Das wöchentliche Magazin aus Religion und Gesellschaft.

In früheren Zeiten verzichteten Christinnen und Christen in der vorösterlichen Fastenzeit konsequent auf Fleisch und andere tierische Produkte wie Eier. Die Tradition des Verzichts praktizieren viele heute noch. Auch im Islam wird gefastet. Im Ramadan wird darauf geachtet, erst nach Sonnenuntergang Speisen und Getränke zu sich zu nehmen. Beide Fastenzeiten finden in diesem Jahr praktisch zeitgleich statt. Was ist der Kern dieser Wochen des Verzichts? Wie will man seinem Gott näher sein? Geht es um eine spirituelle Reise?

Was Krieg bedeutet, das haben bisher nur wenige am eigenen Leib erfahren. Von denen, die als junge Soldaten aktiv am Krieg teilgenommen haben, leben nur noch sehr wenige. Doch oft wirkt Tod, Trauer, Angst, Hunger, Zerstörung weiter, weit über das eigene Leben hinaus. Therapeuten wissen inzwischen: Was die Vorfahren erlitten haben, kann bei Kriegskindern, Kriegsenkeln und -urenkeln weiterwirken. Transgenerationale Traumata werden auf den ersten Blick häufig als unerklärliche Ängste, Aggressionen und Verhaltensweisen erlebt. Auch viele Soldaten im Auslandseinsatz leiden unter Depressionen und Angststörungen.

„Wie man Feindbilder schafft“ erzählt von der Entstehung der Propaganda aus dem Geist der Inquisition. Was einst in Rom begann, findet heute seine Fortsetzung in den sozialen Medien. Christfluencerinnen predigen eine Weltsicht von „Licht“ gegen „Dunkel“, sie beschwören einen heiligen Kampf von „Gut gegen Böse“. Auch islamistische Influencerinnen erreichen Hunderttausende mit radikalen Botschaften und stacheln zum Dschihad auf. Propaganda funktioniert längst nicht mehr nur über Kanzeln, sondern über Feeds, Reels und Hashtags. Wie wird dieser Krieg um die Köpfe in der Religion geführt – und wer stemmt sich dagegen? Der Islamwissenschaftler Eren Güvercin und die Juristin Liane Bednarz analysieren die Propaganda und zeigen auf, wie gefährlich digitale Heilsbotschaften heute geworden sind.

Mit Beginn des Jahres 2026 ist das neue Wehrdienstgesetz in Kraft getreten. Gleichzeitig hat die Bundesregierung die Finanzierung der Freiwilligendienste verbessert. Aber reicht das aus? Oder wäre es sinnvoller, mit einem Wehrdienst auch einen Sozialen Pflichtdienst einzuführen? Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier fordert schon länger die Einführung eines Gesellschaftsjahres. Gleichzeitig gibt es daran Kritik - und einen Gegenvorschlag. Wir schauen auf die aktuelle Situation der Freiwilligendienste und diskutieren über das Modell eines Sozialen Pflichtdienstes.

Vor zwei Jahren wurde die sogenannte ForuM Studie veröffentlicht. Ein unabhängiger Forschungsverband hatte sich intensiv mit dem Thema Sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche beschäftigt. Darin wurden auch Empfehlungen ausgesprochen, die unter anderem einheitliche Standards bei den Anerkennungsleistungen für das erlittene Leid und bei der Aufarbeitung vorsahen. Wir blicken in unserem Podcast nach Niedersachsen. Denn dort gilt wie auch bundesweit seit dem 1. Januar eine neue Ordnung für die Anerkennungsverfahren in den evangelischen Kirchen. Und wir schauen auf das Projekt der URAK, der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission, eine Kommission, deren Arbeit eigentlich schon im vergangen März starten sollte, aber dazu kam bislang nicht. Warum eigentlich?

Vielerorts zeigt sich: Die Gesellschaft in Deutschland ist polarisiert. Das gilt auch für das Thema Krieg und Frieden. Nicht selten ist der Ton rau. Positionen prallen scheinbar unversöhnlich aufeinander. Gegen diese Entwicklungen versuchen zahlreiche Gruppen anzugehen: Sie wollen Brücken bauen, anstatt Gräben zu vertiefen. So wie die Initiative „Verständigungsorte“ der evangelischen Kirche, wo kultivierter Streit erwünscht ist, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. So wie die Initiative „Kurve Wustrow“, die im niedersächsischen Wendland trainiert, wie man Konflikte gewaltfrei löst.

Seit mehr als 14 Jahren ist die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt. Seit 2011 mussten sich daher junge Männer nicht mehr mit der Gewissensfrage auseinandersetzen, ob sie bereit sind zum Dienst an der Waffe oder nicht. Das Thema Krieg und Frieden war aus den Familien und aus der Öffentlichkeit verschwunden. Mit Beginn des Ukraine-Kriegs hat sich das geändert. Die aktuelle Diskussion um die Einführung einer neuen Wehrpflicht ist auch wieder bei den Jugendlichen angekommen. Frieden erhalten – aber wie? Was will die junge Generation verteidigen und was denkt sie über die Wehrdienstdebatte?

Schon immer waren die Sterne und Sternbilder Orientierungspunkte für die Menschen. Frühere Kulturen erzählten sich ihre Schöpfungsmythen anhand der Sternbilder, die den nächtlichen Himmel erleuchteten. Für islamische Gelehrte waren die Sterne Fixpunkte, um Mekka zu finden. Und das christliche Bild des Sternes über Bethlehem, dem die Magier, oder Könige folgen, um den neugeborenen Jesus zu ehren, hat bis heute nichts an seiner Strahlkraft verloren. Warum verbinden wir so viel mit den Sternen? Wo verläuft die Trennlinie zwischen Glauben und Wissenschaft? Wie festigten islamische Herrscher ihren politischen Einfluss mithilfe der Sterne? Und was war das eigentlich genau für ein Stern, der die drei Weisen geleitet hat?

Das Jahr ist fast zu Ende. Wir stecken kalendarisch mittendrin, in der Zeit zwischen den Jahren. Was geht, was kommt? Klar ist, damit etwas Neues anfangen kann, muss häufig erst etwas enden. Das aber muss dann keineswegs ein Endpunkt oder eine Art Sackgasse sein. In dieser Folge geht es deshalb um das Aufhören und um Wege, die sich dann erst zeigen.

Hoffnung ist immer eine Option, sagt die Benediktinerin Schwester Philippa Rath. Was aber, wenn die Hoffnung schwerfällt? Was, wenn die Angst übermächtig wird? Was, wenn man nicht weiß, was die ureigenste Aufgabe im Leben sein könnte? Vielen Menschen gehen in diesen eher ruhigen Weihnachtstagen Fragen durch den Kopf. Über Ängste, über Hoffnung und das Kreisen der Gedanken spricht Martina Kothe mit der Ordensschwester Philippa Rath in dieser Folge von Vertikal Horizontal, dem Podcast aus der NDR Redaktion Religion und Gesellschaft.

Frieden schaffen – ohne Waffen. Anfang der 1980er Jahre demonstrierten in der Bundesrepublik Hunderttausende gegen den Nato-Doppelbeschluss. Auch in der DDR regte sich Protest gegen die zunehmende Aufrüstung. Unter dem Dach der Kirche warnten nicht nur Christen vor der Gefahr eines Atomkriegs. Gut 40 Jahre später ist die Diskussion um Aufrüstung und Atomwaffen nicht beendet, doch seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine hat sich die Stimmung in Deutschland geändert. Die Aufrufe der Friedensbewegung verfangen deutlich weniger. Viele Menschen bezweifeln, dass sich die angegriffene Ukraine ohne Waffen wehren kann. Müssen die Grenzen der Gewaltfreiheit neu verhandelt werden?

Mehmet Akif Dökmetas hat es geschafft: Nach seiner Ausbildung am Islamkolleg Deutschland wurde er als Gefängnisseelsorger angestellt. Bisher haben jedoch nur wenige Absolventen der staatlich geförderten Imamausbildung einen gut bezahlten Job als Geistlicher gefunden. Die Frage der Finanzierung ist nach wie vor ungeklärt. Dabei sollen die deutschen Moscheen schrittweise unabhängig werden von ausländischen Geldgebern wie der türkischen Regierung und ihrem Einfluss. Doch in Zusammenarbeit mit dem Osnabrücker Islamkolleg bildet nun auch der umstrittene Islamverband DITIB mehr Imame in Deutschland aus. Rund 50 islamische Theologen aus der Türkei sind bereits eingetroffen und lernen Deutsch. Welches Islambild vertreten die neuen Imame? Und welche Rolle können sie als Brückenbauer spielen?

Luft – sie ist unsichtbar und doch überall. Sie trägt uns, verbindet uns, und ohne sie gäbe es kein Leben. Erst wenn sie fehlt, merken wir, wie wesentlich sie ist. Doch Luft ist nicht nur ein physisches Element – sie hat auch eine tiefe spirituelle Dimension. In allen drei großen Religionen spielt der Atem eine zentrale Rolle: als Lebenshauch, als Zeichen göttlicher Gegenwart, als Brücke zwischen Himmel und Erde. Was bedeutet dieser göttliche Atem im Judentum, im Christentum und im Islam?

Ohne ehrenamtlich Engagierte würde in den christlichen Kirchen nicht viel laufen. Das ist unstrittig. Je mehr den Kirchen aber die Mitglieder abhandenkommen, desto wichtiger ist es, Jugendliche und junge Erwachsener fürs Ehrenamt zu motivieren. Denn sie sind die Zukunft. Wie müssen die Rahmenbindungen sein, damit die nachwachsenden Generationen zum Engagement bereit sind? Wir stellen Beispiele vor, wie es den Kirchen und ihren Wohlfahrtsverbänden gelingen kann, auf Jugendliche und junge Erwachsene zuzugehen.

Eine Flussbestattung, die Aufbewahrung der Urne zuhause, die Weiterverarbeitung eines Teils der Asche zum künstlichen Diamanten, das Verstreuen der Asche im eigenen Garten, Tuchbestattung auch aus nichtreligiösen Gründen: Dies alles ist seit kurzem in Rheinland-Pfalz möglich. Doch am liberalsten Bestattungsgesetz Deutschlands scheiden sich auch die Geister. Zu den Kritikern gehören die christlichen Kirchen. Aus ihrer Sicht sind einige der neuen Bestattungsformen nicht mit der Würde Verstorbener vereinbar. Und das Gesetz trage dazu bei, den Tod weiter aus der Gesellschaft zu verdrängen.

Immer wieder sorgen Kunstwerke, die Glaube und Religion thematisieren, für Konflikte. Die Podcastfolge unternimmt eine Zeitreise und beleuchtet unterschiedliche Fälle in der Geschichte der Bundesrepublik. Vom Schwarzweißfilm „Das Gespenst“ über eine Bombendrohung am Theater Heilbronn bis zu einem gelben Fleck auf der Soutane von Papst Benedikt XVI.. Und auch in der Gegenwart bleibt das Thema relevant, wurde doch im Sommer erst am Theater Osnabrück ein Stück über den Missbrauchsskandal der katholischen Kirche abgesagt. Warum kommt es zum Konflikt? Und welche Folgen hatten Kritik und Boykott für die Kunstwerke und Ihre Schöpfer*innen?

Hunderttausende Geflüchtete kamen 2015 vor allem über die Balkanroute nach Deutschland. Eine enorme Herausforderung für Städte und Kommunen, aber auch für die Kirchen- und Moscheegemeinden im Norden. Kanzlerin Angela Merkel erklärte damals: „Wir schaffen das“. Wir fragen nach: Was wurde geschafft? Nach der Euphorie der Willkommenskultur folgte die mühsame, alltägliche Integration mit vielen Höhen und Tiefen.

In diesen Tagen wird der Heiligen und der Verstorbenen gedacht. Was hat es auf sich mit den alten und neuen Heiligen?

Kaum ein Element hat so viele Gesichter wie das Feuer: Es wärmt, leuchtet, schützt – und kann doch alles vernichten. Seit Jahrtausenden fasziniert es Menschen – als Naturgewalt, als Quelle des Lebens, als Zeichen göttlicher Macht. In vielen Religionen spielt das Feuer eine zentrale Rolle. Im Alten Testament erscheint Gott im brennenden Dornbusch. Im Christentum wird das Feuer auch mitunter theologisch als Bild für den Heiligen Geist gedeutet– und in der islamischen Mystik steht es besonders für innere Reinigung, Energie und göttliches Licht. Ein Podcast über das Element Feuer und seine religiöse Symbolik.

Das Element Erde spielt seit Menschengedenken eine zentrale Rolle – in den Religionen, im Leben, in Erzählungen und in der Mystik. Die Erde trägt und nährt. Doch sie ist weit mehr als Boden unter den Füßen. In vielen Religionen steht sie für Schöpfung, Demut und göttliche Nähe. In der Bibel heißt es: „Denn Staub bist du, und zum Staub kehrst du zurück.“ Im Koran fast identisch: „Aus Erde haben Wir euch erschaffen, in sie kehren wir zurück.“ Und auch im Judentum gilt sie als Zeichen des Bundes zwischen Gott und den Menschen – als Geschenk und Verantwortung zugleich. Welche spirituelle, symbolische und vielleicht auch existentielle Bedeutung hat dieses Element in den unterschiedlichen Religionen?

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, so beschwört es Hermann Hesse. Wer einen Neuanfang wagt, hat vorher meist eine Krise erlebt, einen Verlust, ein unerwartetes Wegbrechen des sicheren Bodens unter den Füßen. Eine Witwe etwa, die nach einer Trauerphase lernt, ihr Leben allein zu bewältigen. Ein Geflüchteter, der sich in einem neuen Land und einer fremden Sprache zurechtfinden muss. Eine Krebskranke, die nach Diagnose und Therapie mit einem veränderten Körper und der Angst vor einem Rückfall leben muss. Ein Konvertierter, der aus einer Glaubenskrise in einer neuen Religion seine spirituelle Sprache sucht. Ein Neustart hat was von Auferstehung: aus dem Dunkel zu neuem Leben - aber mit dem Wissen ums frühere Scheitern. Menschen nach einem Neuanfang erzählen, was ihnen dabei hilft und Hoffnung gibt.

Zwei Jahre liegt der 7. Oktober 2023 zurück. Dem Hamas-Terror fielen mehr als 1.200 Israelis zum Opfer. Über 250 Menschen wurden als Geiseln verschleppt. Der dadurch ausgelöste Gaza-Krieg mit all seinem Schrecken und Leid bestimmt seitdem die Schlagzeilen. Das Massaker der Hamas, der Ausgangspunkt des Krieges, rückt dabei mehr und mehr in den Hintergrund. Doch für Jüdinnen und Juden in Deutschland ist der 7. Oktober nach wie vor präsent. So zeigt sich Antisemitismus immer drastischer und unverhohlener. Sorgen und Ängste nehmen zu. Der 7. Oktober 2023 hat tiefe Spuren in der jüdischen Gemeinschaft hinterlassen. Wie blicken Jüdinnen und Juden hierzulande auf die vergangenen zwei Jahre und ihre aktuelle Situation?

Den einen Schöpfergott, der in sieben Tagen die Welt erschafft, gab es in Erzählungen im Asiatischen Raum nie. Vielmehr existiert dort bis heute eine Vielzahl an unterschiedlichsten Geschichten mit vielfältigen Göttern und Schöpferwesen. In China ist es der Riese P'an Ku, der aus einem Weltenei schlüpft, in Indien zählt man an die 500 Schöpfungsmythen, auch dort entsteht die Welt aus einem Ei, oder wird ein riesiger Milch-Ozean zu Schaum geschlagen. Wie kann man diese bunte Vielfalt mit der Schöpfung durch den einen Gott, wie sie im Christentum, Judentum und Islam gelehrt wird, vergleichen? Warum entstand in Asien nicht auch eine monotheistische Religion? Und was hält zum Beispiel die Kommunistische Partei Chinas von den traditionellen Schöpfungsgeschichten?

(Fast) jeder Mensch flucht. Das Fluchen dient dem Spannungsabbau und ist das böse Wort erstmal heraus, geht es einem schon ein wenig besser. Besonders in früheren Zeiten wurden zum Schimpfen und Fluchen alle wichtigen Personen aus der Bibel herangezogen: Jesus, Maria und Josef, Gott sowieso und der Teufel auch, daneben noch die heiligen Sakramente und das Kruzifix. Warum aber benutzen wir das Heilige um zu (ver)fluchen? Gibt es unterschiedliche Traditionen des Fluchens im Norden und im Süden?

Im Dunkeln kämpfende Engel, ein übergeordnetes Wesen, das alle Geschlechter in sich vereint und ein Huhn, dass so lange im Wasser scharrt, bis Land auftaucht. Die afrikanischen Erzählungen über den Ursprung der Welt sind so bunt, spannend und vielfältig wie der Kontinent selbst. Welche Gestirne erzählen heute noch von der Schöpfung der Welt? Wie tief verwurzelt sind die Geschichten im Alltag der Menschen? Und welche Lehren kann man aus den Geschichten ziehen? Antworten auf diese Fragen suchen wir in der neuen Ausgabe von Vertikal Horizontal: „Glaube, Ursprung, Sinn – Was erzählen uns die Schöpfungsmythen Afrikas?“

Ist ein Mensch krank, dann wird beim Arzt eine Diagnostik gemacht und eine Therapieempfehlung ausgesprochen. Der kann die Patientin oder der Patient folgen oder auch nicht. Es ist eine persönliche Entscheidung. Wie aber ist es bei Kindern, die noch nicht selbständig entscheiden können? Wir beleuchten in unserem zweiteiligen Podcast: wo liegen die ethisch-medizinischen Grenzen in solchen Situationen? Was dürfen Ärzte entscheiden, um das Wohl des Kindes zu schützen, und wo müssen sie die Rechte und Gefühle der Eltern respektieren?

Ist ein Mensch krank, dann wird beim Arzt eine Diagnostik gemacht und eine Therapieempfehlung ausgesprochen. Der kann die Patientin oder der Patient folgen oder auch nicht. Es ist eine persönliche Entscheidung. Wie aber ist es bei Kindern, die noch nicht selbständig entscheiden können? Wir beleuchten in unserem zweiteiligen Podcast: wo liegen die ethisch-medizinischen Grenzen in solchen Situationen? Was dürfen Ärzte entscheiden, um das Wohl des Kindes zu schützen, und wo müssen sie die Rechte und Gefühle der Eltern respektieren?

Die Zukunft des Religionsunterrichts wird kontrovers diskutiert. Nur noch rund die Hälfte der Schülerinnen und Schüler gehören einer Kirche an; in Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern ist es nur noch eine kleine Minderheit. Ist es da noch legitim, unter Beteiligung der Kirchen konfessionellen Religionsunterricht anzubieten? In Niedersachsen wählt man nun das Modell eines überkonfessionellen Christlichen Religionsunterrichts. Oder sollte man gleich den Hamburger Weg beschreiten, wo seit Jahrzehnten ein Religionsunterricht für alle angeboten wird?

„Wenn ich tanze, vergesse ich alles. Den schlimmsten Anruf und die verzweifelsten Betroffenen“. Deborah Buschendorf ist Polizistin. Sie verhindert Verbrechen und schützt damit Opfer. Zweimal die Woche streifen sie und ein Dutzend weiterer Polizistinnen die Uniformen ab und tauchen ein in Klang und Farbe. Als Tanzgruppe Police Revolution bringen sie zum Beispiel die Ostergeschichte auf die Bühne mit Dancefloor, Hiphop und akrobatischer Gymnastik. Susanne Müller-Kölmel und ihre Mal-Schülerinnen schöpfen dagegen Kraft beim Malen und Gestalten. Einmal die Woche steht die Künstlerin aus Solingen ihren langjährigen MalschülerInnen beim Kunstkurs der VHS zur Seite. Hiobsbotschaften aus Gesellschaft und Politik oder persönliche Schicksalsschläge? Vermalt, vertanzt, verarbeitet. Im kreativen Prozess entsteht neue Kraft, da sind sie sich alle einig. Die Künstlerinnen erklären, wie Pinsel und Farbe den Alltag meistern helfen. Die Polizistinnen tanzen vor, wie das gemeinsame Erarbeiten von Choreographien ihre Resilienz im Einsatz stärkt. Die siebenteilige Sommerreihe ist eine Kooperation von ARD-Religionsredaktionen.

Trostspender, Energiepakete, Wegbegleiter: das alles bieten Rituale. Oft sind sie Jahrhunderte alt und doch ganz gegenwärtig und individuell. In einem Ritual liegen oft Erfahrungen vieler Generationen, die oft neu belebt werden. Sie geben Orientierung, schaffen Zusammengehörigkeit und helfen Krisen zu bewältigen. Rituale gehören seit jeher zum religiösen Leben, in der Spiritualität und im Alltag. Wir begleiten christliche Pilgerwege im Glottertal im Schwarzwald, eine jüdische Großstadtgemeinde und den Komponisten Helge Burggrabe, der mit seiner Musik Rituale im Labyrinth der Kathedrale von Chartres belebt. Die siebenteilige Sommerreihe ist eine Kooperation von ARD-Religionsredaktionen.

Michael Krauser ist schon immer in Bewegung. Als Jugendlicher spielt er Fußball in seinem saarländischen Heimatdorf Auersmacher, später geht er auf Weltreise, legt weite Strecken auf dem Fahrrad zurück. Mit Anfang 20 dann die unerwartete Diagnose: Typ 1 Diabetes. Seine erste Frage: „Kann ich mit Diabetes weiter Weltreisen machen?“ Bei körperlicher Aktivität können plötzlich Unterzuckerungen auftreten und schnell lebensgefährlich werden – auch im Alltag: „Ich muss 24/7 den Job eines Organs übernehmen“. Gesundheit wird ein großes Thema in seinem Leben. Trotzdem wirkt Michael äußerst lebensfroh und optimistisch. Sportliche Aktivitäten helfen dem 33-Jährigen, mit dem Stress fertig zu werden, den die chronische Krankheit mit sich bringt. Wenn er frühmorgens bei Sonnenaufgang und Vogelzwitschern durch den nahegelegenen Park joggt, verspüre er Dankbarkeit und Leichtigkeit, sagt Michael: „Ich bin viel mehr als nur mein Diabetes“. Aber wird er mit Diabetes auch einen Marathon schaffen? Kamar Abou Kamar ist gelernte Bibliothekarin und kommt ursprünglich aus Syrien. Heute lebt sie in Saarbrücken. Bewegung und Sport haben der 43-Jährigen schon immer viel Kraft gegeben. Durch das Projekt „Willkommen im Sport" vom saarländischen Landessportverband für Frauen mit Fluchterfahrungen hat sie in Deutschland Fuß gefasst. Heute leitet sie selbst Nordic-Walking- und Aerobic-Kurse und arbeitet ehrenamtlich als Ernährungsberaterin. Was Sport für sie ausmacht, ist vor allem das verbindende Element: Durch die gemeinsame Bewegung kann sie ein gutes Vertrauensverhältnis zu den Frauen in ihren Kursen aufbauen. Die siebenteilige Sommerreihe ist eine Kooperation von ARD-Religionsredaktionen.

Als sie 12 Jahre alt ist, verliert Selina rasch ihre Sehkraft. Heute ist sie 27 und hat Wege gefunden, mit ihrer Einschränkung zu leben: In ihrem Videoblog berichtet die Studentin über den Alltag mit Sehbehinderung und macht anderen Betroffenen Mut. Mit vielen Menschen in der digitalen, aber auch in der realen Welt verbunden zu sein, gibt ihr Kraft. Auch für Sagithjan Surendra ist der Austausch mit anderen Menschen die Kraftquelle schlechthin. Als Kind von Geflüchteten hatte er oft das Gefühl, nicht ganz dazu zu gehören. Mit 18 gründet er das Aelius Förderwerk, das sich für bessere Bildungschancen für sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler einsetzt. Auch beruflich sieht der talentierte Netzwerker seine Mission darin, den Interessen junger Menschen politisch mehr Gehör zu verschaffen. Die siebenteilige Sommerreihe ist eine Kooperation von ARD-Religionsredaktionen.

Die Erde schreit. So drastisch beschrieb es der kürzlich verstorbene Papst Franziskus in seiner Sozial- und Umweltenzyklika Laudato si‘. Zehn Jahre ist das her und aus Sicht ernstzunehmender Wissenschaftler müssten wir radikal umsteuern, um die Ökosysteme des Planeten Erde zu erhalten. Die Widerstände gegen Fakten, Warnungen und Empfehlungen sind aber massiv. Zu gering ist die Bereitschaft, den eigenen Lebensstil grundlegend zu ändern. Was gibt Menschen Kraft, sich trotzdem für einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen einzusetzen? Wir begleiten zwei engagierte Christen, die Kraft auch aus ihrem Glauben schöpfen. Durch ihn sehen sie sich in einen größeren Zusammenhang gestellt und fühlen sich mitverantwortlich für das gesunde Zusammenleben von Mensch und Natur auf diesem Planeten. Die siebenteilige Sommerreihe ist eine Kooperation von ARD-Religionsredaktionen.

Muse, Muße, Müßiggang – schöne Idee. In diesen bewegten Zeiten jedoch können wir scheints nichts so wenig, wie nichts tun. Vielleicht rührt unsere Ablenkungssucht ja daher, dass wir Angst davor haben, auf uns selbst zurückgeworfen zu werden. Davor, dass, wenn alles still ist, die Seele redet. Dass wir vielleicht sogar mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert werden. Dass uns der Ausflug ins Nichtstun vor Augen führt, wie absurd das eingeübte Hektikansaugen im Alltag ist. – Eine Kirchendekanin, ein Revierförster und ein Autor, alle drei sehr unterschiedlichen Stresslevels ausgesetzt, berichten von ihren Glücksmomenten auf der Passivseite des Lebens. Für sie ist das Nichtstun eine hohe Kunst und eine "Quelle der Kraft", die sie am liebsten noch viel öfter anzapfen würden. Entspannen, Tagträume, geruhsamer Schlaf – wie kriegt man das hin bei all der Betriebsamkeit im Alltag? Die siebenteilige Sommerreihe ist eine Kooperation von ARD-Religionsredaktionen.

Barbara Schellhammer lehrt an der Hochschule für Philosophie in München, aber sie hat ihren Wohnsitz mitten in die Tiroler Berge verlegt. In einem Holzhaus wohnt sie umgeben nun von Gipfeln. Hier findet sie nicht nur zu sich, hier lernt sie auch fürs Leben – und für ihre Lehre. Denn die Natur kann auch Lehrmeisterin für den großen, existenziellen Fragen der Menschheit sein, sagt sie. Tatsächlich, heute spielt in der Philosophie die konkrete Lebenskunst eine große Rolle – da geht es nicht um den Kopf, da geht es ums Lebendigsein. Das fällt offenbar vielen zunehmend schwer. Wer mit dem Alltag und der Arbeit nicht mehr zurechtkommt, kann auch mit Bergführer und Coach Pit Rohwedder aus dem Allgäu in die Berge gehen. Sich ganz auf die Natur einlassen, sich mit ihr verbinden, rührt an spirituelle Dimensionen, sagt der Bergführer: Draußen unterwegs zu sein, macht die Beine zwar müde, aber für Geist und Seele ist die Natur eine Quelle der Kraft. Die siebenteilige Sommerreihe ist eine Kooperation von ARD-Religionsredaktionen.

Heilig, wandelnd, unverzichtbar. Wasser spielt in allen drei großen monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – eine besondere Rolle. Es gilt als spirituell reinigend, es wird geweiht und man bereitet sich mit rituellen Waschungen auf Gebete vor. Schon in der Genesis, der biblischen Schöpfungsgeschichte, schwebt Gottes Geist über dem Wasser. Jesus geht übers Wasser und verwandelt es in Wein und im tibetischen Buddhismus pilgert man zu heiligen Seen. Im Islam wäscht man sich rituell vor jedem Gebet. Auch im Alltäglichen wächst das Bewusstsein für die Ressource Wasser. Gibt es einen Zusammenhang zwischen religiöser Wertschätzung des Wassers und wasserarmen Gegenden?

Inklusion, das bedeutet das Einbeziehen von Menschen mit Beeinträchtigungen in alle Lebensbereiche. Das ist auch der Grundgedanke der UN-Behindertenrechts-Konvention, der Deutschland im Jahre 2009 beigetreten ist. Was ist aber mit den nicht-staatlichen Bereichen der Gesellschaft, wie z.B. den Kirchen – tragen die das Konzept mit, wie setzen sie es um? Wie sieht es aus in Gottesdiensten, in der Mitarbeit und der Seelsorge aus? Welche Maßnahmen haben Kirchen ergriffen, um Barrieren abzubauen und wie gehen sie mit den Herausforderungen um, die die Umsetzung einer inklusiven Gemeinde mit sich bringt?

Ein Gott, der Himmel und Erde fragt, ob sie willig oder widerwillig erschaffen werden möchten. Die beiden Antipoden entscheiden sich weise für „willig“. Später formt derselbe Gott den Menschen aus Lehm und haucht ihm Leben, eine Seele, etwas Göttliches ein und überträgt so dem Menschen die Verantwortung für die Schöpfung. Das hört sich bekannt an? Ja und nein. Es ist der Gott der Muslimminen und Muslime. Wie unterscheiden sich die Schöpfungs-Geschichten, wo stimmen sie überein und welche Auswirkungen hat das, was im Koran vor mehr als tausend Jahren aufgeschrieben wurde, auf uns heute?

Sollte man einen Feiertag streichen, um die Wirtschaftsleistung anzukurbeln? Zuletzt wurde das in Deutschland mehrfach öffentlich diskutiert. Eine Mehrheit in Deutschland lehnt das zwar ab, aber über Feiertage wird trotzdem debattiert. Sind alle christlichen Feiertage so zeitgemäß, dass sie unbedingt erhalten bleiben sollten oder könnte nicht auch ein Feiertag hinzukommen, wenn dafür ein anderer wegfiele? Weltfrauentag statt Christi Himmelfahrt oder Pfingstmontag? Wir haben uns umgehört bei Geistlichen, Konfessionsfreien, Politikern und Wissenschaftlern.

Künstliche Intelligenz kann menschenähnliches Verhalten mit Computern simulieren und imitieren. Das sorgt für Euphorie, aber auch für Ängste. Wie stehen die christlichen Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände zu Künstlicher Intelligenz, wo wenden sie diese Technologie an? Wie berechtigt sind Sorgen, KI werde das Menschenbild in den Kirchen verändern? Zu Wort kommen Expertinnen und Experten aus Wohlfahrt, Kirche und Wissenschaft.

Es sah gar nicht gut aus: Ende der 1980er Jahre drohte das Judentum in Deutschland zu verschwinden. Denn auf beiden Seiten der Mauer gab es nur noch wenige, zumeist alte Gemeindemitglieder. Doch dann fiel der Eiserne Vorhang - und die Religionsgemeinschaft in Ost und West wurde ab 1990 wiedervereinigt. Eine Fusion auch voller Spannungen: Denn unterschiedliche politische Prägungen, Stasi-Debatten und eine große Zuwanderungswelle sorgten für allerhand Herausforderungen und Turbulenzen. Ein deutsch-deutsches Religions-Kapitel, das bis heute nicht umfassend aufgearbeitet ist.

Umwelt- und Ernährungsexperten fordern eine radikale Ernährungswende. Sie sagen: Wir müssen anders produzieren und konsumieren, weil unsere Art der Ernährung schädlich ist für die Umwelt, das Klima und unsere Gesundheit. Ein Hebel zur Wende könnte die so genannte Gemeinschaftsverpflegung sein, also das Essen in Betriebskantinen, in Uni- und Schulmensen oder in Pflegeheimen. Auch viele kirchliche Einrichtungen verpflegen täglich Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Wie umweltverträglich und gesundheitsfördernd wird dort eingekauft und gekocht? Wir fragen nach in einem Krankenhaus, einer Schule und einer Kita.