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Drei Tropfen Blut im Schnee und ein Fensterrahmen aus Ebenholz. – Die Geschichte vom Schneewittchen aus Lohr am Main und den Spessarträubern So beginnt eines der bekanntesten Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm: Schneewittchen. Nur wo mag das gewesen sein? Bei uns, sagen selbstredend gleich zwei Schneewittchen-Orte in deutschen Landen. Beide sind schön und einen Besuch wert. Einer liegt in Bad Wildungen-Bergfreiheit im nordhessischen Kreis Waldeck-Frankenberg. Den Anderen, der hier Thema ist, findet man im fränkischen Lohr am Main am Rande des Spessarts. Schneewittchen in Lohr unterwegs – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Lohrer Geschichte(n) Wir reden über die spannenden Geschichten eines Orts, der aufgrund von schlagkräftigen, wie phantasievollen Argumenten sagt, hier habe Schneewittchen gelebt. Was dran ist? Wer im Podcast gut zuhört weiß ganz schnell mehr. Die Lohrer Schneewittchen-Variante Hier klingen einige Teile etwas anders als bei Jakob und Wilhelm Grimm und wer genauer nachschaut, wird auch feststellen, dass die Entdeckung dieser ganz anderen Geschichte noch gar nicht so lange zurückliegt. Verantwortlich für Ansprüche und Entwicklung der Theorien ist gewissermaßen ein Stammtisch aus Apotheker, Museumsleiter und Schuster. Weinhaus Mehling – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Die Fabulologie Der Ausgangspunkt war wohl ein fröhlicher Abend im Lohrer Weinhaus Mehling. Der Apotheker Dr. Karl-Heinz Bartels hatte sich Gedanken gemacht, die Geschichte studiert und den Schluss entwickelt, dass nach diesen Recherche, Schneewittchen in Lohr am Main zuhause gewesen sein muss. Begründet wurde das aus dem Ansatz der „Fabulologie“ heraus. Nie gehört? Auf der Website der Stadt Lohr steht dazu: Das Wort „Fabulologie“ hat nichts mit „fabulieren“ zu tun, wie manche meinen. „Fabulologie“ ist ein Mixtur aus „Fabula“ (lateinisch; das Märchen) und „logos“ (griechisch: Wissenschaft, Lehre). Vielleicht sogar noch mit einem „lo“ aus dem Namen Lohr in der Wortmitte! Heraus kam jedenfalls ein Wort, das es bis heute in keiner Sprache der Welt gibt. Fabulologenwein – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Sie beweist die These der Stammtischrunde, die augenzwinkernd und spaßbeseelt eine der wirkungsvollsten Ideen für das Stadtmarketing entwickelten: Schneewittchen ist von hier! Das hat sich im Lauf der Jahre als großer Erfolg erwiesen. Das “Horrorwittchen” Als dann die Stadt noch eine „zeitgemäße“ Schneewittchen-Statue in Auftrag gab. Das Ergebnis des Wettbewerbs, die Statue von Peter Wittstadt, gefiel nicht Allen, aber Lohr am Main kam endgültig in die Schlagzeilen. Wittstadt-Schneewittchen… – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Gleichzeitig freundeten sich immer mehr Lohrer mit der Geschichte der Fabulologen an und gewannen das „Lohrer Schneewittchen“ lieb. Der Heimatstolz hat das Schneewittchen längst in die Gemeinschaft eingemeindet. …auch bekannt geworden als “Horrorwittchen” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Wer in die Lohrer Geschichte eintaucht, findet – wenn er sucht – jede Menge Argumente für die Wahrheit der Lohrer Herkunft. Damit könnte man das Kapitel beenden und den Lohrern zum märchenhaften Anziehungspunkt gratulieren. Schneewittchen – Tourismus Schneewittchen auf dem Schlossplatz von Lohr – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Die Touristen kommen vornehmlich im Sommer. Und das sind gar nicht mal wenige. Besonders beliebt ist das Städtchen gerade bei Besuchern aus den USA. Die machen gerne mal eine Flusskreuzfahrt auf dem Main, stoppen natürlich bei „Snow White and The Seven Dwarfs“ und werden vom Original Schneewittchen durch die Stadt geführt. Schneewittchen – Faktencheck Das wollten wir genau wissen und haben den fabulologischen Faktencheck gemacht. Das machen wir natürlich mit den überall auftauchenden Zeitzeugen gemacht. Es gibt sie reichlich. Die Mutter Wo beginnt man? Am besten bei der leiblichen Mutter, denn Mama muss es ja schließlich wissen. Die Mama: Maria Baroness von Erthal (alias Nicole Schmidt) – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Maria Baroness von Ehrtal kam einst, im Auftrag des Kurfürsten Franz von Schönborn, mit ihrem Gatten Philipp Christoph von Ehrtal nach Lohr. Und dort ist sie immer noch. Das Gespräch war nicht ganz einfach, hat die Adlige aus dem Taunus, doch noch immer einige „höfische Marotten“ – Immerhin war sie auskunftsfreudig und hatte auch keine Angst vor modernen Mikrofonen. So konnten wir die Existenz ihrer Tochter Maria Sophia von Ehrtal nachweisen war sie doch so rot wie Blut, so weiß wie Schnee und ihr Haar so schwarz wie Ebenholz. Auch erzählte sie von einem sprechenden Spiegel, der aus der einst angesiedelten Glasmanufaktur stammt. Wir haben geprüft und festgestellt, dass der Spiegel noch immer im Schloss hängt. Die Tochter Das Schneewittchen (alias Luisa Damm) und der Spiegel – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Letztlich machte sie uns auch noch persönlich mit ihrer Tochter bekannt. Schneewittchen begrüßte uns und schenkte jedem Anwesenden einen wundervollen Apfel aus dem Korb, den sie mit sich führte. Sie erzählte zusätzlich von ihrem harten Schicksal mit der Stiefmutter, die nach dem Tod der Mutter an der Seite des Herrn Papas stand. Von den Vorkommnissen rund um den sprechenden Spiegel und von der Flucht zu den sieben Zwergen. Sie wird uns doch nicht angelogen haben? Die echten! Wissenschaftler Echte Wissenschaftler: Gerit Himmelreich & Anika Magath vom Fränkischen Institut für Kulturlandschaftsforschung UNI Würzburg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Glücklicherweise trafen wir noch zwei Wissenschaftler der Universität Würzburg, die uns von den sieben Bergen berichteten und von den Bergwerken in der Nähe, hinter den sieben Bergen. Warum also sollte man der nochmaligen Bestätigung von Historikern, Archäologen und einer Ethnologin in Sachen Berge, Bergwerken und Zwergen widersprechen. Schneewittchen-Weg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Sicher gibt es auch ein paar Ungereimtheiten, aber gibt es die nicht auch an anderen Orten? Es ist ja alles auch schon so lange her. Märchen kommt ja auch von Mär, einem alten deutschen Wort für Erzählung, Sage oder Nachricht. Die Schlussfolgerung heißt frei nach einem alten Philosophen: Ich weiß, dass ich nicht alles weiß, aber es hätte so gewesen sein können. Lohr, die Stadt Die Altstadt von Lohr – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Ist das Schneewittchen seit Jahren sicher ein wichtiges Argument nach Lohr am Main zufahren, so gibt es viele weitere Argumente. „Das Tor zum Spessart“ ist ein weiteres Attribut. Das Städtchen liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen Aschaffenburg und Würzburg. Der Turm Der Lohrer Bayersturm – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Lohr ist sehenswert: Die Altstadt zum Bummeln, das besonders alte Fischerviertel zum Ansehen und wer den Überblick haben möchte, der Bayersturm zum Besteigen. Da kann Jeder rauf immer samstags und sonntags zwischen 10 und 12 Uhr. Der Türmerblick in Fischerviertel – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Wir waren natürlich auch oben und haben die ehemalige Türmer-Wohnung in Augenschein genommen. Der Turm stammt aus dem 13./14. Jahrhundert, hat sechs Etagen, 40 Meter Höhe und ist der letzte vorhandene der Stadtbefestigung. Das Schloss & Spessartmuseum Lohr: Schloss und Spessatmuseum – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Das Schloss lohnt ebenfalls, zumal ein großer Teil davon Museum ist. Das „Spessart Museum“, da wo auch der sprechende Spiegel hängt beschäftigt sich mit der regionalen Geschichte und damit natürlich auch mit den Spessarträubern. Zu diesen wilden Gesellen gibt es auch im Podcast ein extra Kapitel und klärt auch, die Überschrift dieser Erlebnisse in Lohr. Der Erfolgsfilm „Das Wirtshaus im Spessart“ hat im Museum einen Ehrenplatz, genauso wie eine Flasche des Fabulologen-Silvaner. Frische und gefüllte Flaschen gibt es im Weinhaus Mehling, dort wo einst der Grundstein gelegt wurde für die Fabulologie, das Schneewittchen und den touristischen Erfolg von Lohr am Main. Information Lohr am Main Fabulologie Die Region Am Schneewittchen-Weg: Spessart im Herbst – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILDThe post Podcast 320 – Lohr: Schneewittchen & die sechs Räuber first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Die 12-jährige Marion Baier aus Oberasbach im Landkreis Fürth wird in der Nacht vom 1. auf den 2. Juli 1973 kaltblütig ermordet. Es gibt Hinweise auf den Täter, doch niemandem kann der Mord nachgewiesen werden – bis jetzt. Es gibt in diesem Cold Case eine neue Spur, die die Ermittler aus Fürth direkt zu dem Mord an der 13-jährigen Sonja Hurler aus Kempten im Allgäu führt, die 1981 vergewaltigt und ermordet wurde. Kann der Täter, über 50 Jahre später, doch noch gefasst werden? Das hört ihr in der neuen Folge. Zu Gast ist die langjährige Redakteurin der Fürther Lokalredaktion Birgit Heidingsfelder, die lange zu dem Fall recherchiert hat. Sie konnte mit Zeitzeugen von damals sprechen und Einblick in die laufenden Ermittlungen zum Mord an Marion Baier gewinnen. Und sie weiß, welche Parallelen es zwischen den beiden Mädchenmorden gibt, die jetzt den Täter überführen könnten.
So schnell kann´s gehen. Kaum war der Mai gekommen, ist er auch schon wieder verkommen. Immerhin überrascht uns das weniger als die Kampfkandidatur von Marie-Agnes Strack-Zimmermann zur FDP-Vorsitzenden gegen Wolfgang Kubicki, der es am Ende nun doch geworden ist und die Liberalen über so manche 5% Hürde tragen will. Die haben die Olympia-Befürworter in Hamburg zwar geschafft, aber am Ende war die NOlympia-Fraktion noch stärker. Warum, das klärt Moderator Stephan Fritzsche in dieser Folge. Er sitzt übrigens im Gegensatz zum Kanzler felsenfest im Sattel. Niemand will ihn austauschen. Nicht mal gegen Hendrik Wüst. Das ist eine der positiven Meldungen, die vom Mai bleiben und dass Deutschland beim ESC nicht Letzter geworden ist, natürlich. Die Führerscheine sollen auf Sicht billiger werden, Elektrogeräte auch mal wieder repariert, statt immer nur weggeschmissen werden und am wichtigsten: Die Fußball WM beginnt. Im Gastgeber-Land USA interessiert das kein Schwein, merkwürdigerweise sind die Tickets dennoch wahnsinnig teuer. Geht da alles mit rechten Dingen zu oder will uns die sonst so nette FIFA etwa abzocken? Unser Podcast Tipp: Das Geld zu Gast bei Freunden – Die wirklich wahre Geschichte, wie Deutschland WM-Gastgeber 2006 wurde Erzählt von sportschau-Moderatorin Esther Sedlaczek und Zeitzeugen wie den Ex-DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger, dem ehemaligen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter und Ex-Titanic-Chef Martin Sonneborn. Hier hört ihr die wirklich wahre Geschichte, wie Deutschland WM Gastgeber 2006 wurde! https://1.ard.de/dgzgbf
Am 8. Mai hatten wir Sie dazu aufgerufen, uns Ihre Kriegs- und Nachkriegserinnerungen (und die Ihrer Eltern) zu schicken. Sie haben für uns Schubladen geleert, auf Dachböden und in Kellern gesucht, handschriftliche Aufzeichnungen abgetippt, noch lebende Zeitzeugen per WhatsApp befragt, eigene Erinnerungen hervorgeholt – und täglich erreichen uns immer noch viele Mails mit denWeiterlesen
Jean-Claude Juncker ist bekannt als humorvoller Optimist und leidenschaftlicher Europäer. Dennoch blickt der frühere EU-Kommissionspräsident auch mit Sorge auf die Zukunft: Der Frieden auf dem Kontinent sei von außen, aber auch von innen bedroht. Küpper, Moritz www.deutschlandfunk.de, Zeitzeugen im Gespräch
Der dritte sechzger.de Livetalk, gleichzeitig schon die Ausgabe 264 unseres Podcast-Formats beschäftigte sich ausschließlich mit der einzigen Deutschen Meisterschaft, die die Löwenfußballer im Jahr 1966 erringen konnten. Die Moderatoren Peter und Christian führten – erneut im Bamboleo – durch die Sendung, in der vor allem die Zeitzeugen, die dem Titelgewinn vor sechzig Jahren auf den Rängen des Sechzgerstadions beiwohnen durften, zu Wort kamen. Die aktuellen Entwicklungen beim TSV 1860, was die Lizenz für die kommende Saison anbelangt, aber auch das erst am Wochenende zuvor verlorene Finale um den bayerischen Landespokal in Würzburg wurden für diesen Themenabend ganz bewusst ausgeklammert.Hier geht es zum Buch zur Meisterschaft:https://tsv1860shop.org/products/fa-buch-der-grosse-tag-der-lowen-der-tsv-munchen-von-1860-wird-deutscher-fussball-meister?variant=57566611112284
Kaum noch Zeitzeugen, dafür neue Recherche-Möglichkeiten: Dank verschiedener Archive schauen viele Menschen gerade nach, welche NS-Vergangenheit Ihre Familie hat. Sie auch? Diskussion mit Janosch Steuwer und Jürgen Wiebicke. Von WDR 5.
An diesem 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus, möchte ich mit Dir und Euch beten: An diesem besonderen Tag des Erinnerns bitten wir dich, Gott, um den Mut, in unser Innerstes zu sehen und die Augen offen zu halten. Das Schreckliche wahrzunehmen, das damals vor 81 Jahren ein Ende fand. Die Wunden zu sehen, die Gräber und Grabfelder und die bis heute sichtbaren Verletzungen und Schäden. Hilf uns zu hören, was die Zeitzeugen uns mitgeben. An diesem Tag der Befreiung fragen wir nach deiner friedensstiftenden Kraft, Gott. Nach der Erleichterung, wenn Kämpfe enden und Waffen schweigen,wenn Flüchtlinge Obdach finden, wenn alle gemeinsam Zerstörtes aufbauen und schließlich in ihrem Leben ankommen. Auf der Spurensuche in der Vergangenheit sind wir dankbar, dass der Friede, der damals begann, bis heute hält; in unserem Land und vielen Ländern der Welt. An diesem Tag der Befreiung blicken wir voll Sorge in die Ukraine und die Aggression Russlands und die angezettelten Kriege weltweit.Wir bringen vor Dich die Not, die wieder näher zu uns rückt und die wir nie wieder erleben wollten. Wir bringen vor Dich die Verzweiflung der Friedliebenden und die Sorge der Waffenlieferanten. An diesem Tag der Unsicherheit spüren wir die Not und die Verzweiflung der Menschen damals; ihre Fragen nach der Zukunft, ihren Schmerz, ihre Trauer um Verlorenes, die bange Hoffnung auf Wiedersehen mit geliebten Menschen. Gott, dir vertrauen wir unsere Sorgen an und unsere Zuversicht. Aus der Erinnerung lernen wir im Innersten, dass es Zukunft gibt, die gelingt, die nicht vergisst. Lass uns lernen und deinem Willen zum Frieden vertrauen. Amen. Ganz neu hören wir für unsere Zeit die vertraute Bitte Martin Luthers: „Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine.“
„Holo-Voices“: Erinnerungen von Überlebenden – Durch das Projekt „Holo-Voices“ bleiben Erinnerungen von Holocaust-Überlebenden lebendig: Interaktive Hologramme beantworten Fragen – unterstützt durch KI, die ihre Aussagen zugänglich macht.
In Tschornobyl (ukrainische Schreibweise für Tschernobyl) kam es am 26. April 1986 zu einer der grössten Nuklearkatastrophen der Geschichte. Der Reaktor in Tschornobyl explodierte, Hunderttausende Menschen wurden umgesiedelt oder flüchteten. Tausende starben an den direkten oder langfristigen Folgen des nuklearen Unfalls. Nun jährt sich die Katastrophe zum 40. Mal. Das ehemals sowjetische Kernkraftwerk gehört heute zur Ukraine und ist seit dem russischen Angriffskrieg wieder in den Schlagzeilen: Letztes Jahr hat eine Drohne die Schutzhülle des Kernkraftwerks beschädigt. Diese wurde zwar notdürftig geflickt, doch langfristig besteht das Risiko, dass radioaktive Strahlung freigesetzt wird. Neue Sorgen um Tschornobyl Auslandredaktorin Clara Lipkowski hat sich kürzlich ein Bild der Situation vor Ort gemacht. Sie ist nach Tschornobyl gereist, hat das Epizentrum der Katastrophe besucht und einen Zeitzeugen von damals getroffen, der sich heute grosse Sorgen macht. Was hat sie in Tschornobyl erlebt? Wie berichtet der Zeitzeuge von den Ereignissen damals? Und wie gross ist das Risiko eines erneuten atomaren Unfalls? In der neuen Folge des täglichen Podcasts «Apropos» erzählt Clara Lipkowski, was von der Katastrophe in Tschornobyl geblieben ist. Host: Alexandra Aregger Produzentin: Valeria Mazzeo Die Reportage von Clara Lipkowski über ihre Reise nach Tschernobyl Unser Tagi-Spezialangebot für Podcast-Hörer:innen: tagiabo.chHabt ihr Feedback, Ideen oder Kritik zu «Apropos»? Schreibt uns an podcasts@tamedia.ch Hosted by Simplecast, an AdsWizz company. See pcm.adswizz.com for information about our collection and use of personal data for advertising.
Seit 40 Jahren erinnert der Name «Tschernobyl» an eine der grössten Katastrophen der Geschichte. Der nukleare Unfall vom 26. April 1986 im Atomkraftwerk Tschernobyl erschüttert die Welt – die Folgen sind auch in der Schweiz zu spüren. «Die radioaktive Wolke ist jetzt bei uns. Wind und Wetter werden sie auch zu euch tragen». Der pensionierte Schweizer Nuklearphysiker Christophe Murith erinnert sich auch nach 40 Jahren noch lebhaft an die Warnungen der Kollegen aus Schweden. Sie haben am Morgen des 28. April 1986 in der Umgebung des Atomkraftwerks Forsmark erhöhte Radioaktivität festgestellt und haben einen Verdacht. Erst Stunden und Tage später gibt es Gewissheit: Im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl ist es zu einem schweren Störfall gekommen, grosse Mengen an Radioaktivität wurden in die Atmosphäre geschleudert. Zwei Tage später bläst der Wind die radioaktive Wolke auch in die Schweiz. Was tun? Wie damit umgehen? Viele sind verunsichert, die Behörden versuchen zu beruhigen, geben Empfehlungen ab. Mit unterschiedlichem Erfolg. Tschernobyl und die Schweiz: 40 Jahre danach erinnern sich Zeitzeuginnen und Zeitzeugen an die Ereignisse von damals. ____________________ Als Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in Episode 3/3 zu hören: - Christophe Murith. Nuklearphysiker. 1986 Mitarbeiter im Labor der eidgenössischen Kommission zur Überwachung der Radioaktivität in Freiburg. - Yvonne. Im April 1986 kaufmännische Angestellte. Und im sechsten Monat schwanger. - Christian Lüscher, 1986 Journalist im Ressort «Inland» beim damaligen Schweizer Radio DRS. - Casper Selg, 1986 Leiter des «Echo der Zeit» beim damaligen Radio DRS. - Ruedi Ermel, Bauer aus Murten, hatte bereits 1986 einen Stand am Berner Markt auf dem Bundesplatz. Ausserdem: Archivmaterial, Recherche und Archive SRF. ____________________ Recherche, Produktion und Moderation: Veronika Meier Mitarbeit: Team Recherche und Archive (SRF), Lukas Süess (Technik). ____________________ Hast du Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir freuen uns auf deine Nachricht via geschichte@srf.ch – und wenn du deinen Freund:innen von uns erzählst.
Weil es kaum noch Zeitzeugen gibt, wird das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus schwieriger. Junge Menschen wissen oft wenig darüber, sagt Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank. Das liege auch an sozialen Medien. Buschert, Fanny www.deutschlandfunk.de, Interviews
Klaus Böllert auf Pilgerweg über den Ohlsdorfer Friedhof, neues Buch über Christen und Politik in USA, Erinnerung an Dietrich Bonhoeffer, neue App führt zu NS-Zeitzeugen in Lübeck
„Das Sein bestimmt das Bewusstsein!” Wer hat's gesagt? Na? Wieder keiner? Der olle Marx war's!Das wussten natürlich alle Lob und Verriss-Leserinnen aber vor hundert Jahren wusste das so ziemlich jeder, denn Karl Marx war noch ein bestimmender Philosoph und keine versubstantivierte Ideologie. Man baute seine politischen Bewegungen um, gegen oder für seine Schriften. Kommunisten, Sozialisten, Sozialdemokraten gegen Nationalisten, Zentrums- und Volksparteien – das waren nur ein Bruchteil der neuen politischen Bewegungen. Das endete in den Auswüchsen der Weimarer Republik mit ihren siebzehn Parteien im Reichstag und der daraus folgenden Lähmung des Parlamentarismus, aber auch die Nachbarländer kamen in den Strudel dieses Chaos, es war die Zeit. Ins polnische Parlament, den Sejm, kamen und gingen über die jahre gar zweiunddreißig Parteien. Politik, so kommt es einem mit dem Blick von heute vor, war Lebenszweck, war Sport, war Theater. Nach der Erstarrung des Lebens in den immergleichen Kreisläufen des Mittelalters, aufgebrochen durch die industrielle Revolution, die den Reichtum nur vom Adel zum Bürgertum verteilte, gab Marx den Habenichtsen Ideen (und Wege, diese zu verwirklichen!) an die Hand, um die Gesellschaft zu ihren Gunsten zu verändern. Der Erste Weltkrieg hatte zudem die Verkrustungen auf nationaler Ebene brutal aufgebrochen, mit dem Nebeneffekt zwei Dutzend Monarchien zu beenden. Neue Länder entstanden, alte vereinigten sich wieder und all diese Staaten brauchten neue Gesellschaftsmodelle.Die Unordnung war aufregend für alle, die nach vorn wollten, (ver-)störend für alle, die wollten, dass sich nichts verändere oder die einfach keine Chance sahen, am großen Rennen in die Zukunft teilzunehmen. Für alle, die gar nicht durchsahen oder durchsehen wollten, gab es natürlich immer die Alternative, auf die Basics zurückzufallen - der gute alte Rassismus: die dort zu braun, der zu blond, dem seine Nase zu platt und die andere zu hakelig. Das erdet und reduziert die Komplexität und die Juden haben eh schon immer gestört. Da können wir Deutsche mitreden, da sind wir Experten. Weshalb wir da eben eher nicht mitreden sollten und im Gegenteil recht dankbar sind, wenn andere die Stories erzählen vom Leben vor der Shoah: vom Überleben, vom Sterben und vom Töten. Über all das ist intensiv, gewalttätig und unendlich faszinierend zu lesen in “Der Boxer”, einem Roman, im Warschau der dreißiger Jahre spielend, in dem der polnische Autor Szczepan Twardoch uns die schwere Arbeit abnimmt, ein Bild von jüdischem Leben zu zeichnen in und außerhalb dessen, was von den Deutschen nur wenige Jahre später zum “Warschauer Ghetto” gemacht wurde – nicht, dass die polnische Mehrheit in der Stadt viel dagegen gehabt hätte. Aber das Buch hat eben nichts mit solchem Schwarz-Weiß-Holzschnitt zu tun, der herauskommen müssen, wenn das Tätervolk vom Opfervolk berichtet.Die Erzählerstimme im Buch ist Mojżesz, ein zur Handlung 1937 siebzehnjähriger Junge, streng jüdisch erzogen, lebend in Warschau, und da es damals nicht “ein” Warschau gab, braucht es die Qualifizierung: “links der Weichsel”, zwischen Nalewki und Zamenhofstraße, in Mirów und Muranów, dort, wo Warschau nicht wie Paris roch, sondern wie der Orient, wie uns Twardoch erzählt. Wir sind nicht wirklich lange im Buch, als wir erfahren, das Mojżesz Halbwaise ist. Sein Vater Naum Bernstein wurde umgebracht, gerade eben erst, zwei Tage vorm Pessachfest, und eigentlich müsste er in den Tempel, und wer bestellt eigentlich das Kaddisch, seine Mutter weint den ganzen Tag, sein Bruder ist zu klein dafür, also eigentlich sein Job, aber er hat Karten bekommen für den Boxkampf in der Stadt, das Team von Legia vs. dem von Makkabi, und wir lernen bald, wenn wir nicht ganz so firm sind in den ethnischen Hintergründen beider Teamnamen, hier kämpfen Polen gegen Juden, hier ist Prestige im Spiel oder sagen wir einfach: Rassismus. Die Eintrittskarte hat er von seinem Helden bekommen, Jakub Shapiro, dem Boxmeister des Viertels, ein schöner Mann, ein starker, ein reicher zudem, Frauen lieben ihn, Männer beneiden ihn und ausgerechnet der hat dem kleinen Mojżesz ein Ticket geschenkt und er darf mit ihm hinterher im Auto fahren, einem roten Chrysler, der aber nicht dem Boxer selbst gehört (der hat “nur” einen Buick), sondern seinem Chef, der unverholen “Der Pate” genannt wird und genau das ist, ein Pate, Chef der jüdischen Unterwelt: Schutzgeld, Prostitution, Drogen, das ganze Programm, der Boss im Viertel, der vor genau zwei Tagen Jakub, dem Boxer, den Auftrag gab, Mojżesz' Vater umzubringen. Und mit den beiden sitzt Mojżesz jetzt im Auto. Oha. Ok. Jesus… Sorry. Falscher Zungenschlag.Das alles weiß in dem Augenblick nur der erzählende Mojżesz, der das als fast Siebzigjähriger aufschreibt. Wir erfahrne das immer wieder in Zwischensätzen, kurz herausgerissen aus der Geschichte vom jungen Mojżesz, wie der alte kurz von der Schreibmaschine aufsteht und auf die Dizengoff Street in Tel Aviv runterschaut, aus seinem Apartment, das er viel zu selten verlässt.Warum schenkt der Mörder dem Sohn des Opfers Tickets zum Boxkampf? Warum, wie es sich entwickelt, nimmt er ihn in seine Obhut, lässt ihn bei sich leben, trainiert mit ihm, macht ihn zu seiner rechten Hand? Schuldgefühle? Scham? Nach einem Jahrzehnt im Dienst des “Paten” eigentlich unwahrscheinlich, wird uns dieses Rätsel bis zum Ende des Romans begleiten, ja, es ist das zentrale Thema des Buches und am Ende ein Baustein für so manche Wendung.Nicht nur mit dem Mord, sondern mit der Art und Weise desselben setzt das Buch den Ton für eine Gangsterstory, einen politischen Thriller, ein Moralitätenstück angesiedelt im Polen zwischen 1918 und 1939. Denn der Mord war brutal, Naum Bernstein wurde nicht einfach umgebracht, weil er seine Schulden nicht bezahlen konnte, er wurde gevierteilt und in die verschiedenen Seen in und um Warschau verteilt, in Teile zerhackt wie der weiße Hahn, den man zu Pessach über dem Kopf schwenkt und dem man hinterher den Kopf abschlägt auf dass man von allen Sünden erlöst sei. Religion, you know.So brutal ging es in der gesamten zweiten polnischen Republik zu, wie sie genannt wurde. Entstanden war sie aus den Wirren des ersten Weltkrieges und der Oktoberrevolution, nach denen Polen die Chance zur Wiedervereinigung ergriff und verspielte. Wie sich Polen mit wem wiedervereinigte? Frag Chat. Wer sich in Polen politisch mit wem stritt, zoffte, intrigierte, putschte: versuch es zu verstehen, überlies es, lies den hervorragenden Anhang des hervorragenden Übersetzers Olaf Kühl zuerst oder: Frag Chat. Es ist endlos kompoliziert.Derart verworrene politische Chaosjahre künstlerisch zu verarbeiten kann enorm abturnend sein, wie ich kürzlich lernen musste, in einem dreistündigen Theaterstück, geschrieben nur ein paar Jahre vorm Handlungszeitraum des “Boxer” vom doch großen Hans Fallada. Das Stück “Bauern, Bonzen und Bomben” wurde gegeben am Dresdner Staatsschauspiel und es wurde einzig durch die Schauspieler und vor allem das Bühnenbild herausgerissen. Denn ob die Sozis, der Bauernpartei oder den Nationalen gerade im Bürgermeisteramt einer holsteinischen Kleinstadt Demonstrationen erlauben oder verbieten, interessierte die Theatergängerin 1931 sicherlich, eventuell, hundert Jahre später aber eher nicht. Denn so etwas spannend zu erzählen braucht es keinen begnadeten und innovativen Autoren der “Neuen Sachlichkeit” wie Hans Fallada, da braucht es einen Punk, einen atemlosen, rücksichtslosen Schreiber wie Szczepan Twardoch der uns die politischen Wirren des Warschau zwischen den Weltkriegen in einer Brutalität, Schmutzigkeit und oft kaum auszuhalten schmerzevoll in einem Stakkato von Szene zu Szene zu Szene um die Ohren haut - wir kommen oft genug nicht hinterher. Nicht nur wegen der real existierenden polnischen Politikernamen, die wir nur anhand der Diakritika an den Buchstaben ausseinanderhalten können, jeder Ausspracheversuch muss scheitern. Der mit P und durchgestrichen I ist Präsident (Ja, war Józef Piłsudski nicht wirklich, it's complicated), der mit L und durchgestrichenem T der Staatsanwalt, wer war nochmal der mit D und dem Schwänzchen unter dem E?Geschrieben ist das Ganze in einem mir sonst eher unangenehmen wilden Herumgespringe in der Zeit, von 1929 nach 1918 nach 1926 nach 1988 und wieder zurück, dazu die vielen Namen, die nur mit hartem Training bei Ellroy oder Pynchon zu durchsteigen (oder zu ignorieren) sind – es ergibt sich ein Vertigo, wie es die Zeitzeugen der Epoche selbst erlebt haben müssen und welches wir Szczepan Twardoch mal als gewolltes Stilmittel unterstellen. Nach ein paar Seiten Eingewöhnung wandelt sich das leicht verwirrte Lesen in manisches Pageturnen – man legt das Buch nicht mehr weg, man will die nächste Episode, die nächste kleine Backstory eines Charakters (oft im Sinne von “was ein Charakter!”) lesen. Ja, das Buch ist lang, aber es ist brillant und unglaublich gut übersetzt.Und so hangelt man sich also durch den politischen Urwald der 2. polnischen Republik und lernt doch viel, wenn man sich drauf einlässt, und es wird nicht einfacher dadurch, dass praktisch alle handelnden Personen permanent Wodka trinken, koksen, Frauen vergewaltigen, politische Gegner misshandeln, einsperren, umbringen – oder sich im allerbesten Fall nur mit ihnen prügeln. Wir sind nach spätestens hundert Seiten so abgestumpft, dass wir erschrocken Mitleid mit Mördern haben, Sympathie für Rechtsradikale entwickeln, Geldeintreiber als wertvolle Ordnungsmacht der Gesellschaft akzeptieren. Nur Vergewaltiger bleiben geradeso außerhalb unseres Verständnishorizontes, aber auch nur, weil Twardoch sich entscheidet, diese am Ende doch eindeutig als Bösewichte zu belassen. Alle anderen bekommen eine schwere Kindheit, ein Kriegstrauma, eine körperliche Missbildung (und was für eine, Herrgott, wurde mir schlecht!) als mildernde Umstände in die Story geschrieben, damit wir uns ja nicht zu sicher sind in unseren Urteilen.Über allem hängt die Fata Morgana eines jüdischen Staates in Palästina. Manche träumen von einem Neuanfang in Eretz Jisra'el andere warnen davor, denn ist das nicht die endgültige Niederlage, die Viertel in die man verbannt wurde freiwillig zu verlassen? Und was ist, wenn das wieder nur ein Ghetto, diesmal von Brittanias Gnaden ist? "Und was ist eigentlich mit den Palästinensern die dort leben?”, fragen besonders Weitsichtige.Das sind sie also, die berühmten Umstände, dieses “Sein”, das das Bewusstsein prägt, welches Menschen in harten Situationen hart werden lässt und in brutalen brutal. In ihren Vierteln lebend seit Jahrhunderten, chancenlos auszubrechen, entwickeln die Warschauer Juden Codes, Verhaltensmuster, “Coping Mechanisms” würde man heute sagen; es bilden sich brutale Machtstrukturen heraus wie in allen zu engen Gesellschaften, Schutz wird geboten und bezahlt und, wenn nicht, entzogen, es entstehen innerhalb der Unterdrückten Unterdrücker und Unterdrückte, innerhalb der Verlierer Verlierer und Gewinner. Druck von außen, in Warschau der fast prähistorische Antisemitismus, erzeugt kaum Gegendruck nach außen, sondern einen inhumanen solchen nach innen.“Der Boxer” ist eine Betrachtung dieser Mechanismen aus mindestens drei Perspektiven: Da ist die Erfolgsgeschichte des Gangsters Jakub Shapiro, dem Boxer, wie er zurückgekehrt aus dem Krieg der Polen gegen die Sowjetunion, bei dem er als Soldat auf der Siegerseite stand (was eher Zufall war), zu etwas bringt: im Sport, im Leben, in der Unterwelt. Bei all seiner Brutalität fiebern wir mit ihm mit und halten zum Schläger, zum Mörder.Da ist die traurige Geschichte von Mojżesz Bernstein, der seinen Vater verliert und einen Vater gewinnt, in Jakub, der Junge, der, hätte man nicht seinen Vater ermordet, wohl nicht das geworden wäre, was er heute ist.Und da ist die Perspektive des alten Mojżesz, unseres Erzählers mit erfüllter Vergangenheit, Brigadegeneral a.D. in Tel Aviv, Ende der 80er.Alle drei haben ein Leben gelebt, das nicht einfach war und Kompromisse erforderte. Jeder der drei stellt sich moralisch nicht frei. Jakub, der Boxer, der Mörder, leistet Buße, indem er Mojżesz annimmt. Dieser, der Junggangster, hat am Ende keine Wahl. Was soll er machen, fragt er sich? Nicht mit seinem Helden mitrennen, zurück in das ärmliche vaterlose Haus? Er lässt seine Mutter und seinen Bruder im Stich, bewusst. Und derselbe Mojżesz, am Ende seines Lebens, der Brigadegeneral in der israelischen Armee war, hatte doch auch keine Wahl, so sagt er sich immer wieder, was soll man machen als Israeli mit Arabern um einen herum? Die Araber nicht erschießen?Wir entwickeln Verständnis und merken genauso zu spät wie unsere Protagonisten, dass man irgendwann auf dem Weg zum Monsterwerden nicht stehen geblieben ist. Nicht “Neyn! Nie! Lo!” gesagt hat und dass man all seine moralistischen Begründungen in die Tonne treten kann, wenn man sich nicht zeitig genug wiederfindet, sich nicht zeitig genug selbst widerspricht, eine Grenze zieht, nicht mehr jedes Mittel zum Zweck erklärt und sich selbst und andere belügt.P.S. Für eine mildere und differenziertere Geschichte aus dieser Zeit sei (ungelesen) dieses nagelneuer Buch empfohlen: “Here Where We Live Is Our Country: The Story of the Jewish Bund” von Molly Crabapple (klingt wirklich vielversprechend) und dieser Klassiker aus dem Jahr 1941 “Who Goes Nazi?” by Dorothy Thompson. This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit lobundverriss.substack.com
Helmut Morschek (86) has spent a large part of his life in airplanes, harbours and hotel bars all over the world and has experienced numerous adventures. Barbara Barkhausen met this fascinating man. This is the second part of his extraordinary biography. - Helmut Morschek (86) hat einen Großteil seines Lebens in Flugzeugen, Häfen und Hotelbars in aller Welt verbracht und Abenteuer erlebt, die ihn auch zum Zeitzeugen historischer Ereignisse machen. Sein Lebenslauf klingt fast wie ein Abenteuerroman. Barbara Barkhausen hat diesen faszinierenden Mann getroffen. Das ist der zweite Teil seiner außergewöhnlichen Biografie.
Seit mehr als 40 Jahren dokumentiert der Fotograf Thomas Struth die Welt um sich - von Straßenzügen, Architektur bis zu Familienporträts. Bei seiner Motivwahl interessiert ihn das Verhältnis zwischen Individuum, Gesellschaft und dem Unbewussten. Koldehoff, Stefan www.deutschlandfunk.de, Zeitzeugen im Gespräch
Zu Gast bei L.I.S.A. mit Isabel Heinemann. Was bedeutet Zeitgeschichte – traditionell verstanden als „Epoche der Mitlebenden“, wie Hans Rothfels sie prägte – in einer Zeit, in der die Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust zunehmend verschwinden? Wie verändern sich Themen, Methoden und Quellen der Zeitgeschichte unter diesen Bedingungen – und wie behauptet sie ihren wissenschaftlichen Anspruch in der kritischen Auseinandersetzung mit konkurrierenden gesellschaftlichen Deutungsangeboten? Darüber sprechen wir mit Prof. Dr. Isabel Heinemann, seit Oktober 2025 Direktorin des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin. In der neuen Folge von „Zu Gast bei L.I.S.A.“ gibt sie Einblicke in ihr Verständnis der Zeitgeschichte als Forschungsfeld, das Orientierungswissen für die Gegenwart bietet, und erläutert, welche Aufgaben dem Institut heute zukommen. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/zu_gast_bei_lisa_isabel_heinemann
Diskussion vom 18. März 2026 mit Markus Bayer (PRIF), Stephan Bickhardt (ehemaliger Leiter der Evangelischen Akademie Sachsen und Vertreter der Bürgerrechtsbewegung in der DDR) und Nicola Roether (Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen), moderiert von Elisabeth Waczek (PRIF). Wie gedenken wir der Friedlichen Revolution von 1989? Im Rahmen des ersten bundesweiten Tags der Demokratiegeschichte möchten wir gemeinsam an 1989 erinnern und mit Zeitzeugen sowie Stimmen aus Wissenschaft und Praxis diskutieren: Wie steht es um die Erinnerungskultur an die DDR? Welche Relevanz hat das Erinnern für politische Partizipation heute? Und wie lässt sich einer Vereinnahmung durch antidemokratische Kräfte begegnen?
Einer der größten Stars seiner Zeit im kleinen Hameln: Diese Kombination sorgt noch heute mitunter für ungläubiges Staunen. Am 13. August 1992 gab Michael Jackson ein Konzert im Hamelner Weserberglandstadion. Oder war es doch nur ein Doppelgänger? Dieses Gerücht hält sich – mal zweifelnd, mal als Witz – nun seit mehr als drei Jahrzehnten hartnäckig. In der neuen Folge von „Der Tag, an dem …“ klären Claudia Höflich und Frank Henke die zentralen Fragen ein für alle Mal: Wie kam es zu dieser legendären Show? Und vor allem: War er es wirklich? Das Podcast-Duo hat recherchiert und lässt Zeitzeugen zu Wort kommen. Wir spulen zurück auf einen ganz besonderen Hamelner Tag der 90er Jahre …
Als Rosa Riese wurde ein Serienmörder bekannt, der während der Wendezeit in Potsdam‑Mittelmark tötete. Im Podcast geht es um Spuren im Wald, Erinnerungen und um die Hintergründe der Morde an sechs Menschen.
Benita Ferrero-Waldner war Außenministerin in schwierigen Zeiten: Als ihre ÖVP 2000 eine Koalition mit der rechtspopulistischen FPÖ einging, ging die EU auf Distanz zum Mitgliedstaat Österreich - harte Lehrjahre für die leidenschaftliche Diplomatin. Michaelsen, Katrin www.deutschlandfunk.de, Zeitzeugen im Gespräch
Seit vielen Jahren steht die Berliner Schriftstellerin und Journalistin Anja Tuckermann für ein engagiertes, präzises, poetisch-politisches Schreiben. Sie schreibt Romane, Gedichte, Theaterstücke, Sachbücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sie schreibt über deutsche Vergangenheit und bundesdeutsche Gegenwart, über Nazi-Deutschland, Kriegn, Verfolgung, Vernichtung, Widerstand und Weitermachen. Für ihren dokumentarischen Roman „Denk nicht, wir bleiben hier. Die Lebensgeschichte des Sinto Hugo Höllenreiner“ wurde sie 2006 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Um heutige Fragen thematisieren zu können, schreibt sie Geschichte her. „hergeistern“ heißt darum diese 119. freigeistern!-Folge – ein Gespräch über ihr neues Kinder-Sachbuch „Damals in der Rosenstraße“, über Recherche, Erinnerung, Zeit, Zeitzeugen, über einen Historikerstreit und das Schreiben mit und für andere. „Ich möchte, dass Bücher einen Grund haben, warum sie existieren“, sagt die Autorin – darin liegt die Bedeutung von „hergeistern“.
Nur noch wenige Zeitzeugen aus der NS-Zeit leben noch. Damit die Folgen der Verbrechen des NS-Regimes nicht in Vergessenheit geraten, hat sich der Verein "Zweitzeugen" gegründet. Gespräch mit Nina Taubenreuter.
Sein Ruf als "bekanntester Soziallobbyist der Republik" eilt Ulrich Schneider voraus. 25 Jahre war er beim Paritätischen Wohlfahrtsverband. Aus einfachen Verhältnissen stammend empören ihn bis heute soziale Ungerechtigkeit und knausrige Sozialpolitik. Becker, Birgid www.deutschlandfunk.de, Zeitzeugen im Gespräch
Unger, Kolja www.deutschlandfunk.de, Corso
Zeitzeugen des Nationalsozialismus werden immer seltener. Die Sonderausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft“ im Freiburger NS-Dokuzentrum zeigt neue Wege der Erinnerungskultur.
Überlebende aus Konzentrationslagern mit Hologrammen wieder „zum Leben erwecken“. Künstliche Intelligenz macht das möglich. In Essen startet heute, zum Gedenktag für die NS-Opfer, eine Ausstellung, in der man mit virtuellen Zeitzeugen sprechen kann. Eine der vielen Möglichkeiten, Erinnerungen wach zu halten.
Die Themen von Jan und Minh Thu am 27.01.2026: (00:00:00) "Kaffeetasse": Gut fürs Frühstück, nicht so gut, wenn ihr damit eure Daten schützen wollt. (00:01:23) Letzte Hamas-Geisel geborgen: Wie Israel gemeinsam um Ran Gvili trauert und wie es jetzt mit der zweiten Phase des Friedensplans weitergeht. (00:06:19) Social-Media-Verbot in Frankreich: Wie Macron Jugendliche unter 15 besser schützen will und wie Jugendliche in Deutschland so ein Verbot fänden. (00:11:45) Holocaust-Gedenktag: Wie Menschen auch auf Social Media das Gedenken an Überlebende und Opfer erhalten und was über das Gedenken hinaus noch wichtig ist. Auf den TikTok-Accounts von @tovafriedman, @keine.erinnerungskultur und @wahr_so erinnern Menschen und Zeitzeugen an den Holocaust. Habt ihr Fragen oder Feedback? Schickt uns gerne eine Sprachnachricht an 0151 15071635 oder schreibt uns an 0630@wdr.de – und kommt gern in unseren WhatsApp-Channel: https://1.ard.de/0630-bei-Whatsapp Von 0630.
Dank meines netten Zuhörers Martin bekam ich Kontakt zu Rita. Rita ist 91 Jahre jung und erzählte von ihren Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg, die sie noch gerne irgendwo verewigt sehen wollte, da es nicht mehr viele Zeitzeugen gibt. Das hat sie dankenswerter Weise jetzt in diesem Podcast getan. Wie war das Leben als Kind in Köln-Stammheim im Norden des Stadtbezirks Mülheim? Wie war der Alltag, wie ging es in der Nachbarschaft zu? Wie war die Schule und vor allem wie war es in einem Abwasserkanal Schutz vor den Bomben zu suchen. Und zu guter Letzt auch: was bekam man als kleines Kind vom Holocaust mit?
Es gibt immer weniger Zeitzeugen des Holocaust. Der Publizist Günther Bernd Ginzel ist als Teil der Nachfolgegeneration im Schatten der Schoah aufgewachsen. Er erzählt, wie die Erwachsenen versuchten, die Trauer von ihm fernzuhalten. Main, Andreas www.deutschlandfunk.de, Tag für Tag
Während der Recherchen für seinen Film "Shoah" (1985) traf sich Claude Lanzmann mit Überlebenden, Zeitzeugen und Tätern. Dabei sind zahlreiche, bisher nicht erschlossene Aufnahmen entstanden, die dem Jüdischen Museum Berlin 2021 übergeben wurden. Diese Aufnahmen zum Mord an den europäischen Juden werden der Öffentlichkeit nun zugänglich gemacht. Ein nicht unumstrittener Einblick. Schließlich spürte Lanzmann auch Täter auf und fertigte ohne deren Einwilligung Aufnahmen an.
Das Wissen zum Holocaust nimmt immer mehr ab. NS-Gedenkstätten und Zeitzeugen wollen mit kurzen Videos bei jungen Menschen „Interesse wecken und neugierig machen“, so Robin Jahnke vom Anne-Frank-Zentrum Berlin, das die Videos auf der neuen Plattform Shoah Stories bündelt.
Künstliche Intelligenz transformiert Museen: Sie katalogisiert Objekte, hilft beim Kuratieren von Ausstellungen, personaliert das Besuchserlebnis. Und KI-Avatare erwecken Zeitzeugen zum Leben. Wie verändert das unseren Blick auf die Geschichte? Krauter, Ralf; Schroeder, Carina
Das deutsche Erinnern an den Holocaust muss sich ändern, sagt die Journalistin Susanne Siegert – gerade, weil es bald keine Zeitzeugen mehr aus der NS-Zeit geben wird. Für ihre Aufklärungsarbeit unter dem Handle @keine.erinnerungskultur hat sie 2024 den Grimme Online Award bekommen. Moderation: Jürgen Wiebicke Von WDR 5.
1995 kommt ein Spielfilm in die österreichischen Kinos, der eine lange verdrängte Geschichte ins Zentrum rückt. »Hasenjagd – vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen» heißt die Produktion des Regisseurs Andreas Gruber, der die grausame Geschichte der Mühlviertler Menschenjagd nacherzählt. Zehn Jahre lang hat er dafür recherchiert, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen befragt und um Förderungen gekämpft. In dieser Interviewfolge blickt Andreas Gruber auf die Widerstände während der Produktion zurück – und darauf, wie die Arbeit am Film »Hasenjagd» nicht nur seine Karriere, sondern auch seinen Blick auf Österreichs Umgang mit der NS-Vergangenheit nachhaltig geprägt hat. Und er spricht darüber, was der Film über das Kriegsverbrechen der Menschenjagd hinaus erzählt. +++ Alle Infos zu unseren Werbepartnern finden Sie hier. Die SPIEGEL-Gruppe ist nicht für den Inhalt dieser Seite verantwortlich. +++ Den SPIEGEL-WhatsApp-Kanal finden Sie hier. Alle SPIEGEL Podcasts finden Sie hier. Mehr Hintergründe zum Thema erhalten Sie mit SPIEGEL+. Entdecken Sie die digitale Welt des SPIEGEL, unter spiegel.de/abonnieren finden Sie das passende Angebot. Informationen zu unserer Datenschutzerklärung.
1995 kommt ein Spielfilm in die österreichischen Kinos, der eine lange verdrängte Geschichte ins Zentrum rückt. "Hasenjagd – vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen" heißt die Produktion des Regisseurs Andreas Gruber. Zehn Jahre lang hat er dafür recherchiert, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen befragt und um Förderungen gekämpft. Immer wieder wird ihm gesagt: Diese Geschichte interessiere heute niemanden mehr. Gemeint ist eines der schwersten Kriegsverbrechen auf österreichischem Boden. Nach einer Massenflucht aus dem Konzentrationslager Mauthausen werden im Februar 1945 mehr als 400 Häftlinge von der SS und Teilen der lokalen Bevölkerung verfolgt und ermordet – die sogenannte "Mühlviertler Hasenjagd". Gruber entscheidet sich dennoch, den Film zu realisieren. Im Zentrum steht eine jener wenigen Familien, die geflohenen KZ-Häftlingen geholfen haben. Er arbeitet eng mit Überlebenden und ihren Angehörigen zusammen. Der Film wird 1995 zum meistgesehenen Kinofilm des Jahres in Österreich. In der vierten Folge unserer Miniserie erzählt "Inside Austria" die Geschichte hinter diesem Film. In einem Interview blickt Andreas Gruber auf die Widerstände während der Produktion zurück – und darauf, wie die Arbeit an der "Hasenjagd" nicht nur seine Karriere, sondern auch seinen Blick auf Österreichs Umgang mit der NS-Vergangenheit nachhaltig geprägt hat.
Das Jahr geht vorbei, Zeit für Bilanzen. Maja Beckers und Alexander Cammann schauen in dieser letzten Sachbuch-Folge von Was liest Du gerade? im Jahr 2025 auf Bücher, die für spezielle Trends stehen oder große Themen des Jahres diskutieren. In der Rubrik „Der erste Satz“ geht es um ein Zitat aus dem Buch der Journalistin Eva Thöne unter dem Titel Weibliche Macht neu denken: Steckt im Kampf um Sichtbarkeit auch eine Gefahr für den Feminismus? Katja Gloger und Georg Mascolos Buch Das Versagen über die deutsche Russlandpolitik steht seit Wochen auf den Bestsellerlisten. Ihre investigative Recherche liefert auf der Basis zahlloser Dokumente und Interviews mit Akteuren und Zeitzeugen einen schonungslosen Blick hinter die Kulissen von Außen- und Wirtschaftspolitik vor dem russischen Überfall auf die Ukraine. Gesprächsbücher lagen in diesem Jahr im Trend: Die Politikerin Ricarda Lang und der Soziologe Steffen Mau liefern in ihrem Buch Der große Umbruch eines davon. Beide melden sich oft in den Medien zu Wort – wie funktioniert ihr Langgespräch aus zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven über die Krisen unserer Gegenwart? In der „Klassiker“-Rubrik erinnern wir an den TV-Moderator, Journalisten und Buchliebhaber Roger Willemsen, der vor zehn Jahren gestorben ist: Unter dem Titel Liegen Sie bequem? sind viele seiner Texte, Kolumnen und Interviews in einem Sammelband erschienen, der um seine Begeisterung für das Lesen und die Literatur kreist. So steigt garantiert die Vorfreude auf das Lesejahr 2026! Das Team von "Was liest Du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de. Literaturangaben: - Eva Thöne: Weibliche Macht neu denken. Hanser Berlin, 240 Seiten, 24 Euro - Katja Gloger/Georg Mascolo: Das Versagen. Eine investigative Geschichte der deutschen Russlandpolitik. Ullstein, 496 Seiten, 26,99 Euro - Ricarda Lang/Steffen Mau: Der große Umbruch. Ein Gespräch über Krisen, Konflikte und Kompromisse. Ullstein, 400 Seiten, 24,99 Euro - Roger Willemsen: Liegen Sie bequem? Von Lesen und von Büchern, hrsg. v. Insa Wilke, S. Fischer, 448 Seiten, 28 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
van Laak, Claudia www.deutschlandfunk.de, Deutschland heute
Peter Müller (CDU) macht sich Sorgen um die Akzeptanz von Rechtsstaat und Demokratie: "Das Fundament ist aus dem Blick geraten." Der Ex-Verfassungsrichter ist gegen ein AfD-Verbotsverfahren: Die anderen Parteien sollten vielmehr auf deren Wähler zugehen. Holz, Dorothee www.deutschlandfunk.de, Zeitzeugen im Gespräch
Zeitzeugen und Zeitzeuginnen geben der Erinnerung ein Gesicht, eine Stimme. Hannah Lessing, Vorständin des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, spricht heute in ihren „Gedanken für den Tag“ über Zeitzeugen. Gestaltung: Alexandra Mantler – Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 21.11.2025
Warum haben deutsche Politiker jahrzehntelang Warnungen vor Russlands Präsident ausgeblendet, obwohl schon früh klar war, dass Putin auch dunkle Seiten hat. Dass er großrussische Fantasien hegt, das wussten Geheimdienste schon lange und auch, dass er für seine Ziele immer wieder über Leichen gegangen ist. Doch erst der Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hat die Bundesregierung zu einem Kurswechsel gegenüber Moskau bewegt. In dieser 11KM-Episode erzählt der Investigativjournalist Georg Mascolo, warum es so lange gedauert hat, bis deutsche Spitzenpolitiker das wahre Gesicht Putins sehen wollten. Alle weiteren 11KM-Folgen zu Putin und Russland findet ihr hier: https://1.ard.de/11KM_Podcast_Russland Hier geht's zu Die Anschlags – Russlands Spione unter uns, unserem Podcast-Tipp: https://1.ard.de/dieanschlags_k Diese und viele weitere Folgen von 11KM findet ihr überall da, wo es Podcasts gibt, auch hier in der ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/11km-der-tagesschau-podcast/12200383/ An dieser Folge waren beteiligt: Folgenautor: Caspar von Au Mitarbeit: Claudia Schaffer Host: Elena Kuch Produktion: Christiane Gerheuser-Kamp, Timo Lindemann, Jacqueline Brzeczek und Hanna Brünjes Planung: Caspar von Au und Hardy Funk Distribution: Kerstin Ammermann Redaktionsleitung: Fumiko Lipp und Nicole Dienemann 11KM: der tagesschau-Podcast wird produziert von BR24 und NDR Info. Die redaktionelle Verantwortung für diese Episode liegt beim NDR.
Overath, 7. Oktober 2003: Ein Rechtsanwalt, seine Frau und seine Tochter werden in ihrer Kanzlei erschossen. Der Täter: Ein 45-jähriger Mann, der seine Tat eine „Exekution“ nennt und seine Schriften als Obersturmbannführer der 39. SS-SD-Division Götterdämmerung unterschreibt. Fast zwanzig Jahre lang gilt das Verbrechen dennoch nicht als politisch. In dieser Live-Episode von "Akte Rheinland" aus dem LVR-Landesmuseum in Bonn rekonstruieren wir die Tat, den Prozess und das, was lange übersehen wurde: Wie aus einem Lebensversager ein dreifacher Mörder wurde – und warum Behörden, Politik und Öffentlichkeit so spät hinsahen. Auf der Bühne: Kriminalpsychologin Lydia Benecke, "Akte Rheinland"-Host Anna Maria Beekes, Online-Redakteurin Lydia Benecke, Regionalressort-Leiter Jörg Manhold, Sprecher Martin Busch. Regie und Produktion: Andreas Dyck. Social Media: Tamara Wegbahn Quellen: Urteil des Landgerichts Köln (104 Ks 19/04) Artikel aus Der Spiegel, taz, Welt, Stern, Lotta – antifaschistische Zeitung aus NRW sowie Gespräche mit Zeitzeugen und Recherchen des General-Anzeiger Bonn. Overath, 7. Oktober 2003: Ein Rechtsanwalt, seine Frau und seine Tochter werden in ihrer Kanzlei erschossen. Der Täter: Ein 45-jähriger Mann, der seine Tat eine „Exekution“ nennt und seine Schriften als Obersturmbannführer der 39. SS-SD-Division Götterdämmerung unterschreibt. Fast zwanzig Jahre lang gilt das Verbrechen dennoch nicht als politisch. In dieser Live-Episode von "Akte Rheinland" aus dem LVR-Landesmuseum in Bonn rekonstruieren wir die Tat, den Prozess und das, was lange übersehen wurde: Wie aus einem Lebensversager ein dreifacher Mörder wurde – und warum Behörden, Politik und Öffentlichkeit so spät hinsahen. Auf der Bühne: Kriminalpsychologin Lydia Benecke, "Akte Rheinland"-Host Anna Maria Beekes, Online-Redakteurin Lydia Benecke, Regionalressort-Leiter Jörg Manhold, Sprecher Martin Busch. Regie und Produktion: Andreas Dyck. Social Media: Tamara Wegbahn Feedback, Themenvorschläge und Fragen an podcast@ga.de oder via Instagram-DM an @akterheinland. Akte Rheinland bei YouTube: https://www.youtube.com/playlist?list=PLKxR-1mH7nhxNVq2lgMresq3FpSykqAID Unser Podcast zum Fall Michael Winterhoff: https://cdn.audiorella.com/podcasts/1465-akte-winterhoff/feed.rss General-Anzeiger Bonn: https://ga.de
Viel zu lange haben die Verantwortlichen in Deutschland nicht wahrhaben wollen, was in Russland passiert. Auch wenn es viele Warnzeichen gegeben hätte. Zu diesem Schluss kommt Katja Gloger im Buch «Das Versagen». Sie ist zu Gast im Tagesgespräch bei Simone Hulliger. Deutschland setzte während Jahrzehnten auf gute Beziehungen zu Putin, auf wirtschaftliche Verflechtung und Austausch. Schon früh gab es im Auswärtigen Amt allerdings Stimmen, die vor den Entwicklungen in Russland warnten. Katja Gloger hat zusammen mit Georg Mascolo geheime Dokumente ausgewertet und Gespräche mit Zeitzeugen geführt. Sie erzählt, wie Präsident Putin Kanzler Schröder umgarnte, dass Deutschland plante, auch im heiklen militärischen Bereich mit Russland zusammenzuarbeiten und warum Kanzlerin Merkel selbst nach der Annexion der Krim am Bau der Pipeline Nord Stream 2 festhalten wollte. Katja Gloger ist Osteuropahistorikerin und war langjährige Russlandkorrespondentin des «Stern».
Silke Maier-Witt tritt als Studentin der Roten Armee Fraktion bei. Nach ihrer Loslösung taucht sie mit Hilfe der Stasi in der DDR unter. Mit dem Fall der Mauer wird sie enttarnt und verhaftet. Im Gespräch redet Sie über ihre Rolle in der RAF. Labuhn, Wolfgang www.deutschlandfunk.de, Zeitzeugen im Gespräch
Der Film „Das Ungesagte“ ist ein teilweise erschütterndes Zeitdokument über die blinden Flecken und verdrängten Schuldgefühle auf Seiten der damaligen Mehrheitsgesellschaft.
Sowjetunion, Polen, Ukraine: Seit Jahrzehnten analysiert Karl Schlögel die Entwicklungen im Osten - kulturhistorisch und verwoben mit eigenen Erfahrungen. Er warnte früh vor Putins Expansionspolitik und hat sich auch mit dem "Trumpismus" beschäftigt. Adler, Sabine www.deutschlandfunk.de, Zeitzeugen im Gespräch
In dieser besonderen Episode des Lebenswege Podcasts begrüße ich Hannah Lessing, eine beeindruckende Stimme der Erinnerungskultur. Seit 1995 leitet sie den Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus. Wir sprechen über ihren Werdegang, über ihre Motivation diese Aufgabe zu übernehmen über "Wiedergutmachung" und was sie von Überlebenden gelernt hat. Wir sprechen auch über aktuelle Entwicklungen und wieso es wichtig ist weiterhin passende Formate zu finden, um Jugendliche anzusprechen, aber auch darüber, ob ein Holocaust heute nochmal möglich wäre. Mehr über Hannah Lessing und die Arbeit des Nationalfonds findet ihr hier: https://www.nationalfonds.org/person/hannah-m-lessing Mehr über die Audiografien und meine Kontaktdaten findet ihr hier: https://www.andreadomenig.at/audiografien-privatpersonen/ Teil mir auch gerne dein Feedback und Wünsche für neue Interview Gäste, die du gerne hören würdest: https://www.facebook.com/Lebenswege-Podcast-103348588053385https://www.linkedin.com/in/andreadomenig/https://www.instagram.com/andrea_domenig/ Intro: Walk Around by Roa https://soundcloud.com/roa_music1031 Creative Commons — Attribution 3.0 Unported — CC BY 3.0 Free Download / Stream: https://bit.ly/walk-around-roa Music promoted by Audio Library https://youtu.be/BimtUhUirnw
Die Wahlen zur Volkskammer der DDR am 18. März 1990 waren nicht nur eine politische Richtungsentscheidung – nach 40 Jahren diktatorischer Bevormundung bedeuteten sie für die Menschen in der DDR auch einen Akt demokratischer Selbstermächtigung. Dass nach den Jahrzehnten der SED-Diktatur und nur vier Monate nach dem Fall der Mauer wieder ein freigewähltes demokratisches Parlament in Ostdeutschland zusammentrat, markiert einen der zentralen Erfolge im Prozess der Selbstdemokratisierung der DDR, der mit der Friedlichen Revolution eingesetzt hatte. Wählen inmitten des Umbruchs: Welche Zukünfte versprachen Plakate, Programme, Personen und Parteien im Frühjahr 1990? Mit welchen Erwartungen gingen die Menschen an die Wahlurnen? Wie viel Vertrauen hatten sie in die neue demokratische Praxis, wie viel in die Zukunft? Zum 35. Jahrestag wollen wir neue Fragen an die historische Wahl stellen, welche die Menschen in der DDR 1990 hatten und trafen. Zugleich blicken wir auf Wahlkämpfe, Wahlverhalten und Wahlergebnisse in Zeitenwenden: Wie mächtig sind Zukunftsversprechen, wenn die Welt im Wandel ist? Wie wirken Erfolge und Enttäuschungen fort? Wie viel Einfluss hat die Politik aufs „Morgen“? Gemeinsam mit Expertinnen und Experten, Zeitzeugen der Volkskammerwahl und jungen Wählern diskutieren wir in der zweiten Veranstaltung unserer Reihe „Zurück in die Zukunft!“, wie wir als Gesellschaft unsere Zukunft wählen können.
Inmitten des demokratischen Umbruchs von 1989/90 in der DDR fiel eine wichtige Entscheidung für die Zukunft des jüdischen Lebens in Deutschland: Am 12. Februar 1990 folgte der Zentrale Runde Tisch einer Initiative des Jüdischen Kulturvereins Berlin zur Aufnahme von Jüdinnen und Juden aus der Sowjetunion. Zwei Monate später bekannte sich die frei gewählte Volkskammer im Namen aller Bürgerinnen und Bürger der DDR zur moralischen Mitverantwortung an der Shoa und verpflichtete sich, das jüdische Leben in besonderer Weise zu fördern und zu schützen. Im Mai 1990 öffneten die DDR ihre Grenzen für alle Jüdinnen und Juden, die in der Sowjetunion durch Antisemitismus diskriminiert oder bedroht waren. In den Folgejahren waren sie wesentlich am Aufbau der jüdischen Gemeinden in Ostdeutschland beteiligt und prägen das jüdische Leben im vereinten Deutschland bis heute. In der ersten Veranstaltung unserer diesjährigen Reihe „Zurück in die Zukunft!“ fragen wir nicht nur nach der historischen Verantwortung und dem sich daraus ergebenden Wandel in der deutschen Erinnerungspolitik, sondern auch nach und den Visionen, die sich mit der Entscheidung über die Aufnahme sowjetischer Jüdinnen und Juden verbanden. Damalige Verantwortliche und Zeitzeugen sowie Vertreter der jüdischen Community diskutieren, welche Hoffnungen die Menschen mitbrachten, welche Rolle sie bei der Gestaltung der gemeinsamen, gesamtdeutschen Zukunft spielten und wie sie sich im Zuge der deutschen Einheit mit ihrem Jüdischsein auseinandersetzten.
80 Jahre nach Kriegsende ist das Gedenken an NS und Holocaust bedroht: Zeitzeugen sterben, Wissen schwindet. Und Rechtspopulisten wie die AfD fordern Kürzungen oder Abschaffung von Gedenkstätten und Bildungsorten. Herzing, Johanna www.deutschlandfunk.de, Hintergrund