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Friedrich, Uwe www.deutschlandfunk.de, Kultur heute
Dies ist die Geschichte einer kleinen Stadt und zwei großen Preußenprinzen im nördlichen Brandenburg: Rheinsberg Eine Herbstreise mit Spätsommerwetter Zu verdanken hat sie das Attribut vom Paradies dem preußischen Adel. Der damalige Kronprinz bekam die Erlaubnis, sich am dortigen See ein Schloss zu bauen. Da war er noch ziemlich jung und ziemlich glücklich. Angenehm überrascht bin ich, dass Anfang November 2025 noch so schön die Sonne scheint und die Temperaturen am Mittag über die 18 Grad Marke klettern. Das macht die paradiesische Herrlichkeit noch viel herrlicher. Rheinsberg im Herbst – foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Rheinsberg entdecken In diesem Podcast treffe ich Figuren, Menschen und Begegnungen in Rheinsberg. Der erste Blick sagt mir schon: Ganz schön, schön hier! Kein Wunder, dass der junge Kronprinz Friedrich die Idee entwickelte, hier ein Schloss an den Grienericksee zu bauen. Rheinsberg finden Rheinsberg liegt ziemlich dicht an der Kreisstadt Neuruppin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Mit dem Auto fährt man, von Berlin aus, knappe zwei Stunden. Die Stadt hat heute rund 8.000 Einwohner, ist aber flächentechnisch eine der größten deutschen Gemeinden. Das heißt auch: Hier gibt es viel Natur und dazugehörige Idylle. Es passt alles für einen Kurz- oder auch Langurlaub. Die Schlossgeschichte Schloss Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Herrschaftshäuser gab es an der Stelle, wo das Schloss steht, schon einige. Der Vorbesitzer verkaufte Land und Gut dem preußischen König und der schenkte es dann seinem Sohn Kronprinz Friedrich. Der „junge“ Fritz beauftragte dann den alten und arrivierten Knobelsdorff als Baumeister. Der baute um, stockte auf und Friedrich konnte einziehen. Es hat ihm gut gefallen aber leider durfte er nur vier Jahre bleiben. Dann starb sein Vater, er wurde König und musste zurück nach Potsdam. Schloss Rheinsberg schenkte er seinem jüngeren Bruder Heinrich, der dort 50 Jahre lebte und residierte. Friedrich der Große – Denkmal für den Kronprinzen am Eingang zum Schlossparl – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Der unbekannte Heinrich Trotz der langen Zeit überstrahlt Friedrich der Große bis heute seinen kleinen Bruder Heinrich. Das sagt auch eine ganze Menge aus über das Verhältnis der Geschwister. Jörg Möller, der 1. Vorsitzende des „Vereins Stadtgeschichte Rheinberg“, spricht im Podcast sehr treffend von Friedrich als Selbstvermarktungsgenie. Jörg Möller, Vorsitzender des Vereins Stadtgeschichte Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Seine Strahlkraft übertraf Heinrich schon zu Lebzeiten und Erfolg ist das, was man aus ihm macht. Denn der „kleine“ Heinrich hat in seinem Leben, jede Menge Erfolge politisch-militärischer Natur sowie in Sachen Diplomatie, Wissenschaft und Kultur. Trotzdem ließ sich schon um 1860 der Schriftsteller Theodor Fontane in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ darüber aus, dass in Rheinsberg kein Mensch den Prinzen Heinrich kenne. Prinz Heinrich von Preußen – Gemälde in Schloss Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Des Prinzen Geburtstag und Leben 2026 ist ein besonderes Jahr. Prinz Heinrichs 300. Geburtstag hat gerade stattgefunden (18.01.) und Brandenburg, die Schlösserverwaltung, die Stadt Rheinsberg (samt der Touristiker) und die Musikwelt Rheinsberg haben ein Prinz Heinrich-Jahr gestartet. Auf das der Preußenprinz seine ihm gebührende Anerkennung posthum erhält. Schloss Rheinsberg: Blick aus dem Schlosspark – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Erfahrt im Podcast möglichst viel aus seinem Leben, von seinen politischen Einstellungen, seinem Bemühen um Kunst, Musik und Kultur, seiner Orientierung nach Frankreich inklusive einer adelsuntypischen Sympathie für die Aufständischen der Französischen Revolution von 1789. Heinrich fiel aus dem Rahmen, in jeder Hinsicht. Leben für Lust, Literatur und Musik Seine offen gelebte sexuelle Orientierung zum schwulen Leben war außergewöhnlich. Darunter leiden musste seine Frau, die er vermutlich nie geheiratet hätte, wäre nicht der Schlossbesitz davon abhängig gewesen. Bruder Friedrich hatte nicht einfach verschenkt, sondern daran eine Voraussetzung geknüpft: „Keine Frau – kein Schloss!“ Dabei soll die Erwählte, Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Kassel aus außergewöhnlich schöne und attraktive Frau gewesen sein. Heinrich kümmerte das nur wenig und irgendwann, war's Wahrheit oder Intrige, schickte er Wilhelmine nach Berlin ins frisch erbaute Prinz-Heinrich-Palais. Das steht noch. Weiß jemand wo? (Schreibt es gern in die Kommentare) Spiegelsaal: Überbleibsel aus Friedrichs Zeiten – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Schloss & Garten Das Schloss lies er nach seinen Vorgaben umbauen. Sein Engagement in Sachen Gestaltung des Schlossparks setzte Maßstäbe.In Briefen beschäftigt er sich mitunter mit Tomantenzucht und -ernte. Morgenstimmung im Rheinsberger Schlosspark – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Politisch vom Hof aufs Abstellgleis gestellt, beschäftigte er sich mit Kultur und Musik. Die Aufführungen von Kammeropern in Rheinsberg waren legendär. Französische Gäste meinten mitunter, die Inszenierungen seien besser als am Hof von Versailles. Heinrich wollte es wissen. Er ließ 1774 ein Schlosstheater bauen für seine Aufführungen. Daneben entstand das Kavaliershaus für Gäste am Hof. Der Name spricht Bände. Schlosstheater & Kavaliershaus: Heute Musikkultur Rheinsberg – Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD „Nebenbei“ war er durchaus als Diplomat erfolgreich, machte (auch politische) Reisen und erzielte, trotz der „Kaltstellung“ in Sachen Macht, bedeutende Erfolge für das Königreich Preußen. Das Schloss Im Podcast machen wir uns auf den Weg. Die Sonne scheint und ich schlendere in Richtung See. Ist das ein Idyll. Das schöne und trotzdem bescheidene Schloss, das glänzende Wasser und im November ein fast leerer Park. Keine Menschenmassen. Wenn das die Leute wüssten, wäre es voller, hier. Auf der Schlossterrasse wartet Michael Fröhlich auf mich, um mir das Kleinod näher zu bringen. Er weist, durchaus stolz darauf hin, dass es hier gerade im Sommer ziemlich voll werden kann. Dann, wenn die Musikkultur Rheinsberg ihr Festival durchführt. Schlossterrasse – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Das Schloss selber beeindruckt. Heinrich hatte es auf seine Bedürfnisse zugeschnitten. Er war nicht nur cleverer Diplomat und Staatsmann, er hat auch gern gefeiert. Und das konnte dauern. Wenn dann noch die Lieblingsverwandtschaft kam, wurde vorher gebaut und anschließend lange gefeiert. Den perfekten Gastgeber hat er immer gegeben. Unterm Strich gibt es viel zu entdecken. Alles führt zur Erkenntnis, dass er seine „Unbekanntheit“ nicht verdient hat. Vielleicht liegt sein „Verschwinden“ auch daran, dass er nach seinem Tod im Jahr 1802 jede Menge Schulden hinterließ. Ein Großteil der Ausstattung musste in dieser Zeit verkauft werden. Danach erlebte Schloss Rheinsberg eine wechselhafte Geschichte, blieb aber im Besitz der Hohenzollern-Familie, bis zur Enteignung durch die Sowjetische Verwaltung im Jahr 1945. Grienericksee – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD In den Jahren der DDR war das Schloss ein Diabetiker-Sanatorium. 1990 ging es in den Besitz der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg über. Es begann die Zeit der Restaurierung von Schloss und hauptsächlich auch von Schlosstheater und Kavaliershaus. Letztere waren in den letzten Kriegsmonaten 1945 noch schwer beschädigt worden. Als Ruine musste dieser Teil bis in die 1990er Jahre auf eine Restaurierung warten. Im Jahr 2000 begann der Betrieb des neuen Schlosstheaters. Die Kammeroper Rheinsberg hatte genauso eine Heimat, wie die Brandenburgische Musikakademie. Musikkultur Rheinsberg Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Drei Säulen vereinen und ergänzen sich hier in dieser gemeinnützigen Organisation: Die Musikakademie Brandenburg, die Kammeroper Rheinsberg und das Rheinsberger Schlosstheater. Gemeinsam sind sie der Garant des kulturellen Lebens in Stadt und Region und gleichzeitig Festivalveranstalter und pädagogisches Aus- und Fortbildungshaus in Sachen Musik und Musikerziehung. Was so theoretisch klingt ist eine ziemlich einzigartige Musikinstitution, von der vor Jahren niemand glaubte, dass sie einen so durchschlagenden Erfolg hat. Erinnerungen machen, die Funken sprühen Hier entsteht das Programm des jährlichen Kammeroper- und Sommerfestivals. Im Podcast kommen sowohl der Leiter der Musikakademie Felix Görg als auch der neue künstlerische Leiter des Musikkultur Rheinsberg, Jelle Dierickx zu Wort. Felix Görg, Leiter der Musikakademie (links) & Jelle Dierickx, Künstl. Leiter Musikkultur Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Ich bin nun weder Musikwissenschaftler noch Fachmann in Sachen Oper, Kammeroper oder musikalische Bildung. Trotzdem hätte ich mich mit Felix Görg und Jelle Dierickx stundenlang unterhalten können. Sagt mir gern in den Kommentaren, ob Ihr genauso denkt. Das musikalische Rheinsberg 2026 Anfang November wollte er noch nicht mit dem Programm für 2026 herausrücken. Inzwischen ist es veröffentlicht und bietet manch Klassisches, wie mehrere Kammeropern, aber auch ein Wandelkonzert, ein Liederabend für Wilhelmine und Heinrich und gefeiert werden darf auch mit einem schwedischen Sommerfest. Musikfreunde werden sicher auch in diesem Jahr von der Vielfältigkeit der Musikkultur Rheinsberg begeistert sein. Triangelplatz: Übergang zwischen Stadt und Schlosspark – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Rheinsberg – Die Stadt Oder sollte ich Städtchen sagen? Es ist mit den rund 8.000 Einwohnern in der Tat nicht riesengroß. Aber Rheinsberg liegt bezaubernd in sehr viel wundervoller Natur zwischen unendlich vielen Seen und bietet eine verzaubernde Atmosphäre. Letztlich bietet die Region fast Alles, was man für einen schönen Urlaub braucht. Rheinsberg: Die “neue” Altstadt – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Kulinarik Da bin ich am Braten à la Fontane im Ratskeller im Stadtzentrum hängengeblieben. Verlockend ist der gebratene Zander aus dem See im Fischerhof, direkt am See. Zander mit Senfsoße und Linsengemüse im Fischerhof – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Für die Kaffee- und Kuchenzeit empfehle ich zudem noch das Café Claire am Kirchplatz. Ich hatte dort einen Birnen-Schmandkuchen zum Niederknien. Café Claire: Birnen-Schmandkuchen macht glücklich – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Übernachten Hotels, große wie kleine gibt es einige. Mein Geheimtipp, praktisch getestet, wurde der „Gasthof Endler“ direkt am Triangelplatz. Von hier aus ist fast jede Attraktion in längstens 10 Fußminuten zu erreichen. Die Zimmer sind gemütlich und mit allem ausgestattet, was mann und frau braucht. Gasthof & Fleischerei Endler, Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Meine besondere Empfehlung sind die unglaublich leckeren Buletten, die die Hausmetzgerei täglich im Angebot hat und die Übernachtungsgäste, mehr als oft, auch auf dem Frühstücksbüffet finden. Besichtigungen Haus der Stadtgeschichte – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Sehenswert ist das Haus der Stadtgeschichte. Hier kann man wirklich tief in die Rheinsberger Historie eintauchen. Wenn im Sommer die Sonne scheint, dann sollte man eigentlich auch eine „schnieke“ Bootstour machen. Wandern oder „Böötchen fahren“ kann man ohnehin. Bootstour ist eigentlich “Pflicht” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Touristische Infos …gibt es in der gut bestückten Tourist-Info in der Mühlenstraße. Websites und weitere Infolinks findet Ihr unten in der Rubrik Information & Links. Randbemerkung: Hier auf der Seite findet Ihr jede Menge Fotos und ich kann nur sagen: Wenn die Fotos schon im November so schön werden, welches Paradies wartet da vermutlich erst im Sommer. Rheinsberg und der Grienericksee am 05. November 25 – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Information & Links Rheinsberg – Tourismus Verein Stadtgeschichte Rheinsberg Musikkultur Rheinsberg Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg 300 Jahre Prinz Heinrich Brandenburgische Seenplatte Reiseland Brandenburg Rheinsberger Sommerfrische – Ein Reiseradio-Talk Hinweis Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von Reiseland Brandenburg und seinen Partnern vor Ort. Meine Meinung wurde nicht beeinflusst! Ein dritter Teil wartet noch. Er ist der Grund für meine ursprüngliche Motivation nach Rheinsberg zu fahren: Kurt Tucholskys „Rheinsberg – Ein Bilderbuch für Verliebte”. Das folgt zeitnah! 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Ein Märchen wird lebendig! Die Münchner Kammeroper erweckt "Hänsel und Gretel" im historischen Cuvilliés-Theater zum Leben. Nahezu ausverkauft und voller Kindheitserinnerungen - ein musikalisches Erlebnis bis zum 30. Dezember.
2025: 10 Jahre Reiseradio im März und der 300. Podcast im November. Jubiläen vermischen sich mit Gefühlen aus dem Spätherbst, der sich vorübergehend in einen Spätsommer verwandelt. Tucholskys “Bilderbuch” und das Lebensgefühl vor 120 Jahren Seit zwei Jahren wollte ich zum Ziel dieser Podcast-Ausgabe fahren: Rheinsberg. Grund und Anlass: Ich hatte die Rheinsberg-Novelle von Kurt Tucholsky wieder mal in die Hand genommen und die Lektüre endete mit diesem Wunsch. Das „Bilderbuch für Verliebte“ hatte ich immer wieder mal gelesen und der bundesrepublikanische Film über den “halblegalen” Ausflug von Claire und Wölfchen naxh Rheinsberg war mir selbstverständlich auch in Erinnerung, auch wenn das ein paar Jahre her ist. Ratskeller Rheinsberg: Hat Tucholsky 1911 hier übernachtet? – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Die Begrifflichkeit, um die es diesmal geht, taucht weder in der Geschichte noch im Film auf, kennzeichnet aber Lebensgefühl und -bedürfnis der Menschen um die Wende zum 20. Jahrhundert. Die Industrialisierung hatte für mehr Freizeit, aber gleichzeitig auch für ein freizeitunfreundliches Umfeld, mitten in großen Städten, wie dem nahen Berlin gesorgt. Also wurde die SOMMERFRISCHE zum Inbegriff dieser Zeit. Raus aus der stickigen und stinkenden Stadt und rein in die Natur. Sommerfrisch aufm Land Rheinsberger Seenlandschaft / Brandenburgr Seenplatte – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD In Rheinsberg, dem Inbegriff der Idylle, traf ich Jeannette Lehmann und wir redeten über die Sommerfrische die – uns zu Ehren – mit Sonne und Temperaturen von fast 20 Grad am Mittag in der ersten Novemberwoche zurückgekehrt war. Schöne Grüße von Claire und Wölfchen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Das Bühnenbild: Sommerfrische mit Claire, Wölfchen und der Blick über Seen und Wälder der Mark Brandenburg. Mittendrin, das preußische Schloss, einst von Kronprinz Friedrich gebaut und nach seiner Ernennung zum König, seinem Bruder Prinz Heinrich überlassen. Der lebte fast 50 Jahre hier und prägte das heutige Bild der Anlage. Schloss Rheinsberg historisch – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Schloss Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Wie sagte sie Jeanette Lehmann über die Sehnsucht nach der Sommerfrische so richtig: Die Berliner Luft war alles andere als gut in dieser Zeit! Gerade deshalb wurde die Sommerfrische zum Inbegriff der freien Zeit zunächst von besser gestellten Bürgern und später auch von Arbeitern. Talkgast Jeanette Lehmann – Foto: privat Die Entwicklung eines Lebensgefühls Das Beispiel Rheinsberg zeigt, was Sommerfrische konnte und warum gerade Rheinsberg zum Paradebeispiel wurde. Das geschah lange nach Prinz Heinrich und dem „Alten Fritz“ und war vor allem der Landschaft im nördlichen Brandenburg zu verdanken. Wälder, Seen, Sonne, frische Luft und das Gefühl der Freiheit zum Durchatmen. Erleichtert wurde der Zugang durch die Ende des 19. Jahrhunderts eingerichtete Bahnverbindung in die Stadt am Grienericksee und dicht am Neuen Rheinsberger See. Grienericksee – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Die Geschichte der Sommerfrische Sie ist das Thema des Reiseradio-Talks. Vom frühen 20. Jahrhundert bis in die heutige Zeit lassen wir dieses Phänomen Revue passieren. Der Zeitrahmen reicht vom späten wilhelminischen Kaiserreich über 1. Weltkrieg, die 1920er Jahre, Nazizeit und 2. Weltkrieg, die DDR bis in die heutige Zeit. Unterschiedlichste Ausprägungen und Sehnsüchte gab es. Unterschiedlich wurde Sommerfrische definiert und gelebt. Geblieben ist all die vielen Jahre die Idylle des Städtchens Rheinsberg und der Wälder und Seen im nördlichen Brandenburg. Brandenburger Seenplatte – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Bemerkenswert, so Jeanette Lehmann, ist die Tatsache, dass die alte Sommerfrische heute im modernen Gewand wieder neue Erfolge gefeiert. Sie sagt, dass sich der Weg vom Durchatmen zum „Endlich mal Runterkommen“ gar nicht so weit ist. Man muss sich nur darauf einlassen. Genau das ist das Problem der heutigen Zeit gekoppelt mit der Schwierigkeit sich darauf einzulassen und auch manch elektronische Detail und Luxusgut mal zu verzichten. Geht, wenn man es will. Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Rheinsberg kann mehr Davon wird in weiteren Podcasts die Rede sein. Was folgt sind Geschichten um Tucholsky, samt Claire und Wölfchen, das Schloss, seine Besitzer Friedrich der Große und (noch viel mehr) sein Bruder Prinz Heinrich. Das Schlosstheater, die „Musikkultur Rheinsberg“ mit Musikakademie, der Kammeroper, dem jährlichen Festival und vielen weiteren Veranstaltungen. Dann ist da die Ackerbauerstadt Rheinsberg. Was es mit diesem Begriff auf sich hat, werdet Ihr genauso erfahren und die Stadt kennenlernen. Schloss Rheinsberg mit Schlosstheater (links) – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Und dann ist da der Literat und Journalist Kurt Tucholsky, der das Städtchen Rheinsberg durch ein liebevolles Stück Literatur im ganzen Land bekanntgemacht hat. Das einzige deutsche Tucholsky- Museum findet sich im Schloss. Seine Literatur lässt sich in der „Kurt Tucholsky Buchhandlung“ in unmittelbarer Nähe des Kirchplatzes erwerben. Ich verspreche, hier gibt es auch ganz besonders schöne Ausgaben seiner Werke, neben allem, was ein kleiner aber sehr feiner Buchladen zu bieten hat. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Kinderliteratur. Das Städtchen Rheinsberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Jede Menge gibt es noch zu erzählen in den bald folgenden Reisestorys im Reiseradio. Neugierig gemacht, auf dass Ihr vielleicht selber hinfahrt, schaut und im Café Claire in Milchkaffee und „Birnen-Schmand-Kuchen“ schwelgt. Birnen-Schmand-Kuchen aus dem Café Claire – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Rheinsberg ist einfach eine Reise wert! Information Rheinsberg Schloss Rheinsberg Ruppiner Seenland Reiseland Brandenburg Hinweis Die Recherche für diesen Podcast wurde freundlich unterstützt von Tourismus Rheinsberg, dem Tourismusmarketing des Ruppiner Seenlands und vom Tourismusmarketing “Reiseland Brandenburg”. Meine journalistische Arbeit wurde nicht beeinflusst. Dieser Podcast enthält keine bezahlte Werbung! Der Rheinsberger “Post”-Obelisk – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Denkmal 2: Der “alte Fritz” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILDThe post D-RR300 – TALK: Rheinsberg und die Sommerfrische first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Jahrhundertelang wurde auf der Opernbühne geliebt, heterosexuell geliebt. Seit wenigen Jahrzehnten erst stehen eine Handvoll schwule Paare, noch weniger lesbisch Liebende und bloß eine trans Person im Zentrum von ein paar wenigen Opern. Die universelle Kunstform Oper war doch eigentlich schon immer recht queer – oder doch nicht? Seit den ersten Werken der Gattung traten schliesslich Männer verkleidet als Frauen auf, Frauen verkleidet als Männer. Hohe Stimmen intonierten männliche Charaktere, tiefe weibliche. Stimm- und Kleidertravestie waren gang und gäbe. Lange fielen explizit queere Stoffe und Homoerotik aber der Zensur oder Verschleierung zum Opfer, gleichgeschlechtliche Liebe durfte auch auf der Bühne nicht sein. Doch seit der letzten Jahrtausendwende werden die Liebespaare in Opern nun allmählich diverser, und das Repertoire beginnt so, die gesellschaftliche Realität etwas adäquater abzubilden. Einer der Pioniere, der ein fesselndes Werk mit schwulem Protagonistenpaar komponiert hat, ist der Basler Andrea Scartazzini. In der Sendung erzählt er von der Entstehung seines hochdramatischen und gross besetzten «Edward II.» aus dem Jahr 2017 und von dessen musikalischen Besonderheiten. In St. Gallen feierte 2023 die erste abendfüllende Oper über eine trans Ikone ihre Uraufführung: «Lili Elbe» des US-Amerikaners Tobias Picker. Um die Geschichte der dänischen Landschaftsmalerin authentisch erzählen zu können, arbeitete Picker während des Kompositionsprozesses mit der Baritonistin Lucia Lucas zusammen, welche auch ihre eigenen Erfahrungen einbrachte. Philipp Venables schliesslich vertonte für die Opernfestivals in Aix-en-Provence und Bregenz ein queeres Kultbuch aus den 1970er-Jahren: «The Faggots & Their Friends Between Revolutions» und schuf damit ein weiteres schillerndes Werk, welches andere Lebenswelten als die heterosexuelle auf die Bühne bringt. Ein Streifzug durch die queere Operngeschichte bis heute. Gespielte Werke: W. A. Mozart: Apollo et Hyacinthus (1767) K. Szymanowski: Król Roger (1926) F. Poulenc: Les Mamelles de Tirésias (1947) B. Britten: Billy Budd (1951) St. Wallace: Harvey Milk (1995) P. Eötvös: Angels in America (2004) R. Gordon: 27 (Kammeroper über Gertrude Stein und Alice B. Toklas, 2014) Ch. Wuorinen: Brokeback Mountain (2014) A. Scartazzini: Edward II. (2017) K. Chemirani: Negar (2022) P. Venables: The Faggots & Their Friends Between Revolutions (2023) T. Picker: Lili Elbe (2023) Literaturhinweis: Casta Diva - Der schwule Opernführer Rainer Falk & Sven Limbeck Querverlag, 2019 Erstausstrahlung: 16.07.2025
Die Hornistin Sarah Willis verbindet lateinamerikanische Tänze und Rhythmen mit der Musik des Salzburger Genies Wolfgang Amadé Mozart - das swingt nicht nur, sondern ist auch noch für einen guten Zweck. 2:05 – Aktuell: Herbst der Klavierwettbewerbe - Der Internationale Chopin-Wettbewerb in Warschau läuft noch zwei Wochen und kann aus aller Welt online mitverfolgt werden: chopincompetition.pl - Alon Kariv aus Israel hat den Kissinger KlavierOlymp 2025 gewonnen. - Der Franzose Paul Lecocq triumphierte beim Concours Clara Haskil 2025, den Mitschnitt des Finalkonzerts senden wir "Im Konzertsaal". 11:11 – Kaffee Gespräch mit der Hornistin der Berliner Philharmoniker Sarah Willis. 28:50 – Neuerscheinungen - Äneas Humm: "Sehnsucht - Kunstlieder von jüdischen Komponist:innen" (Rondeau 2025) - Haitham Haidar: "Zaytoun" (Athene 2025) 51:15 – Swiss corner Maxim Shalygin: "Amandante", Kammeroper nach Platons Symposion, für vier Stimmen und sechs Instrumentalisten. Nova Opera Ukraine, MRIYA Orchestra, Dirigent: Mikheil Menabde. Augustinerkirche am Münzplatz in Zürich, 14. Oktober 2025, 19:30 Uhr.
Jahrhundertelang wurde auf der Opernbühne geliebt, heterosexuell geliebt. Seit wenigen Jahrzehnten erst stehen eine Handvoll schwule Paare, noch weniger lesbisch Liebende und bloss eine trans Person im Zentrum von ein paar wenigen Opern. Die universelle Kunstform Oper war doch eigentlich schon immer recht queer – oder doch nicht? Seit den ersten Werken der Gattung traten schliesslich Männer verkleidet als Frauen auf, Frauen verkleidet als Männer. Hohe Stimmen intonierten männliche Charaktere, tiefe weibliche. Stimm- und Kleidertravestie waren gang und gäbe. Lange fielen explizit queere Stoffe und Homoerotik aber der Zensur oder Verschleierung zum Opfer, gleichgeschlechtliche Liebe durfte auch auf der Bühne nicht sein. Doch seit der letzten Jahrtausendwende werden die Liebespaare in Opern nun allmählich diverser, und das Repertoire beginnt so, die gesellschaftliche Realität etwas adäquater abzubilden. Einer der Pioniere, der ein fesselndes Werk mit schwulem Protagonistenpaar komponiert hat, ist der Basler Andrea Scartazzini. In der Sendung erzählt er von der Entstehung seines hochdramatischen und gross besetzten «Edward II.» aus dem Jahr 2017 und von dessen musikalischen Besonderheiten. In St. Gallen feierte 2023 die erste abendfüllende Oper über eine trans Ikone ihre Uraufführung: «Lili Elbe» des US-Amerikaners Tobias Picker. Um die Geschichte der dänischen Landschaftsmalerin authentisch erzählen zu können, arbeitete Picker während des Kompositionsprozesses mit der Baritonistin Lucia Lucas zusammen, welche auch ihre eigenen Erfahrungen einbrachte. Philipp Venables schliesslich vertonte für die Opernfestivals in Aix-en-Provence und Bregenz ein queeres Kultbuch aus den 1970er-Jahren: «The Faggots & Their Friends Between Revolutions» und schuf damit ein weiteres schillerndes Werk, welches andere Lebenswelten als die heterosexuelle auf die Bühne bringt. Ein Streifzug durch die queere Operngeschichte bis heute. Gespielte Werke: W. A. Mozart: Apollo et Hyacinthus (1767) K. Szymanowski: Król Roger (1926) F. Poulenc: Les Mamelles de Tirésias (1947) B. Britten: Billy Budd (1951) St. Wallace: Harvey Milk (1995) P. Eötvös: Angels in America (2004) R. Gordon: 27 (Kammeroper über Gertrude Stein und Alice B. Toklas, 2014) Ch. Wuorinen: Brokeback Mountain (2014) A. Scartazzini: Edward II. (2017) K. Chemirani: Negar (2022) P. Venables: The Faggots & Their Friends Between Revolutions (2023) T. Picker: Lili Elbe (2023) - - Literaturhinweis: Casta Diva - Der schwule Opernführer Rainer Falk & Sven Limbeck Querverlag, 2019
Fuchs, Jörn Florian www.deutschlandfunkkultur.de, Fazit
Ein surreales Spiel über eine junge Ehe, die von den Stimmen eines Hauses zerstört wird. Lyrik, szenisches Spiel, Geräusch, Monolog, aber auch Formen des Gesangs, die eine Kammeroper kennzeichnen und um moderne Formen wie Chanson und Paso Doble erweitert werden sollten, fanden hier Eingang. Hörspiel als Kammeroper von Silke Scheuermann Mit: Chris Pichler, Michael Rotschopf, Daniel Gloger, David Haller, Felix Dreher, der Frankfurter Hochschule für Musik und dem Offenbacher Streichquartett Hörspieleinrichtung, Komposition und Regie: Cathy Milliken, Dietmar Wiesner Produktion: HR/SWR/DLF/ZKM 2007
Ο Μάρκελλος Χρυσικόπουλος συμμετέχει στο φετινό, 3ο Φεστιβάλ Λατρευτικής Μουσικής, και μιλάει για τη Συμφωνία αρ. 14 του Σοστακόβιτς που θα παρουσιάσει στην Εναλλακτική Σκηνή της Λυρικής τη Μεγάλη Τρίτη. Για την παλαιά και νέα μουσική, το πάντρεμα των δύο και τον ρόλο του ως μαέστρος σε αυτό. Για τη συμμετοχή του και στα τρία Φεστιβάλ Λατρευτικής Μουσικής στην ανοιξιάτικη Αθήνα. Για το πώς, στο Φεστιβάλ, η λατρευτική μουσική εκτείνεται από τον Μπαχ μέχρι τον Τσιτσάνη και τον Μεσσιάν. Και για το τι μπορεί να σημαίνει «λατρευτική μουσική».Μάρκελλος Χρυσικόπουλος - βιογραφικόΟ Μάρκελλος Χρυσικόπουλος σπούδασε τσέμπαλο στην τάξη της Μαργαρίτας Δαλμάτη (Σχολή Βινιανέλλι Αθηνών) από όπου πήρε το δίπλωμά του με άριστα παμψηφεί, πρώτο βραβείο και το αριστείο της σχολής. Συνέχισε στο Παρίσι με τους Σάλβο Ρομέο και Ολιβιέ Μπωμόν, στο Πανεπιστήμιο Μοτσαρτέουμ του Ζάλτσμπουργκ με τους Κέννεθ Γκίλμπερτ και Ζήγκμπερτ Ράμπε και ολοκλήρωσε τις σπουδές του στο Ωδείο της Γενεύης (Βραβείο δεξιοτεχνίας με διάκριση) με την Κριστιάν Ζακκοττέ, της οποίας ήταν ο τελευταίος μαθητής. Έχει συμμετάσχει σε πολλές βραβευμένες ηχογραφήσεις για τις εταιρείες MDG, Sony και Decca. Είναι ιδρυτικό μέλος του συνόλου παλαιάς μουσικής Latinitas Nostra, με το οποίο έχει παρουσιάσει σε σκηνοθετημένη μορφή έργα του μπαρόκ ρεπερτορίου (Φεστιβάλ Αθηνών Επιδαύρου, Μέγαρο Μουσικής Αθηνών, Εναλλακτική Σκηνή ΕΛΣ) αλλά και πρωτότυπες παραγωγές βασισμένες στο πάντρεμα του μπαρόκ με άλλα είδη μουσικής (βυζαντινή, οθωμανική, ηλεκτρονική κ.ά.). Έχει διευθύνει τη Venice Baroque Orchestra σε έναν διπλό δίσκο με θέμα την Ολυμπιάδα σε λιμπρέτο του Μεταστάζιο (Naïve), ο οποίος απέσπασε τη διεθνή διάκριση Choc Musique. Ως αρχιμουσικός συνεργάζεται σταθερά με την Καμεράτα – Ορχήστρα των Φίλων της Μουσικής και έχει επανειλημμένα συμπράξει με την Κρατική Ορχήστρα Αθηνών και Θεσσαλονίκης αλλά και με σύνολα του εξωτερικού όπως Irish Baroque Orchestra, Bach Consort Wien, Kammerakademie Potsdam, Musica Viva Chamber Orchestra, Musikkolegium Winthertur κ.ά. Υπήρξε για τρία συνεχή χρόνια προσκεκλημένος αρχιμουσικός της Kammeroper στη Βιέννη. Επιπλέον, έχει διευθύνει σε Theater an der Wien, Ουίγκμορ Χολ, Όπερα του Μπάυρωυτ, Φεστιβάλ Χαίντελ του Χάλλε, αίθουσα συναυλιών Τσαϊκόφσκι του Ωδείου της Μόσχας κ.α. Επιμελήθηκε και παρουσίασε την εκπομπή Παλίμψηστο στο Τρίτο Πρόγραμμα της Ελληνικής Ραδιοφωνίας. Υπήρξε μέλος του Διοικητικού Συμβουλίου της Εθνικής Λυρικής Σκηνής.
Et ass just en Ufank vun enger 6-deeleger Serie. D'Protagonistin an der éischter Oper ass d'Amelia Earhart. Als Fra huet si vill Rekorder opgestallt. Ënner anerem ass si als éischt Pilotin eleng iwwer den Atlantik geflunn. D'Lëtzebuerger Komponistin Albena Petrovic huet dës Liewensgeschicht an engem Monodrama verschafft, eng Kammeroper mat nëmmen enger Sängerin. Mat dobäi ass de Lëtzebuerger Ensembel United instruments of Lucilin. D'Opféierung ass den 8. Mäerz 2025 um 18:00 am Kapuzinertheater an der Stad. D'Albena Petrovic schreift awer net nëmmen Operen. Si ass grad erëm vun New York, wou e Concerto vun hir an der Carnegie Hall opgeféiert gouf ...
Sie ist eine echte Musiktheater-Institution: die Kammeroper München. In kleiner Besetzung und oft auf das Wesentliche reduziert, präsentiert dieses Ensemble seit schon 20 Jahren Aufführungen für Opernneulinge, aber auch für eingefleischte Opernfans. Traditionell wird im Hubertussaal im Schloss Nymphenburg gespielt - als Sommeroper im Jubiläumsjahr steht ein schaurig-komischer Stoff auf dem Programm: "Die Weisse Dame" von Eugene Scribe.
Horst Vladar, Opernsänger und Regisseur, leitet die Neuburger Kammeroper zusammen mit seiner Frau Annette. Immer im Sommer werden in Neuburg absolute Opernraritäten aufgeführt, die selbst eingefleischten Fans häufig nicht bekannt sind.
Kann man alle Frauen in eine Schublade stecken? Und was ist eigentlich typisch Frau und typisch Mann? Mit diesen Fragen beschäftigt sich auf spielerische Weise die Kinderoper „Hamed und Sherifa“. Der libanesisch-französische Komponist Zad Moultaka hat sie 2015 komponiert, in seiner Musik begegnen sich Einflüsse aus dem Nahen Osten und dem Westen. Das Pfalztheater Kaiserslautern bringt die Kammeroper für Kinder ab acht Jahren nun auf die Bühne.
Die neue Oper „Dark Fall“ von Hans Thomalla klingt ähnlich wie „Dark Spring“, das Vorgängerstück, das ebenfalls im Auftrag des Nationaltheaters Mannheim entstanden ist. Ging es in „Dark Spring“ um die Nöte, die sexuelle Identität und das erste Mal von Jugendlichen, so widmet sich „Dark Fall“ Liebe, Verlangen und Autonomie im Alter. Im Zentrum steht eine Frau mit ersten Anzeichen einer Alzheimererkrankung. Gemeinsam mit dem Lyriker Joshua Clover ist so ein neues Musiktheaterstück entstanden, changierend zwischen Kammeroper und Musical für zwei Sängerinnen und zwei Sänger mit begleitendem Instrumentalensemble. In Szene gesetzt hat die Uraufführung im Schlosstheater in Schwetzingen Barbora Horáková.
Zum Auschwitz – Gedenktag bringt das Staatstheater Darmstadt außerplanmäßig die Kammeroper der israelischen Komponistin Chaya Czernowin auf die Bühne. In „Pnima“ geht es um die Weitergabe von Traumata an die nachfolgende Generation. In der Familie von Chaya Czernowin war das vor allem die Ermordung der Großeltern durch die Nazis und das Schicksal der zurückgebliebenen Kinder, ihre Eltern : „Als mein Vater 14 war, war er allein. Seine zwei Brüder und die schwangere Schwester wurden ermordet. Und auch meine Mutter ist in Polen mit ihren 8 – und 10 – jährigen Brüdern allein geblieben. Sie mussten jahrelang hungern“, so Chaya Czernwin. Die Eltern hätten später in Israel zwar über das Erlebte gesprochen, aber sie, die Kinder, durften nicht sagen, was mit ihnen los ist, bekamen nicht die Empathie, die nichttraumatisierte Eltern ihnen hätten geben können. In der Oper „Pnima“ ist der Zuschauerraum leer, das Publikum verfolgt das Stück von der Hinterbühne aus. Das symbolisiere die Leere, so die Komponistin. „Die Leere ist immer da, sie ist in uns. Das erfährt jeder, der Traumata, diesen unglaublichen Schmerz, erlebt hat.“ In der Oper wird nicht gesprochen, es gibt kein Libretto. „Das Schweigen ist kein ruhiges Schweigen, es steckt zwischen dem Bedürfnis zu sprechen und der Unmöglichkeit, weil alles zu heikel ist“. Sie habe die Oper zwar schon im Jahr 2000 geschrieben, also 23 Jahre vor dem Massaker der Hamas, aber die Themen der Oper seien immer noch lebendig und sie werden es in Zukunft sein.“ Der 7. Oktober passierte nicht in einem Vakuum. Es gab schon vorher Traumata, bei den Menschen in Gaza oder der Westbank. Aber für uns (Israelis) war es wieder ein Holocaust und es hat alle Gefühle von damals wieder zum Leben erweckt“, so Czernowin. Die Oper „Pnima – nach innen“ hat am Staatstheater Darmstadt am Samstag, den 27.1.24, Premiere.
Am 9. Dezember wird die Oper "As one" der Komponistin Laura Kaminsky am Theater Regensburg aufgeführtund damit zum ersten Mal szenisch in Deutschland. Erzähltwird die Geschichte der trans* Person Hannah. Wir waren bei einer öffentlichen Probe und haben dort unter anderem mit der Regensburger Dramaturgin Maxi Ratzkowski gesprochen.
Gestern Abend (27.9.2023) brachte das Musiktheater an der Wien eine moderne Kammeroper in der Wiener Kammeroper heraus. „Denis & Katya“ von Philip Venables. Richard Schmitz war für radio klassik Stephansdom dabei.
Der ACATIS AI Global Equities schlägt nicht nur den MSCI World Index, sondern auch die von Hendrik Leber diskretionär gemanagten Fonds. Damit macht er sich selbst ein wenig überflüssig und hat damit überhaupt kein Problem. Außerdem wwar die halbe Firma im Labor mit Gummibärchen!Shownotes:ACATIS AI Global EquitiesKarten für die Kammeroper im PalmengartenBand of Brothers
Richard Schmitz bverichtet über die letzte Premiere in der Wiener Kammeroper in dieser Saison. Erich Wolfgang Korngolds "Die stumme Serenade". Ist die stumme Serenade eine Oper? Oder doch eine Operette? Oder Komödie mit Musik? Ganz genau lässt sich das laut Richard Schmitz nicht einordnen. Peter Bording als Coclé setzt seine Stimme gut ein und gestaltet diesen unsicheren Schneider bravourös. Jasmina Sakr ist als Silvia ein Versprechen für das Fach der Operettendiva. Da stimmen der sichere Sopran, die Spielfreude und das Aussehen überein. Das Buffopaar Louise-Jenifer Lary und Borzalino-Paul Schweinester haben wenig zu tun, dürfen aber immerhin den Schlager „Luise, Luise du hast etwas“ singen. Stefano Bernardin hat als Ministerpräsident und als Bombenattentäter die unangenehme Aufgabe Liliputaner zu mimen. Reinwald Kranner spielt einen skurrilen Polizeichef. Alexander Strobele erregt als Drag Queen Heiterkeit. Die Mannequins Diana Bärhold, Lilia Höfling und Lucia Miorin singen und tanzen sich durch die turbulente Handlung. Die Inszenierung von Dirk Schmeding setzt voll auf die Ironisierung des Werkes; Bühne und Kostüme unterstützen ihn dabei. Die Choreographie von Kerstin Ried verschont auch die Sänger nicht und steigert das Doppelbödige des Ablaufs. Ingo Martin Stadtmüller steuert mit nur neun Musikern den entsprechenden Sound bei. Wertnote 8,2 (wobei Richard Schmitz in der Aufnahme ein kleiner Versprecher bei der Benotung passiert ist. Also nicht die angesprochenen 7,2)
Die Kammeroper München bringt Mozarts Oper "Le nozze di Figaro" jetzt im Schloss Nymphenburg auf ihre ganz eigene Weise auf die Bühne: in reduzierter Besetzung und deutlich eingekürzt. Trotzdem sind alle Nummern in der Oper enthalten. Wie das mit dem Kürzen trotzdem klappen konnte, weiß Donata von Reiche. Sie war für BR-KLASSIK bei einer Probe dabei.
Wolfgang Rihm gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Komponisten. Die Salzburger Festspiele widmen ihm eine Hommage und bringen "Jakob Lenz" konzertant zur Aufführung. Darum überzeugt diese emotionale Kammeroper.
Die Salzburger Hommage an Wolfgang Rihm brachte am zweiten Tag die Kammeroper „Jakob Lenz“. Die konzertante Aufführung im Mozarteum besuchte radio klassik Stephansdom Opernexperte Richard Schmitz. Festspiele wie sie sein sollen: Ein unbekanntes Werk in exzellenter Umsetzung. Tatsächlich ist diese Kammeroper ein beeindruckendes Werk. Jakob Lenz war ein Dichter im Sturm und Drang des 18.Jahrhunderts, dessen Weg in den Wahnsinn Georg Büchner aufgezeichnet hat. Der Sozialreformer und Pfarrer Johann Friedrich Oberlin hatte die entsprechenden Unterlagen geliefert. Seine Bemühungen um Lenz zeigt auch die Oper. Doch die Herausforderung ist zu groß. Kaufmann – ein Freund von Lenz – und Oberlin stellen fest, dass sie dem Dichter nicht mehr helfen können. Lenz murmelt nur mehr ein Wort: „konsequent“. Damit endet die Oper. Das Ensemble Le Balcon stellt nicht nur das kleine Orchester sondern auch sechs Sänger, die die inneren Stimmen des Titelhelden ausdrücken. Diese Formation entstand am Conservatoire de Paris. Sie ist für die Realisation von Rihms Vorstellungen prädestiniert. Die musikalische Leitung hat Maxime Pascal. Der französische Dirigent arbeitet alle Facetten der Partitur heraus. In der Titelrolle brilliert der Wiener Georg Nigl. Er packt alle sängerischen Fähigkeiten aus, Bruststimme, Kopfstimme, Falsett und gehauchte Töne immer in Übereinstimmung mit der Emotion, die er zum Ausdruck bringen will. Damien Pass singt den um Lenz bemühten Oberlin und John Daszak den Freund Kaufmann. Ebenfalls mit vollem Einsatz. Auch die vier Knaben der Salzburger Festspiele und Theater Kinderchors erfüllten ihre Aufgabe bestens. Nach Ende des Stückes brach nach einer Minute der Betroffenheit berechtigter Jubel aus. Das Mozarteum tobte. Auch der anwesende Komponist Wolfgang Rihm wurde einbezogen. Dass es bald Standing Ovations gab, mag auch auf die unbequemen Sitze zurückzuführen sein. Es spricht für Bundespräsident Alexander van der Bellen, dass er nicht nur die große Bühne sucht, sondern sich auch diesem sperrigen Juwel gewidmet hat. Erfreulich war auch, dass viele junge Besucherinnen und Besucher verstanden und gejubelt haben. Ein exemplarischer Abend. So sollen Festspiele sein. Wertnote: 8,8/10 Punkten.
SZ: Herausfordernd, aber gut - so urteilten die Kritikerinnen und Kritiker nach der gestrigen Festspielpremiere der Kammeroper "Kapitän Nemos Bibliothek" von Johannes Kalitzke auf der Werkstattbühne. (OTs: Katharina van Glasenapp, Neue Vorarlberger Tageszeitung; Elisabeth Schwind, Südkurier Konstanz; Red: Annette Raschner)// SZ: Mit den Ohren eines Komponisten - Wir haben uns die Bregenzer Seebühnen-Produktion "Madame Butterfly" gemeinsam mit Marcus Nigsch angehört (OTs Marcus Nigsch, Komponist/ Michael Levine, Bühnenbildner/ Antony McDonald, Kostümbildner/ Lucy Burge, Choreografin)// SZ Im Kino läuft die Tragikomödie "Der perfekte Chef" an( REd. Schnötzinger; OT Regisseur Fernando Léon de Aranoa )// SZ: Im Focus geht es um die FRage, was ein belastendes EReignis für Kinder zum Trauma macht, mehr dann im Laufe der heutigen SEndung. Aber wie immer starten wir musikalisch in die SEndung, heute mit Ginfriday( REd. Georg Fabjan; OT MIriam Rassenhofer, Psychotherapeutin)// MO
William Shakespeares Stück "Der Sturm" bei den Bregenzer Festspielen: Topaktuell, dennoch bezaubernd phantasievoll und gespickt mit Denkanstößen (Red.: Ines Hergovits-Gasser; OT's: Jan Bosse, Regisseur; Wolfram Koch, Prospero; Lorena Handschin, Ariel; Linn Reusse; Miranda/Gonzalo) // Gemische Gefühle - die Kritikerreaktionen auf die diesjährige Hausoper der Bregenzer Festspiele - "Sibirien" von Umberto Giordano - fallen höchst unterschiedlich aus (Red: Annette Raschner) // Die große Welt der Kultur als Trösterin und Retterin - die Bregenzer Festspiele präsentieren auf der Werkstattbühne die zeitgenössische Kammeroper "Kapitän Nemos Bibliothek" mit Sängern und Puppen. (OTs: Johannes Kalitzke, Komponist; Christoph Werner, Regisseur; Red: Annette Raschner) // Veranstaltungstipps fürs Wochenende (Red.: Ines Hergovits-Gasser) // Moderation: Ines Hergovits-Gasser
Gottesdienst-Vis-à-vis: The Turn of the Screw (Kammeroper) | Tobias Treseler mit einer Einführung von Elisabeth Wirtz
Anlässlich des 100. Geburtstages von Sophie Scholl am 9. Mai möchte Georges Delnon, der Intendant der Staatsoper Hamburg, ein Zeichen setzen. Die Widerstandsbewegung "Weiße Rose", in der sich Sophie und ihr Bruder Hans Scholl mit Leib und Leben gegen die Nationalsozialisten auflehnten, müsse in Erinnerung bleiben: "Man darf nicht wegschauen." Neuinszenierung durch Oper und Filmkunst Udo Zimmermanns Kammeroper "Weiße Rose" von 1986 wird dazu vollkommen neu inszeniert: Als handgezeichneter Animationsfilm, ergänzt durch reale gefilmte Darstellerinnen und Darsteller soll die Graphic Opera vor allem ein junges Publikum ansprechen. Oper und Filmkunst schaffen in dieser Neuinszenierung unter der Regie von David Bösch einen einzigartigen und sehr berührenden Zugang zu dem historischen Stoff. Am 9. Mai feiert die Graphic Opera in virtueller Form Premiere und kann auf der Homepage der Staatsoper Hamburg angeschaut werden. Bei NDR Kultur à la carte spricht Georges Delnon über die Chancen dieses besonderen Formats und darüber, welchen Beitrag Oper zur Erinnerungskultur leisten kann und muss.
In Freiburg trifft Regie-Star Herbert Fritsch auf seinen alten Bekannten, den Intendanten Peter Carp. Bei ihm hat er in Luzern und Oberhausen seine ersten Schritte als Regisseur gemacht. Am Freiburger Theater inszeniert Fritsch – ganz Pandemie-Richtlinien-konform – eine Kammeroper des britischen Komponisten Peter Maxwell Davies: „Mr. Emmet takes a walk“ aus dem Jahr 2000.
Seit über fünfzig Jahren bereichert die Kammeroper das Neuburger Kulturleben. Und das soll auch in pandemischen Zeiten so sein. Während die meisten Sommer-Festspiele wegen Corona ausfallen, will die Neuburger Kammeroper ab Mitte Juli im Biedermeier-Zentrum in der historischen Neuburger Altstadt auf die Bühne.
Innerhalb nur weniger Tage komponiert Gordon Safari die neue Kammeroper „Tag 47“. Seine erste Oper, in der er aus der eigenen Isolation heraus die Situation von Menschen schildert, deren Leben in der Coronakrise aus den Fugen gerät. Im SWR2 Musikgespräch mit Jörg Lengersdorf spricht Gordon Safari über die Grenzerfahrung zwischen digitaler und analoger Welt, die musikalische Umsetzung der Kammeroper mit Hilfe eines MIDI-Orchesters und erklärt, welche Herausforderungen die Entwicklung der „Digital Opera“ in so kurzer Zeit mit sich bringt.
Die Inszenierung "La Cenerentola" in der Kammeroper in Altona ist ein Highlight des Wochenrückblicks. Dazu: der Saisonstart im Hansa-Theater und in der Laeiszhalle.
Die Kammeroper München feiert ihr 15-jähriges Bestehen. Ihr Programm zeichnet sich vor allem durch Werke aus, die nicht auf der großen Opernbühne gespielt werden, wie etwa die Neukomposition "Das Gespenst von Canterville", die am 28. August Premiere feiert.
Die Kammeroper München, die in der Vergangenheit bereits Opern von Haydn und Rossini in publikumsnahen und fantasievollen Inszenierungen zur Aufführung brachte, präsentiert ab 23. August Mozarts Dramma giocoso "Così fan tutte" im Schloss Nymphenburg.
"Die Weiße Rose" gilt als Symbol für Zivilcourage und den deutschen Widerstand gegen das NS-Regime. In seiner Kammeroper von "Die Weiße Rose" erzählt der Komponist Udo Zimmermann die letzten Stunden der Geschwister Scholl. Am 8. Oktober feierte das Werk im Theater Augsburg Premiere.
Sechs Jahre ist Neil Hannon, Master-Songschreiber von The Divine Comedy, anderweitig beschäftigt gewesen: Er hat unter anderem ein Seeräuber-Musical für Kids, eine Kammeroper und ein zweites Album über Cricket geschrieben. Jetzt gibt es endlich eine neue Platte von The Divine Comedy namens „Foreverland“. >> Artikel zum Nachlesen: https://detektor.fm/musik/album-der-woche-the-divine-comedy-foreverland