POPULARITY
Der Podcast beleuchtet das außergewöhnliche Leben und Wirken von Alexander Kluge, der als radikaler Universalgelehrter die Kulturlandschaft der Bundesrepublik maßgeblich prägte. Ausgehend von seinen traumatischen Kriegserfahrungen entwickelte er ein tiefes Misstrauen gegenüber festen Ordnungen, was ihn zu einer vielschichtigen Karriere als Jurist, Filmemacher, Autor und Medienstratege führte. Besonders hervorgehoben wird sein strategisches Geschick, anspruchsvolle intellektuelle Inhalte durch juristische Kniffe als „Kulturfenster“ im kommerziellen Privatfernsehen zu platzieren. Die Quellen beschreiben ihn als einen Meister der Montage, der es verstand, gegensätzliche Disziplinen wie Rechtswissenschaft und Kunst produktiv zu vereinen. Letztlich wird Kluge als Vorbild für geistige Unabhängigkeit und unermüdliche Neugier gewürdigt, der sich konsequent jeder fachlichen Einengung widersetzte. Sein Vermächtnis liegt in der Überzeugung, dass komplexes Denken und Massenmedien kein Widerspruch sein müssen.Der Zusammenhang zwischen Alexander Kluges Studium der Rechtswissenschaften, der Kirchenmusik und seiner kritischen Gesellschaftsanalyse liegt in der Verbindung von analytischer Präzision, struktureller Vielstimmigkeit und dem strategischen Einsatz dieser Werkzeuge zur Aufdeckung von Machtverhältnissen. Kluge nutzte die Instrumente dieser scheinbar gegensätzlichen Disziplinen, um ein integrales System der „Zusammenhangsarbeit“ zu schaffen, das den menschlichen Eigensinn gegen gesellschaftliche Zwänge verteidigt.Analytisches Skalpell: Die Rechtswissenschaft lieferte ihm das Werkzeug, um die Gesellschaft wie einen Vertrag zu lesen und aufzudecken, wo ihre Strukturen fehlerhaft, absurd oder ungerecht sind. Er analysierte gesellschaftliche Institutionen mit der „eiskalten“ Präzision eines Anwalts.Strategisches Instrument: Seine juristische Expertise nutzte er zeitlebens praktisch, etwa bei der Mitgestaltung von Filmförderungsgesetzen oder beim Erkämpfen von „Kulturfenstern“ im Privatfernsehen durch geschickte Nutzung des Rundfunkrechts.Realitätsprinzip: Jura repräsentierte für ihn die „realistische Seite“, die Fähigkeit zu entscheiden und sich auf dem Boden der Tatsachen zu bewegen, was er als notwendiges Gegengewicht zum bloßen Erzählen sah.Das Studium der Kirchenmusik vermittelte Kluge ein tiefes Verständnis für Strukturen und Mehrstimmigkeit (Polyphonie), die er auf die Gesellschaft übertrug.Mehrstimmigkeit statt Einseitigkeit: In der Kirchenmusik laufen verschiedene, oft gegensätzliche Stimmen gleichzeitig ab, die dennoch ein komplexes Ganzes bilden. Kluge begriff die Gesellschaft analog dazu als ein vielstimmiges Konstrukt, das nicht durch eine einzige, lineare Erzählung erklärt werden kann.Ästhetik der Montage: Dieses musikalische Prinzip der Polyphonie wurde zum Kern seiner Montagetechnik in Film und Literatur. Er komponierte seine Werke aus disparaten Elementen – Bildern, Texten, Musik –, um durch deren Reibung neue Erkenntnisse im Kopf des Zuschauers zu erzeugen.Aufdeckung von Blockierungszusammenhängen: Er untersuchte, wie die „Kulturindustrie“ und bürokratische Apparate die menschliche Erfahrung enteignen. In seinem Werk Schlachtbeschreibung etwa analysierte er den Krieg nicht heroisch, sondern als ein mörderisches „Organisationsversagen“ einer starr gewordenen Bürokratie.Gegenöffentlichkeit und Eigensinn: Sein Ziel war die Schaffung einer „proletarischen Gegenöffentlichkeit“, in der die unterdrückten Erfahrungen und Wünsche der Menschen Raum finden. Der Begriff des Eigensinns bildet hierbei die „dunkle Energie“ der menschlichen Arbeitskraft, die sich der totalen funktionalen Einbindung widersetzt.Sinnliche Vermittlung von Theorie: Durch die Montage von „harten“ Fakten (Jura/Geschichte) und emotionalen, polyphonen Elementen (Musik/Erzählung) versuchte Kluge, abstraktes gesellschaftliches Denken sinnlich erfahrbar zu machen.
Der Podcast beleuchtet das außergewöhnliche Leben und Wirken von Alexander Kluge, der als radikaler Universalgelehrter die Kulturlandschaft der Bundesrepublik maßgeblich prägte. Ausgehend von seinen traumatischen Kriegserfahrungen entwickelte er ein tiefes Misstrauen gegenüber festen Ordnungen, was ihn zu einer vielschichtigen Karriere als Jurist, Filmemacher, Autor und Medienstratege führte. Besonders hervorgehoben wird sein strategisches Geschick, anspruchsvolle intellektuelle Inhalte durch juristische Kniffe als „Kulturfenster“ im kommerziellen Privatfernsehen zu platzieren. Die Quellen beschreiben ihn als einen Meister der Montage, der es verstand, gegensätzliche Disziplinen wie Rechtswissenschaft und Kunst produktiv zu vereinen. Letztlich wird Kluge als Vorbild für geistige Unabhängigkeit und unermüdliche Neugier gewürdigt, der sich konsequent jeder fachlichen Einengung widersetzte. Sein Vermächtnis liegt in der Überzeugung, dass komplexes Denken und Massenmedien kein Widerspruch sein müssen.Der Zusammenhang zwischen Alexander Kluges Studium der Rechtswissenschaften, der Kirchenmusik und seiner kritischen Gesellschaftsanalyse liegt in der Verbindung von analytischer Präzision, struktureller Vielstimmigkeit und dem strategischen Einsatz dieser Werkzeuge zur Aufdeckung von Machtverhältnissen. Kluge nutzte die Instrumente dieser scheinbar gegensätzlichen Disziplinen, um ein integrales System der „Zusammenhangsarbeit“ zu schaffen, das den menschlichen Eigensinn gegen gesellschaftliche Zwänge verteidigt.Analytisches Skalpell: Die Rechtswissenschaft lieferte ihm das Werkzeug, um die Gesellschaft wie einen Vertrag zu lesen und aufzudecken, wo ihre Strukturen fehlerhaft, absurd oder ungerecht sind. Er analysierte gesellschaftliche Institutionen mit der „eiskalten“ Präzision eines Anwalts.Strategisches Instrument: Seine juristische Expertise nutzte er zeitlebens praktisch, etwa bei der Mitgestaltung von Filmförderungsgesetzen oder beim Erkämpfen von „Kulturfenstern“ im Privatfernsehen durch geschickte Nutzung des Rundfunkrechts.Realitätsprinzip: Jura repräsentierte für ihn die „realistische Seite“, die Fähigkeit zu entscheiden und sich auf dem Boden der Tatsachen zu bewegen, was er als notwendiges Gegengewicht zum bloßen Erzählen sah.Das Studium der Kirchenmusik vermittelte Kluge ein tiefes Verständnis für Strukturen und Mehrstimmigkeit (Polyphonie), die er auf die Gesellschaft übertrug.Mehrstimmigkeit statt Einseitigkeit: In der Kirchenmusik laufen verschiedene, oft gegensätzliche Stimmen gleichzeitig ab, die dennoch ein komplexes Ganzes bilden. Kluge begriff die Gesellschaft analog dazu als ein vielstimmiges Konstrukt, das nicht durch eine einzige, lineare Erzählung erklärt werden kann.Ästhetik der Montage: Dieses musikalische Prinzip der Polyphonie wurde zum Kern seiner Montagetechnik in Film und Literatur. Er komponierte seine Werke aus disparaten Elementen – Bildern, Texten, Musik –, um durch deren Reibung neue Erkenntnisse im Kopf des Zuschauers zu erzeugen.Aufdeckung von Blockierungszusammenhängen: Er untersuchte, wie die „Kulturindustrie“ und bürokratische Apparate die menschliche Erfahrung enteignen. In seinem Werk Schlachtbeschreibung etwa analysierte er den Krieg nicht heroisch, sondern als ein mörderisches „Organisationsversagen“ einer starr gewordenen Bürokratie.Gegenöffentlichkeit und Eigensinn: Sein Ziel war die Schaffung einer „proletarischen Gegenöffentlichkeit“, in der die unterdrückten Erfahrungen und Wünsche der Menschen Raum finden. Der Begriff des Eigensinns bildet hierbei die „dunkle Energie“ der menschlichen Arbeitskraft, die sich der totalen funktionalen Einbindung widersetzt.Sinnliche Vermittlung von Theorie: Durch die Montage von „harten“ Fakten (Jura/Geschichte) und emotionalen, polyphonen Elementen (Musik/Erzählung) versuchte Kluge, abstraktes gesellschaftliches Denken sinnlich erfahrbar zu machen.
Thu, 30 Apr 2026 19:13:55 +0000 https://feed.neuezwanziger.de/link/21941/17328805/4286fb37-e984-4511-b66c-d118233fbf6c eae3ddd69bdffd1e6ced4f2e6e889b38 Stefan und Wolfgang besprechen den April 2026 Werbung Präsentiert von Surfshark. Geht auf surfshark.com/zwanziger oder nutzt den Code ZWANZIGER an der Kasse und bekommt 4 zusätzliche Monate Surfshark VPN gratis – plus 30 Tage Geld-zurück-Garantie. Salon Komm' in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl, auch bei Apple Podcasts und Spotify). Alle Infos dazu: neuezwanziger.de Es war April 2026 (00:00) Auftakt der Monatsendfolge. Der Wahl (00:51) Wir hangeln uns am Wahltheater entlang – und einigen uns darauf, dass Kevin Gensheimers Interview mit Caroline Wahl in der Berliner Zeitung der einzig angemessene Beitrag dazu war. Alles andere blendet Wolfgang lieber aus, Stefan ohnehin. Nebenbei der einzige Kandidat, dessen Take Stefan interessiert hätte: Alexander Kluge. Unterstützung (07:12) Zwei technische Erweiterungen: Olivia liefert ab sofort einen täglichen Audio-Briefing-Podcast aus Forum und YouTube-Kommentaren (RSS-Button auf neuezwanziger.de). Und auf Stefans Seite gibt es jetzt das Clip-Transkript-Archiv mit über 7.000 Clips ab Januar 2024. Außerdem: Tickets für den Sommersalon am 22. August im Saalbau Bornheim (nicht in der Käs!) sind buchbar. Salonlektüre im Mai: Florian Butollo, „Das knappe Gut Arbeit". Rot-rot-grüner Podcast (09:05) Heidi Reichinnek, Ricarda Lang und Rasha Nasr treffen sich in „Heidi trifft" – das von Stefan ausgerufene Lager hat seinen Podcast. Wolfgang sortiert: Spaßfaktor ja, inhaltlich aber problematisch. Die Forderung, Plattformen wie Redaktionen zu behandeln (Section-230-Logik), wäre faktisch das Ende des freien, kleinen Internets. Stefan kontert mit Mamdani als Gegenmodell zu Kumbaya-Politik: Konflikt ist Treiber, nicht Schwäche – siehe Tucker Carlsons Trump-Distanzierung oder Merkel/Seehofer. KI & Recht (46:05) Christian Uhle (bei Yves Bossart) und OpenAI-Präsident Greg Brockman argumentieren erstaunlich deckungsgleich: KI befreit von Bildschirmarbeit, mehr Mensch-zu-Mensch. Die Anwaltskanzlei-KI Legora wirbt mit Jude Law unter dem Slogan „Face up" – passend zu Daniel Markovits' Befund, dass Partner heute 2.400 Billable Hours leisten müssen. Folge: Wenn die KI die Recherche übernimmt, bleibt nur noch Face-Up-Hour beim Kunden – Frankfurt wird voller, nicht leerer. Spitzenkanzleien werden zu Boutiquen, der Wald-und-Wiesen-Anwalt wird industriell ersetzt. SLAPP (1:00:27) SLAPP = Strategic Lawsuit Against Public Participation: Einschüchterungsklagen gegen Journalist:innen, Blogger:innen, Engagierte. Anlass ist die EU-Richtlinie 2024/1069, die bis 7. Mai in deutsches Recht überführt werden muss – aber gerade erst die erste Lesung im Bundestag hatte. Justizministerin Stefanie Hubig erinnert an Daphne Caruana Galizia (48 anhängige Verfahren bei ihrer Ermordung). Stefan zeigt die Ausschussanhörung mit Sachverständigen – inklusive eines BGH-Richters, dessen Vortrag klingt wie ein Notar, der einem den Vertrag vorliest. Mit Verweis auf Luhmann (Recht als Immunsystem) und Julia Enders (Balance, sonst Autoimmun) – hier droht das Immunsystem gegen den eigenen Körper zu kämpfen. Hinweis auf die Initiative NoSLAPP.de. Ukraine (1:47:52) Wir steigen ein über Miriam Meckels Anekdote (Vertrauensfrage Afghanistan 2001, Applaus im Wasserwerk) – paradigmatisch für eine Elite, die nichts dazugelernt hat. Ole Nymoen vs. Arthur Weigand („Für euch würde ich kämpfen") – Comedy-Gold, weil der Autor selbst seinen Buchtitel offenbar nicht durchdacht hat. Christina Dunz (RND) plädiert für die Rückkehr ukrainischer Männer im wehrfähigen Alter als „Frage der Fairness" – Wolfgang seziert, wie hier aus Konjunktiv Pflicht zum Sterben wird. Dazu der Reservistenverbandsvorschlag „Dienst bis 70" als Hebel zur Rentenaltererhöhung. Stefan zur Methode: Texte gibt er Alcina, die ihm Anlass, Kernaussage, Protagonisten und Zitate destilliert – Werbefilter gegen Dunz-Prosa. Iran (2:21:49) Was Trump im Iran veranstaltet, ist die Hölle – auch wenn wir wenig Bilder sehen. Die New York Times (Eric Schmitt, Jonathan Swan) hat die US-Munitionsbestände durchgezählt: über 1.100 JASSMs, ~1.000 Tomahawks, 1.200 Patriot-Interceptors verschossen – teils 30–50 % des Bestandes. Eine Milliarde Dollar Munition pro Tag. Justizministerin Hubig nennt Trumps Drohung „verstörend" – beim Thema Ramstein und Völkerrecht aber: nicht zuständig. Kein Ton vom Außenminister Wadephul. Ungarn (2:46:12) Péter Magyar und seine Tisza-Bewegung überholen Fidesz – wir sortieren mit Oliver Soos (Deutschlandfunk), Politologin Eszter Kovács und einem Guardian-Text von Tibor Dessewffy. Magyars Erfolgsformel: bis zu acht Auftritte pro Tag, native Social-Media-Sprache, Bekehrungsgeschichte als Erlaubnisstruktur (Lehrstück für eine Post-Trump-USA). Ungarns Rahmen: krasser Bevölkerungsverlust, wirtschaftlicher Abstieg, parlamentarisch nur noch Fidesz, Tisza und Neonazi-Partei – linke Kräfte sind zerrieben. Im SWR-Forum darf Gerhard Papke (FDP) erklären, Orbán sei der „Leuchtturm gegen Brüsseler Linke" – Wolfgang widerspricht: Die EU ist längst ein rechtes Projekt, in dem sich Meloni pudelwohl fühlt. Der Papst (3:58:08) Theologe Thomas Schüller fasst zusammen, warum Trump im Konflikt mit dem Papst nur verlieren kann: letzte moralische Instanz, multilateral, unbestechlich durch Zölle. Leo XIV. geht einen eigenen Weg – Respekt vor der Kurie statt Wirbel à la Franziskus, deshalb auch Nein zur Segnung homosexueller Paare. Stefan kündigt seine erste Vatikan-Tour im Mai an und einen 22.000-Wörter-Text aus Rom zu KI und menschlicher Intelligenz – Salonlektüre. Ankündigung: Wenn der Papst Räume für die KI definiert, unterwirft sich Stefan. Robin Alexander erklärt Debatten (4:08:26) Nachwehen der Klingbeil-Rede im „Machtwechsel"-Podcast: Robin Alexander und Dagmar Rosenfeld feiern Klingbeils „Schröder-Moment" (den außer Journalist:innen niemand so nennt). Inhaltlich: Rente an Lebensarbeitszeit koppeln (gegen Akademiker), nicht-erwerbstätige Ehefrauen aus der GKV kegeln – Bürgergeldempfänger und Geflüchtete bleiben drin („Verhetzungspotenzial"). Diagnose der Sendung: „Es hat sich ausgewumst, das Geld ist alle" – während für Aufrüstung weiter Sondervermögen entstehen. Modern Monetary Theory? Komplett abgeräumt. „You'll never walk alone" wird zu „You will walk alone – an die Front." Abschluss (4:36:32) Zum Schluss Bush und Michelle Obama als Wir-verstehen-uns-doch-Kuschelnummer trotz Irakkrieg – exakt das Modell, in das auch Deutschland zurückwill (alle dürfen mit allen, nur nicht mit der AfD). Passend dazu: Fabian Köster und Philipp Amthor stehen jetzt gemeinsam auf der Bühne im Ernst-Reuter-Saal – Stefans alte Prognose ist eingetreten. Trostpflaster: amerikanische Late Night (Stewart, Kimmel, Colbert) bleibt konfrontativ, weil sie es muss. Salon-Vorschau (4:43:13) Im Mai-Salon: Florian Butollo, „Das knappe Gut Arbeit" (Suhrkamp) als KI-Gegenthese zur Massenarbeitslosigkeit. Dazu der neue Vatikan-Text zu KI, „Kybernetik und Kritik" (punktuell), eine demografische Studie auf Basis der UN World Population Prospects 2024 (Wendepunkt: weltweit erstmals mehr Geburten von Frauen als von Männern – mit Folgen für Manosphäre und Rechtsruck) und das Niu-Wörterbuch (Reichelt, Hartmann, Thurn und Taxis), das Stefan schon physisch auf dem Schreibtisch liegen hat. Salon abonnierbar via Patreon, Steady oder Apple auf neuezwanziger.de. Live-Salon: 22. August, Saalbau Bornheim. full Stefan und Wolfgang besprechen den April 2026 no Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt 17415
In this bonus episode, cohosts Jason Christian and Anthony Ballas speak with the literary critic Ryan Ruby about New German Cinema, particularly the directors Rainer Werner Fassbinder and Alexander Kluge, and the film movement's fascination with the Red Army Faction (Rote Armee Fraktion) A.K.A. the Baader–Meinhof Gang, an ultra-left militant group in West Germany that existed in various forms from 1970 to 1998. Ryan Ruby is the author of Context Collapse: A Poem Containing a History of Poetry (Seven Stories Press, 2024) and The Zero and the One: A Novel (Twelve Books, 2017). For his essays and reviews, which have recently appeared in such venues as Harper's, Bookforum, and the New Left Review, he has received the Silvers Prize in Literary Criticism. He lives in Berlin, where he is working on a book of creative nonfiction about the city's mass transit system, tentatively titled Ringbahn: On Berlin Time, which will be published by Farrar, Straus and Giroux in late 2027. _____________________ Ryan Ruby's forthcoming book on the cultural history of Berlin, with particular interest in the music scene and cinema of the 1970s The films Germany in Autumn (1978) and The Third Generation (1979) The Red Army Faction and 1960s/'70s militancy The political climate in Berlin today V.I. Lenin's critique of "adventurism" _____________________ We love to give recommendations on the podcast, so here are ours for this episode: Tony recommends the two-volume book The Magic of Robert-Houdin An Artist's Life The Watchmaker, Mechanician and Conjurer by Christian Fechner Ryan recommends the books Baader-Meinhof: The Inside Story of the R.A.F. by Stefan Aust and Fassbinder: Thousands of Mirrors by Ian Penman Jason recommends Bruce LaBruce's 2004 satirical RAF film The Raspberry Reich. [Warning: the film contains explicit sex scenes] _____________________ Find past guest Andrew Nette's Letterboxd list of films inspired by or about the Red Army Faction here. Check out our interview with Nette here. Like and subscribe to Cold War Cinema, and don't forget to leave us a review! Want to continue the conversation? Drop us a line at any time at coldwarcinemapod@gmail.com. To stay up to date on Cold War Cinema, follow along at coldwarcinema.com, or find us online on Bluesky @coldwarcinema.com or on X at @Cold_War_Cinema. For more from your hosts and guest: Find Ryan Ruby's work at www.ryanruby.info Follow Jason on Bluesky @JasonAChristian.bsky.social, on X @jasonachristian, or on Letterboxed at @exilemagic. Jason also writes an occasional newsletter called Notes on Radical Cinema. Follow Anthony on Bluesky @tonyjballas.bsky.social, on X @tonyjballas, or on Letterboxed @tonyjballas. Follow Paul on Bluesky @ptklein.com, or on Letterboxed @ptklein. Paul also writes about movies at www.howotreadmovies.com Logo by Jason Christian Theme music by DYAD (Charles Ballas and Jeremy Averitt). Happy listening!
Im neuen Q&A der Filmanalyse plus geht es über 100 Minuten lang um Fragen aus dem Publikum und um aktuelle Trends in der Bewegtbildproduktion. 2020 floppte die Kurzfilm- und Serien-App Quibi, doch jetzt plötzlich sind Mikro-Dramen – gemeint sind Produktionen, die deutlich unter 10 Minuten lang sind – das nächste große Business. Wie ist das Phänomen einzuordnen? Welche Bedeutung haben Kurzfilme? Weiter geht es um den kürzlich verstorbenen Filmemacher und Multikünstler Alexander Kluge, um gute Biopics von Richard Linklater und das Problem mit diesem Genre. Darüber hinaus spreche ich über Kristoffer Borglis Film „The Drama“, in dem Robert Pattinson und Zendaya ein Paar kurz vor der Hochzeit spielen, die jedoch auf der Kippe steht, als ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit enthüllt wird. Schließlich geht es ausführlich um das Thema Latenz im Film. Der Begriff der Latenz ist im Zuge der KI wieder in aller Munde. Es lohnt sich, über Latenz in Filmen von Maximilian Schell, Michael Haneke und anderen nachzudenken. Mehr dazu im neuen Q&A der Filmanalyse plus! Literatur:Martin Walser. Der Augenblick der Liebe. Rowohlt.https://www.dwdl.de/industry/106121/branchentrend_sind_mikrodramen_ein_megabusiness/Die kompletten 95 Minuten des neuen Q&As gibt es wie immer mit einem Abo bei Steady, Patreon oder Apple.Steady bietet die Filmanalyse plus als Monats- und vergünstigtes Jahresabo an. Der RSS-Feed ist automatisch mit Spotify verknüpft, kann aber auch in alle Podcatcher eingefügt werden:https://steady.page/de/die-filmanalyse-abo/aboutApple-Podcast:https://podcasts.apple.com/de/podcast/die-filmanalyse/id1586115282Patreon (jedoch ist hier der RSS-Feed nicht mit Spotify verknüpft):https://www.patreon.com/c/wolfgangmschmitt/homeDie Filmanalyse +ABO kann man auch für ein Jahr verschenken: https://steady.page/de/die-filmanalyse-abo/gift_plansWas es mit einem Plus-Abo gibt: 1. DIE FILMANALYSE DEEP DIVE: In diesen monatlichen Podcast-Folgen gehen wir tief rein in ein Filmthema. Es geht dabei nicht nur um einen Film, sondern um mehr: mehr Theorie, mehr Kontexte, mehr Filmgeschichte! Und immer mit Lektüre-Tipps. Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema werden die Folgen deutlich länger sein als die üblichen Analysen. 2. DIE FILMANALYSE Q&A: Ich beantworte in den monatlichen Podcast-Folgen Fragen aus dem Publikum. Alle, die den Paywall-Inhalt abonniert haben, erhalten dafür eine spezielle E-Mail-Adresse und können Fragen stellen. Darüber hinaus möchte ich darin die Gelegenheit nutzen, Filme zu empfehlen.Darüber hinaus gibt es im Abo alle neuen, auch frei verfügbaren Filmanalysen ohne Werbeunterbrechung hören. Vielen Dank für Eure Unterstützung!
Mit Jürgen Habermas und Alexander Kluge sind zwei der prägendsten Intellektuellen der Bundesrepublik innerhalb weniger Tage verstorben. Beide galten als Erben Theodor Adornos – und standen doch für sehr unterschiedliche Wege kritischer Theorie: hier der Systemdenker, dort der Filmemacher. Im Gespräch mit dem Historiker Jörg Später fragen wir, wie Habermas und Kluge die Nachkriegsgeschichte geprägt haben und was von ihrem Denken und Wirken bleiben wird. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/lisa_am_telefon_spaeter_juergen_habermas_alexander_kluge
Der Filmemacher Alexander Kluge war nicht nur einer der produktivsten, sondern auch gelehrtesten und engagiertesten Intellektuellen in Deutschland. Aus Anlass seines Todes am 25. März 2026 erinnern wir an ihn und sein umfangreiches Schaffen. (Erstsendung am 2./3. Januar 2010) Rack, Jochen www.deutschlandfunkkultur.de, Lange Nacht
Diese Quellen dokumentieren das vielschichtige Lebenswerk und die intellektuelle Haltung von Alexander Kluge, einem der bedeutendsten deutschen Denker und Filmemacher der Nachkriegszeit. In Gesprächen und Texten reflektiert er über die Wandlungsfähigkeit der Oper, die politische Kraft menschlicher Gefühle und seine tiefgreifenden Erfahrungen mit der Kriegskontingenz. Ein zentraler Aspekt ist seine innovative Nutzung Künstlicher Intelligenz als „virtuelle Kamera“, um historische Fragmente und Zukunftsvisionen neu zu montieren. Die Quellen würdigen zudem Kluges langjährige Wegbegleiter wie Heiner Müller und betonen die Bedeutung des Eigensinns als Widerstand gegen gesellschaftliche Erstarrung. Insgesamt zeichnen die Materialien das Bild eines unermüdlichen Chronisten, der durch theoretische Schärfe und künstlerisches Experimentieren nach Auswegen aus den Krisen der Moderne sucht.
Diese Quellen dokumentieren das vielschichtige Lebenswerk und die intellektuelle Haltung von Alexander Kluge, einem der bedeutendsten deutschen Denker und Filmemacher der Nachkriegszeit. In Gesprächen und Texten reflektiert er über die Wandlungsfähigkeit der Oper, die politische Kraft menschlicher Gefühle und seine tiefgreifenden Erfahrungen mit der Kriegskontingenz. Ein zentraler Aspekt ist seine innovative Nutzung Künstlicher Intelligenz als „virtuelle Kamera“, um historische Fragmente und Zukunftsvisionen neu zu montieren. Die Quellen würdigen zudem Kluges langjährige Wegbegleiter wie Heiner Müller und betonen die Bedeutung des Eigensinns als Widerstand gegen gesellschaftliche Erstarrung. Insgesamt zeichnen die Materialien das Bild eines unermüdlichen Chronisten, der durch theoretische Schärfe und künstlerisches Experimentieren nach Auswegen aus den Krisen der Moderne sucht.
Der deutsche Filmemacher, Philosoph und Autor Alexander Kluge ist tot. Er starb im Alter von 94 Jahren in München, Mit Filmen, Büchern und TV-Formaten galt Kluge als einer der vielseitigsten Intellektuellen in Deutschland. Christoph Mücher, Leiter des Goethe-Institut in Sydney, würdigt das Schaffen Kluges, der prägend auf die Nachkriegskultur Deutschlands wirkte.
Wolfgang und Stefan besprechen den März 2026
Alexander Kluge war einer der vielseitigsten Intellektuellen Deutschlands. Am 25. März starb er im Alter von 94 Jahren. Als ihm das Essener Folkwang Museum 2017 eine Ausstellung widmete, gab er dem Deutschlandfunk dieses Interview. Köhler, Michael www.deutschlandfunk.de, Kulturfragen
Kluge, Alexander; Loebenstein, Michael; Wellinski, Patrick www.deutschlandfunkkultur.de, Vollbild
Die Themen: Bundestag beschließt Maßnahmen gegen hohe Spritpreise; Trump verschärft Kritik an der Nato; Iran kassiert Millionenmaut an Straße von Hormus; Rechte Mehrheit im EU-Parlament stimmt für Abschiebezentren; Salzburger Festspiel-Intendant Hinterhäuser nach Streit beurlaubt; Zum Tod von Alexander Kluge und Susanne Daubner wird 65 Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte: https://linktr.ee/ApokalypseundFilterkaffee Du möchtest Werbung in diesem Podcast schalten? Dann erfahre hier mehr über die Werbemöglichkeiten bei Seven.One Audio: https://www.seven.one/portfolio/sevenone-audio
Wenzel, Tobias www.deutschlandfunkkultur.de, Lesart
Alexander Kluge zeichnete eine schier grenzenlose Neugier auf die Welt aus, erinnert sich Thomas Meinecke an den 94-jährig verstorbenen Publizisten und Filmemacher. Gerne folgte der Schriftsteller und Musiker Kluges "sprühender Intelligenz". Meinecke, Thomas www.deutschlandfunkkultur.de, Lesart
(00:00:35) Er gehörte zu den bedeutendsten Intellektuellen Deutschlands. (00:03:40) Nach 10 Jahren am Kunstmuseum Bern: Nina Zimmer wird Generaldirektorin des Belvedere in Wien. (00:05:07) Nach Führungsstreit: Intendant Markus Hinterhäuser verlässt Salzburger Festspiele. (00:06:17) 13. Schweizer Theatertreffen zeigt starke freie Szene aus allen Landesteilen. (00:10:45) Pro Helvetia feiert Wiedereröffnung des Centre Culturel Suisse in Paris. (00:15:16) Tatort Europa: Die besten Krimitouren von Marc Voltenauer und Benjamin Amiguet. (00:20:04) Ausstellung «More than Human» hat Natur im Fokus: Wie Design unsere Umwelt schützt.
Wenzel, Tobias www.deutschlandfunkkultur.de, Lesart
Alexander Kluge zeichnete eine schier grenzenlose Neugier auf die Welt aus, erinnert sich Thomas Meinecke an den 94-jährig verstorbenen Publizisten und Filmemacher. Gerne folgte der Schriftsteller und Musiker Kluges "sprühender Intelligenz". Meinecke, Thomas www.deutschlandfunkkultur.de, Lesart
Lesart - das Literaturmagazin (ganze Sendung) - Deutschlandfunk Kultur
Wenzel, Tobias www.deutschlandfunkkultur.de, Lesart
Lesart - das Literaturmagazin (ganze Sendung) - Deutschlandfunk Kultur
Alexander Kluge zeichnete eine schier grenzenlose Neugier auf die Welt aus, erinnert sich Thomas Meinecke an den 94-jährig verstorbenen Publizisten und Filmemacher. Gerne folgte der Schriftsteller und Musiker Kluges "sprühender Intelligenz". Meinecke, Thomas www.deutschlandfunkkultur.de, Lesart
Schreiben hieß für ihn: Alternativen denken. Alexander Kluge erforschte Phänomene des Alltags - mit politischer Verantwortung, Neugier und der Spielfreude eines Kindes. Mit 94 Jahren ist der große Kreative unter den Intellektuellen gestorben. Von Cornelia Zetzsche.
Schreiben hieß für ihn: Alternativen denken. Alexander Kluge erforschte Phänomene des Alltags - mit politischer Verantwortung, Neugier und der Spielfreude eines Kindes. Mit 94 Jahren ist der große Kreative unter den Intellektuellen gestorben. Von Cornelia Zetzsche.
Er war einer der intellektuellen Köpfe Deutschlands: Autor, Filmemacher, Jurist und Philosoph. Alexander Kluge ist am 25.03.2026 im Alter von 94 Jahren gestorben. Wir wiederholen ein Gespräch aus dem Jahr 2023.
Gutzeit, Angela www.deutschlandfunk.de, Büchermarkt
Netz, Dina www.deutschlandfunk.de, Büchermarkt
Netz, Dina www.deutschlandfunk.de, Büchermarkt
Filmemacher, Philosoph, Schriftsteller – kaum ein anderer Intellektueller hat die Bundesrepublik seit 1945 mehr geprägt als Alexander Kluge. In den Sechzigerjahren wurde er als einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films bekannt, als Autor gehört er zum Kreis der „Gruppe 47“. Getrieben von einer grenzenlosen Neugier war er zugleich Meister der freien Assoziation wie der messerscharfen Gesellschaftsanalyse. Jetzt ist Alexander Kluge im Alter von 94 Jahren gestorben. Gregor Papsch diskutiert mit Andreas Ammer – Journalist und Hörspiel-Autor; Iris Radisch – Literaturkritikerin, DIE ZEIT; Rüdiger Suchsland – Filmkritiker und Regisseur
Zetzsche, Cornelia www.deutschlandfunk.de, Kultur heute
Alexander Kluge ist tot. Am 25. März 2026 ist Alexander Kluge im Alter von 94 Jahren in München gestorben.
Wenzel, Tobias www.deutschlandfunkkultur.de, Fazit
"Artistas bajo la lona del circo: perplejos" (1968) de Alexander Kluge. Junto a Francisco Albarrán.
Die Berliner Autorenfilmerin Laura Laabs (Jahrgang 1985) spricht mit Rüdiger Suchsland über ihr Spielfilmdebüt "Rote Sterne überm Feld", das Anfang November ins Kino kommt, und ein dichtes Geflecht aus Partikeln deutscher und persönlicher Geschichte, Pop-Referenzen, Punk-Gesten und Mythen entfaltet. – Ein Gespräch über Film, die Gespenster der Erinnerung, über geschichtlichen Möglichkeitssinn, ästhetische Ambivalenzen und Kino als Gedankenraum nach Alexander Kluge und Konrad Wolf
Katrin Schumacher empfiehlt Bücher über die Zeit, den Tod und das Bier: "Gebrauchsanweisung für Bier" von Jaroslav Rudiš, "Das Schweigen der Schimpansen" von Susana Monsó und "Sand und Zeit" von Alexander Kluge.
Diskurshörspiel • Kurz bevor ein Erdbeben Fukushima erschütterte, hatte eine Forschergruppe an der Universität Sendai herausgefunden, dass 1000 Jahre zuvor bereits ein schweres Beben, gefolgt von einem Tsunami, stattgefunden hatte. Nach ihren Messungen prophezeiten sie, dass sich ein solches Erdbeben alle 1000 Jahre wiederhole. Wenige Wochen später erschütterten die Ereignisse in Japan die Welt. | Von Alexander Kluge | Mit Kathrin von Steinburg, Hannelore Hoger, Katja Bürkle, Jochen Striebeck, Gabriel Raab, Nico Holonics, Helmut Stange, Alexander Kluge, Edgar Reitz | Komposition: Gustav, Ikue Mori | Bearbeitung und Regie: Karl Bruckmaier | BR 2011
Diskurshörspiel • Kurz bevor ein Erdbeben Fukushima erschütterte, hatte eine Forschergruppe an der Universität Sendai herausgefunden, dass 1000 Jahre zuvor bereits ein schweres Beben, gefolgt von einem Tsunami, stattgefunden hatte. Nach ihren Messungen prophezeiten sie, dass sich ein solches Erdbeben alle 1000 Jahre wiederhole. Wenige Wochen später erschütterten die Ereignisse in Japan die Welt. | Von Alexander Kluge | Mit Kathrin von Steinburg, Hannelore Hoger, Katja Bürkle, Jochen Striebeck, Gabriel Raab, Nico Holonics, Helmut Stange, Alexander Kluge, Edgar Reitz | Komposition: Gustav, Ikue Mori | Bearbeitung und Regie: Karl Bruckmaier | BR 2011
Seit Jahrzehnten begleitet Alexander Kluge als Schriftsteller, Filmemacher, Philosoph, Fernsehproduzent und Unternehmer die Zeitläufte. Oft verknüpft er dabei scheinbar Disparates. Mit 93 Jahren legt er jetzt den Bilderatlas 'Sand und Zeit' vor, in dem es ihm wiederum um ungeahnte Zusammenhänge geht: "Was finden wir, wenn wir im Sand der Geschichte graben?" lautet seine Frage. Das Buch kombiniert Texte und Bilder, wobei Kluge sich auch Künstlicher Intelligenz als 'virtueller Kamera' bedient hat. Mit welchem Erkenntnisgewinn weiß unser Kritiker Jörg Magenau.
Irgendwie sind wohl Ostwochen im Studio B. In meiner letzten Rezension in diesem Newsletter, es ging um das hervorragenden "Gittersee" von Charlotte Gneuß, war ich voll des Lobes ob der präzis wiedergegebenen Sprache, die man hierzulande sprach, bis wir alle "unter der Woche" und "zwischen den Jahren" zu sagen lernten, um unseren neuen Overlords zu gefallen und unsere Chance auf eine D-Mark-Lohnerhöhung zu erhöhen. Irmgard Lumpini fing kurze Zeit später an (ostalgieinfiziert?) "Das Narrenschiff" zu lesen, das jüngste Buch von Christoph Hein, und berichtete seltsame Dinge: Die Sprache sei "DDR-Sprech", spoilerte die Kollegin. Nun, Heins Sprache war nie ausschweifend oder gar romantisch, das gaben seine Helden nicht her, aber als ausgesprochen "ostdeutsch" geschrieben empfand ich seine Werke nie. Was also war passiert? Ja, Christoph Hein, Jahrgang 44, ist ein "ostdeutscher" Schriftsteller, ein "DDR-Kenner" gar, sagt der Klappentext, wobei man sich fragt, ob denn dann jeder westdeutsche Schriftsteller ein "BRD-Kenner" sei. Egal, ich wurde seltsamerweise Fan und zwar mit seinem Erstling "Der fremde Freund" und das im zarten Teenageralter von 12 Jahren, obwohl ich doch damals literarisch zwischen Andromeda und Kassiopeia lebte. Ein paar Jahrzehnte später, genauer: mehr als vier, war ich wieder interessiert, war doch das neueste Buch von Hein erschienen, und dessen Sujet, die Zeit um den Mauerbau herum, aus der Sicht eines Abiturienten irgendwie faszinierend, wenn auch literarisch eher so lala, ich berichtete. Ging es in “Unterm Staub der Zeit” noch um einen recht kleinen Zeitraum in der Geschichte der DDR, sollte es in "Das Narrenschiff" um des ostdeutschen Staats gesamten Existenzraum, von der Idee bis zum Scheitern ihrer Manifestation gehen. Warum nicht, machte ich mir ob der 750 Seiten Mut, Geschichte muss nicht immer Cromwell sein, lasst zur Abwechslung mal Zeitzeugen sprechen. Ich ging rein.Der Roman beschreibt die Geschichte der DDR von ihrer Planung in den Vierzigern im Moskauer Exil bis zu ihrer endgültigen Beendigung mit der Währungsunion im Sommer 1990. Das passiert über die Beschreibung der Leben eines Dutzend Personen, die, familiär oder zufällig, intergenerational miteinander zu tun haben, deren Wege sich treffen und verlieren. Ein "Roots" für Zonis gewissermaßen.Nun tu ich mich, gesegnet mit der Gnade der Geburt in eine minuscule Familie (1x Eltern, 1x Bruder, 1x Großeltern, Tante+Cousine) traditionell schwer mit der Zuordnung von so komplexen Entitäten wie Nichten, Neffen, Schwägern oder gar Schwippschwägern und war leicht besorgt, ob ich den Familienbäumen folgen kann. Aber da war der Real Existierende Sozialismus vor, der die DDR nach nur 40 Jahren im Schlaf erstickte. Das war nicht genug Zeit für eine komplexe Genealogie der Bewohner der 15 Bezirke. Ich konnte folgen.Wir beginnen mit einem Blick auf die Gründer der Republik, wie sie in den letzten Zügen des 2. Weltkrieges aus Moskau eingeflogen werden, wobei es schon dort Gewinner und Verlierer gab; beim Aufbau des sozialistischen deutschen Staates sollte von Anfang nichts schief gehen, da wirst Du nicht berücksichtigt, wenn Du die kleinste Abweichung von der Parteilinie gucken lässt. Alles Männer, klar. Von der anderen Seite, geographisch wie geschlechtlich, werden in den ersten Seiten des Buches Frauen eingeführt, die ihren Mann respektive Vater während des Krieges verloren haben, wenn auch nicht unbedingt so wie man denkt. Denn Katinka ist eine Halbwaise und lebt mit ihrer Mutter Yvonne allein im zerbombten Berlin, nicht weil der Papa vor Stalingrad den gerechten Heldentod fand, sondern weil er ein Jude war und ihm die Flucht nicht gelang. Ein paar Kapitel im Buch sitzt sie neben Wilhelm Pieck, dem ersten Präsidenten der DDR, weil sie Klassenbeste ist. Damit ist sie vom Alter her prädestiniert, die DDR von Anfang bis Ende zu durchleben und uns das gesamte Buch hindurch zu begleiten. Um sie herum werden sich Personen tummeln, die einige prototypische Biographien des Landes repräsentieren, den strammen Funktionär, den Hinterfragenden, den Idealisten, die Karrieristin. Ab und an begegnen einem Personen, die wir als "Berühmtheiten" zu erkennen meinen, Stasi-Abwehrchef Markus Wolf definitiv (im Buch Fuchs) und auch der Anwalt und Unterhändler Wolfgang Vogel als Kuckuck ist wohl zu erkennen. Gemeinsam ist (fast) allen, dass sie der Nomenklatura angehören: selten in höchsten Sphären schweben, aber nie Fußvolk sind. Das werte ich nicht, das Buch ist mit seinen 750 Seiten für eine Biographie eines ganzen Landes sicher nicht sehr lang, aber was die Lern- und Lesebereitschaft eines potentiellen Publikums betrifft eher am dicken Ende des Spektrums und da die Geschichte eines Landes erzählt werden soll, welches vom Anfang bis kurz vor seinem Ende ausschließlich Top-Down organisiert war, macht es irgendwie Sinn, sich in die Innenleben der dem Staat ideell Verpflichteten zu begeben. Den Opfern der DDR wurde in den letzten Jahren ausgiebig Platz und Stimme gegeben, da ist es ok, einmal unapologetisch die andere Seite der Story zu lesen.Das heißt nicht, dass man viel Neues lernt (wenn man aus dem Landstrich kommt), weder was die Fakten noch die Innenansichten der Protagonistinnen betrifft, da bleibt sich Christoph Hein treu. Verschlossen, manchmal fast autistisch sind oft seine Romanhelden und auch auf dem "Narrenschiff", im Buch wie dem diesen Namen gegebenen Land, lebte man unabhängig von der gesellschaftlichen Schicht, jeder in seiner Bubble, dort wo man safe war. Der Blick ging zum Nachbarn, nicht um Kontakt herzustellen, sondern um die Gefahr abzuschätzen, die von ihm ausgeht. Diese lauerten, wie in jeder Hierarchie, von oben wie von unten und nur mit moralischer Flexibilität war es möglich, sich ein so angenehmes Leben in der rationierten Welt der DDR zu machen, wie es die Menschen, die wir begleiten, führen. Explizite Kritik daran darf man vom Buch nicht erwarten, Verfolgte des Regimes kommen nicht vor, aber wie gesagt, ich sehe das nicht kritisch, nicht jedes Buch muss jede Seite beleuchten. Ich als Leser entwickle eher Mitleid mit der grauen, unglücklichen Existenz der Akteure. Bis zum Bau der Mauer getraut sich keiner eine Perspektive zu haben und danach war sie zugestellt. Bitter.Die Flussgeschwindigkeit des Buchs ist hoch, wir durchlaufen die DDR in Höchstgeschwindigkeit. Zwischen manchen Kapiteln werden ganze Jahre übersprungen, was auch eine Aussage ist: es war nicht viel los in der Zone. Was los war, geschieht im Hintergrund von Episoden des Privaten der Akteure: Liebschaften, Karrierebrüche, Kinderkriegen, Sterben geben Anlass, wie nebenbei zu erzählen, was in der DDR und, seltener, der Welt gerade geschieht: 17. Juni, Prager Frühling, NATO-Osterweiterung, Mauerfall. Die Erzählweise dieser Episoden erinnern ein wenig an Alexander Kluge in seiner epochalen "Chronik der Gefühle", wenn man es wohlwollend betrachtet; an eine Aneinanderreihung von Schulaufsätzen, wenn man garstig ist. Die Sprache ist wohlwollend "ungekünstelt" und böswollend "unkünstlerisch". Nun ist Christoph Hein ein Künstler und das Buch bei Suhrkamp erschienen, also muss die Plattheit der Dialoge, das Einheitssozialistisch der Beschreibungen Methode sein. Aber so steif , Herr Hein? Ein Jugendlicher studiert in einer fast ausschließlich weiblichen Studiengruppe, was in diesem Satz zusammengefasst wird:In seiner Seminargruppe war er der einzige männliche Student, was ihn zum Hahn im Korb machte. Der Mittelpunkt in einem Pulk gleichaltriger Mädchen zu sein, gefiel ihm, und er genoss es sehr, von allen jungen Frauen umschwärmt zu werden und mit der einen und anderen sogar ein intimes Verhältnis zu haben.Es wimmelt in Charakterbeschreibungen von DDR-Zeugnisworten wie "wissbegierig", "umsichtig" und "verantwortungsvoll" und zwar nicht eingestreut, sondern in der vollen realsozialistischen Breitseite. Hein beschreibt die Entwicklung eines Kindes in der Schule mit:Er war bei dieser Beschäftigung [dem Werken] sehr geschickt und einfallsreich, lernte aufgeschlossen und wissbegierig alle Techniken, die der Lehrer den Kindern beibrachte.Ein schwuler Mann sagt zu seinem Freund nach dem Abendessen:Du bist ein Weltmeister der kulinarischen Improvisationen, ein Held des Herds.Seriously? Nun konnte ich Charlotte Gneuß bestätigen, dass man in der DDR oder mindestens in Gittersee exakt die Worte verwendete, die sie ihren Protagonisten in den Mund legt. Da ich mich nicht in den Kreisen der DDR-Nomenklatura bewegte, kann ich Christoph Hein diese Bestätigung nicht geben, vielleicht sprach man in Parteisekretariatsfamilien am Abendbrottisch wie Honni beim 8. Parteitag, aber ich kann das nicht wirklich glauben. Und selbst wenn es so war, muss man dann den ganzen Roman in diesem Stil schreiben? Das über 750 Seiten durchzuhalten ist zweifellos beeindruckend, und ich bin nicht sicher, ob ich das Kompliment hier dem Schriftsteller oder dem Leser mache.Kurzum: Wenn man kein traumatisierter Verfolgter des SED-Regimes ist, der beim Lesen von Büchern, die klingen wie die Anklageschrift, wegen der sie in Bautzen saß, PTSD bekommt, sollte man „Das Narrenschiff“ angehen, vielleicht mit ein wenig Wohlwollen und Offenheit der absurden Sprache gegenüber. So wie einen der Brutalismus einer tschechischen Kleinstadt ästhetisch nicht sofort begeistert, es einen aber irgendwie doch kriegt, so ist der Blick auf 40 Jahre DDR, den das Narrenschiff über zwei Buchlängen in reinem DDR-Deutsch liefert, den Aufwand wert, meine ich, hoffe ich. Und wünsche mir und Christoph Hein im nächsten Buch eine Rückkehr zu seiner eigenen Sprache. This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit lobundverriss.substack.com
Das gesellschaftliche Klima gegenüber queeren Menschen ist rauer geworden. Vor allem in den letzten sechs Monaten. Wie sich das auf den Christopher Street Day in München auswirkt, beantwortet der Geschäftsführer Alexander Kluge im Interview mit Moderator Oliver Fritzel.
Laura Laabs ROTE STERNE ÜBERM FELD ist eine Mischung aus Heimat-, Reise- und Gespensterfilm. Die Gespenster, das sind die der Geschichte - Unerledigtes, Fortwirkendes, Trauma, Funken der Hoffnung. In Form einer sprunghaften Collage verbindet sich die Zeit des Zweiten Weltkriegs mit dem Ende der DDR und die Dritte Generation der RAF mit dem Polit-Aktivismus der Gegenwart. Eine andere Form der Geschichtsschreibung und eine Geschichte Deutschlands entlang von Widerständen, Brüchen, Verzweigungen. Was das mit Walter Benjamin, Alexander Kluge und Radu Jude zu tun hat, und ob das nur schmissiger Zeitgeist ist, dazu mehr in der aktuellen Folge der PROJEKTIONEN.
Der Filmemacher und Schriftsteller Alexander Kluge und der Maler und Bildhauer Anselm Kiefer treffen sich zum Dialog über die Kunst, sich selbst treu zu bleiben. Herausgekommen ist viel mehr als ein Buch – eine mediale Neuerfindung. Rezension von Simone Reber
Der Filmemacher und Schriftsteller Alexander Kluge und der Maler und Bildhauer Anselm Kiefer treffen sich zum Dialog über die Kunst, sich selbst treu zu bleiben. Herausgekommen ist viel mehr als ein Buch – eine mediale Neuerfindung. Rezension von Simone Reber
Autorin und Regisseurin Luise Voigt hat sich in “Raumzeit” der menschlichen Wahrnehmung auf die Wirklichkeit gewidmet. Herausgekommen ist eine wunderbare Einladung, sich auf neue Perspektiven der Zeit und auf die Welt einzulassen. Mit fabelhaftem Musikeinsatz, der bekannte Popsongs anders hören lässt und sie in neue Farben taucht, ist "Raumzeit" ein Hörstück zum Innehalten, zum Raustreten aus den Wirren des Alltags. Es ist ein großer Zoom-out, der zu Gesprächen und zu eigenen Gedanken anregen will, in einer Zeit, in der Umdenken unsere beste Chance ist. Mit Catherine Stoyan, Manuel Harder, Annika Schilling und Fabian Kulp. Autorin: Luise Voigt Regie: Luise Voigt hr/Dlf Kultur 2023 | 58 Min (Audio verfügbar bis 12.05.2025)
Essay · Der Paradoxie von kriegerischen Konflikten begegnet der Filmemacher und Philosoph Alexander Kluge mit den Mitteln der Erzählung. Nach Auswegen zu suchen, an die sonst niemand zu denken wagt. Statt Konfrontation geht es in "Der Stein in der Tasche" um Ausgleich, Zuhören, Abwägen. Weit wird ausgeholt in kosmische Räume, nur um von dort und mit unseren biologischen Vorfahren vor 20.000 Jahren auf uns Menschen der Gegenwart zu blicken. Wir waren damals nur wenige - und haben überlebt, weil wir in Sprache und Intellekt Werkzeuge entwickelt haben, welche die Katastrophe abwenden halfen: Ein Hörspiel der Hoffnung, der kleinen Wunder. | Mit Alexander Kluge, Katja Bürkle, Helga Fellerer, Johannes Herrschmann, Stefan Merki, u.a. | Komposition: Mapstation // Minutensong: Ariel Sharat und Mathias Kom // Regie: Karl Bruckmaier | BR 2024
Wellinski, Patrickwww.deutschlandfunkkultur.de, Lesart
Wellinski, Patrickwww.deutschlandfunkkultur.de, Lesart
Today's podcast is a long conversation with a dear friend. Alex and I met in 2018 when he hosted me in Germany. Since then, we've met up in various places and have had a friendship with many great conversations. This episode is one of them. I hope you enjoy the wide ranging conversation we had. Thank you for listening. As always, Much Love ❤️ and please take care. --- Support this podcast: https://podcasters.spotify.com/pod/show/matt-best/support
Er ist einer der intellektuellen Köpfe Deutschlands: Alexander Kluge. Schriftsteller und Mitglied der Gruppe 47, Filmemacher und Fernsehproduzent, Jurist und Philosoph. Gerade ist sein neues Buch mit dem Titel "Kriegsfibel 2023" erschienen.
Essay · Klimawandel, Pandemie, Krieg: Es herrscht Unruhe im Garten unserer Seele. Alexander Kluge tritt dem Ernst der Lage mit Witz, intellektuellem Klamauk, Kommentaren und Verwechslungsgeschichten entgegen. Unterstützt wird er dabei von Helge Schneider als Hagen von Tronje. // Mit Katja Bürkle, Sabine Gietzelt, Stefan Merki, Gabriel Raab, Helge Schneider, Jonathan Meese, Karl Bruckmaier / Komposition: Dan Reeder und Stefan Schneider / Regie: Karl Bruckmaier / BR 2022 // Exklusive Hörspiel- und Kultur-Tipps unter br.de/kultur-newsletter
Klangkunst . Ausgangspunkt ist die verschollene Installation "VariaVision - Unendliche Fahrt", realisiert 1965 von Alexander Kluge, Edgar Reitz und Josef Anton Riedl im legendären Siemens-Studio für elektronische Musik. Heute ist das Tonstudio im Deutschen Museum ausgestellt. Michaela Melián hat es noch einmal zum Klingen gebracht. // Mit Laura Maire, Stefan Merki, Hans Kremer, Christos Davidopoulos, Chris Dercon u.a. / Komposition: Michaela Melián/Carl Oesterhelt / Realisation: Michaela Melián / BR 2008// Exklusive Hörspiel- und Kultur-Tipps unter br.de/kultur-newsletter