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1.248 UNESCO-Welterbestätten gibt es derzeit in 170 Ländern weltweit. Sachsen-Anhalt hat mit fünf UNESCO-Welterbestätten die meisten in einem ostdeutschen Bundesland aufzuweisen: Die mittelalterlich geprägte Stadt Quedlinburg, der Dom in Naumburg, die Lutherstätten in Wittenberg und Eisleben, das Gartenreich Dessau-Wörlitz und das Bauhaus in Dessau. Hinzu kommt das UNESCO Weltdokumentenerbe wie die Himmelsscheibe von Nebra aus der frühen Bronzezeit oder seit vergangenem Jahr der literarische Nachlaß des Philosophen Friedrich Nietzsche. Das 1994 als Welterbestadt aufgenommene Quedlinburg ist ein Gesamtkunstwerk. Hier treffen mittelalterliche Stadtstruktur und ein bemerkenswertes Denkmal der Stadtbaugeschichte aufeinander. An die 2.100 Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten prägen noch heute das Bild der Stadt. In Quedlinburg wurde Dieter König 1949 geboren und da lebt er noch immer. Im Mai 1961, da war er elf Jahre alt, wurde zwischen Quedlinburg und der französischen Stadt Aulnoye-Aymeries eine Städtepartnerschaft geschlossen, zu der auch ein Schüleraustausch gehören sollte. Mit dem Mauerbau am 13.08.1961 war die nur noch teilweise und einseitig möglich. Anders im Westen Deutschlands, da unterzeichneten im Januar 1963 Bundeskanzler Konrad Adenauer und Präsident Charles de Gaulle den Élysée-Vertrag, der bis heute den Grundstein der Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich legte. Im Osten Deutschlands, nach der politischen Wende 1989/ 90, konnte in Quedlinburg erst 1991 diese Städtepartnerschaft vom Mai 1961 durch die Bürgermeister beider Städte erneuert werden. 1998 wurde der Verein zur Förderung der Freundschaft zwischen der deutschen Stadt Quedlinburg und der französischen Stadt Aulnoye-Aymeries gegründet. Dieter König ist Gründungsmitglied und seit 2000 im Ehrenamt Vorsitzender des Vereins. Seine Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland zu erhalten, sie mit Leben zu füllen und zu festigen. Dieter Königs erste Begegnung mit den Franzosen lag im Jahr 1994: Ein Staffellauf über 730 Kilometer in 5 Tagen von Aulnoye-Aymeries nahe der belgischen Grenze bis nach Quedlinburg. Er war dabei und organsierte 1996 den zweiten Lauf in umgekehrter Richtung. Neben dem Sport kamen Kulinarik und Kultur hinzu. Dieter König organisierte den fortan jährlichen Besuch der Franzosen zum Weihnachtsmarkt in Quedlinburg, zu Wein- und Käseverkostungen, zu Begegnungen am Tag des offenen Denkmals. Chöre beider Städte singen über Jahre zusammen und in jeder der beiden Städte gibt es eine Straße mit dem Namen der Partnerstadt. In diesem Jahr feierten sie zusammen 65 Jahre Bestehen dies Vertrags.Moderation Carsten TeschRedaktion: Angelika Zapf
Folk & Welt – die letzte Sendung mit Johannes Paetzold. Nach vielen Jahren als Teil der Musikredaktion von MDR Kultur verabschiedet sich Johannes mit dieser Sendung. Mit einer Träne im Knopfloch. Und mit einer fröhlichen Auswahl seiner Folk & Welt Favoriten.Titelliste:Tiken Jah Fakoly & Max Romeo - One Step ForwardOrchestra Baobab - Ana MariaOrkesta Mendoza - Cumbia VolcadoraKing Sunny Ade - Ja FunmiMegaloh & BSMG - Jesse OwensMo Horizons & Gyedu-Blay Ambolley - Mango WomanLeyla McCalla & Marc Ribot & Louis Michot & Aurora Nealand - Peze CaféOur Native Daughters - Moon Meets the SunKobotown - Kaiso NewscastCarwyn Ellis & Rio 18 - Dwyn Dyrtunng - CrowAfro Celt Sound System - Whirl-Y-ReelSeu Jorge & Roge - SaraváEmicida - MufeteLaiz & the New Love Experience - Tipo AssimJembaa Groove - DabiaS.E.Rogie - Kpindigbee Morning, Noon And NightAna Moura – DesfadoQuantic & Nickodemus - Mi Swing Es TropicalStromae - L EnferSaigon Soul Revival - Trúc XinhSeun Kuti & Egypt 80 & Kabaka Pyramid - ProblemsYoussou N Dour - Leaving DemFat Freddy s Drop - The Raft
Er sei ein notorischer Nachhaltigkeitstransformationsoptimist, sagt Dirk Messner, der Präsident des Umweltbundesamtes. Derzeit durchaus im Steßzustand, fügt er an. Wegen der Wirtschaftskrise würde häufig beim Klima- und Umweltschutz gekürzt. Das sei nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch fatal. Auch jüngste Ergebnisse aus der Studienreihe „Zukunft? Jugend fragen!“ des Umweltbundesamtes weisen auf, daß der Umwelt- und Klimaschutz bei den 14- bis 22-Jährigen in Deutschland weiter an Bedeutung verliert. Der Anteil der jungen Menschen, die das Thema als sehr wichtig einstufen, ist seit 2021 von 50 auf 30 Prozent gesunken. Das politische Interesse aber ist insgesamt hoch. 88 Prozent der Befragten ist es sehr wichtig in einer Demokratie zu leben. Dirk Messner glaubt fest daran, daß man Dinge zum Besseren wenden kann und auf die Frage nach der Lebensmaxime antwortet er: „Kooperation ist die Mutter der menschlichen Zivilisationsgeschichte“. In einer Diskussion jüngst im historischen Bauhausgebäude in Dessau unter der Fragestellung „Kultur - Fundament der Demokratie?“, organisiert vom Deutschen Kulturrat, der Stiftung Bauhaus Dessau und dem Umweltbundesamt, führte Dirk Messner u.a. aus, daß es beispielsweise bei Veränderungsprozessen zur Klimaneutralität wichtig sei, Kulturschaffende für dieses Thema zu mobilisieren. Kultur helfe die Welt in ihrer Diversität zu verstehen. Die Lösung der Umweltfrage sei nicht nur Technologie, nicht nur Ökonomie, sondern habe auch mit einem kulturellen Wandel zu tun. In Bünde, in Nordrhein-Westfalen wurde Dirk Messner 1962 geboren. Von 1982 bis 1988 studierte er Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin und der Sogang University in Seoul. Ab 1989 arbeitete er am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik in West-Berlin, Abteilung Industrialisierung und Schwellenländer mit dem Schwerpunkt Lateinamerika. 1995 wurde er an der FU Berlin bei Elmar Altvater „summa cum laude“ promoviert. 1995 bis 2002 war Dirk Messner wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für Entwicklung und Frieden an der Universität Duisburg-Essen. 2002 habilitierte er sich an der FU Berlin und hatte anschließend eine Professur für Internationale politische Ökonomie am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der Ludwig-Maximilins-Universität München inne. Von 2003 bis 2018 war Dirk Messner Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik und ist seit 2006 außerplanmäßiger Professor für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen. Von 2018 bis 2019 war er Direktor des Instituts für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen in Bonn und Vize-Rektor der United Nations University. Von 2004 bis 2019 wirkte Dirk Messner u.a. als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen, ab 2009 als stellvertretender Vorsitzender, ab 2013 als Co-Vorsitzender. Moderation Carsten TeschRedaktion: Angelika Zapf
Mit 26 Jahren wurde David Pruß 2021 jüngster Leiter eines Zoologischen Gartens in Deutschland und trug in Hof in Bayern Verantwortung für rund 500 Tiere. Seit Juli 2025 hat David Pruß die Leitung des Magdeburger Zoos inne. Der ist an die 20 Hektar groß und beherbergt an die 700 Tiere und 177 Arten. Im vergangenen Jahr wurde unter dem Motto „Wild, wundervoll, wegweisend“ 75jähriges Jubiläum gefeiert. Historisch machte sich der Zoo Magdeburg wegen seiner Spitzmaulnashornzucht einen Namen. Aus Artenschutz- und Naturschutzgründen sind es bis heute wichtige Tiere im Bestand des Zoos Magdeburg. Er unterstützt den Erhalt bedrohter Arten durch seine Beteiligung an Zucht- und Auswilderungsprogrammen. Mit dem „Artenschutz-Euro“ möchte er mit den Besuchern des Zoos zusammen verstärkt Artenschutzprojekte im natürlichen Lebensraum weltweit und vor Ort fördern. Künftig soll zudem verstärkt auf Citizen Conversation gesetzt werden, also Zuchtbücher für Amphibien, bei denen Zoos mit Museen und auch Privathaushalten zusammenarbeiten. Zudem ist ein Ausbau der Kooperationen mit Universitäten geplant, um den Zoo als Plattform für angewandte Artenschutzforschung zu etablieren. Der Tiermediziner, Zoologe, Tierschützer und Verhaltensforscher Bernhard Grzimek ist David Pruß ein wichtiges Vorbild. Als Forscher und als Praktiker hat er gezeigt, daß Engagement für Tiere und Umwelt immer auch ein Engagement für die kommende Generation ist, führt David Pruß aus. „Sein Vermächtnis lebt in jedem verantwortungsvollen Schritt weiter, den wir im Zoo gehen, und in meiner eigenen Überzeugung, durch Bildung, Forschung und gelebten Artenschutz etwas zum Guten zu verändern.“ Für die langfristigen Pläne von David Pruß für den Magdeburger Zoo wurden von der Stadt 300.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie bereitgestellt. Wichtigste Themen seines Masterplans drehen sich um die Fragen der Infrastruktur: Energie, Wärme, Logistik, Futterwege. In den Sommerferien wird im Zoo Magdeburg der Internationale Tag des Naturschutzes gefeiert, mit Klang & und Kulinarik gibt es einen Abend voller Genuß im Zoo, Kinder zwischen 6 und 8 Jahren können einen Haustierführerschein machen und ältere Kinder sich auf die Spuren der Zootierhaltung begeben. Zudem wird es im August sehr emotional im Zoo Magdeburg. Die Elefantenkuh Sweni steht kurz vor der Geburt. Im Rheinland wurde David Pruß vor 31 Jahren geboren. Dort wuchs er auf. Um die zehn Jahre alt war er wohl, als er das erste Mal „Serengeti darf nicht sterben“ von Bernhard Grzimek in den Händen hielt. Mit diesem Buch und seiner Liebe zu Tieren reifte der Wunsch einmal im Zoo zu arbeiten. David Pruß studierte Veterinärmedizin in Hannover, absolvierte ein Praktikumsjahr in Thailand und wurde nach Rückkehr und noch während des Schreibens seiner Diplomarbeit im Jahr 2021 Zoo-Direktor in Hof.Moderation Julia HemmerlingRedaktion: Angelika Zapf
Zusammen mit seiner Frau Martha Strobel kuratierte Jacob Strobel, Professor für Holzgestaltung, Westsächsische Hochschule Zwickau, Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg, die Ausstellung „Der ungesehene Designklassiker“ im Industriemuseums Chemnitz. Sogar ein Film mit dem nüchternen Titel „Stuhl EW 1192“ entstand rund um das beliebte Sitzmöbel und wurde begleitend zur Ausstellung gezeigt. Die Geschichte dahinter: Dem Möbeldesigner Jacob Strobel, in Würzburg geboren und einst Student in Schneeberg, fiel im Laufe der Jahre immer wieder ein bestimmter Küchenstuhl in die Hände, der ihn faszinierte Minimalistische Form, erinnernd an skandinavisches Design, hoher Sitzkomfort. Er stand in nahezu jeder Küche im Osten Deutschlands, doch keiner wußte woher er kam, wer ihn entworfen hatte. Nach vielen Jahren als Designer und Produktmanager in Österreich, auf internationalen Möbelmessen präsent und mit eigenen preisgekrönten Stuhlentwürfen versehen, kehrte Jacob Strobel 2015 als Professor für Holzgestaltung an die Fakultät Angewandte Kunst nach Schneeberg zurück und stieß erneut auf den Küchenstuhl EW 1192, der ihm noch immer außerordentlich gefiel. Er begann zu forschen und bat „Freie Presse“ - Leser um Mithilfe. Sein Email-Fach quoll in kürzester Zeit über, viele rührende Erzählungen kamen zutage. Im Stuhlmuseum im sächsischen Rabenau fanden sich zudem Unterlagen die bezeugten, daß der Vierbeiner aus dem Entwurfsbüro Waldheim stammt. Von 1954 bis 1989 wurden dort Sitz- und Polstermöbel für die industrielle Fertigung entworfen. Prägender Kopf war der Formgestalter Horst Heyder, einer der bedeutendsten Möbel-Designer der DDR. Ihm und seinem Kollektiv wird der Entwurf des am meisten gekauften und genutzten Küchenstuhls von einst zugeschrieben und der nun eine Renaissance erfährt. Jacob Strobel hatte selbst einst eine Vision von einem Stuhl: Ein Lounge-Chair ohne Polster, der flexibel sein sollte, einen Komfort besitzen, den man nicht sehen, aber spüren sollte. Der Stuhl „lux“ wurde der Abschluß seiner Diplom-Arbeit und Beginn seines Berufseinstiegs. In Würzburg wurde Jacob Strobel 1978 geboren. Von 1999 bis 2002 absolvierte er eine Ausbildung zum Schreiner/ Tischler bei seinem Onkel in der Schreinerei Strobel. Von 2002 bis 2007 nahm er ein Studium der Holzgestaltung an der Westsächsische Hochschule Zwickau, Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg auf. 2004 studierte er ein Jahr an der Gray`s School Of Art in Aberdeen an der schottischen Nordseeküste 3D Design und nahm anschließend eine Assistenz im Studio Christian Haas auf. Von 2007 bis 2008 war Jacob Strobel Designer und Produktmanager von TEAM 7 in Österreich und von 2008 bis 2015 dort Head of Design. Anschließend und bis heute ist er freischaffender Möbeldesigner. Er erhielt jeweils mehrfach den Red Dot Design Award, den Designerpreis der Bundesrepublik nominee, den German Design Award nominee und den Interior Innovation Award. Moderation Ellen SchwedaRedaktion: Angelika Zapf
Der Anlass für diesen Diskurs könnte aktueller nicht sein, denn dieser Sommer hat sich bisher genauso gezeigt, wie wir es wohl auch in Zukunft zu erwarten haben: Hitzetage um die 40 Grad und dann wieder gewaltige Gewitter. Katja Richter ist Landschaftsarchitektin und Gartenplanerin. Welche Rolle die Landschaftsarchitektur für Klimaschutz und Klimaanpassung spielen, beschreibt sie in ihrem Buch "Klimaresiliente Städte planen". Anhand vieler Beispiele zeigt sie darin, wie man Wasser und Grün in die Städte bringen kann, um Hitze und Überschwemmungen aktiv zu begegnen. Sabine Frank hat für den DISKURS bei MDR KULTUR mit Katja Richter gesprochen.Das Gespräch ist bis 18. Juli 2027 verfügbar.
Katharina Germo, geboren in Halle, bringt langjährige Co-Leitungs-, Theater- und Theaterfestivalerfahrungen aus der Schweiz mit. Juliane Hahn, geboren in Friedrichroda in Thüringen, arbeitete von 2020 bis 2024 in Zürich, wo sie Co-Leiterin des Theaterhauses Gessnerallee war. Vom 21.08. bis 06.09. präsentieren sie ein internationales Programm der Gegenwartskünste aus Theater, Tanz, Performance, Musik, Film, Literatur und Bildender Kunst. Neben etablierten Kulturorten werden auch öffentliche Räume in Weimar und in der Region bespielt. Erstmals gibt es mit dem Lichthaus wieder ein Festivalzentrum als zentralen Ort des Festivals. Eröffnet wird das Kunstfest Weimar am 21.08. mir der Open-Air-Performance „RoZeO“ der französischen Kompanie Gratte Ciel im Ilmpark. Artistinnen und Artisten werden auf sechs Meter hohen biegsamen Stangen über der Landschaft schweben. Auf der Festwiese Apolda kommt am selben Abend das außergewöhnliche Konzertprojet „Soundtrack for Midnight TAMURO“ von Masamitsu Araki zur Aufführung. Inspiriert von Erinnerungen des Künstlers an das Aufwachsen im ländlichen Raum Japans und von der Begegnung mit der Thüringer Autotuning-Szene entstand eine Suite für ein Ensemble von Fahrzeugen mit getunten Soundanlagen. 1990 wurde das Kunstfest Weimar als eine der ersten gemeinsamen Kulturinitiativen im wiedervereinigten Deutschland gegründet. Es widmete sich zunächst Persönlichkeiten wie Goethe, Schiller, Bach und Liszt und die Einnahmen flossen in die Restaurierung der Kulturdenkmäler Weimars. Als inzwischen internationales Festival der Gegenwartskünste soll mit der diesjährigen Ausgabe die lebendige, verbindende Kraft künstlerischen Schaffens gefeiert werden und Räume für Begegnungen und gemeinsam geteiltes Erleben. In Halle an der Saale kam Katharina Germo 1991 zur Welt. In Hildesheim studierte sie von 2010 bis 2015 Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis mit dem Schwerpunkt Theater und Literatur, welches einen viermonatigen Studienaufenthalt an der Université Aix-Marseille im Fach Szenische Künste enthielt. Von 2015 bis 2019 absolvierte Katharina Germo dem Masterstudiengang Theater mit Vertiefung Dramaturgie an der Zürcher Hochschule der Künste. Sie arbeitete als freischaffende Dramaturgin für freie Tanz- und Theaterproduktionen, übernahm Mentoring und Gesprächsmoderationen, war von 2016 bis 2022 Programmdramaturgin am Theater ROXY Birsfelden und arbeitet 2019 bis 2024 in der Programmgruppe des Theaterfestival Basel. Von 2023 bis 2025 hatte sie die Co-Leitung im Fabriktheater Rote Fabrik Zürich inne. Seit 2020 war sie in zahlreichen Jurys und Kommissionen in Deutschland und der Schweiz vertreten. Ihre letzte eigene künstlerische Arbeit trug den Titel „What We Know“, eine Installation im öffentlichen Raum für das About Us! Festival Zürich. Moderation Carsten TeschRedaktion: Angelika Zapf
Das Rudolstadt Festival am Sonntag und MDR Kultur begrüßt die RUTH-Preisträgern 2026: DOTA! Dazu jede Menge Festivaleindrücke und ukrainische Folklore mit einer rekordverdächtigen Bandura. Moderiert von Ellen Schweda und Jan Kubon
MDR Kultur sendet weiter LIVE vom Rudolstadt Festival 2026. Als Gast kommt u.a. Joce Reyome, die mit ihren Songs den Blues ordentlich aufmischt. Moderiert wird dieses Festival-Finale von Jan Kubon und Johannes Paetzold.
Letzter Tag beim Rudolstadt Festival 2026 - und wieder kann MDR Kultur in seinem Studio jede Menge Gäste begrüßen. Kathryn Tickell aus England macht den Anfang. Nahöstliche Einflüsse beim Tau Ensemble. Und ein Happening mit den Tolstoys. Moderiert von Ellen Schweda und Johannes Paetzold.
Kathryn Tickell ist eine Institution. Die Britin ist vor allem für ihr Spiel mit der Northumbrian Smallpipe oder auch Northumberland Bagpipe bekannt. Unterstützt von Musikerin Amy Thatcher war sie zu Gast bei MDR Kultur. Moderiert von Ellen Schweda und Johannes Paetzold.
Reisen sind für die meisten von uns aus Sehnsucht gemacht. Für Felicitas Hoppe sind sie seit Jahrzehnten Arbeit. Darüber nachzudenken, was mit uns geschieht, wenn wir unterwegs sind.Oder warum das Erzählen über Reisen oft genauso wichtig ist wie die Reise selbst. Weshalb gelungene Reisen vom Unvorhergesehenen leben. Und warum nicht zu reisen für sie auch keine Lösung ist. Darüber spricht die Büchner-Preisträgerin im MDR KULTUR Café. Anlass ist ihr aktueller Essay „Reisen“, in dem sie das Unterwegssein nicht als Sammlung schöner Orte versteht, sondern als Rätsel: zwischen Aufbruch und Rückkehr, Zufall und Planung, Erfahrung und Erinnerung.Felicitas Hoppe ist seit ihrer Frachtschiffreise um die Welt und ihrem preisgekrönten Weltreise Roman „Pigafetta“ als Schriftstellerin eigentlich ständig unterwegs. Zu Arbeitsaufenthalten, Lesungen und Festivals in aller Welt. Sie versteht sich dabei aber nicht als Reiseschriftstellerin, sondern als eine reisende Schriftstellerin. Außerdem geht es in diesem Café um die Schattenseiten des Tourismus, um Fernweh und Heimweh, um Alleinreisen und die Frage, weshalb manche Reise eigentlich erst dann beginnt, wenn sie längst vorbei ist – nämlich in der Erinnerung und in den Geschichten, die wir darüber erzählen.Ein Gespräch über das Unterwegssein, über Literatur und darüber, warum jede Reise die Sicht auf die Welt – und auf uns selbst – verändern kann.Eine Sendung von Carsten TeschRedaktion: Gabriele Bischoff
Für Hanna Henke, Anfang 30 und zweifache Mutter, ist es vor allem ein Lebensraum. In dem gibt es Probleme, aber auch Chancen und Offenheit. Landesweit ringt die Kirche mit einem Mitgliederschwund, jedoch Hanna Henke möchte Kirche in diesem Viertel gestalten, da wo viele Menschen zunächst gar keinen Zugang zu Kirche oder Religion haben. Sie initiierte den Begegnungs- und Lernort „Out of the Box“, setzt sich mit Kirche und Gesellschaft auseinander, diskutiert über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September, was Kirche hier tun kann und sollte und versucht aber auch die Kirche mit einer „feministischen Theologie“ zu erneuern. Hanna Henekes Gemeindeverband „Emmaus“ erstreckt sich über die Grenze von Halle-Neustadt hinaus, reicht bis nach Angersdorf, Niethleben und Zscherben. Insgesamt 1800 Mitglieder werden von ihr betreut. Trauungen, Beerdigungen, Predigten und Seelsorge-Gespräche gehören zu Ihrer Arbeit, aber Hanna Henke läßt auch Jugendbands in einem Schuppen auf dem Kirchgelände proben, lud in diesem Jahr das zweite Mal zum Tauffest am Heidesee unter dem Slogan „“Auftauchen, Platz nehmen, Leben“, bietet christliches Yoga an, berät Frauen, die häusliche Gewalt erlebt haben, befaßt sich mit den Frauen in der Heiligen Schrift, arbeitete an theologischer Forschung zu Sexarbeit. Für die Pfarrerin sind Feminismus und Tradition, Neues und Altes keine Widersprüche. Die Kirche ist Beides, sagt sie. 1992 geboren, wuchs die Tochter einer Fleischerfamilie in der Altstadt von Halle auf. Nach der Grundschule besuchte sie das Europagymnasium Latina August-Hermann-Francke in Halle und von 2007 bis 2011 die Landesschule Pforta bei Naumburg. 2011 begann Hanna Henke eine Ausbildung zur Krankenpflegerin an der Charité in Berlin. Sie fühlte sich jedoch zur christlichen Seelsorge hingezogen und studierte von 2012 bis 2020 Evangelische Theologie in Leipzig, Montpellier und Halle, schloß mit dem 1. Theologischen Examen ab und nahm noch ein Jahr ein Studium der Arabistik auf. 2020 bis 2023 absolvierte Hanna Henke das Vikariat in der Johannesgemeinde Halle und Diemitz und legte das 2. Theologische Examen ab. Seit April 2023 ist sie Pfarrerin im Kirchengemeindeverband Emmaus Halle. Moderation Carsten TeschRedaktion: Angelika Zapf
Das Festivalradio von MDR Kultur aus Rudolstadt mit allerlei Gästen. Clare Sands aus Irland mit Sinn für Sprache und Tradition. Duo Ruut zu zweit an einer Zither. Und Erinnerungen an Waka Waka 2010 mit Freshlyground. Moderiert von Johannes Paetzold und Jan Kubon.
MDR Kultur sendet Live vom Rudolstadt Festival 2026. Und begrüßt einen verschlafenen Gast aus Wien, lässt sich mit Rian zu einer aus dem Ruder laufenden Hausparty laden und füllt das Studio mit der Band frohe Zukunft. Moderiert von Ellen Schweda und Jan Kubon.
Hexen von Lancashire, Wilder Winkeltanz und Country fernab aller Klischees - Alles dabei, wenn MDR Kultur LIVE vom Rudolstadt Festival sendet. Zu Gast im Studio bei Ellen Schweda und Johannes Paetzold sind u.a. Derya Yildirim und die Vandoliers.
Mit der Zweier-Komödie „Romeo und Julia an der Jukebox“ und der großen Produktion „Cabaret“, einem Musical über das Berlin der 1920er Jahre, und in eigener Regie eröffnete Frank Martin Widmaier die erste Spielzeit. Hausautor Kai O. Schubert entwickelte den Stadtspaziergang „Polizeiruf Eisleben“, bei dem die ganze Stadt zur Theaterbühne wird. Für Kinder gab es die Stücke „Das kalte Herz“ und „Was rappelt in der Kiste“ und auch der Tag des Grundgesetzes wurde am Theater begangen. Die zentrale Feier im Land Sachsen-Anhalt am 23. Mai richteten das Theater Eisleben und die Stiftung gegen Rassismus aus. Zum Ende der ersten Spielzeit inszenierte Frank Martin Widmaier „Münchhausen. Das MusiKal“. Uraufführung war am 6. Juni im Europa-Rosarium in Sangerhausen. Ein bewußtes Signal, sagt der Intendant. „Mit der Uraufführung in Sangerhausen schlagen wir eine Brücke in die Region. Wir möchten damit zeigen, daß unser Regionaltheater überall im Landkreis Mansfeld-Südharz zu Hause ist“. Am 19.06. feierte „Münchhausen. Das MusiKal“ Premiere im Theater Eisleben und kommt am 27.06. noch einmal zu Aufführung. Vor der Sommerpause gibt es dann am 4. Juli das große Theatersommerfest im Theatergarten. Für die kommenden Spielzeit sind weniger Premieren geplant, dafür aber wird eine lange vakante zehnte Stelle im Schauspiel wieder besetzt. Mit dem „NEINhorn“ von Marc-Uwe Kling für Menschen ab Vier wird die kommende Saison eröffnet. Enden soll sie mit einem Dokumentartheater über den Zusammenhang von Bergbau und Luther. Damit soll im Juni 2027 auch eine neue Probebühne eingeweiht werden. In Sindelfingen in Baden-Württemberg wurde Frank Martin Widmaier 1962 geboren. Er studierte Evangelische Theologie, Musikwissenschaft und Germanistik in Tübingen, München und den USA. Während des Studiums konzertierte Frank Martin Widmaier weltweit in der Gächinger Kantorei unter Hellmuth Rilling und wirkte in vielen Opernproduktionen der Ludwigsburger Festspiele mit. Sein erstes Festengagement erhielt er ab 1994 mit einer eigenen Inszenierung an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. 1997 wurde er Künstlerischer Produktionsleiter am Berliner Ensemble und übernahm selbige Position mit Verpflichtung zur Spielleitung an der Oper Frankfurt. Ab 1997 inszenierte Frank Martin Widmaier in Wien, Berlin, München, Frankfurt/ Main, Monte Carlo, Freiburg/ Breisgau, Montpellier und Halle/ Saale. Er arbeitete mit namhaften Regisseuren wie Götz Friedrich, Harry Kupfer, August Everding u.a. zusammen, war Meisterschüler von Ruth Berghaus. Frank Martin Widmaier erarbeitete immer wieder auch verschiedene Produktionen mit aktiv mitwirkenden Kindern und Jugendlichen, um sie an das professionelle Theater heranzuführen und übernahm Lehrtätigkeiten bei den Salzburger Festspielen in der Masterclass für Nachwuchskünstler. Moderation Karoline KnappeRedaktion: Angelika Zapf
Am 23. April wurde sie eröffnet, die 5. Thüringer Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis. Der Frühjahrsflor ist bereits zugunsten einer farbenprächtigen Sommerbepflanzung gewichen. 172 Tage voller Blütenzauber, Begegnungen und besonderer Momente werden bis zum 11. Oktober in der Welt der Gartenkunst versprochen. Leinefelde-Worbis liegt im Eichsfeld, einst ein Dorf und zu Zeiten der DDR zu einem Industriestandort ausgebaut. Nun wird eine Gartenstadt entstehen. Mit dem Slogan „Aussöhnung zwischen Stadt und Landschaft“ hatte sich Leinefelde-Worbis für die Landesgartenschau 2026 beworben. Viele der Investitionen, die wir in den vergangenen Jahren tätigten, sagt Landesgartenschau-Geschäftsführer Stefan Nolte, bleiben dauerhaft bestehen: neue Grünflächen, attraktive Wegeachsen, Sport- und Freizeitangebote. Diese Infrastruktur mache die Stadt nicht nur schöner, sondern auch lebenswerter für kommende Generationen. Vielleicht kommen die jetzigen Besucher einmal wieder, als Touristen, als Fachkräfte oder gar als neue Einwohner. Stefan Nolte sieht die Landesgartenschau als Ausgangspunkt für viele weitere positive Entwicklungen in der Stadt und für die Landschaft. In Leinefelde wurde Stefan Nolte 1974 geboren, dort wuchs er auf. Nach der Schule ergriff er zunächst einen handwerklichen Beruf, absolvierte dann eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten, arbeitete bei der Stadt Leinefelde im Bauamt, nahm noch ein Studium auf, arbeitete im Wirtschaftsamtsbereich, im Bauamtsbereich und wurde schließlich Leiter des Bauamtes der Stadt Leinefelde-Worbis. Hier verantwortete Stefan Nolte zentrale Infrastruktur- und Stadtplanungsprojekte in der Region. Im Januar 2021 übernahm er die Position einer der beiden Geschäftsführer des neu gegründeten Eigenbetriebes Entwicklungsgesellschaft Landesgartenschau GmbH. Ab 2025 hatte Stefan Nolte die alleinige Leitung inne. Moderation Karoline KnappeRedaktion: Angelika Zapf
Katrin Schumacher empfiehlt diese drei Bücher: "Die Frau als Mensch" von Ulli Lust, "Das Leben des Dalai Lama" von Matyáš Namai und Tom Taylor sowie "Das Haus der Türen" von Tan Twan Eng.
Das Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex „Offener Prozess“ in Chemnitz ist der bundesweit erste Erinnerungs- und Bildungsort, der die Perspektive der Opfer von rassistischer Gewalt in den Mittelpunkt stellt. Vor 15 Jahren, am 4. November 2011 enttarnte sich die Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“, kurz NSU, selbst. Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos erschossen sich, Beate Zschäpe stellt sich nach kurzer Flucht der Polizei und wurde 2018 vom Oberlandesgericht München als Mittäterin zu lebenslanger Haft bei besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Im Herbst 2026 entscheidet sich, wie viele Restjahre sie noch verbüßen muß. Zwischen 2000 und 2007 ermordete der NSU zehn Menschen, neun davon aus rassistischen Motiven. Wie soll der NSU-Komplex aufgearbeitet, wie angemessen an die Opfer erinnert werden? Im vergangenen Jahr, am 25. Mai 2025, wurde in Chemnitz „Offener Prozess - Ein Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex in Sachsen“ eröffnet, um diesen Fragen nachzugehen. Neben einer umfangreichen Ausstellung werden Filmreihen, Lesungen, Vorträge und Workshops angeboten. Im Rahmen sogenannter „Critical Walks“ können Besucher soziale und politische Räume erkunden, in denen rechte Dominanz damals ungestört wirken und der NSU unentdeckt agieren konnte. Dominik Intelmann, der den Forschungsbereich verantwortet, versucht in einem Oral History Projekt zu den sogenannten Baseballschlägerjahren noch einmal die langen Linien, die rechtsautoritäre Dynamik in Chemnitz und Umgebung nachzuzeichnen, um zu rekonstruieren, wie es zu den NSU-Morden kommen konnte. Seit Ende Mai läuft eine neue Studie. Der Begriff Baseballschlägerjahre beschreibt den extremen Anstieg rechter, rassistischer Gewalt in den 1990er-Jahren. Das Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex „Offener Prozess“ in Chemnitz kooperiert mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ganz Deutschland. Eine enge Zusammenarbeit gibt es mit der TU Chemnitz. Ein zugängliches Archiv soll aufgebaut werden, daß gezielt die Lücken der offiziellen Erinnerungskultur füllt und den Fokus auf die reale Erfahrung von Betroffenen rechter Gewalt in Südwestsachsen legt. Der Bundestag hat die Förderung des Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex „Offener Prozess“ in Chemnitz für das Jahr 2026 mit Haushaltsmitteln in Höhe von 1,2 Millionen Euro bewilligt. Eine langfristige Finanzierung ab dem kommenden Jahr noch vage. In Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, wurde Dominik Intelmann 1981 geboren. Nach dem Abitur studierte er bis 2011 Philosophie an der TU Chemnitz und bis 2017 Humangeographie an der Goethe-Universität Frankfurt/ Main. Derzeit arbeitet Dominik Intelmann an seiner Promotion zu den Themen: Orte des Kontrollverlustes, Orte der Handlungsfähigkeit: Zur Geographie von Subjektivierungsformen am Beispiel von Chemnitz und Leipzig. Moderation Karoline KnappeRedaktion: Angelika Zapf
Christoph Dittrich, Generalintendant der Städtischen Theater Chemnitz, hatte 2015 die Idee, dass Chemnitz sich als Kulturhauptstadt 2025 bewerben sollte, saß später in den vorbereitenden Gremien und war zwei Jahre Interimsgeschäftsführer der Kulturhauptstadt GmbH. 2021 übernahm Stefan Schmidtke. Zusammen gebaren sie bereits damals die Idee sich für die Ausrichtung des Festivals „Theater der Welt“ im Jahr 2026 zu bewerben. Vom 18. Juni bis 05. Juli nun findet es statt, ausgerichtet von den Theatern Chemnitz, der Festival Academy Brüssel und der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 GmbH. Deutschlands größtes internationales Festival für zeitgenössische Bühnenkunst wird seit 1981 alle drei Jahre in einer anderen Stadt ausgetragen. An 18 Festivaltagen werden in diesem Jahr in Chemnitz 33 Produktionen von Künstlerinnen und Künstlern aus allen Kontinenten zur Aufführung kommen. Erstmals in der Geschichte des Festivals teilte sich ein neunköpfiges internationales Kuratoren-Team die künstlerische Leitung. Fragen von Identität, Herkunft, Machtverhältnissen und Sichtbarkeit ziehen sich durch zahlreiche Produktionen. Eröffnet wird das Festival am 18. Juni mit „Paper Planet“ des australischen „Polyglot Theatre“ und mit der europäischen Erstaufführung von „Split Tooth: Saputjiji“ von der kanadischen Künstlerin Tanya Tagaq.In Dresden wurde Christoph Dittrich 1966 geboren. Bereits während der Schulzeit erhielt er einen Instrumental-. Gesangs- und Chorleiter-Ausbildung. Von 1986 bis 1991 studierte er an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden Tuba, Gesang und Musikpädagogik. Zudem nahm er Kammermusik-Unterricht in der Meisterklasse von Prof. Ludwig Güttler. 1987 gründete Christoph Dittrich das Blechbläser-Ensemble „Dresden Brass Quintet“, mit dem er zahlreiche Konzert gab, Festivals besuchte und CDs aufnahm. Von 1991 bis 2002 war er Musiker und dramaturgischer Mitarbeiter der Elbland Philharmonie Sachsen und von 2002 bis 2012 deren geschäftsführender Intendant. Ab 2006 gab es eine Zusammenarbeit mit dem Theater Junge Generation Dresden. Christoph Dittrich hielt zudem Gastvorlesungen an der TU Dresden und der Dresden International University und promovierte 2008 im Bereich Musikwissenschaften zu Komponisten der 1960er bis 1980er Jahre. Im gleichen Jahr übernahm er die Leitung der Meissner Burgfestspiele. Mit der Spielzeit 2013/2014 wurde Christoph Dittrich Generalintendant der Städtischen Theater Chemnitz. Er ist über diese Tätigkeit hinaus Vorstandsmitglied des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Bühnenvereins, den er von 2010 bis 2019 als Vorsitzender führte. 2020 wurde Christoph Dittrich zum Präsidenten der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gewählt. Moderation: Carsten TeschRedaktion: Angelika Zapf
"An meine Kindheitsjahre in Moskau kann ich mich so gut wie überhaupt nicht mehr erinnern", sagt Katerina Poladjan. Die preisgekrönte Schriftstellerin kam 1971 als Tochter eines Künstlers und einer Kunsthistorikerin zur Welt. Die Familie verließ die Sowjetunion und kam Ende der 70er Jahre nach Deutschland. "Vielleicht ist mein Schreiben mehr und mehr das Umkreisen dieser großen Fragen: Wer bin ich? Woher komme ich?" Im MDR KULTUR Café reflektiert Poladjan ihre Lebensgeschichte, denkt nach darüber, was es für sie heißt, sich als Schriftstellerin gesellschaftlich einzubringen, und erzählt vom Leben auf Lesereisen. Eine Stunde voll kluger Sätze und mitreißender Geschichten mit einem Star der deutschen Gegenwartsliteratur. Die Vertonung ihres Romans Goldstrand steht in der kostenfreien App ARD Sounds zum Hören.Eine Sendung von Ellen SchwedaRedaktion: Gabriele Bischoff
Tupoka Ogette erzählt vom Aufwachsen in der DDR als Schwarze Tochter einer Regimekritikerin, die 1988 mit der Tochter nach West-Berlin übersiedelte, vom tansanischen Vater, der die DDR zuvor verlassen mußte und in seine Heimat zurückkehrte, von der Suche nach Zugehörigkeit, von einem Leben im Widerspruch, von Flucht, Verlust, Sexismus und Gewalt, aber auch von Liebe, Mutterschaft und Selbstermächtigung. „Meinen Zweitnamen Sibylle habe ich so oft es ging verheimlicht. Ich habe der Geschichte und den damit einhergehenden Zuschreibungen und Projektionen, die andere über mich und meinen Namen hatten, mehr Glauben geschenkt als mir selbst. Diese Zeit ist vorbei.“, schreibt Tupoka Ogette in „Trotzdem zuhause“ und fährt fort, „Tupoka heißt auf Deutsch „Die das Glück ins Haus bringt“. Die Sibyllen sind mythologische Gestalten aus der antiken griechischen und römischen Tradition, die als Prophetinnen oder Seherinnen galten. … Ich bin die Tochter von Camilla aus Gera und Ambonesigwe aus Sange. Ich bin Tupoka Sibylle. Ich bin ein Brückenmensch. Das ist doch was“.Tupoka Ogette wurde 1980 in Leipzig als Tochter eines tansanischen Studenten der Landwirtschaft und einer deutschen Mathematikstudentin geboren. In West-Berlin lebte Tupoka Ogette bis zum Abitur. An der Universität Leipzig studierte sie Afrikanistik mit Schwerpunkt Politik und Wirtschaft Afrikas, sowie Deutsch als Fremdsprache und absolvierte 2007 bis 2009 einen Master in International Business an der Graduate School of Grenoble. Von 2008 bis 2012 arbeitete Tupoka Ogette als Lektorin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes an der Université Stendhal in Grenoble. Seit 2012 ist Tupoka Ogette bundesweit als Beraterin und Trainerin im Bereich Rassismuskritik tätig, leitet in Deutschland, Österreich und in der Schweiz Workshops und Fortbildungen, berät Teams und Organisationen. 2017 erschienen ihr Handbuch „exit RACISM“. Rassismuskritisch denken lernen.“ In ihrem podcast „TUPODCAST“ spricht sie mit Schwarzen Frauen über ihr Leben, Wirken und Sein in Deutschland. Zudem gründete sie mit ihrem Team die digitale Akademie „Tupokademie. Die Community“, ein Angebot für Menschen, die rassimuskritisch denken und leben lernen möchten. Tupoka Ogette lebt mit ihrem Mann, dem Künstler und Bildhauer Stephen Lawson, und ihren Kindern in Berlin. Im Penguin-Verlag erschienen zudem die Bücher „Und jetzt du. Rassismuskritisch leben“ und „Tag für Tag aktiv gegen Rassismus“.Moderation Julia HemmerlingRedaktion: Angelika Zapf
Die preisgekrönte Schriftstellerin, zuletzt im März 2026 für ihren Roman "Goldstrand" mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, ist Gast im MDR KULTUR Café.
Über 260 Lesungen laden zum Zuhören auf historischen Plätzen ein, in verträumte Gassen und in romantische Höfe. Zudem wird auf fünf Open-Air-Bühnen und an 35 Veranstaltungsorten wie Kirchen, Ateliers, Cafés, Seniorenresidenzen oder Vereinen ein vielfältiges Literaturprogramm geboten. Zu den diesjährigen Gästen gehören Martina Hefter, die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2024, sowie die Schriftsteller und Schriftstellerinnen Jan Kuhlbrodt, Anja Kampmann, Jens Sparschuh, sowie die 81jährige Stilikone Günther Krabbenhöft. Im Rathaus der Stadt wird Irina Scherbakowa mit Aktuellem aus Osteuropa erwartet. Geplant und organisiert wird das Literaturfestival Meißen von Maria Fagerlund und Daniel Bahrmann in Zusammenarbeit mit zahlreichen Vereinen, Institution und Bürgern der Stadt. Das Literaturfest Meißen wird komplett ehrenamtlich vom veranstaltenden Verein organisiert, wie auch von den 35 Leseorten. MDR Kultur hat sich im Rahmen des ARD-Schwerpunktes „Ehrenamt und Zusammenhalt“ eine ganze Woche lang im Radio mit Fragen und Sichtweisen zum Thema beschäftigt und wird auch Maria Fagerlund zu ihren Erfahrungen mit dem Ehrenamt befragen. Am 23. Mai 2026 feiert das Grundgesetz Geburtstag. Demokratie lebt von Menschen, die mitmachen, sagt Bundespräsident Steinmeier und hat den 23. Mai 2026 zum ersten deutschlandweiten Mitmachtag ausgerufen. In Dresden wurde Maria Fagerlund 1982 geboren, in Plauen im Vogtland wuchs sie auf. Nach dem Abitur absolvierte sie in Leipzig eine zweijährige Berufsausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch, Französischen und Italienisch, der sich ein EU-gefördertes Pflicht-Auslandspraktikum in Frankreich anschloß. Maria Fagerlund gefiel es dort so gut, daß sie nicht zurückkehrte, vier Jahre in Paris blieb und an Rezeptionen, im touristischen Bereich und an einer Sprachschule arbeitete. Die Sehnsucht nach Natur, Stille und Weite führte Maria Fagerlund nach Schweden. Da lernte sie ihren späteren Mann und Vater der gemeinsamen drei Kinder kennen. Sie zogen zusammen nach Irland und lebten drei Jahre in Dublin. 2009 ließ sich die Familie in Berlin nieder, zog dann nach Dresden und 2016 schließlich nach Meißen. Dort stieß Maria Fagerlund, die u.a. als freiberufliche Gästeführerin arbeitet, eher zufällig als Hörerin auf das Literaturfest, wurde 2019 Vorleserin auf der Kinderbühne, kam 2020 zum Organisationsteam und hat heute die Programmleitung inne. Seit 2017/ 2018 engagiert sich Maria Fagerlund zudem im Verein „Bundes Meißen“ und ist seit 2025 im Vorstand des Vereins. Moderation Ellen Schweda Redaktion: Angelika Zapf
Torgau eine Stadt an der Elbe: Im dortigen Jugendwerkhof wurden Jugendliche, die nicht ins System DDR passten, bestraft. Dort herrschte Drill statt Pädagogik. Jahrzehnte später brechen Betroffene ihr Schweigen.
Cocanha im Interview über ihr Album Flame Folclòre, Titi Robins Lovari auf Vinyl, Ahmed Eid besingt palästinensischen Schmerz, The Breath Live, eine Hommage an die Gospelsängerin Mahalia Jackson, Grit Friedrich moderiert
Das Akkordeon ist das Instrument des Jahres. An der Hochschule Franz Liszt Weimar wird Akkordeon seit 1949 unterrichtet. Claudia Buder studierte dort und an der Folkwang Universität der Künste Essen.
Selbstregulierung ist ein Begriff aus der Kybernetik. Peggy Mädler erzählt, wie sie die Kybernetik als Variante der Systemtheorie in der Geschichte der DDR entdeckt hat: als einen kurzen Moment nach dem Bau der Mauer, in dem es in akademischen Kreisen möglich schien, dass die Partei etwas von ihrer totalen Kontrolle abgibT: Peggy Mädler, Jahrgang 1975, wurde in Dresden geboren. Zuletzt war sie erfolgreich mit dem Bestseller „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“ - gemeinsam mit Annett Gröschner und Wenke Seemann. „In den Begriff Selbstregulierung habe ich mich sofort verliebt“, sagt Peggy Mädler. „Allerdings habe ich ihn anfangs stärker auf die persönlichen Beziehungen der Menschen bezogen als auf die gesellschaftlichen Verhältnisse.“ So sei dieser Begriff zum Prinzip ihres Romans geworden. In „Selbstregulierung des Herzens“ organisiert Peggy Mädler Erinnerungen wie ein empfindliches Netzwerk: Liebe, politische Strukturen, Familiengeschichten und technische Wissenschaft greifen ineinander wie Elemente eines Systems. Über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren bis in die Gegenwart suchen ihre Figuren nach Möglichkeiten und Nischen – in der Liebe, in der Datenverarbeitung und in einer Datschensiedlung nördlich von Berlin.Der Roman erscheint bei Galliani. 304 Seiten. Eine Sendung von Carsten TeschRedaktion: Gabriele Bischoff
Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten fanden deutschsprachige Künstler in Kalifornien ein neues Zuhause. Nach 1945 aber wurden sie wegen vermeintlicher kommunistischer Unterwanderung von den US-Behörden verprellt.
"Selbstregulierung des Herzens" heißt der neue Roman von Peggy Mädler. Sie schreibt über Träume eines Programmierers in der DDR. Sie ist Gast im MDR KULTUR Café.
Mit Literatur ins Grüne: Bücher von Marie Laure Cruschi, Judith Schalansky, Norbert Sachser und Niklas Kästner sowie ein von Matthias Jügler herausgegebener Band.
Die Laufbahn des beliebten Schauspielers Florian Stetter begann sehr früh und hält bis heute erfolgreich an. Ob in dem Film Die geliebten Schwestern oder in Sophie Scholl - Die letzten Tage.
Seu Jorge, Brasiliens innovativer Superstar (David Bowie gehörte zu seinen Fans) veröffentlicht ein All Star Album mit seinen Landsfrauen Marisa Monte und Rita Maria. außerdem Neues von Shantel.
Ob im Film Die geliebten Schwestern oder in Sophie Scholl - Die letzten Tage. Die Laufbahn des beliebten Schauspielers Florian Stetter begann sehr früh und hält bis heute erfolgreich an.
Der Schriftsteller Tschingis Aitmatow (1928-2008) wuchs in Schecker einem winzigen Dorf in der kirgisischen Steppe auf. Seine Werke wurden Weltliteratur. Sie verbinden Mythos, Sowjetgeschichte, Identität und Erinnerung.
Als am 26. April 1.23 Uhr der Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl explodierte, war unsere Autorin Olga Kapustina ein Kind. Zusammen mit ihrer Familie wohnte sie 300 Kilometer vom Unfallort entfernt.
Die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl setzte enorme Strahlung frei. Kontaminierte Güterzüge aus dem Osten verbreiteten die radioaktiven Stoffe zusätzlich und verschärften so die Folgen für Mensch und Umwelt.
Gerade war der Sound der wilden 90er noch im Ohr, doch plötzlich sind 20, 30 Jahre vergangen. Wohin geht man, wenn man mit Ü40 mal wieder Tanzen will? Eins steht fest: Es ist nie zu spät, die Nacht zum Tag zu machen.
1943 wird Gert Schramm von den Nazis verhaftet, von der Gestapo verhört und am 20. Juli 1944 ins KZ Buchenwald eingeliefert. Der Grund: Seine Hautfarbe ist schwarz. Mithäftlinge verstecken ihn in der Mitte vom Block.
Ein Mikrofon ist weit mehr als Technik: Es verleiht Stimmen Präsenz, Tiefe und Klarheit und es ist unverzichtbar für alle, die Radio, Podcast, Hörspiel, Feature, Filme, tik-tok oder Insta machen.
Stephen Hawking war einer der größten Physiker unserer Zeit. Trotz seiner Krankheit, die ihn an den Rollstuhl fesselte, erforschte er Schwarze Löcher und das Universum.
Der Frühling bringt das Gefühl von Aufbruch, Veränderung und neuen Möglichkeiten. Ein Reise-Autor begleitet Mitte der 70er-Jahre zu Zeiten des Kalten Krieges den Frühling auf seinem klassischen Weg durch ganz Europa.
1989 suchten tausende DDR-Bürger Zuflucht in der bundesdeutschen Botschaft Prag. Wochenlang harrten sie im Palais Lobkowicz aus. Am 30. September wurde ihre Ausreise verkündet: ein Moment der Hoffnung im Umbruch der DDR.
Johann Sebastian Bach wird 1723 Thomaskantor in Leipzig – er war nur die vierte Wahl des Rates. Trotz vieler Konflikte beginnt hier sein gewaltiger Kantatenzyklus. Ein Feature über Genie, Pflicht und Musikgeschichte.
Der Kormoran ist ein Erfolg des Naturschutzes – und zugleich Auslöser eines heftigen Konflikts. Fischer klagen über leere Netze, während Naturschützer den Schutz der Vogelart verteidigen.
Die Schamanin von Bad Dürrenberg sah Geister, heilte Schmerzen, und sie war schwarz. Den 9.000 Jahre alten Fall rollt die Forschung neu auf. Was sie entdeckt, bringt das Bild von den Europäern der Steinzeit ins Wanken.
Das Feature erzählt vom Entstehen des folgenreichsten Romans von Erich Loest "Es geht seinen Gang oder Mühen in unserer Ebene". Das Buch von 1978 schrieb gegen die Tabus der DDR an: wahrhaftig, witzig und präzise.
Es gelte, den "Personenkult" um Stalin zu beenden. So sagte es sein Amtsnachfolger Chruschtschow 1956. Die Abrechnung mit dem Stalinismus löste im gesamten Ostblock Hoffnung aus. Aber sie blieb unvollendet – bis heute.
Frisches Grün im Winter und Engagement, das Mut macht: Dies ist die Geschichte eines Gärtners, der die Tradition hochhält und dabei an die Zukunft denkt. Und es ist die Geschichte einer unterschätzten Pflanze.