Erst war dieser Podcast ein Corona-Update. Von Ende März bis Ende Juni 2020 hatten wir über die Sicht der Allgemeinmedizin auf die Coronavirus-Pandemie gesprochen. Wir, das sind Professor Martin Scherer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, und Denis Nößler, stellv. Chefredakteur und Nachrichtenchef der „Ärzte Zeitung“ aus dem Hause Springer Medizin. Doch SARS-CoV-2 ist einer von vielen Infektionserregern, COVID-19 nur eine von tausenden Krankheiten. Wir alle waren im "Corona-Tunnel". Und da wollten wir rauskommen, also haben wir aus dem Corona-Update ein Evidenz-Update gemacht. Künftig wollen wir hier regelmäßig einmal in der Woche über sogenannte "Wahrheiten" in der Medizin sprechen. Wir schauen auf die medizinische Wissenschaft, auf Studienergebnisse und Expertenaussagen. Wir ordnen ein, was wir eigentlich wissen können und was nicht. Und wo es schlicht Grenzen gibt – auch für Ärztinnen und Ärzte.
Martin Scherer (DEGAM), Denis Nößler (Ärzte Zeitung)
Donate to Evidenz-Update mit DEGAM-Präsident Martin Scherer

Glück auf! Es gibt da ein kleines, schmutziges Geheimnis in Deutschlands Praxen: Dort werden Schilddrüsen geschallt, dass es kracht, Schilddrüsen, von denen wir wissen, dass man sie eigentlich in Ruhe lassen sollte. Und manche werden ausgerechnet deswegen geschallt, um Überversorgung zu verhindern. Wie bitte? Über dieses Paradoxon reden wir heute mit Jeannine Schübel, konkret am Beispiel Schilddrüse, weil es dazu eine neue S3-Entwöhnungsleitlinie gibt, und allgemein über gegen Überdiagnostik. Mithin also: die Kunst des klugen Unterlassens, bei dem manchmal eben ein Schallkopf helfen kann.

Eine medizinische Fachgesellschaft lässt von der Polizei den Chefredakteur ihrer eigenen Fachzeitschrift aus dem Saal führen – weil er ein Editorial verteilt, das in ebendieser Zeitschrift erschienen ist. Klingt wie Satire? Ist aber Anfang Juni in New Orleans passiert, bei der Jahrestagung der American Diabetes Association (ADA). Der Vorfall hat für viel Entrüstung gesorgt, Funktionäre sind zurückgetreten, am Ende kam so etwas wie eine Entschuldigung per Video. Die Autoren haben ihr Ziel erreicht: Öffentlichkeit. Die ADA hat einen Skandal. Und alle fragen: Kuscht jetzt sogar die US-Medizin vor Donald Trump?

C'était merveilleux! Und aus dem Samstag ist der Montag geworden. Pardon! Hier kommt nun unsere finale WONCA-Episode, die wir Freitagabend aufgezeichnet hatten. Vier Tage WONCA Europe, acht Reise-Episoden, ein Kongress mit großen Werten und einem sehr aufschlussreichen Widerspruch. Plus: zwei WHO-Reden mit viel Dezibel und wenig Schwingung. Und dazu die etwas bittere Erkenntnis, wie klein Deutschland auf der Weltkarte der Allgemeinmedizin ist.

Guten Tag! (Diese merkwürdige deutsche Floskel versteht man hier in Paris öfter als gedacht.) Nachdem Friedrich Merz, Lars Klingbeil, Bärbel Bas und Markus Söder uns den Donnerstag, den 3. WONCA-Kongresstag in Paris versaut haben, stand noch unser Gespräch über die relevanten Inhalte vom Kongress aus. Dafür haben wir uns Freitagfrüh ins Mini-Hotelzimmer zurückgezogen. Draußen läuft schon der letzte Kongresstag, jetzt holen wir den Donnerstag nach. Den Freitag bekommt ihr dann am Samstag. Spoiler (nur nicht nur) vom Donnerstag: viel alter Wein, frisch umetikettiert.

Bonjour! (Den Rest sparen wir uns erstmal.) Eigentlich wollten wir an Tag 3 über Multimorbidität und Telemedizin sprechen. Doch dann platzt eine Nachricht aus Berlin in die heile Pariser WONCA-Kongresswelt: Der Koalitionsausschuss der deutschen Bundesregierung will die telefonische Krankschreibung abschaffen, die Tele-AU. Was macht der Professor? Sammelt kurzerhand zwei Special Guests ein: Karen Voigt und Andy Maun. Damit wir aus Paris über Berliner Unfug sprechen. Willkommen zur Sonderepisode.

Bonjour, mesdames et messieurs! Hier kommt nun Teil 4 von Tag 2 beim WONCA Europe in Paris. Eine Hörerin hat uns per SMS gebeten, beim Kongress herauszufinden, wie die französischen Kolleginnen und Kollegen mit Schwangerschaftsabbrüchen umgehen. Zufällig lief am 2. Kongresstag, um 15 Uhr eine Session des CMG dazu. Also rein, zuhören, obwohl das Hochgeschwindigkeitsfranzösisch selbst die KI-Übersetzung aussteigen ließ. Und wir hoffen inständig, alles korrekt zu zitieren.

Bonsoir, mesdames et messieurs! Hier kommt, immer noch von Tag 2 beim WONCA Europe in Paris Teil 3 (eine 4. kommt auch noch). Aufgezeichnet haben wir die am späten Mittwochnachmittag, unter der Sonne, nachdem wir in zwei Controversy-Sessions waren, einem halbstündigen Pro-und-Contra-Format. Dummerweise lief alles parallel, also haben wir uns aufgeteilt: einer in „Ist die evidenzbasierte Medizin tot?“, einer in „Lässt sich Allgemeinmedizin delegieren?“. Social Media mussten wir sausen lassen. Spoiler: Beide „Kontroversen“ waren am Ende gar keine.

Bonsoir, mesdames et messieurs! Immer noch Mittwoch, immer noch Paris: Hier kommt Teil 3 unseres WONCA-Reisetagebuchs. Diesmal auf einer abgesperrten Treppe sitzend und mit Special Guest: Jörg Schmid, Arzt in Weiterbildung aus München, stellvertretender Sprecher der DEGAM-Sektion Klimawandel und Gesundheit, Notarzt und Schiffsarzt in der Seenotrettung. Es geht um junge Allgemeinmedizin, eine aufrüttelnde Planetary-Health-Keynote und eine richtig gute Hörerfrage.

Bonjour, Mesdames et Messieurs. Mittwochmittag, wieder (immer noch) vor dem Palais des Congrès. Frankreich hat 3:0 gegen Schweden gewonnen (das Hupkonzert blieb abends erstaunlich leise, setzte aber während der Aufzeichnung ein), einer von uns saß im Treppenhaus fest, und die KI hat das Kongressprogramm seziert. Dazwischen: Pädiatrie und ein Ländervergleich der Primärversorgung. Willkommen zu Tag 2, bzw. Teil 1 davon.

Bonjour, Mesdames et Messieurs. Vier Tage WONCA Europe, (mindestens) vier Episoden, ein Selbstversuch mit Euch und Ihnen als Live-Peer-Reviewer: Diese Woche senden wir täglich aus Paris. Folge Nummero 1 entsteht im O-Ton vor dem Palais des Congrès – mit Straßenlärm, Sonne im Gesicht und einer Eröffnungszeremonie, die ordentlich „BAM“ gemacht hat.

Wie kommt man nur durch dieses Fußballturnier, bei dem man sich nun doch noch das eigene 1/16-Finale ansehen muss? Und bei dem sogar Österreich in der K.-o.-Runde steht!? Klar, mit einer Tüte salzig-fettiger-nährwertarmer Chips, dazu ein bisschen Brause, schön süß, einige Maß Bier und ein paar ultra-prozessierte Tiere, gepresst in Laberln und Würste fürs fetischhafte Gefresse. So würde aus einem Fußballturnier ein veritables Public-Health-Risiko (vom Korruptionsrisiko nicht zu sprechen). Würde man das in Chile sehen, sie klebten auf alles ein schwarzes Achteck: „ALTO EN …“. Dort ist all das Genannte seit 2016 schlicht ein Etikettierungs-Tatbestand: Warnhinweise auf zu fettes, zu süßes, zu salziges Essen, Werbeverbote dafür, raus aus den Schulen. Jetzt gibt es zu dieser Public-Health-Intervention in einem ganzen Land mit immerhin rund 20 Mio. Einwohnern erstmals Daten zu einem harten Endpunkt.

Warum reden wir Deutschen zwar über Prävention wie ein Weltmeister, agieren beim Vorbeugen aber wie Absteiger? Heute gehen wir der Hypothese nach, dass das kein Versehen ist, sondern System: Hinter dem „großen Missverständnis Prävention“ stehen handfeste Märkte, Interessen und eine Politik, die das Missverständnis am Leben hält. Über das große Missverständnis Prävention sprechen wir in dieser Episode mit Oliver Huizinga. Er leitet die Abteilung Prävention beim AOK-Bundesverband.

Sehr geehrte Damen und Herren! Der Nachtbus ist abgeschleppt worden wegen Falschparkens. Und das Evidenz-Postamt quillt immer noch über. Also gibt es heute den versprochenen Teil 2 unseres Hörerpost-Doppels. Und ja: Hörerpost wird abgearbeitet, nicht aufgearbeitet. Diesmal kontert es aus dem Nordwesten und zwar mit einem ganzen Strauß an Präzisierungen zu unserem Kardio-Gipfel. Wir machen ein Antwort-Blitzlicht und arbeiten uns danach durch COBRRA, Katarakt, Zweitmeinung, Sankt Florian, die saftige Zitrone.

Einsteigen, bitte! Mittlerweile kommt die Post ja immer seltener, also die im Briefkasten. Bei uns ist es reziprok: Wir kommen mit der Hörerpost kaum hinterher. (Pardon für alle ausstehenden Antworten an dieser Stelle!) Also haben wir beschlossen: In zwei Episoden wird der Briefkasten geleert, zumindest im Ansatz. Und dann hat es auch noch „BAM“ gemacht hat. Oha! (Nein, das ist keine neue Erkrankung).

Prost! Hier kommt Teil 7 unserer kleinen FKG-BStabG-Staffel. Und wieder wird es, Pardon, politisch: Prävention durch Steuern. Genauer gesagt bei Tabak, Alkohol und Zucker. Und es geht um die Frage, ob man Menschen gesünder besteuern kann, ohne sie zu bevormunden. Die FinanzKommission Gesundheit (FKG) widmet dem Thema gleich drei eigene Empfehlungen (Nr. 64–66) und ein ganzes Kapitel mit dem schönen Titel „Einführung von Konsumsteuern zur Stärkung der Prävention“.

Gute Nacht! Weiter geht unsere kleine Reise durch die FKG-BStabG-Welt, heute zur Unzeit Teil 6 (nach Teil 5, 4, 3, 2 und 1): die pharmazeutischen Unternehmen, kurz und liebevoll auch einfach pU genannt (© J. Hecken et al.). Die Arzneimittelausgaben sind mittlerweile der zweitgrößte Ausgabenblock der GKV, gute 60 Milliarden Euro im Jahr, und das (wird ganz gerne vergessen) ganz ohne die Krankenhaus-Arzneimittel, die noch oben drauf kommen. Rund 80 Prozent der Arznei-Ausgaben entfallen auf die neuen, sog. innovativen Patentarzneimittel.

Guten Abend! Hier kommt Teil 5 unserer kleinen FKG-BStabG-Staffel: die Katarakt-Operation, der Graue Star. Rund 800.000 Eingriffe pro Jahr in Deutschland, die Zahl hat sich seit 2015 nahezu verdoppelt. Die Finanzkommission Gesundheit (FKG) widmet ihr eine eigene Empfehlung mit der Nummer 18. Es geht um Effizienz, um Mengenausweitung, um Indikationsqualität und um die Frage, ob da nicht ein bisschen zu viel Industrie und ein bisschen zu wenig Medizin im Spiel ist.

Salve! Hier kommt Teil 4 unserer FKG-BStabG-Staffel (nach Teil 3, 2 und 1). Dieses Mal gibt es einen Check-up über den Check-up, die Gesundheitsuntersuchung (GU). Die FinanzKommission Gesundheit (FKG) hat empfohlen, sie evidenzbasiert anzupassen. Und die Bundesregierung will die GU überprüfen lassen und mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) einen entsprechenden Auftrag ins Pflichtenheft schreiben.

Moin! Heute gibt es Teil 3 unserer kleinen FKG-BStabG-Staffel (nach Teil 2 und Teil 1). Und der geht unter, nein: auf die Haut. Wir nehmen uns das Hautkrebs-Screening vor, von uns manchmal liebevoll auch nur HaKaEs (oder HKS) genannt. Es ist bekanntlich das einzige seiner Art auf der ganzen Welt: ein flächendeckendes, anlassloses, bevölkerungsweites Programm, bei dem alle GKV-Versicherten ab 35 Jahren alle zwei Jahre anspruchsberechtigt sind. Die Kritik daran gibt es seit vor der Einführung. Sie ist nicht leiser geworden seither. Und nun soll das HKS endlich auf den Prüfstand.

Mahlzeit! Na, zweite Meinung gefällig? In dieser 2. Episode unserer kleinen Staffel zu FKG und BStabG nehmen wir uns die FKG-Empfehlung Nummero 32 vor: der schrittweisen Einführung obligater Zweitmeinungsverfahren für mengensensible elektive Eingriffe. Übersetzt: Wer in Deutschland zum Beispiel (!) vor einem neuen Kniegelenk steht, soll künftig verpflichtend eine zweite ärztliche Meinung erhalten, bevor das Messer angesetzt wird. Heute ist es bekanntlich eine Wahloption. Ob das klug ist, besprechen wir heute.

Aloha! Zwei Abkürzungen sollte man sich merken: FKG und BStabG. Beide dürften die gesundheitspolitische Bubble im Jahre 2026 ähnlich prägen wie die beiden Worte „Meisterschaft“ und „Torwartfehler“ bei Fans des FC Bayern in dieser Saison. Während es beim Fußball-Rekordmeister aus Giesing nurmehr um die Frage geht, wie viele Titel die Frauen und Männer heuer holen (sogar vom Doppel-Triple ist die Rede), geht's im Gesundheitswesen ums große „Sparen“.

Ahoi! Protonenpumpenhemmer, Pantoprazol, Omeprazol und Co, sind wie „Smarties“ in der täglichen Pharmakotherapie: klein, auch ein wenig bunt, irgendwie toll und nützlich, scheinbar harmlos. Und in rauen Mengen im Umlauf: Allein Pantoprazol kommt 2024 in der GKV auf 23 Millionen Verordnungen, 3 Milliarden Tagesdosen und fast 400 Millionen Euro Nettokosten. Alte Schwedin!

Servus! Lust auf einen kleinen und kurzen (!) Ausflug ins linke Atrium? Dort können wir uns das Öhrchen anschauen. Und die Schirmchen, also: den katheterbasierten Vorhofohrverschluss, den LAA-Okkluder (engl.: Left Atrial Appendage Closure). Dafür haben wir eine frische, große, deutsche Studie auf dem Tisch, dazumal unabhängig von der Industrie. Es geht um die CLOSURE-AF, die Mitte März publiziert worden im New England Journal of Medicine.

Guten (Karfrei-)Tag! Fragt man eine sog. KI seiner Wahl, was das Osterfest mit der oralen Antikoagulation bei venösen Thromboembolien zu tun hat, fabulieren die Maschinen u.a. das zusammen: Auferstehung als Metapher fürs Rezidivrisiko, der Frühling als verlängerte Sekundärprävention, das Opferlamm als Symbol fürs Blutungsrisiko. Wie (herrlich) albern diese Apparate sind. Aber zum Ernst der Sache: Heute gibt es ein echtes Short-Take (unter 30 Minuten!), und zwar über die COBRRA-RCT zur Frage, ob man bei akuten venösen Thromboembolien entweder zu Rivaroxaban (Xarelto®, Generika) oder doch besser zu Apixaban (Eliquis®) greifen sollte.

Buona sera! Ja, wir sind etwas spät dran mit der nächsten Episode, genau genommen eine Woche, die wir wenigstens mit einem Evidenz-Quickie überbrückt haben (der Nächste ist auch schon in der Mache; die nächsten Episoden auch schon geschnitten). Nun aber die aktuelle Episode, und in der kommt es ziemlich fett. Wir haben uns die aktuelle Leitlinie zur Dyslipidämie-„Verwaltung“ aus den USA vorgenommen, genauer genommen von ACC und AHA und vielen, vielen weiteren.

Wir zerlegen ausnahmsweise mal keine Studienpublikation oder Metaanalyse. Wir nehmen nicht den nächsten gesundheitspolitischen oder gesellschaftlichen Kokolores aufs Korn. Die internistischen und Organ-Fächer lassen wir auch in Ruhe. Heute geht es „an die Front“, jedenfalls gedanklich: Denn wir wollen wissen, wie evidenzbasierte Medizin bei der Bundeswehr funktioniert, welchen Stellenwert Leitlinien noch haben, wenn draußen die Panzer rollen. Dafür sprechen wir mit dem Kommandeur des KdoGesVersBw, Generalstabsarzt Dr. Johannes Backus.

Eigentlich wollten wir nur über Interessenkonflikte in der Medizin reden. (Haben wir auch.) Aber dann kamen wir auf die Frage, was in unserer Gesellschaft derzeit die wichtigsten Werte sind. Ist es Frieden? Oder Freiheit? Demokratie? Alles wäre höchst erstrebenswert, angesichts nicht nur der jüngsten Entwicklungen. Oder ist es in unserer saturierten „westlichen“ Welt vielleicht Wohlstand? Wahlweise Freude und Eierkuchen? Nein: Gesundheit scheint im Moment für viele das Maß der Dinge zu sein, jedenfalls wenn man nicht gerade in einem von Krieg oder Armut heimgesuchten Land lebt. Über Gesundheit geht im sog. Westen im Moment nur wenig. Aber wieso?

Salve! Der BVB ist raus aus der Champions League, die Herren haben es ziemlich vermasselt: erst gepennt, dann Fehler gemacht. Blöd für alle, die es mit Schwarz-Gelb halten. Nicht weniger blöd ist es in der Medizin, wenn man etwas verpennt oder „raus ist“. Zum Beispiel wenn es um Herz geht, um die Koronarien, und auf einmal ein paar Fachgesellschaften aus Leitlinien „raus sind“. Oder wenn sie sich im Streit ums Herz und über die richtigen klinischen Interpretationen von Studienevidenz (mehr oder weniger) zerlegen und dem Streit kein konstruktiver Diskurs mehr folgt. Auch das ist ziemlich blöd.

Guten Abend! Für heute haben wir uns ein moralisches Minenfeld herausgesucht, das wir aus freien Stücken betreten: Interessenkonflikte in der Medizin, einmal wieder (manche erinnern sich vielleicht noch an die Episode Bias by Design). Dieses Mal denken wir über den Sinn von Interessenerklärungen nach, vielleicht auch über ihren Unsinn.

Moin, zusammen! Heute wollen wir etwas druckvoller ins Wochenende gehen. In unserem Short-Take (das ist alles unter 45 Minuten

Hej aus den Glomeruli! Wie versprochen geht's uns heute an die Nieren. Das wird auch nicht sooo lang, ebenfalls versprochen. Wir nennen es jedenfalls Short-Take. Herausgepickt haben wir eine Studie, die nicht nur nephrologisch, sondern fast schon politisch daherkommt: Sie zeigt (oh, Wunder), dass es sich an allen Rändern gefährlich und in der Mitte mithin am besten lebt. Wieder eine schöne U-Kurve.

Guten Abend! Zwischenzeitlich war uns nach all den malignen Episoden etwas schwindelig geworden. Abhilfe geschaffen haben Ralf Jendyk und Detmar Jobst, die etwas gegen Schwindel haben: nämlich die neue S2k-Leitlinie Schwindel in der Hausarztpraxis. Vielen Dank an beide für ihre Zeit und das lehrreiche Gespräch!

Moin, zusammen! Im Moment sind wir etwas „maligne“ unterwegs und beschäftigen uns mit allerhand Krebs-Screenings. Eine haben wir noch, nämlich die Brustkrebs-Früherkennung und speziell das hiesige Mammografie-Screening-Programm (MSP) und die große Evaluation dazu aus dem vergangenen Jahr, die ZEBra-MSP. Die schauen wir uns hier etwas näher und dezidiert kritisch an. Wir wollen fair bleiben und hoffentlich praxisnah den Nutzen und den Schaden des MSP zeigen.

Salut! Diese Episode widmen wir allen, die schon zu viele Glimmstängel verputzt haben, die die Verbrennungsprodukte passiv erduldet haben und jenen, die andere von Zigarette et al. losbringen wollen. Denn heute sprechen wir über die Lungenkrebs-Früherkennung für Raucherinnen und Raucher, die im April starten soll. Mit am Start ist wieder Jean-François Chenot aus Greifswald.

Wir starten ins neue Jahr: mit fragwürdiger Mathematik, einer leichten Erkältung und dem festen Vorsatz, diesmal wirklich einen Short Take zu machen. Spoiler I: Es gelingt uns so mittelgut. Denn obwohl wir uns vorgenommen hatten, lediglich zwei im Jahresrückblick liegengebliebene Arbeiten nachzuholen, kam uns (einmal mehr) die Gesundheitspolitik dazwischen. Spoiler II: Es geht so verrückt weiter, wie es gaga aufgehört hat.

45² = 2025. Schon wieder ein Jahr kaputt: Neue Regierung, neuer Kanzler, alte Probleme und für vieles nach wie vor keine Lösungen. (Nicht nur) Im Osten Europas ist immer noch Krieg, und im Weißen Haus sitzt schon wieder der Verrückte. Den Begriff Effizienz können immer weniger richtig buchstabieren, vor allem im Gesundheitswesen. Und sogenannte Prävention macht immer mehr kaputt. Höchste Märklin-Eisenbahn für eine Jahresrückblicks-und-Ausblicks-Episode.

Fröhliche Weihnachten, liebe Leute! Heute wird es noch einmal herzerwärmend – und noch einmal länger: Mit Günther Egidi reden wir in Teil 2 über die neue Version 2.3 der S3-Leitlinie Hausärztliche Risikoberatung zur kardiovaskulären Prävention. Günther Egidi ist einer der Leitlinien-Autoren. Vor einer Woche hatten wir bereits Teil 1 des Gesprächs veröffentlicht, darin ging u.a. um die Indikationsstellung und Risikoermittlung.

Einen schönen 4. Advent und Chanukka sameach, liebe Leute! Heute wird es herzerwärmend – und etwas länger: Mit Günther Egidi haben wir uns die neue Version 2.3 der S3-Leitlinie Hausärztliche Risikoberatung zur kardiovaskulären Prävention vorgenommen. Günther Egidi ist einer der Leitlinien-Autoren. Die neue Version ist im August erschienen, das Update vom Innovationsfonds gefördert worden. Über die Neuerungen in der Leitlinie sprechen wir in zwei Teilen. Hier: Teil 1.

„Hannover“ hängt uns noch immer nach, bestenfalls aber positiv. Ein Lapsus, nämlich in einem Gespräch (über die neuen Anti-Amyloid-Antikörper) unsere Interessen nicht dargelegt zu haben, hat Folgen: Seither veröffentlichen wir die Interessenerklärungen von uns und unseren Gästen. Wir vermuten, dass wir der wohl einzige medizinische Podcast hierzulande sind, der das tut. Und die zweite Folge ist diese heutige Podcast-Episode: Ein Gespräch zu fünft (!) über die strukturelle Verwundbarkeit der modernen Medizin, nämlich über Interessenkonflikte. Dieses Gespräch führt uns (Spoiler!) in den methodischen und auch in einen kulturellen Kaninchenbau.

Bonjour & liebe Grüße „aus“ New Orleans! Vor Ort waren wir zwar (leider) nicht. Wir waren ja beim 13. Tag der Allgemeinmedizin in Hamburg, während gleichzeitig in NOLA die Jahrestagung der American Heart Association (AHA) stattfand. Aber wir haben versprochen, uns dennoch mit der einen oder anderen kardiologischen „Breaking News“ zu beschäftigen, die beim AHA-Meeting vorgestellt wurde. Das machen wir in dieser Episode (aufgezeichnet am 14. November), denn manches aus New Orleans ist unseres Erachtens etwas zu leichtfertig bzw. leichtgläubig und voreilig als Sensation bezeichnet worden. Wie so oft (Achtung, Spoiler) halten solche Einschätzung bei genauerer Betrachtung nicht stand.

Hallihallo! Nach der Präventionsepisode legen wir mit Thomas Maibaum noch einen nach und bleiben ein Stück im Thema: Wie schon öfters angecliffhangert, kommt hier und heute endlich unser Gespräch über die Version 3.0 der S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom. Auch die Miezekatze ist wieder am Start und hat einen „Textmarker“ dabei.

Guten Morgen (?), liebe Leute! Heute müssen wir über ein riesengroßes Missverständnis sprechen: über Prävention, oder besser: über das, was aus ihr geworden ist.

Wir waren in Hamburg und haben wieder eine Podcast-Episode live mit Publikum aufgezeichnet. Dieses Mal waren wir beim 13. Tag der Allgemeinmedizin, der fand am Samstag, den 8. November am UKE statt. Wir haben gefragt: Ist Patientensteuerung, von der in der Politik derzeit viel gesprochen wird, überhaupt sinnvoll? Und falls ja: Welche brauchen wir? Was sagt uns die Evidenz? Und was bedeutet das für den klinischen Alltag? Spoiler: Patientensteuerung – oder sprechen wir besser von Koordination – einfach mal so, wird wenig heilen, wenn nicht gleichzeitig andere Probleme und Fehlanreize beseitigt werden.

Guten Tag, liebe Freundinnen und Freunde der Gewichtsreduktion! Zugegeben, im Moment sind wir sehr inkretinmimetisch unterwegs, greifen etliche Publikationen zu GLP-1-Rezeptor-Agonisten auf. Wir gehen streng davon aus, dass das weniger mit einem persönlichen Bauch-Bias zu tun hat als vielmehr mit einem Publikationsbias: Allein in diesem Jahr sind per 5. November in Pubmed bereits 5.062 Veröffentlichungen gelistet. Wie geloben Besserung und werden wieder andere Themen bringen! Aber diese heutige Episode muss sein, denn die jüngste Auswertung der SELECT-Studie zu ▼ Semaglutid (Wegovy® und Ozempic®) von Novo Nordisk hat ein so großes Medienecho erhalten, dass eine Einordnung nötig scheint.

Obacht, liebe Nerds, heute wird es richtig nerdig. Wir beschäftigen uns mit dem Elfenbeinturm, mit dem „Fischkopf“ des Gesundheitswesens: der Academia. Ja, das wird ein eher theoretisches Gespräch und nicht direkt einen Impact auf die every day practice haben. Aber wir meinen: Nachdenken müssen wir dennoch darüber. Es gibt auch gleich einen Spoiler samt Cliffhanger: Dieses Gespräch ist keine vollständige Epikrise, sondern nur eine erste Anamnese, ein erster Aufriss und der Auftakt für weitere Gedanken und Gespräche.

Heute besprechen wir Hörer:innen-Post. Spoiler I: Es gibt einen roten Faden. Spoiler II: Unseren WM-Kommentatoren-Modus mögen wir schon ganz gerne.

Pecunia non olet! Oder vielleicht doch? So oder so: Heute reden wir über Kohle, über schnöden Mammon – und darüber, wie man es in den USA als Hausärztin oder Hausarzt auf über 1 Mio. USD zusätzliches Honorar im Jahr im bringen kann. Wir reden darüber, welche Haken die Sache hat, über den Tanz ums goldene Kalb. Und wir suchen Analogien zur Situation hierzulande.

Selten hat die Einführung neuer Arzneimittel so viel mediale Aufmerksamkeit erzeugt wie die jüngste Zulassung von Lecanemab (Leqembi) und Donanemab (Kisunla). Am Donnerstagmittag, 2. Oktober, haben wir beim 59. DEGAM-Kongress in Hannover darüber gesprochen – und live mit Publikum diese Episode des EvidenzUpdate-Podcasts aufgezeichnet. Großer Dank an unseren Special Guest Thomas Duning, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Bremen-Ost. Und großer Dank an alle Teilnehmenden für das angeregte Gespräch!

Willkommen im Herbst, liebe Leute, und willkommen zu einem neuen EvidenzUpdate. Vorsicht, heute kommt es ganz dicke. Wir nehmen uns eine aus mehreren Gründen interessante Arbeit vor: einen Head-to-Head-Vergleich, der die GLP-1-Analoga Semaglutid und Tirzepatid (das als Twinkretin auch an GIP bindet) untersucht bei Menschen mit kardiometabolischer Herzinsuffizienz (konkret HFpEF).

Seid gegrüßt, Freundinnen und Freunde der Gerinnungskaskade. Ende September ist die Filmpreissaison für dieses Jahr zwar durch, aber wir hätten für die kommende einen Kandidaten, denn demnächst zu sehen auf den Leinwänden der klinischen Kleinkunst: Die Aspirin-Verschwörung. Teile des Drehbuchs sind schon geleakt, wir berichten und sprechen darüber – in dieser Episode vom EvidenzUpdate.

Herzlich willkommen zu Folge 4 unserer kleinen Serie über In- und Effizienz im Gesundheitswesen. Wenn wir uns schon sonst wenig Freunde machen: mit dieser Episode werden wir es ganz sicher nicht. Denn heute sprechen wir über Besitzstände und Besitzstandswahrung, mithin die ärgsten Widersacher von mehr Effizienz im Gesundheitswesen.