POPULARITY
Es gibt so Bücher, da quält man sich. Ob man das muss, gerade als freier, unbezahlter Rezensent, aber auch als schnöder Leser von Büchern, es ist ein ewiger Streit. Ein Streit, in dem Anzahl und Vehemenz bejahender Argumente reziprok mit dem Alter des Argumentierenden korrelieren. Ok, man kann auch formulieren: Je näher man dem Grabe ist, desto weniger ist man geneigt, einen Autor langsam zur Sache kommen zu lassen. Aber das klingt grausam, oberflächlich, und Anne Findeisen setzt gerade zum “OK Boomer” an.Und es ist tatsächlich ungerecht dem Autor gegenüber, einschränkend: sobald man ihm ein Niveau zugesteht oberhalb des seit ein paar Jahren aufgrund irgendeines Marketingkurses so heftig promoteten “Deutschen Krimis mit Lokalkolorit”, ein Genre, in dem arbeitslose Redakteure von regionalen Tageblättern ihr Gehalt aufbessern, indem sie uns weiß machen wollen, dass es in Berlin-Marzahn fast genauso zur Sache ginge wie in Chicago Southside.Gehen wir also von den guten Autoren aus.Ein Autor schreibt auf leerem Blatt eine Story, und je ferner sie von der Lebenswirklichkeit des Lesers entfernt ist, desto größer des Autor-Dilemma: Erklärt er mit Begriffen, die dem Leser nahe sind, die ferne Seltsamkeit seiner Phantasie, oder lässt er es den Leser selbst herausfinden? Ersteres vergrößert die Chance auf die Bahnhofsbuchhandlung und erhöht die Anzahl der Bücher, die der Leser bis zum Grabgang, siehe oben, lesen kann, enorm, aber es ist auch potentiell langweilig, bricht die Magie, nicht zu reden von der künstlerischen Integrität des Auteur.Kann man also Regeln finden, die man anwenden kann, wenn man auf Seite 10 eines Buches noch kein Wort verstanden hat?Statt theoretisch zu salbadern, greifen wir in den Fundus der aktuellen Falschgoldschen Buchliste “in progress”. Der Punkt, dass darunter ein Buch aus Papier ist, so zum Blättern, mit Rascheln und so, macht deutlich, dass wir hier nicht von anekdotenhafter Beweisführung, sondern regelrecht von Empirie reden können, so alt ist der Rezensent, so viele Bücher las er schon. Dem Zuhörer kommen die Tränen.Das papierne Buch ist dunkelgrün, ein Paperback, und öffnet sich automatisch auf Seite 374/375 - Ein Eselsohr! Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass der Papierschnitt, also die Außenseite des geschlossenen Buches, von dieser Stelle an bis zur Seite 1014 glatt ist, die Seiten davor uneben. Denn ich habe Ulysses von James Joyce schon so oft angefangen, und bin so oft nur bis zur Hälfte gekommen, dass ich einmal den Traum hatte, dass der Quizmaster unseres monatlichen Kneipenquiz die Frage stellt, welches Buch folgendermaßen beginnt:Erste Seite UlyssesSTATTLICH UND FEIST erschien Buck Mulligan am Treppenaustritt, ein Seifenbecken in Händen, auf dem gekreuzt ein Spiegel und ein Rasiermesser lagen. Ein gelber Schlafrock mit offenem Gürtel bauschte sich leicht hinter ihm in der milden Morgenluft. Er hielt das Becken in die Höhe und intonierte: “Introibo ad altare Dei.”Woraufhin ich meinem Kollegen beruhigend zuzwinkere “Hab ich”. Im Sinne von “die Antwort”, aber auf keinen Fall “verstanden”. Denn jetzt, auf Seite 374 sitzt Leopold Bloom immer noch am 16.6.1904 und frühstückt Leber. Sehr sympathisch, und das mit dem Frühstück ist nur ein educated guess, ein Drittel im Buch, das berühmterweise einen Tag im Leben eines Anzeigenverkäufers in Dublin beschreibt, das muss noch Frühstück sein.Ach, ich lese mal kurz rein..Dreißig Minuten später habe ich noch keine Ahnung, ob es Frühstück, Brunch oder Mittag ist, aber mehr als eine davon, warum ich das Buch immer wieder beginne: Es ist ein Rätsellabyrinth. Zusammengehalten von der Einfachheit der Prämisse: Ein Mann, ein Tag, eine Stadt, und damit unkompliziert reinzukommen, ist es fast unmöglich, wieder rauszufinden: So viele Fragen gestellt in bildlichster Sprache, man sieht sie vor sich, die verrückten Dubliner, immer etwas schmuddlig, nie unter 3,8 im Turm und dennoch gebildet, klug und rätselhaft. Wenn man weiß, dass man etwas nie ganz verstehen wird, befreit das ungemein, und wenn man weiß, dass das Literaturprofessoren so geht, nicht zu reden von Übersetzern und Rezensenten, ist das ein Argument, das Buch immer wieder zu beginnen, ohne das Ziel, es jemals zu beenden.Ein weiteres Beispiel, ein ganz anderes: Am 20.1. diesen Jahres 2020 kam der neue William Gibson raus, “Agency”, und der Vorbestellen-Knopf war schon halb gedrückt, als ich aus den Augenwinkeln das Cover sah, mh.. erinnert an etwas, und auch die “Kunden kauften sonst noch”-Zeile des bösen Onlinebuchhändlers erinnerte an Bekanntes. Genauer an Gibsons 2014er Roman “Peripherie” und daran, dass ich trotz heftigem Fanboyseins das Buch nicht nur nicht zu Ende gelesen habe, nein, dass ich kaum über Seite 30 hinweggekommen war. Was zumindest für diesen Rezensenten, der eine Buchserie von vorn bis hinten lesen muss, ohne Lücken, es unmöglich macht, den neuen Gibson zu lesen, ohne den alten Gibson gelesen zu haben. Anne Findeisen murmelt übrigens gerade wieder “Ok Boomer”, bekanntermaßen kann sie Simon Beckets David-Hunter-Serie Buch 6 lesen und Buch 5 mal eben so locker überspringen. Sie ist ein Monster.Ich bin keines, also holte ich mir “Peripherie” von William Gibson auf den E-Reader und kann berichten, ich bin sechs Jahre älter, nicht weiser. William Gibson ist ein allgemein anerkannter Visionär und Erfinder des allgegenwärtigen Begriffes “Cyberspace”, der, wie sich das gehört für unsere oberflächliche Zeit, mit dem “Cyberspace” in Gibsons Newromancer nichts, aber auch gar nichts gemein hat. Daraus scheint mir Gibson sein Lehren gezogen zu haben und erklärt nun einfach gar nichts mehr. Wir springen aus dem Wohnwagen eines Kriegsveteranen in ein Computerspiel, Fragezeichen, gespielt mit einem faltbaren, Fragezeichen, Handy als Controller und dargestellt auf mehreren, Fragezeichen, Displays, physischen, Fragezeichen. Eine Welt aus Fragezeichen, aber noch hat Gibson drei Bücher minus 30 Seiten, von denen eines noch nicht mal geschrieben ist, Zeit, uns zu erklären, wie wir bald leben werden, und schon jetzt spüre ich, dass er ziemlich weit daneben liegen wird, denn schon lange ist es nicht mehr möglich, ein Buch in der nahen Zukunft anzusiedeln, ohne von dieser bei Veröffentlichung überholt zu werden. Aber William Gibson muss gelesen werden, er ist Kanon, und kein Weg führt an der Tatsache vorbei, dass es aktuell keinen genaueren Beobachter unserer gegenwärtigen Zukunft gibt. Ich ignoriere also zunächst die Fragezeichen und werde mit großer Wahrscheinlichkeit in Kürze hier an dieser Stelle berichten können, ob Gibson recht hat, ob Periphery und Agency uns helfen, uns zu verstehen.Sich zu verstehen, ist das Hauptproblem des titelgebenden Haupthelden in einem Buch, welches kaum diametraler sein könnte als die bisher angesprochenen “schwer lesbaren” Werke. “The Death and Life of Schneider Wrack” ist kein Bestseller, es spielt weder an einem Tag noch in naher Zukunft. Es ist ein Roman in einer fremden und seltsamen Welt. Geschrieben wurde er von Nate Crowley, einem Briten, den mein Lieblings-Online-Computerspielmagazin mit Namen “Rock, Paper, Shotgun” letztes Jahr eingestellt hat. Ja, Herr Falschgold liest nicht nur seit 25 Jahren Ulysses, sondern auch Computerspielmagazine. Clearly the most interesting man in the world. Gleich nach Nate Crowley muss er jedoch neidlos anerkennen. Nicht nur hat er, wie Herr Falschgold, eine Vorliebe für eine Nische im Computerspielkosmos, in der sich Games an ein Publikum wenden, das nicht reaktionsschnell das fünfhundertachtzigste x-beliebige Monster zu Brei ballern will, sondern stattdessen, das Kinn in die Hand gestützt, stundenlang virtuellen Figuren zuschaut, wie sie nur geringst von ihrem ihnen zuschauenden Gott beeinflusst ihrem Leben nachgehen. Für fantasielose Träumer von Eigentumswohnung und Minivan sind das die Sims, in dem sich realistische 3d-Instagrammodels in realistischen Mietwohnungen realistisch langweilen, für milde fantasiebegabte das aktuelle Lieblingsgame des Rezensenten namens “Rimworld”, in dem drei zufällige und meist ziemlich gestörte Raumfahrer auf einem Planeten stranden und versuchen, ohne dem Kannibalismus zu verfallen, von diesem wieder wegzukommen, dargestellt in der Draufsicht von liebevoll gezeichneten kleinen Pixelmenschen in einer Welt voller Gefahren. Nate Crowley jedoch machte auf sich aufmerksam durch das, was er aus dem Spielen des Programmes “Dwarf Fortress”, also “Zwergenburg”, machte. Ein Spiel, in dem die Personen nicht in 3d gezeigt werden oder pixelsüß animiert sind, sondern einfach nur verschiedenfarbige Buchstaben auf einem schwarzen Bildschirm, die sich blinkend von A nach B bewegen und deren Tun und Sein in Statistiken und gelegentlichen Beschreibungen aufgezeigt wird. Klingt trocken, aber mit dem fantasievollen Kopf eines Nate Crowley wurde daraus eine 23-Folgen-Fortsetzungsstory über “The Basement of Curiosity”, in dem Nate seine alphanumerischen Zwerge die wildesten, lustigsten Abenteuer bestehen lässt und darüber in solch schillernden Farben berichtete, als ginge es um den neuesten photorealistischen Blockbuster unter den Spielen und nicht um eine Textwüste in Grün auf Schwarz. Dazu hat Nate Crowley einen Twitteraccount, auf dem er Fotos seines Terrarium/Aquarium zeigt, welches statt mit den üblichen Fischen und Fröschen komplett mit Krabben, Langusten und ähnlich vielbeinigem Krustengetier bewohnt wird.Wenn man solcherlei seltsames Hobby mit derlei ausschweifender Phantasie kombiniert, muss ein Roman rauskommen. 2017 war es soweit, und es ist ein Trip. Unser Hauptheld Schneider Wrack war gerade noch Bibliothekar in einer postapokalyptischen Hafenstadt und erwacht auf einmal auf.. einem Schiff? Er weiß es nicht. Er weiß so gut wie gar nichts mehr. Er weiß noch nicht mal, ob er lebt. Er bewegt sich, er sieht und fühlt, aber.. er atmet schon mal nicht. Zumindest muss er es nicht. Um ihn herum sind ein paar hundert Menschen, die einen riesigen Wal mit Äxten und Messern traktieren und das rausgehackte Fleisch in Wagons verladen. Das Ganze passiert auf hoher See, so viel scheint klar, aber das Schiff ist so groß, dass er nicht sieht, wo es beginnt und endet. Auch sagt keiner ein Wort, zunächst noch nicht mal er selbst. Es scheint sich niemand um ihn zu kümmern, also beginnt er, auf dem Schiff zu wandern, und sieht die seltsamsten Dinge. Aufseher mit zugewachsenen Mündern, als Wachtiere begleiten sie Haie auf metallenen Beinen. Die Arbeiter haben alle Verletzungen, die auf einen gewaltsamen Tod hindeuten - und doch bewegen sie sich wie.. Zombies! In einer abgelegenen Halle finden sich in eine Ecke gestapelt so kaputte Exemplare, dass sie nicht mehr zur Arbeit zu gebrauchen sind, aber, Horror, sie bewegen sich noch. Auf Händen, so noch welche dran sind, oder sie schauen verwirrt von links nach rechts, wenn der Kopf noch dran ist, der Rest aber schon ab. Es ist eine Freakshow und nichts für schwache Gemüter. Es ist einem permanent ein bisschen schlecht. Es wimmelt von Worten, die ich nicht kenne und Wikipedia auch nicht, Fischarten vermutet man, halb-lateinisch klingend, aber auch Namen von Orten und Städten, bei denen man ob der Tatsache, dass sie so klingen, als müsste man sie kennen, Google Maps aber nichts findet, noch verwirrter ist als unser Hauptheld Schneider Wrack.Endgültig fertig macht Schneider, einige Seiten im Buch, dass er mit niemandem kommunizieren kann, sich niemand um ihn kümmert. Bis er eine Frau mit einem Loch in der Brust trifft, typische Säbelwunde, die leise vor sich hin jammert. Er tauft sie Moana und spricht leise auf sie ein. Bis sie ihm antwortet..Nate Crowley hat einen der abgefahrensten Romane in einer der abgefahrensten Settings ever geschrieben - und ich habe jetzt schon fünf Bücher von Jasper Fforde gelesen, wir erinnern uns, die Detektivin Thursday Next, die in Büchern lebt. Wir müssen unser Vorstellungsvermögen anpassen, alles ist größer als man denkt, und dann noch ein Stück. Wale so groß wie Fußballfelder werden von Kraken gefressen, so groß wie kleine Ostseeinseln. Wir bereisen den Amazonas und bemerken als Leser spätestens dann, warum Nate Crowley dazu neigt, deutsche Worte einzubauen, man sieht die Inspiration zum Buch in dem fiktiven Werk, welches Schneider Wrack, unser Protagonist, auf einmal im Körper einer Krabbe, fragt nicht, liest, es ist der Bericht einer Amazonasexpedition wie geschrieben von Alexander von Humboldt. Wir können das Buch, obwohl lange nicht explizit geschrieben, nur als Parabel auf eine Ökokatastrophe lesen und werden dazu mit moralischen Dilemmata konfrontiert - wann ist man tot und wann ist man so richtig tot? Und was passiert, wenn dann künstliche Intelligenz ins Spiel kommt. All das ist kaum zu greifen durch bestsellergewohntes eiliges Lesen. Man muss sich Zeit nehmen, man muss das Buch weglegen, schon weil einem manchmal ein bisschen übel ist. Aber man wird es immer wieder aufnehmen, man will mehr wissen von dieser fremden und seltsamen Welt des Schneider Wrack und Nate Crowley.Und das ist am Ende das Kriterium für jedes “schwere Buch”. Will man mehr wissen? Und da ist es egal, ob man mehr wissen will, weil man kaum etwas versteht, wie bei Joyces Ulysses, ob man mehr wissen will, weil man weiß, dass der Autor viel zu sagen hat, wie bei jedem Roman von Will Gibson, oder weil man einfach wissen will, ob sich Moana und Schneider, zu Beginn des Romans Zombies und zur Hälfte der eine eine Krabbe und die Andere ein Kampfroboter, am Ende doch bekommen und warum die Welt des Nate Crowley so abgefuckt ist, wie sie ist.Ja, Bücher sind manchmal schwer, inhaltlich, sprachlich, emotional, aber wir haben ein Leben Zeit, oder um es mit James Joyce zu sagen: “„Der längste Umweg ist der kürzeste nach Hause.“ - und hätte ich den Ulysses zu Ende gelesen, hätte ich vielleicht ein wirklich passendes Zitat gefunden. This is a public episode. 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Ein Mann, der für ein letztes Interview zu seinem Mentor aufbricht. Ein Smartphone, das in einem Waschbecken landet. Ein groteskes Gespräch mit kafkaesken Zügen. Lerners Roman ist eine Parabel auf Technologien, die unser Handeln prägen.
New York, 03. Juni 1975: Das Musical "Chicago" wird am Broadway uraufgeführt. Hits wie "All that Jazz", laszive Choreografien, und eine zeitlose Parabel über Sehnsucht nach Ruhm: Das alles macht "Chicago" zu einem Dauer-Renner.
Weiter geht es mit Framing aus Cannes, heute mit Dunja Bialas, Valerie Dirk und Jenni Zylka. Wir sprechen über den südkoreanischen Genrefilm Hope, der sich auch als Mitternachtskino eignen würden und suchen die Parabel hinter den Monstern von Na Hong-jin. Außerdem denken wir über Humanoide in Hirokazu Koreedas Sheep in the Box nach und über das Unbekannte in Arthur Hararis The Unknown. Adèle Exarchopoulos hat uns in Jeannes Herrys Another Day als alkoholkranke Schauspielerin beeindruckt, die Evangelikalen in Cristian Mungius Fjord weniger.Abonniert unseren Podcast in euren Podcatchern und lasst uns gern eine Bewertung da. Unterstützen könnt ihr uns bei Steady Auch über Feedback und Vorschläge freuen wir uns: podcast@critic.deUnd so geht es durch die Folge:(00:00:00) Begrüßung(00:00:52) Hope(00:09:13) Sheep in the Box(00:18:36) The Unknown(00:27:40) Another Day (Garance)(00:37:23) Fjord
Diese Quellen bieten eine umfassende Analyse des Lebens und Wirkens von Thomas Mann, wobei sein Weg vom Lübecker Bürgersohn zum weltberühmten Nobelpreisträger und politischen Mahner nachgezeichnet wird. Im Zentrum steht seine Entwicklung vom konservativen Patrioten zum leidenschaftlichen Verteidiger der Demokratie, der aus seinem kalifornischen Exil heraus das „deutsche Gewissen“ gegen das NS-Regime verkörperte. Die Texte beleuchten Meisterwerke wie Buddenbrooks, Der Zauberberg und Doktor Faustus, welche die Spannungen zwischen Kunst, bürgerlicher Disziplin und gesellschaftlichem Verfall thematisieren. Zudem wird Manns disziplinierter Arbeitsstil sowie sein komplexes Privatleben untersucht, das von familiären Tragödien und unterdrückten Sehnsüchten geprägt war. Schließlich reflektieren die Quellen seine zeitlose literarische Bedeutung und die anhaltende Relevanz seiner moralischen Haltung in der heutigen Zeit.Thomas Manns politische Wandlung vom kaisertreuen Nationalisten zum engagierten Verteidiger der Demokratie war ein jahrzehntelanger Prozess der Selbstrevision, der durch die Katastrophen des 20. Jahrhunderts vorangetrieben wurde.Anfängliche Position und Erster WeltkriegZu Beginn des Ersten Weltkriegs vertrat Mann eine nationalkonservative Haltung. Er begrüßte den Kriegsausbruch 1914 als notwendige Verteidigung der deutschen „Kultur“ (die er als tief, musikalisch und irrational verstand) gegen die westliche „Zivilisation“ (die er als flach und rationalistisch ablehnte). In seinem monumentalen Essay Betrachtungen eines Unpolitischen (1918) rechtfertigte er das deutsche Kaisertum und wandte sich gegen demokratische Ideen. Diese Position führte zu einem jahrelangen tiefen Bruch mit seinem Bruder Heinrich Mann, der bereits ein erklärter Demokrat war.Der Wendepunkt in der Weimarer RepublikNach der deutschen Niederlage 1918 und dem Sturz des Kaiserreichs vollzog Thomas Mann eine bemerkenswerte geistige Kehrtwende. Wesentliche Impulse hierfür waren:Einsicht in die Realität: Er erkannte zunehmend, dass die Demokratie die einzige gangbare Alternative zur Barbarei darstellte.Der Mord an Walther Rathenau: Die Ermordung des Reichsaußenministers durch Rechtsextremisten im Jahr 1922 erschütterte Mann tief und war ein Mitauslöser für sein öffentliches Eintreten für die Republik.Öffentliches Bekenntnis: Mit seiner Rede „Von deutscher Republik“ (1922) trat er erstmals als politischer Mahner und Befürworter der Weimarer Demokratie hervor. Er argumentierte nun, dass Demokratie und Humanität eine Einheit bildeten.Der Kampf gegen den NationalsozialismusIn den 1920er und frühen 1930er Jahren wurde Mann zu einer zentralen moralischen Instanz gegen den aufkommenden Faschismus.Appell an die Vernunft: In seiner Berliner Rede „Deutsche Ansprache“ (1930) warnte er nachdrücklich vor der NSDAP und bezeichnete den Nationalsozialismus als eine „Riesenwelle exzentrischer Barbarei“.Literarische Warnung: Seine Novelle Mario und der Zauberer (1930) diente als unheilvolle Parabel über die Verführungskraft totalitärer Demagogen.Der Weltbürger im ExilNach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 kehrte Mann von einer Auslandsreise nicht mehr zurück und wurde im Exil zum „Sprachrohr der deutschen Freiheit“.Deutsche Hörer!: In insgesamt 55 Radioansprachen über die BBC verurteilte er das NS-Regime scharf und rief die deutsche Bevölkerung zur moralischen Umkehr auf.The Coming Victory of Democracy: Auf Vortragsreisen in den USA setzte er sich leidenschaftlich für die Erneuerung demokratischer Werte ein.Am Ende seines Lebens blickte Mann kritisch auf seine frühere „unpolitische“ Phase zurück und gestand ein, dass die Trennung von Geist und Politik ein gefährlicher deutscher Denkfehler gewesen sei. Sein Weg führte ihn so von der hanseatischen Kontorstube über die Verteidigung des Kaisertums bis hin zur Rolle eines Weltbürgers und politischen Moralisten.
Diese Quellen bieten eine umfassende Analyse des Lebens und Wirkens von Thomas Mann, wobei sein Weg vom Lübecker Bürgersohn zum weltberühmten Nobelpreisträger und politischen Mahner nachgezeichnet wird. Im Zentrum steht seine Entwicklung vom konservativen Patrioten zum leidenschaftlichen Verteidiger der Demokratie, der aus seinem kalifornischen Exil heraus das „deutsche Gewissen“ gegen das NS-Regime verkörperte. Die Texte beleuchten Meisterwerke wie Buddenbrooks, Der Zauberberg und Doktor Faustus, welche die Spannungen zwischen Kunst, bürgerlicher Disziplin und gesellschaftlichem Verfall thematisieren. Zudem wird Manns disziplinierter Arbeitsstil sowie sein komplexes Privatleben untersucht, das von familiären Tragödien und unterdrückten Sehnsüchten geprägt war. Schließlich reflektieren die Quellen seine zeitlose literarische Bedeutung und die anhaltende Relevanz seiner moralischen Haltung in der heutigen Zeit.Thomas Manns politische Wandlung vom kaisertreuen Nationalisten zum engagierten Verteidiger der Demokratie war ein jahrzehntelanger Prozess der Selbstrevision, der durch die Katastrophen des 20. Jahrhunderts vorangetrieben wurde.Anfängliche Position und Erster WeltkriegZu Beginn des Ersten Weltkriegs vertrat Mann eine nationalkonservative Haltung. Er begrüßte den Kriegsausbruch 1914 als notwendige Verteidigung der deutschen „Kultur“ (die er als tief, musikalisch und irrational verstand) gegen die westliche „Zivilisation“ (die er als flach und rationalistisch ablehnte). In seinem monumentalen Essay Betrachtungen eines Unpolitischen (1918) rechtfertigte er das deutsche Kaisertum und wandte sich gegen demokratische Ideen. Diese Position führte zu einem jahrelangen tiefen Bruch mit seinem Bruder Heinrich Mann, der bereits ein erklärter Demokrat war.Der Wendepunkt in der Weimarer RepublikNach der deutschen Niederlage 1918 und dem Sturz des Kaiserreichs vollzog Thomas Mann eine bemerkenswerte geistige Kehrtwende. Wesentliche Impulse hierfür waren:Einsicht in die Realität: Er erkannte zunehmend, dass die Demokratie die einzige gangbare Alternative zur Barbarei darstellte.Der Mord an Walther Rathenau: Die Ermordung des Reichsaußenministers durch Rechtsextremisten im Jahr 1922 erschütterte Mann tief und war ein Mitauslöser für sein öffentliches Eintreten für die Republik.Öffentliches Bekenntnis: Mit seiner Rede „Von deutscher Republik“ (1922) trat er erstmals als politischer Mahner und Befürworter der Weimarer Demokratie hervor. Er argumentierte nun, dass Demokratie und Humanität eine Einheit bildeten.Der Kampf gegen den NationalsozialismusIn den 1920er und frühen 1930er Jahren wurde Mann zu einer zentralen moralischen Instanz gegen den aufkommenden Faschismus.Appell an die Vernunft: In seiner Berliner Rede „Deutsche Ansprache“ (1930) warnte er nachdrücklich vor der NSDAP und bezeichnete den Nationalsozialismus als eine „Riesenwelle exzentrischer Barbarei“.Literarische Warnung: Seine Novelle Mario und der Zauberer (1930) diente als unheilvolle Parabel über die Verführungskraft totalitärer Demagogen.Der Weltbürger im ExilNach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 kehrte Mann von einer Auslandsreise nicht mehr zurück und wurde im Exil zum „Sprachrohr der deutschen Freiheit“.Deutsche Hörer!: In insgesamt 55 Radioansprachen über die BBC verurteilte er das NS-Regime scharf und rief die deutsche Bevölkerung zur moralischen Umkehr auf.The Coming Victory of Democracy: Auf Vortragsreisen in den USA setzte er sich leidenschaftlich für die Erneuerung demokratischer Werte ein.Am Ende seines Lebens blickte Mann kritisch auf seine frühere „unpolitische“ Phase zurück und gestand ein, dass die Trennung von Geist und Politik ein gefährlicher deutscher Denkfehler gewesen sei. Sein Weg führte ihn so von der hanseatischen Kontorstube über die Verteidigung des Kaisertums bis hin zur Rolle eines Weltbürgers und politischen Moralisten.
Reimann, Christoph www.deutschlandfunk.de, Corso
Nachdem die feine Gesellschaft in der Oper war, werden sie vom Ehepaar Nobile noch zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen. Auch dass die Bediensteten nach und nach das Anwesen der Nobiles verlassen, kann die Feierlaune nicht trüben: Man unterhält sich, man speist und trinkt, man lauscht einem Klavierstück der hoffnungsvollen Nachwuchspianistin. Und dann wäre es eigentlich Zeit aufzubrechen… Nur das mag niemandem so recht gelingen. Die Festgesellschaft bleibt einfach im Salon, verbringt dort sogar - gegen alle gesellschaftlichen Konventionen - die Nacht. Und dann dämmert es den Leuten so langsam: Sie sind eingeschlossen, können den Salon nicht verlassen. Warum weiß keiner. Aber der Weg sowohl zur Außenwelt als auch den anderen Räumen des Hauses ist wie durch eine magische Barriere verschlossen. Man diskutiert darüber, woran es liegen könnte, versucht sich einzurichten, schmiedet Fluchtpläne… Schließlich macht sich Verzweiflung breit, Misstrauen, die tierischen Instinkte kommen hervor, während die Aussicht auf Rettung immer weiter schwindet. Luis Buñuel, zusammen mit Salvador Dali und dem andalusischen Hund 1929 der Vater des surrealistischen Kinos. Er sollte noch Filme drehen, lange nachdem die Bewegung erloschen war: In Spanien, Frankreich und nach dem zweiten Weltkrieg vor allem in Mexiko. In seinem letzten mexikanischen Film “Der Würgeengel” entwirft er die klaustrophobische Parabel eines Bürgertums, das auf sich selbst zurückgeworfen wird: Mit schrägen Repetionen, surrealen Einwürfen und viel Symbolismus. Johannes, sind die Hölle die Anderen?
Message from Lic. Aaron Arnold on March 22, 2026
Treu sein, das ist keine Sache von Augenblicksmomenten, sondern von ernsthafter Beständigkeit, schildert Martin Colberg anhand einer Parabel.
The Bride | Monströser Overkill: Wildes Kinoerlebnis aus Gothic-Drama, Horror-Ästhetik, Punk-Romanze und Frankenstein „The Bride“ vereint Art Déco mit Punk-Ästhetik, Goth-Romantik, Bonnie-and-Clyde-Vibes und klassischen Monster-Motiven: Willkommen in der ungewöhnlichen Welt der zweiten Regiearbeit von Maggie Gyllenhaal. In ihrem neuen Film macht sie Jessie Buckley zur titelgebenden Braut, während Christian Bale als Frankensteins Monster zu sehen ist, das seiner Einsamkeit entfliehen und endlich eine Partnerin finden will. Diese bekommt er auch – sehr zu seiner Zufriedenheit. Doch das Publikum sollte sich auf Überraschungen einstellen, denn Gyllenhaal liefert ab dem 5. März keine klassische Horrorstory, sondern eine vielschichtige Mischung aus Allegorie, Parabel und Märchen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Emanzipation, Einsamkeit und menschliche Sehnsucht nach Verbindung. Aber ist „The Bride“ wirklich sehenswert? Dieser Frage gehen Laura, Schlogger und Stu nach. Viel Spaß mit der neuen Folge vom Tele-Stammtisch! Trailer Werdet Teil unserer Community und besucht unseren Discord-Server! Dort oder auch auf Instagram könnt ihr mit uns über Filme, Serien und vieles mehr sprechen. Website | Youtube | PayPal | BuyMeACoffee Großer Dank und Gruß für das Einsprechen unseres Intros geht raus an Engelbert von Nordhausen! Thank you very much to BASTIAN HAMMER for the orchestral part of the intro! I used the following sounds of freesound.org: 16mm Film Reel by bone666138 wilhelm_scream.wav by Syna-Max backspin.wav by il112 Crowd in a bar (LCR).wav by Leandros.Ntounis Short Crowd Cheer 2.flac by qubodup License (Copyright): Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)
Pandemie-Albtraum trifft Western - aber A Prayer for the Dying hat sich noch viel stärker einer anderen Parabel verschrieben, in der Schuldgefühle und seelische Qualen für einen Soldaten nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg verarbeitet werden. Der Kaffeemann und Daniel fanden das auf der Berlinale 2026 zu Beginn noch gut… am Ende aber leider nicht mehr.
7 Übungen für mehr innere Ruhe(€0):
Macbeth - Shakespeares düstere Parabel über Gewaltherrschaft - wird in Konstanz von Regisseur Abdullah Maria Karaca in der Fassung des Dramatikers Heiner Müller inszeniert, die er Anfang der 1970er Jahre unter dem Eindruck von den grausamen Diktatoren des 20. Jahrhunderts geschrieben hat. Abdullah Maria Karaca setzt die Brutalität dieses Stoffes szenisch nicht mit blutigem Gemetzel um, sondern legt seinen Fokus auf die Innenwelt der Figuren, auf deren Gedanken und Konflikte.
Vi hälsar Petter Borg, mer känd som Petter B, välkommen till podden! Vi snackar om aktuella släpp, Parabel och den egna etiketten Bond samt om Hertz, kreativitet och synthar. Vi pratar även om hans väg in i klubblivet, dj:ande och om kopplingen till både Martin Gore och Prada + mycket mer. Petter B på Instagram: https://www.instagram.com/petterb/ Petter B på Soundcloud: https://soundcloud.com/petter_b Petter Bs hemsida: https://petterb.carrd.co/ Bond på Bandcamp: https://bondstore.bandcamp.com/ Dansmusikpoddens Patreon, FB-grupp etc.: https://linktr.ee/dansmusikpodden
Taszman, Jörg www.deutschlandfunkkultur.de, Vollbild
Neue Podcast-Episode: Bugonia, The Long Walk & The Woman in Cabin 10 – plus Erics Marathon-Reise In unserer aktuellen Podcast-Folge erwarten euch gleich drei spannende Film-Highlights und ein sehr persönlicher Einblick: Bugonia: Yorgos Lanthimos, bekannt für The Favourite und Poor Things, bringt mit Emma Stone und Jesse Plemons eine düstere, groteske Parabel auf die Leinwand. Zwei Verschwörungsgläubige entführen die Chefin eines Pharmakonzerns, weil sie überzeugt sind, dass sie ein Alien ist. Ein Film zwischen Wahnsinn, Macht und Menschlichkeit. The Long Walk: Francis Lawrence (Die Tribute von Panem) adaptiert Stephen Kings dystopischen Roman. 50 Jugendliche treten in einem tödlichen Marsch gegeneinander an. Wer stehenbleibt, stirbt – nur der letzte Überlebende gewinnt. Intensiv, brutal und gesellschaftskritisch. The Woman in Cabin 10: Basierend auf dem Bestseller von Ruth Ware. Eine Journalistin beobachtet auf einer Luxuskreuzfahrt einen Mord – doch niemand glaubt ihr. Mit Keira Knightley und Guy Pearce in den Hauptrollen ein packender Psychothriller. Zusätzlich erzählt Eric von seinem bald erscheinenden Blogartikel über seine 9-jährige Transformation vom Kino-Couchpotatoe zum Marathonläufer – eine inspirierende Geschichte über Disziplin, Leidenschaft und Veränderung. Timecodes: 00:00:00 Einleitung 00:01:55 BUGONIA (spoilerfrei) 00:24:42 Wir tippen den nächsten Sneakfilm 00:27:02 The Long Walk - Todesmarsch 00:43:12 Kinocharts und Neustarts 00:48:14 The Woman in Cabin 10 00:50:19 Streamingtipps 00:53:06 Erics Marathon -
Die Biberacher Filmfestspiele eröffnen mit „Sternstunde der Mörder“, einer ARD-Mini-Serie nach der Romanvorlage des tschechischen Autors Pavel Kohout – eine „Parabel über den Mechanismus von Gewalt und Mord“, so Regisseur Christopher Schlier in SWR Kultur.
Erst Jubel, dann Kontrolle: In George Orwells Fabel „Die Farm der Tiere“ von 1945 kippt Idealismus in Unterdrückung. Das Stadttheater Trier erzählt die Geschichte als eindringliche Parabel auf unsere Gegenwart - mit reduzierter Ästhetik, einem Esel als Erzählerfigur und einer deutlichen Warnung am Ende.
Im Jahr 2024 herrscht in den USA Trockenheit und Wassermangel. Rassismus und soziale Ungleichheit sind enorm angestiegen und die Menschen leben voneinander abgeschottet. In dieser düsteren Welt möchte Lauren Olamina eine neue Gemeinschaft gründen, die sich gegen Rassismus und Unterdrückung wendet und neue Formen des Zusammenlebens aufbaut. Wir diskutieren in unserer aktuellen Folge, warum dieses Buch durch die Black Lives Matter Bewegung neuen Aufschwung erlebt hat, in welcher Hinsicht wir uns dieser Dystopie bereits angenähert haben, und welche Aspekte Octavia E. Butler vielleicht übersehen hat. Außerdem sprechen wir über Schwarze Stimmen und Repräsentation im Science Fiction Bereich und warum die Autorin eine echte Pionierin ist, von der ihr gehört haben solltet. Quellen: Sexism in the Writing and Publishing Industries, https://womanstats.wordpress.com/2020/10/05/sexism-in-the-writing-and-publishing-industries/ Women in speculative fiction, https://en.wikipedia.org/wiki/Women_in_speculative_fiction?utm_source=chatgpt.com Black science fiction writers face 'universal' racism, study finds | Science fiction books | The Guardian, https://www.theguardian.com/books/2016/aug/09/black-science-fiction-writers-universal-racism-study-finds-fireside-fiction-blackspecfic?utm_source=chatgpt.com
Heute ist wieder Shari in unserem Podcast zu Gast und hat auch einen ganz besonderen Film mitgebracht. The Red Shoes aus dem Jahr 1948 ist ein in beeindruckendem Technicolor aufgenommenes Ballettdrama über eine Tänzerin, die sich zwischen dem Tanz und der Liebe entscheiden muss. Was wie die Prämisse für ein klassisches Drama klingt, entwickelt im Laufe des Films jedoch einen ganz eigenen Sog. Platziert in atemberaubenden Kulissen, mit wunderschönen Kostümen, großen Tanzeinlagen und nicht zuletzt einem surrealen Touch, der Vorbild nicht nur für Tanz- sondern im speziellen auch für Horrorfilme der kommenden Jahrzehnte sein sollte: Sowohl Suspiria als auch Black Swan haben sich hier reichlich bedient. Und spätestens wenn man die alptraumhafte Ballettszene im Zentrum des Films sieht, weiß man auch warum. In dieser transzendiert die Bühne und das Stück im Film wird zu einer fantastischen wie grotesken Parabel auf das Innenleben der Protagonistin...
Helga M. Novaks in den 1970er Jahren entstandenes Hörspiel thematisiert das Verdrängen und Vergessen unliebsamer Vergangenheit. Ein Historiker soll im Auftrag des Bürgermeisters eine verschollene Dorfchronik aus dem Dreißigjährigen Krieg finden und für die Gegenwart aktualisieren. Doch statt der gesuchten mittelalterlichen Aufzeichnungen stößt er auf unbequeme Wahrheiten aus jüngerer Zeit – unerzählte Geschichten aus beiden Weltkriegen, über die die Dorfbewohner beharrlich schweigen. Das Werk wird so zur Parabel über kollektives Erinnern und Verleugnen. Hörspiel von Helga M. Novak Mit: Gert Baltus, Grete Wurm, Käthe Lindenberg, Günter Strack, Horst Michael Neutze u.a. Regie: Fritz Schröder-Jahn SDR 1977
De Werner Herzog kritt de Gëllene Léif fir säi Liewenswierk, de László Nemes iwwerzeegt mat "Orphan", engem Familljendrama, dat als politesch Parabel op Ungarn funktionéiert - an de Yorgos Lanthimos enttäuscht, esou eise vum Yorgos Lanthimos reegelméisseg enttäuschte Korrespondent, mat "Bugonia", engem narzistesche Wierk, dat méi spigelt wéi analyséiert. De Marc Trappendreher ass fir eis op der Mostra - a mir schalten op Venedeg fir éischt konkret Andréck vum eelste Filmfestival vun der Welt.
Im Roman «Jenseits der See» des Iren Paul Lynch treiben zwei Fischer über Monate in einem Fischerboot übers Meer, ohne Aussicht auf Rettung. Das Werk sei «gewaltig», findet Host Felix Münger. Es erkunde überzeugend Grundfragen des Lebens und sei «bei aller Brutalität doch voller Lebenskraft». Zwei mexikanische Fischer werden auf dem Pazifik vom Sturm überrascht. Das Fischerboot gleitet fortan ohne Motor und Navigation übers Wasser. Roher Fisch und Regenwasser bilden die Nahrung. Mit diesem Roman hat der Booker-Preis-Träger Paul Lynch eine Parabel auf das Mensch-Sein an sich geschaffen. Wie begegnen wir den Dingen, die uns widerfahren? Was ist wichtig? Was gibt dem Leben Sinn, wenn alles Vertraute und sämtliche Gewissheiten wegbrechen? ____________________ Dieses Buch steht im Zentrum der Folge: Paul Lynch. Jenseits der See. Aus dem Englischen von Eike Schönfeld. 192 Seiten. Klett-Cotta, 2025. ____________________ Bei Fragen oder Anregungen schreibt uns: literatur@srf.ch ____________________ In dieser Episode zu hören: - Paul Lynch, Autor - Evelyn Bremberger, klinische Psychologin ____________________ Weitere erwähnte Bücher: - William Golding. Herr der Fliegen, Aus dem Englischen von Peter Torberg, 7. Auflage, 224 Seiten. Fischer, 2017. - Ernest Hemingway. Der alte Mann und das Meer. Aus dem Englischen von Werner Schmitz. 160 Seiten. Rowohlt, 2014. - Yann Martel. Schiffbruch mit Tiger. Aus dem Englischen von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié. 384 Seiten. Fischer, 2004. - Gerd Mantel, Evelyn Bremberger. Menschen in Ausnahmesituationen und psychosozialen Krisen. 272 Seiten. Facultas, 2024. ____________________ - Hosts: Felix Münger und Simon Leuthold ____________________ Das ist «Literaturclub: Zwei mit Buch»: Ein Podcast über Bücher und die Welten, die sie uns eröffnen. Alle zwei Wochen tauchen wir im Duo in eine Neuerscheinung ein, spüren Themen, Figuren und Sprache nach und folgen den Gedanken, welche die Lektüre auslöst. Dazu sprechen wir mit der Autorin oder dem Autor und holen zusätzliche Stimmen zu den Fragen ein, die uns beim Lesen umgetrieben haben. Lesen heisst entdecken. Weitere Informationen und den wöchentlichen Literaturnewsletter gibt es unter srf.ch/literatur.
Im August 1945 erschien George Orwells satirische Parabel, die den Autor berühmt machen sollte. Seine Erfahrungen als Kämpfer im spanischen Bürgerkrieg waren die Grundlage. Bis heute wirkt die Geschichte als Warnung vor Propaganda und Manipulationen. Keim, Stefan www.deutschlandfunk.de, Kalenderblatt
Wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach die Klappe halten. Das hält die beiden Freunde Johannes und Stefan natürlich nicht davon ab, das Maul aufzureißen und sich direkt in ein Quiz zu stürzen – über eine Materie, von der sie absolut nichts wissen: Schlager. Jedem stehen dabei 1000 Euro Spielgeld zur Verfügung, die es zu verzocken, nein, die es durch das Quiz zu retten gilt. Die Moral von der Geschicht'? Die interessiert die zwei Pfeifen doch nicht. Hört selbst! Ganz besonderen Dank an Leni Bohrmann (https://www.lenibohrmann.de/), die den großartigen Grüße-Jingle beigesteuert hat! Den haben wir nachträglich eingebaut, daher auf diesem Weg: Leni, we love you!
Dieses Mal nehmen wir euch mit nach Fernost – genauer gesagt: nach Südkorea. Zu Gast ist Weon-Ah Mira Kim, die live aus Seoul zugeschaltet ist und spannende Einblicke in die koreanische Kultur, Sprache und Kulinarik gibt. Mira hat nicht nur als Konferenzdolmetscherin Deutsch-Koreanisch im Bereich Wirtschaft/Recht und Juristin für viel erlebt, sondern ist auch Gründerin von „Live aus Korea“ – einem Start-up, das koreanische Produkte und Sprachkurse für den deutschsprachigen Raum anbietet. Die Online-Academy ist für all jene gedacht, die Koreanisch nicht über Umwege, sondern mit dem Originalsystem lernen möchten: auf Deutsch erklärt, aber nach dem bewährten Lernprinzip, mit dem auch Koreaner selbst ihre Sprache verinnerlichen.Inhalte der Folge:Mira Kims Weg von Korea nach Deutschland und zurückDie Unterschiede zwischen koreanischer und deutscher MentalitätWie Mira Deutsch lernte und was sie an deutscher Küche liebtEntstehung und Entwicklung des Start-ups „Live aus Korea“Die Faszination an der koreanischen Popkultur, K-Beauty und koreanischem TraditionshandwerkTipps zum effektiven Koreanisch lernen – warum Social Media dabei Fluch und Segen istMiras Empfehlungen für einen Trip nach Seoul und kulturelle Tipps für ZuhauseBesonderheiten beim Dolmetschen im deutsch-koreanischen Business-KontextBuchempfehlungen von Mira Kim – darunter ein echter Klassiker von Franz Kafka...Empfohlene Serien & Bücher:K-Drama „Squid Game“ für einen gesellschaftskritischen Einblick in KoreaSerie „Alhambra“ mit aktuellen Themen und K-Pop-Star-BeteiligungBuch: „Die Verwandlung“ von Franz Kafka – Miras Lieblingsbuch und faszinierende Parabel über Gesellschaft und IdentitätKurzgeschichte "Die kaiserliche Botschaft" von Franz KafkaMiras Tipps für Korea-Fans:Spaziergang am Cheonggyecheon in SeoulK-Beauty-Produkte aus Korea – z. B. von der Premium-Marke „Sulwhasoo“Traditionelle Schmuckkästchen als Mitbringsel oder GeschenkLinks & Empfehlungen: Mehr zu Mira Kim und ihrem Start-up „Live aus Korea“ sowie Kontaktmöglichkeiten findet ihr hier:Instagram: https://www.instagram.com/liveauskorea/Website von Mira: https://liveauskorea.com/Special:Hörtipp für Buchliebhaber:innen: Mit dem Rabattcode „Buchplausch“ könnt ihr BookBeat einen Monat lang kostenlos testen und so viele Hörbücher hören, wie ihr möchtet!Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken neuer Lieblingslektüre, Serien und koreanischer Inspiration! Feedback, Fragen oder eigene Erfahrungen? Meldet euch gern bei uns.Darüber freuen wir uns: Abonniert den Buchplausch für mehr spannende Buch- und Kulturgespräche! Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
„Memory Hotel“ ist ein höchst außergewöhnlicher Animationsfilm des Berliner Regisseurs Heinrich Sabl, eine Parabel über Deutschland von 1945 bis zur Wende. 30 Jahre hat Sabl daran gearbeitet, und sagt heute: „Ich will keinen Tag davon missen.“
"Der böse Geist Lumpacivagabundus" von Johann Nestroy: eine Zauberposse des Alt-Wiener Volkstheaters ist eine Parabel über die Unwandelbarkeit des menschlichen Charakters, eine satirische Schilderung trostloser Verhältnisse, ein entzaubertes Zauberspiel - das Happy End wurde dem Publikum zuliebe später dazu gedichtet. Autorin: Carola Zinner
Ernst Jüngers 1939, am Vorabend des II. Weltkriegs in Nazi-Deutschland veröffentlichter Roman gilt als ethisch wie ästhetisch ambivalent beurteiltes „Problembuch“. Seine in einem fiktiven Reich angesiedelte fantastisch-symbolistische Parabel über den Totalitarismus erzählt die Geschichte zweier Brüder, die den Zusammenbruch einer hochentwickelten friedlichen Zivilisation erleben. Deren innere gesellschaftliche Konflikte weiß ein plündernder wie mordender Tyrannen gnadenlos für sich zu nutzen - bis alles apokalyptisch in Feuer aufgeht, in hemmungsloser Barbarei sich auflöst.. Mit: Sylvester Groth Musik: Steffen Schleiermacher Hörspielbearbeitung und Regie: Ulrich Lampen Produktion: SWR 2025 - Premiere
“Die Parabel vom Sämann." von Octavia E. Butler – eine Rezension von Constanze Matthes - Zeichen und Zeiten(Hördauer 12 Minuten)„Die Erde ist in furchtbarer Verfassung.“Das Jahr 2024 liegt hinter uns. Mit all den dunklen und dramatischen Nachrichten und Entwicklungen, die Sorgen bereiten. Vor etwas mehr als drei Jahrzehnten erschien in den USA ein Roman, der einen Blick in die Zukunft, eben in das Jahr 2024, wirft. „Die Parabel vom Sämann“ von der US-amerikanischen Autorin Octavia E. Butler (1947-2006) ist eine beklemmende Dystopie, aus der so einiges mittlerweile Wirklichkeit wurde. Im Netz geht die Wendung „Octavia knew“ (übersetzt: „Octavia wusste“) viral. Der Titel zählt zu einer Reihe Klassikern wie Ray Bradbury, Margaret Atwood und George Orwell, deren Verkaufszahlen in den vergangenen Monaten sprunghaft gestiegen ist.Den Volltext dieser Rezension findest Du hierWenn dir Rezensionen gefallen, hör doch mal hier hinein.Unsere Live-Sendungen in Schwabing und im Pixel (Gasteig)
„Ein Fundstück aus dem Internet – jemand fragt: „Wie fühlst du dich als Geimpfter, wenn du eine Maske tragen musst, um die Ungeimpften zu schützen?“ Jemand antwortet: „Wovor sollte ein Geimpfter einen Ungeimpften schützen? 1. Der Geimpfte kann doch gar nicht krank werden, also auch niemanden anstecken, dachte ich? 2. Wenn der Geimpfte doch krank werden und andere anstecken kann, wozu hat er sich dann impfen lassen? 3. Und wozu sollte sich dann der Ungeimpfte impfen lassen? 4. Und wozu sollte dann überhaupt einer der beiden eine Maske tragen?“ Jemand antwortet: „Das ist pure Querdenkerei. Solche kruden Theorien können Menschenleben zerstören.“ „Eine bessere Parabel auf den religiösen Charakter des aktuellen Wahns könnte ich mir nicht ausdenken“, schreibt der Münchner Kolumnist Michael Sailer in seinem Buch Was ist passiert – Notate aus den Zeiten von Lüge und Krieg, das Ende Februar erschienen ist. Als neugieriger und zwangsläufig teilnehmende Beobachter analysiert, kommentiert und hinterfragt der Autor die gesellschaftlichen Abgründe, die sich 2020 und 2021 vor unser aller Augen auftaten. Unser Autor Jonny Rieder hat es gelesen und eine Rezension verfasst. Sprecher: Ulrich Allroggen Bild: Radio München - Kunst: Isaac Cordal (Cement Eclipses) Radio München www.radiomuenchen.net/ @radiomuenchen www.facebook.com/radiomuenchen www.instagram.com/radio_muenchen/ twitter.com/RadioMuenchen Radio München ist eine gemeinnützige Unternehmung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit unterstützen. GLS-Bank IBAN: DE65 4306 0967 8217 9867 00 BIC: GENODEM1GLS Bitcoin (BTC): 3G1wDDH2CDPJ9DHan5TTpsfpSXWhNMCZmQ Ethereum (ETH): 0xB41106C0fa3974353Ef86F62B62228A0f4ad7fe9
Der Schlag mit einem Goldbarren auf einen Männerkopf ist kein alltägliches Verbrechen. Das hat Symbolkraft und Natasha Brown sieht darin eine Parabel über die britische Gesellschaft und ihren krisenhaften Zustand. Davon handelt ihr Roman „Von allgemeiner Gültigkeit". Rezension von Eberhard Falcke
In der neu gegründeten Stadt Mahagonny kann man uneingeschränkt spielen und trinken: Man darf alles, solange man nur bezahlt.Doch der Untergang lässt nicht lange auf sich warten. Bertolt Brecht und Kurt Weill schufen mit ihrer avantgardistischen Oper eine Parabel auf den Untergang des Kapitalismus. Am Wochenende feierte sie in einer Neuinszenierung von Jochen Biganzoli in Augsburg Premiere.
Der Jude Nathan hat vor vielen Jahren ein christliches Waisenkind angenommen und es als seine Tochter Recha aufgezogen. Recha wird bei einem Brand von einem Tempelherrn gerettet. Dieser ist Rechas Bruder und ihr gemeinsamer Vater ein verschollener Bruder des Sultans Saladin. Saladin ist in Geldverlegenheiten und findet schließlich die Hilfe Nathans. Vom Sultan befragt, welche Religion die wahre sei, das Christentum, das Judentum oder der Islam, antwortet Nathan mit der Parabel von den drei Ringen, die einander so sehr gleichen, dass sie in ihrem Wert nicht mehr zu unterscheiden sind. Nach dem gleichnamigen Drama von Gotthold Ephraim Lessing Mit: Erich Ponto, Ernst Fritz Fürbringer, Edith Heerdegen, Hans Helmut Dickow, Lina Carstens u.a. | Komposition: Rolf Unkel | Hörspielbearbeitung und Regie: Paul Hoffmann | SDR 1956
Minimaal enkele tientallen miljarden dollars aan schade, dat is wat orkaan Milton op zijn vernietigende spoor achterlaat. De aloude redenering is dat die schade hersteld moet worden en dat dát extra werk oplevert en daarmee de economie een boost krijgt. De redenering is oud, maar daarom zeker nog niet waar, waarschuwt macro-econoom Edin Mujagic, verwijzend naar de Parabel van de gebroken ruit, van de negentiende-eeuwse Franse econoom en filosoof Frédéric Bastiat. See omnystudio.com/listener for privacy information.
Stefanie Sargnagel: Iowa - Ein Ausflug nach Amerika | Gelesen von der Autorin und Christiane Rösinger | 9 Std. 7 Min. | Argon || Elif Shafak: Am Himmel die Flüsse | Gelesen von Pegah Ferydoni | 14 Std. 47 Min. | Argon || Svenja Flaßpöhler: Streit - Essay | Gelesen von der Autorin | 2 Std. 53 Min. | Roofmusic/Tacheles || Elisabeth Zöller: Das Monophon | Gelesen von Laura Preiss | 3 Std. 17 Min. | von 9 - 99 Jahren || cc-live
Wolltet ihr schon immer mal hören, wie die jungen Basti, Thomas und Frank draufgewesen hätten sein können? Und wie gut sich die drei so im Wald zurechtfinden (Spoiler: nicht sehr)? Und wie sie “Leiche pieksen” mit “Hemd verbrennen” und “Abschied von der Jugend” mit “Verirren” verwechseln? Und wie sie sämtliche Märchen, die jemals geschrieben wurden, durcheinanderbringen und falsch wiedergeben? Und wie sie völlig unbrauchbare Tipps für Wildschweinbegegnungen verbreiten? Und wie sie kurz vor dem Pilzvergiftungstod stehen? Und beinahe auch noch giftige Gase einatmen, weil sie Frank entarrogantisieren wollen? Und das Ganze auch noch als Parabel auf “Stand By Me” verstehen? Dann ist die neue Folge genau das Richtige für Euch! Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte: https://linktr.ee/EulenvordieSaeue
Die Tour de France war immer mehr als ein Rennen, war Jubel, Qual, Scheitern. Als Inbegriff für Doping war die Tour schon tot, aber: sie ist immer noch da! Der Radsport boomt, immer mehr Frauen und Männer treibt es in den Sattel. Was sind das für Menschen, die das Rennrad irgendwann für sich entdecken und ihm dann regelrecht verfallen? Wer tut sich freiwillig solche Strapazen an, die alles sind, nur nicht mehr gesund. Und ist das Rennradfahren wirklich eine Parabel aufs Leben, wie der Tübinger Schriftsteller Joachim Zelter meint? Gregor Papsch diskutiert mit Jürgen Löhle – Radsport-Journalist, Stuttgart; Monika Sattler – ehemalige Profi-Rennradsportlerin, Bern; Joachim Zelter – Schriftsteller
Die Lakers liegen 0-3 hinten, die Magic nur noch 1-2: Was sind die Gründe dafür? Welche Konsequenzen drohen bei den Lakers, muss Jason Kidd gehen, wie ungelenk kann eine Parabel in Bezug auf Jordan Poole sein? All das und vieles mehr bringt die neue Folge! Checkt auf jeden Fall YAZIO – meinen überragenden Helfer beim […] The post Wie kaputt sind die Lakers und wer ist Schuld daran? Wie kam es zur “Wiedergeburt” der Magic? first appeared on Got Nexxt – Der NBA und Basketball Podcast.
(00:00:42) Das Grand Théâtre de Genève zeigt die Opern-Rarität. (00:06:42) Lori Glori sang die Melodien der erfolgreichsten Songs von DJ Bobo. Das Musical «Last Night a DJ Took My Life» am Schauspielhaus Zürich zeigt ihre Lebensgeschichte. (00:11:26) Der Surrealismus feiert sein 100-Jahr-Jubiläum - im Musée des Beaux Arts in Lausanne mit viel Lust am Spiel. (00:16:00) Der Film «Evil Does Not Exist» ist eine unbedingt sehenswerte Parabel über das Verhältnis von Mensch und Natur. (00:20:13) Die tschetschenische Regierung schränkt die einheimische Musik ein.
Unsere Zusatzinhalte könnt ihr bei Steady und Patreon hören. Vielen Dank! Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgang Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Michael Ende war einer der erfolgreichsten Kinderbuchautoren der Welt. Seine Werke wurden in 50 Sprachen übersetzt. Auch sein Roman „Momo“ erzielte eine Millionenauflage und wurde mit Mario Adorf verfilmt. Bis heute gilt „Moma“ als Kultbuch, das noch immer viel gelesen wird. Titelheldin Momo ist ein Mädchen, das in den Menschen die Phantasie weckt, sie beginnen damit, Geschichten zu erzählen – und Momo tut, was sie am besten kann: sie hört zu. So vergehen die Tage heiter, bis mit einem Mal die grauen Herren auftauchen, die den Menschen die Zeit stehlen wollen. Die Menschen werden von diesen Nutzen- und Zeitoptimierern verführt und betrogen – Michael Ende wollte hiermit eine Parabel auf den modernen Kapitalismus schreiben. Jedoch versteht er vom Kapitalismus recht wenig, schlimmer noch: Dieser Roman ist antisemitisch interpretierbar. In „Wohlstand für Alle“-Literatur diskutieren Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über die Kapitalismuskritik und den Antisemitismus in „Momo“. Literatur: Michael Ende: Momo. Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte, Thienemann. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Konto: Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Social Media: Instagram: Unser gemeinsamer Kanal: https://www.instagram.com/oleundwolfgang/ Ole: https://www.instagram.com/ole.nymoen/ Wolfgang: https://www.instagram.com/wolfgangmschmitt/ TikTok: https://www.tiktok.com/@oleundwolfgang Twitter: Unser gemeinsamer Kanal: https://twitter.com/OleUndWolfgang Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
Max Frischs Drama "Andorra" schildert das Schicksal des jungen Andri, der von den Bürgern seines fiktiven Heimatlandes Andorra für einen Juden gehalten und deshalb von ihnen mit Misstrauen und versteckter Abneigung behandelt wird. Die fremde Macht, die eines Tages Andorra überfällt, braucht deshalb auch keine Anstrengungen zu unternehmen, um die Rassenvorurteile der Andorraner zu offenem Antisemitismus zu steigern. Grausiger Höhepunkt des Dramas ist die "Judenschau" auf dem Marktplatz von Andorra. Alle Einwohner werden von den fremden Soldaten zusammengetrieben und müssen ihre Füße vorzeigen, damit der "Judenschauer" prüfen kann, wer Jude ist und wer nicht. Die Parallelen zur NS-Rassenpolitik sind unverkennbar. Die Andorraner dulden es, dass Andri beiseite geschafft wird, und jeder findet eine Entschuldigung für sein feiges Verhalten. Auch in dieser Hinsicht sind die Parallelen offensichtlich. Mit Peter Brogle, Heidemarie Hatheyer, Peter Ehrlich, Willy Birgel, Gert Westphal u.a. Autor: Max Frisch Uraufführung des Schauspielhauses Zürich vom 2. November 1961 Regie: Kurt Hirschfeld hr/BR/Studio Zürich 1962 | 109 Min (Audio verfügbar bis 25.02.2025)
Max Frischs Drama "Andorra" schildert das Schicksal des jungen Andri, der von den Bürgern seines fiktiven Heimatlandes Andorra für einen Juden gehalten und deshalb von ihnen mit Misstrauen und versteckter Abneigung behandelt wird. Die fremde Macht, die eines Tages Andorra überfällt, braucht deshalb auch keine Anstrengungen zu unternehmen, um die Rassenvorurteile der Andorraner zu offenem Antisemitismus zu steigern. Grausiger Höhepunkt des Dramas ist die "Judenschau" auf dem Marktplatz von Andorra. Alle Einwohner werden von den fremden Soldaten zusammengetrieben und müssen ihre Füße vorzeigen, damit der "Judenschauer" prüfen kann, wer Jude ist und wer nicht. Die Parallelen zur NS-Rassenpolitik sind unverkennbar. Die Andorraner dulden es, dass Andri beiseite geschafft wird, und jeder findet eine Entschuldigung für sein feiges Verhalten. Auch in dieser Hinsicht sind die Parallelen offensichtlich. Mit Peter Brogle, Heidemarie Hatheyer, Peter Ehrlich, Willy Birgel, Gert Westphal u.a. Autor: Max Frisch Uraufführung des Schauspielhauses Zürich vom 2. November 1961 Regie: Kurt Hirschfeld hr/BR/Studio Zürich 1962 | 109 Min (Audio verfügbar bis 25.02.2025)
In der neuen Folge des Buchpodcasts "Was liest du gerade?" sprechen Iris Radisch und Adam Soboczynski über den neuen Roman des japanischen Autors Haruki Murakami "Die Stadt und ihre ungewisse Mauer". Wie immer bei Murakami geht es um eine geheimnisvolle Parallelwelt zu unserer nüchternen Welt, in der wir brav zur Arbeit gehen, Essen kochen und früh ins Bett steigen, um am nächsten Morgen wieder exakt das Gleiche zu machen. Die einsamen Nerds von Murakami kommen, wie von Zauberhand, in eine geheime Stadt, in der man keinen Schatten mehr hat und auch sonst alles völlig störungsfrei und geordnet zugeht, fast wie im wirklichen Leben. Sind Murakamis Märchenwelten für Erwachsene wirklich überzeugend? Was ist die Magie seines Erzählens? Das Zitat des Monats kommt diesmal von der südkoreanischen Autorin Han Kang. In der "Griechischstunde" geht es um eine Frau, die alles im Leben verloren hat, ihr Kind, ihren Mann und sogar ihre Sprache. Doch findet sie neuen Lebenssinn in der Liebe zum alten Griechisch und ihrem Griechischlehrer. Außerdem geht es um den politischen Essay von Sofi Oksanen "Putins Krieg gegen die Frauen", in dem die finnisch-estnische Autorin an den Westen appelliert, die von der russischen Armee ausgeübte sexuelle Gewalt ernster zu nehmen. Massenvergewaltigungen seien eine systematisch eingesetzte Kriegswaffe, der weibliche Körper seit jeher ein Schlachtfeld russischer Kriegsführung. Der Klassiker ist die Erzählung "In der Strafkolonie" von Franz Kafka – eine visionäre Parabel auf unser zerstörerisches Maschinenzeitalter oder eine abgründige Parodie judaischer Mystik? In jedem Fall ein faszinierendes Meisterwerk. Literaturangaben: Haruki Murakami: "Die Stadt und ihre ungewisse Mauer", Dumont, 640 Seiten, 34 Euro Sofi Oksanen: "Putins Krieg gegen die Frauen", Kiepenheuer & Witsch, 336 Seiten, 24 Euro Han Kang: "Griechischstunde", Aufbau, 204 Seiten, 23 Euro Franz Kafka: "In der Strafkolonie", Wagenbach, 128 Seiten, 8,90 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER [ANZEIGE] Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
Aus der Romanvorlage „Dreihundert Brücken“ des brasilianischen Erfolgsautors Bernardo Carvalho hat das Kaiserslauterer Theater eine Bühnenfassung gemacht. Das Stück um zwei junge Männer, die sich in den Wirren des Tschetschenienkrieges ineinander verlieben, könnte eine Parabel auf die aktuelle Situation in Osteuropa sein. Die Inszenierung am Pfalztheater lässt diesen Funken der Aktualität aber nicht aufs Publikum überspringen.
Salman Rushdie erzählt mit seinem neuen Roman "Victory City" eine Parabel über Macht und Missbrauch. Ein spannendes, feministisches und ungeheuer poltisches Buch. Von Denis Scheck.
Mental Power Podcast mit Katja Seyffardt - Tipps zu Mentaltraining
In dieser Episode lese ich einen Abschnitt aus dem Buch: Warriors of the Heart, von Dana Parry Die Trapezparabel - Eine Ressource für alle, die vor großen Veränderungen stehen. Die Trapezparabel zeigt auf, dass unser Leben oder gewisse Momente sich anfühlen als wenn wir an einer Trapezstange hängen und wir für ein paar Momente zwischen den Trapezstangen durch den Raum fliegen..... Lerne mit der Metapher deine Angst vor der Ungewissheit zu wandeln. Höre rein und lerne fliegen... Wenn du Fragen hast melde dich sehr gern bei mir kontakt@seyffardt.de Hol dir dein Willkommens-Geschenk
Eine circa 1.100 Jahre alte hebräische Sage erzählt, dass Adam vor Eva schon eine andere Frau hatte: Lilith. Sie war von Gott gleichzeitig mit Adam aus Erde erschaffen worden. Als Adam von ihr Unterwerfung forderte, widersetzte Lilith sich, verließ den Garten Eden und machte als unsterbliche Dämonin Karriere. Moderne Interpreten verstehen den mittelalterlichen Schöpfungsmythos als Parabel für den Kampf der Geschlechter. Kein Wunder, dass Lilith zur Ikone der feministischen Bewegung wurde. Schließlich verkörpert sie jenen nach Gleichheit und Unabhängigkeit strebenden Typus Frau, der in den abendländischen, jüdisch-christlich geprägten Kulturen traditionell entwertet und dämonisiert wurde. Die ursprünglichen Wurzeln der ebenso rebellischen wie betörenden Lilith-Gestalt sind allerdings babylonisch und mehr als 3.000 Jahre alt. (BR 2012)