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Estimated reading time: 11 Minuten Recruiting fühlt sich 2026 für viele Mittelständler an wie Vertrieb in einer neuen Disziplin: Der Markt ist in Bewegung, Kandidaten sind wählerisch – und gleichzeitig entstehen wieder Chancen, an richtig gute Leute ranzukommen. Der Haken: Mit „Wir schalten mal eine Anzeige auf der Website" gewinnt heute niemand mehr. Ich habe dazu mit Pia Tischer gesprochen. Sie ist Geschäftsführerin der coveto ATS GmbH – ein deutsches Softwareunternehmen, das seit 25 Jahren Recruiting-Prozesse im Mittelstand digitalisiert („Von KMU für KMU"). coveto wurde u.a. als „Recruiting Champion" und „Recruiter's Liebling" ausgezeichnet (Details). In diesem Beitrag bekommst du die wichtigsten Recruiting Trends 2026 – plus einen klaren Plan, wie du als Mittelständler Top-Kandidaten gewinnst: mit zielgruppengerechten Stellenanzeigen, schnellen Prozessen, Messenger-Bewerbungen (ja: WhatsApp geht – aber bitte sauber) und KI als Turbo, nicht als Autopilot. Recruiting Trends 2026: Der Markt ist heterogen – und genau da liegt deine Chance Erstmal die unbequeme Wahrheit: Es gibt nicht den Arbeitsmarkt. 2026 ist Recruiting je nach Branche, Region und Rolle extrem unterschiedlich. In manchen Bereichen bekommst du weiter kaum Bewerbungen. In anderen Bereichen ist das Pendel spürbar zurückgeschwungen: Unternehmen selektieren wieder stärker, Bewerber müssen wieder sauberer liefern – und genau das eröffnet Chancen für Mittelständler, die ihr Recruiting im Griff haben. Was ich gerade überall sehe Qualität schlägt Quantität: Viele Teams wollen nicht mehr „mehr Bewerbungen", sondern bessere Bewerbungen. Skills-based Recruiting gewinnt: weniger „perfekter Lebenslauf", mehr „passt der Skill-Mix – und lernt die Person schnell?" KI überall: nicht nur im Bewerber-Text, sondern in Prozessen, Auswertung, Kommunikation, Terminierung. Geschwindigkeit entscheidet: Wer schnell reagiert, gewinnt. Wer trödelt, verliert – auch im Mittelstand. Spannend: In einer Übersicht zu den Recruiting Trends 2026 nennt Stepstone als Top-Priorität die Verbesserung der Bewerberqualität (79 %). Außerdem rückt Skills-based Hiring stärker in den Fokus (77 %) – mit mehr Gewicht auf Soft Skills (76 %). Quelle. Und jetzt kommt der Teil, den viele vergessen: Recruiting ist heute viel stärker Marketing und Sales. Du brauchst Reichweite, Positionierung, einen klaren Funnel – und einen Prozess, der nicht bei der ersten Bewerbung zusammenklappt. Recruiting im Mittelstand: Warum du nicht „gegen Konzerne verlierst" Der Mittelstand hat im Recruiting einen unfairen Vorteil – wenn er ihn nutzt. Konzerne haben Budget, aber oft langsame Prozesse. Mittelständler haben kurze Wege, weniger Abstimmungsschleifen und können schneller testen, nachschärfen und entscheiden. Deine größten Trümpfe (wenn du sie sichtbar machst) Tempo: Du kannst innerhalb von Tagen entscheiden, nicht in Wochen. Nähe: Direkter Draht zur Geschäftsführung, echte Verantwortung, weniger Politik. Gestaltungsspielraum: Kandidaten wollen Wirkung – und die gibt's im Mittelstand oft früher. Agilität bei KI & Tools: Du kannst neue Systeme schneller einsetzen als ein Konzern. Aber: Diese Vorteile sieht ein Kandidat nur, wenn du sie konkret machst. Nicht als „familiäres Team", sondern als echte Beispiele: kurze Entscheidungswege, Projekte, Verantwortung, Entwicklung, Flexibilität. Stellenanzeige als Landingpage: Verkaufen wie im E-Commerce Eine Stellenanzeige ist kein Amtsblatt. Sie ist ein Verkaufsdokument. Jede Anzeige muss sich anfühlen wie eine Landingpage – mit klarer Zielgruppe, klaren Benefits und einem einfachen nächsten Schritt. Recruiting nicht mehr aus der Gießkanne 2026 funktioniert Recruiting nicht mehr „one size fits all". Du musst dir pro Zielgruppe beantworten: Wo erreicht ihr diese Menschen wirklich? Welche Sprache verstehen sie – fachlich und emotional? Was ist der schnellste, niedrigschwellige Weg zur Bewerbung? Beispiel 1: Gewerbliche Rollen (Produktion, Logistik, Pflege) Hier gewinnt oft nicht die schönste Karriereseite, sondern die einfachste Bewerbung: QR-Code, Messenger, kurze Formulare, schnelle Rückmeldung. Und bitte: nicht davon ausgehen, dass jeder private E-Mails liebt. Beispiel 2: Kaufmännische Rollen & Führung Hier kannst du stärker über LinkedIn, XING, Fachportale und Inhalte punkten: Projekte, Verantwortung, Entwicklung, Führungskultur. Aber auch hier gilt: klarer Prozess und schnelle Kommunikation. Beispiel 3: Azubis & Berufseinsteiger Azubis erreichst du selten über „klassische" Kanäle. Hier zählen Mobile First, kurze Wege, schnelle Antworten – und eine Anzeige, die wie ein Social Post wirkt, nicht wie eine Betriebsanleitung. Kanäle 2026: WhatsApp, QR-Code und „da, wo die Zielgruppe ist" Der Kanal entscheidet, ob dein Recruiting überhaupt eine Chance hat. Und nein: „Wir posten auf LinkedIn" ist nicht automatisch die Lösung – genauso wenig wie „Wir schalten auf Indeed". WhatsApp Recruiting: Ja, aber bitte professionell WhatsApp kann ein extrem starker Recruiting-Kanal sein – gerade für gewerbliche Zielgruppen, Azubis oder Rollen, die unterwegs sind. Wichtig ist die saubere Umsetzung: nicht über private Handys, sondern über eine Systemlösung (Cockpit, Autoresponder, Dokumentation). So bleibt es skalierbar und datenschutzkonform – Stichwort WhatsApp Business API (Überblick). QR-Code Bewerbung: Offline trifft Online QR-Codes feiern ein Comeback. Überall dort, wo Menschen sowieso bei dir vorbeikommen, kannst du Bewerbungen anstoßen: Empfang, Werkstor, Filiale, Fahrzeuge, Monitore im Wartebereich. Ein Scan – und die Person landet direkt auf deiner Job-Landingpage. Active Sourcing: Wenn du Kandidaten nicht mehr „abwarten" willst Gerade im B2B-Sales kennst du das: Wer nur auf Inbound wartet, verliert. Im Recruiting gilt dasselbe. Active Sourcing, Empfehlungen, Talent Pools – das sind deine Outbound-Hebel. Candidate Experience: Schnelligkeit ist dein stärkster Hebel Ein Thema kommt in fast jeder Beratung wieder: Bewerbungen sind da – aber es dauert ewig, bis ein Gespräch zustande kommt. Termin-Pingpong, Fachbereich hat keine Zeit, keiner fühlt sich verantwortlich. Und währenddessen hat der Kandidat längst woanders unterschrieben. Warum Januar und Februar dein Zeitfenster sind Rund um den Jahresstart ist im Recruiting besonders viel Bewegung. Viele Menschen schauen nach den Feiertagen wieder aktiv nach neuen Optionen – und Unternehmen schalten gleichzeitig viele Stellen. Wenn du in dieser Zeit langsam bist, ist dein Recruiting-Funnel sofort verstopft. Die 3 simpelsten Prozessregeln, die sofort wirken SLA für Antworten: Jede Bewerbung bekommt innerhalb von 24–48 Stunden ein erstes Signal. Kalender-Slots: Hiring Manager blocken feste Interview-Zeiten im Voraus (ja, wirklich). Ein Ansprechpartner: Einer hat den Hut auf – Recruiting ist 2026 kein „Nebenbei-Thema" mehr. KI im Recruiting: Turbo ja – Autopilot nein KI ist 2026 ein Megatrend – auf beiden Seiten. Bewerber nutzen Tools, Unternehmen nutzen Tools. Die wichtigste Leitplanke: KI darf unterstützen, aber sie sollte nicht „allein entscheiden". Nutze KI als Co-Pilot: für Zusammenfassungen, strukturierte Einschätzungen, Textvarianten, Fragenkataloge, Terminierung – aber nicht als automatische Absage-Maschine. Gerade in Europa solltest du bei automatisierten Entscheidungen sensibel sein (DSGVO Art. 22) und bei KI in HR-Prozessen auf Human Oversight achten (EU-Rahmen: AI Act). Und weil das gerade überall hochkocht: Ich war neulich auf einem KI-Event in London. Da liefen 20 KI-Agenten parallel, jeder mit einer eigenen Aufgabe. Ergebnis: Aus 1.010 angemeldeten Teilnehmern wurden 600 echte Leads – vollautomatisch, aber mit klarer menschlicher Steuerung. Das war für mich der Reminder: KI kann Recruiting massiv beschleunigen. Nur eben nicht, wenn du sie blind laufen lässt. Praktisch: 3 Pluspunkte + 3 Punkte zum Nachfragen Ein Ansatz, den ich sehr mag: Das System liefert dir drei Punkte, die für den Kandidaten sprechen – und drei Punkte, wo du im Gespräch genauer hinschauen solltest. Das ist schnell, fair und hilft dir, skillbasiert zu entscheiden. Skill-based Recruiting statt „Keyword-Fetisch" Natürlich sollten Lebenslauf und Anzeige sprachlich zusammenpassen. Aber: Wenn du nur nach perfekten Keywords filterst, verpasst du Potenzial. Im Mittelstand ist es oft smarter, Menschen zu holen, die 70–80 Prozent abdecken – und die restlichen Skills schnell aufzubauen. Auswahl: Vergleich zur Stelle, nicht Kandidaten-Casting Ein Klassiker im Recruiting: Man bekommt Kandidaten, die zu 60–80 Prozent passen – und dann wird endlos verglichen: „Der ist besser als der andere." Ergebnis: Niemand wird eingestellt. Frust im Team. Vakanz bleibt offen. Meine Faustregel Wenn jemand die Mindestkriterien erfüllt und menschlich passt: Entscheide. Und wenn es nicht passt: Stelle nicht „irgendwen" ein, sondern schärfe die Anzeige nach (Titel, Anforderungen, Benefits, Kanal) und geh wieder raus. Jobtitel testen und nachschärfen Ein unterschätzter Hebel im Recruiting: der Titel. Suchverhalten ist oft „Keyword-getrieben". Wenn niemand nach deinem internen Jobtitel sucht, findet dich auch niemand. Teste Varianten (z.B. „Account Manager" vs. „Sales Manager", „Teamleitung Innendienst" vs. „Leitung Vertriebsinnendienst") und schau, was Bewerbungen bringt. System statt Bauchgefühl: Warum ein ATS 2026 Pflicht ist Recruiting professionalisiert sich. Cloud statt Excel, Prozess statt Chaos. Und vor allem: Recruiting darf nicht mehr die rote Laterne im Unternehmen sein – also das Thema, das „irgendwer nebenbei" mitmacht. Worauf Mittelständler achten sollten Mobile Bewerbung (auch ohne Lebenslauf-Drama) Messenger/WhatsApp-Integration + sichere Team-Inbox Multiposting & einfache Karriereseiten/Landingpages Automatisierungen (Antworten, Terminlinks, Status-Updates) Transparenz (Pipeline, Time-to-Hire, Kanal-Performance) Quick Takeaways: Das wichtigste in 60 Sekunden Recruiting 2026 ist Marketing + Sales: Zielgruppe, Funnel, Geschwindigkeit. Stellenanzeigen müssen wie Landingpages funktionieren – nicht wie Amtsdeutsch. WhatsApp & QR-Codes senken die Hürde – wenn du es professionell aufsetzt. Blocke Interview-Slots im Kalender, bevor du die Stelle veröffentlichst. Nutze KI als Co-Pilot (Scoring, Fragen, Texte), aber entscheide menschlich. Vergleiche Kandidaten zur Stelle, nicht untereinander. Ein ATS macht dich schneller, sauberer und messbar besser. Anleitung: In 7 Schritten baust du ein Recruiting-System, das 2026 wirklich Kandidaten gewinnt – ohne Chaos, ohne „wir finden niemanden"-Ausreden. Zielgruppe festnageln: Wer genau soll kommen – und warum sollte diese Person wechseln? Stellenanzeige als Landingpage bauen: klarer Nutzen, klare Aufgaben, klare nächsten Schritte. Kanäle auswählen: LinkedIn/XING für White Collar, Meta/QR/WhatsApp für Blue Collar & Azubis. Bewerbung vereinfachen: Mobile, Messenger, kurze Formulare – weniger Hürden, mehr Kontakte. Speed-SLA setzen: Erstreaktion in 24–48 Stunden, feste Interview-Slots, klare Verantwortlichkeit. KI sinnvoll einsetzen: 3 Pluspunkte + 3 Fragen, strukturierte Interviews, Textvarianten, Terminierung. Messen & nachschärfen: Time-to-Hire, Kanal-Performance, Absprungquoten – und dann testen.
041 | Gute Texte sind kein Zufall – sondern das Ergebnis von Klarheit, Struktur und Persönlichkeit. Stefanie Heiserowski zeigt, wie Solopreneure Content schreiben, der wirkt: verständlich, menschlich und marketingstark. Diese Folge ist ein Crashkurs für alle, die schreiben wollen, was wirklich gelesen wird.
Das Stavenhagenhaus: Ein Haus für ALLE Bürger in Groß Borstel soll es werden. Mit Gastronomie und vielfältigen kulturellen Angeboten. Dafür setzen sich die Groß Borsteler seit vielen Jahren ein. Der gesamte Prozess gleicht – das ist ja auch in einigen Folgen dieses Podcastes nachzuhören - einer Achterbahnfahrt. Zur Zeit nimmt die Fahrt wieder Tempo auf. Ziel in Sicht? Noch nicht ganz. Aber in Sachen Kulturbetrieb tut sich etwas. Seit Anfang März ist Tobias Volckmann von der steg Hamburg der Kulturmanager im Stavenhagenhaus. Für drei Jahre soll er - gemeinsam mit den „Akteuren vor Ort“ - wie das im Amtsdeutsch heißt - das Haus weiterentwickeln und beleben. - Was bedeutet das genau? - Wie wird z.B. die Belegung des Hauses organisiert? Wer darf denn alles mitmachen? - Und warum wird das nur erfolgreich, wenn alle Beteiligten versuchen, konstruktiv miteinander umzugehen ? Wir haben nachgefragt. Und natürlich stellt sich Tobias in dieser Episode auch ganz persönlich vor. Links: tobias.volckmann@steg-hamburg.de stavenhagenhaus@hamburg-nord.hamburg.de Sprechstunden bei der Steg Borsteler Chaussee: Dienstags 14-18 Uhr Donnerstags 10-14 Uhr Info: Ideen und Planungswerkstatt Stavenhagenhaus am 04.06 16-19 Uhr (ab 19:00 Uhr Ausklang mit Suppe, Salat und Stullen) Anmeldung erbeten bis 30.05. an klaus.kolb@kunstklinik.hamburg
Heute vor 70 Jahren ermuntert das Bundesinnenministerium die Behörden in einem Erlass, auch für unverheiratete weibliche Personen im Amtsdeutsch die Anrede "Frau" statt "Fräulein" zu verwenden.
Die Behördensprache und wie sie uns quält: Darum geht es in einer Reportage aus Erfurt, die jetzt in der ARD Mediathek zu sehen ist. Wir sprechen mit David Straub, der diesen Film gemacht hat. Alptraum Amtsdeutsch - ändert sich da eigentlich mal was?
Der Mann verheddert sich in der Pressekonferenz. Er verliest eine Erklärung und im komplizierten Amtsdeutsch weiß er selber nicht so genau, was er da sagt. Man soll, wie immer damals, Anträge stellen dürfen und Genehmigungen erhalten. Irgendwas mit ständig und immer. Aber ein italienischer Journalist hakt nach und will Näheres wissen. Ab wann diese Regelung gelten soll und ob auch für Berlin? Er wühlt in seinen Zetteln und Unterlagen und stammelt: "Nach meiner Kenntnis sofort, unverzüglich." Es war ein Versehen, ein Versprecher, ein, in der Bedrängnis der Konferenz nicht richtig gelesener Zettel. Aber welche Auswirkung! Als erstes bringt die britische Nachrichtenagentur Reuters die Nachricht, dann die Tagesschau, dann das heute-journal und die Tagesthemen. Und dann sind sich die Leute sicher und strömen zur Grenze. Zu den hermetisch verschlossenen Grenzübergangsstellen in Berlin und an der Westgrenze. Die Grenzpolizei hat keine Order, keinen Befehl und weiß nicht, was sie machen soll. Und dann, kurz vor Mitternacht, gibt ein hochrangiger Offizier an der Bornholmer Straße dem Druck der Massen nach. Er holt nicht sein Maschinengewehr und gibt keinen Schießbefehl. Er öffnet den Schlagbaum und das Tor und die Menschen fluten das unerreichbare, das eigene, das bisher geteilte Land. Ein Versprecher gibt das Startsignal und sechs Wochen später ist die alte Diktatur in sich zusammengebrochen und Neues kann entstehen. Für mich, die ich in der DDR groß geworden bin und alles hautnah erlebt habe, ist der Held dieses Abends er: der Offizier in der Bornholmer Straße. Er hat sich nicht hinter seinem erlernten Feindbild, seinen Befehlsstrukturen versteckt, sondern ist seinem Herzen gefolgt oder seiner Vernunft oder seinen seit langem gehegten Zweifeln am System; und hat das Tor geöffnet statt zu schießen. Sagen wir nicht so leicht, ich als ein Einzelner kann da nichts tun. O doch. Ich kann, immer. Er ist für mich der beste Beweis. Und mir scheint, in diesen Tagen der Kriege in der Ukraine, in Israel und noch weltweit, wird es immer wichtiger, dass wir Einzelnen Flagge zeigen, uns gegen Hetze, Hass und Gewalt einsetzen und uns nicht hinter der Masse verstecken.
Mit vier Jahren kam sie aus der Mongolei nach Hannover, mit 14 konvertierte sie vom Buddhismus zum Islam. Ihre Gedichte seien ein guter Kontrast zur formellen Sprache ihrer Arbeit als Büroleiterin, meint Misheel Enkh-Amgalan. Katrin Heisewww.deutschlandfunkkultur.de, Im GesprächDirekter Link zur Audiodatei
Der neue hessische Landtag wird kleiner und männlicher. Gendern die Amtsstuben in Mittelhessen? 100.000 Besucher strömen zum Gallusmarkt nach Wetzlar. Pro Bahn kritisiert Notfallmanagement nach Brand in Butzbach. Das und mehr hören Sie heute im Podcast. Alle Hintergründe zu den Nachrichten des Tages finden Sie hier: https://www.mittelhessen.de/politik/politik-hessen/der-neue-hessische-landtag-wird-kleiner-und-maennlicher-2939018 https://www.mittelhessen.de/lokales/lahn-dill-kreis/wetzlar/gendern-die-amtsstuben-in-mittelhessen-2936556 https://www.mittelhessen.de/lokales/lahn-dill-kreis/wetzlar/100000-besucher-stroemen-zum-gallusmarkt-nach-wetzlar-2946511 https://www.mittelhessen.de/lokales/wetteraukreis/butzbach-wetteraukreis/pro-bahn-kritisiert-notfallmanagement-nach-brand-in-butzbach-2947083 Ein Angebot der VRM!
Jetzt wird es ernst: Haftantritt für Thorsten Kabitz. Kaum hat er die JVA Remscheid betreten, sitzt er bereits eingesperrt in einem Warteraum. Erste Station für alle Neuankömmlinge ist die so genannte Kammer. Hier findet die Aufnahme statt, das heißt für Thorsten: Alles Ausziehen und Umziehen in die Anstaltskleidung. Mit der Knast-Grundausstattung geht es dann auf den Haftraum, das schönere Amtsdeutsch für Zelle. Aber ist der Neuzugang überhaupt hafttauglich? Im Aufnahmegespräch muss Thorsten einige sehr direkte Fragen beantworten. Weitere Infos, Bilder und alle Folgen: https://www.radiorsg.de/knastlive
Wir melden uns wieder aus unseren Ferien und haben einen weiteren Klassiker für dich. Die Tonqualität ist verbessert! Du brauchst das Transkript zur Folge? Hier kommst du direkt zum Premium-Kanal: https://steadyhq.com/de/deutsch-podcast/about Diese Episode dreht sich alles um das sperrige Amtsdeutsch, was erstaunlicherweise wirklich sehr lustig ist. Das Beste daran ist natürlich, dass wir für diese Folge ein brandneues Trainingsbuch entwickelt haben. Das Trainingsbuch und alle Sonderfolgen findest du hier: https://steadyhq.com/de/deutsch-podcast/about Ein Gratis-Trainingsbuch findest du unter: https://deutsch-podcast.com/gratis/ Weitere Infos findest du unter: www.deutsch-podcast.com
Ein Linguistisches Reformpaket
Im heutigen “Talk mit Tatjana” geht es um Grundrechte, Frauen in hohen Ämtern und Justitia. Mein Gast ist die ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofes Dr. Irmgard Griss. Sind wir überreglementiert? Brauchen wir bei Pädophilie höhere Strafen? Sollte Cannabis legalisiert werden?
Im heutigen “Talk mit Tatjana” geht es um Grundrechte, Frauen in hohen Ämtern und Justitia. Mein Gast ist die ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofes Dr. Irmgard Griss. Sind wir überreglementiert? Brauchen wir bei Pädophilie höhere Strafen? Sollte Cannabis legalisiert werden?
Der Mann verheddert sich in der Pressekonferenz. Er verliest eine Erklärung und im komplizierten Amtsdeutsch weiß er selber nicht so genau, was er da sagt. Man soll, wie immer damals, Anträge stellen dürfen und Genehmigungen erhalten. Irgendwas mit ständig und immer. Aber ein italienischer Journalist hakt nach und will Näheres wissen. Ab wann diese Regelung gelten soll und ob auch für Berlin? Er wühlt in seinen Zetteln und Unterlagen und stammelt: "Nach meiner Kenntnis sofort, unverzüglich“ Es war ein Versehen, ein Versprecher, ein, in der Bedrängnis der Konferenz nicht richtig gelesener Zettel. Aber welche Auswirkung! Als erstes bringt die britische Nachrichtenagentur Reuters die Nachricht, dann die Tagesschau, dann das Heute Journal und die Tagesthemen. Und dann sind sich die Leute sicher und strömen zur Grenze. Zu den hermetisch verschlossenen Grenzübergangsstellen in Berlin und an der Westgrenze. Die Grenzpolizei hat keine Order, keinen Befehl und weiß nicht, was sie machen soll. Und dann, kurz vor Mitternacht, gibt ein hochrangiger Offizier an der Bornholmer Straße dem Druck der Massen nach. Er holt nicht sein Maschinengewehr und gibt keinen Schießbefehl. Er öffnet den Schlagbaum und das Tor und die Menschen fluten das unerreichbare, das eigene, das bisher geteilte Land. Ein Versprecher gibt das Startsignal und sechs Wochen später ist die alte Diktatur in sich zusammengebrochen und Neues kann entstehen. Für mich, die ich in der DDR groß geworden bin und alles hautnah erlebt habe, ist der Held dieses Abends genau er: der Offizier in der Bornholmer Straße. Er hat sich nicht hinter seinem erlernten Feindbild, seinen Befehlsstrukturen versteckt, sondern ist seinem Herzen gefolgt, oder seiner Vernunft, oder seinen, seit langem gehegten Zweifeln am System. Und hat das Tor geöffnet statt zu schießen. Sagen wir nicht so leicht, ich, als ein Einzelner kann da nichts tun. Oh doch. Ich kann immer. Er ist für mich der beste Beweis.
Alle Jahre kommt sie wieder, die Einkommenssteuererklärung. Doch es tut sich was: Wir müssen keine Papierberge mehr durch den Briefschlitz des Finanzamts quetschen. Ein riesiger Fortschritt. “ELSTER” nennt sich das bundesweite “Online-Finanzamt” – so jedenfalls der eigene Anspruch. Was schlau klingt, scheitert im Detail an lustlos dahingestückelter Benutzerführung, garniert mit Stilblüten im besten Amtsdeutsch, vom sperrigen Nominalstil über unverständliche Querverweise bis hin zur dreifachen Verneinung. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Deutschland = Bürokratie? Deutschland ist bekannt für Autos, Autobahn, Bier, Fußball und präzise Bürokratie. Allerdings sind auch Muttersprachler manchmal verzweifelt, wenn es um Briefe von deutschen Behörden und Ämtern geht. Aber warum wirken diese Texte so kompliziert? Möchten Sie mitlesen? Hier der Link zum Artikel Gutes Deutsch besser www.germanist.cz
How can corporate language contribute to a company's brand? Why do companies often have at least two different voices that they use to speak to the same customers? And how can organisations deal with the issue of gender-sensitive writing in German, maintaining the balance between inclusion, readability and aesthetics?In this episode I talk to Martin Dunkl, a public relations consultant who specialises in corporate identity. We talk about ways a company's language can be used to build its brand and identity, including how a text can be made more understandable to readers, the effect of using dialect in corporate language, and how the use of “du” or “Sie” can help to establish a brand.Episode transcript: https://yellowoftheegg.com/transcripts/s2e9-corporate code-transcript/Guest: Martin Dunkl- Website: https://dunkl.com/- Read more about Corporate Code (including the list of the Corporate Code markers): http://www.dunkl.com/corporate-language.htm- Book: "Corporate Code - Wege zu einer klaren und unverwechselbaren Unternehmenssprache" - available at:https://www.amazon.de/Corporate-Code-klaren-unverwechselbaren-Unternehmenssprache/dp/3658053755- Book: "Recht verständlich formuliert: Klartext statt Amtsdeutsch - Rechtstexte zielgruppengerecht schreiben für Mitarbeiter, Kunden, Bürger" - available at:https://www.amazon.de/Recht-verst%C3%A4ndlich-formuliert-Amtsdeutsch-zielgruppengerecht/dp/3658335890Hohenheimer Verständlichkeitsindex: https://klartext.uni-hohenheim.de/hixHamburger Verständlichkeitsmodell: https://wortliga.de/glossar/hamburger-verstaendlichkeitsmodell/Outro music by Euphoniques. This episode the song is "Cool Down".Spotify: https://open.spotify.com/track/49SIev6nu4QrTgAHk1rBgA?si=60d514f1c94445c0Yellow of the Egg is hosted and produced by Luke Green.Links and socials:- Web: yellowoftheegg.com - Instagram: @yotepodcast (https://www.instagram.com/yotepodcast) - Facebook: @yellowoftheegg (https://www.facebook.com/yellowoftheegg) - Email: yellowoftheegg.podcast@gmail.com - Patreon: patreon.com/yellowoftheegg - YOTE theme music by Vincent Tone (PremiumBeat.com)
In der Bundesregierung gibt es Streit um die Verordnung für das Recht auf Versorgung mit Telekommunikationsdiensten. Was da so sperrig im Amtsdeutsch daher kommt, hat es in sich. Denn in der Verordnung wird u.a. festgeschrieben, wie schnell ein Netzzugang mindestens sein muss. Denn wir als Verbraucherinnen und Verbraucher sollen ab dem 1. Juni ein gesetzlich verbrieftes Recht auf schnelles Internet haben. Aber - was ist eigentlich „schnell“ und wie „schnell“ muss das Netz sein?
Was ist ein Trockenboden? Warum ist das Amtsdeutsch voll von modalen Partizipien und wie soll man das eigentlich verstehen, wenn Deutsch nicht die eigenen Muttersprache ist? Heute schauen wir uns einen wirklich komplizierten Text an und erklären, welche Formulierungen oft vorkommen und was sie bedeuten. Mehr Infos und auch unsere alten Folgen findest Du auf unserer Webseite www.deutsch-podcast.com.
Wir warten Monate auf Termine, kaum etwas lässt sich digital erledigen und Amtsdeutsch ist eine Sprache, die nur Eingeweihte verstehen. In dieser Ab21-Folge sprechen wir über unsere absurdesten Erlebnisse im Bürokratie-Dschungel.
Für Teilhabe braucht es jemanden der Chancen gibt. Sie arbeiten in Second-Handläden, Sozialkaufhäusern, in der Altenbegleitung, im Gartenbau, als Stromspar-Checker oder in Projekten wie dem Quartiersservice der Stadt Gelsenkirchen. Menschen wie Esther M. die aufgrund verschiedener „Vermittlungshemmnisse“ wie es im Amtsdeutsch heißt, keine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt finden konnten. Für Menschen wie sie ist das Teilhabechancengesetz gemacht. Verbände, Sozialpartner oder auch Unternehmen stellen - für fünf Jahre gefördert - Menschen wie sie ein und geben ihnen eine Beschäftigung. Teilhabe bedeutet neben Beschäftigung auch Selbstwert und Stabilisierung. Bei manch einem mündet dies in einen regulären Job auf dem ersten Arbeitsmarkt. „Das Gesetz nimmt aber auch Menschen in den Blick, die keine Chance auf Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt haben. Trotzdem sind sie wichtige Menschen, weil sie der Stadtgesellschaft etwas geben können.“ erklärt Arbeitsmarktexpertin Eva Bittner-Geier. Das Teilhabechancengesetz gilt als Meilenstein in der Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit.
Heute vor 50 Jahren schaffte die Bundesrepublik im Amtsdeutsch die Anrede "Fräulein" ab.
Die wahre Geschichte über sinnlosen Datenschutz, kompliziertes Amtsdeutsch und eines der abscheulichsten Verbrechen, die es in unserer Stadt je gegeben hat.
Unverheiratete französische Frauen werden "Mademoiselle" genannt, junge Engländerinnen ohne Ehemann heißen "Miss". In Deutschland aber gibt es sie nicht mehr: Die "Fräuleins" sind ausgestorben. Im offiziellen Amtsdeutsch wurde "Fräulein" als Anrede ganz allmählich abgeschafft. Autor: Marko Rösseler.
„Es ist nicht länger angebracht, bei der Anrede weiblicher Erwachsener im behördlichen Sprachgebrauch anders zu verfahren, als es bei männlichen Erwachsenen üblich ist.“
Falschgeld sind Münzen und Geldscheine, die den Anschein eines gesetzlichen Zahlungsmittels erwecken. Falschgeld ist von der jeweiligen Zentralbank nicht autorisiert. Die Zentralbank ist eine vom Staat zur Geldausgabe ermächtigte Stelle. Falschgeld hat zum Ziel, potentiellen Opfern den Wert von echtem Geld vorzutäuschen. Die Herstellung von Falschgeld wird auch Geldfälschung genannt und ist genauso wie das Inverkehrbringen von Falschgeld strafbar. Durch Verwendung von Sicherheitsmerkmalen auf Geldscheinen wie z.B. dem Wasserzeichen, Sicherheitsstreifen und Hologrammen, soll Geldfälschung erschwert werden. Wenn Fälschungen in Deutschland gefunden werden, so werden diese an die Falschgeldstelle der Deutschen Bundesbank weitergeleitet. Fälschungen werden in Fälschungsklassen nach Qualität unterteilt. Je nach Qualität und Bedeutung wird die Fälschung auch an die Europäische Zentralbank (EZB) weitergegeben. Bei Papiergeld liegt die Erkennungssicherheit von Fälschungen bei 100 %. Falsches Hartgeld wird nur zu 96 % erkannt. Dies liegt an den technischen Prüfautomaten. Die am häufigsten gefälschten Euro-Geldstücke sind Zwei-Euro-, Ein-Euro- und 50-Cent-Münzen. Für Falschgeld wird umgangssprachlich auch das Wort „Blüten“ verwendet. Im polizeilichen Amtsdeutsch sind Blüten Spielgeld, etwa für Monopoly. Die Fälschung von ungültigem Geld wie beispielsweise der D-Mark wird als nicht strafbar angesehen. Der Grund ist ganz einfach: Diese Banknoten oder Geldmünzen stellen kein gültiges Zahlungsmittel mehr dar. Phantasiegeld wie beispielsweise ein 700-Euro-Schein, der in Anlehnung an das Layout anderer Banknoten in gleicher Währung gestaltet ist, fällt hingegen unter die Strafbarkeit der Geldfälschung.
Hinter dem Schalter 5 sitzt Sebastian Groß. Der 25-Jährige ist Beamtenanwärter. "Beamter im mittleren Dienst der allgemeinen inneren Verwaltung" heißt sein zukünftiger Beruf im korrekten Amtsdeutsch. Das Einwohnermeldeamt ist so etwas wie die Visitenkarte der Stadt.
Nur "LaLaLand", "20mg Fakten akut" und "Zurück in die Zukunft" mit Foodporn und in Trendsprache. Vor allem die Polizei deutscher Großstädte sucht den Dialog mit den Bürgern über soziale Medien wie Twitter und verwendet dabei eine andere Sprache und einen anderen Kommunikationsstil, der nicht mehr an Amtsdeutsch erinnert. Oft sind die Beiträge - gemessen an den Reaktionen - erfolgreich und sorgen sogar in klassischen Medien für Aufsehen. Doch welche Grenzen hat die Kommunikation staatlicher Akteure, wie die der Polizei oder die von Behörden und Politikern? Im BredowCast spricht Daniela Friedrich mit Tobias Mast, der sich in seiner Dissertation mit staatlicher Kommunikation via Social Media auseinandersetzt. Wer zählt eigentlich zum Staat? Welchen rechtlichen Vorgaben unterliegt staatliche Kommunikation? Genießt der Staat Meinungsfreiheit? Und wie bewertet Tobias Mast ausgewählte Tweets Deutscher Polizeistellen?
Aloha-Hee am Bodensee - Die Sendung dreht sich "rundum" die Faszination Segeln - Vom Brautkursboot bis zum Schifferpatent Fast 60.000 "Vergnügungsfahrzeuge", wie Segel- oder Motorboote im Amtsdeutsch heißen, sind auf dem Bodensee gemeldet. Tendenz steigend. Ältester Segelclub am Bodensee ist der Lindauer Segler Club, der bereits 1889 gegründet worden ist. Seit über 60 Jahren veranstaltet der LSC die "Rundum", die größte Nachtregatta Europas und das ist d e r Höhepunkt im Seglerjahr am Bodensee. Was macht die Faszination Segeln aus? Dieser Frage wollte der Lindauer BR-Korrespondent Christoph Scheule auf den Grund gehen. Über ein Jahr beobachtete er das Geschehen auf dem "Schwäbischen Meer" und begleitete eine Segler-Familie vom Ansegeln, der Saisoneröffnung, über die "Rundum" bis zum Absegeln, der letzten Regatta im Herbst und dem Überführen ins Winterlager. Er verbrachte Stunden auf Booten und blickte des Öfteren in verklärte Gesichter. Glücksgefühle, die sich beim Reporter noch nicht so richtig einstellen wollten. Kann nur ein Segler die Faszination Segeln spüren?