SOMMELIER

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Sie sind Superhelden! Sie sind Sommeliers. Die Experten der Weinwelt, der Worte, der Menschen und des Genusses. Denn sie können einfach alles. Sie sind Gastgeber, Schreiber, Trendsetter, Wissenschaftler, Influencer, Vermittler, Gestalter, Forscher und vieles mehr. Und oft ist es schade, dass man diese Multitalente, die es verstehen, uns in wenigen Minuten zu begeistern, nicht und nirgends länger und intensiver kennenlernen kann. Wie gerne möchte man sie so richtig ausquetschen? Viele von uns denken an kurze und doch prägende Wortwechsel mit diesen versierten Weinprofis, oft jahrelang zurück. Welche Berufsgruppe vermag sonst so nachhaltig zu beeindrucken? Wir präsentieren die Interessantesten unter ihnen und haben mit ihnen gesprochen. In diesem Podcasts schaffen wir es, diese besonderen Charaktere sicht- und greifbar, hörbar und verständlich zu machen und ihnen zu entlocken, was deren Geheimnisse sind. Einmal in der Woche lädt Silvio Nitzsche einen Gast zum mehrstündigen Zwiegespräch und vermag es, höchst persönliche Erfahrungen und echtes Insiderwissen zu einem unterhaltsamen Hörerlebnis zu machen. Silvio Nitzsche betrieb bis zum letzten Jahr über 15 Jahre lang die WEINKULTURBAR in Dresden/Striesen, die vielfach als beste Weinbar Deutschlands ausgezeichnet wurde. Er selbst erhielt nahezu jede branchenrelevante Auszeichnung, wurde mehrfach als „Sommelier des Jahres“ geehrt und erhielt den „Award of Honor“. Damit ist er selbst einer der interessantesten Sommeliers unserer Zeit und geradezu prädestiniert, diesen besonderen Podcast zu hosten. Jeder und jede seiner Gäste bekommt die gleichen Fragen, und doch ist jedes Gespräch anders. Ein Podcast für alle, die Freude am Wein und/oder am Gastgeben haben. Unterstützt und begleitet wird dieses Format von den Weingütern aus dem Programm der Schlumberger Gruppe, die mit den Handelshäusern Schlumberger, Segnitz und Consigliovini sowie dem Bremer Weinkolleg aktiv ist. Die Branchenunterstützung wird in diesen Unternehmen sehr groß geschrieben. Der 2006 verstorbene Hermann Segnitz hat bereits Mitte der achtziger Jahre den „Sommelier des Jahres“ und den „Maitre des Jahres“ ausgelobt und seine tiefe Wertschätzung für diese besonderen Menschen öffentlich kundgetan. Mit diesem Podcast schließen wir an die historische Tradition an und führen sie in zeitgemäßer Form weiter. Sei ein Teil dieses Projekts und folge, like, teile, kommentiere und liebe einfach deinen neuen Lieblingspodcast.

Silvio Nitzsche

Dresden, Sachsen, Deutschland


    • Jul 30, 2026 LATEST EPISODE
    • weekdays NEW EPISODES
    • 1h 40m AVG DURATION
    • 210 EPISODES


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    Latest episodes from SOMMELIER

    Anna Melissa Eßer – Wenn Wein freigeistig wird

    Play Episode Listen Later Jul 30, 2026 126:17 Transcription Available


    Kann man freigeistiger durch diese unsere Weinwelt gehen als Anna Melissa Eßer? Wohl nicht. Warum? Ihr Wirken erscheint so wunderbar geprägt von konventioneller Unabhängigkeit und vinofeeler Neugier. Diese lebendige Unabhängigkeit ist dabei nicht Ausdruck von Widerspruch um des Widerspruchs willen, sondern einer authentischen Bereitschaft, Dinge differenziert zu betrachten und sich ein eigenes Urteil zu bilden. Und so verkörpert sie die Verbindung von Offenheit mit Verantwortung. Sie lebt ein facettenreiches Interesse, ohne dabei die Bedeutung fundierter Kenntnisse und das einfache Sommelièren-Handwerk aus den Augen zu verlieren. Anna Melissa Eßer ist eine Sommelière, die ihr Weinleben bewusst nach den Prinzipien berufsgeistiger Unabhängigkeit, kritischer Branchenreflexion und persönlicher Alltagsverantwortung gestaltet. Sie ist weder Rebellin um des Widerspruchs willen noch bloße Individualistin, sondern eine Persönlichkeit, die ihre Freiheit nutzt, um eigenständig zu denken, verantwortungsvoll zu handeln und offen für neue Erkenntnisse zu bleiben. Anna versteht Freiheit nicht als Beliebigkeit oder als das Recht, sich jeder Weintradition zu entziehen. Hieraus nährt sie ihre geistige Beweglichkeit und den unbedingten Willen, sich weiterzuentwickeln. Also lehnt sie Regeln oder Traditionen nicht ab. Vielmehr fragt sie nach deren Sinn, ihrer Begründung und ihrer Wirkung. Was sie als vernünftig, gerecht oder hilfreich erkennt, wird gerne durchgewunken. Was sie hingegen für unbegründet, einengend oder ungerecht hält, ist sie bereit, infrage zu stellen und gegebenenfalls abzulehnen. Und genau das braucht diese unsere Weinwelt: eine Leichtigkeit mit Bodenhaftung, eine kreativ fundierte Verrücktheit, ein Bewusstsein für die Weinwirtschaft und einen großartigen Blick über diesen Tellerrand. Und so durchlebt sie ihren Alltag mit ihrer sehr persönlichen, ausgeprägten Selbstständigkeit im Denken, Betrachten und Gestalten. Eine Freigeistin wie Anna lässt sich weder von gesellschaftlichem Druck noch von bloßen Erwartungen anderer bestimmen. Sie sucht den Dialog, schätzt den offenen Austausch und ist bereit, ihre Position zu begründen. Dabei weiß sie, dass Gewissheit selten endgültig ist und dass Erkenntnis ein fortlaufender Prozess bleibt. Also eigentlich könnte man meinen, Kant habe Anna Melissa Eßer vor Augen gehabt, als er notierte: „Du hast den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“

    Anna Melissa Eßer – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Jul 29, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Marco Franzelin – Spätburgunder im Deep Dive

    Play Episode Listen Later Jul 23, 2026 174:20 Transcription Available


    Es gibt einen Moment in jeder Sommelierkarriere, an dem jemand anderes für einen entscheidet, weil man selbst gerade keine Zeit hat. Bei Marco Franzelin war das ein Probeschluck, gereicht von einem Kellner, weil der zuständige Sommelier verhindert war. Der Zufall dieses Glases hat einen jungen Mann, der eigentlich zum Koch und Kellner ausgebildet wurde, in eine andere Laufbahn gestoßen. Ausgebildet hat ihn zunächst Heinz Hanner in Mayerling, einem Ort, der in Österreich eher für Kronprinzendramen bekannt ist als für Weinkarten. Von dort aus ging es über das Restaurant Haerlin und, entscheidender, zu Joachim Wissler ins Vendôme nach Bergisch Gladbach. Dort holte er sich 2016 den Rolling-Pin-Titel als Sommelier des Jahres, ein Jahr später zog Gault&Millau mit derselben Auszeichnung nach. Für einen Sommelier Anfang zwanzig ist das eine Doppelung, die in der Branche nicht viele vorweisen können. 2019 zog es ihn und seine Frau Anna Lena in die Schweiz, ins Schloss Schauenstein bei Andreas Caminada in Fürstenau, ein Haus, das regelmäßig auf den Listen der fünfzig besten Restaurants der Welt auftaucht. Vier Jahre blieb er dort Chef-Sommelier, bevor am 23. Dezember 2023 sein letzter Arbeitstag in Graubünden anstand und schon am 12. Januar 2024 der erste im Waldhotel Sonnora in Dreis folgte. Von einem Drei-Sterne-Haus ins nächste zu wechseln, mitten im Winter, mit Frau und ohne nennenswerte Pause dazwischen, sagt wahrscheinlich mehr über den Mann aus als jedes Adjektiv, das man ihm anheften könnte. Im Sonnora arbeitet er nun mit Küchenchef Clemens Rambichler und dessen Frau Magdalena Rambichler zusammen, die selbst über Jahre Chef-Sommelière des Hauses war, bevor sie in die Rolle der Gastgeberin und Mitinhaberin wechselte. Zwei Menschen im selben Fach am selben Tisch, das dürfte für Diskussionsstoff sorgen, der einem Außenstehenden verborgen bleibt. Marco Franzelin selbst beschreibt seine Rolle im Sonnora nüchterner, als man erwarten würde: Wein sei in allererster Linie als Getränk gedacht und nicht als Speisenbegleiter, hat er einmal gesagt, und dass er sich freue, wenn Gäste gezielt Flaschen von der Karte bestellen statt nur der Weinbegleitung zu folgen. Das ist eine andere Ausgangsposition als die vieler seiner Kollegen, die den Wein primär als Verlängerung des Tellers verstehen. Wer mit ihm über den Keller des Sonnora spricht, redet zwangsläufig über gereifte Bestände von Mosel, Saar und Ruwer, die dort seit Jahrzehnten liegen und auf jemanden warten, der sie richtig einordnet.

    Marco Franzelin – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Jul 22, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Jannis Bartsch – Der Maverick der Weinbar-Welt

    Play Episode Listen Later Jul 16, 2026 169:55 Transcription Available


    Noch viel zu wenige, aber gelegentlich eröffnen einige Weinmenschen eine Weinbar. Aber kaum jemand macht es mit so viel Tiefsinn wie Jannis Bartsch. Denn was möchte man eigentlich in einer Weinbar? Möglichst viele Weine probieren können? Check! Normalpreisige Safe-Bet-Weine neben Safe-Haven-Weinen und fair kalkulierten Blue Chips probieren zu können? Check! Mit keinem Sommelier reden müssen, wenn man eine kleine Weinkartenangst besitzt, aber sich mit ihm austauschen zu können, wenn man einfach weinneugierig ist? Check! Willkommen im Bar.rique zu Bremen und willkommen bei Jannis Bartsch. Die Gastronomie war nicht seine erste Leidenschaft und wurde doch nach seinem Studium seine ganz große. Manchmal sind es gerade die Menschen, die nicht den geradlinigen Weg gegangen sind, die einem Beruf seine größte Tiefe schenken. Vielleicht, weil sie sich jedes Wissen selbst erarbeiten mussten. Vielleicht, weil sie nie den Luxus hatten, sich auf Selbstverständlichkeiten zu verlassen. Und vielleicht auch, weil sie sich die Fähigkeit bewahrt haben, Fragen zu stellen, wo andere längst aufgehört haben zu suchen. Bei Jannis verspürt man diese Neugierde, kombiniert mit Demut statt dem gewohnten Selbstverständnis, welches nicht selten aus einer Kellnerlehre heraus resultiert. Jannis Bartsch weiß, was er kann und über den Wein weiß, und doch bringt er den unverstellten Blick eines Menschen mit, der nicht nur lernen, sondern verstehen möchte. Dadurch entsteht oft eine ungewöhnliche Intensität – eine Verbindung zum eigenen Tun, die weniger aus Routine als aus echter Überzeugung wächst. Und verstehen möchte er ohnegleichen. Nicht nur den Wein, nicht nur die Gastronomie als solche, sondern auch die Gäste. Was für eine unglaubliche Gabe. Denn durch sein Studium, in Kombination mit seinem Weinlernweg und seiner noch jungen, aber intensiven Gastronomie-Erfahrung, erkennt er Zusammenhänge, die weit außerhalb der klassischen Denkweisen liegen. Am Ende erinnert Jannis Bartsch daran, dass Meisterschaft nicht allein aus dem Weg entsteht, den man gegangen ist, sondern aus der Tiefe, mit der man ihn gegangen ist. Und seiner war, ist und wird enorm intensiv.

    Jannis Bartsch – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Jul 15, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Anna Ueter - Die autarke Weinhoffnung

    Play Episode Listen Later Jul 9, 2026 135:58 Transcription Available


    Aus dem Wunsch, Flugbegleiterin bei der Lufthansa zu werden, wurde eine der besten Nachwuchssommelièren unserer Republik. Wie das kam, erzählen wir Dir in dieser Episode. Warum das so ist, lässt sich einfach erklären. Anna Ueter hat einen unfassbaren und einzigartigen Feinsinn. Sie lebt pure Aufmerksamkeit und ist wahrscheinlich nicht zuletzt deshalb eines der erwartungsvollsten Hoffnungstalente unserer Republik. Man könnte glauben, das sei angeboren. Wahrscheinlich ist genau das jedoch Unsinn, denn niemand kommt mit einem Weinglas und einer Flasche Wein in der Hand zur Welt. Und doch besitzt sie eine nicht greifbare Gabe. Was das heißt, lässt sich leicht erklären. So verlässt niemand ein Restaurant und sagt: Heute wurde ich exakt im richtigen Augenblick nach einem weiteren Glas gefragt. Dennoch bleibt genau das irgendwo im Gedächtnis hängen, zwischen Mantelgarderobe und Haustür. Anna scheint die Menschen und ihre Weinbedürfnisse zu spüren. Das ist viel seltener als Fachwissen. Es gibt Augenblicke, in denen ein Gastraum einer Bühne ähnelt. Alle bewegen sich, alles geschieht gleichzeitig. Es gibt einen Blick, den manche Menschen wie Anna besitzen. Er schweift nicht ziellos umher. Er sammelt kleine Unregelmäßigkeiten ein. Ein fast leeres Weinglas. Eine Serviette auf dem Boden. Ein Stuhl, der einen Tick zu weit im Gang steht. Es sind winzige Dinge. Für sich genommen bedeutungslos. Doch für Anna Ueter sind diese Dinge nicht bedeutungslos – und wahrscheinlich ist sie genau deshalb schon weitaus mehr als eines der absoluten Nachwuchstalente unserer Republik. Sie ist in der Szene angekommen, brilliert und bereichert diese mittlerweile aus dem Kern heraus. Denn alles zusammen ergibt Ordnung. Und Ordnung ist merkwürdigerweise nie das Ergebnis großer Gesten. Manchmal frage ich mich, weshalb manche junge Talente schon früh alt wirken. Sie sprechen sicher, treten korrekt auf und hinterlassen dennoch den Eindruck eines sauber polierten Weinglases. Alles stimmt. Nichts bleibt hängen. Bei ihr ist es anders. Warum? Anna Ueter besitzt noch Neugier.

    Anna Ueter – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Jul 8, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Dr. Ulrich Sautter – Der Monolith unter den Weinpublizisten

    Play Episode Listen Later Jul 2, 2026 165:38 Transcription Available


    Wenn Du mit Dr. Ulrich Sautter sprichst, brauchst Du noch nicht einmal ganz genau hinzuhören und merkst doch sofort: Nicht wie, sondern das, was er sagt, ist groß, ist besonders, hat Gewicht und hat eine erfahrene Tiefe. Natürlich ist er der Wein-Chefredakteur des Falstaff, und doch ist er mehr. Er ist einer jener seltenen Menschen, die den Raum verändern, noch bevor sie ein Wort gesprochen haben. Nicht durch Lautstärke, nicht durch Macht und schon gar nicht durch jene billige Form von Aufmerksamkeit, die heute oft mit Bedeutung verwechselt wird. Sondern durch etwas wesentlich Seltenes: Gewicht. Schon wenn Du dieses Gespräch hier hörst oder wenn Du ihm zum ersten Mal begegnest, bemerkst Du oft zunächst gar nicht, weshalb er Eindruck hinterlässt. Es fehlt jede offensichtliche Erklärung. Kein übertriebener Charme. Keine einstudierte Eloquenz. Keine kalkulierte Originalität. Und doch bleibt nach einer Begegnung das Gefühl zurück, etwas Substanzielles berührt zu haben. Etwas, das nicht für den Augenblick geschaffen wurde. Vielleicht liegt es daran, dass er aus einer anderen Zeit zu stammen scheint. Nicht als Museumsstück, sondern als Archivar einer Epoche, in der Menschen wussten, dass Charakter wichtiger sei als Selbstdarstellung. Heute wird vieles produziert. Meinungen. Empörungen. Karrieren. Persönlichkeiten. Alles erscheint verfügbar, bearbeitbar und vermarktbar. Doch Dr. Ulrich Sautter wirkt seltsam unberührt von dieser Entwicklung. Als hätte er irgendwann beschlossen, dass Integrität ein besseres Geschäftsmodell sei als Aufmerksamkeit. Eine riskante Entscheidung. Aber offenbar eine erfolgreiche. Und eigentlich definiert es sich leicht, denn Ulrich definiert eine andere Form von Autorität. Eine, die nicht beansprucht werden muss. Sie wird einfach wahrgenommen. Wie ein Gebirge. Niemand diskutiert ernsthaft mit einem Gebirge. Du kannst es mögen oder nicht mögen, seine Existenz bleibt davon vollkommen unberührt. Eine Gemütsstärke, die wahrscheinlich aus der Zeit resultierenden Erfahrung erwuchs. Dadurch definiert er seine ganz eigene Perspektive. Wenn Du lange genug die Weinszene begleitest, erkennst Du, dass die meisten Revolutionen irgendwann zu Traditionen werden und die meisten Gewissheiten später als Irrtümer enden. Er sieht die Dinge gelassener, aber auf keinen Fall gelangweilt, sondern zugleich lebendig interessiert. Und nicht zuletzt definiert sich Uli über seinen ihm eigenen überraschenden Humor. Keinen lauten Humor. Keinen Humor für Bühnen. Sondern jene trockene, präzise Form der Komik, die aus Erfahrung entsteht. Wenn Du lange genug Menschen beobachtest, erkennst Du irgendwann die Absurditäten des Lebens mit einer Gelassenheit, die zugleich freundlich und gnadenlos wirkt. Woher diese Gelassenheit rührt? Wahrscheinlich aus einer seiner größten Stärken, denn Ulrich Sautter kann eines und das besonders gut: zuhören. Eine beinahe ausgestorbene Kunst. Besonders in Milieus wie dem unseren und Professionen wie der seinen, die vom Reden leben. Doch genau darin liegt ein Teil seiner Anziehungskraft. Menschen fühlen sich in seiner Gegenwart oft erstaunlich ernst genommen. Nicht weil er ihnen zustimmt. Sondern weil er tatsächlich zuhört. Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen Warten und Zuhören. Die meisten warten lediglich auf ihren Einsatz. Ulrich hört zu. Und vielleicht ist genau das der Grund, weshalb er so glaubwürdig ist. Nicht wegen seiner Antworten. Wegen seiner Aufmerksamkeit. In einer Welt voller Sender wird ein guter Empfänger und Reflektor zur Rarität. Eine Autorität ohne Inszenierung und gerade deshalb von unschätzbarem Wert.

    Dr. Ulrich Sautter – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Jul 1, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Sebastian Höpfner – Lodi im Deep Dive (plus Bonus - Christoph Nicklas)

    Play Episode Listen Later Jun 25, 2026 208:49 Transcription Available


    Sebastian Höpfner, Jahrgang 1986, aus Flensburg stammend ist kein Herold, der Etiketten vorliest. Er ist eher wie jemand, der einen alten Brief gefunden hat und herausfinden will, wer ihn wirklich geschrieben hat. Dass er dabei zuverlässig bei Antworten landet, die andere nicht mal als Fragen formuliert hätten, gehört zu den Dingen, die man von ihm nach ein paar Minuten schlicht erwartet. ___ Als kleinen Bonus für Dich haben wir uns Christoph Nicklas, einen der absoluten Weinfachmenschen und Fachjournalisten unserer Republik vor das Mikrofon geholt, da sich das berühmte „Judgement of Paris“ im Mai zum 20. Mal jährte und anlässlich dessen die legendäre Vergleichsprobe mit ausgewählten Weinen im Rahmen des vom Meininger Verlag durchgeführten SOMMELIER SPRING SUMMIT, bei dem die besten SOMMELIERS aus dem D-A-CH-Raum nach Neustadt geladen werden, erneut exemplarisch durchgeführt wurde. Und natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, Christoph um seine Eindrücke zu bitten. Angedacht war es als kleiner, 10-minütiger Einspieler, und dann ist doch eine ganze Stunde daraus geworden – und das nicht ohne Grund. DANKE, Christoph Nicklas, für Deine Eindrücke – wir hätten uns noch Stunden austauschen können. ___ Doch zurück zu Sebastian, dessen Weg begann in Flensburg, wo er bei Mäder's Restauration das Handwerk lernte. Den Wein entdeckte er dann nicht im Kurs und nicht aus dem Lehrbuch, sondern im Gourmetrestaurant Die Quadriga des Berliner Brandenburger Hofs: eine deutsche Weinkarte, alle 13 Anbaugebiete mit einer Tiefe, die ihn nach eigenem Bekunden bis heute suchen lässt. Was folgte, war keine geplante Karriere, sondern eine Folge von Entscheidungen, die alle in dieselbe Richtung zeigten: Waldorf Astoria Berlin, Riva Hotel Konstanz, dann ab 2017 bis 2022 als Head-Sommelier im Restaurant Français des Steigenberger Frankfurter Hofs, einem Haus mit Michelin-Stern, in dem er die Weinkarte so aufbaute, als würde er ein Manuskript verfassen. Danach, für knapp zwei Jahre, der Taubenkobel in Schützen am Gebirge in Österreich, eines der bekanntesten Häuser der biodynamisch und naturweinaffin ausgerichteten österreichischen Spitzengastronomie. Seit Januar 2025 ist Sebastian Sommelier im Berliner Drei-Sterne-Restaurant Rutz, das von Marco Müller und dem Inhaberehepaar Anja und Carsten Schmidt geführt wird und seit 2020 als einziges Restaurant Berlins drei Michelin-Sterne trägt sowie zusätzlich den Grünen Michelin-Stern für nachhaltiges Wirtschaften. Die 800 Positionen umfassende Weinkarte des Rutz ist dort sein Instrument. Die Branche hat das alles registriert: Rolling Pin führte Sebastian Höpfner 2024 auf Platz 8 der 50 besten Sommeliers Deutschlands, 2023 unter den Top 50 Österreichs. Der Sternefresser kürte ihn 2023, der Gusto 2025 zum Sommelier des Jahres; der Schlemmer Atlas listete ihn bereits 2020 unter den Top 50. Das ist keine Preissammelmentalität. Das sind Markierungen auf einem Weg, der konsequent in eine Richtung führt: raus aus der Komfortzone, rein in das Unangenehme, das hinterher besser schmeckt. Und was hat das alles mit Lodi zu tun? Fast alles. Sebastian Höpfner hat das Talent, zwischen den Welten zu übersetzen, ohne je zu vergessen, aus welcher er kommt. Sein Leitfaden, Respekt vor der Klassik und Offenheit für die Moderne, beschreibt Lodi besser als jede offizielle AVA-Beschreibung: eine Region, in der Zinfandel-Stöcke aus dem Jahr 1886 neben Winemakers mit Betonei-Tanks und Orangewein aus Picpoul stehen. Wer am Taubenkobel gelernt hat, was nicht-interventionistisches Arbeiten mit Wein bedeutet, und wer am Rutz versteht, warum Nachhaltigkeit kein Marketingbegriff ist, der kann Lodi erklären. Und zwar nicht als Kuriosität, sondern als das, was es ist: eine der bedeutendsten Weinregionen der Welt, die sich über Jahrzehnte erfolgreich geweigert hat, so zu klingen.

    Sebastian Höpfner – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Jun 24, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Difan Xu – Die Demokratisierung des Weingeschmacks

    Play Episode Listen Later Jun 18, 2026 137:31 Transcription Available


    Difan Xu hat vermutlich nie besonders viel Energie darauf verwendet, dem Bild zu entsprechen, das andere von einer Sommelière erwarten. Das fällt auf, weil die Weinwelt seit jeher eine gewisse Vorliebe für Rollenbilder besitzt. Es gibt den unnahbaren Experten, den wandelnden Jahrgangskatalog, den Hüter geheimer Kellerbestände und den Mann – meistens ist es tatsächlich ein Mann –, der nach drei Minuten Gespräch den Eindruck vermittelt, als würde er seit seiner Geburt in einem Burgunderfass wohnen. Die Weinbranche hat sich über Jahrzehnte ihre eigenen Rituale geschaffen, ihre eigene Sprache, ihre eigenen Formen der Zugehörigkeit. Wer dazugehört, versteht die Codes. Wer sie nicht versteht, fühlt sich oft schon nach wenigen Minuten wie ein Tourist im falschen Stadtviertel. Difan Xu wirkt, als hätte sie diese Spielregeln irgendwann registriert und anschließend beschlossen, sich nicht weiter davon beeindrucken zu lassen. Viele Fachleute beginnen mit Menschen und enden bei Produkten. Die Aufmerksamkeit verschiebt sich. Plötzlich geht es um Etiketten und Namen. Das Gespräch wird technischer, präziser, detaillierter. Daran ist nichts falsch. Fachwissen gehört schließlich zum Beruf. Irgendwann besteht jedoch die Gefahr, dass man sich stärker für den Wein interessiert als für die Person, die ihn trinken soll. Bei Difan Xu hat diese Verschiebung nie stattgefunden. Vielleicht liegt das daran, dass sie Wein grundsätzlich anders betrachtet. Kaum ein anderes Genussmittel besitzt eine vergleichbare Fähigkeit, Unsicherheit auszulösen. Niemand entschuldigt sich dafür, wenig über Kartoffeln zu wissen. Wein passiert genau das ständig. Menschen entschuldigen sich für ihre Vorlieben. Sie rechtfertigen ihren Geschmack. Sie haben Angst, die falsche Frage zu stellen oder die falsche Flasche auszuwählen. Dort beginnt die eigentliche Stärke von Difan Xu. Sie scheint verstanden zu haben, dass die meisten Gäste nicht nach einem perfekten Wein suchen. Sie suchen Sicherheit. Nicht die Sicherheit, den besten Jahrgang ausgewählt zu haben. Sondern die Sicherheit, willkommen zu sein. Die Sicherheit, dass niemand über sie urteilt. Die Sicherheit, dass ihre Vorlieben ernst genommen werden. Das klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht. Wobei, bei Difan schon. Genau an diesem Punkt wird aus einer Sommelière wie Difan Xu, eine Übersetzerin. Denn eine große Weinübersetzerin bewegt sich ständig zwischen zwei Welten, die einander näher sind, als sie glauben, und sich dennoch regelmäßig missverstehen. Auf der einen Seite steht der Wein. Nicht als Produkt, sondern als Ergebnis zahlloser Entscheidungen. Auf der anderen Seite steht der Gast. Auch er bringt eine Geschichte mit an den Tisch. Erfahrungen, Vorlieben, Unsicherheiten, Erinnerungen und Erwartungen. Eine perfekte Weinübersetzerin, wie Difan versteht beide Seiten. Und genau darin liegt die höchste Form dieses Berufs. Eine perfekte Weinübersetzerin macht Wein nicht kleiner. Sie vereinfacht ihn nicht. Sie nimmt ihm weder seine Tiefe noch seine Komplexität. Stattdessen verkleinert sie die Distanz zwischen Wein und Mensch.

    Difan Xu – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Jun 17, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Max Johne - Große Weine, kleine Gesten

    Play Episode Listen Later Jun 11, 2026 151:07 Transcription Available


    Es gibt in der Welt des Weins eine merkwürdige Versuchung. Je tiefer jemand in die Materie eintaucht, desto größer wird oft die Gefahr, dass er irgendwann beginnt, den Wein selbst für den wichtigsten Gast am Tisch zu halten. Der Wein wird zum Hauptdarsteller. Der Gast zur Statisterie. Der Beruf des Sommeliers wird missverstanden. Bei Max Johne entsteht dieser Eindruck nicht, denn er lebt einen aktiven Gegentrend. Was das heißt? Zu allererst versucht er nicht Komplexität für Bedeutung zu halten. Oftmals weiß ein Gast durch den Weinkellner mehr über die Hangneigung eines Weinbergs als über den Menschen, der ihm den Wein eingeschenkt hat. Max zeigt sich. Er ist für den Gast da und dann sekundär für die Weine. Und Max ist nicht nur greifbar, sondern er sieht seine Gäste. Von außen betrachtet scheint er sich um Flaschen zu drehen. Um Etiketten. Um Regionen, Rebsorten und Jahrgänge. Tatsächlich sieht er einen großen Teil seiner Arbeit in etwas anderem. Das ist das lesen der Menschen und nicht der Weine. Der Unterschied zwischen Information und Erfahrung. Denn ein Wein ist zunächst nur eine Flüssigkeit. Er wird erst interessant, wenn jemand auf ihn reagiert, ihn interpretiert, ihn inszeniert und ihn für den perfekten Zeitpunkt präpariert. Max Johne scheint genau für diese Zwischenelemente ein besonderes Gespür entwickelt zu haben. Und er hat sein Handwerk – und das ist der zweite sehr ungewöhnliche Punkt – von der Pike auf gelernt und ist die einzelnen möglichen Stationen bewusst durchlaufen. Statt direkt nach der Ausbildung eine Chefposition anzustreben, wollte er lernen. Alles. Von den Besten. Gerade in einem Beruf, in dem Positionen jung vergeben werden und Eitelkeit manchmal schneller befördert wird als Erfahrung, braucht es viel Charakterfestigkeit, warten und lernen zu können. Und das, was Max Johne nun mit zwanzig Jahren Berufserfahrung präsentiert, ist das Ergebnis davon. Perfekter Service als Stilelement. Wein als Handwerkzeug. Weinberatung als Bindeglied für ein perfektes Restaurant-Wein-Erlebnis. Das ist das Fundament. Und darauf erlebt man ganz viel Max Johne – als Persönlichkeit, als Mensch. Nicht darstellend, sondern begleitend. Nicht vorne, sondern genau da, wo es gebraucht wird.

    Max Johne – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Jun 10, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Claudius Unger - (Un)kontrollierte Weinintuition

    Play Episode Listen Later Jun 4, 2026 152:31 Transcription Available


    Claudius Unger ist definitiv kein Sommelier im klassischen Sinne. Im „Blauen Engel“ in Aue, den er gemeinsam mit seinem Bruder Benjamin führt, ist er ein hochverdichtetes Hybrid-Talent aus Serviceintelligenz, purem Weinerlebnis und situativer Präzision. Sommelier ist für ihn kein Berufsbild, sondern eine Funktionsverschiebung: weg von der Rolle, hin zu einem beweglichen System aus Wahrnehmung, Anpassung und radikaler Gegenwärtigkeit. Man könnte sagen: Er ist das Ergebnis einer Gastronomie, die sich nicht mehr über reine Dienstleistung definiert, sondern über Interpretation. Und genau dort bewegt sich Claudius Unger mit einer Selbstverständlichkeit, die nicht konstruiert wirkt, sondern gewachsen – destilliert über Jahre, über Flaschen hinweg, über Gespräche, die sich oft länger entfalten als die gesamte gastronomische Familiengeschichte selbst. Dabei arbeitet er nicht gegen die Tradition, sondern durch sie hindurch. In der nüchternen Betrachtung ist er ein hochfunktionaler Generalist innerhalb eines extrem spezialisierten Feldes. Er liest nicht nur Wein, er liest Situationen. Mikrospannungen am Tisch, verschobene Blickrichtungen, unausgesprochene Hierarchien zwischen Gästen – all das wird Teil seiner Sensorik. Und der Wein ist dabei nicht Kulisse, sondern präzises Werkzeug dieser Wahrnehmung. Doch jede reine Kompetenzbeschreibung greift zu kurz, weil sie ihn in ein statisches System zwingt. In Wahrheit ist er ein bewegliches Koordinatensystem aus Erfahrung, Intuition und kalkulierter Improvisation. Wo andere im Aromarad argumentieren, setzt er einen Satz, der Situationen entkrampft, bevor sie sich verfestigen. Keine Überhöhung, keine Mystifizierung – sondern eine Sprache, die Wein wieder zugänglich macht, noch bevor er beschrieben wird. Dieser Allrounder innerhalb der Sommelier-Welt bewegt sich permanent im Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Kontrollverlust. Zwischen der exakten Temperatur eines Weins und der unexakten Temperatur eines Raums. Zwischen technischer Präzision und sozialer Unschärfe, die kein Lehrbuch vollständig abbilden kann. Ach, und habe ich eigentlich schon über seine Vorliebe für mit Weinhefen gebraute Biere gesprochen? Brauche ich nicht, das macht er selber am besten.

    Claudius Unger – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Jun 3, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Christian Scholz – Der Archivar des Geschmacks

    Play Episode Listen Later May 28, 2026 134:54 Transcription Available


    Natürlich ist der Weinservice von Christian Scholz fast wie eine kleine Aufführung. Präzise Bewegungen, ein intuitiv definierter Tonfall, ein Vokabular, das sich zwischen Gästerespekt und tiefgründiger Kennerschaft bewegt. Und natürlich ist er auch einer der Weinmenschen, die nicht nur einschenken, sondern positiv inszenieren. Ist er doch der Chef-Weinkellner in einem der derzeit gefragtesten Restaurants unserer Republik. Dem Restaurant Haerlin im Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg, einem jener Orte, an denen große Namen, große Flaschen und große Erwartungen täglich aufeinandertreffen. Und eben genau dort begegnet Christian Scholz dem Wein nicht wie ein Schatzanbeter, sondern eher wie ein Kurator. Ein Treuhänder von sage und schreibe 100.000 Flaschen. Und er versteht, dass große Weine nicht deshalb groß sind, weil sie teuer sind, sondern weil sie etwas erzählen. Und er archiviert diese Geschichten über Herkunft, über Zeit, über Geschichte und natürlich über die Menschen. Nicht, weil Archivare staubige Verwalter wären. Sondern weil sie entscheiden, was bewahrt und vermittelt werden muss. Er wirkt nicht wie jemand, der sich vom bloßen Prestige beeindrucken lässt. Das ist in einer Branche, in der Etiketten gelegentlich fast mehr Aufmerksamkeit bekommen als Inhalte, bemerkenswert. Große Weine interessieren ihn – aber nicht als Trophäen. Sondern als kulturelle Objekte mit Aussagekraft. Ein Sommelier wie er sammelt nicht wahllos Worte, Geschichten und Wein. Er bewertet. Trennt Substanz von Dekoration. Dauer von Trend. Relevanz von Lärm. Und genau das scheint Christian Scholz auszuzeichnen. Diese Episode ist kein Spaziergang durch gefällige Lieblingsweine. Sie ist ein Gespräch über Verantwortung, über Geschmack, über Mechanismen einer Branche, die zwischen echter Leidenschaft und perfekter Selbstinszenierung pendelt. Er ist kein Fachmann für einfache Antworten. Zum Glück.

    Christian Scholz – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later May 27, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Moritz-Christian Brand – Central Coast im Deep Dive

    Play Episode Listen Later May 21, 2026 146:18 Transcription Available


    Moritz-Christian Brand, Jahrgang 1990, ist einer jener Sommeliers, bei dem man spürt, dass er die Weinwelt ein klein wenig langsamer und interessanter drehen lässt. Nach dieser Episode wirst Du den Wunsch entwickeln, mit ihm einen langen Abend zu verbringen – weil er Wein versteht, wie ein alter Territoriumsheld sein Land definiert: aus dem Bauch, mit echter Zuneigung, ohne daraus eine Predigt zu basteln. Das ist keine Lebensweise, die er abends in den Spind hängt. Das ist ein Handwerk, das man sich erkämpft, Station für Station, mit den Händen, mit dem Gaumen, mit jenem Sturschädel, den die Besten dieser Zunft alle besitzen. Seine Lehrjahre begann er im Relais & Châteaux Hotel Bayerisches Haus in Potsdam. Was folgte, war eine Dekade Sternegastronomie: Gourmetrestaurant Lerbach unter Dieter Müller, Restaurant Nils Henkel (zwei/drei Sterne) in Bergisch Gladbach, die MS Europa, dann München – stellvertretender Chefsommelier im Tantris, schließlich Chefsommelier im Restaurant Atelier des Hotel Bayerischer Hof, ebenfalls drei Sterne. 2017 übernahm er mit seiner Frau Julia das Hotel Stadt Kassel in Rinteln – ein Traditionshaus, das durch diese Übernahme in eine andere Liga trat. Das Restaurant Fachwerk wurde zum Beweis, dass Spitzenqualität keine Metropole braucht. Die Weinkarte wuchs auf über 1.500 Etiketten aus 14 Ländern. Die Branche reagierte: Der German Wine List Award 2022 (VINUM) kürte das Fachwerk zum Sieger in der Kategorie Gutbürgerliche Küche; VINUM vergab zusätzlich die „Weinkarte des Jahres 2022”. Ebenfalls 2022 folgte die Ehrung „Ausgezeichnetes Weinkonzept” durch VDP und Meininger Verlag – ein Preis, der an die Person gebunden ist, nicht ans Haus. Das Deutsche Weininstitut kürte das Fachwerk 2024 zum Sieger in der Kategorie „Gehobene Gastronomie”. Hinzu kommen der Wine Spectator Best of Award of Excellence und die Aufnahme in die Star Wine List – beide als einziges Haus Niedersachsens. Das Rolling Pin Magazin listete Brand regelmäßig unter den 50 besten Sommeliers Deutschlands; die Jeunes Restaurateurs Deutschland nahmen Julia und Moritz Brand 2024 als Mitglieder auf. Man könnte das einen Aufstieg nennen. Moritz würde sagen, das sei das Ergebnis davon, dass man die Arbeit richtig macht. Damit hätte er recht. Heute bringt er uns die Central Coast Kaliforniens – nicht Napa, nicht Sonoma. Eine topografisch zerrissene, klimatisch polarisierte Weinlandschaft, die Burgunder und Rhône-Sorten ebenso beherbergt wie Bordeaux-Varietäten, Küstennebel und Mittelmeerwärme auf 450 Kilometern vereint – und Geduld wie Präzision verlangt.

    Moritz-Christian Brand – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later May 20, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Sebastian Russold - Der Sommelier als Systemkritiker

    Play Episode Listen Later May 14, 2026 197:34 Transcription Available


    Sebastian Russold ist einer der Menschen, die ein System erst vollständig durchdringen, um es dann von innen zu erschüttern. Nicht aus Zerstörungslust. Nicht aus Eitelkeit. Sondern weil sie als Einzige wirklich verstehen, was auf dem Spiel steht — und deshalb als Einzige nicht schweigen können. Was ihn von den meisten seiner Kollegen unterscheidet, ist nicht der Titel — obwohl der Titel außergewöhnlich ist. Bester Jungsommelier Deutschlands 2018, Bester Sommelier Deutschlands 2021 und 2022. Zwei Generationen desselben Sieges, als hätte er beweisen wollen, dass das erste Mal kein Zufall war. Aber der Titel ist nicht der Mensch. Der Mensch ist das, was nach dem Titel kommt. Genuss, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit — das ist Sebastians eigene Formel. Es ist eine politische Aussage. Eine, die der Branche ins Gesicht sagt: Schönheit ohne Struktur ist Dekoration. Erfahrung ohne Verantwortung ist Selbstbedienung. Und wer Genuss predigt, während er seine Mitarbeiter ausbrennt, hat den Begriff nicht verdient. Diese Trias ist kein Leitbild für eine Website. Sie ist die Weltanschauung eines Mannes, der früh begriffen hat, dass der eleganteste Wein der Welt nichts legitimiert — keinen Sexismus hinter den Kulissen, keine Hierarchie, die Demütigung als Ausbildungsmethode versteht, keine Nostalgie, die sich als Qualitätsstandard verkleidet. Genuss verpflichtet. Sebastian Russold hat das verinnerlicht, während andere es noch buchstabieren. In dieser Episode tut Sebastian Russold etwas, das in seiner Branche ungefähr so üblich ist wie offene Fenster in einem Weinkeller: Er spricht. Er hätte erzählen können von den Möglichkeiten, den Reisen, allem, was dieser Titel ermöglicht hatte. Das hätte man erwarten können — Demut zeigen, Bescheidenheit, nicht kontrovers auffallen in einem konservativen System. Er verweigerte diese Erwartung. Komplett. Ohne Entschuldigungsformel. Was er stattdessen sagte — Sexismus, Rassismus und Mobbing sind in vielen Betrieben noch an der Tagesordnung — ist deshalb so bemerkenswert, weil er es nicht als Außenseiter sagte, nicht als Quereinsteiger, nicht als jemand, der das System nie wirklich bewohnt hat. Er sagte es als Bester Sommelier Deutschlands. Als jemand, dem das System gerade seinen höchsten Titel verliehen hatte. Als jemand, der — hätte er geschwiegen — ungestört von Preisverleihung zu Preisverleihung hätte gleiten können, lächelnd, geschätzt, ungefährlich. Dieser Verzicht auf Ungefährlichkeit ist das Mutigste, was ein Mensch in einem konservativen Beruf tun kann. Sebastian Russold ist kein Rebell um des Aufruhrs willen. Er ist kein Ideologe, der Wein als Vehikel für Weltanschauung missbraucht. Er ist etwas Präziseres und Schwierigeres: ein Mann, der seinen Beruf so tief liebt, dass er ihm die Wahrheit zumuten will.

    Sebastian Russold – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later May 13, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Gabriele Heins - Ein Leben gegen die Mittelmäßigkeit

    Play Episode Listen Later May 7, 2026 92:30 Transcription Available


    Gabriele Heins ist Chefredakteurin eines der prägendsten und einflussreichsten kulinarischen Magazine unserer Republik. Der Titel klingt nach Büro, nach Redaktionskonferenz, nach dem Geruch von kaltem Kaffee und überhitzten Druckern. Und doch eines vorweg: Der Titel lügt, denn vielmehr ist sie eine Architektin von Momenten, eine Kuratorin des Unübersehbaren, eine Frau, die den Unterschied zwischen Leben und Lebensqualität nicht akademisch versteht, sondern physisch – mit allen verfügbaren Sinnen gleichzeitig, gefühlt rund um die Uhr, ohne Grenzen. Ihr Magazin ist kein Heft. Es ist ein Argument. Das Argument lautet: Genuss ist keine Dekadenz, sondern Demokratie. Und wer behauptet, keine Zeit für das Gute im Leben zu haben, hat schlicht die falschen Prioritäten. Du hättest Dir Gabriele Heins sehr wahrscheinlich, falls Du sie nicht persönlich kennst, anders vorgestellt. Vermutlich schärfer. Vermutlich kälter. Eine Frau, die seit 25 Jahren durch die Katakomben des deutschen Gourmet-Journalismus marschiert, Wettbewerbe juriert und Chefköche interviewt, sollte nach der Erwartung vieler die freundliche Wärme einer Schiefergrube ausstrahlen. Nach der Episode weißt Du: Du lagst falsch. Das kommt vor. Gabriele Heins ist seit März 2024 Chefredakteurin des Feinschmecker – Deutschlands stilprägendem kulinarischen Lifestyle-Magazin des Jahreszeiten Verlags – und das ist ungefähr so, als würde man sagen, Keith Richards spiele ein bisschen Gitarre. Technisch korrekt. Fundamental unzureichend. Sie ist in Bremen aufgewachsen, studierte Germanistik, Romanistik, Publizistik und Geschichte in Göttingen, Bordeaux und Hamburg. 1999 wechselte sie zum Jahreszeiten Verlag – zunächst als Reiseredakteurin, später als Ressortleiterin Food, Wein & Lifestyle. Fünfundzwanzig Jahre. Das bedeutet: Sie hat den Feinschmecker nicht übernommen. Sie hat ihn von innen heraus verstanden – Ausgabe für Ausgabe, Verkostung für Verkostung, Druckfahne für Druckfahne – bis zu dem Moment, wo die Leitung des Magazins keine Beförderung mehr war, sondern eine logische Konsequenz. Nicht als Bürotier. Nicht als Konzeptverwalterin. Als Frau, die ihren Beruf als Feldarbeit versteht, als fortlaufende, niemals abgeschlossene Recherche in dem größten und chaotischsten Labor der Welt: dem menschlichen Appetit. Und dabei langweilt sie Mittelmäßigkeit auf eine Weise, die sie körperlich anstrengt. Sie sucht das Echte, das eine Reportage über die Sardinenkonservenfabriken mit derselben Begeisterung vermittelt wie ein Profil über einen Drei-Sterne-Koch. Und irgendwo zwischen der ersten und zweiten Seite, zwischen dem zweiten und dritten Schluck, zwischen dem Ende eines langen Tages und dem Beginn einer neuen Idee – lächelt sie.

    Gabriele Heins – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later May 6, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Carine Patricio – Die Wein-Kosmopolitin

    Play Episode Listen Later Apr 30, 2026 171:55 Transcription Available


    Carine Patricio ist die Kategorie Weinfachfrau, die einen Raum nicht betritt – sie redefiniert ihn. Doch was macht sie eigentlich so besonders? Das ist recht einfach erklärt, denn sie braucht keine Bestätigung vom Raum. In einer Branche, die traditionell Männern gehörte wie Kolonien ihren Kolonisatoren, hat sie sich nichts erkämpft – sie hat es schlicht eingenommen, mit der Nonchalance von jemandem, dem die Alternative nie als Option erschien. Sie kennt den Unterschied zwischen Anpassung und Unterwerfung, und sie würde sich niemals unterwerfen. Sie spricht viele Sprachen, aber nicht alle akzentfrei – sie spricht sie lebendig. Mit Fehlern, die Charakter haben. Mit genau diesen Akzenten, die ihre Geschichte erzählen. Sie weiß, dass ein Schweigen auf Chinesisch etwas anderes bedeutet als ein Schweigen auf Französisch, und sie beherrscht beide Versionen mit der Selbstverständlichkeit einer Frau, die gelernt hat, zuzuhören, bevor sie urteilt – was in dieser Welt, nebenbei bemerkt, eine radikale Tat ist. Portugiesisches Blut, das nach Granit und Atlantik riecht, durch Pariser Kellergänge gejagt, von Hamburger Hafenwinden aufgeraut und schließlich von der Mosel zu etwas Scharfem, Unbestechlichem, gefährlich Präzisem destilliert. Was dabei herauskam, ist keine Sommelière im herkömmlichen Sinne. Was dabei herauskam, ist ein Urteil mit Beinen. Paris hat ihr beigebracht, dass Sprache Macht ist. Hamburg hat ihr beigebracht, dass Macht nichts mit Lautstärke zu tun hat. Und die Mosel – diese irre, senkrechte, schiefer-verrückte Mosel – hat ihr beigebracht, dass das Beste immer dort wächst, wo es eigentlich unmöglich ist. Sie besitzt keinen wirklichen Heimatort. Sie besitzt Heimatgefühle – plural, widersprüchlich, gleichzeitig. Irgendwo zwischen all ihren Wohnorten und Stationen als Sommelière hat sie aufgehört, sich zu fragen, woher sie kommt, und begonnen, sich zu fragen, wohin sie denkt. Sie lässt sich nicht kategorisieren, was bestimmte Menschen rasend macht. Konservative finden sie zu wild. Progressive finden sie zu unbequem. Was sie besonders macht? Sie hat gelernt, Widersprüche zu bewohnen. Und im professionellen Sinne trinkt sie ihre Weine nicht. Sie verhört sie. Einen Riesling bringt sie zum Reden wie ein Detective einen Verdächtigen – ruhig, methodisch, mit der stillschweigenden Gewissheit, dass die Wahrheit herauskommt, ob der Wein will oder nicht. Und wenn er lügt – zu viel Holz, zu wenig Seele, ein Etikett, das mehr verspricht als die Traube je halten konnte – dann ist ihr Schweigen das vernichtendste Urteil, das ein Winzer je kassieren kann.

    Carine Patricio – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Apr 29, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Justin Leone – Sonoma im Deep Dive

    Play Episode Listen Later Apr 23, 2026 151:57 Transcription Available


    Justin Leone ist einer jener Sommeliers, bei denen man nach wenigen Minuten begreift, dass Wein für ihn weder Dekoration noch Disziplinübung ist, sondern eine Form von gelebter Aufmerksamkeit. Wer ihm zuhört, merkt sehr schnell, dass hier kein bloßer Sammler von Jahrgängen, Etiketten und Trophäen spricht, sondern ein Gastgeber mit Weltläufigkeit, Kellerinstinkt und einer ausgesprochen eigenen Handschrift. Der gebürtige Kanadier hat unter einigen der renommiertesten Namen der internationalen Spitzengastronomie gearbeitet – bei Grant Achatz' Alinea in Chicago, bei Marcus Wareing in London und als Chef-Sommelier im Tantris in München. Dazu kommen Stationen in Burgund, wo er beinahe ein Jahr lang unter Nicolas Potel und bei Domaine de Bellene arbeitete – aus der Überzeugung heraus, dass kein Sommelier glaubwürdig über Herkunft sprechen sollte, ohne selbst Erde an den Händen gehabt zu haben. Auszeichnungen folgten nicht zufällig, sondern fast zwangsläufig: der „Prix Le Montrachet“ als bester Burgunder-Sommelier Deutschlands, 2013 der Titel „Sommelier of the Year, Germany“ durch Rolling Pin sowie in den vergangenen Jahren mehrere internationale Ehrungen rund um Weinliste und Pairing. Heute ist Leone nicht nur Autor von Just Wine, sondern vor allem die treibende Kraft hinter Sticks & Stones – A Terroir Bar by Justin Leone in München, einem Ort, der 2025 bei den World's Best Wine Lists Awards als globale Gewinneradresse in der Kategorie Best Wine Bar List ausgezeichnet wurde. Wer ihn beschreibt, sollte deshalb vorsichtig sein mit Superlativen: Nicht, weil sie unzutreffend wären, sondern weil sie zu klein wirken könnten für eine Persönlichkeit, die Fachwissen, Energie, Musikalität und Gastgeberqualität so selbstverständlich verbindet. Und heute widmet er sich mit uns einer Region, die nicht die lauteste, wohl aber eine der intelligentesten Weinlandschaften Nordamerikas ist: Sonoma County. Einer Gegend, die sich der bequemen Einordnung mit bewundernswerter Konsequenz verweigert. Sonoma ist nicht bloß die grüne, kühlere, freundlichere Ergänzung zu Napa. Sonoma ist ein Mosaik aus Küste, Gebirge, Tälern, Windschneisen, Nebelzonen und Wärmeinseln – eine Region, die Pinot Noir, Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Zinfandel und Sauvignon Blanc nicht nebeneinander duldet, sondern ihnen sehr unterschiedliche, oft erstaunlich präzise Bühnen baut. Wer Kalifornien nur über Macht, Reife und Sonnenlicht versteht, übersieht hier fast alles Entscheidende. Sonoma erzählt die andere Geschichte: von Luft, Spannung, Topografie, Nachhaltigkeit und der Fähigkeit, Widersprüche in Wein zu verwandeln.

    Justin Leone – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Apr 22, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Julian Grampp – Jenseits der Weinkonvention

    Play Episode Listen Later Apr 16, 2026 167:07 Transcription Available


    Und dann bist Du Gast von Julian Grampp und merkst ziemlich schnell: Das hier ist keiner von denen, die Wein erklären wie eine Bedienungsanleitung für einen Toaster. Kein „Noten von…“, kein „Anklänge von…“, kein rhetorisches Origami. Julian arbeitet eher wie ein guter Taschendieb – du merkst erst später, dass er dir etwas entwendet hat. In diesem Fall: deine alten Vorstellungen von Wein. Vielleicht sogar deine Beziehung zu dem, was Trinken eigentlich bedeuten kann. Er redet nicht viel über Technik und was genau und wie er es sagt, bleibt. Während andere Sommeliers dich überzeugen wollen – manchmal auch, um am Ende eine teurere Flasche zu verkaufen – hat Julian dieses irritierende Desinteresse daran, ob du ihm zustimmst. Und genau deshalb tust du es. Sein Zugang ist kein Trend, kein Konzept, kein modisches Naturbekenntnis. Es ist stiller Trotz. Gegen das Glatte. Gegen das Berechenbare. Gegen diesen sterilen Perfektionismus, der Wein manchmal so spannend macht wie ein Business-Meeting ohne Ausgang. Er widerspricht nicht – er ignoriert. Und genau darin liegt die Eleganz. Denn bei ihm geht es nie nur um die Flasche. Es geht um den Winzer, um die Reise, um Gefühl. Um Herz. Um Liebe. Und ja, auch um Geld – aber nie nur darum. Man könnte sagen, er ist ein Sommelier jenseits der Konvention. Oder einfach jemand, der keine Lust auf Unsinn hat. Beides stimmt. Er vertraut dem Produkt – fast schon traditionell und gerade deshalb modern. Kein Sicherheitsnetz. Wenn der Wein etwas kann, zeigt er es. Wenn nicht, dann nicht. Und genau das ist es: Julian Grampp nimmt Wein ernst, aber sich selbst nicht zu wichtig. In einer Branche, die gern aus jedem Glas eine Weltanschauung baut und daraus einen Lifestyle formt, bleibt er bei etwas Schwierigerem: Klarheit. Raum für Gespräche. Für echte Beziehungen. Für das, was wirklich passiert. Der leise Revolutionär im Glas? Ja – aber ohne Dramatik. Eher wie jemand, der längst weitergereist ist, während andere noch diskutieren. Hier öffnet dir jemand eine Tür. Und wenn Du es hörst, weißt Du, was ich meine.

    Julian Grampp – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Apr 15, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Axel Bode – Aus Liebe zum Wein

    Play Episode Listen Later Apr 9, 2026 130:17 Transcription Available


    Axel Bode ist kein wandelnder Hyper-Sommelier, sondern eher eine Art lebender Algorithmus, der in Echtzeit entscheidet, welche Flasche Wein nicht nur zu welchem Gast, sondern auch an genau diesem Tag leise, aber präzise funktioniert. In seinem Weinrestaurant Witwenball wird Genuss nicht inszeniert, sondern selbstverständlich gelebt – irgendwo zwischen Essen und Trinken, zwischen Erwartung und dem, was tatsächlich im Glas passiert. Doch seine eigentliche Stärke ist nicht sein schier vinophiles Allwissen, sondern eine bemerkenswert ausgeprägte Form von Menschenkenntnis. Er setzt sie nicht laut ein, nicht demonstrativ, sondern mit einer Ruhe, die keine Gegenrede provoziert und auch nicht notwendig macht. Er scheint mehr Verständnis für Menschen zu haben als viele andere und betrachtet sie konsequent als Gäste, nicht als Prüfsteine, sondern als Teil einer Beziehung, die sich aus Momenten, Gefühl und einer sehr klaren Form von Aufmerksamkeit zusammensetzt. Und so behandelt er beides – Wein und Mensch – mit einer Mischung aus Respekt und Klarheit, die man, ohne Pathos, als elegant bezeichnen kann. Sein Weinverständnis wirkt dabei fast wie eine Naturkonstante. Man könnte widersprechen, aber es hätte ungefähr den gleichen Effekt, wie mit dem Wetter zu verhandeln. Es ist kein persönliches Urteil, sondern eine Entscheidung, getragen von Erfahrung, von Begegnungen mit Winzern, von Reisen durch Regionen, in denen Traditionell und Modern nicht im Widerspruch stehen, sondern sich gegenseitig bedingen. Und genau hier wird es interessant: Er scheint kein besonderes Interesse daran zu haben, für diese Fähigkeit bewundert zu werden. Vielleicht funktioniert sie gerade deshalb so gut, weil sie sich nicht aufdrängt und nie nach Business aussieht, obwohl sie wirtschaftlich präzise gedacht ist. Geld spielt eine Rolle, aber nie die Hauptrolle. Er steht nicht im Raum, um Bedeutung zu behaupten, und doch ist seine Präsenz spürbar, ohne sich aufzudrängen. Er betrachtet Wein auffallend unaufgeregt und zugleich mit einer stillen, fast privaten Emotionalität, die sich nicht erklären muss – eine Haltung, die viel mit Herz und vielleicht sogar mit Liebe zu tun hat, ohne dass diese Begriffe je ausgesprochen werden müssten. Axel Bode wirkt wie die personifizierte, schwarz gekleidete Diplomatie – ein geborener Gastronom, der zum Weinenthusiasten geworden ist und selbst komplexe Situationen mit erstaunlich niedriger Herzfrequenz auflöst. Er muss nichts beweisen, weil nichts bewiesen werden muss. Er ist. Und möglicherweise liegt genau darin seine größte Qualität: Man bemerkt ihn kaum, weil alles funktioniert. Er ist der unsichtbare Architekt eines gelungenen Abends, an dem Lifestyle nicht behauptet, sondern beiläufig entsteht – durch die richtige Flasche, den richtigen Moment, die richtige Entscheidung. Während im Gastraum jemand überzeugt ist, gerade das beste Weinerlebnis seines Lebens zu haben, steht er vermutlich bereits im Hintergrund und organisiert den nächsten Tag im Witwenball.

    Axel Bode – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Apr 8, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Felix Fuchs – Architekt des Weinmenüs

    Play Episode Listen Later Apr 2, 2026 165:28 Transcription Available


    Felix Fuchs wirkt auf den ersten Blick unkompliziert. Einer, den man schnell versteht – und genau deshalb unterschätzt. Er wirkt nicht wie jemand, der den Raum dominieren muss. Kein großes Auftreten, kein kalkulierter Auftritt, keine inszenierte Wichtigkeit. Und doch passiert etwas, sobald er spricht. Nicht laut, nicht forciert – eher so, dass man automatisch zuhört, ohne genau sagen zu können, warum. Vielleicht, weil bei ihm alles zusammenläuft: Wein, Gefühl, Erfahrung und Tempo. Felix Fuchs gehört zu einer Generation von Sommeliers, die nicht mehr über klassische Autorität funktionieren. Er stellt sich nicht über den Gast, nicht über die Flasche, nicht über den Moment im Restaurant. Stattdessen bewegt er sich mittendrin – zwischen Essen und Trinken, zwischen Genuss und Entscheidung, zwischen dem, was ein Winzer geschaffen hat, und dem, was am Tisch daraus wird. Wach, aufmerksam, schnell im Denken – aber nie hektisch. Er redet schnell, ja. Aber nicht, um zu beeindrucken, sondern weil seine Gedanken genauso funktionieren wie sein Service: direkt, klar, im Vorwärtsgang. Seine Stärke liegt nicht darin, Antworten zu geben, sondern die richtigen Fragen zu stellen. Und manchmal auch einfach zu spüren, wann gar keine Frage nötig ist. Das ist keine Technik, das ist Beziehung. Was ihn besonders macht, ist diese Mischung aus Leichtigkeit und Präzision. Er kann komplexe Dinge einfach erklären, ohne sie zu vereinfachen, und einfache Dinge ernst nehmen, ohne sie aufzublasen. Bei ihm geht es nicht um Etiketten oder um Geld, nicht um Prestige oder reines Business, sondern darum, was passiert, wenn Menschen zusammenkommen – und eine Flasche Wein mehr ist als nur ein Produkt. Er hat keine Angst davor, Dinge anders zu sehen, aber er macht daraus kein Programm. Es geht ihm nicht um Abgrenzung, sondern um Perspektive. Vielleicht kommt das auch daher, dass Wein für ihn nie nur Fachgebiet war, sondern immer auch Lifestyle, immer auch Reisen, immer auch Begegnung. Ein System aus Eindrücken, Orten und Menschen – nicht aus Regeln. Dabei bleibt er erstaunlich bodenständig. Für ihn zählt, was im Glas passiert – und was zwischen den Menschen passiert, die es trinken. Das kann ein leiser Moment sein oder ein intensives Gespräch, aber es ist immer echt. Diese Eigenschaft ist vielleicht das Unaufgeregteste an ihm, aber auch das Modernste. Denn während viele noch versuchen, Wein zu erklären, hat er längst verstanden, dass es um etwas anderes geht: um Herz, um Liebe, um das, was bleibt, wenn das Glas leer ist. Felix Fuchs steht für eine Art von Sommellerie, die sich nicht mehr erklären muss. Er brilliert, weil er ehrlich ist, weil er präzise ist – und weil er verstanden hat, dass der größte Eindruck oft dann entsteht, wenn man gar nicht versucht, Eindruck zu machen.

    Felix Fuchs – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Apr 1, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Maximilian Wilm – Napa Valley im Deep Dive

    Play Episode Listen Later Mar 26, 2026 170:31 Transcription Available


    Maximilian Wilm ist einer der SOMMELIERs, die ein Weinbaugebiet nicht verstehen, sondern fühlen möchten. Wer dem gebürtigen Franken bei der Arbeit zusieht, versteht, dass hier kein Karrierist am Tisch steht, sondern jemand, den die Faszination für Wein — seine Herkunft, seine Geschichte, seine sensorische Komplexität — mit einer Ehrlichkeit und Tiefe erfüllt, die sich nicht erzwingen lässt. Max ist Jahrgang 1988, aufgewachsen in der Nähe von Würzburg, und hat früh verstanden, dass ihn die Welt der Gastronomie nicht loslassen wird: Ausbildung zum Restaurantfachmann mit Stationen in Heidelberg und Berchtesgaden verschlug es ihn an die IHK München, wo er die Sommelierausbildung absolvierte. Den nächsten Schritt wagte er nach Wien, in das legendäre Palais Coburg, dessen Weinkeller zu den ikonischsten Europas zählt — ein Ort, der einen entweder demütig oder besessen macht, am besten beides. Es war Hamburg, das ihn schließlich hielt: Ein Urlaub, eine zukünftige Ehefrau, und der Entschluss, zu bleiben. Sieben Jahre lang stand er der Sommelier-Mannschaft am Süllberg vor, im Zwei-Sterne-Restaurant Seven Seas von Karlheinz Hauser — ein Haus, das ihm, wie er selbst sagt, das Vertrauen geschenkt hat, das große Sommeliers erst zu großen Sommeliers macht. 2018, gemeinsam mit Jana und Sternekoch Kirill Kinfelt, eröffnete er das Kinfelts Kitchen & Wine. 2019 gewann er die Sommelier Trophy der Sommelier-Union Deutschland und damit den Titel „Bester Sommelier Deutschlands". 2020 gewann er den DWI Sommelier Cup, 2021 wurde er vom Aral-Schlemmer Atlas als Sommelier des Jahres ausgezeichnet, repräsentierte Deutschland 2023 schließlich bei der Sommelier-Weltmeisterschaft in Paris. Und heute widmet er sich mit uns einer Region, die wie kaum eine andere die Geschichte des Weins in zwei Hälften geteilt hat — in ein Davor und ein Danach: das Napa Valley, Nordkalifornien, das Tal, das 1976 die Weltordnung des Weins in Frage stellte und seither keine Antworten mehr schuldet.

    Maximilian Wilm – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Mar 25, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    +++ SIGNATURE EPISODE +++

    Play Episode Listen Later Mar 19, 2026 102:08


    Während der ProWein 2026 in Düsseldorf haben wir die Gelegenheit genutzt, mit einigen der spannendsten Persönlichkeiten aus dem Kreis der Winzer und Produzenten der SCHLUMBERGER-GRUPPE – sowie deren Repräsentanten – ins Gespräch zu kommen. Im Mittelpunkt stand dabei eine einfache, aber grundlegende Frage: Welche Rolle spielt der Sommelier heute noch in der Welt des Weins? Daraus entwickelten sich vier Fragen, die wir allen Gesprächspartnern gestellt haben: Wie wichtig ist der Sommelier? Brauchst du als Sommelier heute andere Fähigkeiten als noch vor 20 Jahren? Wann hast du zuletzt mit einem Sommelier ein gutes Gespräch bei einem Glas Wein geführt – und mit wem? Mit welchem Sommelier würdest du das gerne einmal tun? Diese Episode ist keine Lobhudelei, sondern eine offene und konstruktive Betrachtung einer Branche im Wandel – mit ehrlichen Einschätzungen, persönlichen Erfahrungen und überraschenden Perspektiven. Zu Wort kommen einige der prägendsten Persönlichkeiten der internationalen Weinwelt: Valerio Petrone von Bellavista & Petra / Terra Moretti Sarah Schmidt von Ornellaia & Luce Christophe Renard von Domaines Ott Johanna Markowitsch vom Weingut Markowitsch Patrick Honnef von Château Mukhrani Felix Prinz Salm vom Weingut Prinz Salm Philipp Graf Neipperg vom Weingut Graf Neipperg Maximin von Schubert vom Weingut Maximin Grünhaus Benedikt May vom Weingut May Thomas Pfaffmann vom Weingut Wageck Markus Bonsels vom Weingut Bibo Runge Andi Punter vom Weingut Weingut Franz Haas Philipp Marandell von Red Moon & ALPL Nora Thiel von Delheim Victoria Deutsch von Schlumberger Sparkling Gabriel Galliker-Etter von Distillerie Etter Luciano Abagnale von Distillerie Nonino Eine Episode über Gespräche, Perspektiven und die Frage, welche Rolle der Sommelier in der Weinwelt von heute und morgen wirklich spielt.

    +++ PERSPEKTIVENMOSAIK über SOMMELIERS +++

    Play Episode Listen Later Mar 19, 2026 10:00 Transcription Available


    Morgen erscheint eine besondere Episode unseres Podcasts. Während der ProWein 2026 in Düsseldorf haben wir mit außergewöhnlichen Winzern, Produzenten und Repräsentanten der Schlumberger-Gruppe gesprochen – und ihnen vier einfache, aber entscheidende Fragen gestellt. Wie wichtig ist der Sommelier heute wirklich? Mit Stimmen von Bellavista, Ornellaia, Domaines Ott, Markowitsch, Mukhrani, Prinz Salm, Graf Neipperg, Maximin Grünhaus, Rudolf May, Wageck Pfaffmann, Bibo Runge, Franz Haas, Red Moon & ALPL, Delheim, Schlumberger Sparkling, Etter und Nonino. Morgen überall, wo es Podcasts gibt.

    Katrin Berboth – Die nächste Wein-Generation

    Play Episode Listen Later Mar 12, 2026 166:38 Transcription Available


    Man hat das Gefühl, dass Katrin Berboth dem manchmal verstaubten Thema Wein ein neues Herz, ihr Herz, einpflanzt. Sie ist lebendig, frisch, quirlig – und dabei erstaunlich klar. Wenn sie einen Wein beschreibt, schenkt sie ihm Bewegung. Nicht leise, aber auch nicht überdreht, sondern mit dieser wachen Energie, die sofort spürbar ist. Ihre Gedanken springen nicht planlos, sie tanzen. Von einer Idee zur nächsten, von einem Gefühl zu einer neuen Perspektive. Katrin Berboth lebt Wein wohlwissend, aber mit dem ganzen Herzen, und das spürt man sofort. Sie nimmt Themen nicht ehrfürchtig auf Abstand. Sie packt sie an. Dreht sie, wendet sie, stellt sie auf den Kopf – und lacht dabei fast ein wenig über sich selbst. Was bei anderen statisch wirkt, wird bei ihr dynamisch. Sie definiert die Weinwelt mit spielerischer Neugier und setzt sie neu zusammen – leichter, freier, mutiger und doch mit einem enormen Respekt vor den Produzenten, vor den Gästen und nicht zuletzt vor ihren Sommelier-Kollegen. Mit ihrer herzlich erfrischenden Art ist Katrin kein Sturm, der alles niederreißt. Eher ein frischer Wind, der die Fenster ihrer Gäste öffnet. Ihre Lebendigkeit ist ansteckend, ihre Klarheit überraschend präzise. Sie fühlt intensiv, denkt schnell und verbindet beides zu einer Interpretation, die man nicht überhören kann. Katrin Berboth liebt es, Dinge neu zu betrachten – nicht aus Rebellion, sondern aus charakteristischer Lust am Entdecken. Und genau das macht sie aus: Diese Mischung aus Energie und Tiefgang, aus Leichtigkeit und Substanz. Bei ihr, nein, durch sie beginnt der Wein zu pulsieren.

    Katrin Berboth – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Mar 11, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Ondrej Kovar – Der routinierte Weinveteran

    Play Episode Listen Later Mar 5, 2026 178:01 Transcription Available


    Ondrej Kovar ist einer dieser Menschen bei denen man sofort weiß, wenn man ihnen begegnet: Dieser Mensch hat etwas erlebt, das sich nicht lernen lässt. Es muss gelebt werden. Ondrej Kovar ist so ein Mensch – und diese Episode ist der Beweis dafür. Er ist einer der erfahrensten Sommeliers, man könnte sogar sagen, er ist ein Veteran und Routinier in einer Branche, die keine Abkürzungen kennt. Und das, ohne je müde geworden zu sein. Als Sommelier hat er Jahrzehnte damit verbracht, Wein nicht nur zu verstehen, sondern bis ins Kleinste zu deklinieren. Als echter Praktiker weiß er, dass Wissen ohne Erfahrung leer bleibt – und Erfahrung ohne Reflexion blind macht. Was ihn vom bloßen Spezialisten unterscheidet, ist die Art, wie er sein Wissen trägt. Nicht als Schild, nicht als Bühne. Als Branchenprofi und Kenner seines Fachs hätte er jeden Grund, auf Distanz zu gehen. Stattdessen kommt er näher. Er erzählt. Er teilt. Er öffnet Türen, die andere verschlossen halten. Als Meister seines Handwerks versteht er, dass die größte Stärke nicht das eigene Wissen ist – sondern die Fähigkeit, es weiterzugeben. Man spürt in dieser Episode sofort, dass man es mit einem echten Urgestein zu tun hat. Mit einer Kapazität, die keine großen Worte braucht, um Eindruck zu machen. Als Autorität und Koryphäe der Weinwelt könnte er dozieren, urteilen, einordnen. Aber Ondrej Kovar macht etwas anderes: Er lädt ein. Er erzählt von dem, was war – und zeigt dabei, was immer noch gilt. Als Altmeister und Grandseigneur seines Fachs trägt er die Geschichte der Weinkultur in sich, ohne in ihr zu verharren. Als erfahrener Sommelier kennt er die Fehler, die Umwege, die stillen Siege, die nie in Büchern stehen. Und er spricht darüber – offen, direkt, mit einer Wärme, die überrascht. Denn das ist vielleicht das Erstaunlichste an Ondrej Kovar: Bei all dem, was er weiß, bei all dem, was er erlebt hat – er ist geblieben, wer er ist. Ein Mentor, der nicht belehrt. Ein Mensch, der zuhört. Einer, der mit seiner Geschichte nicht prahlt, sondern sie verschenkt. Diese Episode ist kein Rückblick. Sie ist eine Einladung. Hinzuhören, was es bedeutet, wirklich in einer Welt zu Hause zu sein – und sie trotzdem täglich neu zu entdecken.

    Ondrej Kovar – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Mar 4, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Ina Finn – Wein mit intellektueller Leidenschaft

    Play Episode Listen Later Feb 26, 2026 138:20 Transcription Available


    Ina Finn möchte ihr Weinwissen nicht besitzen, sie möchte es verschenken. Und das im ganz großen Stil. Als Weindozentin könnte sie sich hinter Fachbegriffen verstecken, Jahrgangschroniken zitieren oder mit Vokabular glänzen, das andere klein werden lässt. Aber Ina Finn macht das Gegenteil. Sie nimmt Dich an die Hand. Sie erklärt Wein so, dass Du nicht nur verstehst, was im Glas ist – sondern auch fühlst, warum es Dich berührt. Ob beim Winzer, im Restaurant oder einfach mit einer Flasche Wein auf dem Küchentisch: Wein ist für sie kein Statussymbol, das Geld oder Business-Denken voraussetzt. Wein ist Genuss. Wein ist Liebe. Wein ist Verbindung. Was diese Frau ausstrahlt, lässt sich schwer in Worte fassen – aber Du wirst es in dieser Episode sofort spüren. Ihr Lifestyle vereint Modernes mit Traditionellem, ohne dabei das Wesentliche aus den Augen zu verlieren: das Gefühl, das ein guter Wein auslösen kann. Beim Essen, beim Trinken, beim Reisen, in stillen Momenten und in lauten. Sie schafft einen Raum, in dem Denken erlaubt ist. In dem Du zweifeln darfst. Widersprechen darfst. Unsicher sein darfst. Und genau dieser Raum macht etwas mit Dir. Nach einer Masterclass mit Ina Finn über Wein verlässt man sie nicht belehrt – man verlässt sie klarer. Nicht lauter, nicht arroganter. Größer im Denken. Das ist eine Qualität, die nur ganz wenige Menschen besitzen, und sie trägt sie nicht wie eine Auszeichnung vor sich her. Wein, Essen und Trinken sind für sie kein Lifestyle-Beiwerk, sondern ein echtes Herzensthema. Die Beziehung, die sie zu Wein hat – und zu den Menschen, die Wein lieben – spürt man in jedem Satz. Wissen ist für sie Werkzeug, kein Schmuck. Und noch wichtiger: Sie zeigt Dir, wie man dieses Werkzeug benutzt. Präzise, respektvoll, ohne Dünkel – egal ob beim Winzer, im Restaurant oder beim Öffnen einer schlichten Flasche Wein am Ende eines langen Tages. Am Ende dieser Episode bleibt nicht nur das, was Ina Finn erklärt oder wie sie Wein inszeniert hat. Es bleibt die Frage, die sie in Dir pflanzt: Was macht Wein wirklich aus? Und die Antwort liegt nicht in der Flasche – sie liegt in der Art, wie Ina Finn denkt und fühlt. Denn sie macht Wein zu mehr als nur einem Getränk. Sie macht ihn zu einem Erlebnis, das Du mit Dir trägst. Genau das ist vielleicht das Wertvollste, was sie weitergeben kann – und sie gibt es weiter. In dieser Episode. Für Dich.

    Ina Finn – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Feb 25, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Christian Pufahl – Der kontemplative Weinrealist

    Play Episode Listen Later Feb 19, 2026 126:38 Transcription Available


    Christian Pufahl ist ein Weinrealist, der den Wein liebt – und genau das macht ihn unvergesslich. Er zeigt, dass Nüchternheit und Liebe kein Widerspruch sind, sondern eine harmonische Einheit. Er verkörpert eine seltene Balance in der Welt des Weins: die Fähigkeit, Leidenschaft mit pragmatischem Blick zu betrachten und dennoch eine tiefe, verliebte Hingabe zu empfinden. In einer Branche, die oft von Übertreibungen, modernem Lifestyle und modischen Hypes geprägt ist, steht er für Authentizität, Tiefe und ein echtes Gefühl für Genuss. Und natürlich lebt er, wie viele seiner Kollegen, eine tiefphilosophische Haltung, die Wein nicht nur als Getränk, sondern als Spiegel von Natur, Handwerk und Emotionen versteht – als Ausdruck von Beziehung zwischen Winzer, Flasche und Mensch. Diese Dualität – Nüchternheit gepaart mit Leidenschaft – macht ihn zu einer inspirierenden Figur. Christian vermag es, weit über den eigenen Teller-, nein Glasrand zu denken, denn in seinen selbstkreierten, eigenproduzierten und prämierten alkoholfreien Begleitungen beschreitet er Geschmacksebenen, die vielleicht sogar der Wein nicht zu bespielen vermag. Hier meistert er Alternativen zum klassischen Trinken mit derselben Hingabe, um Inklusivität im Restaurant zu fördern und Genuss für alle möglich zu machen. Was Christian Pufahl besonders auszeichnet, ist seine bedächtige Herangehensweise. Er betrachtet Wein nicht mit rein wissenschaftlicher Präzision über Terroirs, Rebsorten, Vinifikationsmethoden oder klimatische Einflüsse, sondern aus einer gelebten Praxis heraus. Aspekte wie Nachhaltigkeit, Geld und Business werden von ihm nüchtern betrachtet – ohne Illusionen, aber auch ohne Zynismus. Wie er zu seinen Ansichten und Erkenntnissen kommt? Ganz einfach: aus der Arbeit mit Winzern, aus Tätigkeiten auf verschiedenen Weingütern, aus dem Reisen, aus dem täglichen Umgang mit Essen und Trinken. Er kennt die Realitäten des Weinbaus – wirtschaftliche Herausforderungen, handwerkliche Feinheiten und ökologische Grenzen. Doch inmitten dieser Rationalität blüht seine echte Verliebtheit. Wein ist für ihn mehr als ein Produkt; er ist eine Kunstform, die Erinnerungen weckt, Emotionen berührt und Geschichten erzählt – manchmal traditionell, manchmal modern, aber immer getragen von Herz. Und so erschafft er im Restaurant eine Atmosphäre, in der Gäste nicht nur essen und trinken, sondern erleben. Denn sein Kredo ist, dass er keine Speisen, keine Getränke und keine Flaschen verkauft, sondern bleibende Erlebnisse und echte Beziehungen. Und jeder, der ihm begegnet, spürt: Hier geht es nicht um Status, nicht um Lifestyle, nicht um Geld – sondern um Liebe, um Nähe und um einen ehrlichen Umgang mit Genuss. Genau das. Und oft noch weit darüber hinaus. Wie in dieser Episode.

    Christian Pufahl – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Feb 18, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    Bärbel Ring - Portwein im Deep Dive

    Play Episode Listen Later Feb 12, 2026 167:20 Transcription Available


    Bärbel Ring ist eine dieser Menschen, die man einfach ins Herz schließen muss. Ihre Leidenschaft für Wein ist ansteckend, ihr Charme legendär, und wer einmal im Söl'ring Hof war, vergisst ihren herzlichen Empfang nicht. Die gebürtige Duisburgerin hat einen ungewöhnlichen Weg genommen: Vom Sozialpädagogik-Studium über die Ausbildung zur Restaurantfachfrau im Gasthof Brendel in Duisburg führte sie ihr Weg nach München ins Restaurant Ederer. Doch die Sehnsucht nach dem Meer war stärker – 2009 verschlug es sie nach Sylt, und dort blieb sie. Im Söl'ring Hof in Rantum fand sie nicht nur ihre berufliche Heimat, sondern ihr Zuhause. Seit 2009 verzaubert sie als Sommelière und Restaurantleitung die Gäste des 2-Sterne-Restaurants – mittlerweile gemeinsam mit Küchenchef Jan-Philipp Berner als Teil der Gesamtleitung. Ihr Lieblingsplatz? Der Weinkeller. Dort findet sie Ruhe, entwickelt neue Ideen und komponiert Weinbegleitungen, die perfekt zur Nordic Cuisine des Hauses passen. Mehrfach ausgezeichnet – als Sommelière des Jahres 2015 vom Feinschmecker, 2019 erneut vom Feinschmecker sowie mit dem Food Mover Award, 2022 vom Schlemmer-Atlas, außerdem als "Mrs. Feel Good" und "Meisterin der Weine" bei den Best-of-the-Best Awards 2017 und 2018 – verkörpert sie eine neue Generation von Sommelières: authentisch, nahbar, mit einem Gespür für das Wesentliche. Ihre Kolumnen im Magazin "Salon" und ihr 2024 erschienenes Weinbuch "Wein – sonst nix" zeigen, dass sie ihr Wissen gerne teilt. Und nun widmet sie sich mit uns einer Region, die wie kaum eine andere Geschichte, Terroir und menschliche Handarbeit in sich vereint – dem Douro-Tal, der Heimat des Portweins.

    Bärbel Ring – Exclusive Preview

    Play Episode Listen Later Feb 11, 2026 10:00 Transcription Available


    Unsere Folgen sind nicht selten ungewöhnlich lang. Das hat seinen Grund: Wir möchten den Tiefsinn fließen lassen und Euch unsere Gesprächspartner so präsentieren, wie Ihr sie sonst nie – und vielleicht nie wieder – kennenlernen könnt. Und um Euch die Scheu zu nehmen, die man verspürt, wenn man einen über drei Stunden langen Zeitstempel sieht, aber auch, um Euch so richtig Lust auf den Kandidaten zu machen, präsentieren wir Euch immer einen Tag vor dem Release einen exklusiven Sneak in die neue Folge. Viel Spaß beim Hören, und wir freuen uns auf Euch mit einem herzlichen „Welcome back“ am Freitag.

    David Schwarzwälder – Der Weinmentor

    Play Episode Listen Later Feb 5, 2026 196:28 Transcription Available


    David Schwarzwälder ist keine laute Autorität, kein Besserwisser mit erhobenem Zeigefinger. Er ist vielmehr eine jener seltenen Figuren, die in einer Zeit der Oberflächen und Halbwahrheiten mit einer fast altmodischen Gründlichkeit arbeiten. Seine Fachgebiete, Portugal und durchaus vor allem Spanien, sind komplex genug, um die meisten zu entmutigen, doch er navigiert darin mit einer Gelassenheit, die nur aus jahrzehntelanger Vertrautheit entsteht. Was ihn fachlich einzigartig macht, ist nicht allein die schiere Menge an Wissen – obwohl er Tausende Publikationen, Datensätze und Modelle im Kopf hat wie andere Menschen Telefonnummern. Es ist die Fähigkeit, Zusammenhänge zu sehen, wo andere maximal Aromen erkennen. Er verbindet Önologie, Statistik und Weinwissenschaft, Geschichte mit Zukunftsszenarien. Jede seiner Schilderungen, sei es in Fachgremien oder Einsteigerseminaren, ist präzise, fast asketisch und doch detailverliebt. Er vermeidet Dramatisierung, weil er weiß, dass die Fakten für sich sprechen. Doch was ihn wirklich menschlich macht, ist die Demut vor der Komplexität der iberischen Weinwelt. David Schwarzwälder hat gelernt, dass Expertise nicht bedeutet, alles zu wissen, sondern zu wissen, wo das Wissen endet. In Diskussionen hört er länger zu, als er spricht. Wenn er korrigiert, tut er es sanft, als wolle er die andere Person nicht bloßstellen, sondern einladen, mitzudenken. Er kann stundenlang über einen einzigen Reserva diskutieren, ohne je die Geduld zu verlieren, und er freut sich ehrlich, wenn ein Nachwuchssommelier eine Schwäche in seiner Argumentation findet. Fehler sind für ihn keine Schande, sondern der natürliche Preis für das ehrliche Interesse. David Schwarzwälder ist kein Weingenie im romantischen Sinne. Er ist hart arbeitend, diszipliniert, manchmal stur. Hier spricht jemand, der die Grenzen der iberischen Weinwelt nicht nur kennt, sondern lebt. Am Ende ist er das Gegenteil von jenem Expertenbild, das Medien gern zeichnen – allwissend, unfehlbar, immer bereit mit einer klaren Antwort. David verkörpert eine ältere, fast vergessene Vorstellung von Expertise: dass sie nicht Herrschaft über Wissen bedeutet, sondern Verantwortung dafür. In einer Zeit der schnellen Urteile und lauten Gewissheiten ist er eine leise, aber umso wirkmächtigere Erinnerung daran, dass wahre Kompetenz mit Bescheidenheit und Geduld beginnt. Und genau das spürt man so wunderbar in „seiner“ Episode von SOMMELIER & Friends.

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