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Fredy Gareis arbeitet seit über 13 Jahren als Reisejournalist: Er begleitete Vagabunden durch die USA, ging auf Spurensuche in Russland und widmet sich in seinem neuesten Buch den Ländern, Kulturen und Menschen entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs. Im hr1-Talk mit Klaus Reichert erzählt er neben vielen Reiseerlebnissen auch, wie es ist, zwischen Kulturen aufzuwachsen und zu leben und ob er noch kasachische Wurzeln spürt.
Autoritäre Systeme kommen selten mit Gewalt, sondern mit Gewöhnung. In seinem Buch "Als ich gegen Stalin im Armdrücken gewann" beschreibt Fredy Gareis ein Europa entlang des neuen Eisernen Vorhangs – geprägt von historischer Erfahrung, politischer Wachsamkeit und einer wachsenden Sehnsucht nach Ordnung. Es ist ein Blick auf einen Kontinent, der lernen muss, Freiheit nicht nur zu besitzen, sondern zu verteidigen.
Anzeige | Wie erfindet sich eine Region neu? Dieser Frage gehen wir heute nach - in unserer zweiten Folge aus dem Burgenland. Herbert Oschep hat die Welt der Politik für den Wein verlassen. Nachvollziehbar. Seine Hauptmission als Chef von „Wein Burgenland“: Selbstbewusstsein verbreiten. Gar nicht so einfach in einer Region, die Jahrzehntelang in Spuckweite des Eisernen Vorhangs vor sich hindämmerte. Zonenrandgebiet, wie wir in Deutschland sagen würden. Ebenfalls zu Gast: Michael Liegenfeld, ein ambitionierter junger Winzer, der erklärt, warum nicht nur sein Talent, sondern auch sein Vorname einen entscheidenden Unterschied macht. Dritter im Bunde: Markus Iro aus Gols am Neusiedlersee, einer der erfolgreichsten Winzer des Burgenlands. Ihr habt Bock auf einen Strategietalk rund um das, was Wein und Weinregion einzigartig macht? Kopfhörer rein und einchecken! Hier die Infos zu unseren Partnern: https://linktr.ee/TerroirAdiletten Folgt Herbert Oschep auf Instagram: https://www.instagram.com/herbert.oschep/ Folgt Markus Iro auf Instagram: https://www.instagram.com/weingutmarkusiro/ Folgt Michael Liegenfeld auf Instagram: https://www.instagram.com/weingutliegenfeld Folgt Wein Burgenland auf Instagram: https://www.instagram.com/wein_burgenland Folgt Weintourismus Burgenland auf Instagram: https://www.instagram.com/weintourismus_burgenland/ Folgt Terroir und Adiletten auf Instagram: https://www.instagram.com/terroirundadiletten/ Folgt Willi auf Instagram: https://www.instagram.com/willi_drinks Folgt Curly auf Instagram: https://www.instagram.com/thelifeofcurly Produzent: pleasure* Instagram: https://www.instagram.com/pleasure_berlin TikTok: https://www.tiktok.com/@pleasure_berlin Website: https://www.pleasure-berlin.com/ Magazin: https://www.thisispleasure.com/ LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/pleasureberlin
Die liberale Demokratie steht unter Druck – weltweit. Besonders dort, wo sie sich vor 36 Jahren gegen Totalitarismus und Autokratie durchgesetzt hat, wo die Menschen sich durch eine friedliche Revolution die Freiheit in ihren Gesellschaften erkämpft haben. Mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 und danach des Eisernen Vorhangs schien für viele lange Zeit der weltgeschichtliche Durchbruch zum Guten verbunden. Einige glaubten gar an das Ende der Geschichte, die meisten vor allem an den Sieg der Demokratie. Heute müssen wir erkennen: das war zu optimistisch. Gibt es eine Entfremdung der Menschen von ihrem Ideal? Woher kommt die neue Sympathie für das Autoritäre? Politikwissenschaftler Prof. Wolfgang Merkel und Linda Teuteberg (FDP) diskutieren bei Michaela Kolster.
Im Nordosten Bayerns, in der Oberpfalz und im Westen Tschechiens, in Böhmen, gibt es entlang des ehemaligen "Eisernen Vorhangs" viel zu entdecken: historische Städte, Reste mittelalterlicher Burgen, Freilichtmuseen zur Geschichte der Region und dazu natürlich viel Natur - schließlich ist man hier im Mittelgebirge unterwegs. Sabine Loeprick ist dem Grenzverlauf ein Stück gefolgt. Sie beginnt ihre Tour in der Stadt Eger, dem heutigen Cheb, die 1061 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde.
In dieser Folge von CloseUp treffe ich den Kriegsfotografen Thomas Dworzak, der – wie ich – im Schatten des Eisernen Vorhangs im Bayerischen Wald aufgewachsen ist. Schon als Teenager wusste Dworzak, dass er Kriegsfotograf werden wollte. Die Frage war nur: Wie? Thomas erzählt mir von seinen ersten abenteuerlichen Reisen nach Nordirland (in den Schulferien!), über die prägenden Jahre als junger Fotograf im postsowjetischen Kaukasus bis hin zu seiner Zeit bei der renommierten Fotoagentur Magnum. Mit viel Offenheit und bayerischem, schwarzem Humor berichtet Thomas Dworzak von seinen schwierigen Anfängen und reflektiert zugleich über Heimat, Sprache, Identität und die heutigen Veränderungen im Fotojournalismus.
In dieser Folge von CloseUp treffe ich den Kriegsfotografen Thomas Dworzak, der – wie ich – im Schatten des Eisernen Vorhangs im Bayerischen Wald aufgewachsen ist. Schon als Teenager wusste Dworzak, dass er Kriegsfotograf werden wollte. Die Frage war nur: Wie? Thomas erzählt mir von seinen ersten abenteuerlichen Reisen nach Nordirland (in den Schulferien!), über die prägenden Jahre als junger Fotograf im postsowjetischen Kaukasus bis hin zu seiner Zeit bei der renommierten Fotoagentur Magnum. Mit viel Offenheit und bayerischem, schwarzem Humor berichtet Thomas Dworzak von seinen schwierigen Anfängen und reflektiert zugleich über Heimat, Sprache, Identität und die heutigen Veränderungen im Fotojournalismus.
In dieser Folge von CloseUp treffe ich den Kriegsfotografen Thomas Dworzak, der – wie ich – im Schatten des Eisernen Vorhangs im Bayerischen Wald aufgewachsen ist. Schon als Teenager wusste Dworzak, dass er Kriegsfotograf werden wollte. Die Frage war nur: Wie? Thomas erzählt mir von seinen ersten abenteuerlichen Reisen nach Nordirland (in den Schulferien!), über die prägenden Jahre als junger Fotograf im postsowjetischen Kaukasus bis hin zu seiner Zeit bei der renommierten Fotoagentur Magnum. Mit viel Offenheit und bayerischem, schwarzem Humor berichtet Thomas Dworzak von seinen schwierigen Anfängen und reflektiert zugleich über Heimat, Sprache, Identität und die heutigen Veränderungen im Fotojournalismus.
Wie fühlte es sich an, als der Eiserne Vorhang Europa teilte? Auf deinem Weg zwischen Bertinistraße und Glienicker Brücke entdeckst du Spuren der Grenzanlagen, die sich einst am Wasser entlangzogen. Nur der markante Turm an der Bertini-Enge erinnert noch sichtbar an diese Zeit. Suzanne Vogdt und Harry Kühn nehmen dich mit zu den Schauplätzen der Teilung – und erzählen auch von den Jahrzehnten davor, in denen Macht und Geschichte diesen besonderen Ort prägten.
Zeitgeschichte erleben. Der Podcast der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung
Mit der Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte vor 50 Jahren entstand eine neue, blockübergreifende europäische Sicherheitsordnung. Ihr waren lange Vorbereitungen vorausgegangen, wobei nicht zuletzt die Neue Ostpolitik Willy Brandts entscheidende Weichen für die am 3. Juli 1973 in Helsinki begonnenen und am 1. August 1975 abgeschlossenen Verhandlungen gestellt hatte. Gemeinsam bekannten sich große und kleine Staaten beiderseits des „Eisernen Vorhangs“ zur Unverletzlichkeit der Staatsgrenzen, zum gemeinsamen Handel, zu einem weitreichenden Informationsaustausch vor allem in militärischen Fragen und zur Umsetzung der Menschenrechte als Ankerpunkte eines gemeinsamen Sicherheitssystems. Es begann der KSZE-Prozess mit mehreren Nachfolgekonferenzen, bei denen die beteiligten Staaten über die jeweils erzielten Fortschritte Bericht erstatteten. Zahlreiche oppositionelle „Helsinki-Gruppen“ nutzten diesen Prozess dazu, mutig auf die weiterhin schlechte Menschenrechtssituation in den Staaten des Warschauer Pakts hinzuweisen und auf deren Verbesserung zu pochen. Nach dem Ende des Kalten Krieges entstand als Nachfolgeorganisation die OSZE, die bis heute u. a. dafür zuständig ist, in Konflikten über Grenzverläufe zu schlichten oder die Einhaltung der Menschenrechte zu überwachen. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Unterdrückung der Opposition in Russland und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion, aber auch die Schwächung der Menschenrechte insgesamt und neue imperiale Tendenzen werfen die Frage auf, ob der KSZE-Prozess überhaupt noch von Bedeutung ist für unsere Gegenwart. Liegt das damals beschlossene System in Trümmern? Ist es ein Anachronismus in einer heute ganz anderen Welt? Oder können uns die damaligen Lösungsansätze dabei helfen, auch im 21. Jahrhundert Verständigung und Frieden zu stiften? Diese Fragen diskutieren wir mit der polnischen Journalistin Anna Alboth, der russischen Germanistin und Gründungsmitglied der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Menschenrechtsorganisation Memorial, Irina Scherbakowa, und Bundestagspräsident a. D. Wolfgang Thierse. Das Gespräch moderiert Frank Wolff von der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung. Die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung online: Webseite: www.willy-brandt.de/ Newsletter: www.willy-brandt.de/newsletter/ Instagram: www.instagram.com/bwbstiftung/ Facebook: www.facebook.com/BundeskanzlerWillyBrandtStiftung/ YouTube: www.youtube.com/@BWBStiftung
Mit Br. Andreas Waltermann OFMCap (Kapuziner), Pfarrseelsorger im Bistum Sapa In Albanien hat Religion und Glaube einen schweren Stand. Nicht zuletzt, da Albanien bis zum Fall des "Eisernen Vorhangs" per Gesetz jegliche Religion verboten hatte. Was sich in diesem einst so atheistischem Land in den letzten 35 Jahren getan hat und mit welchen Schwierigkeiten die Kirchen dort heute noch immer kämpfen, darüber berichtet uns der Kapuziner Andreas Waltermann in dieser Sendung.
Eigentlich wollte er hinaus in die bunte weite Welt und der Oberpfalz den Rücken kehren. Dann hat ihn erst die Öffnung des Eisernen Vorhangs zurückgeholt. Und am Ende kam er durch einen Zufall nach Flossenbürg. Jörg Skriebeleit ist Erinnerungsprofi, ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit viel Liebe für die Menschen.
George Orwells Roman '1984' spielte in den Debatten des Kalten Krieges eine zentrale Rolle. Seine literarische Darstellung eines totalitären Systems wurde auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs überwiegend einseitig als Kritik am Stalinismus verstanden, den der Sozialist Orwell als Mitglied der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg selbst erlebt hatte. Der Roman war im gesamten Ostblock verboten. Besitz und Verbreitung konnten zu Gefängnisstrafen führen. 1984 änderte sich der Blick auf den Roman. Im Osten versuchte man, dem Westen den Spiegel vorzuhalten, ihn als Kritik an westlichen "Missständen" zu interpretieren. Fünf Jahre später bereitete der Verlag Volk und Welt Berlin eine Ausgabe vor, die mit dem Fall der Mauer obsolet wurde. Seine Wortschöpfungen wie „Big Brother“ leben heute in unserem Wortschatz weiter. Wolfgang Both (*1950) ist promovierter Informatiker und lebt in Berlin. Er entdeckte früh die Science-Fiction für sich, ist seit 1973 im Fandom aktiv und hat Sachbücher und Aufsätze zum Thema verfasst. Seine Geschichte linker Utopien „Rote Blaupausen“ wurde 2008 mit dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet. 2021 erschien eine erweiterte Neuauflage bei Memoranda. Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt er sich auch mit der frühen Raumfahrtgeschichte und hat dazu das Buch „Kulturaufgabe Weltraumschiff - Die Geschichte des Vereins für Raumschiffahrt“ (2020) veröffentlicht. Für den Ausstellungsteil „SF in der DDR“ im Rahmen von „Leseland DDR“ erhielt er 2023 erneut den Kurd-Laßwitz-Preis.
Günter Thumser wurde vom Marketing Club Österreich (MCÖ) und internetworld.at mit dem Marketing Leader Award für sein Lebneswerk ausgezeichnet. Nach einem WU-Studium in Rekordzeit war der erfolgreiche Manager Günter Thumser 40 Jahre für Henkel tätig. Zu Beginn im Vertrieb, bald als Verkaufsleiter für Wasch- und Reinigungsmittel, später erschloss nach dem Fall des Eisernen Vorhangs vor Ort und aus Österreich heraus viele neue Märkte in der CEE-Region, wurde Mitglied der Geschäftsleitung und beendete seine Karriere 2017 als Präsident Henkel Europa. "Seit meiner Jugend treibt mich die Motivation Unternehmen zu gestalten und für zukünftige Entwicklungen Verantwortung zu übernehmen", sagt der 69-Jährige, der heute als Geschäftsführer den Verband der Markenartikelindustrie leitet und parallel dazu Präsident des ÖAMTC ist. Verband und Verein ist er seit vielen Jahrzehnten verbunden. Kein bisschen leise ist Thumser also. Im Gespräch mit Birgit Schaller, Contentagentur BiSness, spricht Thumser über seine Zeit bei Henkel, die für seinen Weg prägenden Jahre in Osteuropa, kulturelle Unterschiede und Herausforderungen in den neu erschlossenen Märkten und darüber, wie er die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen einordnet Wir haben das Thema Führung diskutiert, die Mobilität der Zukunft beleuchtet und erfahren, warum starke Marken weiterhin eine große Rolle spielen. Außerdem hören Sie, wie Günter Thumser tickt und was er in seiner Freizeit gerne macht.
Wir gehen auf Weltreise zu tollen Tieren und den Nationalparks, die ihr Zuhause sind. Pro Kontinent wird ein Tierstar-/Nationalparkduo abgefeiert. In Nordamerika die Wölfe, die ganz nonchalant den Yellowstone Nationalpark umgekrempelt haben. In Asien sind wir dem Malaysischen Tiger im ältesten Regenwald der Welt auf der Spur. Mit Europas Luchs geht es in zwei Nationalparke, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zu einem verschmolzen. In Afrika bestaunen wir im Virunga Nationalpark das Okapi und wundern uns wie wir eigentlich 77 Folgen tierisch! ohne dieses Supertier aufnehmen konnten. In Australien hat der Kakadu-Nationalpark nur peripher mit dem gleichnamigen Vogel zu tun und wir lernen, dass man besser nicht in jede random Kröte beißt. Südamerika und Riesenotter fallen dann aus Zeitgründen hinten runter. Ist aber nicht schlimm, die haben schon ein Ticket für einen Sonderauftritt in einer anderen Folge gebucht. Also: Koffer packen und ab auf Weltreise!!! Vielen herzlichen Dank an unseren Partner für diese Folge: Den Förderverein Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft e.V.!Weiterführende Links: Okapiposter-Song von Funny van Dannen: https://www.youtube.com/watch?v=XM2L31bgNBI Wie die Wölfe den Yellowstone umgekrempelt haben: https://www.yellowstonepark.com/things-to-do/wildlife/wolf-reintroduction-changes-ecosystem/ Der Malaysische Tiger: https://www.researchgate.net/publication/267429577_The_Malayan_Tiger Luchsprojekt im Bayerischen Wald: https://www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de/forschung/projekte/luchs_monitoring.htm Ausbreitung der Aga-Kröte in Australien: https://www.researchgate.net/publication/47334877_The_Ecological_Impact_of_Invasive_Cane_Toads_Bufo_Marinus_in_Australia Okapi-Projekt: https://www.okapiconservation.org/ Unser Partner für diese Folge: https://www.nationalpark-vorpommersche-boddenlandschaft.de/mitmachen-lernen/kooperationen/foerderverein Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Alles nur martialisch und kriegerisch? Mitnichten: Im Bastogne War Museum geht es nicht nur um die historischen Ereignisse des Zweiten Weltkriegs, sondern auch um das Leben der Menschen in dieser Zeit - und die Nachkriegs-Ära bis zum Ende des Eisernen Vorhangs. In diesem Podcast erklärt uns Claire Meyer vom Museum, warum sich der Besuch in Bastogne unbedingt lohnt - und was im Dezember 2024 gefeiert wird.
An der Klimakonferenz in Baku wird um einen Schlusstext gerungen. Uneinig ist man sich in der Frage, wie viel Geld die ärmeren Länder von den reichen Industriestaaten für Klimaschutzmassnahmen erhalten sollen. Auch Bundesrat Albert Rösti ist derzeit vor Ort. Wieviel ist die Schweiz bereit zu zahlen? Alle Themen: (00:00) Intro & Schlagzeilen (01:30) Bundesrat Rösti an Klimakonferenz in Baku (07:36) Nachrichtenübersicht (11:55) Northvolt: Droht Europas grösster Batteriefabrik der Untergang? (17:17) Steigender Kokainkonsum bei jungen Menschen (22:48) Europa: Die Rückkehr des Eisernen Vorhangs? (28:16) Abchasiens schwieriges Verhältnis zu Russland (33:59) Existenzielle Ängste vor KI (39:28) Wie bereitet sich Entwicklungshilfe auf Budgetkürzungen vor? Weitere Themen: - Bundesrat Rösti an der Klimakonferenz - Northvolt: Droht Europas grösster Batteriefabrik der Untergang? - Steigender Kokainkonsum bei jungen Menschen - Europa: Die Rückkehr des Eisernen Vorhangs? - Abchasiens schwieriges Verhältnis zu Russland - Existenzielle Ängste vor KI - Wie bereitet sich Entwicklungshilfe auf Budgetkürzungen vor?
Vor 35 Jahren hat Ungarn die grüne Grenze nach Österreich geöffnet und damit den Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs beschleunigt. Nun droht Budapest damit, illegale Migranten nach Brüssel zu schicken, und bringt die Europäische Union gegen sich auf. Den Hintergrund erläutert Dr. Bence Bauer, Leiter des Deutsch-Ungarischen Instituts. Die deutsche Innenministerin Faeser hat angekündigt, die deutschen Außengrenzen mehr zu überwachen. Eine juristische und politische Einschätzung dazu hören Sie vom ehemaligen Verteidigungsminister und Verfassungsrechtler Prof. Rupert Scholz. Den Anschein, dass Deutschland endlich härter durchgreift, sollte auch die medienwirksame Abschiebung afghanischer Straftäter nach Kabul erwecken. Wie die Afghanen über diese Aktion denken, berichtet der Entwicklungshelfer und Oberstarzt a. D. der Bundeswehr Dr. Reinhard Erös. Und im Kommentar widmet sich Martina Binnig dem Thema „Biometrische Daten und Überwachung“.
Wie kann man Erinnerungskultur und die Auseinandersetzung mit dem Holocaust aus emotionaler Perspektive erzählen? Julia von Heinz, deutsche Filmregisseurin und Drehbuch-Autorin, wagt mit ihrem neuen Film “Treasure” eine Annäherung an das Thema Erinnerungskultur, in dem der persönliche, familiäre Austausch im Vordergrund steht. In dem Film begibt sich Musikjournalistin Ruth (Lena Dunham) mit ihrem Vater Edek (Stephen Fry), einem Holocaust-Überlebenden auf eine Rundreise durch sein Heimatland Polen - vor dem Hintergrund des Falls des Eisernen Vorhangs. Im Gespräch mit Wolfgang spricht Julia von Heinz darüber, wie der Film nach dem 7. Oktober in ein neues Spannungsverhältnis geriet und wie wichtig es ist, sich Erinnerungskultur nicht nur auf “museale oder staatlich verordnete” Art und Weise zu nähern. Außerdem spricht sie über ihre Arbeit als Professorin, die Grenzen der Kulturförderung in Deutschland und mit wie viel Besorgnis sie auf die politischen Entwicklungen und auch die anstehenden Landtagswahlen in Deutschland blickt. Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte: https://linktr.ee/ApokalypseundFilterkaffee
Heumann, Marcus www.deutschlandfunk.de, Andruck - Das Magazin für Politische Literatur
Stövesand, Catrin www.deutschlandfunk.de, Andruck - Das Magazin für Politische Literatur
Die Literaturagenten machen sich bereit für die Sommerferien und stellen Bücher vor, die Reiselust wecken. Wie wäre es mit einer Radtour entlang des Eisernen Vorhangs, Wanderungen durch Pariser Banlieues oder einer Segeltour rund um die Welt? Das alles steckt heute in der letzten Literaturagenten-Sendungen vor der Sommerpause.
10.000 Kilometer Familiengeschichte erfahren – im wahrsten Sinne! Rebecca Maria Salentin möchte sich auf eher ungewöhnliche Weise ihren eigenen Wurzeln nähern: Radfahrend durch 20 Länder, auf kaum passierbaren Wegen, immer entlang des Eisernen Vorhangs – auf dem Iron Curtain Trail EV13. Die ehemalige Grenze, die Europa entzweite, verläuft zum Teil entlang der Route, die Rebeccas jüdische Großeltern zurücklegten, als sie zu Nachkriegszeiten auf der Suche nach einem neuen Zuhause bis nach Palästina flohen. Die ersten Hindernisse offenbaren sich Rebecca allerdings schon vor Antritt der Reise: Die Welt spürt noch die Nachwirkungen des Virus, Einreisebestimmungen verändern sich fast täglich und Russland überfällt die Ukraine. Und auch unterwegs soll es holprig werden: bei so einigen steilen Bergpassagen schlottern ihr die Knie schon beim bloßen Gedanken an die Steigung… Genügend Gründe, um eine anspruchsvolle Tour von 10.000 Kilometern über 5 ½ Monate abzublasen … Doch nicht mit Rebecca! Die Frau, die eigentlich keine Berge mag und sich vor einigen Jahren bereits auf den Bergwanderweg der Freundschaft begab (Folge 177), ist auch dieses Mal wieder aufgebrochen – allen schlechten Vorzeichen zum Trotz. Auf dieser geschichtsträchtigen Strecke vom Schwarzen Meer bis zur Barentssee passiert Rebecca auch sich heute wieder abschottende Staaten entlang der sogenannten Balkanroute, trifft auf Grenzpatrouillen, fliehende Menschen, und jene, die versuchen zu helfen. Sie geht auf eine Reise durch ihre Familiengeschichte, ihre eigene Identitätssuche und schwitzt, friert und bezwingt schließlich auch die ihr verhassten Berge – mit Rad, pinker Warnweste und Trillerpfeife im Gepäck! Wie Rebecca sich ihre Familiengeschichte erfuhr, wie sie es trotz aller Schwierigkeiten nach Russland schaffte und was sie von den Begegnungen am Wegesrand mitnahm – davon berichtet sie in ihrem aktuellen Buch “Iron Woman – 10.000 Kilometer mit dem Rad am Eisernen Vorhang entlang, vom Schwarzen Meer bis zur Barentssee” (Voland Quist) und in dieser Folge des Weltwach Podcast. Redaktion und Postproduktion: Janna Olson Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Wir fügen unserer 80er-Chronik ein weiteres Jahr hinzu und reisen 35 Jährchen zurück ins geschichtsträchtige 1989. Dabei stellen wir fest, dass die musikalischen 80er 1989 bereits vorbei sind. Von den signifikanten Sounds des Jahrzehnts ist so gut wie nichts mehr zu hören. Popmusik verschiedenster Ausprägungen prägt die Charts. Techno, Dance, Grunge und HipHop stehen in den Startlöchern, die 90er zu erobern. Daneben veröffentlichen Indie-Bands wie die Pixies, The Jesus & Mary Chain, The B52's oder Phillip Boa & The Voodooclub beachtliche Platten in diesem Jahr. Auch zeitgeschichtlich enden die 80er schon 1989. Genau genommen am 9. November. Der Mauerfall und der gesellschaftliche Umbruch in den Ostblockstaaten beherrschen die Schlagzeilen. Über all das gilt es zu reden und sich daran zu erinnern. Schließlich standen wir in jenem Jahr noch auf unterschiedlichen Seiten des sich langsam öffnenden Eisernen Vorhangs. Bier: Spaten Hell (München) Abonniert diesen Podcast und folgt uns auf Facebook und / oder Instagram, Kontakt: prost-punk@web.de
Entgegen recht verbreiteter Ansichten - damals wie heute - waren Wissenschaftler und ihre Methoden in den Universitäten rechts und links des Eisernen Vorhangs nicht so unterschiedlich, wie man denkt. Ein Baum ist ein Baum ist ein Kernreaktor ist ein Plato und so studierten Förster, Physiker, ja sogar Philosophen, durchaus die gleichen Sachen. Sie kamen dabei auf unterschiedliche Ergebnisse, was in der Natur der Wissenschaft und der Weltansichten liegt, aber all das hatte Grenzen; man kann ein Atom nur auf ein paar Art und Weisen spalten und wenn man hinterher darüber berichten möchte, sollte man bei den Berechnungen nur in engen Grenzen auf die Ideologen um einen herum hören.Es gab natürlich eine Ausnahme: Studierte man Wirtschaftswissenschaften an der London School of Economics oder der University of Chicago stritt man sich, sicher, und sicher auch heftig, wie das im Fachgebiet wohl üblich ist, und ward dennoch als “Wirtschaftswissenschaftler” akzeptiert. Studierte man das Gleiche jedoch an der Frankfurter Uni, also, Frankfurt an der Oder, war man ein “Ökonom” und eine rote Socke und hätte sich das aus heutiger Sicht eigentlich sparen können.Das alles ist weitgehend vergessen. “Wirtschaftswissenschaftler” (also die aus dem Westen) sind immer noch angesehene Akademiker. Keine Nachrichtensendung kommt ohne Zahlen und Prognosen aus der Wirtschaft aus. Wirtschaftsweise machen darin Aussagen zum Wachstum derselben, Institute für “Weltwirtschaft”, “Wirtschaftsförderung” oder einfach nur “Wirtschaft” selbst, sehen jedes Frühjahr einen Stimmungsaufschwung von bis hinters Komma festgelegten Prozenten. Diese werden in Nachrichtensendungen verkündet, sie begründen Hoffnungen und Sorgen “in der Wirtschaft” und Dax-Vorstände, Politiker und Kommentatoren werden ganz emotional dabei. Im Herbst dann wird berichtet, in derselben Nachrichtensendung, von denselben Weisen, Instituten und Komitees, dass sich Prognosen und Stimmungen verändert haben, ach was, und aus IxKommaYpsilon Prozent, Anteil und Betrag werden derer völlig andere IxKommaYpsilons! Wie geht?! Geht!Und niemand, wirklich keiner, nie einer (es sind meist Männer), in einer solchen Nachrichtensendung hat sich je gefragt, ob sie denn wirklich Experten seien, wenn sie ihre Zahlen von vor sechs Monaten doch gerade wieder korrigieren mussten, dass diese Zahlen nie ohne Beiworte wie "entgegen den Erwartungen", und "überraschend" oder gar “schockierend” erzählt werden. Nie kommt in diesen Sendungen zur Sprache, was unzählige Brücken bauende Ingenieure, Hochhaus-Statiker, Groß- und Kleintierversorgende Veterinärmediziner oder Seen- und landschaftspflegende Berufsausübende, lauter als leise, auf der anderen Seite der Glotze flüstern und schreien: “Wenn wir einen solchen Unsinn, ungenauen Blödsinn und reinen Aberglauben produzieren würden, wäret ihr unter Euren Häusern und Brücken, samt Euren Nutztieren und -pflanzen begraben und zusammen mit dem ganzen verdammte Planeten schon lange tot!!1!”Wie kommt es, dass wochentags, direkt vor der Hauptnachrichtensendung des Ersten Deutschen Fernsehens, beste Sendezeit also, fünf Minuten einem Thema, der Börse, gewidmet werden, welches für das Einkommen von 99 % der Zuschauer genauso relevant ist, wie die Sendungen zur gleichen Zeit am Wochenende, die sich um die Lottozahlen kümmern? (und deren Zahlen unter notarieller Aufsicht so genau und richtig sind, wie es sich die Reporterin in “Börse vor Acht” nur erträumen kann)? Warum gibt es mehrseitige Wirtschaftsteile in baumvernichtenden Zeitungen, nur damit ein paar Promille der Bevölkerung in einem Lufthansaflug zwischen Frankfurt und Düsseldorf mit diesen der Sekretärin im Sichtfeld rumfuchteln können? Ein Wahnsinn.Wenn man sich um diesen Wahnsinn nicht kümmern möchte, kann man sich natürlich mit anderen Sachen beschäftigen, es gibt ja noch andere Wissenschaften, die einem den Tag vertreiben. Medizin zum Beispiel oder Biologie. Neue, epochale Medikamente werden da erfunden in Dänemark. Doch was wir lesen ist, dass das dänische Bruttosozialprodukt um 0,4 % gestiegen ist, weil eine Medizinfirma ein Abnehmmittel erfand. Das lesen wir als erstes. Wir lesen nicht, wie es funktioniert, für wen es hilfreich ist. Die Nachrichten verkünden, dass das Zeug viel zu teuer für die Krankenkassen sei. Wir lesen nicht über die Menschen, denen es hilft. Und vom Fakt, dass es millionenweise Übergewichtigen gelingt mit Hilfe der Droge von Ihrer Fresssucht loszukommen bleibt in den Webspalten übrig, dass das der Supermarktkette Walmart den Börsenkurs versaut.Ok, das war nix, schauen wir.. wohin mal schnell? Ok, Insektenforschung, Entomologie, wenn man schlau klingen will. Was wird entdeckt, was verschwindet, wie fickt die Biene?! Immer weniger, lernen wir und das bedeutet Ernteausfall, Dürre und damit der Niedergang ganzer Wirtschaftszweige. Ok, zeig mir irgendwas anderes als Wirtschaft, Frau Google! Wir blättern und wischen verzweifelt: Modeseiten berichten von Werbung auf Tiktok, Literaturbeilagen berichten von Verlagen gegen Amazon, Musikmagazine vergleichen Spotify und Apple Music. Es geht immer nur um Wirtschaft. Wohin fliehen?In die Geschichte! Das ist die Lösung! Den Kapitalismus gibt's seit drei-, vierhundert Jahren, lesen wir also über das Mittelalter - Problem gelöst. Gehen wir kein Risiko ein: Gehen wir an den Anfang der Menschheit zurück, nehmen wir uns ein dickes Buch, was die Story von Beginn an erzählt, als wir alle nackig waren und noch keine Wirtschaft war!“Anfänge: Eine neue Geschichte der Menschheit” heißt dieses Buch auf Deutsch, erschienen ist es im Januar 2022 und es ist so dick und reich und anregend, dass ich immer noch drin lese. “The Dawn of Everything: A New History of Humanity", so haben es im Original die Autoren genannt. Diese sind der brillante, originelle, witzige und leider viel zu früh verstorbene David Graeber, ein Anthropologist und sein Kollege aus dem Fach Archäologie: David Wengrow.Die Autoren erklären zunächst, warum sie eine neue Geschichte der Menschheit schreiben und die Erklärung ist so einleuchtend, wie sie für mich überraschend war. Sie geht so: Die Geschichtsschreibung, die wir heute in der westlichen Welt lernen und lesen, ist in den größten Teilen nicht älter als 100-200 Jahre. Auch ist sie erstaunlich ähnlich, egal ob man sie in den letzten 70 Jahren links oder rechts vom eisernen Vorhang gelehrt bekommen hat. Ok, die Prognose wer am Ende gewinnen wird, war leicht unterschiedlich, aber die Stories die erzählt wurden, von der Frühzeit bis zum unweigerlichen Sieg der kommunistischen oder eben marktwirtschaftlichen “Freiheit” ähnelten sich doch sehr. Das liegt daran, dass in den letzten paar hundert Jahren die Welt im Westen (zu dem wir hier auch den Osten Europas zählen) materialistische und paternalistische Grundideologien hatte, und genauso materialistisch und paternalistisch wurde jede Quelle, jede Ausgrabung, jedes Mosaik und jedes gefundenen Höhlenbild interpretiert und in die eigene Weltsicht eingepasst. Damit zementierte man diese Weltsicht und verhinderte eine andere und das behindert nicht nur das Sehen eines vielschichtigen und am Ende wahrscheinlichen Bildes der Geschichte der Menschheit, es verhindert auch die Sicht auf eine vielfältige und offene Zukunft ebendieser.Das macht Wengrow und vor allem den selbsternannten Anarchisten Graeber äußerst wütend. Man könnte von Wissenschaftlern erwarten, dass sie in Werken, in denen sie andere solche kritisieren, für diese ein gewisses Verständnis aufbringen, für deren Umstände, in denen Theorien und Werke entstanden, man selbst kann als Wissenschafter ja unmöglich fehlerfrei sein. Nicht so die beiden Davids, sie ziehen vom Leder, es ist eine Freude. Das macht das Buch wohltuend zu lesen für den Laien, der sich auf ihrer politischen Seite wähnt (also idealistische Feministen wie mich). Die andere Seite, die alten Bewahrer der Welt (m), die ihre Reputation zerstört sehen durch die +600 Seiten an alternativen Interpretationen, alternativen Theorien, alternativen Blicken auf die gleichen Quellen, Ausgrabungen und Zeitzeugen, diese gehen sicher hart ins Gericht mit dem Buch. Ich bin auch diesmal meiner Regel treu geblieben, keine Rezensionen zu Werken zu lesen, bevor die meine nicht veröffentlicht ist. Aber das Buch ist so voll von Kritik am bestehenden materialisitisch-patriarchalen Geschichtsbild, dass die Bingokarte recht schnell voll ist mit garantiert in Rezensionen auftauchenden Worten: “woke”, “social justice” oder “feminist history” werden dabei sein. Ich hole schon mal den Bingostempel.Nun stehe ich der Geschichtswissenschaft mit einer gewissen Grundskepsis gegenüber, die man früher äußern konnte, ohne in den Verdacht des Schwurbler- und Querdenkertums zu geraten. Sie ist in vielem unberechtigt, aber so tief verwurzelt, dass ich sie schwer los werde. In der DDR in die Schule gegangen, in der die Weltläufte nicht immer allzu zusammenhängend übermittelt wurden, bekam ich ein paar Jahre später die Stasi-Akten meiner Familie auf den Tisch, also Quellen aus allererster Hand, deren Inhalt wir als direkte Zeitzeuge auf Richtigkeit überprüfen konnten. Wir haben selten so gelacht. So viel war falsch, ja lächerlich. Anderen ging es ähnlich, so zwischen drei und fünf Millionen Menschen, schätzt man, hatten ähnliche Erfahrungen und haben dennoch jeden Scheiß geglaubt, den sich der Spiegel über, sagen wir: Manfred Stolpe, aus dessen Stasiakten zusammenreimte. Aus solchen Artikeln wurden irgendwann Bücher und diese werden aktuell und in Zukunft in Schulen gelehrt. Was dabei in künftigen Generationenköpfen entsteht, werden Geschichten sein, aber nicht “die Geschichte”. Extrapoliert man diese minimale Episode an “falscher Geschichte” hoch bis in die Prähistorie, bleibt einfach nicht viel übrig, von dem, was wir über uns zu wissen meinen. Das Thema sprechen David Graeber und David Wengrow an, sie erläutern ihre Meinung dazu (eine andere als die meine, logisch, es ist ihr Job) und können aber natürlich ihre neue Geschichte nicht ohne die Worte “könnte”, “hätte” oder “wäre” schreiben. Sie weisen, wie es sich gehört, darauf hin, dass alles auch ganz anders gewesen sein könnte, aber was geschrieben ist, erhält deklaratorischen Wert, der einschränkende Halbsatz ist schnell vergessen.So berichten Graeber und Wengrow von neuen Erkenntnissen in der Archäologie: diese entstehen nicht nur durch den technischen Fortschritt in Altersbestimmung, Radiologie oder DNA-Sequenzierung sondern auch, weil das Feld nicht mehr nur von schnauzbärtigen Männern mit Hüten betrieben wird sondern von Frauen oder Wissenschaftlern, die nicht unbedingt dem Okzident entstammen. Wenn diese auf ihre Entdeckungen schauen, tun sie das nicht mehr durch die koloniale Brille von Eroberung und Ressourcenextraktion. Wir erfahren von nordamerikanischen Tribes, die in fast gleichen Lebensräumen völlig unterschiedliche Arten des Zusammenlebens praktizierten. Es gab natürlich die expansiven Apache und Comanche, parallel aber eben zu Tribes die sich am Ende der Ernte zum potlatch trafen und diese gerecht verteilten. Über erstere schreiben sich die besseren Stories, wenn man die Jugend mit der eigenen raubmordenden Kolonialisierung versöhnen möchte, für eine Welt, die noch ein paar hundert Jahre halten soll, sind die Berichte von kommunalen Praktiken der Tlingit, Haida oder der Chinook wichtiger - und dass der Leser von diesen drei wahrscheinlich nur eine kennt, sagt alles über den Zustand unserer Welt.Wir erfahren, in einer der für mich interessantesten Aspekten der modernen Anthropologie, dass auch unser zeitlicher Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen beengt zu sein scheint. Gesellschaftliche Strukturen sehen wir aus moderner Sicht in Jahren, Jahrzehnten oder Jahrhunderten. Viel wichtiger, ja, ist auf einmal logisch, sind Jahreszeiten. Wir lernen über, Bingo, Amazonastribes, die in der Trockenzeit in streng hierarchischen Gruppen jagen, mit brutalen Führern und unterdrücktem Fussvolk. In der Regenzeit sind diese Führer dann ganz normale Mitglieder der Gemeinde und führen ohne jeden Ansehensverlust die “niederen” Tätigkeiten aus, die dann nötig sind. Und nun stellen wir uns Friedrich Merz vor, wie er bei Netto an der Kasse sitzt.Man sollte nicht erwarten, am Ende des Buches die “richtige” und “wahre” Geschichte der Menschheit zu kennen. Speziell der unermüdlich progressive und nochmal etwas politischere der beiden Davids, nämlich David Graeber, hat dieses, sein letztes Buch, wohl auch als Zukunfts- denn als Geschichtsbuch geschrieben. Denn wenn man die scheinbare Vorherbestimmtheit unserer aktuellen materialistischen Money-Money-Welt nicht hinnehmen will, reicht es nicht, den Leuten zu erzählen, dass alles, was sie über diese Welt wissen, aus dieser Weltsicht heraus vermittelt wurde. Man muss ihnen die alternativen Geschichten und deren Quellen aufzeigen. Und das passiert auf ganz wunderbare, verständliche und ausführliche Art und Weise in diesem Buch. Es liest sich wie der spannendste Geschichtsunterricht, den man nie hatte, es fliegt mit Dir durch die Zeiten und über Kontinente. Das Buch ist ein Almanach und ein Kneipenquizlexikon und am Ende hast Du das seltsam gleichzeitige Gefühl mehr zu wissen und viel weniger. Denn Dir ist die Gewissheit abhanden gekommen zu wissen, woher wir kommen und damit die, dass alles so kommen wird, wie Dir jeden Tag in “Börse vor Acht” erzählt wird. Oder wie es David Graeber 2015 in einem anderen Buch mit seinem Wohl bekanntesten Zitat zusammenfasste:“Die ultimative, geheimste Wahrheit unserer Welt ist, dass sie etwas ist, das wir erschaffen, und genauso gut anders erschaffen können.”Damit wir das nicht vergessen, sollten wir dieses Buch lesen. This is a public episode. If you would like to discuss this with other subscribers or get access to bonus episodes, visit lobundverriss.substack.com
Zur Zeit des Kalten Krieges gab es wohl wenige, die den Begriff des Eisernen Vorhangs nicht kannten: Den sinnbildlichen Begriff für die Trennlinie zwischen westlichen Demokratien und dem Kommunistischen Osten. Aber – der Begriff kommt eigentlich nicht aus der Politik.
Derzeit jagt eine Krise die nächste, während gleichzeitig furchtbare Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten toben. Auf der Welt scheint momentan vieles aus dem Ruder zu laufen. Wenn wir den Blick nach Deutschland richten, beobachten wir einen deutlichen Verlust an Vertrauen. Der Mittelstand macht sich Sorgen um die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit. Wir sehen den deutschen Mittelstand zusätzlich mit einer bedrohlichen tektonischen Plattenverschiebung, wie wir die aktuellen Machtverschiebungen bezeichnen wollen, konfrontiert. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Berliner Mauer schien eine unipolare Weltordnung aus den alten Blöcken West und Ost entstanden zu sein. Der demokratische Kapitalismus, gestützt von der Ordnungsmacht USA, wirkte unerschütterlich. Heute jedoch erleben wir eine multipolare Weltordnung. Die einstige Macht der westlichen Minderheit, die jahrhundertelang die Spielregeln für die Mehrheit der Welt bestimmte, hat deutlich abgenommen. Die BRICS-Staaten, allesamt autokratisch geführt, verfügen mittlerweile über eine größere Wirtschaftskraft als die demokratisch geführten G7-Staaten. So fällt es ebenfalls auf, dass aktuell drei Viertel der Weltbevölkerung in autokratischen Systemen leben. Steht Europa eine ähnliche Entwicklung bevor, wie Venedig sie durchlebte? Vor 600 Jahren verpasste die einstige Handelsmacht die Verschiebung der Kräfte. Heute fristet die Stadt ihr Dasein als lebendiges Museum, wirtschaftlich abhängig vom Eis- und Souvenirverkauf an Touristen. Willi Plattes (CEO PlattesGroup) und Ingo Wohlfeil sehen es als unerlässlich an, solche Entwicklungen auf der Grundlage von Fakten zu hinterfragen und zu diskutieren.
Für Bonus-Content, schau dich gerne einmal HIER um!Wir durften vorab für euch in die Presse-Preview von "Spy/MASTER" reinschauen und das haben wir natürlich gerne getan. Mehr über unseren Eindruck zum Spionage-Drame aus der Zeit des Eisernen Vorhangs erfahrt ihr in der heutigen Folge von "Reingeguckt". Viel Spaß!Links: Homepage | Support via Steady | Discord | Instagram | Twitter | YouTube | TikTok | MERCH | kostenloser NewsletterTeile den Mindcast gerne über deine Profile mit anderen.Für Feedback kannst du jederzeit das Feedback-Formular besuchen.Alle mit * markierten Links in den Shownotes sind Reflinks, durch die wir eine kleine Provision erhalten.Prime Video testen * kostenloses Audible Probe-Abo * Kindle Unlimited testen *
Die multipolare Welt als Folge ihrer BekämpfungEin Kommentar von Wolfgang Effenberger. Hoffnungsvoll schauten Menschen nicht nur in Deutschland 1989 auf die Ereignisse in Berlin. Der Fall des „Eisernen Vorhangs“ und die Auflösung der Warschauer Vertragsorganisation sowie das Ende der Sowjetunion (26. Dezember 1991), boten die realistische Chance, eine Friedensordnung für das 21. Jahrhundert zu begründen.Doch die US-Präsidenten Clinton, Bush, Obama und Biden setz(t)en den amerikanischen „Exzeptionalismus“ um. Darunter ist der Anspruch der USA zu verstehen, allen anderen Nationen dieser Welt mit Machtmitteln den „richtigen Weg“ zu weisen. Dieser spezifischen Ideologie zufolge nahmen die Vereinigten Staaten von Amerika - als „God's own country“ - schon immer eine Sonderstellung gegenüber allen anderen Staaten ein. Schon bei der Eroberung des nordamerikanischen Kontinents und der Ausrottung einheimischer Völker waren nach Ansicht des US-Publizisten Noam Chomsky die USA auf die Ideologie vom „Manifest Destiny“ (1845) fixiert, dem religiös-getünchten Grundpfeiler des skrupellosen Imperialismus mit Stoßrichtung Weltherrschaft.(1)Die USA hätten zum Ende des 20. Jahrhunderts die Möglichkeit gehabt, maßgeblich zu einer Friedensordnung beizutragen, setzten diese Chance jedoch zugunsten der Weltmachtphantasien in den Sand. Das Chaos in einzelnen Ländern war Teil der geopolitischen Strategie, wie im Irak, in Afghanistan, Libyen und in Syrien noch heute zu beobachten ist. Doch dieses Chaos flog den USA als „Paradoxon der Gewalt“ bald selbst um die Ohren: Das ursprüngliche Ziel rückt immer mehr in weite Ferne, weil es sich dem Zwang entzieht. Nicht ohne Tragik jedoch war es für die Nordamerikaner, als etwa 2001 acht höchst unterschiedliche Länder sich zur Shanghai-Organisation (SOC) zusammenschlossen. Diese und die in der folgenden Dekade sich anbahnende Entwicklung der BRIC-Staaten (heute BRICS) bestimmen aktuell den Kulminationspunkt einer - ganz entgegen aller weltpolitischen US-Interessen - multipolaren Welt. Dass die Gründung der BRIC-Staaten vom amerikanischen Finanzkapital initiiert wurde, verleiht aktuellen Umbrüchen, bis hin zu BRICS+ (August 2023), nur weiter an Würze, wie dieser Artikel noch im Detail aufzeigt.Als in den 90er-Jahren die ehemaligen Sowjet-Staaten, noch am Boden liegend, ihre Unabhängigkeit erklärten, hielt die USA keinen Moment inne und begann weltweit, ihre Pflöcke einzuschlagen. Am 2. August 1990 erklärte US-Präsident George Bush sen., warum die USA in Kuwait mit der Operation "Desert Storm" gegen den Irak in den Krieg ziehen muss:„Vor uns liegt die Gelegenheit, für uns und für die Zukunft eine Neue Weltordnung zu schmieden. Eine Welt, in der die Gesetzmäßigkeit und nicht das Recht des Dschungels das Verhalten der Nationen bestimmt. Wenn wir erfolgreich sind - und wir werden erfolgreich sein - haben wir eine reale Chance auf diese Neue Weltordnung. Eine Ordnung, in der die Vereinten Nationen glaubwürdig ihre "friedenssichernde" Aufgabe erfüllen, gemäß dem Versprechen und der Vision ihrer Gründer.“ (2)......weiterlesen hier: https://apolut.net/wie-das-us-finanzkapital-brics-aus-der-taufe-hob-von-wolfgang-effenberger+++Bildquelle: tokar / shutterstock+++Apolut ist auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommen Sie zu den Stores von Apple und Huawei. Hier der Link: https://apolut.net/app/Die apolut-App steht auch zum Download (als sogenannte Standalone- oder APK-App) auf unserer Homepage zur Verfügung. Mit diesem Link können Sie die App auf Ihr Smartphone herunterladen: https://apolut.net/apolut_app.apk+++Abonnieren Sie jetzt den apolut-Newsletter: https://apolut.net/newsletter/ Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Die Debatte mit Natascha Freundel, Nico Lange und Karolina Wigura --- "Wir gehen durch eine Katharsis." (Karolina Wigura) --- Polen und Deutschland, Nachbarn in Europa, geprägt vom deutschen Vernichtungsfeldzug im Zweiten Weltkrieg, offiziell versöhnt nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, driften scheinbar immer weiter auseinander. Besonders seit Russlands umfassendem Überfall auf die Ukraine und besonders in der Verteidigungspolitik werden die Differenzen zwischen beiden Ländern deutlich: Während Polen plant, zur stärksten Militärmacht Europas zu werden, bleibt die "Zeitenwende"-Losung von Bundeskanzler Scholz mehr Theorie als gelebte Praxis. Über die deutsch-polnischen Verhältnisse in der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik denken die Ideenhistorikerin Prof. Karolina Wigura und der Sicherheitsexperte Nico Lange mit Moderatorin Natascha Freundel nach. --- Nico Lange ist Senior Fellow der Zeitenwende-Initiative bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Zuvor leitete er den Leitungsstab im Bundesministerium der Verteidigung und war stellvertretender Bundesgeschäftsführer der CDU. --- Karolina Wigura ist Ideenhistorikerin, Soziologin und Journalistin sowie Verwaltungsratsmitglied der Stiftung Kultura Liberalna in Warschau und Senior Fellow des Zentrums Liberale Moderne (LibMod) in Berlin. Ende Oktober 2023 erscheint bei Suhrkamp ihr Essay (mit Jarosław Kuisz): "Posttraumatische Souveränität" über die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf Mittel- und Osteuropa. --- Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke. --- Schreiben Sie uns direkt an derzweitegedanke@rbbkultur.de.
Noch ist kein für Grenztote der Tschechoslowakei politisch Verantwortlicher verurteilt: Bevor ein Prager Gericht eine Mitschuld von Ex-Innenminister Vratislav Vajnar klären konnte, starb der 92-Jährige. Warum ist die juristische Aufarbeitung so zäh?marianne Allweiss, Katrin Maternawww.deutschlandfunkkultur.de, WeltzeitDirekter Link zur Audiodatei
Vor dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde ein Christ wegen seines Glaubens in Russland verurteilt. Während des Prozesses sagte ein Offizier: »Sie wissen, Sie können einer fünfjährigen Haft entgehen, wenn Sie sagen, dass Sie nicht mehr predigen und keine Taufen mehr durchführen werden. Warum können Sie nicht einfach sagen: ›Okay, ich mache das nicht mehr.‹ Wenn Sie dann die Freiheit haben, können Sie doch so weiterleben, wie Sie wollen!« Der Christ fragte zurück: »Könnten Sie Ihrer eigenen Mutter ins Gesicht spucken, um die Freiheit zu erlangen?« – »Nein!«, antwortete der Offizier entrüstet, »die Mutter, das ist etwas Heiliges, das könnte ich nicht.« – »Aber Sie könnten doch Ihrer Mutter sagen: ›Ich spucke nur einmal, Mütterchen, dann wischst du schnell die Spucke ab, und ich habe die Freiheit.‹« – »Nein«, sagte der Offizier, »ich würde lieber sterben, als meine Mutter anzuspucken!« – »Ihre Antwort gefällt mir!«, meinte der Christ. »Sehen Sie, bei mir ist das genauso. Ich kann Christus nicht ins Angesicht spucken und ihn verleugnen, da sterbe ich lieber oder gehe für fünf Jahre ins Gefängnis.« – »Ihre Antwort gefällt mir auch«, sagte der Offizier nachdenklich, »bleiben Sie Ihren Prinzipien treu.«Der atheistische Offizier war offensichtlich beeindruckt von dem Verhalten des Christen. Er realisierte, dass dieser Mensch tatsächlich an einen Gott glaubte, der ihm so nah und wertvoll war wie die eigene Mutter – und sogar noch mehr. Für diesen Gott war der Christ bereit, Gefängnis und Leid auf sich zu nehmen.So eine tiefe Liebe zu Gott ist eigentlich nur eine Antwort auf Gottes Liebe zu uns. Wer verstanden hat, dass Gott sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn aus Liebe für uns hingegeben hat, der möchte diesen Gott wiederlieben und ihm sein Leben schenken.Diese und viele weitere Andachten online lesenWeitere Informationen zu »Leben ist mehr« erhalten Sie unter www.lebenistmehr.deAudioaufnahmen: Radio Segenswelle
Europa auf dem Weg zu einer neuen Friedensordnung? Der Krieg in der Ukraine hat alle Hoffnung zerstört, dass Europa keine bewaffneten Konflikte mehr erlebt. Wieder, wie nach dem Zweiten Weltkrieg und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, muss eine neue Friedensordnung gefunden werden. Dazu muss über die aktuelle militärische Lage im Ukrainekrieg hinausgedacht werden. Der Philosoph Julian Nida-Rümelin hat gemeinsam mit anderen ein Buch veröffentlicht, das einer Verkürzung der aktuellen Debatten auf die militärische Logik und gleichzeitig einer falsche Moralisierung der Außenpolitik entgegenhält. Im Fokus stehen unterschiedliche Perspektiven für eine neue Realpolitik, in der die Interessen der Ukraine berücksichtigt und zugleich die Chancen für stabile Sicherheit und Frieden ausgelotet werden. Nida-Rümelin warnt vehement vor dem völligen Rückzug aus globalen Abhängigkeiten. Er sieht darin eine neue Blockbildung wie im Kalten Krieg. Im Gespräch mit Kreisky Forums-Präsident Rudolf Scholten spürt er möglichen Perspektiven für eine neue Friedensordnung nach dem Ukrainekrieg nach. Julian Nida-Rümelin, Prof. Dr. Dr. h. c.; Professor am Seminar für Philosophie der LMU München; Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröder; Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin und der Europäischen Akademie der Wissenschaften, Direktor am Bayerischen Institut für digitale Transformation sowie Vorstand der Parmenides Foundation und stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrates. Rudolf Scholten, Präsident des Bruno Kreisky Forums für internationalen Dialog
Die letzte Wildnis Europas wurde Lappland in den Sechzigerjahren genannt. In Zeiten des Kalten Kriegs lockte die Region nicht nur Touristen, sondern auch Agenten an. Eine Reportage von damals berichtet darüber.Von Rudolf Jacobs und Heinz Schimmelpfennigwww.deutschlandfunkkultur.de, Aus den ArchivenDirekter Link zur Audiodatei
Die letzte Wildnis Europas wurde Lappland in den Sechzigerjahren genannt. In Zeiten des Kalten Kriegs lockte die Region nicht nur Touristen, sondern auch Agenten an. Eine Reportage von damals berichtet darüber.Von Rudolf Jacobs und Heinz Schimmelpfennigwww.deutschlandfunkkultur.de, Aus den ArchivenDirekter Link zur Audiodatei
Die Ausstellungen über Skythen und Mongolen haben das Interesse von Hunderttausenden Besuchern auf sich gezogen, und doch stellen diese beiden Völker nur einen kleinen Ausschnitt der zahlreichen Kulturen dar, die in dem gewaltigen Territorium zwischen Ural und Pazifik von der Jungsteinzeit bis zum Mittelalter entstanden sind. Den Völkern in diesem Gebiet kommt eine entscheidende Bedeutung für die Frühgeschichte der Alten Welt insgesamt zu, und so erscheinen sie als ein fester Bestandteil unseres gemeinsamen kulturellen Erbes. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs konnte der Austausch zwischen westlichen Wissenschaftlern und den Forschern auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion intensiviert werden, so dass mit dem Werk Die frühen Völker Eurasiens von Hermann Parzinger erstmals eine große Synthese des heutigen Wissensstandes über die archäologische Erforschung dieses Gebiets vorgelegt werden kann. Im Zentrum der Darstellung stehen die Verbreitungsgeschichte der Völker, ihre materielle Kultur, ihre Siedlungs- und Wirtschaftsweise, ihre Bestattungsbräuche und ihre künstlerischen Ausdrucksformen. All dies wird systematisch erschlossen und in enger Verbindung von Text und Bildern präsentiert. Auf diese Weise ist eine differenzierte und zugleich anschauliche Darstellung eines bedeutenden Kulturraums der Menschheitsgeschichte entstanden. Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/histothek_parzinger
„Nicht der Krieg ist revolutionär, der Friede ist revolutionär.“ Davon war der französische Historiker und Politiker Jean Jaurès überzeugt. Der Traum vom Frieden ist ein großer Menschheitstraum. Der Krieg in der Ukraine hat alle Hoffnung zerstört, dass Europa keine bewaffneten Konflikte mehr erlebt. Wieder, wie nach dem Zweiten Weltkrieg und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, muss eine neue Friedensordnung gefunden werden. Dazu ist über die aktuelle militärische Lage im Ukrainekrieg hinaus zu denken. Mit dem Buch „Perspektiven nach dem Ukrainekrieg“, wollen sechs Autoren Debattenanstöße zu einer neuen Friedensordnung in Europa geben, darunter Julian Nida-Rümelin, Professor am Seminar für Philosophie der LMU München; Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröder, Direktor am Bayerischen Institut für digitale Transformation sowie Vorstand der Parmenides Foundation. Mit ihm sprach Radio-München-Autorin Sylvie-Sophie Schindler. "Perspektiven nach dem Ukrainekrieg" ist im Herder-Verlag erschienen, hat 144 Seiten und kostet 16 Euro.
Ein Team von deutschen und schweizer Wissenschaftlern zieht eine Bilanz der 30 Jahre, die seit dem Fall des Eisernen Vorhangs vergangen sind. Dabei zeigt sich, dass Osteuropa noch immer als "anderes" Europa erlebt wird. | Rezension von Judith Leister | Suhrkamp Verlag, 254 Seiten, 22 Euro | ISBN 978-3-518-12777-3
Der international renommierte Vor- und Frühgeschichtsforscher Hermann Parzinger legt mit diesem höchst informativen, reich bebilderten Band ein Grundlagenwerk über Geschichte und Kultur der frühen Völker zwischen Ural und Pazifik vor. Die Ausstellungen über Skythen und Mongolen haben das Interesse von Hunderttausenden Besuchern auf sich gezogen, und doch stellen diese beiden Völker nur einen kleinen Ausschnitt der zahlreichen Kulturen dar, die in dem gewaltigen Territorium zwischen Ural und Pazifik von der Jungsteinzeit bis zum Mittelalter entstanden sind. Den Völkern in diesem Gebiet kommt eine entscheidende Bedeutung für die Frühgeschichte der Alten Welt insgesamt zu, und so erscheinen sie als ein fester Bestandteil unseres gemeinsamen kulturellen Erbes. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs konnte der Austausch zwischen westlichen Wissenschaftlern und den Forschern auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion intensiviert werden, so daß mit dem Werk von Hermann Parzinger erstmals eine große Synthese des heutigen Wissensstandes über die archäologische Erforschung dieses Gebiets vorgelegt werden kann. Im Zentrum der Darstellung stehen die Verbreitungsgeschichte der Völker, ihre materielle Kultur, ihre Siedlungs- und Wirtschaftsweise, ihre Bestattungsbräuche und ihre künstlerischen Ausdrucksformen. All dies wird systematisch erschlossen und in enger Verbindung von Text und Bildern präsentiert. Auf diese Weise ist eine differenzierte und zugleich anschauliche Darstellung eines bedeutenden Kulturraums der Menschheitsgeschichte entstanden. Prof. Dr. Hermann Parzinger ist Prähistoriker und seit 2008 Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Bis heute leitet er Forschungsprojekte und veröffentlicht regelmäßig zu wissenschaftlichen und auch kulturpolitischen Themen. Parzinger ist Träger zahlreicher Preise
Gerd Ludwig ist ein Veteran im Fotojournalismus. In diesem Interview verrät er, was für ihn gutes Storytelling ist und wie Russland zum Mittelpunkt seiner Arbeit wurde. "Meine Maxime war immer: Grenzen am schnellsten dadurch auszuloten, indem man sie überschreitet.“ Gerd Ludwig Gerd Ludwig studierte Fotografie bei Otto Steinert an der Folkwang Hochschule in Essen. Anfang der 1990er wurde er Fotograf bei National Geographic. Besonders bekannt ist er für seine Reportagen in Russland. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs hat er den Zerfall der ehemaligen Sowjetunion intensiv dokumentiert. Wir sprechen darüber, wie er den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Wandel in der Region erlebt hat. In einem Langzeitprojekt hat er sich immer wieder mit der Katastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl beschäftigt. Auch davon berichtet er. Weitere Themen sind das visuelle Storytelling, sprich wie es gelingt, mit Bildern effektiv Geschichten zu erzählen und seine Neugier, immer wieder neue Dinge auszuprobieren und von jüngeren Kolleginnen und Kollegen zu lernen – Stichwort App-Entwicklung und Crowdfunding. Am Ende erzählt Gerd auch noch die Geschichte, wie er ein Portrait von Wladimir Putin machte, von dem der russische Präsident gar nicht begeistert war. Gerd verfügt über so viel Erfahrung, Wissen und Empathie, dass es eine große Freude war, einem Meister der Dokumentar- und Reportagefotografie wie ihm zuzuhören. Das Gespräch haben wir im Rahmen der Medientage beim diesjährigen Festival „La Gacilly Baden Photo“ aufgenommen. Weitere Interviews, die wir dort geführt haben sowie ein Video, in dem Thomas Jones und ich ein Fazit der fünften Auflage von Europas größtem Open-Air-Foto-Festival ziehen sowie eines Auszugs aus dem Gespräch mit Gerd Ludwig, findest du in den Shownotes zu dieser Episode unter: www.gatesieben.de/podcast/gerd-ludwig Die Webseite hat ein ganz neues Gesicht bekommen – ich freue mich, dass der Relaunch nun endlich abeschlossen ist. Wenn du da vorbei schaust, lass wie gerne wissen, wie du das neue Design findest – und falls es noch Dinge gibt, die ich verbessern kann. Vielen Dank für deine Hilfe und Feedback. // WERUNG // Exklusive Inhalte aus Baden und darüber hinaus warten in unserem Online-Kurs „Abenteuer Reportagefotografie“ auf dich. Die Essenz aus unserem Kurs gibt es übrigens ab Februar kommenden Jahres auch als Buch – der Titel: "Mit Bildern Geschichten erzählen: Wie du Storytelling gezielt in deiner Fotografie einsetzt"* (dPunkt-Verlag) Thomas und ich sind froh, dass wir das Manuskript pünktlich eingereicht haben und nun Lektorat und Layout am Zug sind. Auch wenn es noch ein bisschen dauert, bis das Werk in den Buchhandel kommt – vorbestellen kannst du es schon jetzt. Wir würden uns riesig freuen, wenn du dir dein Exemplar schon jetzt sicherst. Damit hilfst du uns auch, zur Veröffentlichung einen Turbo-Start hinzulegen was die Position in den Listen für Fotobücher betrifft.
Die lange Suche der Zwillinge. Teil Zwei: Ida lebt mittlerweile in Chicago, und sie gibt die Suche nach ihrem Zwillingsbruder Adam nie auf. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gibt es neue Hoffnung: Eines Tages meint Ida, ihren Bruder auf einem Zeitungsfoto zu erkennen – und nimmt Kontakt auf. Nach einem halben Jahrhundert der Suche fallen sich die beiden 1995 schließlich in die Arme. Adam lässt sein altes Leben in Polen mitsamt Frau und Kindern hinter sich, um zu seiner Schwester in die USA zu ziehen. Sein neuer Lebensabschnitt ist geprägt vom lang ersehnten Gefühl der Zugehörigkeit – aber auch von der Zerrissenheit zwischen der neuen und der alten Welt. Im zweiten der drei Teile haut Adam ab, als Ausreißer flieht er vor seiner Pflegefamilie. Ida trifft ihren Vater wieder: einen vom Krieg gezeichneten Mann, der versucht, das Mädchen an den jüdischen Glauben heranzuführen. Adam & Ida. Die lange Suche der Zwillinge ist ein Feature von Tilman Müller und Jan Tenhaven. Mit Hedi Kriegeskotte, Michael Wittenborn, Jonas Minthe und Maria Magdalena Wardzinska. Technische Realisation: Philipp Neumann und Michael Woddow. Regieassistenz: Viktoria Gur‘Eva. Regie und Redaktion: Ulrike Toma. Eine Produktion des Norddeutschen Rundfunks 2022. Den Film „Adam & Ida“ von Hoferichter & Jacobs gibt es in der ARD Mediathek. Mehr Infos: https://www.ndr.de/fernsehen/programm/epg/Adam-Ida,sendung1285532.html Mehr Features und Serien: https://ndr.de/radiokunst
Michail Gorbatschow hat zum Fall des Eisernen Vorhangs beigetragen. Er wird dafür im Westen als großer Staatsmann gewürdigt. Dass ihm in Russland der Zerfall der Sowjetunion vorgeworfen wird, spiegele den Zustand des Landes wider, meint Sabine Adler.Ein Kommentar von Sabine Adlerwww.deutschlandfunk.de, Kommentare und Themen der WocheDirekter Link zur Audiodatei
Der letzte sowjetische Staatschef und Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow ist tot. In Russland wird ihm der Zerfall der Sowjetunion angelastet. Westliche Stimmen loben ihn dafür, den Weg für den Fall des Eisernen Vorhangs bereitet zu haben.Von Robert BaagDirekter Link zur Audiodatei
Auch nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ sind noch genügend Atomraketen in den russischen Republiken und in anderen Ländern, um die Welt in wenigen Stunden zu vernichten. Aber wer denkt schon an die Möglichkeit eines globalen Atomkriegs? In den Tageszeitungen findet man jedenfalls keine entsprechenden Meldungen. Dennoch gibt es eine Gruppe von Männern, die jeden [...]
Am Wochenende hat Russland einige Raketenagriffe auf die Ukraine vom Nachbarland Belarus aus durchgeführt. Zudem will Wladimir Putin atomwaffenfähige Raketen ins Nachbarland verlegen. Wie entwickelt sich die Rolle von Belarus im Krieg mit der Ukraine? * (05:20) Das verheerende Erdbeben in Afghanistan hat hunderten Menschen das Leben gekostet. Jetzt bitten die Taliban die Welt um Hilfe. Derweil sucht die internationale Gemeinschaft nach einem konstruktiven Umgang mit der De-Facto-Regierung. Wir blicken vor Ort. * (13:20) Im Herbst 2020 zeigten die sogenannten «Magglingen Protokolle»: Im Kunstturnen kommt es immer wieder zu Übergriffen und Missbräuchen. Seit diesem Jahr können sich Betroffene an eine neu eingerichtete Meldestelle wenden. Wie wird das Angebot genutzt? * (21:53) Wer ein neues Auto kaufen will, wartet bis zu anderthalb Jahre auf das Fahrzeug. Denn die Industrie kämpft mit Lieferproblemen. Wir schauen hin – und sprechen mit Mercedes.
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Des is leiwand: Österreich-Special bei echtgeld.tv! Zwar konnte der ATX Index nur nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und im Zuge der EU-Osterweiterung mit rasanter Outperformance beeindrucken. Aber für Value-Investoren bietet die Wiener Börse gerade jetzt aussichtsreiche Gelegenheiten. Neben Dividenden-Dickschiffen wie OMV und Erste Bank nehmen Tobias Kramer und Christian W. Röhl dabei auch „Hidden Champions“ wie Mayr Melnhof und Frequentis unter die Lupe. Dazu gibt's das ewige Duell „Ösis versus Piefkes“ – bei Post- und Telekom-Aktien.
Lange war die Sorge um einen Atomschlag aus den Köpfen von vielen Menschen verschwunden. Die Wahrscheinlichkeit wurde mit dem Ende des Kalten Krieges immer geringer. Einige erinnern sich noch, wie nah die Welt an der Katastrophe während der Kuba-Krise vorbeischrammte, aber mit dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem Frieden in Europa und zwischen den USA und Russland rückte die Sorge um Atombomben in den Hintergrund. Mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine sind diese Gedanken plötzlich wieder da. Die Angst und die Sorge um die Folgen atomarer Explosionen war für viele Menschen in den USA aber nie weg. Sie müssen bis heute mit den Folgen von Atombombentests leben. Kerstin Klein erzählt Florian Mayer im Podcast über ihre Recherche-Reise auf der sie einen Mann getroffen hat, der seit Jahrzehnten mit diesen Folgen leben muss. Gast A: Kerstin Klein Host: Florian Mayer Podcast Tipp: Komplizen? VW und die brasilianische Militärdiktatur https://www.ardaudiothek.de/sendung/komplizen-vw-und-die-brasilianische-militaerdiktatur/44658106/
Als Zonenrandgebiet galten vor der Wiedervereinigung die Gegenden entlang der innerdeutschen Grenze, die scheinbar im Abseits lagen. Die Historikerin Astrid Eckert hat ein Buch über sie geschrieben, das nun auf Deutsch vorliegt.Astrid Eckert im Gespräch mit Julius Stucke www.deutschlandfunkkultur.de, Studio 9Direkter Link zur Audiodatei
Die 1990er Jahre sind ein ausgesprochen bewegtes Jahrzehnt. Was mit dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem Ende des Ost-West-Konflikts verheißungsvoll anfängt, bringt bald ein ganzes Bündel von mitunter unlösbar erscheinenden Problemen zum Vorschein. Denn nach Jahrzehnten des Kalten Krieges werden nun alte und neue Krisenfaktoren sichtbar.