Musik für einen Gast

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«Musik für einen Gast» – die besondere Talkshow auf SRF 2 Kultur: Ein Mensch und seine Musik. Persönlichkeiten – ob aus Kultur, Wissenschaft, Sport, Politik oder Wirtschaft – erzählen über ihr Leben, ihren Beruf, ihre Träume und Visionen und vor allem über die Musik, die sie geprägt hat und ihnen wi…

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)


    • Aug 16, 2026 LATEST EPISODE
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    Giona Nazzaro: «Es war, als sei man schon erwachsen»

    Play Episode Listen Later Aug 16, 2026 63:37


    Einen Grossteil seiner Jugend verbringt Giona A. Nazzaro im Kino. Heute ist der Publizist und ehemalige Filmkritiker künstlerischer Direktor des Filmfestivals Locarno und hat in all den Jahren nichts von seiner Filmleidenschaft eingebüsst. Geboren wird Giona Nazzaro 1965 in der Schweiz als Sohn eines italienischen Ingenieurs. Die Familie lebt in Dübendorf, wo es das Kino Orion gibt, das er schon als Teenager regelmässig besucht. Dabei faszinieren ihn nicht nur die Filme der 70er Jahre wie «Der weisse Hai» und andere, sondern auch das Kino selbst. Das Gebäude, der Saal, die Ästhetik der Plakate. Dort zu verkehren war, als sei man schon erwachsen, sagt er heute über diese Zeit. Später zieht die Familie nach Italien zurück, wo Giona Nazzaro Germanistik und Anglistik studiert. Dem Kino aber bleibt er treu. Er wird Filmkritiker, schreibt Bücher und übernimmt immer mehr Aufgaben an anderen renommierten Festivals, bis er schliesslich die künstlerische Leitung des Filmfestivals Locarno übernimmt. Von seiner Prägung im Kino und seiner Liebe zum Film, von der Bedeutung des Filmfestivals Locarno und seiner Aufgabe als künstlerischer Direktor, von seiner Verehrung für Roberto Rossellini und seiner Verortung in der Punkrevolution und natürlich von der ausserordentlich grossen Bedeutung der Musik für sein ganzes bisheriges Leben erzählt Giona A. Nazzaro im Gespräch mit Gastgeber Michael Luisier. Die Musiktitel: - Siouxsie and the Banshees: Cities in Dust - Alan Sorrenti: Sienteme - Jesus and Mary Chain: April Skies - Charli XCX: Pink Diamond - Au Pairs:  It's Obvious

    Max Rüdlinger: «Ich bin niemand»

    Play Episode Listen Later Aug 15, 2026 61:49


    1981 zog man Max Rüdlinger mitten aus einer Berner Demo vor die Filmkamera. Er träumte von grossen Rollen, Champagnerbädern und Frauen, die ihm zu Füsse lagen. Doch die internationale Filmkarriere blieb aus. Stattdessen spielte er ein Leben lang in Dutzenden von Filmen kleine Nebenrollen: Hauswarte, Polizisten, Miesepeter. So wurde er zum «Griesgram der Nation». Max Rüdlinger, geboren in Flums, war als junger Mensch ein Streber, bis er erkannte, wie leer ihn das Auswendiglernen machte. In der Folge suchte er als Revolutionär den Stunk auf der Strasse, hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und landete immer wieder in improvisierten Filmen von Clemens Klopfenstein. Auf Filmplakate schaffte er es nicht allzu oft. Seine Visage, hiess es, tauge nicht als Verkaufsargument. Seine grosse Sinnkrise in der Lebensmitte pedalte Rüdlinger mit dem Velo nieder: Von der Schweiz bis fast ans Nordkap und von San Francisco nach Costa Rica. Wie er mit Enttäuschungen lebt, warum er lieber liest als dreht und wie wichtig ihm Spiritualität geworden ist, erzählt er in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu. Die Musiktitel: - M.A. Numminen: Ich und meine Braut im Parlament - Milva: Addio Lugano bella - Gurdjeff Ensemble, Levon Eskenian: Trembling Dervish - Jimmy Cliff: The Harder They Come Erstausstrahlung: 08.03.2026

    Diana Damrau: «Die Königin der Nacht ist ein Zustand»

    Play Episode Listen Later Aug 9, 2026 69:54


    Mit zwölf Jahren sieht sie Franco Zeffirellis «La Traviata» im Fernsehen. Tief beeindruckt beschliesst sie, Opernsängerin zu werden. Während des Studiums erleidet sie nach einer unsachgemässen Intubation ein Stimmbandödem. Sie lehnt eine Operation ab und wählt den Weg der langsamen Heilung. Während anderthalb Jahren spricht und singt sie kaum. 1995 debütiert Damrau als Eliza in «My Fair Lady» in Würzburg. Bald darauf erobert sie als Königin der Nacht in Mozarts «Zauberflöte» die grossen Bühnen - von Wien bis New York. Kritiker loben ihre Technik und Bühnenpräsenz. Damrau gilt als Diva ohne Allüren. Als sie 2013 als Violetta in Verdis «Traviata» an der Mailänder Scala auf der Bühne steht, ist ihr Mädchentraum wahr geworden. Die Süddeutsche Zeitung schreibt, Damrau habe die höchste Stufe des Operngesangs erreicht: die Callas Stufe. Wie die Mutter zweier Söhne Bühne und Familie vereint, warum die Königin der Nacht zu ihren Lieblingsrollen zählt und weshalb sie sich als Bühnentier sieht, erzählt Diana Damrau in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu. Die Musiktitel: - Giuseppe Verdi: «E' strano» aus La Traviata (Maria Callas, Sopran; Coro Cetra; Orchestra Sinfonica di Torina de la Rai; Gabriele Santina, Leitung) - Edvard Grieg: «Morgenstimmung», aus Peer Gynt (Berliner Philharmoniker; Herbert von Karajan, Leitung) - Wolfgang Amadeus Mozart: «Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen», Arie der Königin der Nacht, aus «Die Zauberflöte» (Edda Moser, Sopran; Bayerisches Staatsorchester München; Wolfgang Sawallisch, Leitung) - Michael Jackson: Thriller - Richard Strauss: «Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding». Arie der Marschallin aus «Der Rosenkavalier» (Elisabeth Schwarzkopf, Sopran; Otto Edelmann, Bass; Philharmonia Orchestra; Herbert von Karajan, Leitung) Der Einspieler: Wolfgang Amadeus Mozart: «O zittre nicht, mein lieber Sohn - Zum Leiden bin ich auserkoren». Rezitativ und Arie der Königin der Nacht, aus «Die Zauberflöte» (Diana Damrau, Sopran; Cercle de l'Harmonie; Jérémie Rhorer, Leitung) Erstausstrahlung: 04.01.2026

    Robert Knöll: «Alte Bilderrahmen sind meine Passion»

    Play Episode Listen Later Aug 8, 2026 60:17


    Robert Knöll ist Kunsthistoriker und Bilderrahmer. In seinem Atelier, das die grösste Sammlung barocker Bilderrahmen beherbergt, setzt er Kunstwerke gekonnt in Szene. Kunstsammler, Museen und Galerien vertrauen ihm, wenn es darum geht, berühmte Werke in den passenden Rahmen zu setzen. Ein Handwerk, das in seiner Familie eine lange Tradition hat: Schon sein Vater war ein leidenschaftlicher Sammler und Bilderrahmer. Nach dessen Tod übernahm Robert Knöll den Familienbetrieb, doch für ihn war dieser Schritt weit mehr als nur berufliche Verantwortung – er war eine Bestimmung. «Die Beschäftigung mit Bilderrahmen ist nicht nur mein Beruf, es ist meine Passion», sagt Robert Knöll, und es ist spürbar, dass diese Leidenschaft weit über den Arbeitsalltag hinausgeht. In seinen Träumen erscheinen Bilderrahmen, die ihn in seiner Freizeit genauso begleiten wie im Beruf. Wenn es darum geht, ein berühmtes Kunstwerk neu zu rahmen, reist er zu Museen in ganz Europa, um die perfekte Wahl zu treffen. Es fasziniert ihn immer wieder, wie die Wirkung eines Bildes sich verändert, je nachdem, wie es gerahmt wird. Bereits als Kind war Robert Knöll von Archäologie begeistert – der Blick hinter die oberste Schicht, das Entdecken von Geschichte und Kultur. Diese Faszination für Details und den Kontext von Kunstwerken zieht sich durch sein gesamtes Leben und wirkt sich auf seine Arbeit aus. In «Musik für einen Gast» bei Eva Oertle spricht Robert Knöll über seine Faszination für alte Rahmen und erklärt, warum sie oft im Schatten der eigentlichen Kunstwerke stehen. Er erzählt von einem besonderen Stück aus seiner Kindheit – einem echten Donatello, der über seinem Bett hing und heute einen Platz in einem Museum hat. Und er spricht über seine Liebe zum Cello und der Musik von Brahms. Die Musiktitel: - Johannes Brahms: 1. Satz aus Cellosonate Nr. 1 e-Moll (Pieter Wispelwey, Violoncello; Dejan Lazić, Klavier) - Talking Heads: Sugar on My Tongue - Johann Sebastian Bach: Toccata und Fuge für Orgel d-Moll, BWV 565 (Hannes Kästner, Orgel) - Georg Riedel: Seeräuber-Opa Fabian, aus Pippi Langstrumpf (Eva Mattes, Kinderstimme) - Franz Schubert: 7. Ständchen, aus Schwanengesang, Bearbeitung für Klavier von Franz Liszt (Vladimir Horowitz, Klavier) Erstausstrahlung: 27.04.2025

    Jessica Studer - der Weg von der Pianistin zur Weltraumärztin

    Play Episode Listen Later Aug 2, 2026 65:13


    Eisige Kälte bis minus 80 Grad, monatelange Dunkelheit und eine Umgebung, die lebensfeindlicher kaum sein könnte: Die Schweizer Ärztin Jessica Studer hat ein Jahr lang an einem der isoliertesten Orte der Erde gelebt und gearbeitet – auf der Forschungsstation Concordia im Herzen der Antarktis. Dort untersuchte sie im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), wie extreme Isolation und Umweltbedingungen den menschlichen Körper und die Psyche beeinflussen – Erkenntnisse, die künftig auch für Langzeitmissionen im Weltraum entscheidend sein können. Doch der Weg dorthin verlief nicht geradlinig. Schon früh faszinierte Jessica Studer sowohl Wissenschaft als auch Musik: Sie studierte zunächst Klavier und unterrichtete, bevor sie sich entschied, ihren Kindheitstraum zu verfolgen und eine medizinische Laufbahn einzuschlagen. Diese ungewöhnliche Kombination aus künstlerischer Sensibilität, wissenschaftlicher Neugier und persönlicher Entschlossenheit prägt seither ihren Weg. In Musik für einen Gast erzählt Jessica Studer über ihre Erfahrung in der Antarktis, über Kälte und Isolation, aber auch über ihre Liebe zur Musik und ihre Fähigkeit, immer wieder eigene Grenzen zu überschreiten. Die Musiktitel: - Richard Strauss: Also sprach Zarathustra (aus «2001 - A Space Odyssey») (Wiener Philharmoniker; Herbert von Karajan, Leitung) - Lynyrd Skynyrd: Sweet Home Alabama - Karlheinz Stockhausen: Löwe (Sonne), aus «Tierkreis» (Capilla Flamenca & Het Collectief) - Santana: Smooth - Arvo Pärt: Alina (Alice Sara Ott, Klavier) - The Allman Brothers Band: Jessica Erstausstrahlung: 15.03.2026

    Eva Cignacco: «Als Hebamme weiss man um den Wert des Lebens»

    Play Episode Listen Later Aug 1, 2026 61:29


    Braucht man zum Händchenhalten jetzt auch noch ein Studium? Solche Kommentare bekam Eva Cignacco zu hören, als sie als erste Hebamme der Schweiz studierte. Sie liess sich nicht beirren, weil sie forschen wollte. Nun ist sie frisch pensioniert und blickt auf ein reiches Berufsleben zurück. Um auf Augenhöhe mit Ärzten diskutieren zu können, braucht es viel Wissen und gute Argumente – das wurde Eva Cignacco klar, als sie als junge Hebamme in der Frauenklinik des Inselspitals in Bern arbeitete. Da es in der Schweiz noch keinen Studiengang für Hebammen gab, studierte und doktorierte sie in den Niederlanden. Ihre Habilitation schrieb sie später an der Universität Basel. Trotz ihrer wissenschaftlichen Erfolge fühle sie sich in der akademischen Welt bis heute fremd, sagt Eva Cignacco: «Ich bin als Migrantenkind an einen Ort gekommen, der so für mich nicht vorgesehen war.» An ihre Kindheit in einer italienischen Arbeiterfamilie im Basler Gundeli-Quartier denkt sie gerne zurück, auch wenn der Schulstart zunächst schwierig war. In «Musik für einen Gast» schaut Eva Cignacco auf ihr erfülltes Berufsleben zurück. Sie erzählt von ihrer Leidenschaft für Tango, die sie mit ihrem Mann teilte, bis er aufgrund einer Hirnblutung seine Sprachfähigkeit verlor und alles neu lernen musste. Und sie spricht über die Demut, die sie in ihrem Beruf gelernt hat. Die Musiktitel: - Lila Downs: Paloma negra - Cuarteto Cedron: Milonga pour aimer - Ali Farka Touré: Ai ga bani - Joan Baez: Help Me Make It Through the Night - Mercedes Sosa: Gracias a la vida Erstausstrahlung: 01.03.2026

    Helen Keller: «Die Idee der Menschenrechte wird nicht untergehen»

    Play Episode Listen Later Jul 26, 2026 61:06


    Als Kind aus einer Arbeiterfamilie hätte Helen Keller nie gedacht, dass sie einmal Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg werden würde. Heute lehrt sie Völkerrecht an der Universität Zürich. Als Ausgleich für ihre Arbeit möchte sie die Musik nicht missen. «Glücklicherweise kam mein Mann auf die Idee, mein Akkordeon nach Strassburg zu schleppen», sagt Helen Keller, als sie von ihrer Zeit als Richterin am EGMR erzählt. Neun Jahre arbeitete sie als oberste Schweizer Hüterin der Menschenrechte. Eine fordernde Aufgabe, die sie manchmal bis in den Schlaf verfolgte. Denn die Fälle, die vor dem Europäischen Gerichthof für Menschenrechte verhandelt werden, sind tiefgreifend; die Urteile haben eine grosse Tragweite. Das Musizieren habe ihr dabei geholfen, nach intensiven Arbeitstagen abzuschalten, sagt Helen Keller: «Auch wenn die Nachbarn zu später Stunde nicht so begeistert waren.» Ihre Leidenschaft für Musik entdeckte Helen Keller schon in der Schule. Klavierstunden kamen für ihre Eltern nicht in Frage, also schlugen ihr die Eltern das Akkordeon vor. Seither begleitet sie dieses Instrument bei all ihren beruflichen Stationen, die sie schon rund um die Welt geführt haben. Zuletzt forschte sie in Südafrika dazu, weshalb es auf dem afrikanischen Kontinent erst wenige Klima-Klagen gibt, obwohl viele Länder stark vom Klimawandel betroffen sind. Auch wenn wir gegenwärtig in einer Umbruchzeit leben, in der vieles auf der Kippe steht, schaut Helen Keller hoffnungsvoll in die Zukunft: «Das Völkerrecht ist unheimlich robust – die Idee der Menschenrechte ist so überzeugend, dass sie nicht untergehen wird.» Musiktitel: - Frédéric Chopin: Grande Polonaise Brillante, op. 22, mit Đặng Thái Sơn, Klavier - Irving Berlin: Cheek to Cheek, mit Ella Fitzerald - Toni Bürgler: Gyrs Wunsch, mit dem Laseyer Quartett - Georg Friedrich Händel: Volo pronto, e lieto il core, Arie aus der Oper Agrippina, mit Carlo Vistoli - Traditional Zulu Prayer: Phind'ukhulume, mit dem Chor der Universität Stellenbosch Erstausstrahlung: 01.02.2026

    Paul Lendvai: «Solange mein Kopf arbeitet, schreibe ich weiter»

    Play Episode Listen Later Jul 25, 2026 66:40


    Paul Lendvai verkörpert den Journalismus wie kaum ein anderer. Auch mit 96 Jahren schreibt er noch regelmässig Kolumnen für die österreichische Tageszeitung «Der Standard». Gleichzeitig ist er als Holocaustüberlebender und Opfer des Stalinismus Zeitzeuge der dunkelsten Phase des 20. Jahrhunderts. Paul Lendvais Geschichte ist so aussergewöhnlich wie beispielhaft. 1929 in Budapest als Sohn jüdischer Eltern geboren, erlebt er den institutionalisierten Antisemitismus der ungarischen Horthy-Jahre. 1944 wird er verschleppt und auf einen der sogenannte Todesmärsche geschickt, auf denen die ungarischen Juden in die österreichischen KZs gebracht wurden. Mit viel Glück gelingt ihm die Flucht, doch die Verfolgung hört nicht auf. Als junger Journalist im mittlerweile kommunistischen Ungarn gerät er in die Mühlen des Stalinismus und wird interniert. Erst nach dem Aufstand von 1956 und dessen Niederschlagung durch sowjetische Truppen gelingt ihm die Flucht nach Wien und damit der Start in ein neues Leben. Von seinen dunklen Jahren und dem Glück der Befreiung, von seiner Ankunft in Wien und seiner beispiellosen Karriere als Journalist, von seinem Kampf für Demokratie und seinem Engagement für Meinungsfreiheit, von seiner Abscheu gegen Antisemitismus und seinem Ärger über die derzeitige israelische Regierung und natürlich von seinem intensiven Bezug zur Musik erzählt der 96-jährige kerngesunde Paul Lendvai im Gespräch mit Michael Luisier. Die Musiktitel: - Richard Strauss: «Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding», aus Der Rosenkavalier (Camilla Nylund, Sopran; Netherlands Philharmonic Orchestra, Amsterdam; Marc Albrecht, Leitung) - Wolfgang Amadeus Mozart: «Madamina, il catalogo è questo», aus Don Giovanni (Luca Pisaroni, Bass; Mahler Chamber Orchestra; Yannick Nézet-Séguin, Leitung) - Wolfgang Amadeus Mozart: Ouvertüre aus Così fan tutte (Scottish Chamber Orchestra; Sir Charles Mackerras, Leitung) - Kurt Weill: «Die Moritat von Meckie-Messer», aus Die Dreigroschenoper (Lotte Lenya, Gesang; Roger Bean und sein Orchester) - Gustav Mahler: «Der Abschied», aus Das Lied von der Erde (Christa Ludwig, Mezzosopran; Fritz Wunderlich, Tenor; Philharmonia Orchestra; Otto Klemperer, Leitung) Erstausstrahlung: 21.09.2025

    Viviane Chassot: «Ich verstehe mich auch als Brückenbauerin»

    Play Episode Listen Later Jul 19, 2026 66:46


    Viviane Chassot gehört zu den renommiertesten Akkordeonistinnen überhaupt. Sie hat mitgeholfen, ihrem Instrument auch die klassische Musik zu erschliessen. Damit macht sie die klassische Musik auch jenen Menschen zugänglich, die sonst keinen Bezug zu ihr gehabt hätten. Geboren wird Viviane Chassot in Zürich. Sie wächst in Wollerau auf, wo das Akkordeon eine grosse Rolle spielt. Allerdings nicht im klassischen Bereich, sondern in Form eines Akkordeon-Orchesters, das es bis heute gibt. Viviane Chassot interessiert sich damals mehr fürs Ballett. Und zwar so sehr, dass es auch beruflich eine Option wird. Eine Ausbildung am Opernhaus Zürich wäre möglich. Da hört sie am Radio ein Stück von Johann Sebastian Bach. Gespielt auf einem Akkordeon. Das ändert alles. Vivianne Chassot ist Feuer und Flamme und entscheidet sich – weil in ihrer Familie nur ein Hobby erlaubt war – für das Akkordeon. Längst ist das Hobby Beruf. Viviane Chassot hat Werke von Haydn, Mozart und Rameau eingespielt und aufgeführt und so auch mit Grössen wie Simon Rattle oder Alfred Brendel zusammengearbeitet. Und sie verbindet Klassik, Jazz, neue Musik und Improvisation. Auch darin also eine Brückenbauerin. Von ihrer Pionierarbeit für das Instrument und ihrem differenzierten Zugang zum Klang, von ihrem Weg zum Erfolg und ihren Rückschlägen und Krisen, von ihrer Arbeit mit anderen Musikerinnen und Musikern und ihrer Liebe auch zur Rockmusik erzählt Viviane Chassot im Gespräch mit Gastgeber Michael Luisier. Die Musiktitel: - Meat Loaf: Alive - Joseph Haydn: Holde Gattin, dir zur Seite (Duett Adam&Eva), aus Die Schöpfung (Balthasar-Neumann-Ensemble; Thomas Hengelbrock, Leitung; Dorothee Mields, Eva; Locky Chung, Adam) - Aimee Mann / Rush: Time stand Still - Stefanie Heinzmann: Good - Johannes Brahms: 3. Allegro non troppo, aus Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15 (Maurizio Pollini, Klavier; Berliner Philharmoniker; Claudio Abbado, Leitung) Der Einspieler: Josef Haydn: Presto, aus Klaviersonate e-Moll, Hob 16/34 (Viviane Chassot, Akkordeon) Erstausstrahlung: 23.11.2025

    Muris Begovic: «Mitgefühl, Empathie – darum geht es»

    Play Episode Listen Later Jul 18, 2026 64:57


    Wer in einem kleinen bosnischen Dorf und dann im Toggenburg aufwächst, lernt wohl früh, sich in verschiedenen Welten zu bewegen. Muris Begovic ist eine Stimme des Dialogs, des Friedens und der erste Seelsorger der Schweizer Armee mit muslimischem Hintergrund. Als Muris Begovic zehn Jahre alt war, versteckte er sich im Stall seines Grossvaters unter dem Heuhaufen. Seine Eltern hatten entschieden, dass der Moment gekommen war, ihre Heimat zu verlassen: In Slowenien und in Kroatien herrschte bereits Krieg und sie ahnten, dass es eine Frage der Zeit war, bis die Welle der Gewalt auch Bosnien erfassen würde. Aber der kleine Junge wollte nicht weg, wollte nicht in die Schweiz. Denn er wusste: Ich will Imam werden – und dort kann ich das nicht. Woher kam dieser frühe, tiefe Wunsch? Und wie brachte Muris Begovic den Mut und die Entschlossenheit auf, ihm als Jugendlicher tatsächlich nachzugehen, nach Bosnien zurückzukehren und dort seine Ausbildung zu absolvieren, in einem Internat, in dem die zersplitterten Fensterscheiben noch immer vom Krieg zeugten? Heute lebt Begovic wieder in der Schweiz, ist glücklich verheiratet, Vater von zwei Söhnen, Präsident der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) und Geschäftsleiter der muslimischen Seelsorge Zürich. Und er hat sich den Ruf erarbeitet, jemand zu sein, der sich für Offenheit, Toleranz und den konstruktiven Austausch zwischen den Religionen und Kulturen einsetzt. So wurde er 2018 mit dem «Dialogpreis der Schweizer Juden» ausgezeichnet, gemeinsam mit seinem Freund, dem Zürcher Rabbiner Noam Hertig. Im Gespräch mit Melanie Pfändler erzählt Begovic von den Erfahrungen, die ihn geprägt haben, von den Werten und Überzeugungen, die ihn leiten und wie es dazu kam, dass er der erste Schweizer Armeeseelsorger mit muslimischem Hintergrund wurde. Die Musiktitel: - Michael Jackson: Earth Song - Dino Merlin: Sredinom - Peter Fox: Haus am See - Tim Bendzko: Nur noch kurz die Welt retten - Dino Merlin: Jedan dan, jedna noć Erstausstrahlung: 18.01.2026

    Trudy Müller-Bosshard: «Die Welt ist rätselhaft genug»

    Play Episode Listen Later Jul 12, 2026 58:20


    Alle zwei Wochen zerbricht sich die Schweiz wegen ihr den Kopf. Seit über 30 Jahren veröffentlicht Trudy Müller-Bosshard im «Magazin» des Tages-Anzeigers ihre legendären Kreuzworträtsel. Ein Gespräch über ihren Arbeitsprozess, ihren Wunsch, Sängerin zu werden, und Minigolfen mit Pepe Lienhard. Sie gibt selten Interviews. In einem, das vor einigen Jahren erschienen ist, bezeichnete sie sich selbst als «schrullig». Diesen Begriff würde sie heute nicht mehr verwenden: «Das klingt so nach einer hexigen älteren Dame – und das bin ich nicht.» Aber einen Knall habe sie eindeutig, sagt Trudy Müller-Bosshard in «Musik für einen Gast». Das habe sie schon in der Schulzeit zu spüren bekommen: Die schräge Aussenseiterin sei sie gewesen mit ihrem Musikgeschmack und den Manchesterhosen, die dazu geführt hätten, dass der Schulleiter der Kanti Aarau sie – buchstäblich! – mit einem Fusstritt aus dem Rektorat befördert habe. Doch ein Mitschüler habe sich ihr angenommen: der junge Pepe Lienhard, der sie auf den Minigolfplatz und in seinen Bandraum einlud. Sowieso: die Musik. Dank ihr erlebte Trudy Müller-Bosshard, was es heisst, anzukommen. Mit 19 stand sie allein vor einem Londoner Club und hörte eine Gitarre. «Ich ging rein, als wäre ich magnetisch angezogen. Da stand ein Typ auf der Bühne und mir liefen die Tränen hinunter. Ich hatte das Gefühl, der spricht mit mir.» Wer das damals war, wie diese Erfahrung ihre Laufbahn beeinflusst hat und warum sie sich letztendlich doch entschieden hat, den Traum der Sängerinnenkarriere an den Nagel zu hängen – all das erzählt Trudy Müller-Bosshard im Gespräch mit Melanie Pfändler. Und wie sie versucht, mit alltäglicher Menschlichkeit der Weltlage im Kleinen entgegenzuhalten. Die Musiktitel: - Rolling Stones: Rip This Joint - Janis Joplin: Piece of My Heart - Jeff Beck: All Shook Up - Mink DeVille: Spanish Stroll - Them & Van Morrison - It's All Over Now, Baby Blue Erstausstrahlung: 16.02.2025

    Martin Lachmann: «Akustiker ist ein kreativer Beruf»

    Play Episode Listen Later Jul 5, 2026 62:58


    Als renommierter Akustiker hat Martin Lachmann viele Konzerträume gestaltet. Früher erlebte er als Toningenieur magische Momente, wenn er bei Aufnahmen von Sina oder Züri West am Mischpult sass. An seinem Beruf mag er, dass sich Akustik an der Schnittstelle von Physik und eigener Wahrnehmung bewegt. Vielleicht hätte Martin Lachmanns Laufbahn eine andere Wendung genommen, wenn er nicht als Kind von einem Onkel, einem leidenschaftlichen Elvis-Fan, einen Plattenspieler geschenkt bekommen hätte. Damals begann seine Leidenschaft fürs genaue Hinhören. Später arbeitete er als Toningenieur und war bei der Geburtsstunde von Hits dabei, wie zum Beispiel Kuno Laueners Aufnahme von «Ich schänke Dir mis Härz». Heute ist Martin Lachmann einer der gefragtesten Akustiker der Schweiz. Er prägte den Klang des Basler Jazzcampus, das Klanghaus Toggenburg oder das Musikzentrum Don Bosco in Basel. Mit Prädikaten wie «weltbeste Akustik» ist Lachmann vorsichtig: «Was gute Akustik ist, hängt immer von der Nutzung ab.» Die Musiktitel: - Elvis Presley: Mystery Train - Marianne Faithfull: Working Class Hero - Lyle Lovett: Church - Leszek Mozdzer, Lars Danielsson: Berlin - Johnny Cash: Personal Jesus - Dave Brubeck Quartet: Koto Song

    Anna Jobin: «Ich höre Saint-Saëns – und bin sofort in Cannes»

    Play Episode Listen Later Jun 28, 2026 64:46


    Anna Jobin weiss nach der Schule nicht, was sie beruflich machen soll. Sie reise gern, erzählt sie dem Berufsberater. Der schlägt vor, sie solle Flight Attendant werden. Pilotin erwähnt er nicht. Kaum hat sie bei der Swissair angefangen, folgt das Grounding. Im Herbst 2001 steht alles still. Jobin, die für den Job nach Zürich gezogen ist, findet als Filmfan eine neue Aufgabe: Sie arbeitet bei einem Filmverleih. Regelmässig reist sie zum Filmfestival nach Cannes. Dort schaut sie Weltpremieren an und lässt sich von der Festivalmelodie verzaubern: dem «Aquarium» aus Camille Saint-Saëns' «Le Carnaval des animaux». Sobald sie genug Geld gespart hat, bricht sie nach Asien auf. Über die Türkei reist sie in den Iran, lernt ein bisschen Persisch und beschliesst, nach ihrer Rückkehr an der Universität Freiburg zu studieren. Doch Jobin will nicht irgendetwas studieren, sondern so viel wie möglich. Ihre Neugier treibt sie an. Sie wählt Soziologie, Volkswirtschaft und Informatik– um, wie sie sagt, die Brücke zwischen Mensch und Technik zu schlagen. Während des Studiums erlebt sie den Aufstieg der sozialen Medien, gründet eine eigene Firma, baut Webseiten für Kundinnen und Kunden und gibt Schulungen. Sie hat die Nase früh im Wind. Heute forscht die Assistenzprofessorin an der Universität Freiburg zu den sozialen Dimensionen künstlicher Intelligenz. Wie sie trotz Uni-Karriere bodenständig bleibt, warum Loslassen für sie funky klingt und wieso soziale Medien unsere Kommunikation nicht zwangsläufig verschlechtern, erzählt Anna Jobin in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu. Die Musiktitel: - Camille Saint-Saëns: L'aquarium, aus Le carnaval des animaux (Emmanuel Pahud & Friends) - Googoosh: Komakam kon - Züri West: Römer - Anderson Paak: The Dreamer - Nikka Costa: Like a Feather

    Judith Holofernes: «Ich wollte nett sein»

    Play Episode Listen Later Jun 21, 2026 64:15


    Judith Holofernes kennt man als Sängerin und Texterin der Indie-Rock-Band «Wir sind Helden» und als Autorin. In ihrem aktuellen Buch «Hummelhirn» schaut sie auf ihre Kindheit zurück und stellt sich die Frage, was es mit einem macht, wenn man von Erwachsenen als «komisch» wahrgenommen wird. Ihre frühen Jahre verbringt Judith Holofernes mit ihren getrennten Eltern und anderen Paaren mit Kindern in Westberliner WGs. Dann zieht sie mit ihrer lesbischen Mutter ins damals noch beschauliche Freiburg im Breisgau und eckt überall an. Zu laut, zu schnell, zu berlinerisch. Also beschliesst sie, von nun an nett zu sein. Und bleibt es bis ins Erwachsenenleben und in die Karriere hinein. Bis sie davon krank wird. Zwei Burnouts und eine massive Stimmstörung, die das Karriereende bedeutet, sind die Folge. Also beginnt sie zu schreiben. Auch über ihre Kindheit. Und entdeckt dabei, wie sehr sie die Ausgrenzung geprägt hat. Und noch etwas entdeckt sie: Dass sie ADHS hat, und damit endlich eine Antwort auf die Frage, woher ihr Andersartigkeit in Wirklichkeit kommt. Von all dem und natürlich auch von der Musik, die für sie schlicht alles bedeutet, erzählt die ehemalige Sängerin und Autorin im Gespräch mit Gastgeber Michael Luisier. Die Musiktitel: - Wir sind Helden: The Geek (Shall Inherit) - Peter Sarstedt: Where Do You Go To (My Lovely) - Guitar Crusher: I Can't Help It - Bob Marley & The Wailers: The Little Birds - The Contours: Do You Love Me

    J.-P. Bourquin: «Kinder spüren, ob man ihnen die Wahrheit sagt»

    Play Episode Listen Later Jun 14, 2026 65:17


    Jean-Pierre Bourquin ist Kinderonkologe, Forscher und leidenschaftlicher Cellist. Als Leiter der Onkologie am Kinderspital Zürich begleitet er Kinder und ihre Familien in den schwierigsten Momenten ihres Lebens. Gleichzeitig setzt er sich als Direktor des neuen nationalen Kompetenz -zentrums für Kinderkrebsforschung dafür ein, die Behandlung und Heilungschancen krebskranker Kinder weiter zu verbessern. Eine Erkenntnis begleitet ihn seit vielen Jahren: Kinder spüren immer, ob man ihnen die Wahrheit sagt. Ehrlichkeit und Vertrauen seien deshalb die Grundlage jeder Begegnung. Diese Haltung prägt seine Arbeit ebenso wie seine Überzeugung, dass Kinder niemals unterschätzt werden sollten. Geprägt wurde Bourquin von zwei Welten: der Medizin und der Musik. Sein Grossvater war Organist und vermittelte ihm früh die Freude an der Musik. Mit vierzehn Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für das Cello – ein Instrument, das ihn bis heute begleitet. Musik bedeutet für ihn weit mehr als Erholung: Sie eröffnet ihm Räume, die sich mit Worten kaum beschreiben lassen, und verbindet ihn mit den grossen Fragen des Lebens. Trotz der täglichen Konfrontation mit Krankheit, Hoffnung und Verlust empfindet Bourquin seine Arbeit als Privileg. Familien in existenziellen Situationen begleiten zu dürfen, sei für ihn eine Aufgabe von grosser Sinnhaftigkeit. Gleichzeitig treibt ihn die Vision an, durch Forschung die Zukunft von Kindern mit Krebs nachhaltig zu verbessern. In «Musik für einen Gast» bei Eva Oertle spricht Jean-Pierre Bourquin über die Verbindung von Musik und Medizin, über seine Faszination für Kinder und deren Sicht auf die Welt sowie über die Frage, wie man mit Krankheit, Sterblichkeit und den Grenzen des Machbaren umgeht. Er erzählt von seinem Weg zum Cello und von seiner Vision einer besseren Zukunft für Kinder mit Krebs. Die musikalische Reise führt von Johann Sebastian Bach über Johannes Brahms und Ludwig van Beethoven bis nach Kolumbien – Musik, die sein Leben begleitet und geprägt hat. Die Musiktitel: - Johann Sebastian Bach: Prélude aus Cellosuite Nr. 4 Es-Dur (Jean-Guihen Queyras, Violoncello) - Johannes Brahms: Denn alles Fleisch, es ist wie Gras, aus Ein deutsches Requiem (Arnold Schoenberg Chor; Wiener Philharmoniker; Nikolaus Harnoncourt) - Ludwig van Beethoven: Prestissimo, aus Klaviersonate E-Dur op. 109 (Vikingur Olafsson, Klavier) - Carlos Vives: La tierra del olvido - Franz Schubert: Streichquintett C-Dur (Alban Berg-Quartett; Heinrich Schiff, Klavier)

    Anu Sivaganesan: «Ich möchte einen Beitrag leisten»

    Play Episode Listen Later Jun 7, 2026 59:00


    Als Kind kam Anu Sivaganesan aus Sri Lanka in die Schweiz. Mit 14 Jahren gründete sie die «Fachstelle Zwangsheirat», die sie bis heute leitet. Ihr ehrenamtliches Engagement findet sie selbstverständlich: «Ich komme aus einer Kultur, in der es nicht nur Menschenrechte gibt, sondern auch Pflichten.» Anu Sivaganesan kann sich noch gut an ihre kalten Füsse erinnern, als sie im November 1999 in der Schweiz ankam: «Ich kaufte mir zuerst einmal hässliche, warme Winterschuhe», erzählt sie und lacht. Dabei fiel es ihr nicht leicht, Sri Lanka zu verlassen. Sie habe dort eine glückliche Kindheit gehabt, obwohl ihr Vater wegen des Bürgerkriegs fliehen musste, als sie zwei Jahre alt war. Erst zehn Jahre später wurde die Familie in der Schweiz wieder vereint. Anu Sivaganesan lernte schnell Deutsch und engagierte sich, zusammen mit ihrem Bruder, in Vereinen und Kommissionen für Menschenrechte. Seit 25 Jahren leitet die Juristin nun schon die «Fachstelle Zwangsheirat». Für ihre Dissertation zu dieser Thematik erhielt sie kürzlich eine Auszeichnung der Schweizerischen Vereinigung für Internationales Recht. In «Musik für einen Gast» erzählt Anu Sivaganesan von ihrer heiklen Arbeit und bringt ihre Playlist mit, die von malischer Musik über klassische Klavierkonzerte bis zu K-Pop reicht. Playlist: - Tatam Bambo Kouyaté: Bambo - Shigeru Umebayashi: Yumeji's Theme (Soundtrack zum Film «in the Mood for Love») - Sergei Rachmaninoff: 2. Klavierkonzert, op.18, mit Anna Fedorova und dem Sinfonieorchester St. Gallen - BTS: Life goes on - Priya Ragu: Kamali

    Manoush Toth: «Musik ist wie eine Muttersprache für mich»

    Play Episode Listen Later May 31, 2026 66:36


    Sie sei eine «kompromisslose Künstlerinnenpersönlichkeit»: Zu diesem Schluss kam die Jury im Auswahlprozess für den «Eurovision Young Musicians»-Wettbewerb. Am 6. Juni wird die junge Pianistin Manoush Toth im Finale in Armenien auftreten. Wie kompromisslos findet sie sich selbst? Ruhe. Das empfindet Manoush Toth, wenn sie am Klavier sitzt und einfach alles stimmt. Und gleichzeitig spüre sie die Kraft des Moments; das Wissen, dass genau dieser Moment zähle. Man wünscht Manoush Toth, dass sich diese Ruhe am Abend des 6. Juni in ihr ausbreiten wird. Dann findet in der armenischen Hauptstadt Jerewan das Finale des Musikwettbewerbs «Eurovision Young Musicians» statt, der alle zwei Jahre von der European Broadcasting Union (EBU) ausgerichtet wird und jungen Klassiktalenten eine grosse Bühne bietet. Im Rahmen der Förderung von Schweizer Musiktalenten bei SRF wurde die 19-Jährige von einer Fachjury als Teilnehmerin ausgesucht. Für diesen besonderen Auftritt hat sie sich für ein Stück von Schumann entschieden – allerdings nicht von Robert, sondern von Clara, dessen Ehefrau. «Clara Schumann wird immer mehr aufgeführt. Aber noch immer zu wenig», begründet Manoush Toth ihre Wahl. Dabei gehöre ihr Klavierkonzert zu den wichtigsten des 19. Jahrhunderts. Das verrät viel über Manoush Toth. Und was sie damit meint, wenn sie sagt, dass sie sich einen ernsthaften Zugang zur klassischen Musik wünsche. Weil Ernsthaftigkeit in ihrem Fall vor allem Offenheit und Neugierde bedeutet: «Wenn man die Hintergründe der klassischen Musik kennt, dann öffnet sich einem ein ganz besonderer Schatz.» Sie selbst nahm das erste Funkeln dieses Schatzes bereits im Alter von zwei Jahren wahr. Fast gleichzeitig mit dem Sprechen sei die Musik in ihr Leben gekommen. Und entsprechend vertraut fühle sie sich an, bis heute. Aufgewachsen ist sie zuerst auf den kanarischen Inseln, später im Berner Oberland. Sie und ihre Geschwister gehen nicht zur Schule, werden zu Hause von den Eltern unterrichtet. Paradiesisch sei das gewesen, sagt Manoush Toth. Doch mit dem Eintritt in die Hochschule für Musik Basel stand sie dadurch vor Herausforderungen, die sich anderen jungen Menschen nicht stellen. Im Gespräch mit Melanie Pfändler erzählt Manoush Toth von dieser Zeit, von dem Druck, den sie sich selbst auferlege, von der engen musikalischen Zusammenarbeit mit ihrem Bruder Anatol und ihrer jüngeren Schwester Anouk und von diesem magischen Moment auf der Bühne, wenn alles noch ganz still ist und sie ihre Finger auf die Tasten legt. Die Musiktitel: - W.A. Mozart: 3. Allegro, aus Sinfonie Nr. 31 D-Dur KV 297 «Pariser» (Freiburger Barockorchester; Gottfried von der Goltz, Leitung) - Antonin Antonín Dvořák: 3. Poco adagio, aus Klaviertrio Nr. 3 f-Moll op. 65 (Isabelle Faust, Violine; Jean-Guihen Queyras, Violoncello; Alexander Melnikov, Klavier) - Francis Poulenc: 3. Allegro ma non troppo, aus Doppelkonzert d-Moll (Sylviane Deferne & Pascal Rogé, Klavier; Philharmonia Orchestra; Charles Dutoit, Leitung) - Billy Joel: The Stranger - Franz Schubert: Impromptu Ges-Dur D 899 op. 90 (Radu Lupu, Klavier)

    Tinu Heiniger: «Im Alter kommts hoch... in den Träumen»

    Play Episode Listen Later May 24, 2026 69:23


    Gezeugt am 8. Mai 1945, dem Tag als Nazi-Deutschland kapituliert, wächst Tinu Heiniger in Langnau auf. Mit seinem ersten Lied «Es schysst mi a» rebelliert er 1976 gegen die Enge seiner Emmentaler Kindheit und beschreibt, wie schwierig für ihn die Schreinerlehre gewesen ist Zu Hause erlebt er Gewalt («Mi Vater isch quasi jede Tag verruckt worde»), findet aber bei der Mutter Trost und in der Musik seine Freiheit. Nach dem Lehrerseminar (es sollte was Musisches sein) arbeitet Heiniger viele Jahre als Lehrer, bis ihn eine Begegnung mit dem jungen Büne Huber ermutigt, mit Mitte 40 alles auf die Karte Musik zu setzen. Seither ist Heiniger eine Institution der Mundartszene. Er besingt die Heimat, ist mit Stephan Eicher befreundet und sucht trommelnd nach spiritueller Tiefe. Heute blickt der 80-Jährige versöhnlich auf seine Irrungen und Wirrungen zurück. Warum er Ideologien für Krücken hält, was ihn an Bob Dylan fasziniert und wie gelassen er dem «Erdinnern» entgegenlebt, erzählt Heiniger in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu. Die Musiktitel: - Bob Dylan: I Contain Multitudes - Hannes Wader: Es ist an der Zeit - Fabrizio de André: Andrea - Tinu Heiniger, Hank Shizzoe, Shirley Grimes: Just a closer walk with thee - Angespielt: Tinu Heiniger: Aut (2015) / Es schysst mi a (1977) / Unterhaltigsbrunz (1979)

    Dimitré Dinev, Schriftsteller

    Play Episode Listen Later May 17, 2026 67:46


    Dreizehn Jahre hat der österreichisch-bulgarische Schriftsteller Dimitré Dinev an seinem zweiten Roman geschrieben. Nun ist er mit «Zeit der Mutigen» auf Lesereise. An den Solothurner Literaturtragen tritt er live im Gespräch mit Michael Luisier in «Musik für einen Gast» auf. Dimitré Dinev stammt auf Bulgarien und hat die kommunistische Diktatur hautnah miterlebt. Nichts hat ihn für sein Schreiben so geprägt wie die Erfahrung, wie gefährlich und wie wichtig zugleich es ist, die Wahrheit zu schreiben. Erste Schreibversuche macht er schon als junger Mann in Bulgarien. Aber so richtig los geht es in Wien, wohin er 1990 geflohen ist. So schreibt der Student der Philosophie und russischen Philologie Drehbücher und Theaterstücke, Essays und mit «Engelszungen» einen ersten Roman, der ihn europaweit bekannt macht. Jetzt, mehr als 20 Jahre später, erscheint mit «Zeit der mutigen» ein zweiter Roman erschienen, eine grossangelegte Geschichte Europas im 20. Jahrhundert, die inhaltlich und formale neue Wege geht.

    «Jedes Protein klingt anders» - die Biophysikerin Nora Eifler

    Play Episode Listen Later May 10, 2026 64:02


    Die Biophysikerin Nora Eifler bewegt sich zwischen zwei Welten, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben: Molekularbiologie und Musik. Tagsüber arbeitet sie in der Medikamentenentwicklung eines internationalen Pharmaunternehmens, abends übersetzt sie Proteinsequenzen in Klänge und komponiert. Was passiert, wenn Aminosäuren zu Melodien werden? Und warum klingen manche Proteine fast jazzig oder psychedelisch? In «Musik für einen Gast» bei Eva Oertle erzählt Nora Eifler von einer Kindheit zwischen Heilkräutern, Naturbeobachtung und einer grossen Angst vor Krankheitserregern. Sie spricht über ihre Faszination für das Unsichtbare, über das genaue Zuhören und Nachahmen von Stimmen und Dialekten – und darüber, wie daraus später ein wissenschaftlicher Blick auf Moleküle entstand. Die Sendung führt von frühen musikalischen Erinnerungen mit Bruce Low über Amy Winehouse bis zu Heinrich Schütz. Dazwischen erzählt Nora Eifler von ihren Studienjahren und davon, weshalb sie nicht an der Universität geblieben ist, sondern – trotz eigener Vorurteile – auf der «dark side» in der Pharmaindustrie gelandet ist. Sie spricht über ihre Suche nach Mustern: in Proteinen ebenso wie in der Musik. In der Sendung demonstriert sie zudem, wie aus biologischen Sequenzen Melodien entstehen – und erklärt, warum sie sich den Satz «Life is uncertain, eat dessert first» zu Herzen nimmt. Die Musiktitel: - Bruce Low: Noah Found Grace in the Eyes of the Lord - Amy Winehouse: Tears Dry on Their Own - Juicy Lemon Club: 21st Night of May - Nora Eifler: Aquaporin - Räägedag - Heinrich Schütz: Fili mi, Absalon (Matteo Messori, Bass; Cappella Augustana)

    Paloma Selma: «Ich möchte Räume für Begegnungen schaffen»

    Play Episode Listen Later May 3, 2026 58:49


    Die ehemalige Tänzerin Paloma Selma musste ihre Karriere wegen eines Bühnenunfalls vorzeitig beenden. Seither setzt sich dafür ein, Kultur und soziale Arbeit zu verbinden: als Gründerin des Surprise-Strassenchors ebenso wie als Leiterin des Basler Tanzfests. Wer aus eigener Erfahrung weiss, wie sich Brüche im Leben anfühlen, hat mehr Verständnis für Menschen in schwierigen Situationen, sagt Paloma Selma. Sie wuchs in der spanischen Hafenstadt Valencia auf und verliess ihre Heimat schon in jungen Jahren, um professionelle Tänzerin zu werden. Nach ersten Engagements in Bonn und Berlin kam sie 2001 nach Basel, um in der Compagnie von Richard Wherlock zu tanzen. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere riss während einer Vorstellung eine Sehne in ihrem Fuss. Danach sei sie nicht nur körperlich, sondern auch seelisch eine Weile verletzt gewesen, sagt Paloma Selma im Rückblick. Es fiel ihr nicht leicht, ihre Identität als Tänzerin aufzugeben, doch dann fand sie einen neuen Weg, indem sie sich für die Verbindung von Kultur und Sozialem einsetzte. In «Musik für einen Gast» erzählt sie von ihrem Engagement für das Basler Tanzfest und für den «Surprise-Strassenchor», den sie vor rund 20 Jahren gegründet hat. Und sie erklärt am Beispiel ihrer Musikwünsche, was auf Spanisch «Duende» bedeutet. Die Musiktitel: - Fréderic Chopin: Nocturne Es-Dur op. 9 Nr. 2 (Lars Vogt, Klavier) - Irene Cara: Fame - Camarón de la Isla, Paco de Lucía & Tomatito: Como el agua - Edvard Grieg: Åses Tod, aus Peer Gynt (Estonian National Symphony Orchestra; Paavo Järvi, Leitung) - Miriam Makeba: Malaika - Celia Cruz: La vida es un carnaval

    Katja Wünsche: «Mir war es wichtig, die Menschen zu berühren»

    Play Episode Listen Later Apr 26, 2026 61:54


    Wenn sie tanzte, kamen dem Publikum die Tränen. 23 Jahre lang war Katja Wünsche professionelle Balletttänzerin, zuletzt Erste Solistin am Ballett Zürich. Ein lang gehegter Traum, der in Erfüllung ging? Nicht unbedingt. Sie habe sich nämlich gar nie bewusst dazu entschieden, Tänzerin zu werden. Als Katja Wünsche acht Jahre alt ist, stossen ihre Eltern in der Zeitung auf ein Inserat für eine Ballettschule. Und denken sich: Ballett, das würde diesem Mädchen mit dem grossen Bewegungsdrang doch guttun. Damit fängt alles an. Acht Jahre später belegt Katja Wünsche am «Prix de Lausanne», dem berühmten Tanzpreis, den dritten Platz, im Jahr darauf den zweiten. Wird nach Abschluss der Ausbildung in Stuttgart in die Kompagnie aufgenommen. Wechselt 2012 nach Zürich – und wird schliesslich Erste Solistin. Ein Publikumsliebling sei sie, schreibt die Kritik, ein «Popstar des Balletts» mit unwahrscheinlichem Talent. «Mir war immer wichtig, dass ich auf der Bühne authentisch rüberkomme, dass ich die Menschen berühre», sagt Katja Wünsche selbst. Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem sie merkt: Es ist Zeit, aufzuhören. Christian Spuck, ihr langjähriger Weggefährte und Direktor des Balletts Zürich, wechselt nach Abschluss der Saison 2022/23 nach Berlin. Und Katja Wünsche beschliesst, in Zürich zu bleiben und ihre Karriere zu beenden. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt; die Suche nach einem neuen Alltag, einer neuen Struktur. Im Gespräch mit Melanie Pfändler erzählt Katja Wünsche, wie sie diesen Prozess erlebt und welche Herausforderungen er mit sich bringt. Und auch von wichtigen, prägenden Kapiteln ihres Privatlebens: dem Kennenlernen ihres Mannes, den sie beim dritten Date gleich schon zum Opernball mitnahm. Und der Geburt ihres Sohnes, der zu den jüngsten (und grössten!) Fans von Dirigent Paavo Järvi zählen dürfte. Die Musiktitel: - Sergej Rachmaninov: Prélude cis-Moll (Sergej Rachmaninov, Klavier – Aufnahme 1919) - Les voix bulgares: Dilmano, dilbero. Humoresque - Peter Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 5, 2. Satz Andante cantabile (Tonhalle-Orchester Zürich; Paavo Järvi, Leitung) - Sebastian Mullaert & Joris Voorn: You're an Orchestra in the Cosmos - Johnny Cash: Hurt

    Benedikt Weibel: «Und plötzlich wurde die Welt farbig»

    Play Episode Listen Later Apr 19, 2026 66:22


    Benedikt Weibel wächst in den 1960er-Jahren auf, einer Zeit des Aufbruchs und der Träume. Als er die Beatles zum ersten Mal hört, verblassen die grauen 1950er-Jahre schlagartig. Ein schillerndes und unbeschwertes Jahrzehnt der Weltgeschichte beginnt. Weibel feiert das Leben, wird früh Vater. Und reibt sich an seinen bürgerlichen Eltern. Doch der Rausch weicht bald der politischen Ernüchterung, Weibel wird Pragmatiker. Er studiert Betriebswirtschaft, promoviert und übernimmt 1993 die Leitung der SBB. In dieser Funktion streicht das SP-Mitglied Weibel rund 12000 Stellen, strafft Strukturen und prägt mit der Bahn 2000 die Schweizer Bahngeschichte. Nach 14 Jahren tritt er Ende 2006 als SBB-Chef zurück. Weibel ist ein begnadeter Kommunikator, ein leidenschaftlicher Leser und ausgebildeter Bergführer. Wie ihn Herkunft und Zeitgeist geprägt haben und welche Erlebnisse ihn bis heute begleiten, erzählt er in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu. Die Musiktitel: - The Beatles: Here Comes the Sun - Hugues Aufret: J'entends siffler le train - The Rolling Stones: Love in Vain - Johann Sebastian Bach: Menuett G-Dur (Daniil Trifonov, Klavier) - Bob Dylan: Not Dark Yet

    Daniel Schwartz: «Ein gutes Foto ist, was man aus ihm macht»

    Play Episode Listen Later Apr 12, 2026 64:32


    Das Bild entsteht also im Auge des Betrachters. Die Fotografie allerding macht Daniel Schwartz. Seit den späten 70er-Jahren ist der leidenschaftliche Fotograf auf der ganzen Welt unterwegs und fotografiert. Menschen natürlich. Aber auch die sich verändernde Natur. Ganz besonders wichtig dabei sind ihm die Gletscher. Diese lernt er schon ganz früh kennen. Als Schweizer, der im Kanton Solothurn aufwächst, wo es vor lauter Findlingen aus der letzten Eiszeit nur so wimmelt, und als Sohn eines Vaters, der ihn schon als Junge mit auf Bergtouren nimmt, ist das auch kein Wunder. Aber Daniel Schwartz verbindet mittlerweile bereits eine knapp 50-jährige Geschichte als Fotograf mit dem Gletscher, deren Resultate er nun in einem neuen Buch zusammenfasst und literarisch beschreibt. Von der Erforschung der Gletscher ab dem 18. Jahrhundert über seine unzähligen Reisen zu den Gletschern in Südamerika, Asien und Afrika bis hin zu den Fotografien aus dem Helikopter über dem Birchgletscher oberhalb von Blatten 24 Stunden vor dem Berg- und Gletschersturz im vergangenen Jahr. Von all dem und ganz generell von seinem Zugang zur Fotografie und seinem Leben als Fotograf erzählt Daniel Schwartz im Gespräch mit Gastgeber Michael Luisier. In der Sendung erwähntes Buch: Daniel Schwartz. Unterwegs zu den Gletschern der Welt. 336 Seiten. Galiani Berlin, 2026.

    «Bach ist mein Lebenselixier» - der Musiker Rudolf Lutz

    Play Episode Listen Later Apr 5, 2026 64:53


    Dirigent, Organist, Cembalist, Improvisator: Rudolf Lutz gehört zu den prägendsten Bach-Interpreten der Schweiz. Als musikalischer Leiter der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen widmet er sich seit mehr als zwei Jahrzehnten der Aufführung und Einspielung des gesamten Kantatenwerks von J.S. Bach. Fast 200 Kantaten hat er bereits dirigiert – jede einzelne mit der Leidenschaft eines Musikers, für den Bach weit mehr ist als ein Komponist: «Bach ist mein Lebenselexier», sagt Lutz. In «Musik für einen Gast» blickt Rudolf Lutz auf ein vielseitiges Musikerleben zurück. Über 40 Jahre war er Organist an der St. Laurenzenkirche in St. Gallen, wurde für seine Auseinandersetzung mit Bachs geistlicher Musik mit einem Ehrendoktor der Theologie ausgezeichnet und hat sich als Improvisator und Vermittler einen Namen gemacht. Im Gespräch mit Eva Oertle spricht Rudolf Lutz über seine musikalischen Wurzeln und die prägende Rolle seiner englischen Grossmutter. Er erzählt von seinem Weg zur Musik, der über eine Ausbildung zum Primarlehrer führte – und von der Vielseitigkeit, die sein künstlerisches Leben bis heute bestimmt. Er spricht über Inspiration und Zweifel, über Glauben, Familie und das Älterwerden – und darüber, was Musik für ihn im Innersten bedeutet. Neben einer Arie von Bach bringt Rudolf Lutz auch ein englisches Volkslied in der Bearbeitung von Benjamin Britten mit, eine Jazzaufnahme von Benny Goodman, einen Sinfoniesatz von Brahms und Musik, die er im Dialog mit Texten von Klaus Merz selbst geschrieben hat: «Bilder von Leben und Tod», ein Werk, das noch eine weitere Seite von Rudolf Lutz zeigt – die des Komponisten. Die Musiktitel - Johann Sebastian Bach: Die Seele ruht in Jesu Händen, BWV 127 Nr. 3 (J.S. Bach-Stiftung St. Gallen; Julia Doyle, Sopran; Rudolf Lutz, Leitung) - Benjamin Britten: Come you not from New Castle (Peter Pears, Tenor; Benjamin Britten, Klavier) - Rudolf Lutz: Feuerverlauf, aus «Bilder von Leben und Tod», mit Texten von Klaus Merz (Sonus Quartett) - Louis Prima: Sing, Sing, Sing (Benny Goodman & His Orchestra, Live in Stockholm 1970) - Johannes Brahms: 4. Satz aus Sinfonie Nr. 1 c-Moll (Tapiola Sinfonietta; Mario Venzago, Leitung)

    Urs Hostettler: «Ich habe aus allem ein Spiel gemacht»

    Play Episode Listen Later Mar 29, 2026 57:26


    Die Lust am Spiel zieht sich wie ein roter Faden durch Urs Hostettlers Leben. In seiner Jugend trat er als Liedermacher beim Folkfestival Lenzburg auf, dem ersten Openair der Schweiz. Später erfand er beliebte Gesellschaftsspiele wie «Tichu» oder «Kreml». Bis heute tüftelt er an neuen Spielen. Ob in der Musik oder beim Spielen - es ist immer das gemeinschaftliche Entwickeln, das Urs Hostettler interessiert: «Ich bin kein Solo-Künstler», sagt er. «Spiele kann man nicht allein erfinden.» Seine künstlerischen Anfänge gehen auf den Folk Club Bern zurück, wo der damalige Mathematik-Student seine ersten Auftritte als Liedermacher hatte. Später war er an der Organisation des Folkfestivals Lenzburg beteiligt, das in den 1970er Jahren zum Treffpunkt der Gegenkultur wurde und eine ganze Generation von Schweizer Musikern prägte. Ab den 80er Jahren begann Urs Hostettler, unkonventionelle Spiele zu entwickeln, in denen er seine Gesellschaftskritik mit satirischem Humor zum Ausdruck brachte: «Der wahre Walter» zum Beispiel nimmt den Fichen-Skandal aufs Korn; «Kreml» parodiert die sowjetischen Machtstrukturen. Aktuell testet Urs Hostettler ein neues Trump-Game, von dem er allerdings noch nicht weiss, ob es wirklich erscheinen wird. In Urs Hostettlers Schubladen schlummern viele Entwürfe und Aufnahmen, die er bisher nicht publiziert hat. In «Musik für einen Gast» stellt er mehrere wenig bekannte Lieder vor, spricht von seiner Faszination für alte Volkslieder und erinnert sich an aufwändige Live-Theater-Krimis, die er an verschiedenen Schauplätzen inszeniert hat. Und er erzählt, warum ihn sein Erfolgsspiel «Tichu» mittlerweile ein wenig langweilt. Die Musiktitel: - Urs Hostettler & Ueli Wenger: Spinnenetz - Gallis Erbe: Peter von Hagenbach - Chlöisu Friedli: Wohäre geisch - Lal & Mike Waterson: Fine Horseman - The Kinks: Days

    Roger Küng: «Für die Musik brauche ich meine Augen nicht»

    Play Episode Listen Later Mar 22, 2026 66:53


    Roger Küng wusste schon als Kind: Ich will Musiker werden. Und er wusste auch: Eines Tages werde ich erblinden. Heute führt er seine eigene Musikschule, tritt im In- und Ausland auf und wird als Studiomusiker gebucht. Seine Blindenführhündin Layla schläft derweil friedlich unter dem Schlagzeug. Als ein Arzt am Zürcher Unispital ihm als Zehnjähriger sagte, dass er im Alter von etwa 30 Jahren erblinden werde, war Roger Küng mässig beeindruckt. «Ich habe das diesem Professor nicht so recht geglaubt», erinnert er sich. Und sowieso: Wozu braucht man Augen, wenn Schlagzeuger werden will? Denn diesen Wunsch verspürte Roger Küng schon damals – und er hat ihn unermüdlich verfolgt. Er studierte, gründete seine eigene Musikschule und tritt heute in ganz unterschiedlichen Formationen auf, sei es an einem Dorffest, an der Seite von Weltstars oder als Studiomusiker im Disney Land in Paris. Natürlich sei die Zeit, in der er mit Mitte 40 tatsächlich vollständig erblindet sei, sehr schwierig gewesen, sagt Küng – und auch ein grosser Schock für sein Umfeld, weil vielen gar nicht bewusst gewesen sei, mit welchen Einschränkungen er bereits über Jahre gelebt hatte. «Aber ich habe von Anfang an nach vorne gedacht; mich bemüht, für alles eine Lösung zu finden.» Arrangiert er heute etwa ein Musikstück, diktiert er einem Bekannten die Partitur per Telefon. Und dann ist da natürlich Blindenführhündin Layla, die darauf ausgebildet ist, ihn auch an Konzerte und zu Tonaufnahmen zu begleiten, und mit der ihn eine ganz besondere Beziehung verbindet. Die Musiktitel: - Safri Duo: Played-a-Live (The Bongo Song) - Dave Weckl: Festival de Ritmo - James Last/Gheorghe Zamfir: Der einsame Hirte - Phil Collins: Something Happened on the Way to Heaven - Hans Zimmer: Homeland – The Long Road Back (Filmmusik zu «Spirit, der wilde Mustang»)

    Jessica Studer - der Weg von der Pianistin zur Weltraumärztin

    Play Episode Listen Later Mar 15, 2026 65:13


    Eisige Kälte bis minus 80 Grad, monatelange Dunkelheit und eine Umgebung, die lebensfeindlicher kaum sein könnte: Die Schweizer Ärztin Jessica Studer hat ein Jahr lang an einem der isoliertesten Orte der Erde gelebt und gearbeitet – auf der Forschungsstation Concordia im Herzen der Antarktis. Dort untersuchte sie im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), wie extreme Isolation und Umweltbedingungen den menschlichen Körper und die Psyche beeinflussen – Erkenntnisse, die künftig auch für Langzeitmissionen im Weltraum entscheidend sein können. Doch der Weg dorthin verlief nicht geradlinig. Schon früh faszinierte Jessica Studer sowohl Wissenschaft als auch Musik: Sie studierte zunächst Klavier und unterrichtete, bevor sie sich entschied, ihren Kindheitstraum zu verfolgen und eine medizinische Laufbahn einzuschlagen. Diese ungewöhnliche Kombination aus künstlerischer Sensibilität, wissenschaftlicher Neugier und persönlicher Entschlossenheit prägt seither ihren Weg. In Musik für einen Gast erzählt Jessica Studer über ihre Erfahrung in der Antarktis, über Kälte und Isolation, aber auch über ihre Liebe zur Musik und ihre Fähigkeit, immer wieder eigene Grenzen zu überschreiten. Die Musiktitel: - Richard Strauss: Also sprach Zarathustra (aus «2001 - A Space Odyssey») (Wiener Philharmoniker; Herbert von Karajan, Leitung) - Lynyrd Skynyrd: Sweet Home Alabama - Karlheinz Stockhausen: Löwe (Sonne), aus «Tierkreis» (Capilla Flamenca & Het Collectief) - Santana: Smooth - Arvo Pärt: Alina (Alice Sara Ott, Klavier) - The Allman Brothers Band: Jessica

    «Ich bin niemand. Das kommt der Sache ziemlich nahe»

    Play Episode Listen Later Mar 8, 2026 61:49


    1981 zog man Max Rüdlinger mitten aus einer Berner Demo vor die Filmkamera. Er träumte von grossen Rollen, Champagnerbädern und Frauen, die ihm zu Füsse lagen. Doch die internationale Filmkarriere blieb aus. Stattdessen spielte er ein Leben lang in Dutzenden von Filmen kleine Nebenrollen: Hauswarte, Polizisten, Miesepeter. So wurde er zum «Griesgram der Nation». Max Rüdlinger, geboren in Flums, war als junger Mensch ein Streber, bis er erkannte, wie leer ihn das Auswendiglernen machte. In der Folge suchte er als Revolutionär den Stunk auf der Strasse, hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und landete immer wieder in improvisierten Filmen von Clemens Klopfenstein. Auf Filmplakate schaffte er es nicht allzu oft. Seine Visage, hiess es, tauge nicht als Verkaufsargument. Seine grosse Sinnkrise in der Lebensmitte pedalte Rüdlinger mit dem Velo nieder: von der Schweiz bis fast ans Nordkap und von San Francisco nach Costa Rica. Wie er mit Enttäuschungen lebt, warum er lieber liest als dreht und wie wichtig ihm Spiritualität geworden ist, erzählt er in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu. Die Musiktitel: - M.A. Numminen: Ich und meine Braut im Parlament - Milva: Addio Lugano bella - Gurdjeff Ensemble, Levon Eskenian: Trembling Dervish - Jimmy Cliff: The Harder They Come

    Eva Cignacco: «Als Hebamme weiss man um den Wert des Lebens»

    Play Episode Listen Later Mar 1, 2026 61:29


    Braucht man zum Händchenhalten jetzt auch noch ein Studium? Solche Kommentare bekam Eva Cignacco zu hören, als sie als erste Hebamme der Schweiz studierte. Sie liess sich nicht beirren, weil sie forschen wollte. Nun ist sie frisch pensioniert und blickt auf ein reiches Berufsleben zurück. Um auf Augenhöhe mit Ärzten diskutieren zu können, braucht es viel Wissen und gute Argumente – das wurde Eva Cignacco klar, als sie als junge Hebamme in der Frauenklinik des Inselspitals in Bern arbeitete. Da es in der Schweiz noch keinen Studiengang für Hebammen gab, studierte und doktorierte sie in den Niederlanden. Ihre Habilitation schrieb sie später an der Universität Basel. Trotz ihrer wissenschaftlichen Erfolge fühle sie sich in der akademischen Welt bis heute fremd, sagt Eva Cignacco: «Ich bin als Migrantenkind an einen Ort gekommen, der so für mich nicht vorgesehen war.» An ihre Kindheit in einer italienischen Arbeiterfamilie im Basler Gundeli-Quartier denkt sie gerne zurück, auch wenn der Schulstart zunächst schwierig war. In «Musik für einen Gast» schaut Eva Cignacco auf ihr erfülltes Berufsleben zurück. Sie erzählt von ihrer Leidenschaft für Tango, die sie mit ihrem Mann teilte, bis er aufgrund einer Hirnblutung seine Sprachfähigkeit verlor und alles neu lernen musste. Und sie spricht über die Demut, die sie in ihrem Beruf gelernt hat. Die Musiktitel: - Lila Downs: Paloma negra - Cuarteto Cedron: Milonga pour aimer - Ali Farka Touré: Ai ga bani - Joan Baez: Help Me Make It Through the Night - Mercedes Sosa: Gracias a la vida

    Sebastian Meyer: «Nur zu komponieren, ist nicht meins!»

    Play Episode Listen Later Feb 22, 2026 60:19


    Sebastian Meyer ist Komponist zeitgenössischer Musik und hat je einen Master in Musiktheorie und Komposition. Ausserdem schreibt er Musik für die Basler Fasnacht. Irgendwann hat er festgestellt, dass ihm das Komponieren allein nicht reicht. Darum macht er jetzt noch eine Lehre als Papiermacher. Sebastian Meyer ist ein musikalischer Senkrechtstarter. Schon mit zwölf Jahren entdeckt er die zeitgenössische Musik. Gleichzeitig lernt er Piccolo und begeistert sich für die Basler Fasnacht. Rasch beginnt er zu komponieren. Sowohl zeitgenössische Musik wie auch Fasnachtsmusik, die bei ihm weit über die traditionellen Piccolo-Märsche hinausgeht. Die Begegnung mit dem Fasnachtserneuerer und Komponisten Bernhard Batschelet bereits als Teenager und die mit seinem Lehrer Erik Oňa während des Studiums sind prägend und machen aus ihm einen Komponisten zeitgenössischer Musik und spezieller Fasnachtsmusik gleichermassen. Von seinen Prägungen und Begegnungen, von der zeitgenössischen Musik und den Möglichkeiten der Fasnachtsmusik und von seiner ganz anderen Welt als Lehrling des Papiermacherhandwerks an der Basler Papiermühle erzählt Sebastian Meyer am Vorabend der Basler Fasnacht 2026 im Gespräch mit Gastgeber Michael Luisier. Die Musiktitel: - Bernhard «Beery» Batschelet: Lumpensammler (Museumsgruppe) - Elnaz Seyedi: Felsen unerklärlich (The Monochrome Project; Marco Blaauw, Leitung) - Igor Strawinsky: Larghetto & Moderato, aus Cinq doigts (Idil Biret, Klavier) - Igor Strawinsky: Moderato & Larghetto, aus Eight instrumental miniatures (Canadian Broadcasting Symphony, Toronto; Igor Strawinsky, Leitung) - Erik Oña: Fünf Lieder (Thürmchen Ensemble: Truike van der Poel, Mezzosopran; Caspar Johannes Walter, Violoncello) - Morton Feldman: Crippled Symmetry (Ausschnitt) (Eberhard Blum, Flöte/Bassflöte; Nils Vigeland, Klavier/Celesta; Jan Williams, Glockenspiel/Vibraphon)

    Dmitrij Gawrisch: «Solange wir lachen, sind wir am Leben»

    Play Episode Listen Later Feb 15, 2026 66:18


    Geburtskiewer, Herzberner, Wahlberliner: So beschreibt Dmitrij Gawrisch sich selbst. Und Schreiben ist auch, was er beruflich tut. Etwa darüber, wie er durch den russischen Angriff auf die Ukraine seine Muttersprache verlor. Wie kommt es zu einem Text? Was steht ganz am Anfang? Ein Gedanke, ein Bild, ein aufgeschnappter Gesprächsfetzen? Dmitrij Gawrisch weiss das auch nicht so genau. «Etwas passiert, ich verstehe dieses Etwas nicht, merke aber, dass da ein Konflikt, eine Fallhöhe ist – und vor allem ein grosses Rätsel.» Er verstehe das Schreiben als eine Möglichkeit, sich die Welt anzueignen, sagt Gawrisch, dem Unscharfen, dem Uneindeutigen nachzugehen. Dmitrij Gawrisch wurde 1982 in Kiew geboren und kam mit 11 Jahren in die Schweiz, nach Bern. Bern: Die Stadt, in der er schwimmen gelernt, das Gymnasium besucht, studiert, die ersten Texte geschrieben und über eine Verkettung von Zufällen zum Theater gefunden habe. Heute schreibt Gawrisch vor allem für die Bühne – in der Spielzeit 2022/2023 war er Hausautor der Bühnen Bern – und arbeitet neben seiner Theatertätigkeit für das Magazin «Reportagen». Seit dem russischen Grossangriff auf die Ukraine hat er zahlreiche Texte zum Krieg verfasst. Diese Aktualität literarisch einzufangen sei ihm jedoch bis heute unmöglich. «Ich habe gemerkt, dass der Nachrichtenstrom mich mitreisst und ertränkt.» Er sei ein langsamer Schreiber, sagt Gawrisch von sich selbst. «Ich suche ewig lang nach dem neuen Ansatz, einer neuen Sprache, einem neuen Anknüpfungspunkt.» Im Gespräch mit Melanie Pfändler erzählt Dmitrij Gawrisch von seinem Suchen, dem Ringen um Worte; und davon, warum es gerade in diesen Zeiten wichtig sei, zwar die Welt ernst zu nehmen, aber sich selbst nicht allzu sehr. Die Musiktitel: - Igor Belkin: Goluboj wagon - Nils Althaus: Dr Verluscht - Sophie Hunger: Le vent nous portera - Okean Elzy: Bez Boyu - Herbert Grönemeyer: Mensch

    Markus Stöckle: «Ich hatte kaum Deppen im Restaurant»

    Play Episode Listen Later Feb 8, 2026 56:34


    Markus Stöckle wächst auf einem Bauernhof im Allgäu auf und lernt früh, dass Essen mehr bedeutet als bloss satt zu werden: Es ist Kultur. Später kocht er im legendären Drei-Sterne-Restaurant The Fat Duck in England, wo nur die Neugier unantastbar bleibt. In Zürich erfindet er die bayerische Wirtshausküche neu: mit Kässpatzen, die Kindheitserinnerungen wecken, mit Schnaps aus dem Heliumballon und Gerichten, die die Gäste bewegen. Zusammen mit seiner Partnerin Elif Oskan prägt er die Zürcher Gastroszene mit Witz, Charme und unverwechselbaren Kreationen. Warum Markus Stöckle sein Spitzenrestaurant Rosi im Kreis 4 auf dem Höhepunkt schloss, weshalb er mit Elif eine wilde Ehe führt, aber längst seinen Hochzeitssong kennt, und wie man Magie ins Leben holt, erzählt er in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu. Musiktitel: - Ulli Bäer: Ay ay ay - Jonny Greenwood: One Battle After Another (Film von Paul Thomas Anderson) - OutKast: Pink in Blue - MF Doom: Hoe Cakes - Alexandra: Schwarze Balalaika

    Helen Keller: «Die Idee der Menschenrechte wird nicht untergehen»

    Play Episode Listen Later Feb 1, 2026 61:06


    Als Kind aus einer Arbeiterfamilie hätte Helen Keller nie gedacht, dass Sie einmal Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg werden würde. Heute lehrt sie Völkerrecht an der Universität Zürich. Als Ausgleich für ihre Arbeit möchte sie die Musik nicht missen. «Glücklicherweise kam mein Mann auf die Idee, mein Akkordeon nach Strassburg zu schleppen», sagt Helen Keller, als sie von ihrer Zeit als Richterin am EGMR erzählt. Neun Jahre arbeitete sie als oberste Schweizer Hüterin der Menschenrechte. Eine fordernde Aufgabe, die sie manchmal bis in den Schlaf verfolgte. Denn die Fälle, die vor dem Europäischen Gerichthof für Menschenrechte verhandelt werden, sind tiefgreifend; die Urteile haben eine grosse Tragweite. Das Musizieren habe ihr dabei geholfen, nach intensiven Arbeitstagen abzuschalten, sagt Helen Keller: «Auch wenn die Nachbarn zu später Stunde nicht so begeistert waren.» Ihre Leidenschaft für Musik entdeckte Helen Keller schon in der Schule. Klavierstunden kamen für ihre Eltern nicht in Frage, also schlugen ihr die Eltern das Akkordeon vor. Seither begleitet sie dieses Instrument bei all ihren beruflichen Stationen, die sie schon rund um die Welt geführt haben. Zuletzt forschte sie in Südafrika dazu, weshalb es auf dem afrikanischen Kontinent erst wenige Klima-Klagen gibt, obwohl viele Länder stark vom Klimawandel betroffen sind. Auch wenn wir gegenwärtig in einer Umbruchzeit leben, in der vieles auf der Kippe steht, schaut Helen Keller hoffnungsvoll in die Zukunft: «Das Völkerrecht ist unheimlich robust – die Idee der Menschenrechte ist so überzeugend, dass sie nicht untergehen wird.» Musiktitel: - Frédéric Chopin: Grande Polonaise Brillante, op. 22, mit Đặng Thái Sơn - Irving Berlin: Cheek to Cheek, mit Ella Fitzerald - Toni Bürgler: Gyrs Wunsch, mit dem Laseyer Quartett - Georg Friedrich Händel: Volo pronto, e lieto il core, Arie aus der Oper Agrippina, mit Carlo Vistoli - Traditional Zulu Prayer: Phind'ukhulume, mit dem Chor der Universität Stellenbosch

    «Tu das, wovon du träumst»» - der Unternehmer Benedikt Germanier

    Play Episode Listen Later Jan 25, 2026 59:02


    Schon früh war Bewegung der rote Faden im Leben von Benedikt Germanier. Als Kind beobachtete er fasziniert seine älteren Brüder beim Langlauf, mit 18 Jahren coachte er bereits junge, angehende Tennisprofis. Nicht der Wettkampf um den ersten Platz stand für ihn im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie Bewegung Menschen befähigt und erweitert. Dieser Ansatz prägte auch seinen weiteren Weg. Nach einem Wirtschaftsstudium unterrichtete Germanier Sport und Wirtschaft, bevor er in die Finanzwelt eintauchte und internationale Erfahrung sammelte – unter anderem an der Wall Street. Doch trotz globaler Karriere zog es ihn zurück zu seinen Wurzeln. Heute ist Benedikt Germanier Geschäftsführer eines kleinen, exklusiven Unternehmens in den Bündner Bergen, das hochwertige Luxus-Ski entwickelt. Seine Skier sind mehr als Sportgeräte: Sie sind Ausdruck einer Haltung, die Technik, Design und menschliche Bewegung in Einklang bringen will. In «Musik für einen Gast» beschreibt Benedikt Germanier sein Staunen über das Leben, das ihn seit seiner Kindheit begleitet, seine Suche nach der beruflichen Erfüllung und die Kraft der Musik, ihn in andere Welten zu tragen. Die Musiktitel: - George Gershwin: Summertime (Ella Fitzgerald; Paul Smith Quartet; Berlin 1962) - Jimy Hendrix: Hey Mannish Boy - Georg Friedrich Händel: Arie «I know that my redeemer liveth», aus «Messiah» (Academy of St. Martin-in-the-Fields; Sylvia McNair, Sopran; Neville Marriner, Leitung) - Solong: Running to the Shore

    Muris Begovic: «Mitgefühl, Empathie – darum geht es»

    Play Episode Listen Later Jan 18, 2026 64:57


    Wer in einem kleinen bosnischen Dorf und dann im Toggenburg aufwächst, lernt wohl früh, sich in verschiedenen Welten zu bewegen. Muris Begovic ist eine Stimme des Dialogs, des Friedens und der erste Seelsorger der Schweizer Armee mit muslimischem Hintergrund. Als Muris Begovic zehn Jahre alt war, versteckte er sich im Stall seines Grossvaters unter dem Heuhaufen. Seine Eltern hatten entschieden, dass der Moment gekommen war, ihre Heimat zu verlassen: In Slowenien und in Kroatien herrschte bereits Krieg und sie ahnten, dass es eine Frage der Zeit war, bis die Welle der Gewalt auch Bosnien erfassen würde. Aber der kleine Junge wollte nicht weg, wollte nicht in die Schweiz. Denn er wusste: Ich will Imam werden – und dort kann ich das nicht. Woher kam dieser frühe, tiefe Wunsch? Und wie brachte Muris Begovic den Mut und die Entschlossenheit auf, ihm als Jugendlicher tatsächlich nachzugehen, nach Bosnien zurückzukehren und dort seine Ausbildung zu absolvieren, in einem Internat, in dem die zersplitterten Fensterscheiben noch immer vom Krieg zeugten? Heute lebt Begovic wieder in der Schweiz, ist glücklich verheiratet, Vater von zwei Söhnen, Präsident der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) und Geschäftsleiter der muslimischen Seelsorge Zürich. Und er hat sich den Ruf erarbeitet, jemand zu sein, der sich für Offenheit, Toleranz und den konstruktiven Austausch zwischen den Religionen und Kulturen einsetzt. So wurde er 2018 mit dem «Dialogpreis der Schweizer Juden» ausgezeichnet, gemeinsam mit seinem Freund, dem Zürcher Rabbiner Noam Hertig. Im Gespräch mit Melanie Pfändler erzählt Begovic von den Erfahrungen, die ihn geprägt haben, von den Werten und Überzeugungen, die ihn leiten und wie es dazu kam, dass er der erste Schweizer Armeeseelsorger mit muslimischem Hintergrund wurde. Die Musiktitel: - Michael Jackson: Earth Song - Dino Merlin: Sredinom - Peter Fox: Haus am See - Tim Bendzko: Nur noch kurz die Welt retten - Dino Merlin: Jedan dan, jedna noć

    Graham F. Valentine – «Ich mache keine Pläne»

    Play Episode Listen Later Jan 11, 2026 65:58


    Graham F. Valentine ist Schauspieler, Sänger und Stimmkünstler und gehört seit den späten Sechzigerjahren zur Gruppe rund um den Zürcher Theatermacher Christoph Marthaler. Derzeit ist er gerade mit der Marthaler-Produktion «Le Sommet» unterwegs. Graham F. Valentine stammt aus Dundee, einer Hafen- und Arbeiterstadt an der schottischen Ostküste. Dort wächst er als Nachzügler in einer Arbeiterfamilie auf. Die Musik am Radio und der wöchentliche Sprechunterricht, den Graham schon als Sechsjähriger besucht, bilden die Grundlage für den späteren Beruf als Sänger und Schauspieler. Doch dass er den ergreift, ist nicht geplant, sondern ein Zufall: Graham F. Valentine landet nämlich als Austauschstudent an der Universität Zürich ausgerechnet in dem Zürcher Studentenwohnheim, das von Christoph Marthalers Eltern geleitet wird. So kommt es 1969 zu einer wegweisenden Begegnung. Von seiner Prägung in Schottland und seiner Begeisterung für die Sprache, vom Volkslied seiner Heimat und dem Kunstgesang im Beruf, von der Verwurzelung in der Vergangenheit und der Zusammenarbeit mit jungen Menschen am Theater erzählt Graham Valentine im Gespräch mit Michael Luisier. Die Musiktitel: - Alexander Maria Wagner: «Sommer» aus «Käfer töten» (Interpretation: Graham F. Valentine) - Friedrich Wilhelm Möller: Der fröhliche Wanderer (Schaumburger Märchensänger) - Billie Grey: The Laughing Policeman (Charles Jolly) - Traditional Song of Ireland: «Her Mantle So Green» (Margaret Barry / Michael Gorman) - Traditional Song of Scotland: Adieu Dundee (Live gesungen von Graham F. Valentine) - Maurice Ravel: «L'indifférent», aus Shéhérazade. 3 Lieder für Singstimme und Orchester (New Philharmonia Orchestra / Janet Baker, Mezzosopran / John Barbirolli, Leitung) 7. Leos Janácek - Sonate für Klavier es-Moll. 1.X.1905. Von der Strasse: «Der Tod» (András Schiff, Klavier)

    Diana Damrau: «Die Königin der Nacht ist ein Zustand»

    Play Episode Listen Later Jan 4, 2026 69:54


    Mit zwölf Jahren sieht sie Franco Zeffirellis «La Traviata» im Fernsehen. Tief beeindruckt beschliesst sie, Opernsängerin zu werden. Während des Studiums erleidet sie nach einer unsachgemässen Intubation ein Stimmbandödem. Sie lehnt eine Operation ab und wählt den Weg der langsamen Heilung. Während anderthalb Jahren spricht und singt sie kaum. 1995 debütiert Damrau als Eliza in «My Fair Lady» in Würzburg. Bald darauf erobert sie als Königin der Nacht in Mozarts «Zauberflöte» die grossen Bühnen - von Wien bis New York. Kritiker loben ihre Technik und Bühnenpräsenz. Damrau gilt als Diva ohne Allüren. Als sie 2013 als Violetta in Verdis «Traviata» an der Mailänder Scala auf der Bühne steht, ist ihr Mädchentraum wahr geworden. Die Süddeutsche Zeitung schreibt, Damrau habe die höchste Stufe des Operngesangs erreicht: die Callas Stufe. Wie die Mutter zweier Söhne Bühne und Familie vereint, warum die Königin der Nacht zu ihren Lieblingsrollen zählt und weshalb sie sich als Bühnentier sieht, erzählt Diana Damrau in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu. Die Musiktitel: - Giuseppe Verdi: La Traviata: 1. Act, E'strano (Maria Callas / Coro Cetra / Orchestra Sinfonica di Torina de la Rai / Gabriele Santina, Leitung) - Edvard Grieg: «Morgenstimmung», aus Peer Gynt (Berliner Philharmoniker / Herbert von Karajan, Leitung) - Wolfgang Amadeus Mozart: «Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen», Arie der Königin der Nacht, aus «Die Zauberflöte» (Edda Moser, Sopran / Bayerisches Staatsorchester München / Wolfgang Sawallisch, Leitung) - Michael Jackson: Thriller - Richard Strauss: «Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding». Arie der Marschallin aus «Der Rosenkavalier» (Philharmonia Orchestra / Elisabeth Schwarzkopf, Sopran / Otto Edelmann, Bass / Herbert von Karajan, Leitung) Der Einspieler: Wolfgang Amadeus Mozart: «O zittre nicht, mein lieber Sohn - Zum Leiden bin ich auserkoren». Rezitativ und Arie der Königin der Nacht, aus «Die Zauberflöte» (Diana Damrau, Sopran / Cercle de l'Harmonie / Jérémie Rhorer, Leitung)

    Iryna Herasimovich: «Exil ist eine unsichtbare Arbeit»

    Play Episode Listen Later Dec 28, 2025 69:40


    Wie unterwandert Kunst die Diktatur in Belarus? Dazu forscht Iryna Herasimovich am Slavischen Seminar in Zürich. Als sie in die Schweiz kam, wollte sie nur einige Monate bleiben, um Literatur zu übersetzen. Doch die gewaltsame Niederschlagung der Protestbewegung verunmöglichte eine Rückkehr. «Hier habe ich das Gefühl, endlich angekommen zu sein», sagt Iryna Herasimovich, wenn sie von ihrer Arbeit am Slavischen Seminar in Zürich erzählt. Sie habe das Glück, dass ihr Umfeld sensibel auf ihre Situation reagiere. Hinter ihr liegen Jahre voller Entscheidungen, die sie nie treffen wollte: Sie musste ihre Wohnung in Minsk per Video auflösen, ihr altes Leben und vor allem geliebte Menschen für unbestimmte Zeit zurücklassen. Heute kann sie sagen: «Exil ist nicht nur Verlust, sondern auch eine Bereicherung.» In «Musik für einen Gast» erzählt Iryna Herasimovich davon, weshalb ihr ein Lied von Mani Matter während der Revolutionswirren geholfen hat. Und sie erklärt, weshalb übersetzen für sie auch eine politische Bedeutung hat: «Es geht um die Haltung, sich auf andere einzulassen und sich zu bemühen, sie zu verstehen.» Die Musiktitel: 1. Belarussisches Volkslied: «Lito» (Ivan Kirchuk / Siarhei Douhushau / Margarita Levchuk) 2. Uladzimier Teraŭski - «Kupalinka» (Singfrauen Winterthur / Albin Brun Quartett) 3. Erstes Wiener Heimorgelorchester (EWHO) – «Die Letten werden die ersten sein» 4. Edvard Grieg - Peer-Gynt-Suite: «Åses Tod» (Zürcher Kammerorchester / Howard Griffiths) 5. Arvo Pärt - «Salve Regina» (Estonian Philharmonic Chamber Choir / Paul Hillier)

    Alexander Borbély: «Der Schlaf ist und bleibt ein Geheimnis»

    Play Episode Listen Later Dec 21, 2025 59:20


    Es gibt Fragen, die selbst jahrzehntelange Forschung nicht zu beantworten vermag. Und genau die faszinieren ihn am meisten. Alexander Borbély ist ehemaliger Prorektor der Universität Zürich und einer der einflussreichsten Schlafforscher der Welt. Geboren ein halbes Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. In die Schweiz geflüchtet nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Ungarn. Beginn des Medizinstudiums im Jahr nach dem Ungarnaufstand 1956. Alexander Borbélys Lebenslauf liest sich wie ein Querschnitt durch das 20. Jahrhundert. Heute ist er 86 Jahre alt. Aus dem kleinen Jungen, der nach der Ankunft in der Schweiz erst Deutsch lernen, sich in einer anderen Kultur zurechtfinden musste, sollte einer der einflussreichsten Schlafforscher der Welt werden. Das sogenannte «Zwei-Prozess-Modell der Schlafregulation», das Alexander Borbély 1982 in einem Fachartikel vorstellte, wird noch heute an Universitäten in der Schweiz und im Ausland gelehrt. Und doch: Das Geheimnis des Schlafs sei bis heute nicht gelüftet, sagt er. Wer nach dieser Stunde noch mehr über Alexander Borbély erfahren möchte: 2019 hat er bei «Tredition» seine Autobiografie «Mehr als Schlaf» publiziert. Die Musiktitel: 1. Dave Brubeck - Take Five 2. Felix Mendelssohn-Bartholdy - Albumblatt für Klavier, e-Moll, Op. 117: «Allegro» (Daniel Barenboim, Klavier) 3. Barbara - Göttingen 4. Leonard Cohen - If I Didn't Have Your Love 5. Richard Strauss - Vier letzte Lieder: «Beim Schlafengehen» (Renée Fleming, Sopran / Münchner Philharmoniker / Christian Thielemann, Leitung)

    Tobias Stückelberger: «Die Magie entsteht beim Aufeinander Hören»

    Play Episode Listen Later Dec 14, 2025 60:41


    Tobias Stückelberger ist ein leidenschaftlicher Chorleiter. Das Hören ist ihm dabei genauso wichtig wie das Singen selbst. Die Grundlage für gute Chorarbeit, so sagt er im Gespräch, bestehe aber darin, dem Chor ein Zuhause zu bieten. Tobias Stückelberger stammt aus einer Pfarrersfamilie und wächst in der Baselbieter Gemeinde Therwil auf. Die Predigten seiner Mutter, zu denen er als Kind mitgenommen wurden, bringen ihn früh in Berührung mit Kirchenmusik. Er schliesst sich dem Kinderchor der Gemeinde an und wechselt mit zehn Jahren zur Knabenkantorei Basel. Mittlerweile ist Tobias Stückelberger 32 Jahre alt und schaut bereits auf eine intensive Zeit als Chorleiter zurück. Nach einem Studium in Basel wird er Assistent der Leiterin des «Norwegian Soloist Choir» Grete Pedersen in Oslo, wo er wesentliche Impulse für seine Arbeit bekommt und gleichzeitig den Master macht. Und nach einer weiteren Station in Südafrika als Leiter des Chores der «Drakensberg Boys Choir School» kehrt er in die Schweiz zurück, wo er nun die vielen internationalen Einflüsse in seine Arbeit als Leiter der Solothurner Singknaben und anderer Chorprojekte im Raum Basel einfliessen lässt. Von seiner Liebe zur Chormusik und seiner Art zu arbeiten, von einer unglaublichen Begegnung in Südafrika und einer darauffolgenden Reise nach London, von seiner aktuellen Arbeit bei den Solothurner Singknaben und einem nicht wirklich geplanten Erfolg als Dominospieler erzählt Tobias Stückelberger im Gespräch mit Gastgeber Michael Luisier. Die Einspieler: 1. Singknaben der St. Ursenkathedrale Solothurn – «Es Ching gebore in Betlehem» (Norwegisches Weihnachtslied) Tobias Stückelberger, Chorleiter 2. Lebo M – The Lion King: «Busa le lizwe» Drakensberg Boys Choir / Lebo M, Solist / Tobias Stückelberger, Leitung Die Musiktitel: 1. Filmmusik - Ronja Rövardotter (Ronja Räubertochter): «Rövarsången» (Räubergesänge) Komponiert: Björn Isfält / Arrangiert: Anders Berglund 2. Luciano Berio - A-Ronne für achtstimmiges Vokalensemble a cappella: «Den Den» Swingle II (Chor) 3. Edvard Grieg - 4 Psalmen für Bariton und Chor a cappella: «Jesus Kristus er opfaren» Norwegischer Solistenchor / Grete Pedersen, Leitung 4. Jaakko Mäntyjärvi - «Pseudo Yoik» Singknaben der St. Ursenkathedrale Solothurn / Tobias Stückelberger, Leitung 5. Johann Sebastian Bach – «Komm, Jesu, komm, mein Leib ist müde» Mottete BWV 229 Ensemble Allegria / Norwegischer Solistenchor / Grete Pedersen, Leitung

    Alex Porter: «Ich kann gut so tun, als ob»

    Play Episode Listen Later Dec 7, 2025 61:18


    Mit seinen Zaubertricks enthüllt er, wie trügerisch unsere Wahrnehmung ist: Was wir sehen, entspricht oft nicht der Wirklichkeit. Seit fast vierzig Jahren steht der Luzerner Alex Porter als Zauberer, Poet und Theatermacher auf der Bühne. Er verbindet Magie mit Geschichten, Gesang und Musik. Was auf der Bühne mühelos wirkt, ist das Ergebnis jahrelanger Hingabe. Doch Porter sagt: «Ich übe nicht, ich quäle meine Hände nicht, ich lasse sie spielen.» Wie der Sohn des berühmten Fotografen Allan Porter seine Vorgesetzten in der Rekrutenschule zur Verzweiflung brachte, warum er als Jugendlicher mit einer stinkenden Socke um den Hals in einem Luxusrestaurant für Aufsehen sorgte und weshalb seine beiden Töchter zuerst «öpis Rächts» lernen mussten, erzählt Alex Porter in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu. Die Musiktitel: Der Einspieler: Alex Porter improvisiert 1. David Popper - Suite für 2 Violoncelli: 3. Scherzo Thomas Demenga / Patrick Demenga 2. Steely Dan (Ensemble) - Do it Again (Song von Walter Becker) 3. Hazel O'Connor – Writing On Wall (Film Braking Glass) 4. Boléro Magique – Alex Porter / Orchester Santa Maria / Droujelub Yanakiew, Leitung Arrangements 5. Albin Brun's Nah Quartet – Valsakana 6. Oona Porter – Memory Lane

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