
Als Martin Luther das Werk begann, das als die Reformation bekannt wurde, sagte sein Freund Myconius: „Ich kann am besten helfen, wo ich bin. Ich werde beten, während du arbeitest.“ Dann, eines Nachts, träumte Myconius, dass Jesus auf ihn zukam und seine am Kreuz durchbohrten Hände und Füße zeigte. Er schaute Jesus in die Augen […]

Im 32. Kapitel des Buches Hiob erhob Elihu plötzlich seine Stimme. Er war die ganze Zeit über anwesend gewesen, hatte aber geschwiegen, weil er glaubte, Elifas, Bildad und Zofar seien weiser als er. „Ich bin jung an Jahren, und ihr seid alt; darum war ich zurückhaltend und fürchtete mich, euch mein Wissen kundzutun“ (Hiob 32,6 […]

In Sand geschrieben; in Stein geritzt

Gott beauftragte Josua damit, das verheißene Land zu erobern und es unter den zwölf Stämmen Israels aufzuteilen. Dazu gab er ihm den Schlüssel zum Erfolg: „Lass dieses Buch des Gesetzes nicht von deinen Lippen weichen, sondern forsche Tag und Nacht darin, damit du allem, was darin geschrieben steht, Folge leisten kannst. Dann wirst du Erfolg haben und dein Ziel erreichen“ (s.Jos1, ff). Josua wurde von Gott nicht dazu aufgefordert, eine spirituelle Erfahrung oder eine persönliche Offenbarung zu suchen. Greg Hawkins und Cally Parkinson schrieben ein Buch mit dem Titel „Move“. Sie wollten herausfinden, was die wichtigsten Faktoren für geistliches Wachstum sind, und sie befragten dazu 1.000 Gemeinden. Ihr Fazit lautete: „Nichts hat einen größeren Einfluss auf geistliches Wachstum als das Nachsinnen über die Schrift. Wenn Gemeinden nur eine einzige Sache tun könnten, um Menschen in ihrer Beziehung zu Christus geistlich reifen zu helfen, dann wäre die beste Option, ihre Gemeindeglieder zum Bibellesen zu ermutigen und auszurüsten.“ Geistliches Wachstum geschieht ganz natürlich, wenn du Gottes Wort liest und ihm vertraust. Also beschäftige dich mit deiner Bibel. Denke Tag und Nacht über sie nach. Mache sie zu deinem Wegweiser. Mache sie zum Nachschlagewerk deiner Wahl bei allen Fragen. Gib ihr höchste Priorität in deinem Leben. Petrus bringt es so auf den Punkt: „Seid wie neugeborene Kinder, die nach Milch schreien: Verlangt nach der unverfälschten Milch, dem Wort Gottes, das euch nähren und wachsen lassen soll“ (1. Petr 2,2 NGÜ).

Beten sollte höchste Priorität haben, weil du dich zum Scheitern verurteilst, wenn du es vernachlässigst. Diese Einstellung bedeutet: „Ich brauche Gottes Hilfe und Weisheit nicht“. Doch Gott will eingeladen werden! Das Gebet öffnet ihm die Tür und heißt ihn in deiner Situation willkommen. Jesus sagte: „Bis jetzt habt ihr nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, so werdet ihr empfangen, damit eure Freude vollkommen sei.“ Jemand schrieb: „Ich stand früh auf und stürzte mich in den Tag. So viel war zu erledigen, sodass ich keine Zeit zum Beten hatte. Probleme türmten sich auf, jede Aufgabe wurde schwieriger. ‚Warum hilft mir Gott nicht?‘ fragte ich mich. Er antwortete: ‚Du hast nicht darum gebeten.‘ Der Tag war grau und trüb. Ich fragte mich, warum Gott sich nicht zeigte. Er sagte: ‚Du hast mich nicht gesucht.‘ Ich versuchte, in Gottes Gegenwart zu kommen. Gott tadelte mich liebevoll: ,Du hast nicht angeklopft.‘ Heute bin ich früh aufgewacht und hielt inne, bevor ich in den Tag ging. So viel war zu erledigen, dass ich mir Zeit zum Gebet nehmen musste.“ Der Psalmist sagte: „Gott, früh suche ich dich“ (s.Ps 63,2). Die erste Stimme, die er am Morgen hören wollte, war die Stimme Gottes. Das erste Gespräch, das er führen wollte, war mit dem Herrn. Bevor andere Ansprüche an seine Zeit und Energie gestellt werden konnten, wollte er Gottes Willen kennen. Ist dein Gebetsleben bisher eher zufällig und unbeständig? Ordne deine Prioritäten neu und mache das Gebet zur ersten Sache am Tag. Wenn du das tust, wirst du geistlich aufblühen.

Studien zeigen, dass nur etwa drei Prozent der Erlebnisse im Leben wirklich im Gedächtnis bleiben. Das bedeutet, dass es in einem durchschnittlichen Jahr nur ungefähr siebzehn Erfahrungen gibt, die ins Langzeitgedächtnis übergehen. Die restlichen 97 Prozent verschwinden im schwarzen Loch unseres Unterbewusstseins. Doch genau diese drei Prozent können uns täglich weh tun, wenn wir nicht vergessen können oder wollen. Sie können uns zu Gefangenen unserer Vergangenheit machen. Selbst wenn wir unsere Schuld bekannt haben, fühlen wir uns oft immer noch verurteilt. Dieses Gefühl der Verdammung steht im Widerspruch zu der Tatsache, dass Gott für uns ist (s.Ps 56,10). Wir machen uns selbst ständig Vorwürfe. Wir sabotieren uns selbst. Wir glauben den selbstzerstörerischen Lügen des Satans, des Anklägers (s.Offb 12,10). Wie können wir diesen Ankläger besiegen und zum Schweigen bringen? In Offenbarung 12,11 heißt es: „Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes und durch das, was sie bezeugt haben“ (HFA). Also: Widersetze dich! Lege gegenüber dem Satan Zeugnis ab. Sage ihm, was das Blut Jesu Christi für dich bewirkt hat. Erinnere ihn daran: „Für die, die mit Jesus Christus verbunden sind, gibt es keine Verurteilung mehr“ (Röm 8,1 HFA). Gar keine! Null! Nicht den kleinsten Hauch! Statt dich durch das zu definieren, was du falsch gemacht hast, definiere dich durch das, was Christus für dich richtig gemacht hat. Statt dich durch das zu definieren, was dir an Schmerz angetan wurde, beginne zu bekennen, was Gott dir an Gutem getan hat.

Sage deinem Kind immer wieder, dass es geliebt, wertvoll, schön und tüchtig ist! Es könnte sich sonst selbst nach seinen schlechtesten statt nach seinen besten Seiten beurteilen. Viele der erfolgreichsten Menschen leiden unter dem so genannten „Hochstapler-Syndrom“. Sie äußern oft Selbstzweifel und sagen, dass sie sich ihrer Erfolge oder ihres Ansehens als unwürdig erachten. Oft beginnt es zuhause, in der Kindheit! Das Selbstbild entwickelt sich häufig vor der Pubertät, wenn ein Kind noch kein klares Ich-Bewusstsein hat und sich womöglich unattraktiv, dumm oder wertlos fühlt. Gerade dann sollten Eltern sagen: „Das ist nur eine Phase, wie ein Tunnel, durch den du hindurchgehst. Am Ende wirst du wieder ans Licht kommen.“ Die bevorstehende sexuelle Entwicklung leitet das Ende der Kindheit ein. Sprich mit deinem Kind darüber und erkläre ihm, wie es damit verantwortungsvoll umgehen kann. Überlasse dein Kind nicht sich selbst, denn es steht vor Fragen, auf die es noch keine Antworten hat. Es ist angewiesen auf Unterweisung und Korrektur. Hat es das Gefühl, dass du gegen es bist, kann es sein Selbstvertrauen verlieren. Das braucht es aber, um ein gesundes Selbstbild zu entwickeln. Haben deine Eltern das nicht für dich getan, dann sei umso aufmerksamer und stelle sicher, dass du es für deine Kinder tust. David betet: „Unsere Söhne sollen in ihrer Jugend heranwachsen wie kräftige Pflanzen. Unsere Töchter sollen schön sein wie kunstvoll gemeißelte Säulen, wie man sie in Palästen findet (Ps 144,12 NGÜ).

Wenn du dir einige der größten Erfolgsgeschichten der Welt anschaust, wirst du darin auch Kapitel voller Scheitern und Entmutigung finden. Dr. Seuss' erstes Kinderbuch wurde von siebenundzwanzig Verlagen abgelehnt. Der achtundzwanzigste Verlag veröffentlichte es und verkaufte schließlich 600 Millionen Exemplare. Dr. Seuss' Beharrlichkeit hat dazu beigetragen, dass Millionen von Kindern lesen lernten. Coca-Cola verkaufte im ersten Geschäftsjahr im Schnitt nur neun Getränke pro Tag. Das Unternehmen hielt durch und ist heute der weltweit führende Anbieter von Erfrischungsgetränken. Henry Ford ging in den ersten drei Jahren seiner Automobilkarriere zweimal bankrott. Doch er gab nicht auf. ‘Ford' wurde das zweitgrößte US-amerikanische und das fünftgrößte Automobilunternehmen weltweit. Im Jahr 1905 lehnte die Schweizer Universität Bern die Doktorarbeit eines gewissen Albert Einstein ab und nannte diese „unbedeutend und fantastisch“. Gab Einstein auf? Nein. Er machte weiter. Und nun stell dir vor: Als erlöstes Kind Gottes hast du einen entscheidenden Vorteil: Gott ist auf deiner Seite! „Gott steht auf meiner Seite (Ps 56,10 ZB).“ Damit verändert sich die Gleichung, und das Blatt wendet sich zu deinen Gunsten. Der Apostel Paulus schreibt: „Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Angst oder Verfolgung, Hunger oder Entbehrung, Gefahr oder Schwert? …Doch in alldem tragen wir einen überwältigenden Sieg davon durch den, der uns geliebt hat” (Röm 8,35.37 ZB).

Wenn es um deine Berufung im Leben geht, gibt es zwei weitere Denkfehler, die dich ausbremsen können: (1) „Eine falsche Entscheidung kann Gottes Willen durchkreuzen.“ – Darüber musst du dir keine Sorgen machen, denn die Bibel sagt:„Treu ist er, der euch ruft; er wird's auch tun“ (1.Thess 5,24 LU). Natürlich ist es ehrenwert, wenn du immer die beste Wahl treffen willst. Aber irgendwann musst du einfach eine Entscheidung treffen, und keine Entscheidung liegt außerhalb Kontrolle Gottes. Selbst wenn du nicht weißt, wohin der Weg führen wird, kannst du in dem Wissen ruhen, dass: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind” (Röm 8,28 LU.) (2) „Meine Berufung steht endgültig fest.“ – Die Berufung zu finden, ist nichts, das du ein- oder zweimal im Leben erlebst. Es ist kein Punkt auf einer Liste, den du einfach abhaken kannst. Das Leben eines Christen ist ein ständiger Prozess des Erkennens und Verstehens der eigenen Berufung. Nur weil Gott dich zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten Zweck berufen hat, heißt das nicht, dass sich seine Pläne für dich nicht auch ändern können. Wer weiß, was der nächste Abschnitt deines Lebens mit sich bringt? Jeder Mensch hat eine einzigartige Berufung, und jedes Kapitel deines Lebens wird eine neue Phase des Hinhörens und Verstehens mit sich bringen. Das Wichtigste, woran du dich erinnern solltest, ist: Gott hat die Kontrolle. Er liebt dich. Und sein Wille ist es immer, dich näher zu sich zu ziehen.