NZZ” über Frauen im Literaturbetrieb: https://www.nzz.ch/feuilleton/frauen-im-literaturbetrieb-ld.1814558 “The Atlantic” über den Mainstream auf TikTok https://www.theatlantic.com/technology/archive/2024/03/tiktok-universal-music-group-dispute/677616/ Statistiken zum globalen Buchmarkt: https://wordsrated.com/book-sales-statistics/ Eine Analyse des globalen Buchmarkts: https://www.grandviewresearch.com/industry-analysis/books-market Die JIM-Studie zum Medienkonsum von Jugendlichen: https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/JIM/2022/JIM_2023_web_final.pdf
Etliche Autorinnen waren bei den Schriftstellertreffen der Gruppe 47 dabei. Bis auf Ingeborg Bachmann und Ilse Aichinger sind sie vergessen. Nicole Seifert schildert in „Einige Herren sagten etwas dazu“ den Sexismus im damaligen Literaturbetrieb. Von Meike Feßmannwww.deutschlandfunk.de, Büchermarkt
Ein offener Brief durchbricht die dröhnende Stille im Literaturbetrieb. Jüdinnen und Juden haben das Sicherheitsgefühl in Deutschland verloren. Und eine junge Liberale will sich wohl unbeliebt machen. Das ist die Lage am Samstagmorgen. Hier die Artikel zum Nachlesen: Antisemitismus in Berlin: »Zum ersten Mal verstehe ich, was es bedeutet, Jüdin zu sein« Starkünstlerin Hito Steyerl über Antisemitismus in der Kulturszene: »Einige halten die Hamas für eine Befreiungsbewegung« FDP-Bildungspolitikerin Ria Schröder im Interview: »Warum gehen manche Leute nicht neben dem Studium arbeiten?« +++ Alle Rabattcodes und Infos zu unseren Werbepartnern finden Sie hier: https://linktr.ee/spiegellage +++ Die SPIEGEL-Gruppe ist nicht für den Inhalt dieser Webseite verantwortlich.Alle SPIEGEL Podcasts finden Sie hier. Mehr Hintergründe zum Thema erhalten Sie bei SPIEGEL+. Jetzt für nur € 1,- für die ersten vier Wochen testen unter spiegel.de/abonnieren Informationen zu unserer Datenschutzerklärung.