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    • Apr 19, 2026 LATEST EPISODE
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    "Für Gott ist mein und dein Leben keine Wiederholung"

    Play Episode Listen Later Apr 19, 2026 3:39


    Jedes Jahr stöhnen die Lehrkräfte – natürlich nie alle – über die Abschlüsse und vor allem aber über die Abi-Gags, die Abi-Streiche. Dann kommt doch immer die Frage auf: Denen wollen wir die Reifeprüfung abnehmen?  Ich habe auch schon sehr oft die gleichen dämlichen Spielchen spielen dürfen zum Abschluss und die Mottos der Motto-Wochen waren auch in diesem Jahr nicht so anders als in den Jahren davor. Aber ich weiß bei mir sind dies Wiederholungen. Schon immer das Gleiche.   Aber kannst du dich noch an deinen Schulabschluss erinnern?  Kita, Grundschule, der erste richtige Schulabschluss. Und dann gibt es noch ganz andere Abschlüsse und Abschiede, die unser Leben prägen.  Wenn die Kollegen und Kolleginnen genervt sind und es waren, wenn wir wieder Singstar spielen mussten oder einen Tanzwettbewerb bestreiten, dann schmunzle ich immer und sage: "Ja, für uns ist das immer dasselbe, aber unsere Lernenden erleben das hier nur einmal in ihrem Leben."  So denke ich muss das auch ein bisschen in unserem Lebenslauf sein. Es gibt schon Meilensteine, die wir alle gleichermaßen anstreben und erreichen wollen. Schule – Familie – Freunde – Erfolge. Für Gott muss das fast schon langweilig sein, vor allem wenn er wirklich weiß, was alles war, ist und kommt.  Aber ich will auch das Gott dann schmunzelt und auch denkt: "Na gut, du machst das ja alles hier zum ersten Mal." Und dann ist das doch wunderbar, wenn Gott weder genervt noch angeödet oder gar gelangweilt ist. Dann ist Gott so nah, obwohl er in all seiner Weisheit und Allmacht mir auch ganz schön weit weg vorkommen mag. Für Gott ist mein und dein Leben keine Wiederholung.  Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.  

    "Gott trägt"

    Play Episode Listen Later Apr 18, 2026 3:20


    In der ersten Woche nach den Osterferien wurde es auf unseren Schulfluren schon etwas leerer. Die Abiturienten sind bereits weg, und wie ich glaube, mit Lernen beschäftigt. Das ist bestimmt jetzt auch an anderen Schulen so. Plötzlich bleiben Klassenräume leer. Vielleicht bist du selbst auch gerade in einer Prüfungsphase? Oder deine Kinder oder Enkel sind gerade in der Lernphase für den Abschluss? Aber sicherlich erinnerst du dich selbst an Abschlüsse und Enden in deinem Leben.  Dabei empfinde ich immer erst kurz etwas Erleichterung. Da fallen mir ja Stunden für mich aus. Da bin ich erst einmal dankbar für die Zeit, die ich jetzt gebrauchen kann, um auch mich auf die anstehenden Prüfungen vorzubereiten. Und ich gebe zu, einfach auch mal etwas mehr Freizeit nehme ich auch gerne mit, bevor wir Lehrkräfte dann das Abitur korrigieren, letzte Noten geben und auch einfach mitbangen mit unseren Schützlingen.  Ein früherer Kollege verglich sich dabei einmal mit einem Fußballtrainer. Da hat man auch Angst, dass das auf einen zurückfällt, wenn die Mannschaft nicht in Topform ist oder sogar verliert.  Aber ich schwanke da auch zwischen Loslassen sowie Vertrauen und Bangen oder Mitfiebern.  Ich schwanke in der Zeit bis zu den Prüfungen zwischen Freiraum lassen und mich sorgen.  Gott schwankt da nicht. Gott muss diese Perspektive nicht einnehmen, dass da etwas auf ihn zurückfallen könnte, wenn wir versagen. Er weiß, was wir können und was eben nicht und trotzdem ist er da.  Gott trägt.  Gott lässt aber auch los. Im richtigen Moment.  Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.  

    Von Gottes Gärten und dem Wachsen im Glauben

    Play Episode Listen Later Apr 17, 2026 4:41


    Wir hier im Konvent in Olpe haben zwei kleine Gärtchen. Eins hinterm Haus, das wir immer als Einsiedelei bezeichnet haben. Und eins gegenüber der Haustür auf der anderen Straßenseite. Und jetzt im Frühling, wo auch die Nachtfröste seltener werden, haben wir begonnen, den Garten aus dem Winterschlaf zu holen. Also, altes Laub vom Rasen entfernen, trockene Zweige und Blüten abschneiden und Unkraut jäten. Und dann fiel mir noch rechtzeitig ein, den Rhododendron und die Hortensiensträucher zu düngen. Also Spezialdünger kaufen, ein bisschen frische Erde dazu, ein bisschen einarbeiten und wässern. Dann kann dem Wachsen und Blühen nichts mehr entgegenstehen.Wie ist das eigentlich mit unserem Glauben und Leben als Christen? Lebst Du noch aus den Erkenntnissen Deines Kommunion– oder Firmunterrichts oder aus dem Reliunterricht in der Schule? Auch unser Glaube braucht neue Nahrung, um nicht in den Kinderschuhen stecken zu bleiben, zu verholzen, zu verkümmern oder abzusterben. Es gibt viele Möglichkeiten und die meisten sind gut erreichbar. Es ist gut mal andere Formen von Gottesdiensten mitzufeiern oder neue Gebetsformen auszuprobieren. Taizeabende oder Lichterfeiern sind daher sehr populär. Oder einen Exerzitienkurs oder Glaubensabende mitzumachen, damit man mal andere Themen des Glaubens hört und sich damit beschäftigt. Viele Bücher und auch Podcasts gibt es zu biblischen und Glaubensthemen und da sind AHA-Erkenntnisse vorprogrammiert. Heute kommt eine Studentin zu uns in den Konvent für ein geistliches Wochenende. Wir werden zusammen beten, in der Bibel lesen, Gottesdienste zusammen mitfeiern und uns, wie man so schön sagt, über Gott und die Welt austauschen. Und es wird viel stille Zeit dazwischen geben. Denn auch in Ruhe und Stille mit sich selbst und vor Gott kann sich der innere Mensch sortieren und neu ausrichten und hat wieder Kraft zum Wachsen und Blühen.  Ich mag ein kleines Gebet von Pierre Olivaint sehr gern und gebe es Dir mit in den Tag. Es lautet:"Wachse, Jesus, wachse in mir: in meinem Geist, in meinem Herzen, in meiner Vorstellung, in meinen Sinnen.Wachse in mir mit deiner Milde, mit deiner Reinheit, mit deiner Demut, wachse in mir mit deinem Eifer und deiner Liebe.Wachse in mir mit deiner Gnade, mit deinem Licht und mit deinem Frieden.Wachse in mir zur Verherrlichung deines Vaters, zur größeren Ehre Gottes! Amen."

    Jesus heilt die Kranken

    Play Episode Listen Later Apr 16, 2026 4:22


    Es kommt nicht oft vor, dass eine große Krankenhausabteilung von einem Ort in eine andere Stadt in ein anderes Krankenhaus umzieht. Das ist hier in Olpe im November geschehen und eine gesamte Psychiatrische Fachklinik mit 4 Stationen, Tagesklinik, Krisencafe, neuen Therapieräumen und vielfältigen andere Angebote sind nach Lennestadt umgezogen. Mit einem Festakt in der Krankenhauskapelle wurde das Ganze nun offiziell eröffnet und unter Gottes Segen gestellt. Für mich das Spannende an diesem Nachmittag war, dass eine Fachärztin in einem Vortrag die Entwicklung der Behandlung von psychischen Erkrankungen im Laufe der Jahrhunderte vorgestellt hat. Von der Gleichbehandlung und weitgehenden Forschung zu diesen Krankheiten in der Antike über das Mittelalter bis heute gab es immer wieder wellenartige Entwicklungen. Während sehr offensichtliche körperliche Erkrankungen sehr viel Aufmerksamkeit bekamen, war die intuitive Angst vor dem Anderssein der psychisch Kranken zum Teil so groß, dass sie weggesperrt und wie Verbrecher behandelt wurden. Das ging von sogenannten Narrentürmen über die städtischen Irrenanstalten bis zu den Euthanasieprogrammen der Nazis im dritten Reich. Und ehrlicherweise sind wir selbst im Urteil oft auch heute nicht frei davon. Der Ortsbürgermeister hat erzählt, dass bei seinen Mitarbeiterinnen im Rathaus Unfallverletzungen, Krebserkrankungen oder anderer körperliche Erkrankungen von Kollegen alles Mitleid und liebevolle Fürsorge bekommen. Wenn aber ein Mitarbeiter wegen Depressionen erkrankt ist, nimmt man Abstand, flüstert hinterm Rücken und weiß nicht, wie man damit umgehen soll. Der Ortspfarrer hat zum Schluss den geistlichen Impuls gegeben und aus den Evangelien zitiert, wo es immer wieder darum geht, wie sich Jesus den Kranken, den Verwirrten und Verstoßenen zugewandt hat und betont, was Jesus immer deutlich gesagt hat: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.“ Alle Kranken!

    Achten wir auf unsere Worte

    Play Episode Listen Later Apr 15, 2026 4:30


    "Herr, öffne meine Lippen, damit mein Mund Dein Lob verkünde" - so beginnt bei uns im Konvent, wie in allen Klöstern weltweit, das erste Gebet am Morgen. Und wir machen dabei mit dem Daumen der rechten Hand ein Kreuz auf den Lippen. Zu Beginn meines Ordenslebens habe ich diese Geste also gelernt und vollzogen. Je länger ich aber im Kloster lebe, und das sind schon fast 45 Jahre, desto mehr mache ich mir Gedanken über diesen Anfang jeden Tages. Ich bitte Gott, mir die Lippen zu öffnen, damit ich überhaupt in der Lage bin, SEIN Lob zu verkünden. Es ist also nicht nur mein guter Wille, das jetzt zu tun, obwohl ich vielleicht müde oder erkältet, oder wie ich im Moment allergisch auf Pollen bin, oder ob ich vielleicht heute einfach keine Lust habe. Ich bitte Gott um seine Hilfe, dass aus meinem Mund sein Lob verkündet werden kann. Und ich denke immer mehr, dass es nicht nur für die 20 Minuten des Morgenlobes gilt, sondern den ganzen Tag.Das heißt aber, dass ich den ganzen Tag über das Lob Gottes verkünden kann. Nein, nicht den ganzen Tag laut Gebete sprechen, sondern eher: den ganzen Tag lang, alles was ich sage, zum Lob Gottes machen. Bei der Plauderei beim Essen, am Telefon, beim Mailen und bei Haustürgesprächen, beim Einkaufen und bei allem, was ich übern Tag tue.Wenn alles was ich sage, singe und tue, dazu dienen kann, das Lob Gottes zu verkünden, dann geht manches Dumme, Leichtfertige, Gehässige, Sinnlose vielleicht doch nicht mehr so leicht über meine Lippen. Und wenn ich daran denken kann, dass ich Gott gebeten habe, meine Lippen zum Lob zu öffnen, dann schließen ich meine Lippen vielleicht auch öfter mal, wenn das, was da raus will, nicht gerade seinem Lob dient. Bei Politikern und anderen Menschen öffentlichen Lebens merken wir ziemlich schnell, was für krudes Zeug sie von sich geben und wie böse und gemein und unklug vieles davon ist. Bei mir selbst merken ich es meist auch erst, wenn es raus ist und ich selbst erschrocken bin über Wortwahl und Inhalt.Es ist also ein guter Gedanke, für mich und Dich, dieses morgendliche: "Herr, öffne meine Lippen, damit mein Mund DEIN Lob verkünde."

    Kinder lernen durch Nachahmung

    Play Episode Listen Later Apr 14, 2026 4:14


    Papst Leo XIV. hat sich auf den Weg gemacht nach Afrika und wird mehrere Länder besuchen, an einer Friedenskonferenz teilnehmen. Los geht es in Algerien. Dort gibt es nur einige tausend katholische Christen und der Islam ist Staatsreligion. Aber dort in Algerien begann das Leben und Wirken des Heiligen Augustinus, einer der großen Kirchenlehrer. In Algerien gründete Augustinus die erste christliche Mönchsgemeinschaft und verwandelte das Haus seines Vaters in einen Ort des Gemeinschaftslebens und der spirituellen Forschung. Man könne also sagen, dass das erste Kloster der Geschichte, das Haus des Vaters des Heiligen Augustinus gewesen ist. Und Papst Leo ist Augustinermönch und hat einige Jahre diesen weltweiten Orden geleitet. Mir war echt neu, dass Augustinus in seinem Elternhaus seine Gemeinschaft zusammengerufen, ein geistliches Leben und theologische und spirituelle Forschung angefangen hat. In den letzten Tagen hatte ich ein Video gesehen, dass eine Familie mit sieben Kindern über den Tag begleitet hat und die Kinder auf einem Touchpad immer ankreuzen konnten, was sie erledigt hatten. Das ging vom "Guten Morgen", über das Waschen, Kämmen und Zähneputzen, Frühstücken, einzelne Tätigkeiten im Haushalt, Schule, Kindergarten und so weiter. Und dann war ein Punkt: zusammen beten. Alle haben zusammen im Wohnzimmer gebetet und Gott für den Tag gedankt und für Mitmenschen Fürbitte gehalten. "Hauskirche" nannte man das früher und es ist und bleibt die Aufgabe von uns Christen, zusammen zuhause zu beten und Kinder und Enkel in diese Praxis zu begleiten. Kinder lernen durch Nachahmung. Wenn sie sehen und erleben, dass Eltern und Verwandte beten, dann wollen sie es auch lernen. In diesen Wochen sind Erstkommunionfeiern überall im Land und manchmal spürt man dabei, dass Kinder gewohnt sind, zu beten, Gebete vorzulesen und in Ruhe mitzufeiern. Vom Heiligen Augustinus stammt auch ein Wort, dass ich Dir gern in den Tag mitgeben will. Er sagt: "Bete, als hinge alles von Gott ab. Arbeite, als ob alles von dir abhinge."

    Ich bin da!

    Play Episode Listen Later Apr 13, 2026 4:18


    Ich weiß nicht, wie es Dir geht. Ich habe manchmal ein Lied, einen Text, eine Melodie, die mir morgens nach dem Aufwachen aufploppt und mir den ganzen Tag in Kopf und Ohr und Herz herumsingt oder spricht. Es ist dann so, wie es im Deutschen heißt, ein Ohrwurm. Aber es ist eben mehr. Heute ist es ein Lied, dessen Text ich schon lange kenne, aber selten hatte ich das Gefühl, dass er besser passt als zur Zeit. Er gibt uns eine Zusage, die jede und jeder von uns immer wieder braucht und die uns hilft zum Leben, zum Glauben, zum Hoffen und zum Lieben. Er ist im Original von Paul Weißmantel. Und lautet:Ich bin daIn das Dunkel Deiner Vergangenheit und in das Ungewisse Deiner Zukunft,in den Segen Deines Helfens und in das Elend Deiner Ohnmachtlege ich meine Zusage: ICH BIN DA !In die Lichtblicke Deiner Hoffnung und in die Schatten Deiner Angst,in die Enttäuschung Deines Lebens und in das Geschenk Deines Zutrauenslege ich meine Zusage: ICH BIN DA !In das Spiel Deiner Gefühle und in den Ernst Deiner Gedanken,in den Reichtum Deines Schweigens und in die Armut Deiner Sprache lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !Ref: In all Dein Sein, in Dein Fühlen und Denken, lege ich meine Zusage: ICH BIN DA!In die Fülle Deiner Aufgaben und in Deine leere Geschäftigkeit, in die Vielzahl Deiner Fähigkeiten und in die Grenzen Deiner Begabung lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !In das Gelingen Deiner Gespräche und in die Langeweile Deines Betens, in die Freude Deines Erfolgs und in den Schmerz Deines Versagens lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !In das Glück Deiner Begegnungen und in die Wunden Deiner Sehnsucht, in das Wunder Deiner Zuneigung und in das Leid Deiner Ablehnung lege ich meine Zusage: ICH BIN DA !In die Enge Deines Alltags und in die Weite Deiner Träumeund in die Kräfte Deines Herzens lege ich meine Zusage: ICH BIN DA!Ref: In all Dein Sein, in Dein Fühlen und Denken, lege ich meine Zusage: ICH BIN DA!Danke Gott für diese Zusage, die ich heute von Dir bekomme.

    Heute beginnt der Ernst des Lebens

    Play Episode Listen Later Apr 12, 2026 5:08


    "Heute beginnt der Ernst des Lebens." Das hat mir vor ein paar Jahren einmal eine Großmutter erzählt, als ihr Enkel den ersten Tag in den Kindergarten ging. Vielleicht ein bisschen übertrieben, dachte ich damals. Schließlich geht es doch zunächst nur darum, spielerisch Neues zu entdecken, Freundschaften zu schließen und den Alltag ein bisschen selbstständiger zu gestalten. Vielleicht hat sich manch eine Großmutter auch heute Morgen am Weißen Sonntag dazu entschieden, ihrem Enkelkind genau das mitzugeben auf dem Weg zur Feier der Erstkommunion.Heute beginnt der Ernst des Lebens. Darin steckt vielleicht schon der Ernst des Lebens, immer wieder und in allen Lebensphasen, überall dort, wo wir etwas Neues beginnen, Verantwortung übernehmen und nicht genau wissen, wohin der Weg führt. Das gilt auch für die Erstkommunionkinder, die heute Morgen zum ersten Mal an den Tisch des Herrn treten. Studentinnen und Studenten stehen auch oft an einem solchen Punkt. Sie ziehen in eine neue Stadt und organisieren ihr Leben selbst, treffen Entscheidungen über Haushalt, Zeitplanung und die eigenen Ziele. Plötzlich merken sie, Freiheit und Verantwortung gehen Hand in Hand.Schritte ins Ungewisse kennen nicht nur Studierende. Wer einen neuen Job beginnt, in eine andere Stadt zieht, eine Familie gründet, der erlebt den Ernst des Lebens. Gerade an diesem Punkt ist Austausch wichtig, Begegnung und Gespräch, das Teilen von diesen Erfahrungen. All das hilft, die Herausforderungen des Lebens leichter zu tragen. Die Kinder, die heute Morgen zum Tisch des Herrn, zur Eucharistie treten, haben hoffentlich genau diese innere Freiheit, Ja zu sagen zu diesem Leben, das Gott ihnen heute verspricht. Ein Leben, in dem er mittendrin sein will. Das ist Freude, das ist aber natürlich auch Ernst des Lebens.Der heilige Thomas von Aquin, einer der großen Gelehrten des Mittelalters, fasste es einmal so zusammen: Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten. Das ist der Ernst des Lebens. Verantwortung und Einsatz gehören zum Leben, getragen von der Hoffnung, Freude und der Bereitschaft, das Leben ernst zu nehmen, ohne es zu vergrämen, ohne daran zu verzweifeln. Dann wird aus der Verantwortung, die wir für unser Leben, für unseren Glauben übernehmen, eine Freiheit und ein Ernst des Lebens, der sich leicht tragen lässt, der uns herausfordert, aber eben auch erfüllt. So hoffentlich heute die Kinder, wenn sie zum Tisch des Herrn treten und Ja sagen und Amen sagen zu dem Gott, der in ihr Leben mit allem Ernst aber eben auch aller Freude hineintreten will. Heute beginnt der Ernst des Lebens.

    Gott geht mit

    Play Episode Listen Later Apr 11, 2026 4:45


    In diesen Tagen freue ich mich einfach nur noch, weil nicht nur Ostern ist und das so ein wunderbares Fest und wirklich mein Lieblingsfest ist, sondern am Montag geht es in der Hochschulgemeinde in Düsseldorf auch wieder endlich los. Junge Menschen haben mit dem Studium begonnen und die kommen in der nächsten Woche dann schon zu uns. Und dabei weiß man ja: studieren, das heißt ganz besonders, sich auf etwas Neues einzulassen, Fragen zu stellen und vor allem nicht immer alle Antworten schon sofort zu haben.Mancher von denen, die da kommen, hat ein Studium begonnen, ohne genau zu wissen, wohin der Weg führt. Man ist wie auf einer Reise ohne Karte. Wohin es geht, was einem begegnet, das zeigt sich erst unterwegs. Esther kennt das gut. Sie ist im letzten Jahr ganz neu nach Düsseldorf gezogen, um Psychologie zu studieren. Alles ist neu, die Stadt, die Universität, die Menschen, und jeden Tag spürte sie ein kleines mehr Unbehagen, diesen Unterschied. Werde ich den richtigen Weg finden, werde ich Anschluss finden? Und sie ging jeden Tag die Schritte, die nötig sind, in den Hörsaal, in die Mensa, in den Austausch mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen; Schritt für Schritt, ohne dass sie alles überblicken konnte.Eine ähnliche Bewegung ist ja die österliche Bewegung. Was wussten die Jünger schon nach der Auferstehung, in welche Richtung es jetzt weitergeht? Glaube ist feststehen in dem, was man erhofft, und überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht. So steht es im Hebräerbrief. Vertrauen darauf, dass Gott Wort hält, das macht bereit, neue Schritte zu wagen. Das ist österlich, nicht aus dem Pflichtgefühl, sondern aus der Erfahrung, dass Gott treu ist und mitgeht.Auch heute wagen auch junge Menschen solche Schritte des Vertrauens. In der Stadt Düsseldorf finden Studierende wie Esther den Weg in die Katholische Hochschulgemeinde, so auch sicherlich an ganz vielen anderen Orten in unserem Erzbistum in der Kirche. Sie bitten um Taufe, Firmung oder treten bewusst in diese Gemeinschaft ein. Es ist ein öffentliches Ja zu einem Weg, dessen Ziel sie noch nicht vollständig kennen, ein mutiger Schritt ins Ungewisse. Abraham, der große Urvater des Glaubens, hatte Folgen weit über sein Leben hinaus. Er wurde zum Vater vieler Völker.Auch unsere Schritte des Glaubens bleiben nicht ohne Wirkung. Jeder kleine Schritt des Vertrauens kann anderen Mut machen, selbst aufzubrechen, und wie bei Esther, unserer Studierenden, neue Begegnungen und Chancen entstehen zu lassen. Abraham konnte damals nicht ahnen, wie weitreichend sein Ja zu Gott sein würde. Die Jünger, die dem Auferstandenen begegnet sind, wussten es auch nicht. Aber eins ist klar: Warten wir nicht, bis alles klar und sicher ist, sondern vertrauen wir und gehen wir los. Gott geht mit.

    Wer bin ich?

    Play Episode Listen Later Apr 10, 2026 4:16


    Es ist tatsächlich erst eine Woche her, dass der Freitag Karfreitag hieß und wir uns erinnert haben an Leid und Tod Jesu in Verbindung mit Leid und Tod im Iran, im Libanon, in der Ukraine, in Gaza und und und. Und jetzt ist eine Woche später der Osterjubel noch präsent, die Erleichterung über einen, wenn auch noch so brüchigen, Waffenstillstand und die deutlichen Worte des Papstes gegen den Krieg und die irrsinnige Art, Waffen und Truppen und Kriege zu segnen.Hier sind noch die letzten Ferientage und wir hatten über Ostern Besuch und viele spannende Fragen und Gespräche über unser katholisches Verständnis der Kar- und Ostertage und der Rolle der Frauen in der damaligen Berichterstattung der Bibel und den so verschiedenen Berichten dazu. Herausragend ist natürlich dazu die Geschichte von Maria von Magdala, die den Auferstandenen als erste gesehen hat. Drei Schülerinnen unserer Franziskusschule hier in Olpe, haben dazu einen Text geschrieben und mir erlaubt, ihn vorzulesen:Gedanken von Maria aus MagdalaWer?Wer war er? der junge Mann im weißen GewandWer war er? der mich so erschreckt hatWer war er? dass er wusste, was mit Jesus geschahWer war er? dass er uns nach Galiläa gesandt hatWer war er? war er ein Engel, der die Botschaft der Auferstehung Jesu verkündeteWer war er? war er von Gott gesandtWer war er? war er Jesus von Nazareth selbstWer war ich? dass ich mich fürchteteWer war ich? dass ich einfach wegliefWer bin ich? dass ich niemandem davon erzählen will und es dann doch tue?Soweit der Text, aber soweit auch die Frage an mich und Dich an diesem Osterfreitag: Wer bin ich, die ich mich Christ nenne, wenn ich nichts davon erzähle? Oder erzähle ich doch davon in allem, was ich tue und lasse?

    Ostern ist eine verrückte Sache

    Play Episode Listen Later Apr 9, 2026 4:22


    Ostern ist eine verrückte Sache. Nicht nur jetzt in Zeiten von Kriegen, abgedrehten Machthabern und blockierten Meeresengen. Ostern ist eine verrückte Sache. Ostern verrückt nämlich alles. Der Stein, die Grabplatte, als Endpunkt ist einfach weggerollt, weggerückt, weggeschoben. Ein junger Mann sitzt im Grab und bringt die Botschaft des Lebens. Sonst galt wenigstens eins als wirklich sicher: Tot ist tot. Noch nicht mal das gilt seit Ostern mehr. Der Tod ist weggerückt. Und die Botschaft heißt: Geh dahin, wo das Leben pulsiert. Da findest Du den Lebenden. Ostern verrückt unsere Erfahrungen – vom Tod zum Leben – von der Resignation zum Mut – von der Verzagtheit zum Neubeginn.Ostern will gegen jeden Augenschein auf Leben hoffen. Vielleicht tun sich deshalb selbst fast 40 Prozent aller Christen hier in Deutschland so schwer damit, an die Auferstehung zu glauben; vielleicht weil sie so wenig Hoffnung haben. Ostern ist das Fest des Unmöglichen. Es beginnt am Grab, dem Ort der Trauer, wo uns die geliebten Menschen zunächst genommen sind. Das Grab sagt: Das wars und bleibt als Ort der Erinnerung und wirkt wie der Augenschein des absoluten Endes. Aber selbst das leere Grab sagt absolut noch nichts. Die Ratlosigkeit und das Erschrecken bleiben noch lange. Die Jünger und Jüngerinnen sind ziemlich entsetzt und ratlos und wissen mit der Situation nicht umzugehen.Wir heutigen Christen singen oft so schnell und unbedarft das Halleluja und verstehen alle die nicht; die nicht glauben können. Ostern ist die Einladung nicht zum festhalten sondern zum glauben. Geh ins Leben zurück, nach Galiläa, ist die Botschaft an die Jünger. Geh dahin, wo die Zeichen des Lebens vorsichtig aufknospen. Entdecke die Zeichen des neuen Lebens: ein Neugeborenes, eine überstandene Krankheit, eine gelungene Versöhnung, eine Prüfung, die im dritten Versuch bestanden wird. Versuche dann ein zaghaftes, vorsichtiges Halleluja. Vielleicht wird es im Laufe der Zeit größer und kräftiger. Und selbst dann und trotzdem: Ostern ist und bleibt eine verrückte Sache.

    Auferstehung ist ein großes Wort

    Play Episode Listen Later Apr 8, 2026 3:50


    Während einer Tagung hat eine Schwester im Morgenlob einen wundervollen Text vorgelesen, der so voller schöner, österlicher Bilder ist, dass ich ihn gerne heute in der Frühe lesen möchte. Er heißt im niederländischen Original "Opstanding" und ist von Jaap Zijlstra, ins Deutsche übersetzt von Katharina Kluitmann.AuferstehungAuferstehung ist ein großes Wort.Ich versuche, es kleiner zu sagen, Maßstab 1:10.000Auferstehung ist Wachwerden und die Drosseln rufen von den Dächernund die Raben von den Kanzeln: Jesus lebt!Auferstehung ist Luther, der nicht mehr dagegen ankam und in großen Buchstaben auf seine Tafel schrieb: "vivit" – Er lebt!Auferstehung ist meine Mutter, totgesagt von allen möglichen Ärzten und einem rasend schlauen Professor. Aber schau: Sie lebt, dreimal mehr als ein Hausspatz.Auferstehung ist eine Dauerwelle aus Blumen, ein Graben voll Leben. Besser kein Vogel in der Hand und zehn in der Luft.Auferstehung ist der Grabstein von Martin Luther King und darauf die Buchstaben:"Gott sei Dank, ich bin endlich frei!"Auferstehung ist Licht, das zurückkehrt zur Sonne, Regen zu den Wolken, Worte zurück in meinen Mund.Auferstehung ist ein Wunder, eine Verwunderung.Du reibst dir die Augen, es ist helllichte Nacht!Auferstehung ist ein Kichern von Licht. Die Augenwinkel kräuseln sich.Deine Augen gehen auf – und zu, von so viel Licht nach so viel Warum.

    Können wir den Auferstandenen erkennen?

    Play Episode Listen Later Apr 7, 2026 4:24


    Eine der zauberhaften Ostergeschichten im Neuen Testament ist die um Maria Magdalena. Sie geht, von Kummer und Liebe getrieben, am frühen Ostermorgen zum Grab, macht sich Gedanken, wie sie den Stein wegbekommen soll, der das Grab verschließt und ist dann völlig verwirrt, weil der Stein weggerollt ist. Sie rennt zu Petrus und Johannes, die lassen sie einfach stehen und rennen selbst zum Grab, sehen die Tücher, aha, zusammengefaltet und ordentlich, kapieren aber überhaupt nichts „ER sah, und glaubte“ heißt es zwar über Johannes, aber was er glaubte, ist da nicht zu lesen. Und dann gehen sie verwundert nach Hause und lassen Maria wieder stehen. Und was macht Maria? Sie steht am Grab und weint, aus Trauer über den schrecklichen Tod Jesu, aus Kummer über all das schreckliche der letzten Tage, aus Liebe zum Rabbuni. Und sie beugt sich ins Grab und sieht die Engel. Und einer fragt sie, warum sie denn weint. Und sie sagt: Man hat meinen Herrn weggenommen und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.“ Und dann sieht sie Jesus. Sie ist aber vor Trauer so blind, dass sie ihn nicht erkennt und denkt, es ist der Gärtner. Und auch Jesus fragt sie zartfühlend: Wen suchst Du? Warum weinst Du? Und sie erklärt ihm ihre Sehnsucht. Und dann ruft Jesus sie beim Namen: Maria. Und da gehen ihr die verheulten Augen auf und sie erkennt ihren Rabbuni. Und Jesus gibt ihr, der Frau, den Auftrag, zu den Jüngern zu gehen und alles zu berichten und über ihn Zeugnis zu geben. Und sie rennt und berichtet den Aposteln: „Ich habe den Herrn gesehen. Ich, die Frau und ich habe die beste Botschaft der Welt für Euch und für alle: Der Tod ist nicht das Ende, nicht das Letzte, nicht der Schrecken ein Leben lang. Der Tod ist nur der Durchgang. Auferstehung ist angesagt und ganz neues Leben“Maria ist die erste, die den Auferstandenen gesehen hat, Apostolin der Apostel, hat Papst Franziskus sie deshalb endlich genannt. Vielleicht können nur Menschen in tiefer Trauer, mit verweinten Augen wegen eines Verlustes, in Verzweiflung wegen der Situation, in der man im Moment leben muss, und mit sehnsuchtsvoller Liebe zu den Menschen, zu denen man im Moment nicht gehen kann, den Auferstandenen sehen und ihn erkennen und dann von ihm erzählen.

    Feiern wir die Auferstehung mit allen Sinnen

    Play Episode Listen Later Apr 6, 2026 4:34


    Gibt es einen wunderbareren Jubel? Geht es schöner als heute? "Christus ist auferstanden. Halleluja!“ Gesegnete, frohe und hallelujavolle Ostern wünsche ich Dir und Euch von ganzem Herzen!Der Osterspaziergang von Johann Wolfgang Goethe ist wohl der schönste weltliche Hymnus an das Osterfest. Viele von uns haben das als Schüler auswendig gelernt: Zum Beispiel diese erste Strophe: "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, durch des Frühlings holden, belebenden Blick, Im Tale grünet Hoffnungs-Glück; der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in raue Berge zurück."Oder machst Du heute einen Emmausgang? Viele von uns kennen diesen Begriff noch: Am Ostermontag geht man spazieren, will mit allen Sinnen die auferstandene, aufgeblühte Schöpfung genießen. Der ursprüngliche Emmausgang, der Weg der beiden Jünger nach Emmaus, war alles andere als ein fröhlich leichter Gang: Alle Hoffnungen auf Zukunft mit Jesus hatten sich zerschlagen, die drei gemeinsamen Jahre mit ihm sind weg und verblasst, und nach dem schmählichen Kreuzestod geht gar nichts mehr. Sie fliehen aus Jerusalem, sie haben die Nase voll von allem und gehen nach Hause. Und dann kommt ein Dritter dazu, den sie nicht erkennen und der fragt ganz arglos, was denn los war in Jerusalem und sie erzählen ihm alles: vom Tod Jesu, von seinem Leben und Wirken vorher und ihrer großen Enttäuschung von dem: Wir aber hatten gehofft…Und sie erzählen auch von der Aufregung am Morgen: Dass die Frauen am Grab gewesen seien aber den Leichnam Jesu nicht gefunden haben aber Engel berichtet haben er lebe. Und dann am Abend, als sie miteinander das Brot brechen, da erst erkennen sie ihn, den auferstandenen Jesus Christus und sie rennen zurück und erzählen aus übervollem Herzen: Der Herr ist wirklich auferstanden, wir haben ihn erkannt, als er das Brot mit uns gebrochen hat.Einander zuhören – die Auferstehung feiern – die Botschaft weitersagen und - sie mit Leib und Seele und allen Sinnen genießen, das ist das österliche Heute.Und um es nochmal mit Goethe zu sagen: "Jeder sonnt sich heute so gern. Sie feiern die Auferstehung des Herrn, denn sie sind selber auferstanden."

    Schenken wir uns Himmelsmomente

    Play Episode Listen Later Apr 5, 2026 3:59


    Es ist so weit. Ostern. Den Impuls heute zu machen, hat mich schon gestresst. Wie fang ich an? Einfach mal ein lebhaftes Halleluja!  Was soll ich denn jetzt erzählen? Erinnerst du dich noch an die Ostertage aus deiner Kindheit? Oder erlebst du sie heute wieder durch deine Kinder oder Enkel?  Das Ostern aus meiner Kindheit, an das ich mich am besten erinnere, hat leider sogar keine theologische Tiefe und auch mit Jesus so gar nichts zu tun.  Da weiß ich nur noch, dass die ganze Schokolade geschmolzen war. Es muss unglaublich heiß gewesen sein. Meine Schwester und ich suchten die Schokohasen natürlich trotzdem im großen Garten bei meinem Pat und meiner Jöt – also zu Hochdeutsch meine Paten – Die Schokohasen waren nur an ihrer Verpackung zu erkennen in ihrem ganz veränderten Zustand.  Moment! Das ist doch Auferstehung. Verwandlung. Transformation in Gott hinein.  Verstehst du das? Ich tue mich damit schwer.  Ich unterrichte oft nach dem Theologen Medard Kehl, dass es bedeutet, dass wir aufgehoben sind.  Das heißt - Befreiung. Schmerz und Schuld und Lasten des Lebens sind aufgehoben.  Das heißt aber auch - Bewahren. Denn etwas aufheben, das heißt, man bewahrt es auf.  Aufgehoben wie ein Kind – in den Armen liebender Eltern, Großeltern oder Paten.  Aufgehoben wie etwas Wertvolles – wie ein alter Liebesbrief in einer Schmuckschatulle.  Aufheben im Sinne von: Nichts geht verloren. Weil alles an dir und mir an uns Gott so wertvoll und wichtig ist. Das was dein Kernwesen, deine Seele, unsere Person wirklich ausmacht.  Das bedeutet aber auch, dass ich und du nie mehr einsam sein werden. Dass ich dann bei Gott bin. Und ich glaub diesen Himmel, das Bei-Gott-Aufgehoben-Sein, das finden wir schon hier. Da wo wir in Beziehungen gut aufheben und aufgehoben sind. Dann ist Auferstehung nicht nur heute, sondern jeden Tag möglich. Vielleicht schaffen wir das auch an allen anderen Tagen, dass wir uns Himmelsmomente gegenseitig schenken.  Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.  

    Der Karsamstag ist ein Dazwischen-Tag

    Play Episode Listen Later Apr 4, 2026 3:15


    Heute ist Karsamstag. Ein Tag, der ein Dazwischen markiert.  Ein Tag, der noch die Stille vom Karfreitag trägt. Trotzdem ein normaler Werktag. Ein Tag, der schon den morgigen Tag erahnen lässt.  Wir wissen ja, was morgen ist.  Die Menschen rund um Jesus wussten es nicht. Vielleicht ahnten sie es. Vermutlich glaubten sie es.  Aber was mir noch im Ohr klingelt, sind die Karfreitagsdiskussionen. Stichwort: Tanzverbot. Ich kann mich darüber nicht mehr empören. Sollte ich aber doch als gute Christin oder? Empört es dich?  Wenn Menschen trauern, dann tun sie dies doch auch auf ganz unterschiedliche Weisen. Mancher ist voller Tränen. Andere voller Wut. Manch einer lenkt sich stark ab. Und das ist für mich total okay. Nein, es ist sogar wichtig.  Meinen Lernenden sag ich immer, dass sie Kinder nicht um ihre Trauer bringen sollen. Kindern klar sagen, was passiert ist ohne Beschönigungen, Wege der Trauer ausprobieren lassen.  Dann lasst sie doch tanzen. Würde ich am liebsten dann laut rufen, wenn diese Diskussion in der Öffentlichkeit wieder aufflammt – jedes Jahr.  Wenn sie wüssten, warum es diesen Tag gibt. Hätten sie alle dann noch Lust zu tanzen?  Für mich braucht es den Karfreitag. Denn ohne Sterben, Leiden und Tod keine Auferstehung. Es braucht aber auch den Karsamstag. Denn die Trauer hat auch ihren Platz in unserem Leben. Der Tod und somit auch die Trauer lässt sich nicht ausklammern, selbst im Leben Jesu, also selbst bei Gott nicht. - Gott sei Dank.  Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.   

    Wenn nur noch eine Kerze brennt

    Play Episode Listen Later Apr 3, 2026 4:29


    Der heutige Karfreitag ist durch die Stille geprägt. Es ist sogar im ganzen Land ein Feiertag und es ist auch in der Stadt ruhiger. Aber dieser Tag ist auch geprägt von sehr besonderen Liturgien und Abläufen. Jetzt gleich fahren wir ins Nachbarstädtchen zu einer besonderen Form des Betens in diesen Kartagen.Es sind die Karmetten, die an diesen drei Tagen gefeiert werden und einen ganz eigenen Stil und Inhalt haben. In den Gebeten und Gesängen der Karmette werden die Klagelieder des Propheten Jeremia gelesen und gesungen. Das Leid der zerstörten Stadt Jerusalem wird beklagt und auf das, sehr viele spätere Leiden Christi hingedeutet. Psalmen werden gebetet und gesungen, die Leiden und Bedrängnis zum Thema haben, besonders Psalm 22: "Mein Gott mein Gott, warum hast du mich verlassen" und Psalm 69 und 88. Lesungen aus den alten Kirchenvätern, insbesondere von Augustinus, werden vorgetragen und dann Berichte über das erlebte Leiden Christi im Hebräerbrief, die die theologische Bedeutung der Kreuzigung erklären. Gesänge und Antiphonen vertiefen die Texte und stellen uns das unglaubliche Leiden Christi sehr deutlich vor Herz und Sinne.Was mich aber in dieser Liturgie wirklich packt, ist der begleitende, sehr packende Lichtritus. Ein großer Leuchter mit 15 Kerzen steht in der Mitte und immer nach einem Psalm oder Canticum wird eine Kerze ausgelöscht. Dieses Auslöschen und zeigt die Flucht der Jünger sehr markant dar und die unglaubliche Einsamkeit und Dunkelheit Christi, die zum Schluss nur noch von einer Kerze erleuchtet wird.Irgendwann vor Jahren wurde mir dadurch erst klar, was der wunderbare Lichtritus der Osternacht bedeutet. Während am Karfreitag alle Lichter ausgelöscht werden, wird dann an Ostern durch die eine Flamme der Osterkerze, die in die Kirche getragen wird, die ganze Kirche erleuchtet und an der einen, neu auferstandenen Flamme, kann sich die ganze Osterhoffnung auf das ewige Leben entzünden und die Welt wieder hell machen.  

    Dienen und sich dienen lassen

    Play Episode Listen Later Apr 2, 2026 4:40


    Der Gründonnerstag, den wir heute begehen, hat eine sehr eigene Weitergabe des Glaubens, die oft nicht mehr vollzogen, sondern nur noch vorgelesen wird. Jesus feiert mit seinen Freunden das Pessachmahl und wäscht davor seinen Jüngern die Füße. Und das, was dabei bis heute überliefert wird, sind seine eindrücklichen Mahnungen: „Ihr nennt mich Meister, und das bin ich. Und wenn ich, euer Herr und Meister euch die Füße gewaschen habe, sollt auch ihr einander die Füße waschen“ Der kaum überhörbare Aufruf zur Nächstenliebe und zum Dienst an den Mitmenschen, zu seinem Andenken, ist die eine Seite dieses Geschehens. Aber es gibt eine zweite, eine sehr mystische Seite. Petrus, der Macher, der Fels, der die große Klappe hat und auf den Putz haut, der soll sich die Füße waschen lassen? Niemals. Er kann es nicht ertragen und nicht die Ohnmacht aushalten, hier nichts tun zu können. Und er beginnt mit Jesus zu streiten und sich aufzuregen: „Nicht Du solltest mir die Füße waschen, sondern ich sollte das tun“ und selbst als Jesus einwendet, er solle es geschehen lassen, auch wenn er es jetzt nicht verstehen würde, selbst da geht das Gezeter weiter und er fordert dann, dann nicht nur die Füße, sondern auch die Hände und den Kopf bitte. Mir und vielen von uns kommt das glaube ich schon bekannt vor. Wir selbst wollen Herr der Lage sein. Wir wollen das Geschehen im Griff haben und sehr genau wissen, wie, was, wann, wohin steuert. Und es macht nervös und unruhig und wir sind unsicher und erschrocken, wenn alles, was wir sorgfältig bisher selbst regeln konnten und den Fortgang im Blick hatten, wenn plötzlich nichts mehr geht. Da kann eine Krankheit sein, ein Unfall, ein familiärer Schicksalsschlag oder das sichtlich älter werden. Viele können nicht aushalten, jetzt Hilfe annehmen zu müssen, jetzt nicht mehr alles selbst zu können. Aber wenn ich diesen Jesus richtig verstehe, bedeutet es eben auch beides: den Dienst am Nächsten nicht zu vergessen, aber auch, Hilfe zu erbitten und mir dienen zu lassen, Schwäche, Alter, Krankheit anzunehmen und aus den Händen geben zu können, was ich bisher fest im Griff hatte. Auch das bedeutet: tut dies zu meinem Gedächtnis.

    Die Kirche ist nicht die Titanic

    Play Episode Listen Later Apr 1, 2026 4:31


    Kannst Du dich noch an den Film Titanic erinnern? Der war Ende der 1990er Jahre ein Riesenerfolg – obwohl der Ausgang der Geschichte ja absolut vorhersehbar gewesen ist. Der Prager Soziologe und Priester Tomas Halik benutzt in einem seiner Bücher die Geschichte der Titanic, um etwas Wichtiges über die Zukunft unserer Kirche zu sagen. Erstmal glaubt er, dass die Kirche eine Zukunft hat – trotz aller Probleme aktuell. Doch sie muss ihre Gestalt ändern – und da kommt der Vergleich mit der Titanic ins Spiel. Wir diskutieren ja auch in der deutschen Kirche leidenschaftlich über Strukturmaßnahmen. Da sagt er: Alles gut und schön und auch notwendig. Aber: Maßnahmen wie das Zusammenlegen von Pfarreien, den verstärken Einsatz von ausländischen Priestern erinnern ihn an das Hin- und Herschieben der Liegestühle auf der Titanic. Er möchte weder eine billige Modernisierung der Kirche noch eine Flucht in die Vergangenheit. Wird also unsere Kirche komplett versinken? Nein! Eine bestimme Gestalt von Kirche wird untergehen, aber auch in ihrer gegenwärtigen Gestalt gibt es viele Schätze, die auf eine andere Gestalt von Kirche gerettet und umgeladen werden müssen. Ich finde es wohltuend, dass Tomas Halik deutlich die Probleme anspricht, keine einfachen Lösungen verspricht und trotzdem nicht verzweifelt. Das Werden der neuen Gestalt der Kirche setzt er in Verbindung mit dem Osterfest, das wir ja diese Woche feiern. Er ist überzeugt: Die Erneuerung der Kirche ist vor allem die Erneuerung des Glaubens und eine Erneuerung des Begreifens, Durchdenkens und der Ausdrucksformen des Glaubens. „Seht, ich mache alles neu“ – dieses Zitat aus der Offenbarung des Johannes ist die Zusage Gottes an uns und unsere Kirche. Wir brauchen keine Angst vor Veränderungen zu haben. Jesus ist am Karfreitag gestorben – und gegen jede menschliche Wahrscheinlichkeit ist er wiederauferstanden. Auch manches an unserer Kirche wird vergehen – aber wir alle haben die Hoffnung auf die Auferstehung – anders als bei der Titanic wartet am Ende auf uns nicht der Eisberg, sondern Ostern und das Ewige Leben. Das ist doch mal eine Aussicht!

    Die Passion in ungewöhnlicher Form

    Play Episode Listen Later Mar 31, 2026 4:52


    Als erstes gibt es die Einladung, in ein Labyrinth zu gehen. In Bögen laufen, die scheinbar nicht enden. Dann führen sie zur Mitte und dann wieder nach draußen. Dieses Labyrinth ist der Beginn eines erstaunlichen Abends in einer Kolumbariumskirche:Danach die Erlaubnis, in den sakralen Kirchenraum einzutreten, der in durchleuchtend gläserne Tore eröffnet wird. Und dann große, längliche Schiefertafeln und Kreide und die Aufforderung, eigene Zweifel an Gott und am Glauben aufzuschreiben. Zunächst schüchternes Umschauen, machen es die anderen auch? Ja, sie schreiben. Dann werden die Tafeln in den Mittelgang gelegt und manchmal fallen sie auch mit großem Getöse auf den Boden und zerspringen. Und dann ein Wechsel von Pantomime, Musik, Gesang, Licht und Dunkelheit, Ergriffen sein und auch erschrocken. Der darstellende Pantomime stellt Szenen aus der Passion Jesu nach und manchmal war ich, ob der Dringlichkeit der Darstellung so erschrocken, dass ich mich hinter meinem, vor Mitsitzenden versteckt habe, um nicht hinsehen zu müssen. Ganz vieles hat sich mir trotzdem aufgedrängt: die Szene vor dem hohen Rat, in der aus dem Off die ganzen heutigen Vorwürfe an Jesus hineingerufen werden und dem schrillen Wort auch blendend weißes, wie hineingeworfenes Licht das Erschrecken deutlich machen. Und dann das Verstrickt werden Jesu in innere Zweifel und Ängste am Ölberg und das Hängenbleiben in diesen gespannten Seilen der Angst, in denen er sich immer schneller und immer enger verheddert. Und dann den Kreuzweg. Der Pantomime lädt sich all die im Mittelgang liegenden Tafeln mit unseren Zweifeln und Ängsten auf und das kann gar nicht gut gehen und er fällt und es scheppert und man ahnt, eigentlich ist das das Ende. Ist es aber nicht. Und sehr erleichtert erahnen alle nach Musik und Gesang und leuchtendem Auf und Ab, kommt der eben Gefallene und nimmt zwei an der Hand und sie gehen nach Emmaus, erzählen von brennenden Herzen und hoffen sehr, selbst aufzubrechen und Licht zu werden. Vielleicht schaffen Du und ich in dieser besonderen Woche, das Geschehen von damals auch anders zu erleben und in Licht umwandeln zu lassen. Von IHM.

    Neu anfangen

    Play Episode Listen Later Mar 30, 2026 3:43


    Seit fast 40 Jahren gibt es vor Ostern und Weihnachten die Nacht der Versöhnung hier in Olpe. Als Bußgottesdienst hat sie immer das Anliegen, den Teilnehmenden einen Rahmen zu bieten, um sich mit der eigenen Schuld, mit persönlichen Fehlern oder Schwächen, mit den Brüchen des Lebens auseinanderzusetzen. Gleichzeitig möchte sie aber auch den Raum öffnen neu anzufangen, umzukehren, sich mit sich selbst und/oder dem anderen zu versöhnen. Und sie möchte die Möglichkeit bieten, alles Schwere in Gottes Hände zu legen, um seine Unterstützung für den Neuanfang und Vergebung zu bitten.Und dieser Abend heute steht unter dem Thema: Neu anfangen. Die Nacht der Versöhnung lädt ein, die Blickrichtung zu wechseln, zu schauen, wo man auf andere zugehen kann, an welchen Stellen man das Gespräch suchen und versuchen kann, die Position des Anderen zu verstehen, ohne sich ihr anschließen zu müssen und gleichzeitig selbst bereit zu sein, die Hand, die jemand anderes mir reicht, zu ergreifen, das Gesprächsangebot zu nutzen, nicht mehr kompromisslos auf der eigenen Sichtweise zu beharren und nur die persönlichen Interessen in den Mittelpunkt zu stellen.Nach dem Bußgottesdienst um 19:30 Uhr, der immer wirklich unter die Haut geht, gibt es die Möglichkeit, einen Einzelsegen zu empfangen oder ein Beicht- oder Lebensgespräch zu führen. Bei Tee und Gebäck sind dann alle Teilnehmenden eingeladen miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Vielleicht ist das eine gute Idee für die eine oder den anderen von Euch, die Karwoche mit diesem besonderen Abend zu beginnen und ihn ganz bewusst nochmal als einen Neuanfang zu setzen für diese unglaubliche Woche, die mit Jesu Abendmahl mit seinen Jüngern beginnt, mit Verrat, Verzweiflung, Verurteilung und Tod weitergeht und nach Todesnacht und allem Nichtwissen in der strahlenden Auferstehung Jesu mündet.

    Begegnungen können etwas verändern

    Play Episode Listen Later Mar 29, 2026 4:18


    Manchmal ist man ahnungslos und dann passiert einfach etwas. Der Palmsonntag ist ein Tag, liebe Hörerinnen und Hörern, an dem wir an den Beginn der Passion Jesu denken, an den Weg, den er geht, getragen von Liebe und Verantwortung. Und auf diesem Weg begegnen auch wir ihm als Menschen, vielleicht etwas ahnungslos, wie zufällig in unserem Leben. Und gerade in diesen Begegnungen kann sich etwas verändern.Da sind zwei Ahnungslose, die Jesus heute begegnen: Simon von Cyrene, ein Mann, der gerade von der Arbeit kam, müde und erschöpft. Er wurde gezwungen, das Kreuz eines anderen zu tragen. Er wollte nicht, aber er hatte auch keine Wahl. Und doch erwuchs aus dieser zufälligen Begegnung etwas Neues. Simon musste ein Stück des Weges gehen, anfangs widerwillig, später vielleicht mit innerer Freiheit. Diese Begegnung hinterlässt Spuren, sie wird erinnert und weitergegeben. Die Erinnerung ist sogar so stark, dass wir heute noch die Namen seiner beiden Söhne Alexander und Rufus kennen.Auch ein anderer Zeuge, ein Hauptmann, dem die Geschichte den Namen Longinus gegeben hat, begegnet dem Leidenden auf diesem Weg, ein Soldat gewohnt an Härte und Gewalt. Er wird plötzlich still. "Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn", sagt er dann. Ein Moment der Erkenntnis mitten im Alltag, im scheinbar Gewöhnlichen.Beide, Simon und Longinus, sind ahnungslose Zeugen. Sie wollen nichts Besonderes tun. Und doch begegnet ihnen das Besondere, der Besondere. Begegnungen, die herausfordern, die auf dem Weg rufen, auch wenn wir es nicht geplant haben.Palmsonntag, der heutige Tag, erinnert uns daran: Wer dem Weg folgt, begegnet oft Herausforderungen oder Kreuzen. Aber gerade auf diesem Weg kann das Herz geöffnet werden. Wo entdecke ich den Sohn Gottes? Vielleicht nicht im großen Zeichen, sondern in den unerwarteten Begegnungen, in den Menschen am Rand des Weges.Und so lädt uns heute der Palmsonntag ein, genau hinzuschauen, wahrzunehmen, mitzugehen. Denn Zufall gibt es bei Gott ja nicht. Alles kann zu einer Begegnung werden, die unser Herz verändert. Eine solche Begegnung wünscht euch Stefan Wißkirchen, Hochschulpfarrer in Düsseldorf.

    Liebe hat mehr Recht als Hass

    Play Episode Listen Later Mar 28, 2026 4:04


    Morgen beginnt die Karwoche, eine Zeit, die uns an das erinnert, was Menschen als Dunkelstes tun können. Der Schriftsteller Max Frisch hat einmal ganz hart formuliert: "Gesetzt den Fall, Sie haben noch keinen umgebracht. Womit erklären Sie sich das?" Ein unbequemer Gedanke, der uns aus der Komfortzone holt. Denn er erlaubt uns nicht, Gewalt immer nur bei den anderen zu verorten, bei den Fanatikern, bei den Tätern, die in den Nachrichten kommen, bei denen, die die großen Konflikte dieser Welt lenken. Max Frisch hat nach dir gefragt, nach dem, was in dir steckt, und auch natürlich in mir.Wir Menschen reden gern davon, das Gute zu wollen, und doch kennen wir alle dunkle Regungen, verletzten Stolz, Machtfantasie, Rivalität und ab und an auch Rache. Die kleinen Kriege im Alltag, in Worten und im Schweigen, in der Kälte, sie zeigen uns, Gewalt beginnt selten mit der Faust, sie beginnt in deinem Herzen.Die Bibel ist da erstaunlich ehrlich, sie verschweigt nicht, wozu wir Menschen fähig sind, auch im Namen Gottes, Menschen, die überzeugt sind, im Recht zu sein, die nicht ertragen, dass jemand anders glaubt, denkt oder hofft. Hass, Verleumdung und Gewalt, sie gehören zur Geschichte der Menschheit und auch zur Geschichte des Glaubens. Und sie sind, weiß Gott, nicht eine ferne Vergangenheit. Deshalb brauchen wir christliche Hoffnung, die nicht naiv sein will.Die Mystikerin Madeleine Delbrêl sagt: "Der Christ liebt niemals christlich, wenn er das Böse außer Acht lässt." Liebe heißt nicht, das Dunkle zu verdrängen, sondern ihm etwas entgegenzusetzen. Vielleicht beginnt der Friede genau hier, indem ich mir eingestehe, wozu auch ich manchmal fähig wäre und mich trotzdem immer neu für einen anderen, einen neuen Weg entscheide: für das Wort statt der Härte, für Vergebung statt Vergeltung, für die leise, aber starke Hoffnung, für die auch diese Karwoche stehen wird.Die Liebe hat am Ende mehr Recht als der Hass.

    Frieden beginnt im Kleinen

    Play Episode Listen Later Mar 27, 2026 4:05


    Wir sind mitten im Krieg, wir und unsere betroffenen Brüder und Schwestern in der Ukraine, im Jemen, in Syrien, Iran, Gaza, Mali, Nigeria, Kamerun, Kongo, Burundi, Äthiopien.Viele dieser Kriege und kriegerischen Auseinandersetzungen gehen seit Jahren und oft ist einfach kein Ende abzusehen. Städte und Dörfer werden sinnlos zerstört, jegliche Infrastruktur wird über Jahre unbrauchbar gemacht, unsinnige, grausame Gewalt wird ausgeübt, Menschen bedroht, beleidigt, gefoltert, getötet. Warum das alles? Jeder weiß, dass Kriege keinen Frieden bringen und besiegte Völker niemals Ruhe geben werden, bis das Unrecht beseitigt wird. Meine Oma Katharina, die sich ja im Nachkriegsdeutschland auf der eingesperrten ostdeutschen Seite wiederfand, hat immer wieder ein sehr markantes Sprichwort gesagt: "Unrecht Gut gedeihet nicht und kommt nicht in die dritte Generation." Da man früher pro Generation 20 Jahre gerechnet hat, ist das mit der DDR genauso gekommen: Nach zwei Generationen war das Unrechtsregime am Ende und die Menschen haben sich darum gekümmert, dass aus zwei Teilen wieder ein Land wurde.Was in der großen Politik gilt, gilt aber auch im normalen Zusammenleben der Menschen. Es gibt ungerechte Strukturen, ungerechte Gesetzeslagen, ungerechte Verteilung der Güter, Vorurteile und Negativberichte. Die großen Kriege beginnen mit den vielen kleinen Streitereien und Ungerechtigkeiten, dem Streben nach Macht und Einfluss und dem Runtermachen und Kleinhalten der anderen.Die geforderte Umkehr dieser Österlichen Bußzeit beginnt genau dort: bei uns selbst und unseren eigenen Möglichkeiten: Streit beenden, Frieden untereinander halten, die Schwachen unterstützen, die Kranken besuchen, sich um die Fremden kümmern, die Nachbarschaft pflegen, sich den eigenen Verwandten nicht entziehen, am Arbeitsplatz fair miteinander umgehen.Mit den vielen Kriegen in der Welt fühlen wir uns häufig klein und ratlos und hilflos. Krieg beginnt im Kleinen, aber auch Frieden beginnt im Kleinen, im täglichen Engagement und Einsatz füreinander in der einen Welt, mit den nahen und den fernen Geschwistern.

    Frühmorgens in St. Martinus

    Play Episode Listen Later Mar 26, 2026 3:59


    Unser Konvent San Damiano hier in Olpe ist genau neben der Martinuskirche. Und manchmal übernehmen wir den Dienst, morgens die Kirche auf und abends abzuschließen. So war das auch dieser Tage. Also bin ich in der Frühe durch die Sakristei gegangen, habe an der metallenen Tafel die angezeichneten Knöpfe gedrückt, die die Beleuchtung anmachen. Dann gehe ich durch die Kirche, um an verschiedenen Stellen Kerzen anzuzünden. Beim Eingang gleich links, vor einem Bild, dann um die Ecke, wo ein stilisierter Mensch die Kerze auf einer Schale über dem Kopf trägt, dann an einer Schale, die Teelichte bereithält, die angezündet werden können im Gedenken an alle Opfer des Ukrainekrieges. Im Februar 2022, zu Beginn dieses Krieges, ist dieser Ort geschaffen worden, um miteinander für die vielen Opfer und betroffenen Familien um ein Ende zu beten.Dann geht es weiter mit einer Kerze vor einer schönen Madonna mit dem Kind, das mit dem Licht sehr schön in Szene gesetzt wird. Dann führt mich mein Weg nach hinten in die eine Seitenkapelle, in der ein Tabernakel mit dem Allerheiligsten steht, der angeleuchtet und mit zwei großen Kerzen in Szene gesetzt wird. In dieser Kapelle ist auch das Grab unserer Gründerin und so bleibe ich einen Moment und bitte sie in einigen Anliegen unserer Gemeinschaft.Dann gehe ich in die andere Seitenkapelle, in der ein Bild der Schmerzhaften Mutter Maria mit dem Kind verehrt wird. Und hier muss ich erst ganz viele ausgebrannte Teelichte wegräumen und eine große Kerze anzünden. Diese Kapelle ist die am meisten besuchte in der Kirche. Da sind immer Leute im Gebet vertieft und es werden immer viele Kerzen angezündet. Hier kommen die Ahnung und das Wissen der Menschen zusammen, dass diese Frau, die selbst so viel Schmerz und Leid erlebt hat, sie und ihre Anliegen versteht, zuhört und sie tröstet. Auf der Bank vor dem Bild klebt ein Gebetstext. Oft kommen die Menschen mit ihren Anliegen, wissen aber nicht, wie und was sie beten können. Da ist es eine große Hilfe, einen vorformulierten Text zu haben.Und jetzt muss ich mich beeilen, weil jemand an der Tür rüttelt und reingelassen werden möchte. Es ist ein junger Mann mit Schülerrucksack und er geht sofort zur Kapelle mit dem Muttergottesbild, zündet ein Teelicht an und ich merke ihm an, dass er ein Anliegen hat. Vielleicht hat er heute eine Prüfung.

    Auf die Zusagen Gottes setzen

    Play Episode Listen Later Mar 25, 2026 4:22


    Neun Monate vor dem Fest der Geburt des Herrn wird das Fest der Verkündigung gefeiert: der Tag, an dem der Engel zu Maria gesandt wurde und ihr verkündete, dass sie zur Mutter des Messias, des Gottessohnes, erwählt war. Der Engel begrüßt Maria als die "Begnadete" – also von Gott besonders Ausgewählte und darüber erschrickt sie sehr. Und sie überlegt sehr gründlich, was das denn zu bedeuten hat.Dann wird ihr angekündigt, dass sie den Sohn Gottes zur Welt bringen soll, dem sie den Namen Jesus geben soll, der groß sein wird und Sohn des Höchsten genannt werden soll; der, der den Thron des Hauses David übernehmen wird und dessen Herrschaft kein Ende haben wird. Jeder von uns würde verstehen, dass sie von einer solchen Ankündigung wie erschlagen wäre und sprachlos und verwirrt und ängstlich.Aber Maria ist es nicht, sondern fragt in Ruhe nach, wie das geschehen soll, da sie noch nicht verheiratet ist. Der Engel erläutert ihr, dass es keine normal gezeugte Schwangerschaft nach menschlichem Maß sein wird, sondern dass der Geist Gottes mit seiner Kraft in ihr Mensch werden wird und das Kind deshalb heilig und Sohn Gottes genannt werden wird.Und trotz dieser Erklärung gehen der jungen Frau garantiert blitzschnell tausend Gedanken durch den Kopf. Sie weiß genau, dass sie davon kaum jemandem erzählen kann, dass sie ihren Eltern ziemlichen Kummer zumuten wird und ahnt, dass es auch ihr Josef zunächst nicht verstehen wird. Und was noch viel schlimmer ist: Sie weiß genau, wenn ihre Schwangerschaft sichtbar wird, wird sie, weil sie nicht verheiratet ist, nach dem Gesetz gesteinigt, also auf sehr brutale Weise ums Leben gebracht werden.Und trotz all dieser schlimmen Zukunftsaussichten sagt sie dem Engel zu, dass alles nach seiner Ankündigung geschehen soll. Das macht wiederum uns sprachlos, weil wir ein so anderes Marienbild im Kopf haben, das über die Jahrhunderte gepredigt und verkündet worden ist. Sie ist also auf keinen Fall die liebe und brave, demütige und fromme Jasagerin, die ja eigentlich keine Wahl hat. Nein, sie ist eine starke Frau, die tatsächlich mehr den Ankündigungen und Zumutungen dieses Gottes vertraut als den Katastrophen, die das für ihr eigenes Leben mit sich bringen könnte. Und viele von uns, die die vielen schlimmen Episoden aus dem Leben Marias kennen, ahnen das auch. Und Magd des Herrn heißt in diesem Fall, dass sie ihr Leben auf die Zusagen Gottes setzen will, egal was kommt. Das ist nicht das schlechteste Vorbild.

    Eine kleine Veränderung

    Play Episode Listen Later Mar 24, 2026 3:50


    Am Wochenende war ich zu einer Tagung zum 800-jährigen Gedächtnis an den heiligen Franziskus. In dem Bildungshaus war ich noch nie und als ich nach dem Einchecken aus dem Fenster meines Zimmers geschaut habe, war ich hin und weg. Ein schöner Frühlingsmittag mit blauem Himmel und weißen Wolken und beginnendem Grün an den Bäumen und Hecken. Und ein unglaublicher Weitblick hat mir gut sichtbar, den Kölner Dom und den Fernsehturm gezeigt, der ungefähr 17 Kilometer von hier entfernt ist. Und dann, als ich staunend nur ein bisschen weiter nach links geschaut habe, habe ich einen Riesenwohnpark gesehen, der ein bisschen wie eine große Burg aussieht und Wohnraum in 700 Wohnungen bietet.Manchmal braucht es also nur eine kleine Veränderung, um etwas völlig Neues zu sehen und den Focus ebenso zu ändern. Das eine war der Blick auf den Dom, der zur Ehre Gottes gebaut worden ist und sogar aus solcher Entfernung gut zu sehen ist. Und das andere sind die Wohnungen für viele Menschen, die dicht an dicht zusammen oder nebeneinander leben und so verschieden sind, wie Menschen verschieden sein können. Und so, am Fenster stehend, war es mir sehr leicht, dann später die Vesper zu beten und zur Ehre Gottes die Anliegen der Menschen, die man so ahnt, mit ins Gebet zu nehmen.Ein Teil der Tagung ging um den Lobgesang der Kreaturen des Franziskus und dort spiegelt sich, also schon vor mehr als 800 Jahren, diese Gebetsweise wider. Die Geschöpfe werden aufgefordert, unentwegt das Lob Gottes zu singen im Schein von Sonne, Mond und Sternen, im Wesen der Elemente von Feuer, Wasser, Luft und Erde und am Ende auch in den Menschen, die Krankheit ertragen und Drangsal, die vergeben und verzeihen und die den Tod als Schwester begrüßen, die uns am Ende im Empfang nehmen wird, wenn wir unser Leben hier zu Ende gebracht haben. Mit einem aufmerksamen Herzen ist Beten leichter, weil die Themen auf dem Weg, oder wie in meinem Fall, direkt vor dem Fenster ausgebreitet liegen.Also mein Gebet in diesen Morgen mit Dir: Sei gelobt mein Herr mit allen Deinen Geschöpfen. Amen.

    Lerchen- oder eher Eulentyp?

    Play Episode Listen Later Mar 23, 2026 4:27


    Morgens um diese Zeit sind sie immer zu hören. Von überall her erklingt der Gesang der vielen Vögel und ihr freundliches Gezwitscher. Ist Dir schon einmal aufgefallen, dass unsere Singvögel in der Zeit vor dem Sonnenaufgang besonders aktiv sind? So als würden sie bereits erahnen, dass gleich die Sonne mit ihrem Licht erscheint und dem Tag seine Farbe gibt. Tatsächlich gibt es so etwas wie eine Vogeluhr, so wie wir Menschen auch unsere biologische Uhr haben. Manche Menschen sind Frühaufsteher und werden dann als Lerchentypen bezeichnet und die, die erst im Laufe des Tages wach werden und am Abend zur Hochform auflaufen, nennt man Eulentypen. Die Vogeluhr orientiert sich am Sonnenaufgang. Warum die Vögel morgens vor Sonnenaufgang singen, das hat ganz verschiedene Gründe. Einige wollen mit ihrem Gesang beeindrucken, die Vogelmännchen vor allem die Vogelweibchen. Andere hingegen tun dies vor allem zur Revierabgrenzung. Aber interessant ist, dass nicht alle Vögel gleichzeitig singen. Es gibt eine klare Reihenfolge. Als erstes wird die Nachtigall aktiv, meist schon 1 ½ Stunden vor Sonnenaufgang. Die Amsel beginnt eine Stunde, bevor der Tag anbricht. Zu den letzten Vögeln gehören Star und Buchfink. Warum beeindruckt mich das so? Offensichtlich gibt es auch bei Vögeln klare Regeln oder eine Ordnung der Kommunikation. Wir Menschen reden oft einfach durcheinander, hören gar nicht aufeinander. Und manchmal ist es uns auch einfach egal, was der andere zu sagen hat. Manchmal kommt es mir wie ein unerträgliches Durcheinandersabbeln vor. Vielleicht können wir das von den Vögeln lernen, dass wir nicht einfach durcheinanderreden, sondern zunächst dem anderen zuhören. Das spannende dann ist, wenn wir nicht mit unserem geplanten Beitrag weitermachen, sondern tatsächlich auf die Worte der anderen reagieren. Manches Gespräch läuft dann anders und wird ruhiger und sachlicher. Und nochmal zur Chronobiologie von uns Menschen. Wenn Du ein Lerchentyp bist, geht also das Gebet eher am Morgen und bringt den beginnenden Tag und alles, was so kommen wird vor Gott. Und wenn Du ein Eulentyp bist, dann ist es für Dich einfacher, am Abend zu beten und den Tag vor Gott zu bringen. Tu es, wie es dir entspricht und stimme ein in das unaufhörliche Gebet der Menschen vor Gott. Jeden Tag. 

    Gott kann nichts tun, oder?

    Play Episode Listen Later Mar 22, 2026 4:07


    Freiheit erlangen durch Fasten. Freiheit haben – ist das schon Frieden? Oder ist Freiheit die Grundlage für Frieden?  Wenn Menschen mir erzählen, dass sie für bestimmte, ganz konkrete Ereignisse beten, dann kann ich das oft nicht verstehen. Was soll Gott denn machen? Er greift einfach nicht pauschal und platt ein. Kann er nicht. Wegen mir. Wegen dir. Wegen uns. Weil er will, dass wir frei sind.  Frei sein bedeutet eben immer, die Wahl haben. Aber ich glaube auch, dass Gottes Freiheit, die er mir geschenkt hat, eben mehr ist. Mehr als bloße Entscheidungsfreiheit. Eine Freiheit, die aus Liebe geschenkt ist, weil Gott für mich der Ursprung des Lebens ist. Freiheit, die Liebe und Leben ermöglicht. Das ist eine schwer zu denkende und vielleicht auch eingeschränkte Freiheit.  Weil, wenn Gott mich echt liebt, so richtig, keine “situationship”, also eine Beziehung, die man nicht so richtig nach außen als solche zeigen will, weil man verdammt unsicher ist, sondern eine echte Beziehung.   Also, wenn das stimmt, dass Gott mich liebt und ich von Anfang an – gewollt, gebraucht und geliebt bin – dann muss Gott seine ganze Macht aufgeben und kann echt nichts tun. Er kann wegen meiner – unserer – Freiheit nicht eingreifen. Ganz egal, wie viel wir beten. Beten ist was ganz anders als Forderungen stellen.  Gott kann nichts tun. Wie Eltern oder Patentanten, die zuschauen, wie ihre Kinder Fehler machen, damit sie wachsen können, sich entwickeln und echt leben…  Dann kann man manchmal eben nichts tun, als mit dem Pflaster in der Hand im Türrahmen warten. Mit Taschentüchern und einem riesigen Becher voller Eis und Esslöffel am Küchentisch sitzen. Oder eben einfach nur eine Hand halten am Krankenbett…  Mehr kann Gott auch nicht mehr tun… wenn er uns echt liebt … aber wie viel mehr kann das sein… als ein blindes Eingreifen und Entscheiden für und über uns…   Freiheit durch Fasten? Freiheit durch Pflaster, Taschentücher, Eiscreme und Dasein…  Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.  

    Die Fastenzeit mit sinnvollen Dingen füllen

    Play Episode Listen Later Mar 21, 2026 4:04


    Zeit - Zeitgeist – Zeitverlust – Zeit verschwenden – Zeit verlieren – Zeit haben – Zeit verschenken – Gute, alte Zeit – Nimm dir Zeit und nicht das Leben – sagt meine Mutter oft.  Jetzt auch noch Fastenzeit… Es ist doch eh schon eine schwere und unfassbare Zeit … oder geht's es uns wirklich zu gut? Immerhin wird ja seit längerem darüber geklagt, dass alle nur noch Teilzeit arbeiten wollen, zu wenig arbeiten oder eben zu viel krank sind. Mit den jungen Menschen heute gewinne man eben keinen Krieg mehr.  Kommt da die Fastenzeit nicht zur rechten Zeit? Ist Fasten nicht bewusstes Verzichten und die Zeit der Entbehrungen, um wieder Kraft zu tanken?  Die Arten zu fasten, werden zahlreicher und immer modernen. Entgiftungskur, Achtsamkeitsübungen, Mediation und Me-Time. Alles nicht mehr peinlich, sondern für die work-life-Balance sogar wichtiger. Nicht nur Burnout, sondern Burnon gegen das Burnout. Aber was dann? - Alles entgiftet, entleert und entlastet.  Fasten bedeutet aber dann diese Leere nicht einfach so hinzunehmen. Das wäre doch auch ein trauriges Ziel. Ein leeres Gefäß zu sein. Fasten bedeutet für mich, leer werden, um sich dann mit den Dingen zu fülle, die wirklich guttun, die wirklich wertvoll sind. Die Dinge zu finden, die mehr sind als wir selbst. Damit wir nicht immer um uns selbst drehen.  Dinge, die uns unbedingt angehen, die uns wirklich bewegen und eine Begegnung mit dem ermöglichen, was Gott im Christentum ist. Liebe, Leben und Wahrheit. Und ganz besonders eben auch Frieden! Den wir gerade so sehr ersehnen.Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.  

    Ein besonderer Bund fürs Leben

    Play Episode Listen Later Mar 20, 2026 4:14


    Vorgestern war ich hier in einem Gymnasium in der siebten Klasse. Eigentlich wollten sie mich im Mutterhaus besuchen und so ein Kloster mal von innen sehen. Aber aus Zeitgründen, weil der Weg doch nicht ganz so kurz ist, bin ich zu ihnen in die Schule gegangen. In der siebten Klasse sind in Religion die Orden dran und so ist das schon toll, wenn man so eine Ordensfrau live und in Farbe mal anschauen und ausfragen kann. Die Schüler waren richtig gut vorbereitet und um die Scheu zunächst ein bisschen zu nehmen, habe ich von mir und meinem Weg ins Kloster und den vielen folgenden Jahren ein bisschen locker erzählt. Und dann prasselten die Fragen zu ganz vielen Themen. Aber besonders waren es Fragen, die sich die Schüler wahrscheinlich selbst stellen. Wie man mit Schwestern umgeht, die einem unsympathisch sind, ob so ein immer gleicher Tagesablauf nicht irgendwann langweilig wird, welche Hobbys ich habe, wohin ich im Urlaub ins Ausland fahre, wie ich mit dem Smartphone umgehe und ob es dazu Verbote gibt, was wir so kochen und ob wir auch Fastfood essen. Und daraus wird dann sehr bald ein gutes Gespräch und zwischendurch mal, weil es heute in den Klassenräumen auf den elektronischen Tafeln möglich ist, ein Blick in die Stundenbuch-App, um zu zeigen, wie wir was beten. Fast ganz am Schluss fiel einem Jungen auf, dass ich einen goldenen und einen schwarzen Ring trage und was das bedeutet. Beim goldenen Ring wussten noch die meisten, dass es etwas mit einem Bund zu tun hat, wie bei der Hochzeit, und ich konnte ihnen zeigen, dass ein Kreuz eingraviert ist. Und dass dieser Ring bedeutet, bis zum Tod diesen Bund mit Gott und meiner Ordensgemeinschaft treu zu halten. Da ist es ganz still geworden in der Klasse, weil viele schon Erfahrungen gemacht haben, dass solche Gelöbnisse in der Verwandtschaft auch beendet werden und nicht bis zum Tod halten. Und dass der schwarze Ring ein Solidaritätsring mit den Armen im Nordosten Brasiliens ist, das fanden sie echt gut. Nach solch intensiven 90 Minuten hoffe ich immer, dass etwas hängen bleibt bei den jungen Leuten und dass diese Art zu leben, etwas mit der Liebe zu Gott und den Menschen zu tun hat. 

    Sei wie Josef

    Play Episode Listen Later Mar 19, 2026 4:20


    Die österliche Bußzeit wird durch zwei große Feste unterbrochen: das Fest des Heiligen Josef und das Fest der Verkündigung des Herrn. Heute feiern wir mit der Kirche das Fest des Heiligen Josef.Über die Rolle des Heiligen Josef, des Nährvaters Jesu, ist schon immer viel geschrieben und gesagt worden. Weil Menschen Verstehen möchten was das für ein Typ war. - Der mit beiden Beinen in der Realität seiner Zeit steht, als Handwerker seine Passion ausübt und sein Brot verdient, und dann aber so ganz unlogische Sachen macht: - er hört auf seine Träume und glaubt, dass es Gottes Wille ist, seine Verlobte nicht zu verstoßen, sondern sie zu heiraten, obwohl sie ein Kind von einem anderen bekommt- er springt spontan auf, als ihm im Traum der Befehl zur Flucht gegeben wird und er Frau und Kind und das Nötigste zusammenpackt und nach Ägypten aufbricht- er kehrt, wieder auf Weisung eines Traumes, nach Israel zurück und lebt sein normales Handwerkerleben weiter- und er quält sich drei Tage durch Jerusalem um Jesus wiederzufinden, der ihm dann auch noch Vorwürfe macht, warum er ihn denn gesucht habe.Und wir würden gern wissen, was er selbst dazu gesagt hat. Aber in der Bibel steht dazu nicht ein Wort. Da ist also einer, der zum Mitwisser der größten Geheimnisse Gottes wird und er kommentiert es nicht, er lamentiert nicht, er berät sich nicht mit anderen und hält keine Vorträge. Er tut. Seine Berufung ist es, am Werk Gottes für die Menschen mit zu arbeiten. Nicht mehr. Und schon gar nicht weniger. Viele Ordensgemeinschaften stehen unter seinem Patronat, auch wir als Olper Franziskanerinnen. Unsere Gründerin hatte so volles Vertrauen in den heiligen Josef, dass sie ihn in vielen Notlagen und Problemen um seine Hilfe gebeten hat. Darin hat sich ihr ziemlich grenzenloses Gottvertrauen gezeigt. Und aus Dankbarkeit hat sie bestimmt, dass alle Schwestern diesen Namen tragen werden. Ich heiße mit vollem Namen: Schwester Maria Katharina vom heiligen Josef. Das ist also Programm genug: sich engagieren, anpacken und tun.  

    Trotz Krisen: Auf Gott vertrauen!

    Play Episode Listen Later Mar 18, 2026 4:40


    In vielen Klöstern und Konventen und Häusern von franziskanischen Menschen weltweit, hängt das Kreuz von San Damiano. Es sind Nachbildungen des Originals, das in Santa Chiara in Assisi hängt. Es ist ein Tafelkreuz, wie es das in den Jahren um 1200 in Italien nicht selten gegeben hat. Wir haben diese Art Kreuze in den Zimmern hängen und auf dem Flur und im Wohnzimmer. Und manchmal bleibe ich davor stehen und kann immer wieder Dinge entdecken, die darauf dargestellt sind. Das schwarze Grab hinter den Armen des Gekreuzigten zum Beispiel. Es ist leer und weist unmissverständlich daraufhin, dass der Gekreuzigte nicht mehr darin liegt. In den Evangelien der Ostertage werden wir immer wieder davon hören und ich bekomme ehrlich gesagt, nie genug davon, wenn die Engel sagen: „Was sucht ihr den der lebt, bei den Toten? Er ist nicht hier. Er ist auferstanden.“In den schwierigen und zum Teil unmöglichen Situationen, in denen die Welt zurzeit steht, bekomme ich echt die Krise. Ein Präsident, der ein Land bombardieren lässt, einfach so, ohne auf Diplomatie und Menschenrechte zu achten. Ein Wahlverlierer, der komische Forderungen an den Sieger stellt. Eine Kirche, die immer erst nach und nach die Missbrauchsvorwürfe zugibt und immer neu Entsetzen auslöst. Es ist eine Fastenzeit, die mich immer neu herausfordert zu schauen, was kann ich tun, was muss ich ändern, was fordert mich heraus. Und manchmal geht mir da echt auch die Puste aus und ich wünschte mir, Ostern wäre morgen oder spätestens am nächsten Sonntag. Aus dem Buch Jesaja stammt der heutige Lobgesang und heißt: "Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. Meine Seele soll jubeln über meinen Gott. Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit, Denn wie die Erde die Saat wachsen lässt und der Garten die Pflanzen hervorbringt, so bringt Gott, der Herr, Gerechtigkeit hervor und Ruhm vor allen Völkern."Und auch diese Verse sind aus Zeiten, in denen Krise auf Krise gefolgt ist und das Volk kaum noch auf Gott und seine Verheißungen hoffen konnte. Aber ein kleiner Teil hat immer weiter geglaubt und vertraut und gehofft. Seien wir heute dieser, vielleicht gar nicht so kleine Teil derer, die ihr Vertrauen auf den Gott setzen, der die Toten aus dem Grab holen und seine Gerechtigkeit vor allen Völkern zeigen wird.

    Glaubensvermittlung in der Familie ist wichtig

    Play Episode Listen Later Mar 17, 2026 4:07


    Am Wochenende war eine Gruppe elf bis dreizehnjährige Mädchen mit mir im Mutterhaus zu einem gemeinsamen Erleben in der Fastenzeit. Und dann haben wir unter anderem ein Fastenzeit- und Osterquiz gemacht mit immer drei bis vier Antwortmöglichkeiten. Manches ernsthaft, manches eher witzig, manches religiös und manches auch profan. Und zwei Mädchen waren immer schneller als alle anderen und wussten echt immer fast alles wirklich richtig. Ich war total erstaunt und in der Pause zwischendurch habe ich dann mal gefragt, wieso und woher sie das alles wussten. Na, aus der Schule und von zuhause, war die genauso rasche, fast identische Antwort. Die anderen Mädels, die zum Teil in die gleiche Schule und sogar in die gleiche Klasse gehen, konnten kaum eine Frage beantworten, oder, wenn ich sie animiert habe, doch einfach mal zu tippen, war es meist echt daneben. Mir ist wieder klar geworden, dass Glaubensvermittlung wirklich viel eher zuhause geschieht, oder das zuhause Vermittelte eher in Kopf und Herz bleibt. „Wir machen das doch immer zusammen zuhause oder mit Oma“, sagen die Mädchen: „das Beten, das in die Gottesdienste gehen, am allerliebsten in die Osternacht und die ganzen Sachen mit den Palmsträußen, dem Ostereierfärben, dem Backen und alles, was so dazu gehört.“ Ich hoffe sehr, dass viele Eltern und Großeltern auf dem Schirm haben, dass das so ist und die Dinge, die das liturgische und Kirchenjahreszeitliche Lernen beinhalten, nicht im Alltagsgeschehen untergehen. Beim gemeinsamen Kreuzwegbeten, hinter dem Mutterhaus mit den sehr eindrücklich gestalteten Plastiken, sind dann auch die anderen Teilnehmerinnen aus sich herausgekommen, als es bei jeder Station darum ging, für wen wir, unter dem Eindruck der einzelnen Stationen beten könnten. Da hatte ich zwischendurch Gänsehaut bei den sehr klar formulierten Anliegen und Problemen, die dieser Jesus mit auf seinen Kreuzweg nehmen sollte. „Learning by doing“ heißt es im Englischen: lernen im Tun, ist auch für uns Ältere immer wieder gefragt, damit wir gerade in dieser Fastenzeit nicht vergessen, worum es geht – bei Gott und bei den Menschen. 

    Auf Adlerflügeln getragen

    Play Episode Listen Later Mar 16, 2026 3:55


    Heute gibt es eine Zeile aus dem Buch Exodus aus dem Alten Testament. Da heißt es: "Gott sagt: Ihr habt gesehen, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe." Und wenn wir bedenken, dass die Worte Gottes nicht nur damals vor vielen tausend Jahren sondern auch heute an die gerichtet sind, die auf ihn hören, dann werde ich hellhörig.Viele Menschen haben ein ziemlich anstrengendes und mühsames Leben und plagen sich jeden Tag sehr, um sich und ihre Familien über die Runden zu bringen. Auf Adlerflügeln getragen fühlen sie sich garantiert nicht.Viele Menschen kümmern sich um die Vielen, die in Not sind: um Flüchtlinge und Asylbewerber, um Strafgefangene und Nichtsesshafte, um alle, die durch unser soziales Netz gefallen sind. Und sie wissen oft nicht, wie sie mit der vielen Not klarkommen sollen. Auf Adlerflügeln getragen fühlen sie sich garantiert nicht.Viele Menschen pflegen ihre kleinen Kinder, ihre chronisch Kranken, körperlich und geistig Behinderten und alten Familienmitglieder zu Hause mit viel Liebe und Einsatz, der sie aber oft bis an die Grenzen ihrer körperlichen und seelischen Kraft bringt. Auf Adlerflügeln getragen fühlen sie sich garantiert nicht.Viele Menschen engagieren sich in ihrer Kirche und müssen immer wieder damit klarkommen, dass alle Sünden und Fehler Einzelner immer allen angelastet werden und auch damit, dass sie als Frauen, als Laien, als Nichtgeweihte wenig Chancen haben, etwas in dieser, ihrer Kirche zu verändern. Auf Adlerflügeln getragen fühlen sie sich garantiert nicht.Und doch und trotzdem und gerade deshalb gibt es diese Zusage Gottes an Sein Volk: "Ich habe Euch auf Adlerflügeln hierher zu mir getragen. Ihr werdet unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein." Es kann ein Trost, eine Hilfe, eine Motivation sein, wenn ich weiß: In all meiner Mühe und Sorge, in all dem, was mir mein Leben gerade nicht einfach macht, sagt mir Gott zu, dass er in meiner Nähe ist, mich in meinen schwierigen Zeiten nicht verlässt und auf mich achtet, weil ich zu ihm gehöre.  

    Lacht Gott?

    Play Episode Listen Later Mar 15, 2026 4:58


    "Der Name der Rose" von Umberto Eco, ein wirklich großartiges Buch, eine Geschichte, die in einem abgelegenen Kloster in Norditalien spielt. Mordfälle, geheimnisvolle Bibliotheken, ein blinder Mönch, der einen besonderen Schatz hütet, ein Buch über die Komödie des Aristoteles. Für Jorge de Burgos, diesen Bibliothekar, ist Freude etwas unglaublich Gefährliches.Heute, am Laetare-Sonntag, soll aber schon ein bisschen österliche Freude in unsere triste Fastenzeit hineinfallen. Das wäre für ihn, für diesen Jorge de Burgos blasphemisch gewesen. Er vergiftet Bücher und will lieber die Freude zerstören, als dass jemand anderer Freude hat. Am Ende brennt die ganze Bibliothek und mit ihr das Kloster. Die beiden anderen Mönche William und Adson entkommen, doch die sorgfältig geplanten menschlichen Strukturen zerfallen.Lacht Gott? Jorge de Burgos hat das bezweifelt. Hier lacht Gott auch nicht. Es ist ein Bild für das, was passiert, wenn Menschen zu eng, zu ängstlich und zu egoistisch planen. Wenn Freude, Humor, Vertrauen und Großzügigkeit fehlen, dann endet menschliches Handeln viel zu oft in Zerstörung. Ganz anders schaut die Geschichte vom Turmbau zu Babel aus. Menschen wollten sich selbst groß machen, einen Namen erlangen, den Himmel stürmen. Sie planten, sie verwirklichten sich selbst und scheiterten. Hier wird sichtbar, dass Gott durchaus Humor hat. Er lässt die Menschen stolpern, weil sie alles zu ernst nehmen, alles allein schaffen wollen und er zeigt auf spielerische Weise, dass die Welt viel größer ist als unsere Pläne.Das Lachen Gottes ist ein Symbol für Freiheit, für Überraschung, für die Möglichkeit, dass aus Fehlern etwas Neues entstehen kann. Darin steckt eine wunderbare Einladung. Wir dürfen planen, handeln und streben. Aber wir sollten immer bereit sein, dass Gottes Wege anders verlaufen, dass Humor, Freude und Unerwartetes Teil des Lebens sind. Wo wir zu engstirnig handeln, kann es zerstörerisch enden. Wo wir offenbleiben, kann selbst das Scheitern zu Wachstum und Neubeginn führen.Der Mensch plant und Gott lacht. Ein Lachen, das nicht spottet, sondern Freude ist, das erinnert, wir sind ein Teil von etwas Größerem und darin liegt Freiheit, Lebendigkeit und gerade nach einem Fall die Chance für Neubeginn. Wie ist das in diesen letzten Wochen der Fastenzeit? Es lohnt sich sicherlich noch einmal einen Blick genau darauf zu werfen. Wo kann ich jetzt neu beginnen? In der Kraft und im Segen Gottes, weil Gott zumindest manches Mal über mich schmunzelt. Auslachen, das tut er natürlich nicht, aber er freut sich mit mir und den Chancen des Neubeginns.

    "Live long and prosper"

    Play Episode Listen Later Mar 14, 2026 3:40


    Hier im Domradio in Köln, vielleicht wusstet ihr das noch gar nicht, gibt es unheimlich viele Fans der Fernsehserie Star Trek. Ich bin jetzt selbst nicht so der riesen Fan, aber eine Figur in der alten Serie fand ich immer schon richtig faszinierend und ihr ahnt es schon, es ist Mr. Spock der Vulkanier. Und immer, wenn der auf Menschen und auf andere Lebewesen trifft, dann erhebt er seine Hand in einem merkwürdigen Segensgestus und sagt: „Live long and prosper“, lebe lang und in Frieden.Was viele auch nicht wissen: Dieser Gruß ist eigentlich ein Segen. Leonard Nimoy, der Darsteller von Mr. Spock, kannte ihn aus seiner jüdischen Kindheit. Es ist der aaronitische Segensgestus. Die gespreizte Hand formt den hebräischen Buchstaben Shin, ein Zeichen für einen der Namen Gottes, Shaddai, der Allmächtige. Ein uralter Segen, der seinen Weg in die Popkultur gefunden hat. Und genau diesen Segen hören wir in der Bibel, im Buch Numeri: „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr, lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende dir sein Angesicht zu und schenke dir Frieden.“Dieser Buchstabe Shin steht also mehr als nur für ein Zeichen. Er erinnert auch an Shalom, den Frieden, der mehr ist als Ruhe oder Streitlosigkeit. Er erinnert aber auch an Schomer, das hebräische Wort für Hüter, Gott, der uns behütet, der uns schützt, der uns nicht loslässt.Gerade in diesen Frühlingstagen spüren wir vielleicht: Wir brauchen diesen Segen, dass Gott mit uns geht, dass er immer wieder sagt: Ich bin da, ich wache über dich und ich gehe mit dir. Und so können wir diesen Segen von Mr. Spock in unseren Alltag hineintragen, indem wir ihn uns nicht nur von Gott zusprechen lassen, sondern ihn vor allem anderen zusprechen: Du gehst nicht allein, du bist behütet, und über deinem Leben liegt ein Segen.

    Werkzeug Gottes

    Play Episode Listen Later Mar 13, 2026 3:57


    Manchmal hört und liest man ja in Gottesdiensten oder geistlichen Texten Formulierungen, die kaum noch jemand versteht, weil man die Hintergründe nicht mehr weiß und die Wortwahl sehr fremd und unverständlich klingt.Im Jubiläumsjahr unserer Ordensgemeinschaft 2013, als wir 150 Jahre Franziskanerinnen von der Ewigen Anbetung gefeiert haben, wurde unter anderem ein immerwährender Kalender erstellt und alle Schwestern unserer Gemeinschaft weltweit haben ihn bekommen. Darin haben wir Fotos aus unseren Provinzen in Deutschland, Brasilien, den USA und den Philippinen und alle paar Tage ein Wort, ein Zitat von unserer Gründerin Mutter Maria Theresia Bonzel abgedruckt. Dieser Tage habe ich da gelesen: "Gott hat uns in seinen Dienst genommen. Lasst uns bereitwillige Werkzeuge in seiner Hand sein, damit er uns zu seiner Ehre benutzen kann."Das Wort stammt aus einem ihrer vielen Briefe an die Schwestern. Wenn ich mal von der etwas verstaubten Sprache absehe, wird ihr Denken schon deutlich. Sie ist überzeugt, dass Gott sich Menschen erwählt, damit sie in seinem Namen, an seiner Stelle für ihre Mitmenschen sorgen und sich um die kümmern, die es notwendig brauchen – damals die Waisenkinder und die Kranken. Werkzeug in seiner Hand zu sein klingt in meinen emanzipierten Ohren nicht gerade erstrebenswert und benutzt zu werden als bereitwilliges Werkzeug schon gar nicht. Benutzt mich Gott zu seiner eigenen Ehre?Ich weiß nicht, wie es für Dich klingt. Ich denke, wir müssen solche Sätze in unser heutiges Denken übersetzen. Dann könnte es heißen: "Gott hat jeder und jedem von uns eine Aufgabe in der Welt zugedacht. Jeder Mensch hat dazu so viele Talente und Gaben bekommen, wie er braucht, um zur größeren Ehre Gottes an der Stelle zu beten, zu arbeiten, zu leiden und zu sein, wo Gott uns hingestellt hat, damit Gott geehrt wird durch all unser Tun."So klingt es in meinen Ohren und in meinem kritischen Herzen auch so, dass ich glauben kann, dass ich gemeint bin und vorbehaltlos loslegen kann in all dem, was heute anliegt und auf mein Tun wartet, zur größeren Ehre Gottes.

    Für Jesus sein

    Play Episode Listen Later Mar 12, 2026 4:04


    Überall in den Gärten sieht man die Leute herumwuseln und ihren Garten frühlingsschön machen. Da werden dürre Gräser und Zweige abgeschnitten, die trockenen Blüten vom letzten Jahr und die Wassertriebe an den Bäumen, neue Blumen gepflanzt oder ausgesät und so weiter und so fort. Weil das schöne Wetter einfach lockt und wir Lust haben, draußen zu sein und endlich wieder bunte Blüten zu sehen, die langsam aber sicher überall aufsprießen. Meine Brüder sind Gärtner und von ihnen habe ich gelernt, dass zu warten in diesem frühen Frühling einfach klüger ist. Viele Dinge, die wir jetzt abschneiden, treiben fröhlich neu und wenn dann noch Frost kommt, was hier in der Gegend nicht so selten ist, dann erfrieren die frischen Triebe und alle Mühe war umsonst.Ich gebe gerne zu, dass mir in manchen Situationen das Warten echt schwerfällt. Wir sind in der dritten Woche der Fastenzeit und es ist gefühlt noch ewig hin bis zum Osterfest. Eigentlich wären wir doch schon vorbereitet dafür, oder? Bei der scheinbar langen Zeit der Fastenzeit gerät schon mal aus dem Sinn, worum es in dieser Zeit geht. Im Abschnitt aus dem Lukasevangelium heute gibt es einen sehr prägnanten Schlusssatz: Jesus erklärt den Leuten, die ein Wunder von ihm nicht als göttlich anerkennen wollen und sagt: "Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut." Oh, das ist mehr als deutlich. Es geht nicht nur um freundlich kleine Aktivitäten, damit mein Glaube frisch aufblüht und mein Christsein wach bleibt. Es geht um knallharte Entscheidung für oder gegen Jesus und das, was er vom Reich Gottes verkündet.Für Jesus sein heißt immer auch für die Menschen sein, die Gottes Kinder sind und mit allen, egal wo sie herkommen, welche Religion oder Hautfarbe sie haben, in Frieden zu leben. Und alles und jedes, was dem entgegensteht, das sammelt nicht in Jesu Sinn, sondern zerstreut. Für Jesus sein und mit ihm Menschen für sein Reich gewinnen ist unsere Aufgabe, egal was und wie und wo wir leben und arbeiten. Nicht mehr und auch nicht weniger, damit die Botschaft Jesu immer frisch austreiben kann und keinem Glaubensfrost zum Opfer fällt.

    Aufstehen und neu beginnen

    Play Episode Listen Later Mar 11, 2026 3:58


    Guten Morgen, kommst Du eigentlich morgens gut aus dem Bett? Das ist ja bei jedem anders: Meine Mitschwestern, die hier in San Damiano mit mir leben, tun sich schwerer als ich. Wenn mein Wecker loslegt, bin ich sofort da und muss mich fast bremsen, nicht ganz so eifrig sofort aus dem Bett zu springen. Auf dem Weg zum Bad höre ich dann einen Wecker aus dem anderen Zimmer, der einen Hahnenschrei imitiert und ich muss lächeln, wie lange der sich bemühen muss, ehe er sein Werk getan hat und seine Kundin wach ist.Der Schrei des Hahnes hat für uns ja eine besondere Bedeutung: Petrus, in seinem ungestümen Eifer für seinen Meister Jesus Christus, beteuert, dass er ihm folgen wird, wohin er auch geht. Und Jesus, der seinen Jünger kennt, kann ganz klar sagen: "Du? bevor der Hahn kräht, wirst Du mich dreimal verleugnen." In einem Hymnus, den ich sehr gern habe, werden wir daran erinnert und es ist gut zu bedenken, dass dieser Hahnenschrei des Petrus auch für mich gültig ist:Der Hahn, des Tages Herold, ruft, der Wächter in der Finsternis.Sein Schrei trennt von der Nacht die Nacht, dem Wanderer zur Nacht ein LichtDa fühlt der Schiffer neue Kraft, des Meeres Brandung sänftigt sich,der Fels der Kirche, Petrus, weint, bereut die Schuld beim Hahnenschrei.So stehet rasch vom Schlafe auf: Der Hahn weckt jeden, der noch träumt.Der Hahn bedrängt, die säumig sind, der Hahn klagt die Verleugner an.Herr, wenn wir fallen, sieh uns an und heile uns durch deinen Blick.Dein Blick löscht Fehl und Sünde aus, in Tränen löst sich unsre Schuld.Du Licht, durchdringe unsern Geist, von unsren Herzen scheuch den Schlaf,dir sei das erste Wort geweiht, dich preise unser Morgenlob. Amen.Aufstehen und neu beginnen. Schuld und Fehler in den Blick nehmen, bekennen, bereuen und bekehren. Die Fastenzeit ruft uns dazu ganz besonders auf.

    Unsere Welt hat Liebe nötig

    Play Episode Listen Later Mar 10, 2026 4:11


    Bei einer Tagung mit Diakonen und ihren Ehefrauen aus den östlichen Bistümern war ein Programmpunkt ein Besuch in Bautzen in der Oberlausitz. Das ist mittlerweile eine wunderschöne Kleinstadt und sie wirbt sehr schön um Besucher und schreibt: "Die Altstadt von Bautzen steckt voller Geschichten. Kriege, Stadtbrände, Königsparaden oder Strafgerichte – 1.000 Jahre Stadthistorie versprechen jede Menge Anekdoten und Legenden. Lassen Sie sich verzaubern von 1.000 Jahren Geschichte und nutzen Sie die unvergleichliche Gelegenheit für einen Bummel durch die Jahrhunderte!" Das ist die eine Seite dieser schönen Stadt.In den Zeiten von 1933 bis 1989 hatte der Name der Stadt einen solchen Schreckensklang, dass allein diesen Namen zu nennen, Gänsehaut und Angst ausgelöst hat. Gefängnisse und Lager in Bautzen I und II künden von unglaublichen Taten von Menschen an Menschen in den verschiedenen Diktaturen und Zeitläufen. Wir haben das Stasigefängnis mitten in der Stadt besucht und ich hatte ja schon im Vorhinein ein bisschen Angst davor, dieses Gefängnis, diese Geschichten, diese Bilder von politisch Gefangenen und die Filme mit Gesprächen mit Kindern und Enkeln zu hören. Wir wurden immer stiller und konnten uns kaum des Schreckens erwehren, dass nur das Schauen und Hören in uns ausgelöst hat. Aber es ist immer wieder notwendig zu erinnern und das Gedenken wach zu halten, damit das nie wieder passiert in unserem Land. Und dann sind wir noch zu einem besonderen Ort gefahren, einem Friedhof, auf dem durch das Engagement vieler Menschen nach 1990 den verscharrten Toten der Lager ein Ort und für Gedenken und Gesichter und Berichte gegeben worden ist.Mir ist bewusst, dass das hier kein freundlich schöner Morgenimpuls ist. Aber er kann helfen, wach zu bleiben für alles, was nicht gut ist in unserem Alltag und wo es um Menschen und besseres menschliches Miteinander geht. Auf der Tafel vor dem großen Holzkreuz auf diesem Friedhof stehen Worte von Paul Löbe: "Leiden zu lindern, Wunden zu heilen, aber auch Tote zu ehren, Verlorene zu beklagen, bedeutet Abkehr von Hass, bedeutet Hinkehr zur Liebe, und unsere Welt hat Liebe nötig."

    Mach aus diesen Träumen eine Realität

    Play Episode Listen Later Mar 9, 2026 4:21


    Kennst Du Gordana Davkova, Halla Tómasdóttir, Claudia Sheinbaum, Netumbo Nandi-Ndaitwah, Jennifer Simmons, Catherine Connolly, Ilijana Jotowa? Das sind Präsidentinnen ihrer Länder und es gibt viele weitere Ministerpräsidentinnen und Regierungschefinnen weltweit. Warum erzähle ich das?Gestern war der Internationale Frauentag. Als DDR-Kind war und ist mir dieser Tag sehr präsent. Wir haben als Kinder den Tisch gedeckt, die Küche gefegt und Blumen gesucht. Und in den vielen Betrieben, in denen die Frauen den Hauptanteil der Belegschaft ausgemacht haben, gab es ebenso Blumen, und Reden und kleine Präsente. 1975 haben die Vereinten Nationen den 8. März zum "Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frauen und den Weltfrieden" gemacht und in 27 Ländern ist dieser Tag ein staatlicher Feiertag. Ein paar Zitate von Frauen gefallen mir bis heute sehr gut: "Träume dir dein Leben schön und mach aus diesen Träumen eine Realität."Das sagt zum Beispiel Marie Curie, die Nobelpreisträgerin und PhysikerinUnd Ella Fitzgerald, die begnadete Musikerin und Sängerin gibt den Tipp:"Gib niemals auf, für das zu kämpfen, was du tun willst. Wo Leidenschaft und Inspiration ist, kann man nicht falsch liegen.""Wir können nicht erfolgreich sein, wenn die Hälfte von uns zurückgehalten wird."sagt Malala Yousafzai, Friedensnobelpreisträgerin und Kinderrechtsaktivistin aus Pakistan und meint ihren Staat und ihre Gesellschaft.Und Nancy Pelosi, die ehemalige Sprecherin des US-Repräsentantenhauses stellt fest:"Ich will, dass Frauen ihre Macht erkennen und wertschätzen. Sie müssen verstehen, dass nichts der Politik so gutgetan hat, wie mehr weiblicher Einfluss."Alle diese Zitate und Tipps tun uns auch als Frauen in der Kirche gut und es ist gut, weiterhin darüber nachzudenken und in die Zukunft zu tragen, damit Frauen nicht weiter die Kirche in Scharen verlassen, sondern teilhaben werden an allen Diensten und Ämtern in der Kirche.

    Jesus als Augenöffner

    Play Episode Listen Later Mar 8, 2026 3:39


    Augen zu und durch! Aber dann bin ich selbst mit Blindheit geschlagen. Dann mache ich etwas, was ich nicht will, weil ich muss.  Ich wollte mir mal die Augen lasern lassen. Aber da geht das nicht mit Augen zu und durch. Da muss man sehenden Auges, diese Prozedur aushalten. Und ich habe mal gehört - es stinkt.  Fastenzeit ist für mich kein Aushalten mehr von unangenehmen selbst auferlegten Regeln. Die alle mit Essen und Trinken zu tun haben. Nein, ich will da genau das Gegenteil einüben. Nämlich: Augen auf!  Augen auf für das, was mir wichtig ist.  Augen auf, auch wenn es unangenehm wird.  Ich will die Blindheit meiner Zeit abschütteln. Die Babbel, die Blase, in der ich um mich selbst kreise, die will ich aufpicken oder mir dieser Blindheit zumindest bewusst werden. Die eigene Blindheit sehen. Geht das? Vielleicht braucht man dazu eben dann doch einen guten Anstoß von außen. Etwas oder jemanden, der einem die Augen öffnet.  Gott kann das sein. Der Augenöffner – wie Jesus in den Wundererzählungen – und dann werden wir zu Staunenden. Aber ich will das gar nicht so mit Wow-Effekt.  Eher so, wie wenn man einen Horrorfilm guckt und sich schnell die Hände vors Gesicht schlägt und doch durch die Finger schaut. Ganz vorsichtig.  Dann stelle ich mir vor, dass Gott sanft hinter mir ist und mir ins Ohr flüstert. "Ja ist gruselig, aber schau hin, trau dich, öffne trotzdem vorsichtig die Augen. Du bist bei mir. Du bist in Sicherheit."  Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.  

    Scheitern ist nur ein Schrittt zurück

    Play Episode Listen Later Mar 7, 2026 3:51


    Meine Fastenzeit ist irgendwie jedes Jahr vom Scheitern geprägt. Sogar zum Scheitern verurteilt? Na wunderbar. Ich schmeiß hin. Obwohl … Rückschritte bedeuten ja nicht direkt Scheitern. Und ein Schritt zurück kann ja auch eine Chance sein, um Anlauf zu nehmen.  Aber ich schaffe es einfach nicht, mich vom Süßigkeiten Schrank fernzuhalten. Manchmal merke ich sogar erst, wenn es zu spät ist, dass ich doch / was Süßes gegessen hab. Besondern auf der Arbeit, wenn es stressig wird  … dann habe ich das Papierschen noch verräterisch in der Hand und fühle mich sofort schlechter. Versagerin. Gescheitert. Oder? Schritt zurück? Anlauf nehmen?  Ziele sollen SMART sein. Also spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert.  Was ist denn wirklich realistisch / für mich und als Christin sogar attraktiv? Will Gott, dass ich abnehme oder kein Diabetes bekomme?  Ich will mir nicht mehr 40 Tage vornehmen. Ich ändre schon einmal den Zeitraum, dann wird's auch realistischer.  Mein Ziel für heute, was für mich heute machbar und realistisch ist, ist einfach zuhören, hinhören oder nur hören. Ich habe die Woche viel gesprochen, da wäre das ein attraktives Ziel für mich und meine Umgebung. Das mach ich, das schaffe ich und damit kann ich dann ohne schlechtes Gewissen zum Süßigkeiten Schrank greifen, weil es um etwas viel Attraktiveres geht.  Im Hören, Zuhören, Lauschen, Horchen, da kann ich meinen Mitmenschen begegnen, echt Dasein an diesem Wochenende, und wer weiß, vielleicht ist da auch Gott.  Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.  

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